Polarstern Mitarbeiterin am Dach mit Mieterstrom PV Anlage

Auch auf großen Gebäuden in den Städten gibt es immer öfters große Photovoltaikanlagen. Sie erzeugen Strom für die Mieter, unterstützen auch deren Wärmeversorgung und treiben die Nutzung von Elektromobilität und smarten Angeboten voran. Wir zeigen, wo und wie Mieter jetzt schon vom Mieterstrom profitieren. 

von Michael

 

Was ist Mieterstrom? 

Deutschland ist städtisch. Laut Deutschland.de, dem Portal des Auswärtigen Amtes, gibt es derzeit 79 Großstädte, 77 % der Bevölkerung lebt im Stadt- oder Ballungsgebiet. Für die Energiewende stellt sich die Frage, wie die Städter ihren Beitrag zur Energiewende leisten können. Eine Antwort auf diese Frage lautet: mit Mieterstrom.

Der Begriff ist immer noch nicht im Mainstream angekommen, dabei ist Mieterstrom etwas, von dem der Großteil der Deutschen profitieren dürfte. Mieterstrom bedeutet: Photovoltaikanlagen auf Dächern von Mehrparteienhäusern versorgen die Bewohner mit Ökostrom, der direkt am Haus erzeugt wurde. Gleiches Prinzip wie bei Einfamilienhäusern also, nur im großen Stil. Und dass oftmals noch mehr Technologien integriert werden. Zum Beispiel Blockheizkraftwerke im Keller, die zusätzlichen Strom und Wärme liefern.

Stromspeicher sorgen dafür, dass Mieter den selbst gemachten Ökostrom auch nutzen können, wenn die Sonne Feierabend hat oder gar nicht erst zum Job erschienen ist. Die Gebäude bleiben natürlich weiterhin mit dem Stromnetz verbunden, denn ganz unabhängig wird man nicht von der öffentlichen Stromversorgung. Andersrum fließt der Strom aus dem Haus automatisch ins Netz, wenn die Sonne ordentlich knallt und das Haus mehr Strom produziert, als seine Bewohner benötigen.

Grafik: Mieterstrom – so funktioniert's
Bei Mieterstrom liefert die PV-Anlage Ökostrom für alles: Autofahren, Heizen und Haushalt.

 

Wie Mieterstrom gleich drei Klima-Probleme auf einmal löst.  

Mieterstrom hat natürlich einen höheren Sinn. Er reicht hinauf bis in die Atmosphäre, wo sich die CO2-Emissionen der Menschheit ansammeln. Die Mieterstromprojekte sorgen dafür, dass es nicht mehr Emissionen werden. Deutschland will bis 2050 klimaneutral werden, und die Dekarbonisierung des Gebäudesektors ist dabei ein wichtiger Meilenstein. Laut Umweltbundesamt sind die Gebäude hierzulande für rund 30 % der CO2-Emissionen verantwortlich. 

>>> Artikel: Wie du tonnenweise CO2 senkst. 

 

Photovoltaik: Noch viel Platz auf Deutschlands Dächern. 

Mieterstrom hilft mit, den Gebäudesektor zu dekarbonisieren und treibt gleichzeitig den Ausbau der erneuerbaren Energien voran. Eine große Frage der Wende ist, wo der ganze Ökostrom künftig herkommen soll. Einen Teil der Antwort findet man dabei auf Deutschlands Dächern. Laut Umweltbundesamt gibt es rund 18 Millionen Wohngebäude und 1,5 Millionen Nichtwohngebäude in Deutschland, laut Bundesnetzagentur bislang aber nur 2.028 PV-Mieterstromanlagen (Stand: Juni 2020). Da ist also noch richtig viel Platz für Photovoltaik.

 

Sektorenkopplung: Drei-in-eins-Energiewende.

Mieterstrom senkt aber nicht nur die CO2-Emissionen des Gebäudesektors, sondern die des Wärme- und Verkehrsbereichs gleich dazu. Die viel beschworene Sektorenkopplung wird in Mieterstromprojekten bereits umgesetzt. Unter Sektorenkopplung versteht man die Verknüpfung der Sektoren Verkehr, Wärme und Strom, um Ressourcen zu sparen und in allen Bereichen den Einsatz von fossilen Energieträgern zu verhindern. Tatsächlich fördert auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) neue Gebäude,  bei denen die Sektorenkopplung miteingeplant ist, etwas großzügiger. 

 

In Mieterstromprojekten wird die Sektorenkopplung zum Standard. 

So wird der Ökostrom aus der Photovoltaikanlage in Mieterstromprojekten nicht nur für die Stromversorgung genutzt, sondern ebenso zum Heizen und in den meisten Fällen auch zum Laden von Elektroautos. Das lohnt sich. Wird etwa der PV-Strom im Gebäude zum Heizen genutzt, entfallen viele Komponenten des Strompreises: anteilig die EEG-Umlage, lokale Netzentgelte, die Konzessionsabgabe und die Stromsteuer. Werden ab 2021 fossile Energieträger mit der CO2-Bepreisung belegt, wird sich die Sache noch mehr rentieren.

Die Elektromobilität samt Lademöglichkeiten wird mittlerweile so gut wie immer von Beginn an mitgedacht. Parallel hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf zur Reform des Miet- und Wohnungseigentumsrechts vorgelegt, nach dem Mieter im Neubau und bei umfangreichen Renovierungen von Wohngebäuden mit mehr als zehn Parkplätzen, einen Anspruch auf eine Leitungsinfrastruktur für Elektromobilität erhalten sollen.

Wird die selbst erzeugte Solarenergie in verschiedenen Sektoren genutzt, steigert dies immer den Direktverbrauch im Haus. Wie sehr, hängt davon ab, wie viele Ladestationen installiert und genutzt werden. In Lok.West, einem Mieterstrom-Projekt in Esslingen, bei dem Polarstern das Energiekonzept für eines der Gebäude konzipiert hat, wird der Strom aus der Photovoltaikanlage ebenso für die Erzeugung von grünem Wasserstoff genutzt. Denn die Mobilitätswende besteht nicht nur aus Elektromobilität. Wir brauchen viele Lösungen. 

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Kostenersparnis und Möglichkeiten: Wie Mieter von Mieterstrom profitieren. 

So viel zum höheren Sinn. Der direkte Sinn müsste eigentlich noch jeden Energiewende-Muffel umstimmen. Die Energiewende samt ihren Technologien wird immer noch viel zu oft mit der Frage diskutiert, wer sich das alles leisten soll, als gäbe es fossile Energie mit all ihrer Umweltschäden umsonst. Mieterstrom zeigt, wie Mieter tatsächlich von der sauberen Energieversorgung der Zukunft profitieren. Die Mieterstromkosten sind im Schnitt für die Bewohner mindestens 10 % günstiger als der Grundversorgertarif. 

 

So viel Strom- und Heizkosten sparen Mieter. 

Wie hoch die tatsächliche Ersparnis ist, ist zwar immer eine Frage des Beispiels. Überzeugend sind diese allemal: In einem sozialen Wohnbauprojekt in München, das Mieterstrom nutzt, sinken die Stromkosten im Mittel um 80 Euro pro Haushalt und Jahr. Schon mal nicht schlecht. Richtig groß ist die Ersparnis aber bei der Wärme. Die Heizkosten liegen im genannten Projekt rund 70 % niedriger als bei einem Standardgebäude nach EnEV. Möglich macht es auch die Integration von Wärmepumpen, die ebenso mit dem Strom aus der Photovoltaikanlage betrieben werden. In einem weiteren Mieterstromprojekt in Heilbronn, das nach dem Energiestandard KfW 40 Plus gebaut wurde, sind die Stromkosten 13 % niedriger als in der klassischen Grundversorgung. Insgesamt erreichen die Haushalte hier eine Unabhängigkeit vom Stromnetz von 57 %.

 

Auch die Mobilität wird günstiger.

Der eigene Strom senkt zudem die Mobilitätskosten, denn in fast jedem Neubau werden inzwischen Ladestationen installiert. E-Autos mit Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage zu laden, ist natürlich günstiger als Benzin- und Diesel. Wie hoch die Ersparnis je nach Elektroauto ungefähr ausfällt, haben wir in diesem Artikel über Ladedauer- und Ladekosten berechnet. Intelligente Lademanagementsysteme in den Gebäuden sorgen dafür, dass ein Haushalt seinen Nachbarn den selbst gemachten Strom nicht "weglädt". Und auch das wird bald kommen: bidirektionales Laden. Dabei können 

Elektroautos überschüssigen Strom aus der Photovoltaikanlage speichern und bei Bedarf wieder ans Haus und seine Mieter abgeben. Der selbst gemachte Ökostrom wird so noch günstiger, und das Haus noch unabhängiger vom Netz. 

 

Mieterstrom: Das ist der Stand der Entwicklung. 

Bis 2050 wollen wir, müssen wir, klimaneutral leben, wenn wir die Erderwärmung auf kleiner Flamme halten wollen. Aber wie das mit Deadlines eben so ist, denken wir, da ist noch ganz viel Zeit. In Wahrheit ist es schon fünf Minuten vor Abgabe. Das Problem ist, dass sich so ein Klimaschutzplan nicht mit ein, zwei Nachtschichten umsetzen lässt. Auch beim Mieterstrom und seine Chance für die Sektorenkopplung gibt es noch viel zu tun. Laut Bundesnetzagentur gab es bis zum 22. Juni 2020 bundesweit 2028 PV-Mieterstromanlagen. Der 500 MW-Deckel des 2017 in Kraft getretenen Mieterstromgesetzes ist bisher bei weitem nicht erreicht. Er wurde in 2020 bis heute nur zu gut 1,6 % ausgenutzt. Mit unseren Partnern arbeiten wir daran, dass es mehr und mehr Anlagen werden. 

 

Es bewegt sich was – ein bisschen. 

Ein bisschen bewegt sich auch etwas in der Politik. Berlin und Baden-Württemberg diskutieren längst, ob auf Neubauten grundsätzlich Photovoltaikanlagen errichtet werden sollen (für Nichtwohngebäude wird dies 2022 in B-W schon mal zur Pflicht, in Hamburg ab 2023). Ebenso ist die  verpflichtende Errichtung von Ladesäulen im Neubau auf dem Tisch. Von diesem müssen dafür andere Hürden runter. 

Gleichzeitig müssen viele Hürden runter diesem Tisch. Etwa dass Immobilienbesitzer durch Mieterstrom gewerbesteuerpflichtig werden könnten. Oder Mieter in Mieterstromprojekten im Gegensatz zu Eigenheimbesitzern mit Photovoltaikanlage immer noch die volle EEG-Umlage bezahlen müssen.  Auch ist die Mieterstromförderung bislang an die Einspeisevergütung für Solarstrom gekoppelt. Wenn die Vergütung mit zunehmendem Ausbau der Photovoltaik sinkt, schrumpft auch der finanzielle Vorteil von Mieterstrom. 

 

Mieterstrom: Die ersten Schritte für Eigentümer und Mieter. 

Die ersten Schritte für Mieter.

Als Privatperson kann man zu Mieterstrom nicht so mir nichts dir nichts wechseln wie zu Wirklich Ökostrom (das geht immer. So einfach und schnell, so schnell kannst du gar nicht schauen). Das Wort Mieterstrom kannst du dir trotzdem schon mal merken. Wenn alles nach Klimaschutzplan läuft, wird er hoffentlich so selbstverständlich, wie mit dem Handy im Bus telefonieren. Mieter können sich trotzdem schon mal zusammenschließen und mit Eigentümern nach Möglichkeiten suchen, ob eine energetische Sanierung mit der Integration von Mieterstrom ablaufen könnte. 

 

Wirklich mehr Energiewende.

Außerdem fördern alle Mieter, die Wirklich Mieterstrom beziehen, die Energiewende etwas mehr. Wie bei allen Polarstern-Kunden investieren wir für jede verbrauchte Kilowattstunde 1 Cent zusätzlich in den Ausbau der erneuerbaren Energien. Und jeder Wechsel zu Polarstern ermöglicht den Bau von Biogasanlagen im Kambodscha, damit dort Familien ihre eigene saubere Energie herstellen können. 

Was du bei Polarstern alles bewirkst

 

Der erste Schritt für Eigentümer und Projektplaner. 

Für Eigentümer und Projektplaner ist Mieterstrom insofern interessant, weil das Konzept die Immobilie fit für die Zukunft macht und die Kriterien hoher Förderungen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) leichter erfüllt. Je effizienter das Gebäude, desto mehr Geld macht die KfW locker. Wir helfen dir, das beste Energie-Konzept für deine Immobilie zu entwerfen – und umzusetzen. 

Kontakt zu Wirklich Mieterstrom

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