Wie sich die CO2-Steuer auf die Heizkosten unterschiedlicher Heizsysteme auswirkt – und wie man sie senken kann.

von Michael

 

Deshalb gibt es die CO2-Bepreisung.

1. Um die Energiewende in allen Sektoren anzukurbeln.

Die CO2-Bepreisung gibt es aus drei Gründen: Um Schäden durch den Klimawandel zu bezahlen, um den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter zu forcieren und um die Energiewende in Bereichen zu fördern, wo sie noch etwas Hilfe braucht. Das betrifft vor allem den Wärme- und Verkehrssektor. Denn bislang ist hier von der Energiewende noch zu wenig zu spüren. So lag der Anteil der erneuerbaren Energien im Wärmebereich laut Umweltbundesamt 2018 erst bei 14,4 %, im Verkehrssektor lediglich bei 5,6 %. 

Dabei konnte schon das bisschen Energiewende 2018 im Wärmebereich rund 35 Millionen Tonnen CO2 einsparen, im Verkehr rund 8 Millionen Tonnen CO2. Da ist also noch richtig viel Klimaschutzpotenzial drin. Aber es wird nicht ausgeschöpft, weil fossile Energien immer noch als wirtschaftlicher betrachtet werden. Aber sind sie das?

 

2. Um den Klimawandel zu bezahlen.

Bezieht man die Umweltkosten mit ein, sind fossile Energien um ein Vielfaches teurer als erneuerbare. Ihre Treibhausgasemissionen treiben die Erderwärmung an. Die Erderwärmung sorgt für mehr Naturkatastrophen. Naturkatastrophen verursachen Schäden. Schäden müssen behoben werden – und Beheben kostet Geld. Laut einer Berechnung des Umweltbundesamts (UBA) verursacht eine Tonne CO2 Umweltkosten in Höhe von 180 Euro. Zählt man die Treibhausgase zusammen, die 2016 in Deutschland emittiert wurden, ergibt sich laut UBA ein Umweltschaden von 164 Milliarden Euro. Diese Kosten sind aber bislang nirgends eingepreist. Sie werden aber natürlich von der Allgemeinheit bezahlt. Langfristig ist es also günstiger, in den Klimaschutz zu investieren, als ständig die Schäden durch fossile Energie zu fixen. 

 

So hoch sind die Umweltkosten der Energieträger.

Das Umweltbundesamt hat zudem berechnet, wie sich die einzelnen Energieträger in ihren Umweltkosten unterscheiden. So verursachte 2016 eine Kilowattstunde Strom aus Braunkohle Umweltkosten in Höhe von 20,81 Cent pro Kilowattstunde, eine Kilowattstunde Strom aus erneuerbaren Energien dagegen nur 2,6 Cent.

Tabelle: Umweltkosten der Energieträger pro Kilowattstunde. 

Fossile EnergienUmweltkostenErneuerbare EnergienUmweltkosten
Braunkohle20,81 cent/kWhWasserkraft0,30 cent/kWh
Steinkohle18,79 cent/kWhWindenergie0,28 cent/kWh
Erdgas8,59 cent/kWhPhotovoltaik1,64 cent/kWh
Öl20,06 cent/kWhBiomasse7,71 cent/kWh

Quelle: Umweltbundesamt.

 

CO2: Lokale Emission, globaler Schaden. 

Für die Umweltkosten bezahlen am Ende natürlich alle, schließlich sind ihre Auswirkungen global. Laut einer Studie des UN-Büros für Katastrophenvorsorge UNDRR hat sich die Zahl der klimabedingten Naturkatastrophen in den letzten 20 Jahren im Vergleich zu den vorangegangenen zwei Dekaden verdoppelt. Oft sind gerade Länder des globalen Südens, die am wenigsten zur Erderwärmung beigetragen haben, besonders stark von den Katastrophen betroffen. Aber auch in Deutschland ist der Schaden größer, als man vermuten würde. Das Land gehört laut UNDRR sogar zu den Top 10 der Länder mit den höchsten Schadensbilanzen.

>>> Mehr über die Kosten des Klimawandels.

 

CO2-Verursacher übernehmen bislang kaum die Kosten.

Die größten CO2-Emittenten aus Industrie, Energie- oder Verkehrssektor mussten den Klimaschaden bislang finanziell kaum tragen. Gleichzeitig war der Druck, Emissionen – gerade im Verkehrs- und Wärmesektor – runterzufahren viel zu gering. Die CO2-Bepreisung ist ein wichtiger Anreiz, den Ausbau der erneuerbaren Energien auch in diesen Bereichen zu forcieren.  

>>> Wie du bei Polarstern die Energiewende förderst. 

 

So hoch ist die CO2-Bepreisung für Wärme und Mobilität.

Ab 2021 wird der Ausstoß einer Tonne CO2 im Wärme- und Verkehrssektor 25 Euro kosten und ab 2025 auf 55 Euro pro Tonne angehoben. Zum Vergleich: In Schweden kostet eine Tonne CO2 derzeit 121,3 US Dollar. So ist der anvisierte Preis in Deutschland vergleichsweise im Rahmen. Vor allem wenn man bedenkt, dass Deutschland laut Emissionsdatenbank EDGAR den 7.Platz unter den größten CO2-Emittenten belegt und nach einer Berechnung des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung seit Beginn der Industrialisierung 4,7 % zur Erderwärmung beigetragen hat.

Klimaschutz: Vier einfache Schritte für eine bessere Umwelt.

 

Was die CO2-Bepreisung für die eigenen Heizkosten bedeutet.

Aber was bedeuten die 25 Euro CO2-Steuer nun für einen selbst? Schließlich emittieren wir auch als Privatpersonen jede Menge CO2, gerade beim Heizen. Der Energiedienstleister Ista und die Technische Universität Dortmund haben schon mal ein bisschen gerechnet. Basierend auf 65.000 Heizverbrauchsdaten von Mehrfamilienhäusern würde man in einer bundesdeutschen Durchschnittswohnung von 71 Quadratmetern mit einer Gasheizung 45,61 Euro mehr im Jahr zahlen, mit einer Ölheizung 60,71 Euro. Weil Öl mehr CO2 verursacht als Gas, fällt die Abgabe auch höher aus. Wenn der CO2-Preis pro Tonne ab 2025 auf 55 angehoben wird, kommen nach der Modellrechnung auf den 71-Quadratmeter-Gas-Haushalt im Schnitt 100,34 Euro Mehrkosten zu, auf den Öl-Haushalt 133,57 Euro. 

 

Was die CO2-Bepreisung fürs Autofahren bedeutet. 

Auch das Magazin Finanztipp hat eine Berechnung durchgeführt und dazu auch die Mehrkosten für Kraftstoffe miteinbezogen. Nach der Kalkulation würde man ab 2021 für den Liter Benzin 6,6 Cent mehr pro Liter bezahlen, für Diesel sogar 7,8 Cent. Ab 2025 stiege die CO2-Bepreisung auf 14,4 Cent pro Liter Benzin und auf 17,1 Cent pro Liter Diesel. 

 

Wo du durch die CO2-Bepreisung etwas zurückbekommst. 

Ob und wie sich der CO2-Preis am Ende wirklich auf die Haushaltskasse niederschlagen wird, lässt sich trotzdem noch nicht verbindlich sagen. Denn das Ziel der Steuer ist auch, klimafreundliches Verhalten zu belohnen. So sollen etwa zwei Drittel der Einnahmen durch die CO2-Bepreisung dafür aufgewendet werden, die Bürger wieder zu entlasten. So wird schon ab 2021 die EEG-Umlage um 2 Cent pro Kilowattstunde sinken. Gleichzeitig soll die Pendlerpauschale ab dem 21. Kilometer steigen. Ab 2021 auf 35 Cent und ab 2024 auf 38 Cent. Weitere Maßnahmen zur Entlastung der Bürger sind noch in der Diskussion.

 

Auch andere Faktoren beeinflussen die Kosten. 

Auch andere Faktoren beeinflussen die tatsächlichen Kosten, etwa das Heizverhalten, die Wohnfläche und natürlich mit welchem Brennstoff geheizt wird. Wie viel CO2 deine Heizung in etwa verursacht, kannst du zum Beispiel mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamts ausrechnen. Unsere Grafik zeigt, wie unterschiedlich hoch die Treibhausgase deutscher Haushalte je nach Brennstoff ausfallen. 

Am besten schneidet die Wärmepumpe mit Ökostrom ab. Gibt's bei uns!

 

Wie du die Heizkosten trotz CO2-Preis senkst.

1. Ökoenergie bestellen. 

Der Brennstoff hat einen Einfluss auf die Treibhausgase und damit auch auf die Höhe der CO2-Steuer. Mit der Wahl seines Energieträgers beeinflusst ein Haushalt maßgeblich die Heizkosten – einen Grund mehr zu Ökoenergie zu wechseln. Zum Beispiel zu uns, Polarstern.

 

Wirklich Ökogas.

Wer mit Gas heizt, dem sei unser Wirklich Ökogas ans Herz gelegt. Das Ökogas wird ausschließlich aus organischen Reststoffen gewonnen. Gülle aus der Massentierhaltung kommt nicht zum Einsatz, auch müssen keine Monokulturen für die Erzeugung angepflanzt werden. In unser Wirklich Ökogas kommen nur Reststoffe, die bei der Produktion von Zucker anfallen. So finden diese Reste mit der Produktion von Wirklich Ökogas noch eine sinnvolle Weiterverwendung. 

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Wirklich Ökostrom.

Für Stromheizungen bieten wir Wirklich Ökostrom aus deutscher Wasserkraft aus dem Innkraftwerk Feldkirchen. Der CO2-Fußabdruck fürs Heizen rutscht dadurch auf praktisch 0. Außerdem gibt es Wirklich Ökostrom auch als Spezialtarif für Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen. 

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2. Heizungssystem tauschen.

Jetzt können nicht alle Haushalte, den Brennstoff frei wählen. Gerade Mietwohnungen sind oft mit veralteten Öl- und Gasheizungen ausgestattet. Immerhin könnte die CO2-Steuer jetzt Bewegung in die Heizungskeller bringen. Dort liegt ein ungenutztes Klimaschutzpotenzial, das bislang nur wenige bergen wollen: Laut Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie ist jede zweite Heizung in Deutschland älter als 20 Jahre und dadurch völlig ineffizient. Das betrifft 12 Millionen Heizungen in Deutschland. Das ist übrigens nicht nur schlecht fürs Klima, sondern auch für die Gesundheit. 2018 stellte der Verband der Schornsteinfeger bei 116.000 Messungen eine Überschreitung der zulässigen Kohlenmonoxid-Grenzwerte fest. Wer das Heizungssystem anpacken möchte: Es gibt jede Menge Förderungen, zum Beispiel von der BAFA

>>> Oder der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). 

 

3. Dämmen.

Trotzdem setzen sich aktuell bei einem Austausch des Heizungssystems immer noch Öl- und Gasheizungen durch. Laut Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) betrifft das 85 % der 2018 neu installierten Heizanlagen. Im Bestand ist das teilweise nachvollziehbar, weil ein Gebäude schon gut gedämmt sein muss, damit zum Beispiel eine Wärmepumpe effizient arbeiten kann. 

Aber auch im Neubau sind ein Drittel der Heizungssysteme Gasheizungen, und das ist weniger nachvollziehbar. Denn hier entsprechen die Gebäude bereits hohen Effizienzstandards. Verschenktes Klimaschutzpotenzial – und mit der CO2-Steuer auch ein Kostenrisiko. 

Am besten ist es, den Austausch des Heizungssystems im Zuge einer Dämmung vorzunehmen und auf das effizientere System zu setzen. Die Verbraucherzentrale berät dich, wie du dein Gebäude energieeffizienter machst und welche Förderungen für dich infrage kommen. 

 

4. Bewusster heizen. 

Heizkosten senken geht immer. Dass bereits 1 °C weniger am Thermostat 6 % Heizenergie spart, dass man die Heizung nicht mit Möbeln verstellt oder richtig lüftet, sind Standards –  und trotzdem wirklich gute Heiztipps. Wer sie konsequent umsetzt, spart wirklich Energie. Die Kosten für die CO2-Bepreisung hat man in jedem Fall wieder drin, und wahrscheinlich noch mehr. Laut Heizspiegel liegen die Sparpotenziale in einer 100-Quadratmeter-Wohnung bei bis zu 1.000 Euro im Jahr, in einem Einfamilienhaus von 160 Quadratmetern sogar bei über 2.000 Euro. Und wer für die Heizung wirklich bessere Energie braucht – kommt natürlich auf uns zu.  

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