Wäre es früher möglich gewesen, hätte sich jeder sofort eine eigene Zapfsäule in die Eigenheimgarage eingebaut. Keine Tankstopps im Alltag, kein Warten, bis sich der Vorderfahrer von der Zapfsäule verzupft. Mit dem Kauf des ersten Elektroautos ist dieses Szenario plötzlich Realität. Und wie schnell und wie günstig das Laden daheim ist, kannst du sogar beeinflussen.

von Michael

Laden an der Steckdose oder Ladestation?

Beim Ladethema sind Erwachsene wie Kinder beim Autofahren: Wie lange dauert’s noch?! Die Antwort damals wie heute lautet: nicht mehr lang. Wie lang, hängt aber von vielen Faktoren ab. Von der Kapazität der Batterie, von der Ladeleistung des Autos und der Power der Ladestation.

An der einfachsten Station, der Steckdose, geht das Laden auch. Aber sie sollte immer nur eine Übergangslösung, wenn nicht sogar Notlösung sein. Das hat auch Sicherheitsgründe. Herkömmliche Steckdosen können eine Leistung bis 3,7 kW abgeben. Aber nicht auf Dauer. Schutzkontaktsteckdosen (Schuko) sind nicht dafür gebaut, die hohen Leistungen von E-Autos über Stunden auszuhalten. Wenn du Pech hast, fliegt die Sicherung raus. Wenn du richtig Pech hast, schmort sie und verursacht einen Kabelbrand. Wer nicht um das Laden an der ”Schuko“-Steckdose herumkommt, sollte lieber nur mit 2,3 kW laden. 

Laden zu Hause: Die Vorteile auf einen Blick

 

Faustformel: So lange dauert das Laden.

Wie lange man sich zu Hause nun gedulden muss, bis das Elektroauto geladen ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Die wichtigsten sind: 

• die Batteriekapazität des Elektroautos und

• die Ladeleistung des Elektroautos.

Mit beiden Infos lässt sich die Ladedauer grob berechnen. Betonung auf grob. Die Faustformel dazu lautet: 

Batteriekapazität (kWh) / Ladeleistung (kW) = Ladezeit.

 

Beispiel: 

Ein Nissan Leaf (ZE1 MY19) mit einer Batteriekapazität von 40 kWh und einer Leistung von 6,6 kW würde an deiner eigenen Ladestation sechs Stunden laden, sofern die Ladesäule diese Leistung abgeben kann. Typischerweise sollte das kein Problem sein, denn am häufigsten werden Ladestationen mit einer Leistung von 11 kW eingebaut. Es gibt aber auch Stationen für den Heimgebrauch mit 3,7 kW und 22 kW. Das Elektroauto kann selbstverständlich an allen geladen werden, nur würde es bei der "3,7er" langsamer – und bei der "22er" nicht schneller gehen. Im ersten Fall würde das Laden knapp 11 Stunden dauern (40 kWh / 3,7 kW = knapp 11 Stunden). Im zweiten Fall stünden zwar 22 kW Power zur Verfügung, das Auto könnte trotzdem nur 6,6 kW aufnehmen. 

 

So lange dauert das Laden an einer Schnellladesäule. 

Anders ist das bei öffentlichen Schnellladesäulen. Hier wird statt Wechselstrom (AC) wie zu Hause Gleichstrom (DC) geladen. Über das passende Kabel kann unser Beispielauto maximal 50 kW aufnehmen – und die Ladezeit würde sich dadurch auf etwa 48 Minuten verkürzen. Beim Nissan sowie den meisten asiatischen Elektroautos wird am Schnelllader über den CHAdeMO-Stecker geladen. Bei den europäischen Elektroautos hat sich der CSS-Steckerstandard (Combined Charging System) als Standard durchgesetzt.

Mehr über Stecker, Kabel und Ladesäulen.

 

Beliebte E-Autos 2020 und ihre Ladezeiten.

Wie lange das Laden eines Elektroautos dauert, kommt ganz aufs Modell an. Schauen wir uns die Beliebtesten an. In der ersten Jahreshälfte 2020 lag der E-Golf mit 9.953 Zulassungen an der Spitze. Platz zwei belegte der Renault Zoe mit 9.917 Zulassungen. Das Model 3 von Tesla schaffte es auf Platz 3 mit 4.521 mit Zulassungen. In die Top 10 schafften es außerdem der VW e-up! (4.387 Zulassungen der Audi e-tron quattro (3.889 Zulassungen), der Hyundai Kona Elektro (3.686 Zulassungen), der BMW i3 (3.339 Zulassungen), der Smart Fortwo (3.079 Zulassungen) und der Skoda Citigo e iV  (2.007) und der Mini Cooper SE mit 1.560 Zulassungen. Aber welches Auto lädt nun am schnellsten? Das verrät dir die Tabelle.

Model Batteriekapazität Ladeleistung (AC) Ladedauer* 100 % (AC) Ladedauer 100 % Steckdose  (2,3 kW)
E-Golf 35,8 kWh 7,2 kW4:58 h15:33 h
Renault Zoe 52 kWh 22 kW 2:21 h22:36 h
Tesla Model 3 Standard 50kWh 11 kW4:32 h21:43 h
e-Up! 32,2 kWh2,3 kW

14 h

14 h
Audi e-tron 50 71 kWh 11 kW6:27 h30:51 h
Hyundai Kona Elektro 64 kWh  11 kW5:48 h27:49 h
BMW i3 42,2 kWh 11 kW3:49 h18:20 h
Smart Fortwo  17,6 11 kW / –1 h7:38 h
Skoda Citigo e iV    36,8 kWh 7,1 kW/40 kW5:27 h16:51 h
Mini Cooper SE 33 kWh 11 kW/50 kW3 h14:20 h

Quelle der Batteriekapazitäten und Ladeleistungen: EFahrer.

* Da es in der letzten Ladephase keinen Spannungsanstieg mehr gibt, solltest du auf die angegebenen Zeiten immer noch rund eine halbe Stunde draufschlagen. 

 

Ladedauer: Es muss nicht immer voll sein.

Man muss dazu sagen, dass wir wirklich nur mit der Faustformel gerechnet haben, die nicht unbedingt den Best-Case der Ladezeit angibt. Und wir sind davon ausgegangen, dass das Auto vollgeladen werden soll. Im Alltag ist dies gar nicht nötig. Denn für Elektroautos gilt das Gleiche wie für alle anderen Geräte mit Lithium-Ionen-Akkus: Die Batterie nimmt keinen Schaden, wenn sie nicht komplett entladen und aufgeladen wird. Im Gegenteil. Es strengt die Batterien eher an. Kleine Ladezyklen von 20 % auf 80 % oder 40 % auf 60 % sorgen für eine längere Leistungsfähigkeit der Batterien. Für das Laden an der Wallbox bedeutet dies: Mach dir keine Sorgen, ob das E-Auto vollgeladen ist, wenn die nächste Wegstrecke sowieso eine kurze ist. Außerdem dauert die letzte Ladephase immer am längsten. Bis 80 % geht's recht zügig, aber die letzten Prozent schleppen sich dahin. Kennt man vom Handy. Kurz vor den 100 % gibt es keinen Spannungsanstieg mehr, und die Stromstärke nimmt ab. Diesen Puffer solltest du bei der Einschätzung der Ladezeit mit einplanen. Er ist auch einer der Gründe, warum die Angaben zu Ladezeiten bisweilen unterschiedlich ausfallen. 

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Was das Laden zu Hause kostet.

Die andere große Frage zum Laden im Eigenheim dreht sich um die Ladekosten. Während es an den öffentlichen Ladestationen noch ein Sammelsurium an Bezahlmöglichkeiten von Ladekarten, Pauschalen und Roaming-Diensten gibt, und sich der Markt erst noch konsolidieren muss, sind die Ladekosten zu Hause wesentlich klarer. Den Preis fürs Laden deines Wunschautos kannst du praktisch schon im Voraus einschätzen. Wenn auch grob. Dazu brauchst du zwei Infos.   

 

• Den Preis für eine Kilowattstunde Strom. 

• Den Energieverbrauch des Elektroautos pro 100 Kilometer. 

 

Der Preis für eine Kilowattstunde Strom liegt 2020 in Deutschland laut Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft (BDEW) durchschnittlich bei 31,37 Cent. Den Energieverbrauch deines Wunschautos auf 100 Kilometer gibt der Hersteller bei den technischen Daten auf der Homepage bekannt. Eine Übersicht über E-Auto-Modelle und ihre technischen Daten bietet zum Beispiel auch der ADAC. Multipliziere die Werte und du kennst die ungefähren Ladekosten für 100 Kilometer. Zu berücksichtigen ist, dass Autos jeder Art in der Praxis einen höheren Verbrauch haben als unter den "Laborbedingungen", die der Hersteller angibt. 

 

Beliebte Elektroautos und ihre Ladekosten zu Hause.

Model Verbrauch Stromkosten auf 100 km
E-Golf 15,8 kWh/100 km ca. 4,95 €
Renault Zoe 17,4 - 20 kWh/100 km ca. 5,45 € - 6.27 €
Model 3 Standard 14,1 kWh/100 km ca. 4,42 €
e-Up! 12,7 - 12,9 kWh / 100 kmca. 3,98 € - 4 €
Audi e-tron 50 22,4 - 26,6 kWh/100 km ca. 7 € - 8,34 €
Hyundai Kona Elektro 14,3 kWh / 100 km ca. 5 €
BMW i3 (120 Ah) 13,1 - 13,6 kWh/100km ca. 4,10 € - 4,26 €
Smart EQ Fortwo 15,2 - 16,5 kWh/100 km ca. 4,76 € - 5,17 €
Skoda Citigo e iV  12,9 kWh/100 km ca. 4 €
Mini Cooper SE  14,8 - 16,8 kWh/100 km ca. 4,64 € - 5,27 €

 

Strom ist oft günstiger als Benzin und Diesel. 

Unabhängig davon, welches E-Auto man ins Visier nimmt, sticht eine Sache sofort heraus: Das Laden mit Strom ist oft günstiger als das Tanken von Benzin oder Diesel. Vergleichen wir einen E-Golf mit einem Verbrenner-Golf. Auf 100 Kilometer verbraucht ein Golf 7 1.0 TSI BlueMotion mit 3 Zylindern nach Werksangaben zwischen 4,3 und 4,9 Liter Super, nach Erfahrungswerten von Fahrern durchschnittlich 5,4 Liter. Bei einem Benzinpreis von 1,24 Euro pro Liter und einem Verbrauch von 4,9 Liter auf 100 Kilometer würde dich das 6,10 Euro kosten. Beim realen Verbrauch von 5,4 Litern wärst du bei 6,70 Euro. Ein E-Golf dagegen mit einem Verbrauch von 15,8 kWh auf 100 Kilometer kostet bei einem Kilowattstundenpreis von 31,37 Cent, wie ihn der Bundesverband für Energie- und Wasserwirtschaft BDEW angibt, dann nur 4,95 Euro.

 

CO2-Bepreisung wird das Kraftstoff tanken teurer machen. 

Die CO2-Bepreisung wird das Tanken von fossilen Kraftstoffen vermutlich auch noch mal teurer machen. Eine Tonne CO2 wird in Deutschland ab 2021 zehn Euro Kosten. Ab 2025 soll sie auf 35 Euro aufgestockt werden. Hintergrund: Momentan ist fossile Energie, deren Folgekosten in Form von Umwelt- und Klimaschäden weitaus höher sind als erneuerbare Energie noch günstiger. Mit der CO2-Bepreisung soll diesen versteckten Kosten Rechnung getragen werden.

 

Der passende Autostromtarif macht's noch mal günstiger.

Bei der groben Kalkulation ist eine Sache noch gar nicht berücksichtigt: Es gibt spezielle Autostromtarife, die auf das Laden zu Hause abgestimmt sind. Bei Polarstern bieten wir Wirklich Autostrom und Wirklich Autostrom Plus. Der erste Tarif ist für Alltagsfahrer gemacht, die vor allem zu Hause laden. Im Tarif enthalten ist eine Prämie von bis zu 150 Euro bei Nutzung unserer Polarstern Aufkleber. Was dich das Laden zu Hause mit Wirklich Autostrom kostet, findest du ganz leicht mit unserem Autostromrechner heraus. Einfach Postleitzahl und deinen Stromverbrauch im Haushalt eingeben, sofern kein separater Zähler für eine Ladestation eingebaut ist. Dann auf Preis berechnen klicken. 

Jetzt Tarifrechner ausprobieren

 

Wirklich Autostrom Plus für echte Vielfahrer.

Der Tarif Wirklich Autostrom Plus ist für echte Vielfahrer und macht das Laden zu Hause im Vergleich zu herkömmlichen Autostromtarifen im besten Fall um rund ein Fünftel günstiger Möglich macht’s die Nutzung eines separaten, ”unterbrechbaren“ Zählers. Dieser ist auch die Voraussetzung für die Nutzung des Tarifs.         

 

Voraussetzung: ein separater, ”unterbrechbarer“ Zähler. 

Mit einem separaten, ”unterbrechbaren“ Zähler kann die Ladestation als steuerbare Verbrauchseinrichtung beim Netzbetreiber angemeldet werden. Dadurch kenn dieser die Stromversorgung zu dieser „Verbrauchseinrichtung“, das heißt zur Ladestation, kurzzeitig unterbrechen. Der Netzbetreiber sorgt so für eine bessere Auslastung der Stromnetze oder anders: einer besseren Balance zwischen Stromeinspeisung und Stromentnahme. Weil du die Ladestation kurzzeitig nicht nutzen kannst, zahlst du im Gegenzug etwas weniger fürs Netzentgelt und die Konzessionsabgabe – das sind zwei wichtige Komponenten des Strompreises. Als Stromversorger können wir diesen vergünstigten Arbeitspreis beim Tarif Wirklich Autostrom Plus anbieten. Finde deinen Preis heraus! Einfach Postleitzahl und Verbrauch in unseren Tarifrechner eingeben und auf Preis berechnen klicken.

Jetzt Tarifrechnen

 

Zweite Voraussetzung: Mindestens 10.000 Autokilometer pro Jahr.

Der Tarif setzt außerdem voraus, dass du viel fährst – mindestens 10.000 Kilometer im Jahr. Vor allem, wenn der Zähler erst eingebaut werden muss, würde der Preisnachlass die Einbau- und Betriebskosten des Zählers für Hin-und-wieder-Autofahrer nicht immer decken.

 

Auch das gibt’s: Autostrom über einen HT/NT-Zähler abrechnen. 

Für Haushalte, die ohnehin Strom vor allem nachts verbrauchen und deshalb mit einem HT/NT-Zähler ausgestattet sind, lohnt sich ein HT/NT-Tarif umso mehr, wenn ein Elektroauto in den Haushalt Einzug hält, das ebenso immer nachts geladen wird. Auch bei diesem Tarif sind die Strompreiskomponenten Netzentgelt und Konzessionsabgabe etwas günstiger. HT/NT-Zähler sind oft in Haushalten eingebaut, die eine Nachtspeicherheizung nutzen. Weil diese sehr viel Strom verbrauchen, wird der Strom zu Nebenzeiten im Niedertarif (NT) in den Geräten gespeichert. Beim Niedertarif ist der Arbeitspreis für eine Kilowattstunde ebenso etwas günstiger. Du hast noch nie etwas von HT/NT gehört? Dann fällt dein Stromverbrauch wie bei den meisten Privathaushalten sowieso in der Hauptzeit an und wird entsprechend im Haupttarif (HT) abgerechnet. Du hast einen HT/NT-Zähler und lädst dein E-Auto praktisch immer nachts zwischen 22 Uhr und 7 Uhr? Dann kann sich ein HT/NT-Tarif für dich lohnen. Rechne aus, was dich das zu Hause kosten würde. Same, same: Postleitzahl und Stromverbrauch in den Tarifrechner eingeben und auf Preis berechnen klicken. Im Mittel kannst du verglichen zum klassischen Haushaltsstrom eine Preisersparnis von über 100 Euro erzielen.

>>> Jetzt HT/NT-Tarif berechnen. 

 

Fahren und verändern. 

Egal welcher Tarif für dich am besten ist: Bei Polarstern trägst du immer zur weltweiten Energiewende bei, auch als Nicht-Autofahrer. Mit unseren Ökostrom-Tarifen für alle Lebenslagen beziehst du 100 % erneuerbare Energie, förderst den Ausbau von neuen Ökokraftwerken und sorgst sogar dafür, dass Familien in Kambodscha ebenfalls saubere Energie nutzen können. Sieh dir an, was du mit Polarstern veränderst ... 

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