Kleiner Globus in einer Hand

Der Earth Overshoot Day bezeichnet den Tag, an dem die Menschen bereits alle Ressourcen verbraucht haben, die die Erde in einem Jahr natürlich regenerieren kann. Der Termin rückt immer weiter nach vorne. In Deutschland ist er am 5. Mai 2021. Wenn wir so weitermachen, ist irgendwann alles abgegrast, bevor sich die Natur erholen kann. Die Konsequenzen tragen vor allem nachfolgende Generationen. Was wir jetzt tun müssen.

von Tabatha

 

Was bedeutet Earth Overshoot Day?

Der Termin des Earth Overshoot Days, dem Erdüberlastungstag wird jährlich von der internationalen Non-Profit-Organisation Global Footprint Network berechnet. Ziel der Berechnung ist es, die Ausbeutung von natürlichen Ressourcen zu messen, sie zu veranschaulichen und natürlich zu verhindern. Angesichts des Klimawandels und der wachsenden Ressourcennachfrage wird der Earth Overshoot Day immer wichtiger.

Der ökologische Fußabdruck.

Die Basis der Berechnung ist der Ecological Footprint, der ökologische Fußabdruck. Er steht für die Fläche, also die Menge an Ressourcen, die jeder Mensch braucht, um damit seinen Konsum zu stillen. Darunter fällt die Erzeugung von Lebensmitteln, Kleidung, Baumaterialien, Treibstoff – alles! Der Earth Overshoot Day ist praktisch ein Symbol für den weltweiten ökologischen Fußabdruck. Bei ihrem jetzigen Lifestyle braucht die Menschheit 1,7 Erden. Energie spielt da natürlich ebenso eine tragende Rolle. Laut der Organisation overshootday.org fallen 60 % des ökologischen Fußabdrucks auf die CO2-Emissionen.

Berechne, wie viel CO2 du mit Wirklich Ökostrom sparst

 

Wann ist der Earth Overshoot Day?

Vor 20 Jahren war der internationel Earth Overshoot Day noch am 29. September. 2020 waren alle Ressourcen bereits am 22. August verbraucht. Damit fand der Erdüberlastungstag zwar knapp einen Monat später statt als 2019, mit einer Verbesserung hat dies aber nur wenig zu tun. Aufgrund von Corona wurde einfach nur weniger konsumiert. Deshalb steht auch der Termin des weltweiten Earth Overshoot Days für 2021 noch nicht fest. Für Deutschland dagegen schon: Er ist am 5 Mai 2021. Das bedeutet: Würden alle Menschen auf der Erde so viele Ressourcen verbrauchen wie die Deutschen, wäre der Erdüberlastungstag an diesem Tag. Um den Jahresbedarf an Ressourcen zu decken, bräuchte man dafür drei Erden. Wie andere Länder dabei abschneiden, siehst du hier:

 

Was uns der Earth Overshoot Day lehrt.

Der Earth Overshoot Day veranschaulicht die Auswirkung unserer Lebensweise auf den Planeten und erinnert uns, dass wir zu stark auf Kosten zukünftiger Generationen leben. Wie schnell sich die Welt verändert, zeigt die neue Timelapse-Funktion von Google Earth. Dorst siehst du im Zeitraffer, wie schnell sich die Natur verändert – wie grüne Erdflecken braun, und weiße grün werden. Es ist schlimm.

Vor allem, weil ausgerechnet die Menschen am meisten unter den Folgen des Konsums leiden, die selbst oft nicht mal ihre Grundbedürfnisse stillen können. Die Auswirkungen unseres ökologischen Fußabdrucks sind gerade im globalen Süden und in Entwicklungsländern besonders zu spüren, obwohl ihr Ressourcenverbrauch vergleichsweise gering ist.    

Neuer Index bewertet Staaten anders. 

Ein neuer Index will zeigen, wie ungerecht das eigentlich ist. Bislang wird die Entwicklung von Staaten nach dem Human Development Index (HDI) bewertet. Dieser Indiaktor berücksichtigt, wie gut der Lebensstandard eines Landes insgesamt ist. Nicht aber, mit welchen Konsequenzen die Entwicklung für das Klima und die Natur einhergeht. Um dieses Paradox aufzuzeigen, hat der Anthropologe Jason Hickel den Sustainable Development Index (SDI) konzipiert. Die besonders "entwickelten" Länder wie die Staaten Europas oder die USA liegen hier auf den letzten Plätzen. Weil sie die meisten Ressourcen verbrauchen und am meisten zum Klimawandel beitragen. Der SDI bewertet Entwicklung neu. Hier schneiden Länder am besten ab, die wenig CO2 ausstoßen, nachhaltiger wirtschaften und trotzdem gut entwickelt sind. Auf Platz 1 liegt Costa Rica. 

 

Wie du deinen Ressourcenverbrauch senkst.

Wir müssen runter von unserem verschwenderischen Konsumtrip. Unter dem Motto #movethedate zeigen Menschen weltweit, was sie tun, um Ressourcen zu schonen und damit den Earth Overshoot Day nach hinten zu verschieben. Schon im Alltag können wir eine Menge tun.

 

Tipp 1: Vermeide Plastik.

Eigentlich weißt du, dass Plastik ein Problem ist und du es vermeiden – oder wenigstens reduzieren – solltest, um deinen ökologischen Fußabdruck zu senken. Aber im Supermarkt ist dann eben doch alles in Plastik eingepackt und im Restaurant bekommst du den Latte Macchiato auch jetzt noch häufig mit einem Strohhalm serviert. Da kann man halt nichts machen. Doch. 

Verzichte im Supermarkt auf Plastikverpackungen, zum Beispiel bei Obst und Gemüse und nimm einen Korb oder Jutebeutel mit. Wenn du den Beutel ganz einfach in deiner Tasche verstaust, hast du ihn immer griffbereit. Verpackungsfreie Supermärkte sind eine tolle Alternative, um noch mehr Müll zu reduzieren. Plastikflaschen vermeidest du ganz easy, indem du dir eine Trinkflasche aus Glas zulegst. Und auch beim Kaffee holen kannst du deinen eigenen Becher oder einen Mehrwegbecher z. B. von RECUP nutzen. Um Müllberge beim Essen holen zu vermeiden, setzen wir bei Polarstern auf Mehrwegboxen. Die machen natürlich auch privat Sinn.

Vielleicht denkst du, dass dein Verhalten als Einzelperson nicht viel bringt, aber überleg mal, wie viel Einfluss du als Konsument hast. Werden Produkte mit Plastikverpackungen weiter gekauft, werden sie auch weiter produziert. Mit deiner Kaufentscheidung kannst du einiges beeinflussen und dazu beitragen, Ressourcen zu schützen.

 

Tipp 2: Kaufe Lebensmittel regional und saisonal.

Nicht nur beim Thema Plastik ist es wichtig, was in deinem Einkaufswagen landet. Mit dem Kauf lokaler Produkte sparst du CO2-Emissionen für weite Transportwege und unterstützt gleichzeitig lokale Betriebe. Wenn du die Möglichkeit hast, auf Bauernmärkten oder sogar direkt bei einem Bauernhof einzukaufen: noch besser.

Dazu gehört auch der Kauf saisonaler Produkte. Dass hier in Deutschland im Januar keine Mango wächst, weiß jedes Kind. Und besonders gut schmeckt so eine unreife Frucht im Winter meistens auch nicht. Frischer Spargel im Frühling und Erdbeeren vom Feld im Sommer sind hingegen unschlagbar. Und dazu sind sie auch noch natürlich und durch die Sonne gereift. Der Ressourcenverbrauch, der für Gewächshäuser draufgeht, die dir das ganze Jahr Obst und Gemüse nach Wunsch liefern, ist kein Zuckerschlecken. Und natürlich ist das schon gar nicht.

 

Tipp 3: Kaufe Secondhand und recycle.

Neue Produkte zu kaufen ist nicht so nachhaltig wie die Nutzung bestehender Produkte: Das ist eine gute Faustregel. Besonders bei Elektronik und Kleidung kaufen wir immer mehr, obwohl alte Produkte noch lange nicht das Ende ihres Lebens erreicht haben. Meist liegt das bei Klamotten daran, dass das gleiche Sommerkleid fünf Jahre am Stück dann doch irgendwann langweilig wird. Die Lösung: Kleiderbörsen nutzen, Secondhand-Läden aufsuchen und mit Freunden Kleidung austauschen. Das ist nachhaltig und günstig, und du trägst auch nicht mehr die gleiche Bluse von H&M wie alle anderen. Wenn du etwas Neues möchtest: Entscheide dich für Fashion von Social Businesses

Nachhaltigkeit geht nicht nur beim Thema Mode: Auch Fahrräder oder Geräte wie Kaffeemaschinen können wunderbar gebraucht gekauft, repariert und recycelt werden. Oft kommst du so an richtig günstige Fundstücke, die dich sonst ein Vermögen gekostet hätten. Und je weniger produziert werden muss, je mehr Ressourcen werden geschont. Wenn du Produkte nur selten nutzt, kannst du sie auch gut mit anderen teilen. Wir denken da spontan an einen Rasenmäher, der wirklich nicht für jedes Haus extra angeschafft werden muss.

Sharing Economy: Warum Teilen jetzt wichtiger ist denn je

 

Tipp 4: Senke deinen CO2-Ausstoß.

Dass wir CO2-Emissionen unbedingt reduzieren müssen, wissen inzwischen (fast) alle. Zeit, wirklich etwas dafür zu tun. Nicht nur bei der Energieversorgung, sondern genauso bei deiner Mobilität. Wir sind viel unterwegs – für die Arbeit und auch privat. Sauber kommst du an, wenn du öfter mit dem Fahrrad ins Büro fährst und grüne Sharing-Angebote für Elektroautos und -roller nutzt. Flugreisen sind natürlich besonders schlecht für dein CO2-Konto und den Planeten. Wenn es gar nicht anders geht, dann kompensiere dein CO2 – zum Beispiel über Plattformen wie Atmosfair.

Auch neue Formen der Mobilität und neue Antriebtechniken sind wichtig, um die CO2-Emissionen im Verkehr zu senken. So kommen beispielsweise immer mehr unterschiedliche Elektroautos für jeden Lebensstil auf den Markt, und das Laden unterwegs ist inzwischen auch ziemlich einfach. Aber nur wenn du dein E-Auto mit Ökostrom lädst, atmet die Erde wirklich auf.

Mehr zur Ökobilanz von Elektroautos erfahren

 

Tipp 5: Wie erneuerbare Energien zum Klimaschutz beitragen.

Wenn du noch nicht auf erneuerbare Energien umgestiegen bist, wird es jetzt höchste Zeit dafür. Mit echter Ökoenergie verhinderst du die Nutzung fossiler Ressourcen und reduzierst deinen CO2-Fußabdruck erheblich. Mit Wirklich Ökostrom und Wirklich Ökogas von Polarstern unterstützt du die Energiewende sogar weltweit. Mit jeder von dir verbrauchten Kilowattstunde investieren wir in den Ausbau der erneuerbaren Energien. Außerdem sorgt dein Wechsel dafür, dass auch Familien in Kambodscha Zugang zu sauberer Energie bekommen. Und in Madagaskar hilfst du mit, eine Ökostromversorgung für ganze Dörfer zu ermöglichen. Wirklich.

Ökostrom und Ökogas: Preis berechnen

 

Die Wirtschaft muss mitziehen.

Wenn Menschen wie du und ich ihren Alltag nachhaltiger gestalten, haben wir schon etwas geschafft. Aber das wird nicht ganz reichen. Es ist vor allem die Wirtschaft selbst, die sich dringend ändern muss. Bei Polarstern forcieren wir diesen Wandel. So sind wir etwa Teil der Gemeinwohl-Ökonomie, einer Bewegung aus Unternehmen, die sich für eine wertebasierte Wirtschaft einsetzen und die regelmäßig ihren Einfluss auf das Gemeinwohl messen. Man kann so viel machen. Erneuerbare Energie nutzen, zu einer nachhaltigen Bank wechseln, seine Lieferkette nach Schwachstellen durchleuchten und anpassen oder seinen Büroalltag nachhaltig organisieren.

 

 

11 Tipps für eine grüne Lieferkette

Time For Climate Action.

Außerdem sind wir Supporter der Kampagne Time For Climate Action. Hier zeigen über 200 Unternehmen, wie sie Ressourcen schonen und das Klima schützen. Auf der Website siehst du, wer schon alles neben Polarstern dabei ist. Außerdem hält die Seite viele gute Tipps bereit. Zum Beispiel eine Suchmaschine, die dir zeigt, welche Abgeordneten sich in deiner Postleitzahl für den Klimaschutz einsetzen.

Jetzt zur Seite

Jetzt oder nie: Verändere mit deiner Energie die Welt.

Wenn die CO2-Emissionen, die durch fossile Energie entstehen, um 50 % gesenkt würden, könnten wir das Datum des Earth Overshoot Days bereits um 93 Tage verschieben. Lass uns also gemeinsam mit Energie die Welt verändern!

Jetzt Tarif für Wirklich Ökostrom berechnen!

Du bist schon bei Polarstern oder kannst gerade nicht wechseln, möchtest aber etwas für den Klimaschutz tun und deinen ökologischen Fußabdruck reduzieren? Kein Problem. Mit einer Weiterempfehlung kannst du deine positive Wirkung erhöhen. Je mehr Menschen saubere Energie beziehen, desto besser für die Erde.

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