Kleiner Globus in einer Hand

Der Earth Overshoot Day bezeichnet den Tag, an dem die Menschen bereits alle Ressourcen verbraucht haben, die die Erde in einem Jahr natürlich regenerieren kann. Der Termin rückt immer weiter nach vorne. Der weltweite Earth Overshoot Day 2021 ist am 29. Juli – und für Deutschland sogar schon am 5. Mai. Wenn wir so weitermachen, ist irgendwann alles abgegrast, bevor sich die Natur erholen kann. Die Konsequenzen tragen vor allem nachfolgende Generationen. Was wir jetzt tun müssen.

von Tabatha

 

Was bedeutet Earth Overshoot Day?

Der Termin des Earth Overshoot Days, auf Deutsch Erdüberlastungstag, wird jährlich von der internationalen Non-Profit-Organisation Global Footprint Network berechnet. Ziel der Berechnung ist es, die Ausbeutung von natürlichen Ressourcen zu messen, sie zu veranschaulichen und natürlich auch, sie zu reduzieren. Angesichts des Klimawandels und der wachsenden Ressourcennachfrage wird der Earth Overshoot Day immer wichtiger.

Der ökologische Fußabdruck.

Die Basis zur Berechnung des Earth Overshoot Days ist der Ecological Footprint, der ökologische Fußabdruck. Er steht für die Menge an Ressourcen, die jeder Mensch braucht, um damit seinen Konsum zu stillen. Darunter fällt die Erzeugung von Lebensmitteln, Kleidung, Baumaterialien, Treibstoff – alles! Der Earth Overshoot Day ist praktisch ein Symbol für den weltweiten ökologischen Fußabdruck.

Mit ihrem jetzigen Lifestyle braucht die Menschheit 1,7 Erden. Anders gesagt: wir nutzen 74 % mehr Ressourcen, als die Erde nachbilden kann. Laut der Organisation overshootday.org bzw. der Internationalen Energie Agentur (IEA) stiegen zum Beispiel die CO2-Emissionen zuletzt im Vergleich zu 2020 um 6,6 %. Dabei spielt Energie natürlich eine tragende Rolle.

Berechne, wie viel CO2 du mit Wirklich Ökostrom sparst

Auch unseren Wäldern machen wir ordentlich zu schaffen: Die globale Biokapazität der Wälder sank um knapp 0,5 %. Das liegt hauptsächlich an der Abholzung des Amazonasgebietes.

>>> Wie du den Wald schützen kannst.

 

Wann ist der Earth Overshoot Day?

Vor 20 Jahren war der International Earth Overshoot Day noch am 21. September. 2021 waren alle Ressourcen bereits am 29. Juli verbraucht. Nachdem 2020 – bedingt durch Corona – eine kleine „Verschnaufpause“ war, steigt mit dem Ende der Pandemie auch unser CO2-Ausstoß wieder. Es gab als keinen Wandel in unserem Ressourcenverbrauch. Vielmehr scheint es nach ersten weltweiten Zahlen sogar ins Gegenteil umzuschlagen.

Wohlgemerkt war der deutsche Earth Overshoot Day bereits am 5 Mai 2021. Das bedeutet: Würden alle Menschen auf der Erde so viele Ressourcen verbrauchen wie die Deutschen, wäre der Erdüberlastungstag an diesem Tag. Um den Jahresbedarf an Ressourcen zu decken, bräuchte man dafür drei Erden. Wie andere Länder abschneiden, siehst du hier:

 

Was uns der Earth Overshoot Day lehrt.

Der Earth Overshoot Day veranschaulicht die Auswirkung unserer Lebensweise auf den Planeten und erinnert uns, dass wir zu stark auf Kosten zukünftiger Generationen leben. Wie schnell sich die Welt verändert, zeigt auch die Timelapse-Funktion von Google Earth. Dort siehst du im Zeitraffer, wie schnell sich die Natur verändert – wie grüne Erdflecken braun, und weiße grün werden. Es ist schlimm.

Beispiel Gletscher: Hier siehst du das Columbia Glacier Retreat in Alaska – einmal im Jahr 1984 (erstes Bild) und einmal 2020 (zweites Bild). Krass, oder?

Columbia Glacier Retreat, Alaska, 1984
Columbia Glacier Retreat, Alaska, 2020

Vor allem, weil ausgerechnet die Menschen am meisten unter den Folgen des Konsums leiden, die selbst oft nicht mal ihre Grundbedürfnisse stillen können. Die Auswirkungen unseres ökologischen Fußabdrucks sind gerade im globalen Süden besonders zu spüren, obwohl ihr Ressourcenverbrauch vergleichsweise gering ist. 

>>> Polarstern setzt sich für die weltweite Energiewende ein.

Die Länder des globalen Südens bekommen den Klimawandel meist stärker zu spüren als wir. Dazu gehört auch Madagaskar, wo Dürren und daraus resultierende Hungersnöte leider keine Seltenheit sind. Deshalb bringen wir gemeinsam mit unserem Partner Africa GreenTec erneuerbare Energie und Infrastruktur nach Madagaskar und bekämpfen gemeinsam den Klimawandel und unterstützen direkt die Menschen vor Ort.

>>> Hier liest du mehr über unser Engagement in Madagaskar.

Neuer Index bewertet Staaten anders.

Ein neuer Index zeigt, wie ungerecht das eigentlich ist. Bislang wird die Entwicklung von Staaten nach dem Human Development Index (HDI) bewertet. Dieser Indikator sagt etwas über den Lebensstandard in einem Land insgesamt aus, quasi eine Art Wohlstandsindikator. Es geht vor allem um Lebenserwartung, Ausbildung und Kaufkraft. Er ignoriert aber, mit welchen Konsequenzen diese Entwicklung für das Klima und die Natur einhergeht und damit auch auf Kosten der Zukunft.

Um dieses Paradox aufzuzeigen, hat der Anthropologe Jason Hickel den Sustainable Development Index (SDI) konzipiert. Die besonders "entwickelten" Länder wie die Staaten Europas oder die USA liegen hier auf den letzten Plätzen. Weil sie die meisten Ressourcen verbrauchen und am meisten zum Klimawandel beitragen. Der SDI bewertet die Entwicklung eines Landes nämlich neu. Hier schneiden Länder am besten ab, die wenig CO2 ausstoßen, nachhaltiger wirtschaften und trotzdem gut entwickelt sind. Auf Platz 1 liegt Costa Rica.) konzipiert. Die besonders "entwickelten" Länder wie die Staaten Europas oder die USA liegen hier auf den letzten Plätzen. Weil sie die meisten Ressourcen verbrauchen und am meisten zum Klimawandel beitragen. Der SDI bewertet Entwicklung neu. Hier schneiden Länder am besten ab, die wenig CO2 ausstoßen, nachhaltiger wirtschaften und trotzdem gut entwickelt sind. Auf Platz 1 liegt Costa Rica. ) konzipiert. Die besonders "entwickelten" Länder wie die Staaten Europas oder die USA liegen hier auf den letzten Plätzen. Weil sie die meisten Ressourcen verbrauchen und am meisten zum Klimawandel beitragen. Der SDI bewertet Entwicklung neu. Hier schneiden Länder am besten ab, die wenig CO2 ausstoßen, nachhaltiger wirtschaften und trotzdem gut entwickelt sind. Auf Platz 1 liegt Costa Rica. ) konzipiert. Die besonders "entwickelten" Länder wie die Staaten Europas oder die USA liegen hier auf den letzten Plätzen. Weil sie die meisten Ressourcen verbrauchen und am meisten zum Klimawandel beitragen. Der SDI bewertet Entwicklung neu. Hier schneiden Länder am besten ab, die wenig CO2 ausstoßen, nachhaltiger wirtschaften und trotzdem gut entwickelt sind. Auf Platz 1 liegt Costa Rica.

Land SDI-Wert* HDI-Wert**
Costa Rica 0,853 0,810
Kambodscha 0,640 0,594
Madagaskar 0,568 0,528
China 0,517 0,761
Deutschland 0,393 0,947
USA 0,181 0,926

*aktuellste Werte von 2019

**aktuellste Werte von 2020

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5 Tipps: Wie du deinen Ressourcenverbrauch senkst.

Wir müssen runter von unserem verschwenderischen Konsumtrip. Unter dem Motto #movethedate zeigen Menschen weltweit, was sie tun, um Ressourcen zu schonen und damit den Earth Overshoot Day nach hinten zu verschieben. Schon im Alltag können wir eine Menge machen, und so mithelfen, die Ressourcen unseres Planeten zu schonen. Folgende wirklich simple Tipps haben wir für dich:

Tipp 1: Vermeide Plastik.

Eigentlich weißt du, dass Plastik ein Problem ist und du es vermeiden – oder wenigstens reduzieren – solltest, um deinen ökologischen Fußabdruck zu senken. Aber im Supermarkt ist dann eben doch alles in Plastik eingepackt. Da kann man halt nichts machen. Doch. 

>>> Mehr zum Thema Plastik liest du hier.

Verzichte im Supermarkt auf Plastikverpackungen, zum Beispiel bei Obst und Gemüse. Nimm einfach einen Korb oder Jutebeutel mit. Wenn du den Beutel fest in deiner Tasche verstaust, hast du ihn immer griffbereit. Verpackungsfreie Supermärkte sind eine tolle Alternative, um noch mehr Müll zu reduzieren. Plastikflaschen vermeidest du ganz easy, indem du dir eine Trinkflasche aus Glas zulegst. Und auch beim Kaffee holen kannst du deinen eigenen Becher oder einen Mehrwegbecher nutzen. Um Müllberge beim Essen holen zu vermeiden, setzen wir bei Polarstern auf Mehrwegboxen. Die machen natürlich auch privat Sinn.

Vielleicht denkst du, dass dein Verhalten als Einzelperson nicht viel bringt, aber überleg mal, wie viel Einfluss du als Konsument hast. Werden Produkte mit Plastikverpackungen weiter gekauft, werden sie auch weiter produziert. Mit deiner Kaufentscheidung kannst du einiges beeinflussen und dazu beitragen, Ressourcen zu schützen.

Übrigens: Ab dem 3. Juli 2021 ist Einwegplastik ist der EU verboten. Das bedeutet zwar nicht, dass sofort alles aus den Supermärkten verschwindet (der Bestand darf noch verkauft werden), aber Strohhalme, Einweggeschirr & Co. gehören dann endlich der Vergangenheit an. Gut so, denn laut dem Bundesumweltministerium werden in Deutschland stündlich allein rund 320.000 Einweg-Becher verbraucht. Krass.

 

Tipp 2: Kaufe Lebensmittel regional und saisonal.

Nicht nur beim Thema Plastik ist es wichtig, was in deinem Einkaufswagen landet. Mit dem Kauf lokaler Produkte sparst du CO2-Emissionen für weite Transportwege und unterstützt gleichzeitig lokale Betriebe. Wenn du die Möglichkeit hast, auf Bauernmärkte oder sogar direkt bei einem Bauernhof einzukaufen: noch besser.

>>> Bio-Kisten, Naturkost & mehr: So ernährst du dich nachhaltig.

Dazu gehört auch der Kauf saisonaler Produkte. Dass hier in Deutschland im Januar keine Mango wächst, weiß jedes Kind. Und besonders gut schmeckt so eine unreife Frucht im Winter meistens auch nicht. Frischer Spargel im Frühling und Erdbeeren vom Feld im Sommer sind hingegen unschlagbar. Und dazu sind sie auch noch natürlich und durch die Sonne gereift. Der Ressourcenverbrauch, der für Gewächshäuser draufgeht, die dir das ganze Jahr Obst und Gemüse nach Wunsch liefern, ist kein Zuckerschlecken. Und natürlich ist das schon gar nicht.

 

Tipp 3: Kaufe Secondhand und recycle.

Neue Produkte zu kaufen ist nicht so nachhaltig wie die Nutzung bestehender Produkte: Das ist eine gute Faustformel. Besonders bei Elektronik und Kleidung kaufen wir immer mehr, obwohl alte Produkte noch lange nicht das Ende ihres Lebens erreicht haben. Meist liegt das bei Klamotten daran, dass das gleiche Sommerkleid fünf Jahre am Stück dann doch irgendwann langweilig wird. Die Lösung: Kleiderbörsen nutzen, Secondhand-Läden aufsuchen und mit Freund:innen Kleidung austauschen. Das ist nachhaltig und günstig, und du trägst auch nicht mehr die gleiche Bluse von H&M wie alle anderen. Wenn du etwas Neues möchtest: Entscheide dich für Fashion von Social Businesses.

Nachhaltigkeit geht nicht nur beim Thema Mode: Auch Fahrräder oder Geräte wie Kaffeemaschinen können wunderbar gebraucht gekauft, repariert und recycelt werden. Oft kommst du so an richtig günstige Fundstücke, die dich sonst ein Vermögen gekostet hätten. Und je weniger produziert werden muss, je mehr Ressourcen werden geschont. Wenn du Produkte nur selten nutzt, kannst du sie auch gut mit anderen teilen. Wir denken da spontan an einen Rasenmäher, der wirklich nicht für jedes Haus extra angeschafft werden muss.

>>> Sharing Economy: Warum Teilen jetzt wichtiger ist denn je.

 

Tipp 4: Senke deinen CO2-Ausstoß.

Dass wir CO2-Emissionen unbedingt reduzieren müssen, wissen inzwischen (fast) alle. Zeit, wirklich etwas dafür zu tun. Nicht nur bei der Energieversorgung, sondern genauso bei deiner Mobilität. Wir sind viel unterwegs – für die Arbeit und auch privat. Sauber kommst du an, wenn du öfter mit dem Fahrrad ins Büro fährst und grüne Sharing-Angebote für Elektroautos und -roller nutzt. Flugreisen sind natürlich besonders schlecht für dein CO2-Konto und den Planeten. Wenn es gar nicht anders geht, dann kompensiere dein CO2.

Auch neue Formen der Mobilität und neue Antriebtechniken sind wichtig, um die CO2-Emissionen im Verkehr zu senken. So kommen beispielsweise immer mehr unterschiedliche Elektroautos für jeden Lebensstil auf den Markt, und das Laden unterwegs ist inzwischen auch ziemlich einfach. Aber nur wenn du dein E-Auto mit Ökostrom lädst, atmet die Erde auf.

>>> Mehr zur Ökobilanz von Elektroautos erfahren.

Tipp 5: Wie erneuerbare Energien zum Klimaschutz beitragen.

Wenn du noch nicht auf erneuerbare Energien umgestiegen bist, wird es jetzt höchste Zeit dafür. Mit echter Ökoenergie verhinderst du die Nutzung fossiler Ressourcen und reduzierst deinen CO2-Fußabdruck erheblich. Mit Wirklich Ökostrom und Wirklich Ökogas von Polarstern unterstützt du die Energiewende sogar weltweit. Mit jeder von dir verbrauchten Kilowattstunde investieren wir in den Ausbau der erneuerbaren Energien. So sorgt dein Wechsel dafür, dass auch Familien in Kambodscha Zugang zu sauberer Energie bekommen. Und in Madagaskar hilfst du mit, eine Ökostromversorgung für ganze Dörfer zu ermöglichen. Wirklich.

Ökostrom und Ökogas: Preis berechnen.

 

Die Wirtschaft muss mitziehen.

Wenn Menschen wie du und ich ihren Alltag nachhaltiger gestalten, haben wir schon etwas geschafft. Aber das wird nicht ganz reichen. Es ist vor allem die Wirtschaft selbst, die sich dringend ändern muss. Bei Polarstern forcieren wir diesen Wandel. So sind wir etwa Teil der Gemeinwohl-Ökonomie, einer Bewegung aus Unternehmen, die sich für eine wertebasierte Wirtschaft einsetzen und die regelmäßig ihren Einfluss auf das Gemeinwohl messen. Man kann so viel machen. Erneuerbare Energie nutzen, zu einer nachhaltigen Bank wechseln, seine Lieferkette nach Schwachstellen durchleuchten und anpassen oder seinen Büroalltag nachhaltig organisieren.

>>> 11 Tipps für eine grüne Lieferkette.

 

Jetzt oder nie: Verändere mit deiner Energie die Welt.

Wenn die CO2-Emissionen, die durch fossile Energie entstehen, um 50 % gesenkt würden, könnten wir das Datum des Earth Overshoot Days bereits um 93 Tage verschieben. Lass uns also gemeinsam mit Energie die Welt verändern!

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Du bist schon bei Polarstern oder kannst gerade nicht wechseln, möchtest aber etwas für den Klimaschutz tun und deinen ökologischen Fußabdruck reduzieren? Kein Problem. Mit einer Weiterempfehlung kannst du deine positive Wirkung erhöhen. Je mehr Menschen saubere Energie beziehen, desto besser für die Erde.

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