Pflanze vor Heizkörper

Es ist soweit: Mit dem neuen Jahr fällt 2021 auch der CO2-Preis auf fossile Brennstoffe wie Heizöl und Erdgas an. Wir zeigen dir, was diese CO2-Steuer bringt, wie stark die Kosten zum Heizen steigen und wie du deine Heizkosten berechnen und senken kannst.

von Michael

 

Deshalb gibt es die CO2-Bepreisung.

Um die Energiewende in allen Sektoren anzukurbeln.

Die CO2-Bepreisung gibt es aus drei Gründen: Um Schäden durch den Klimawandel zu bezahlen, um den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter zu forcieren und um die Energiewende in Bereichen zu fördern, wo sie noch etwas Hilfe braucht. Das betrifft vor allem den Wärme- und Verkehrssektor. Denn bislang ist hier von der Energiewende noch viel zu wenig zu spüren. So lag der Anteil der erneuerbaren Energien im Wärmebereich laut Umweltbundesamt 2019 erst bei 14,7 %, im Verkehrssektor lediglich bei 5,5 %.

Dabei konnte schon das bisschen Energiewende 2019 im Wärmebereich über 36 Millionen Tonnen CO2 einsparen, im Verkehr rund 8 Millionen Tonnen CO2. Da ist also noch richtig viel Klimaschutzpotenzial drin. Aber es wird nicht ausgeschöpft, weil fossile Energien lange wirtschaftlicher waren – zumindest kurzfristig betrachtet. Denn sind sie das wirklich?

>>> So viel teurer wird das Heizen mit fossiler Energie.

Um den Klimawandel zu bezahlen.

Bezieht man die Umweltkosten mit ein, sind fossile Energien um ein Vielfaches teurer als erneuerbare. Ihre Treibhausgasemissionen treiben die Erderwärmung an. Die Erderwärmung sorgt für mehr Naturkatastrophen. Naturkatastrophen verursachen Schäden. Schäden müssen behoben werden – und das kostet Geld. Laut einer Berechnung des Umweltbundesamts (UBA) verursacht eine Tonne CO2 Umweltkosten in Höhe von 180 Euro. Zählt man die Treibhausgase zusammen, die 2019 in Deutschland emittiert wurden, ergibt sich laut UBA ein Umweltschaden von rund 145 Milliarden Euro. Diese Kosten sind aber bislang nirgends eingepreist. Sie werden aber natürlich von der Allgemeinheit bezahlt. Langfristig ist es also günstiger, in den Klimaschutz zu investieren, als ständig die Schäden durch fossile Energie zu fixen.

 

So hoch sind die Umweltkosten der Energieträger.

Das Umweltbundesamt hat zudem berechnet, wie sich die einzelnen Energieträger in ihren Umweltkosten unterscheiden. Mit Umweltkosten sind “hohe Kosten für die Gesellschaft, etwa durch umweltbedingte Gesundheits- und Materialschäden, Ernteausfälle oder Schäden an Ökosystemen” gemeint.

So verursachte 2016 eine Kilowattstunde Strom aus Braunkohle Umweltkosten in Höhe von 20,81 Cent pro Kilowattstunde, eine Kilowattstunde Strom aus erneuerbaren Energien dagegen nur 2,6 Cent.

Tabelle: Umweltkosten der Energieträger pro Kilowattstunde. 

Fossile EnergienUmweltkostenErneuerbare EnergienUmweltkosten
Braunkohle20,81 cent/kWhWasserkraft0,30 cent/kWh
Steinkohle18,79 cent/kWhWindenergie0,28 cent/kWh
Erdgas8,59 cent/kWhPhotovoltaik1,64 cent/kWh
Öl20,06 cent/kWhBiomasse7,71 cent/kWh

Quelle: Umweltbundesamt.

CO2: Lokale Emission, globaler Schaden.

Für die Umweltkosten bezahlen am Ende natürlich alle, schließlich sind ihre Auswirkungen global. Laut einer Studie des UN-Büros für Katastrophenvorsorge UNDRR hat sich die Zahl der klimabedingten Naturkatastrophen in den letzten 20 Jahren im Vergleich zu den vorangegangenen zwei Dekaden verdoppelt. Oft sind gerade Länder des globalen Südens, die am wenigsten zur Erderwärmung beigetragen haben, besonders stark von den Katastrophen betroffen.

>>> Mehr über die Kosten des Klimawandels.

CO2-Verursacher übernehmen bislang kaum die Kosten.

Die größten CO2-Emittenten aus Industrie, Energie- oder Verkehrssektor mussten den Klimaschaden bislang finanziell kaum tragen. Gleichzeitig war der Druck, Emissionen – gerade im Verkehrs- und Wärmesektor – runterzufahren viel zu gering. Die CO2-Bepreisung ist ein wichtiger Anreiz, den Ausbau der erneuerbaren Energien auch in diesen Bereichen zu forcieren.

>>> Wie du bei Polarstern die Energiewende förderst.

 

So funktioniert die CO2-Bepreisung.

Die Bundesregierung hat folgendes beschlossen: Wer künftig Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel verkaufen möchte, zahlt ab Januar 2021 den jährlich festgelegten CO2-Preis. Gleichzeitig sind diese Unternehmen verpflichtet, Emissionsrechte zu erwerben. Diesen Emissionshandel gibt es im Strommarkt übrigens schon lange.

Und was geschieht mit dem Geld, das für den Ausstoß von CO2 bezahlt werden muss? Die Einnahmen durch die CO2-Bepreisung sollen genutzt werden, um die EEG-Umlage zu verringern und so die Strompreise zu senken. Damit sollen Haushalte am Ende nicht durch höhere Energiekosten belastet, sondern zur Nutzung erneuerbarer Energien motiviert werden. Ab 2024 soll das zusätzliche Geld außerdem zur Anhebung der Pendlerpauschale genutzt werden.

Übrigens: Ab 2026 gibt es keinen gesetzlich festgelegten CO2-Preis mehr. Dann soll sich der CO2-Preis bei 55 bis 65 Euro pro Tonne einpendeln – durch Versteigerung der CO2-Zertifikate.

 

So hoch ist die CO2-Bepreisung für Wärme und Mobilität.

Ab 2021 kostet der Ausstoß einer Tonne CO2 im Wärme- und Verkehrssektor 25 Euro und wird bis 2025 schrittweise auf 55 Euro pro Tonne angehoben:

Jahr20212022202320242025
CO2-Preis pro Tonne25 Euro30 Euro35 Euro45 Euro55 Euro

 

Zum Vergleich: In Schweden kostet eine Tonne CO2 ganze 115 Euro. So ist der anvisierte Preis in Deutschland vergleichsweise sogar niedrig. Vor allem wenn man bedenkt, dass Deutschland laut Emissionsdatenbank EDGAR den 6. Platz unter den größten CO2-Emittenten belegt und nach einer Berechnung des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung seit Beginn der Industrialisierung 4,7 % zur Erderwärmung beigetragen hat.

>>> So bietest du dem Klimawandel die Stirn.

Was die CO2-Bepreisung für deine Heizkosten bedeutet.

Aber was bedeutet diese CO2-Steuer nun für dich persönlich? Schließlich emittieren wir auch als Privatpersonen jede Menge CO2, gerade beim Heizen. Die folgende Tabelle zeigt dir, welche Mehrkosten dich beim Heizen mit fossilen Brennstoffen erwarten können. Denn am Ende hängt es davon ab, wie stark dein Energieversorger die CO2-Preise weitergibt. Ein Großteil von ihnen hat es bereits getan oder wird es in den nächsten Monaten tun:

20212022202320242025
Heizöl*7,9 ct/l9,5 ct/l11,1 ct/l14,2 ct/l17,4 ct/l
Erdgas0,6 ct/kWh0,7 ct/kWh0,8 ct/kWh1,1 ct/kWh1,3 ct/kWh

*ein Liter Heizöl entspricht etwa zehn Kilowattstunden.

Natürlich entscheidet am Ende auch dein Heizverhalten, die Wohnfläche und natürlich der Brennstoff, wie teuer es wirklich wird. Wie viel CO2 deine Heizung in etwa verursacht, kannst du zum Beispiel mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamts ausrechnen. Unsere Grafik zeigt, wie unterschiedlich viel Treibhausgase deutsche Haushalte je nach Brennstoff verursachen:

Treibhausgasemissionen nach Brennstoff
Bei den Emissionen schneidet die Wärmepumpe mit Ökostrom am besten ab.

So weit, so gut. Was also am Ende pro Jahr an Heizkosten auf dich zukommt, haben wir uns einmal näher angesehen. Dabei haben wir uns an dem im offiziellen Heizspiegel genannten mittleren Verbrauch deutscher Haushalte orientiert:

So sehr steigen die Kosten beim Heizen mit fossiler Energie.
So sehr steigen die Kosten beim Heizen mit fossiler Energie.

Was die CO2-Steuer fürs Autofahren bedeutet.

Auch bei Kraftstoffen fürs Auto musst du mit Mehrkosten rechnen. Folgende Tabelle verschafft dir einen Überblick:

20212022202320242025
Benzin7,0 ct/l8,4 ct/l9,8 ct/l12,6 ct/l15,4 ct/l
Diesel8,0 ct/l9,6 ct/l11,2 ct/l14,4 ct/l

17,6 ct/l

 

Zum Vergleich: Wer sein Auto für 100 km volltanken möchte, zahlt Stand Dezember 2020 laut ADAC 1,33 €/l für Super und 1,10 €/l für Diesel. Mit dem neuen CO2-Preis steigen die Kosten auf 1,40 €/l für Super und 1,18 €/l für Diesel. Bei dem recht sparsamen VW up! rechnet der ADAC mit einem Verbrauch von 5,1 Litern Super für 100 km. Das wären also Spritkosten von 7,14 €. Beim Elektro-Modell des VW up! gibt der ADAC 16,7 kWh/100km an. Bei einem Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde ergibt das 5,01 €. Für 100 km kostet hier die Elektro-Version also 2,13 € weniger als der Verbrenner. Übrigens steigt die Kfz-Steuer bei Autos mit hohem Spritverbrauch ebenfalls durch den CO2-Preis.

>>> Grün und günstig: Mehr zum Thema Elektromobilität erfahren.

 

Wie du die Heizkosten trotz CO2-Preis senkst.

1. Ökoenergie bestellen. 

Der Brennstoff beeinflusst die Treibhausgase und damit auch die Höhe des CO2-Steuer. Mit der Wahl seines Energieträgers hat ein Haushalt maßgeblich die Heizkosten und den CO2-Ausstoß selbst in der Hand – einen Grund mehr zu Ökoenergie zu wechseln. Zum Beispiel zu uns, Polarstern.

Wirklich Ökogas.

Wer mit Gas heizt, dem sei unser Wirklich Ökogas ans Herz gelegt. Das Ökogas von Polarstern ist immer 100 % Biogas aus Europa – TÜV Nord zertifiziert und ohne Gülle aus der Massentierhaltung. In unserem Wirklich Ökogas Vegan kommen sogar nur Substrate zum Einsatz, die nicht-tierischen Ursprungs sind. So finden diese Reste mit der Produktion von Wirklich Ökogas noch eine sinnvolle Weiterverwendung.

Preis für Wirklich Ökogas berechnen

Wirklich Ökostrom.

Für Stromheizungen bieten wir Ökostrom-Spezialtarife für Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen aus deutscher Wasserkraft an. Der CO2-Fußabdruck fürs Heizen rutscht dadurch auf praktisch 0.

Preis für Wirklich Ökostrom berechnen

2. Heizungssystem tauschen.

Jetzt können nicht alle Haushalte den Brennstoff frei wählen. Gerade Mietwohnungen sind oft mit zentralen Öl- und Gasheizungen ausgestattet, sprich der/die Immobilienbesitzer:in entscheidet, wie geheizt wird. Immerhin könnte die CO2-Steuer jetzt Bewegung in die Heizungskeller bringen. Dort liegt ein ungenutztes Klimaschutzpotenzial, das bislang nur wenige bergen: Laut Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie ist jede zweite Heizung in Deutschland älter als 20 Jahre und dadurch völlig ineffizient. Das betrifft 12 Millionen Heizungen in Deutschland. Wer das Heizungssystem anpacken möchte: Es gibt jede Menge Förderungen, zum Beispiel von der BAFA.

>>> Oder der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

3. Dämmen.

Trotzdem setzen sich aktuell bei einem Austausch des Heizungssystems immer noch Öl- und Gasheizungen durch. Im Bestand ist der Einsatz von modernen Gasbrennwertthermen teilweise nachvollziehbar, weil ein Gebäude gut gedämmt sein muss, damit zum Beispiel eine Wärmepumpe effizient arbeiten kann.

Aber auch im Neubau sind ein Drittel der Heizungssysteme Gasheizungen, und das ist weniger nachvollziehbar. Denn hier entsprechen die Gebäude bereits hohen Effizienzstandards. Verschenktes Klimaschutzpotenzial – und mit dem CO2-Preis auch ein Kostenrisiko.

Am besten ist es, den Austausch des Heizungssystems im Zuge einer Dämmung vorzunehmen und auf das effizientere System zu setzen. Die Verbraucherzentrale berät dich, wie du dein Gebäude energieeffizienter machst und welche Förderungen für dich infrage kommen.

4. Bewusster heizen.

Heizkosten senken geht immer. Dass bereits 1 °C weniger am Thermostat rund 6 % Heizenergie spart und dass man die Heizung nicht mit Möbeln verstellt oder richtig lüftet, sind Standards – und trotzdem wirklich gute Heiztipps. Wer sie konsequent umsetzt, spart wirklich Energie. Und wer für die Heizung wirklich bessere Energie braucht – kommt natürlich auf uns zu.

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