Mülltonnen Recycling

Recycling, so viel kann man sagen, lohnt sich. Doch wie groß der ökologische Nutzen im Einzelfall ist, wie viele Lebenszyklen Verpackungsmaterial wie Glas, Pappe oder Aluminium hat, hängt von vielen Faktoren ab. Auch Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff. Eine hohe Recyclingquote sagt längst nicht alles über die Wiederverwendung eines Materials aus und oft landet für Recycling bestimmter Müll auf Müllkippen in Asien und schadet so doch wieder der Umwelt. Unser Appell: Recycling ist die Notlösung, unser Fokus muss auf der Müllvermeidung liegen, ansonsten erstickt die Welt irgendwann am Abfall.

von Ludwig

Beim Thema Recycling muss ich an meine Kindheit in einem kleinen Dorf denken. Der Besuch auf dem Wertstoffhof mit meinem Papa war stets ein Wochenhighlight für mich. Samstags ging’s mit einem vollgestopften Kofferraum zum Wertstoffhof. Gartenabfälle, Dosen, Kunststoffverpackungen, Folien und Styropor – einfach alles, was eben als Müll im Haushalt anfiel, landete im Auto und wurde von uns zum Wertstoffhof etwas außerhalb des Dorfs gebracht. Für mich als kleinen Jungen war es immer ein großer Spaß, den Müll in die Container zu pfeffern und in zwei Meter hohe Sammelsäcke zu werfen. Natürlich alles fein säuberlich getrennt.

Heute steht Recycling hoch im Kurs – nicht nur bei den Kleinen. Deutschland hat eines der besten Recycling-Systeme weltweit, und dennoch haben zuletzt Recherchen große Schwächen des Systems entlarvt. Was also bringt’s, wenn wir recyceln?

Das leistet unser Recyclingsystem.

Eines der bekanntesten Recycling-Symbole ist der Grüne Punkt. Das Umweltsymbol wurde 1990 eingeführt. Es kennzeichnet eine Verpackung, die wiederverwertet wird. Inzwischen gibt es zahlreiche Recyclingcodes, die die unterschiedlichen Kunststoffe kennzeichnen. Laut Verbraucherzentrale erkennst du den Recyclingcode auf einer Verpackung am dreieckigen Symbol mit drei Pfeilen, einer Nummer in der Mitte sowie ggf. der Materialabkürzung. Die Recyclingcodes geben Auskunft über das verwendete Verpackungsmaterial und können für die Abfalltrennung hilfreich sein. Gut zu wissen: Die Angabe der Recyclingcodes ist freiwillig.

3 Punkte, warum Recycling so wichtig ist.

Grund 1: Mit Recycling reduzieren wir Emissionen. Cool!

Bei den Produkten, die aus einem Recyclingprozess gewonnen werden (Fachbegriff von Rezyklate), fallen weniger CO2-Emissionen an verglichen zur Herstellung aus komplett neuen Ressourcen. Besonders krass ist der Unterschied bei Aluminium, das etwa etwa für Dosen verwendet wird. Während bei der Neuproduktion pro Kilogramm Aluminium 11 Kilogramm CO2-Äquivalente entstehen, werden beim Recycling nur 0,4 Kilogramm CO2-Äquivalente frei. Auch bei anderen Materialien ist der CO2-Ausstoß im Recyclingprozess geringer als bei einer Neuproduktion, erklärt „Quarks“.

Grund 2: Deponiemüll belastet die Umwelt. Nicht geil.

Landet etwas nicht im Recycling-Kreislauf, wird hoffentlich der Müll zur Energiewinnung verbrannt und landet nur als letzte Option auf einer Mülldeponie. Für die Umwelt und das Klima ist das sehr problematisch. Denn auf Mülldeponien können Schad- und Giftstoffe in den Boden gelangen sowie klimaschädliche Gase entstehen. Außerdem weht es den Müll von Deponien mit dem Wind weg und dieser landet schließlich in Flüssen und Meeren.

Grund 3: Ressourcen sind endlich. Wissen wir alle.

Wir wissen es und trotzdem leben viele Staaten deutlich über ihren Verhältnissen – auch Deutschland. Der Earth Overshoot Day fiel 2022 für Deutschland auf den 4. Mai ­­– so früh wie nie. Wichtige Ressourcen und Rohstoffe, die für die Produktion von Verpackungsmaterial benötigt werden, sind schlicht endlich. Etwa Öl, Quarzsand, seltene Erden oder auch Wasser. Daher müssen wir recyceln, um bereits der Natur entnommen Rohstoffe wiederzuverwenden. Der Abbau von Rohstoffen geht oft auch mit miserablen Arbeitsbedingungen für die lokale Bevölkerung einher. Ressourcen schonen ist also in vielerlei Hinsicht verdammt wichtig.

Die knifflige Sache mit der Recyclingquote.

Wir recyceln tagaus und tagein. Die Deutschen haben eine der höchsten Recyclingquoten im internationalen Vergleich. Laut Daten des Statistischen Bundesamts lag die Recyclingquote in Deutschland im Jahr 2020 bei 67 % (Siedlungsabfälle insgesamt). Damit belegt Deutschland in der EU einen Spitzenplatz. Ganz vorn liegen Belgien und die Niederlande, die beide eine Recyclingquote von 80 % aufweisen.

Besonders hohe Recyclingquoten gibt es bei Materialien wie Aluminium, Papier bzw. Altpapier und Kartons sowie Glas. Hier die Quoten in Deutschland:

  • Aluminium: 94 %
  • Papier und Karton: 90 %
  • Glas: 84 %
  • Kunststoffverpackungen: 56 %

 

Vorbild Papier-Recycling: Eine Studie der TU Darmstadt zeigt, dass Papierfasern mehr als 25-mal recycelt werden können. Das heißt aber auch, dass die Sache mit der Recyclingquote superknifflig ist, da sie von Material zu Material deutlich schwankt.

Vorsicht bei der Bewertung der Recycling-Quote.

Kunststoffe können sowohl werkstofflich als auch energetisch verwertet werden. Das heißt, Kunststoffabfälle, die nicht stofflich oder rohstofflich wiedergenutzt werden, können energetisch verwertet, sprich zur Energiegewinnung verbrannt werden. Kunststoffe haben einen hohen Heizwert und sind somit sehr gute Energieträger. Oft verfälscht das aber die Recyclingbilanz.

Um den Effekt einzuschätzen: Vom gesamten privaten Verpackungsabfall (Gelbe Tonne, Glas- oder Papiercontainer) in Höhe von 5,9 Millionen Tonnen wird in Deutschland der Großteil vermeintlich recycelt (70 %). Zumindest laut offiziellen Zahlen. 0,9 Millionen Tonnen Abfälle (16 %) wurden überwiegend zur Energiegewinnung verbrannt.

Der Rest unseres Mülls wird ins Ausland exportiert – sowohl der von Privathaushalten als auch von Unternehmen. Im Jahr 2021 wurden gut 766.200 Tonnen Kunststoffabfälle aus Deutschland exportiert. Das klingt krass, aber: Das war ein Viertel weniger (-25,2 %) als im Jahr 2020. Wie der WWF 2021 in einer Studie betonte, landet am Ende "viel zu viel Material in der Verbrennung, im Export, in offenen Recyclingkreisläufen und geht dem System nach kurzer Nutzung verloren". Echtes Recycling sieht anders aus.

Polarstern räumt die Isar auf – sei dabei!

Die Natur ist keine Müllkippe. Eigentlich selbstverständlich, aber leider landet immer noch viel zu viel Müll in Wiesen, Wäldern, Meeren und Flüssen. Auch an der Isar in München liegt viel Müll herum. Und der landet letztlich auch im Meer. Wir von Polarstern tun was dagegen. Wirklich. Einmal jährlich veranstalten wir den Polarstern Isar CleanUp und sammeln Kronkorken, Zigaretten, Verpackungen aber auch mal alte Fahrräder am Ufer ein. Damit die Isar nicht im Müll erstickt. Du hast Lust, dabei zu sein? Dann mach mit!

Erfahr mehr über den Polarstern Isar CleanUp
Polarstern Isar Cleanup

Ist Recycling wirklich immer "grün"? Jein.

Werfen wir dazu mal einen Blick auf Plastik. Wie grün ist recyceltes Plastik wirklich? Es gibt eine Menge Beispiele für Unternehmen, die aus Plastikmüll recycelte, neue Produkte schaffen. Oft sogar aus Plastikmüll, der es leider schon bis ins Meer geschafft hat. 2022 hat eine Geschichte für Schlagzeilen gesorgt, die der Branche ganz schön wehgetan hat. Es geht um Gotbag, die Firma, die Rucksäcke aus Plastikmüll produziert und sich plötzlich Greenwashing-Vorwürfen ausgesetzt sah. Der Fall zeigte auch, dass es auf die stoffliche Verwertung ankommt. Und die kann beim Recycling von Kunststoffen ganz unterschiedlich sein. PET-Flaschen zum Beispiel lassen sich gut wiederverwerten. Dabei werden die Kunststoffflaschen zu Granulat verarbeitet und können dann gut wiederverwertet werden.

Wie wird das alte Plastik wieder nutzbar gemacht?

Um den Plastikmüll aus dem Meer weiterzuverarbeiten, ist ein großer technologischer Aufwand nötig, da sich unter Wasser verschiedene Plastikarten miteinander vermischen. Hier kann angezweifelt werden, ob Produkte aus recyceltem Meeresplastik in der Gesamtbetrachtung wirklich so umweltfreundlich sind wie versprochen.

Auch bei den Kunststoffen, die wir in die Gelbe Tonne bzw. den Sack werfen, sieht die ökologische Recyclingbilanz nicht toll aus. Leider. Vieles wird zwar nochmal verwertet, aber in minderer Qualität. Laut Plastikatlas 2019 des BUND und der Heinrich-Böll-Stiftung liegen die Mengen des tatsächlich recycelten Plastiks nur bei etwa 16 % aller gesammelten Plastikverpackungen und -folien.

Mischkunststoffe sind kaum recycelbar.

Ein weiteres Umwelt- und Recyclingproblem stellen Mischkunststoffe dar, zum Beispiel Chipstüten, Verpackungen von Süßigkeiten und Zahnpasta- oder Haargeltuben. Bei den sogenannten Mischkunststoffen – also Plastikverpackungen, die aus mehreren Werkstoffen bestehen – ist das Recycling deutlich schwieriger. Vor allem durch die unterschiedliche Zusammensetzung dieser Abfallfraktion leidet die Qualität des Rezyklats. Sie werden daher besonders oft verbrannt oder dem Downcycling (Produkte, die einen geringeren Wert haben als das Rohmaterial, aus dem sie hergestellt wurden) zugeführt.

Du siehst, Recycling ist an sich eine gute Sache und Mülltrennung absolut nötig. Doch bei den Recyclingquoten und -prozessen gibt es je nach Qualität und Kunststoffart krasse Unterschiede. Während PET-Flaschen ein längeres Leben haben, landen Mischkunststoffe oft gar nicht mehr im Recycling-Kreislauf.

Müllberge in Asien: Die beschämende Müllhalde der Europäer.

Längst nicht alle Abfälle und Stoffe können recycelt werden. Weil es in fremden Ländern etwa in Asien oft günstige Konditionen und laschere Umweltstandards bei der Entsorgung gibt, exportieren andere ihren Müll gerne dorthin. Die Müllexporte wurden zwar inzwischen von der EU eingeschränkt bzw. erschwert. Und Müll-Empfängerländer wie China wollen die Müllmengen nicht mehr haben. Doch Abfall, der nicht mehr recycelt wird, landet nach wie vor zu oft im Ausland – und verfälscht zusätzlich die Recyclingquote.

Immerhin: Seit China seine Grenzen Anfang 2018 für ausländische Plastikabfälle geschlossen hat, haben sich die Exporte aus Deutschland nach Südostasien beinahe halbiert. Seit Januar 2021 sind Plastikmüll-Exporte aus der Europäischen Union stark eingeschränkt. In Entwicklungsländer dürfen nach derzeitiger Gesetzeslage nur noch saubere Kunststoffabfälle zum Recycling ausgeführt werden. Allerdings hat das chinesische Verbot auch dazu geführt, dass die Müllberge aus der EU nun nach Malaysia und in die Türkei exportiert werden.

Ein mit Plastikmüll verschmutzter Fluss in Kalkutta in Indien.

Recycling-Materialien im Vergleich.

Es ist leider nicht ganz einfach, eine Aussage zu treffen, welcher Stoff nun gut recycelbar ist und welcher nicht. Wobei die Zahlenlage bei Glas und Papier sehr gut ist. Faktoren wie die Reinheit eines Materials, der Energieaufwand bei der Herstellung bzw. beim Recycling und natürlich die Umweltverträglichkeit spielen eine große Rolle.

Die folgende Tabelle gibt dir einen ersten Überblick:

  Recyclingfähigkeit  Emissionsbilanz bei Neuproduktion* Emissionsbilanz bei Recycling*
Aluminium okay** 11,0 0,4
Glas sehr gut 0,9 0,5
Papier/Karton sehr gut 1,1 0,7
Kunststoff schlecht*** 2,1 1,3
Stahl sehr gut 2,4 0,3

*Angaben in CO2-Äquivalenten pro kg
**Da verschiedene Aluminium-Legierungen beim Umschmelzen nicht entfernt werden können, kommt es bei Aluminium häufig zu Downcycling.
***Je nach Kunststoffart ist die Recyclingquote sehr unterschiedlich, oft aber nur wenige Recycling-Zyklen.
Quellen: Quarks, Umweltbundesamt, Hillman et al.

Unter den Verpackungsmaterialien hat Aluminium das höchste Potential, durch Recycling die CO2-Emissionen zu senken. Auch bei der Herstellung von Plastikverpackungen oder Glas lassen sich durch Recycling rund ein Drittel der Emissionen sparen.

Getränkedosen

Andere Stoffe haben recycelt einen klaren Umweltvorteil. Recycelte Baumwolle zum Beispiel hat die gleichen, guten Trageeigenschaften wie neue Baumwolle, die Fasern sind jedoch kürzer und haben eine unregelmäßige Oberfläche. Das macht den so hergestellten Stoff saugfähig und atmungsaktiv. Aber er ist auch knitteranfälliger und aufgrund der kürzeren Fasern meist nicht mehr so strapazierfähig und reißfest.

Baumwolle

Recyceltes Polyester – der Schein trügt.

Bei Polyester, das aus PET-Flaschen gewonnen wird, ist der Produktionsprozess im Vergleich zu herkömmlichem Polyester energiesparender. Weil auf bereits bestehende Kunststoffe zurückgegriffen wird, muss weniger Erdöl für die Polyesterherstellung gefördert werden. Doch es gibt auch große Nachteile: Laut einer Studie von 2021 kann der CO2-Ausstoß durch den Aufwand des Recyclingprozesses sogar höher sein. Außerdem wird eine Vielzahl von umweltschädlichen Chemikalien eingesetzt, um die Fasern aufzubereiten. Ist der Ausgangsstoff ein Mischgewebe, ist der Recyclingprozess derart aufwändig und ressourcenintensiv, dass Hersteller in der Regel darauf verzichten.

Polyester

Ziel ist Abfallvermeidung statt Recycling.

Meere, Flüsse, Städte – überall gibt es Müllberge. Die dunkle Seite des Recyclings ist, dass uns das gute Gewissen des Recycelns kaum dazu bringt, weniger Verpackungsmüll zu produzieren. Ganz zu schweigen davon, dass Hersteller bislang kaum Anreize haben, möglichst verpackungsarme Produkte auf den Markt zu bringen.

Das Müllaufkommen pro Kopf in Deutschland steigt seit Jahren – und in der Hochphase der Corona-Pandemie fiel aufgrund von Online-Shopping und To-Go-Essen sogar noch mehr Müll an.

Mehr als 600 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr.

Nach aktuellen Schätzungen sind etwa 40 % der Plastikprodukte in weniger als einem Monat Abfall, heißt es im Plastikatlas 2019. Ein echter Kreislauf ist das also nicht. Im Jahr 2025 werden voraussichtlich mehr als 600 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr produziert werden. Heutige Recycling-Systeme wären nicht in der Lage, diese ungeheure Menge an Müll zu bewältigen.

Umweltverbände und Organisationen wie der WWF fordern, dass die Politik weitere gesetzliche Rahmenbedingungen und Anreize schafft, damit wir als Gesellschaft die Kurve schaffen hin zu mehr Müllvermeidung. Und es tut sich was: Einer EU-Richtlinie zufolge müssen bis Dezember 2025 in der EU mindestens 65 % aller Verpackungsabfälle recycelt werden. Die Vorgaben werden also strenger. Folgende Recyclingquoten müssen dabei für die Materialien erreicht werden:

Von Holz müssen 25 %, von Kunststoffen und Aluminium jeweils 50 %, von eisenhaltigen Metallen und Glas jeweils 70 %, und von Papier und Karton müssen 75 % recycelt werden.

Die ARD-Doku „Die Recyclinglüge“ unterstreicht, wie wichtig Abfallvermeidung ist. Denn weltweit werden nur 5 % des Plastikmülls zu neuem Material weiterverarbeitet, wie die Recherchen zeigen. Der Rest des Plastikmülls verschwindet in Asien oder wird zum Beispiel in deutschen Zementwerken für die Produktion von Zement verbrannt. Für diese thermische Verwertung kassiert die Zementindustrie sogar ordentlich Kohle. Bislang verdient die mächtige Müll- und Recyclingbranche gut am Wiederverwerten, das Interesse an Müllvermeidung ist somit überschaubar. Wer hier genau profitiert, das beleuchtet die Dokumentation. Unser Prädikat: absolut sehenswert!

Fachleute machen schon längst auf das Thema aufmerksam. Sie müssen allerdings besser gehört werden – gerade auch von der Politik.

  • "Es führt kein Weg mehr an einem gesetzlich festgeschriebenen Vermeidungsziel vorbei", fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH).
  • "Wenn Unternehmen nicht zur Vermeidung von Abfällen verpflichtet werden, dann tun sie es auch nicht", sagt die stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.
  • "Verpackung aufreißen und wegwerfen – unser Umgang mit Plastik versinnbildlicht ein sorgloses und verschwenderisches Konsummodell, das mit den planetaren Grenzen nicht vereinbar ist", sagt Laura Griestop, Expertin für Kunststoffe und Verpackungen des WWF.
  • Greenpeace warnt seit Jahren vor der Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll: "Bis heute hat sich die Situation nicht verbessert. Im Gegenteil: In den letzten 50 Jahren ist die Plastikproduktion explosionsartig angestiegen – und mit ihr die Müllberge in den Ozeanen."
  • "Die überquellenden Mülltonnen seit Beginn der Coronapandemie führen uns endgültig vor Augen: Wir brauchen eine Mehrweg-Renaissance", fordert Bettina Hoffmann, umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion.

Mehrweg ist eine von vielen Lösungen.

Gutes Recycling und echter Klimaschutz braucht mehr Mehrweg statt Einweg. So viel ist klar. Die Deutsche Umwelthilfe weist darauf hin, dass durch das Ersetzen von klimaschädlichen und kaum recycelbaren Einweg-Verpackungen durch Mehrwegalternativen jährlich mehr als 490.000 Tonnen CO2 vermieden werden könnten. In Deutschland fallen laut Umwelthilfe pro Jahr mehr als 190.000 Tonnen Abfall durch Einweg-Becher, -Besteck, -Teller und -Essensboxen an. Krass oder?

Positive Beispiele für mehr Mehrweg.

Wie die Mehrwegangebotspflicht in der Praxis umgesetzt werden kann, zeigt sich in Rostock. So unterstützt die Stadt erfolgreich die Einführung von Mehrwegsystemen für Essen und Trinken zum Mitnehmen mit einer Anschubfinanzierung. Am Strand von Warnemünde bieten die ansässigen Gastronomen ab dem Sommer 2022 ein gemeinsames Mehrwegsystem für Getränke und Speisen an. Und sogar der Lieferdienst Wolt hat inzwischen ein Angebot mit Mehrwegboxen für seine Kund:innen, das stark nachgefragt werde.

Mehrweg Einweg im Vergleich

Unsere Tipps für mehr Recycling und weniger Abfälle.

Kaufe in Unverpackt-Läden ein.

Kaufe wenn möglich in einem Unverpackt-Laden ein. In Deutschland gibt es mehr als 400 Unverpackt-Läden. Beim Branchenverband kannst du via Karte nachsehen, ob es auch in deiner Stadt einen Laden gibt.

Gemüse selbst anbauen.

Wer einen Garten hat, hat’s gut und kann Kartoffeln, Karotten, Kräuter und Co. selbst anbauen. Vieles klappt auch mit einem Balkongarten. Das spart den Weg zum Supermarkt und natürlich Verpackungsmaterial. Was Besseres kannst du gar nicht tun. Wirklich.

Nutze Gemeinschaftsgärten.

Du hast keinen Garten und nicht mal einen Balkon? Wie wäre es mit einer Urban Gardening Parzellen, die du meist für eine gewisse Dauer mieten und dort Gemüse deiner Wahl anpflanzen kannst. Erkundige dich, ob es solche Gemeinschaftsgärten in deiner Nähe gibt.

Glas statt Kunststoff.

Greif zu Glas statt Kunststoff und Plastik. Das gilt bei Getränken, aber auch bei Essen. Glas kann deutlich besser recycelt werden als Kunststoff und hat zudem weniger schlechte Folgen für die Umwelt. Aber auch hier gilt: Am besten nutzt du das Glas mehrfach bevor es dem Recycling per Flaschencontainer zugeführt wird.

To Stay statt To Go.

Wenn du zur Abfallvermeidung beitragen willst, entscheide dich vor Ort zu essen und dein Mittagessen oder deinen Kaffee nicht To Go zu nehmen oder zumindest in selbst mitgebrachte, wiederverwendbare Behälter füllen zu lassen. Schließlich haben wir doch alle keinen Bock mehr auf mit Einweg-Kaffeebechern überfüllte Mülleimer.

Ludwig von Polarstern

Ludwig | Team Wirklich

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