Neubauten mit PV-Anlagen

Die Anforderungen an einen energieeffizienten Neubau und wie man sie erfüllt: Infos und Praxistipps zu den Förderprogrammen KfW 40, KfW 40 Plus und KfW 55. Förderungen für Effizienzhäuser und für einzelne Maßnahmen gibt es für verschiedene Immobilientypen – Einfamilienhäuser wie Mehrfamilienhäuser. Mit der Einführung des BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) ist es einfacher geworden, Förderungen für einen energieeffizienten Neubau oder eine energieeffiziente Sanierung zu beantragen. Auch gibt es zwei neue Förderungen für besonders effiziente und nachhaltige Gebäude.

von Anna

 

Inhalt:

Der Staat stellt nicht nur Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden, sondern bietet dazu über die Förderbank "Kreditanstalt für Wiederaufbau" (kurz KfW) auch Kredite und Zuschüsse zum energieeffizienten Bauen und Sanieren.

Der Gebäudebereich ist für einen großen Teil der Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich. Ziel ist es, diese Emissionen zu senken, sprich einen möglichst niedrigen Energiebedarf der Häuser zu erreichen. Die restliche, benötigte Energie soll außerdem aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden, idealerweise vor Ort in den Häusern erzeugt und genutzt. Genau das unterstützen die Förderungen für Effizienzhäuser und für energieeffiziente Einzel-Maßnahmen.

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).

Seit Juli 2021 ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude bei der KfW gestartet und ersetzt die bisherigen Förderprogramme (KfW Programm 153 Energieeffizient Bauen, KfW Programm 151 – 152 – 430 Energieeffizient Sanieren). 

Die BEG-Förderungen für Effizienzhäuser gibt es für Wohn- und Nichtwohngebäude. Weil sämtliche Förderungen in der BEG zusammengefasst wurden, reicht ein Antrag aus – sprich der Aufwand für Förderungen wurde wesentlich vereinfacht. Voraussetzung ist ein Energieberater bzw. ein unabhängiger Energieeffizienzexperte, wobei du dazu auch wiederum eine Förderung beantragen kannst.
 

Die BEG Förderung besteht aus drei Teilprogrammen: BEG Wohngebäude, BEG Nichtwohngebäude, BEG Einzelmaßnahmen. Für jedes dieser Teilprogramm kannst du einen Zuschuss oder ein zinsgünstiges Darlehen mit Tilgungs- oder Investitionszuschuss beantragen. Ein Zuschuss für einzelne Maßnahmen wie Dämmung oder Fenstertausch erhältst du von der BAFA, während du einen Kredit für die BEG Förderung für Wohngebäude von der KfW bekommst.

Baustelle


Welche Förderungen es für Effizienzhäuser 40 Plus, 40 und 55 bei der KfW-Bank gibt und was die Unterschiede sind, erfährst du hier im Artikel (Fokus liegt auf dem Neubau). Einen Kreditantrag bei der KfW beantragst du über eine durchleitende Bank oder einen Finanzvermittler.

Du kannst dich jeweils entscheiden zwischen einem Kredit mit Tilgungszuschuss oder einem direkt ausgezahlten Zuschuss, auch Investitionszuschuss genannt.
 

Faustregel: Je höher der energetische Standard ist, desto höher ist der prozentuale Tilgungs- oder Investitionszuschuss. Es ist ein guter Anreiz für möglichst energieeffizientes Bauen: ein höherer Tilgungszuschuss reduziert das Darlehen und verkürzt die Kreditlaufzeit.

Zusätzlich gibt es zwei neue Effizienzhausklassen.

Jedes Effizienzhaus kann zusätzlich eine der beiden neuen Effizienzhausklassen erfüllen und so noch höhere Förderungen erhalten: die Rede ist von der Effizienzhaus-Nachhaltigkeits-Klasse (NH-Klasse) und der Erneuerbare-Energien-Klasse (EE-Klasse).

Energieeffizienzhaus-Standard Bedingung
55 Es werden nur 55 % des Primärenergiebedarfs benötigt.
55 EE Zusätzlich stammen mindestens 55 % des Energiebedarfs für das Gebäude aus erneuerbaren Energien.
55 NH Zusätzlich wurde für das Gebäude ein Nachhaltigkeitszertifikat ausgestellt.
40 Es werden nur 40 % des Primärenergiebedarfs benötigt.
40 EE Zusätzlich stammen mindestens 55 % des Energiebedarfs für das Gebäude aus erneuerbaren Energien.
40 NH Zusätzlich wurde für das Gebäude ein Nachhaltigkeitszertifikat ausgestellt.
40 Plus Es müssen gebäudenah Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien installiert werden.

 

Kurzer Überblick: So funktionieren die KfW-Förderprogramme für Effizienzhäuser.

Die KfW-Förderungen beziehen sich in ihren Förderkriterien auf das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Im GEG sind die früher geltenden Gesetze, das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zusammengefasst. Das GEG definiert nun die Kennzahlen und ermittelt die Referenzwerte, an welchen sich Bauherr:innen von KfW-Effizienzhäusern orientieren. Konkret sind dies der...

  • Primärenergiebedarf als gesamter Energieverbrauch in Strom und Wärme und der
  • Transmissionswärmeverlust, also die Energieabgabe beheizter Gebäude an die Umgebung durch Außenwände, Fenster, Türen und Dach etc.

Die sogenannten Effizienzhäuser 55, 40 oder 40 Plus erfüllen jeweils einen speziellen energetischen Standard für Häuser. Je niedriger die Effizienzhaus-Stufe ist, umso weniger Energie wird für das Haus benötigt, d.h. ein Effizienzhaus 40 ist energieeffizienter als ein Effizienzhaus 55.

 

Beispiel: Das Effizienz­haus 55 benötigt nur 55 % der Primär­energie verglichen zum Referenz­gebäude, das im Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgelegt ist. Auch der Trans­missions­wärme­verlust, also wie viel Wärme das Gebäude über Wände, Fenster, Türen und Dach verliert, liegt nur bei 70 % des Referenz­gebäudes.

 

Energieeffiziente Neubauten und Ersterwerb sind förderungsfähig.

Die beschriebenen Förderungen können Privatpersonen und Unternehmen der Wohnungswirtschaft erhalten, und zwar für die...

  • Neubau-Finanzierung (Ein- oder Mehrfamilienhaus) oder den
  • Ersterwerb von einem KfW-Effizienzhaus.

Auch für Architekten ist die Förderung interessant, wenn diese um eine Ausschreibung konkurrieren und durch einen höheren Energiestandard einen Vorteil im Wettbewerb erhalten.

>>> Energieeffizientes Haus + eigener Strom: Infos zu Eigenstrom.

 

Wie hoch ist die KfW Förderung?

Effizienzhaus 40 Plus, 40 und 55 beinhalten zinsgünstige Förderkredite für alle, deren Immobilie bestimmte Anforderungen des energieeffizienten Bauens erfüllt. Ein Überblick über die Förder-Vorteile für Effizienzhäuser im Neubau:

Effizienzhaus Zuschuss in % je Wohneinheit Betrag je Wohneinheit

40 plus

25 % von max. 150.000 Euro Kreditbetrag / förderfähige Kosten

bis zu 37.500 Euro

40

20 % von max. 120.000 Euro Kreditbetrag / förderfähige Kosten

bis zu 24.000 Euro

40 EE-Klasse oder NH Klasse

22,5 % von max. 150.000 Euro Kreditbetrag / förderfähige Kosten

bis zu 33.750 Euro

55

15 % von max. 120.000 Euro Kreditbetrag / förderfähige Kosten

bis zu 18.000 Euro

55 EE-Klasse oder NH-Klasse

17,5 % von max. 150.000 Euro Kreditbetrag / förderfähige Kosten

bis zu 26.250 Euro


Effizienzhaus 55.

Der Standard "KfW-Effizienzhaus 55" wird seit 24. Januar 2020 mit einem Tilgungszuschuss von bis zu 18.000 Euro für jede der Wohneinheiten gefördert. Solche Immobilien benötigen nur 55 % der Energie des Referenzgebäudes aus dem GEG. 

 

Effizienzhaus 40.

Für ein Effizienzhaus 40, das nur 40 % der Energie des Referenzgebäudes benötigt, gibt es schon bis zu 24.000 Euro für jede der Wohneinheiten.

 

Effizienzhaus 40 Plus.

In der höchsten Förderstufe, dem Effizienzhaus 40 Plus, benötigt das Haus insgesamt ebenfalls nur 40 % gegenüber dem Referenzwert. Zusätzlich muss gebäudenah Strom erzeugt und genutzt werden, zum Beispiel über eine Photovoltaikanlage.

Tipp: Die Preise für Energiespeicher sind zuletzt im zweistelligen Prozentbereich gesunken. Auch die Kombination einer PV-Anlage mit einer Wärmepumpe kann im Sinne der KfW-40-Plus Förderung sowie der neuen EE-Klasse relevant werden, um den geforderten Wärmebedarf aus erneuerbaren Energien zu decken. 

Unterschied zwischen KfW 40 und 40 Plus.

Die zusätzlichen Komponenten des „Plus Pakets“ sind vor allem:

  1. eine stromerzeugende Anlage auf Basis erneuerbarer Energien z. B. eine Photovoltaik-Anlage oder Blockheizkraftwerk,
  2. ein Batteriespeicher,
  3. Installation einer Lüftung inklusive Wärmerückgewinnung,
  4. Individuelles Portal zur Visualisierung von Stromerzeugung und Stromverbrauch in der Immobilie,
  5. Großteil des Stroms muss dem Eigenbedarf dienen.
Erfahre mehr über KfW 40 und 40 Plus im Mehrparteienhaus mit Mieterstrom

Kann ich KfW Fördermöglichkeiten kombinieren?

Prinzipiell ja, und zwar sogar gegebenenfalls mit mehreren auf einmal! Aber nur nicht für dieselbe Maßnahme. Ansonsten kannst du Zuschüsse und Kredite für verschiedene Maßnahmen mit der BEG Förderung beantragen. Und wie gesagt gibt es zwei neue Effizienzhausklassen, die sich mit den Effizienzhäusern kombinieren lassen.

 

KfW-Förderung für Mehrfamilienhäuser & Vorteil durch Mieterstrom.

Eine KfW 40 Plus Förderung verlangt, dass vor Ort selbst Strom erzeugt und überwiegend genutzt wird. Mit dem BEG besonders interessant sind zusätzliche Förderungen über die EE-Klasse. Sie erfordert jedoch, dass mindestens 55 % des für die Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes erforderlichen Energiebedarfs durch erneuerbare Energien erbracht werden.

Das ist in Mehrfamilienhäusern mit Mieterstrom möglich. Wirklich Mieterstrom Contracting von Polarstern versorgt die Mieter:innen mit lokal erzeugtem Strom und steigert gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit der Investitionen.

Um diese Standards zu erfüllen, sind eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Hauses, gegebenenfalls ein Blockheizkraftwerk im Keller und zum Teil ein Stromspeicher erforderlich. Der Ökoenergieversorger Polarstern versorgt die Mieter:innen dann mit Wirklich Mieterstrom. Der Immobilieneigentümer bzw. Vermieter profitiert von der KfW-Förderung und steigert den Wert der Immobilie. 

Beim Neubau auf Wirklich Mieterstrom von Polarstern setzen und KfW-Förderung erhalten.
Beim Neubau auf Wirklich Mieterstrom von Polarstern setzen und KfW-Förderung erhalten.

 

Um die Kriterien von KfW 40 Plus für eine Förderung des Projektes zu erreichen, ist Mieterstrom übrigens sogar Voraussetzung. 


Eine Eigenverbrauchsquote von über 80 % und eine Autarkiequote über 40 %, das ist unter bestimmten Umständen beim Effizienzhaus mit PV-Anlage und Speicher möglich! Die Mieter:innen profitieren von niedrigen Stromkosten und einer größeren Unabhängigkeit von der öffentlichen Stromversorgung.




Bei uns erfährst du mehr über Mieterstrom und KfW sowie Energieautarkie im Eigenheim.

Weitere Lese-Tipps: Energieeffizientes Bauen und KfW mit Mieterstrom.

  • Dämmen, u. a. energieeffiziente Fenster
  • Heizsysteme im Vergleich
  • Wärmepumpen zum Heizen und Kühlen von Häusern
  • Intelligente Zähler: Smart Meter
  • im Eigenheim Strom produzieren und nutzen
  • Praxisbeispiel KfW und Mieterstrom: In München wird durch Polarstern der erste Gewerbespeicher in einem Mietshaus nach KfW-Effizienzhaus 40 Plus realisiert. Durch einen großen Speicher kann der Passivhaus- Standard erreicht werden.
  • Praxisbeispiel energieeffizient Bauen in Berlin: innovatives Mieterstrommodell von Polarstern mit KfW in einer Passivhaussiedlung: ökologisch, günstig, und z.B. dank E-Auto Ladestellen perfekt auf die "Stadt von Morgen" zugeschnitten.

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