Neubau mit PV-Anlage

Laut Klimaschutzplan soll der Primärenergiebedarf von Gebäuden bis 2050 um 80 % sinken. Gleichzeitig sind rund 75 % der Gebäude in Europa ineffizient. Genau deshalb unterstützt dich die Regierung, wenn du in ein energieeffizientes Haus investierst. Und zwar ordentlich. Gerade erst wurden die Förderungen zur Energieeffizienz in Gebäuden zu einem Programm zusammengefasst: der BEG. Was du fördern lassen kannst, wie hoch die Förderungen sind und wie du an sie kommst, erfährst du hier.

von Michael

Die beste Zeit in Effizienz zu investieren, ist jetzt. 

Wer selbst mit Immobilien zu tun hat oder ein eigenes Eigenheim besitzt, weiß längst, dass Klimaschutz etwas ist, das nicht nur CO2 spart, sondern auch jede Menge Kosten. Schließlich senkt eine Dämmung, eine neue Heiztechnik oder eine Heizungsoptimierung entscheidend den Heizenergieverbrauch. So eine Investition muss man aber erst mal stemmen. Und das ist gar nicht so einfach, vor allem als Privatperson. Wenn aber niemand in die Effizienz investiert, kommt es zum Sanierungsstau, und die Klimaziele rücken in wohl noch weitere Ferne. Bis 2050 will Deutschland einen möglichst klimaneutralen Gebäudebestand haben. Derzeit werden laut Deutscher Energie Agentur (dena) aber noch rund 35 % des Endenergieverbrauchs und etwa 30 % der CO2-Emissionen in Deutschland in den Gebäuden verursacht. Damit sich der Markt bewegt, unterstützt die Bundesregierung daher so ziemlich alles, was ein Gebäude energieeffizienter und klimafreundlicher macht. 

BEG: Aus vielen Förderprogrammen wird eins. 

Bis vor Kurzem gab es für diese Förderungen gleich mehrere Programme. Es gab das Programm Energieeffizient Bauen und Sanieren, es gab das Programm zur Heizungsoptimierung (HZO), das Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) und das Marktanreizprogramm zur Nutzung Erneuerbarer Energien im Wärmemarkt (MAP). Ein ziemlicher Salat an Anlaufstellen und Anträgen. Um die Sache zu vereinfachen, wurden die Programme jetzt zu einem gebündelt: der Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG. Mit dem BEG reicht künftig ein Antrag aus, um Förderangebote kombinieren zu können. Die Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude ist dabei in drei Bereiche gegliedert. 

BEG WG: Steht für Effizienzhausförderung für Wohngebäude. Wahlweise als 
Förderkredit mit Tilgungszuschuss oder direktem Zuschuss von der KfW.
BWG NWG: Steht für Effizienzhausförderung für Nichtwohngebäude. Wahlweise als Förderkredit mit Tilgungszuschuss oder direktem Zuschuss von der KfW.
BEG EM: Steht für Einzelmaßnahmenförderung. Diese kann man über die KfW oder als Zuschuss durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragen. 

BAFA und KfW: Die Anlaufstellen der Förderungen. 

Die Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude wird über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abgewickelt. Das BAFA ist Anlaufstelle für direkte Zuschüsse bei Einzelmaßnamen, die KfW kommt ins Spiel, wenn man energieeffizient bauen und sanieren möchte und dafür einen Kredit sucht.

So hoch sind die Förderungen für effiziente Gebäude. 

Förderungen für Einzelmaßnahmen.

Für einen direkten Zuschuss für Einzelmaßnahmen wendest du dich ans BAFA. Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, die Investition in neue Anlagentechnik und Heizungsoptimierungen werden mit jeweils 20 % der förderfähigen Kosten bezuschusst. Neue Wärmeerzeuger werden sogar mit bis zu 45 % der förderfähigen Kosten gefördert. Die Tabelle des BAFA gibt eine Übersicht über die Förderungen bei den Einzelmaßnahmen. Die Auszahlung von Einzelmaßnahmen ist übrigens nicht an die Bedingung geknüpft, ein Gebäude auf einen höheren Effizienzstandard zu pimpen. Das heißt, es werden effiziente Einzelmaßnahmen damit unterstützt.

Grafik: © BAFA.

So viel musst du für eine Förderung mindestens selbst investieren 

Zu berücksichtigen ist, dass es bei den Förderungen ein Mindestinvestitionsvolumen gibt. Bei der Heizungsoptimierung liegt es bei 300 Euro (brutto), bei Wärmeerzeugern, Anlagentechniken und Einzelmaßnahmen zur Gebäudehülle bei 2.000 Euro. 

So hoch sind die Förderungen für energieeffizientes Bauen und Sanieren. 

Für Effizienzhausförderungen für Wohngebäude (BEG WG) und Nichtwohngebäude (BEG NWG) ist die KfW zuständig. Hier hat man die Wahl zwischen einer Kreditförderung mit Tilgungszuschuss oder einem direkten Zuschuss. Die KfW kommt also immer ins Spiel, wenn du ein neues Effizienzhaus baust oder kaufst, ein bestehendes Gebäude zum Effizienzhaus sanierst oder wenn du ein frisch saniertes Effizienzhaus erwirbst. Die bisherigen Programme der KfW wie etwa Energieeffizient Bauen/Sanieren wurden zum 30.6.2021 eingestellt. 

Je besser der Effizienzstandard, desto höher ist die Förderung.

Je besser der Effizienzstandard eines Gebäudes ist, desto höher fällt die Förderung aus. Damit aus einem Gebäude ein KfW-Effizienzhaus wird, müssen viele Maßnahmen durchgeführt werden. Eine hohe Effizienz wird aus dem Zusammenspiel aus erneuerbaren Energien, Dämmung und Anlagentechniken erreicht – zum Beispiel mit Wärmepumpen, Solarenergieanlagen oder Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. 

Effizienzstandards kurz erklärt. 

Wer baut oder saniert, strebt in der Regel einen bestimmten Effizienzstandard an. Da gibt es zum Beispiel die Standards 40, 40 Plus oder 55. Der Effizienzstandard von Gebäuden wird dabei an zwei Kriterien festgemacht. Einerseits am Gesamtenergiebedarf, der über den Primärenergiebedarf definiert wird. Andererseits an der Wärmedämmung der Gebäudehülle, die über den Transmissionswärmeverlust bestimmt wird. Die Werte selbst – also etwa 40 oder 55 – stehen für die Höhe des Primärenergiebedarfs im Vergleich zu einem Referenzgebäude, dem KfW-Effizienzhaus 100. Dieses entspricht den Kriterien der Energiesparverordnung (EnEV), die jedes Gebäude in Deutschland erfüllen muss.

Ein KfW-Effizienzhaus 40 verbraucht also nur 40 % des Gesamtenergiebedarfs des Referenzgebäudes, der Standard 55 nur 55 %. Natürlich müssen die Gebäude auch bestimmte Standards zur Wärmedämmung erfüllen. Teilweise sind die Förderungen echt ordentlich. Weil der Förderkatalog der KfW sehr umfangreich ist und es zudem Kombinationsmöglichkeiten gibt, haben wir an dieser Stelle die wichtigsten Förderungen zusammengefasst. 

Tabelle: Die wichtigsten Förderungen für den Neubau. 

Effizienzhaus (Tilgungs-)zuschuss in %/Wohneinheit  Betrag/ Wohneinheit 
Effizienzhaus 40 Plus 25 % von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag / förderfähigen Kosten bis zu 37.500 Euro
Effizienzhaus 40 20 % von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag / förderfähigen Kosten bis zu 24.000 Euro
Effizienzhaus 40 Erneuerbare-Energien-Klasse  oder Nachhaltigkeits-Klasse 22,5 % von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag / förderfähigen Kosten bis zu 33.750 Euro
Effizienzhaus 55 15 % von maximal 120.000 Euro Kredit-betrag / förderfähigen Kosten bis zu 18.000 Euro
Effizienzhaus 55 EE Klasse 17,5 % von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag / förderfähigen Kosten bis zu 26.250 Euro

 

Tabelle: Die wichtigsten Förderungen bei der Sanierung von bestehenden Immobilien zum Effizienzhaus.

Effizienzhaus (Tilgungs-)zuschuss in % je Wohneinheit  Betrag je Wohneinheit
Effizienzhaus 40 45 % von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag / förderfähigen Kosten bis zu 54.000 Euro
Effizienzhaus 40 EE-Klasse 50 % von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag / förderfähigen Kosten bis zu 75.000 Euro
Effizienzhaus 55 40 % von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag / förderfähigen Kosten bis zu 48.000 Euro
Effizienzhaus 55 EE-Klasse 45 % von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag / förder¬´fähigen Kosten bis zu 67.500 Euro

Quelle: KfW.

Neu: Zusatzklassen und -Förderungen.

Mit dem BEG kommen auch neue Effizienzhausklassen dazu: Das Effizienzhaus EE und das Effizienzhaus NH. Das Besondere daran: Für beide Klassen gibt es mehr förderfähige Kosten und Zuschüsse. 

Effizienzhaus EE. 

Wenn du die Effizienzklasse EE erreichst, bekommst werden nicht 120.000 Euro Investitionskosten gefördert, sondern 150.000 Euro. Zusätzlich gibt es höhere Boni. Bei Neubauten fällt der Zuschuss 2,5 % höher aus (mit Ausnahme des Effizienzhauses 40 Plus), bei Sanierungsmaßnahmen sogar 5 %. Und damit ist noch eine weitere wichtige Sache erwähnt. Die Effizienzklasse EE gilt sowohl für Neubauten als auch für Sanierungen von Altbauten. Um den Standard zu erreichen, müssen mindestens 55 % der Wärmeversorgung durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Dafür sind viele Mittel recht: 

  • Solarthermie, Geothermie, Umweltwärme oder die Abwärme von Abwasser.
  • Eigene Erzeugung von Ökostrom zur Wärmeerzeugung 
  • Verfeuerung fester oder gasförmiger Biomasse
  • Fernwärme, wenn sie zu über 55 % aus den erwähnten Wärmeerzeugungstechniken stammt. 

Effizienzhaus NH. 

Die Effizienzklasse NH steht für Nachhaltigkeit und gilt nur für Neubauten. Auch hier gibt es die höheren Förderungen und Zuschüsse. Für diese Effizienzklasse musst deine neue Immobilie mit einem staatlichen Qualitätssiegel für Nachhaltigkeit zertifiziert werden, das von einer unabhängigen Stelle vergeben wird.  Es gibt das „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude Plus“ und das „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude Premium“. Die Kriterien umfassen sowohl ökologische, als auch besondere soziokulturelle und ökonomische Punkte. 
Welche Kriterien dein Gebäude erfüllen muss, um mit dem Siegel ausgezeichnet zu werden, erfährst du im Handbuch Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude und für einen ersten Überblick besuchst du die Seite nachhaltigesbauen.de.

Wie du herausfindest, welche Förderung für dich infrage kommt. 

Wenn deine Sanierungs- oder Kaufpläne konkret werden, wirst du immer mit einer Fachberatung zusammenarbeiten. Für einen ersten Eindruck, was für dich infrage kommen könnte, gibt es aber noch den Förderwegweiser Energieeffizienz. Der ist ziemlich selbsterklärend. Du klickst einfach immer auf das Icon, das auf deine Situation zutrifft. Wenn du beispielsweise als Privatperson in eine Erneuerbare-Energien-Heizung investieren willst, schickt dich der Förderwegweiser zu den Einzelmaßnahmen des BEG. Gleichzeitig begleitet dich der Förderwegweiser bei den bürokratischen Anforderungen – zum Beispiel, welche Dokumente für die Antragstellung beim BAFA erforderlich sind. Wenn du hingegen ein Haus komplett sanieren möchtest und dafür einen Kredit mit Tilgungszuschuss brauchst, schickt dich das Tool zur KfW. Jedes Programm ist an andere Bedingungen geknüpft, die du zuerst prüfen solltest. Wenn dir jetzt schon eine Frage unter den Nägel brennt, kannst du direkt die Fragen und Antworten zur BEG zurate ziehen – oder bei der KfW unter der 0800 539 9002 anrufen.

Wie du deine Förderung beantragst. 

Bei der KfW. 

Wenn für dich eine Sanierung, ein Bau oder ein Kauf konkret wird, setzt du dich mit einer BEG-autorisierten Energieeffizienz-Expertin oder einem Experten in Verbindung, die:der auf der Seite energie-effizienz-experten.de der Deutschen Energie Agentur (dena) gelistet sind. Dort sind alle autorisierten Fachkräfte verzeichnet – auch aus deiner Region. Die Expert:innen stellen mit dir einen Sanierungsplan auf, auf dessen Basis geprüft wird, welche Programme und Fördermöglichkeiten für dich infrage kommen und auch, wie sie sich kombinieren lassen.

Bei der Antragstellung gibt es zwei Wege.   

1. Wenn du einen Zuschuss beantragst, kannst du das über das KfW-Zuschussportal machen. Der:die Energieeffizienzexpert:in muss dann ihr Okay in Form einer „Bestätigung zum Antrag (BzA)“ erteilen, das du auf dem Portal einreichst. 

2. Beantragst du einen Förderkredit mit Tilgungszuschuss gehst du zu deiner Hausbank. Die übernimmt die Korrespondenz mit der KfW. Auch den Kredit selbst schließt du letztlich mit deiner eigenen Hausbank ab.

Auch die Baubegleitung wird gefördert und nicht zu knapp.

Immobilie  Max. förderfähige Kosten (Tilgungs-)zuschuss

Ein- und Zweifamilien­haus,

Doppel­haus­hälfte und Reihenhaus

10.000 Euro je Vorhaben, bei dem eine neue Effizienz­haus-Stufe erreicht wird 50 %, bis zu 5.000 Euro
Eigentumswohnung 4.000 Euro je Vorhaben, bei dem eine neue Effizienz­haus-Stufe erreicht wird 50 %, bis zu 2.000 Euro    
Mehrfamilienhaus mit 3 oder mehr Wohneinheiten 4.000 Euro je Wohneinheit, bis zu 40.000 Euro je Vorhaben, bei dem eine neue Effizienz­haus-Stufe erreicht wird 50 %, bis zu 20.000 Euro

Quelle: KfW.

Beim BAFA.

Wenn du eine Einzelmaßnahme mit einem direkten Zuschuss fördern lassen möchtest, stellst du deinen Förderantrag über ein Online-Formular beim BAFA. Und zwar bevor (!) du einen Vertrag etwa mit einer Baufirma abschließt oder eine Leistung beauftragst. Sobald du deinen Antrag gestellt hast, kannst du theoretisch auch loslegen, bevor dein Gesuch geprüft ist. Allerdings trägst du dann erst mal das finanzielle Risiko. Außerdem kann eine Weile vergehen, bis dein Antrag geprüft ist. Wenn alles passt, bekommst du einen Zuwendungsbescheid.

Ans Fördergeld kommst du dann, indem du die Rechnungen und Verwendungsnachweise online einreichst. Wenn das BAFA geprüft hat, dass deine Maßnahme im Einklang mit dem BEG steht, zahlt es den Zuschuss aus. Beim BAFA findest du ein Merkblatt zur Antragstellung. Und mit einem Klick auf den nächsten Button kommst du zum Antragsformular 

Hier geht's zum Antragsformular

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