CO2 Bepreisung und Heizen

CO2-Bepreisung: Was sie für deine Heizkosten bedeutet.

CO2 Bepreisung und Heizen

Seit 2021 fällt der CO2-Preis auf fossile Brennstoffe wie Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel an. Ab 2024 soll die Steuer auf 40 Euro pro Tonne CO2 steigen. Wir zeigen dir, was die CO2-Steuer bringt, wie stark die Kosten beim Heizen und Tanken steigen und wie du deine Heizkosten berechnen und senken kannst.

von Michael. - Lesezeit: 6 Minuten

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Deshalb gibt es die CO2-Bepreisung.

Um die Energiewende in allen Sektoren anzukurbeln.

Die CO2-Bepreisung gibt es aus drei Gründen:

  • Um Schäden durch die Klimakrise zu bezahlen,
  • um den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter zu forcieren und
  • um die Energiewende in Bereichen zu fördern, wo sie noch etwas Hilfe braucht.

Das betrifft vor allem den Wärme- und Verkehrssektor. Denn bislang ist hier von der Energiewende noch viel zu wenig zu spüren. So lag der Anteil der erneuerbaren Energien im Wärmebereich laut Umweltbundesamt 2022 erst bei 17,4 %, im Verkehrssektor lediglich bei 6,8 %. Da ist also noch richtig viel Luft nach oben bzw. Klimaschutzpotenzial drin. Es wird nur nicht ausgeschöpft, weil fossile Energien lange wirtschaftlicher waren – zumindest kurzfristig betrachtet. Denn sind sie das wirklich?

Um den Klimakollaps abzufedern.

Berücksichtigt man die Umweltkosten, sind fossile Energien um ein Vielfaches teurer als erneuerbare Energien. Ihre Treibhausgasemissionen treiben die Erderwärmung an. Die Erderwärmung sorgt für mehr Extremwetterereignisse und Naturkatastrophen. Naturkatastrophen wie Starkregen und Hitzeperioden verursachen Schäden. Schäden müssen behoben werden – und das kostet viel Geld. Laut einer Berechnung des Umweltbundesamts (UBA) verursacht eine Tonne CO2 Umweltkosten in Höhe von 180 Euro. Zählt man die Treibhausgase zusammen, die beispielsweise 2019 in Deutschland emittiert wurden, ergibt sich laut UBA ein Umweltschaden von rund 145 Milliarden Euro. Diese Kosten sind aber bislang nirgends eingepreist. Sie werden aber natürlich von der Allgemeinheit bezahlt. Langfristig ist es also günstiger, in den Klimaschutz zu investieren, als ständig die Schäden durch fossile Energie zu fixen.

So hoch sind die Umweltkosten der Energieträger.

Das Umweltbundesamt hat zudem berechnet, wie sich die einzelnen Energieträger in ihren Umweltkosten unterscheiden. Mit Umweltkosten sind “hohe Kosten für die Gesellschaft, etwa durch umweltbedingte Gesundheits- und Materialschäden, Ernteausfälle oder Schäden an Ökosystemen” gemeint. So verursachte 2022 eine Kilowattstunde Strom aus Braunkohle Umweltkosten in Höhe von 27,14 Cent pro Kilowattstunde, eine Kilowattstunde Strom aus erneuerbaren Energien dagegen nur 2,10 Cent (Photovoltaik).

Tabelle: Umweltkosten der Energieträger in Cent pro Kilowattstunde (Stand 2022).

EnergieträgerUmweltkosten
Braunkohle27,14 Cent/kWh
Steinkohle24,53 Cent/kWh
Erdgas11,21 Cent/kWh
Öl25,68 Cent/kWh
Wasserkraft0,39 Cent/kWh
Windenergie0,35 Cent/kWh
Photovoltaik2,10 Cent/kWh
Biomasse10,19 Cent/kWh

Quelle: Umweltbundesamt.

CO2: Lokale Emissionen, globaler Schaden.

Für die Umweltkosten bezahlen am Ende natürlich alle, schließlich sind ihre Auswirkungen global. Laut einer Studie des UN-Büros für Katastrophenvorsorge UNDRR hat sich die Zahl der klimabedingten Naturkatastrophen in den letzten 20 Jahren im Vergleich zu den vorangegangenen zwei Dekaden verdoppelt. Oft sind gerade Länder des globalen Südens, die am wenigsten zur Erderwärmung beigetragen haben, besonders stark von den Katastrophen betroffen.

Mehr zu den Kosten des Klimawandels

CO2-Verursacher übernehmen bislang kaum die Kosten fürs Klima.

Die größten CO2-Emittenten aus Industrie, Energie- oder Verkehrssektor mussten den Klimaschaden bislang finanziell kaum tragen. Gleichzeitig war der Druck, Emissionen – gerade im Verkehrs- und Wärmesektor – runterzufahren viel zu gering. Die CO2-Bepreisung ist ein wichtiger Anreiz, den Ausbau der erneuerbaren Energien auch in diesen Bereichen zu forcieren.

Wie du bei Polarstern die Energiewende förderst

So funktioniert die CO2-Bepreisung in Deutschland.

Die Bundesregierung hat Folgendes beschlossen: Wer Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel verkauft, zahlt seit Januar 2021 den jährlich festgelegten CO2-Preis, der kontinuierlich steigt. Gleichzeitig sind diese Unternehmen verpflichtet, Emissionsrechte zu erwerben. Diesen Emissionshandel gibt es im Strommarkt übrigens schon lange.

Was wird wegen der CO2-Steuer genau teurer?

Antwort: Eine ganze Menge. Deutschland erhebt den CO2-Preis unter anderem auf fossile Brennstoffe und Kraftstoffe wie Benzin und Diesel. Das ist aber noch nicht alles, wie die Übersicht zeigt:

  • Heizöl
  • Erdgas
  • Flüssiggas (verflüssigtes Erdgas/Methan, Propan, Butan und andere)
  • Fernwärme (sofern zur Erzeugung Öl oder Gas verbrannt wird)
  • Benzin
  • Diesel
  • Flugbenzin
  • Kohle (seit 2023)
  • Abfälle bzw. Müllverbrennung (ab Januar 2024)

Quelle: Bundesregierung

Und was geschieht mit dem Geld, das für den Ausstoß von CO2 bezahlt werden muss? Die Einnahmen durch die CO2-Bepreisung sollen genutzt werden, um die EEG-Umlage zu verringern und so die Strompreise zu senken. Damit sollen Haushalte am Ende nicht durch höhere Energiekosten belastet, sondern zur Nutzung erneuerbarer Energien motiviert werden.

Übrigens: Ab 2026 gibt es Stand jetzt keinen gesetzlich festgelegten CO2-Preis mehr. Dann soll sich der CO2-Preis bei 55 bis 65 Euro pro Tonne einpendeln – durch Versteigerung der CO2-Zertifikate. Allerdings wurde die jährliche Erhöhung des CO2-Preises aufgrund der Energiekrise für 2023 ausgesetzt.

So hoch ist die CO2-Bepreisung für Wärme und Mobilität.

Ab 2021 kostet der Ausstoß einer Tonne CO2 im Wärme- und Verkehrssektor 25 Euro und wird bis 2025 schrittweise auf 50 Euro pro Tonne angehoben. Bis zum Jahr 2027 könnte der Preis pro Tonne laut Berechnungen vermutlich bei 85 Euro liegen:

2021202220232024202520262027
CO2-Preis pro Tonne25 Euro30 Euro30 Euro40 Euro50 Euro55 bis 65 Eurofreie Preisbildung über den Markt

*Aufgrund der Energiekrise wurde die Erhöhung für 2023 ausgesetzt.

Quelle: Gesetz über einen nationalen Zertifikatehandel für Brennstoffemissionen (Brennstoffemissionshandelsgesetz)

Zum Vergleich: In Schweden kostete eine Tonne CO2 in den vergangenen Jahren zwischen 115 und 122 Euro. So ist der anvisierte CO2-Preis in Deutschland vergleichsweise sogar niedrig. Vor allem wenn man bedenkt, dass Deutschland laut Emissionsdatenbank EDGAR den 6. Platz unter den größten CO2-Emittenten belegt und nach einer Berechnung des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung seit Beginn der Industrialisierung 4,7 % zur Erderwärmung beigetragen hat.

So bietest du dem Klimawandel die Stirn

Was die CO2-Bepreisung für deine Heizkosten bedeutet.

Aber was bedeutet diese CO2-Steuer nun für dich? Kurz gesagt, wer mit Öl oder Gas heizt, wird nach 2023 deutliche Preissteigerungen spüren. Schließlich emittieren wir als Privatpersonen jede Menge CO2, gerade beim Heizen. Die folgende Tabelle zeigt dir, welche Mehrkosten dich beim Heizen mit fossilen Brennstoffen erwarten. Allerdings haben sich die Preise 2022 und 2023 aufgrund der Energiekrise deutlich erhöht, da die Energiebeschaffungskosten gestiegen sind. Bis 2027 soll vor allem der CO2-Preis bei Heizöl kräftig ansteigen auf mehr als 27 Cent pro Liter.

Entwicklung der CO2-Preise bei Heizöl und Erdgas (Stand: Oktober 2023).

20212022**2023**2024202520262027
Heizöl*7,9 ct/l9,5 ct/l9,55 ct/l12,74 ct/l15,92 ct/l19,11 ct/l27,07 ct/l
Erdgas0,6 ct/kWh0,7 ct/kWh0,64 ct/kWh0,96 ct/kWh1,20 ct/kWh1,43 ct/kWh2,03 ct/kWh

*ein Liter Heizöl entspricht etwa zehn Kilowattstunden

**durch die Energiekrise haben sich die hier genannten, ursprünglich prognostizierten Kosten durch die teure Energiebeschaffung erhöht.

***Quellen: Finanztip-Berechnung nach EBeV 2030, § 10 Abs. 2 BEHG, Entwurf eines Haushaltsfinanzierungsgesetzes von August 2023, EUA Daily Future bei Intercontinental Exchange (Stand: 16. Oktober 2023)

👉 Kein CO2-Preis fällt dagegen bei Wärmepumpen und Biomasse wie Holzpellets und Hackschnitzel an.

Natürlich entscheidet am Ende auch dein eigenes Heizverhalten, die Wohnfläche und natürlich der Brennstoff, wie teuer es wirklich wird. In schlecht sanierten Einfamilienhäusern, die mit Öl heizen, kann allein die CO2-Abgabe im Jahr 2027 mit mehr als 500 Euro zu Buche schlagen. Wie viel CO2 deine Heizung in etwa verursacht, kannst du zum Beispiel mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamts ausrechnen. Unsere Grafik zeigt, wie unterschiedlich viel Treibhausgase deutsche Haushalte je nach Brennstoff verursachen:

Bei den Emissionen schneidet die Wärmepumpe mit Ökostrom am besten ab.

So weit, so gut. Was also am Ende pro Jahr an Heizkosten auf dich zukommt, haben wir uns einmal näher angesehen. Dabei haben wir uns an dem im offiziellen Heizspiegel genannten mittleren Verbrauch deutscher Haushalte orientiert:

So sehr steigen die Kosten beim Heizen mit Erdgas.

Was die CO2-Steuer fürs Autofahren bedeutet.

Auch bei Kraftstoffen fürs Auto musst du wegen der CO2-Abgabe mit Mehrkosten rechnen. Folgende Tabelle verschafft dir einen Überblick über den Anstieg durch den CO2-Preis (Stand: Oktober 2023):

202120222023202420252026
Benzin7,0 ct/l8,4 ct/l8,4 ct/l11,3 ct/l14,1 ct/l16,9 ct/l
Diesel8,0 ct/l9,5 ct/l9,5 ct/l12,6 ct/l15,8 ct/l18,9 ct/l

Quelle: ADAC. Der Preisanstieg bezieht sich immer auf das Basisjahr 2020.

Die Einführung der CO2-Steuer im Jahr 2021 hat Tanken in Deutschland teurer gemacht. So sind die Spritkosten laut ADAC deutlich gestiegen: im Vergleich zu 2020 bei Super E10 im Schnitt um 7 Cent und bei Diesel um 8 Cent je Liter.

Weil die Regierung die für 2023 vorgesehene Erhöhung wegen der Energiekrise um ein Jahr verschoben hat, blieb der CO2-Preis für Benzin und Diesel unverändert. Nach der zwischenzeitlichen Energiekostenentlastung will der Staat die CO2-Steuer ab 2024 nun wieder jährlich anheben.

👉 2026 sollen Benzin und Diesel 17 bzw. 19 Cent mehr kosten als 2020.

Der Plan ist, die Abgabe bis 2025 auf 50 Euro je Tonne zu erhöhen. Ein Jahr später soll sich der Preis durch die Versteigerung von begrenzt verfügbaren CO2-Zertifikaten bilden – in einem Korridor zwischen 55 bis 65 Euro je Tonne. 2026 würde Benzin im Mittel etwa 17 Cent und Diesel rund 19 Cent mehr pro Liter kosten, als das ohne die Abgabe der Fall wäre.

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Wie du die Heizkosten trotz CO2-Preis senkst.

1. Ökoenergie bestellen.

Der Brennstoff beeinflusst die Treibhausgase deines Energiebedarfs. Mit der Wahl seines Energieträgers hast du also maßgeblich die Heizkosten und den CO2-Ausstoß selbst in der Hand – einen Grund mehr zu Ökoenergie zu wechseln. Zum Beispiel zu uns, Polarstern.

Wirklich Ökogas.

Wer mit Gas heizt, dem sei unser Wirklich Ökogas ans Herz gelegt. Das Ökogas von Polarstern ist immer 100 % Biogas aus Europa, vom TÜV Nord zertifiziert und frei von Gülle aus der Massentierhaltung. In unserem Wirklich Ökogas Vegan kommen sogar nur Substrate zum Einsatz, die nicht-tierischen Ursprungs sind.

Wirklich Ökostrom.

Für Stromheizungen bieten wir Ökostrom-Spezialtarife für Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen an. Der CO2-Fußabdruck fürs Heizen rutscht dadurch auf praktisch 0.

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2. Heizungssystem tauschen.

Jetzt können nicht alle Haushalte den Brennstoff frei wählen. Gerade Mietwohnungen sind oft mit zentralen Öl- und Gasheizungen ausgestattet, sprich der/die Immobilienbesitzer:in entscheidet, wie geheizt wird. Immerhin könnte die CO2-Steuer jetzt Bewegung in die Heizungskeller bringen. Dort liegt ein ungenutztes Klimaschutz-Potenzial, das bislang nur wenige bergen: Laut Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie ist jede zweite Heizung in Deutschland älter als 20 Jahre und dadurch völlig ineffizient. Das betrifft rund 12 Millionen Heizungen in Deutschland. Wer das Heizungssystem zuhause anpacken möchte: Es gibt jede Menge Förderungen, zum Beispiel von der BAFA oder der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

3. Dämmen.

Trotzdem setzen sich aktuell bei einem Austausch des Heizungssystems immer noch Öl- und Gasheizungen durch. Im Bestand ist der Einsatz von modernen Gasbrennwertthermen teilweise nachvollziehbar, weil ein Gebäude gut gedämmt sein muss, damit zum Beispiel eine Wärmepumpe effizient arbeiten kann.

Aber auch im Neubau sind ein Drittel der Heizungssysteme Gasheizungen, und das ist weniger nachvollziehbar. Denn hier entsprechen die Gebäude bereits hohen Effizienzstandards. Verschenktes Klimaschutzpotenzial – und mit dem CO2-Preis auch ein Kostenrisiko.

Am besten ist es, den Austausch des Heizungssystems im Zuge einer Dämmung vorzunehmen und auf das effizientere System zu setzen. Die Verbraucherzentrale berät dich, wie du dein Gebäude energieeffizienter machst und welche Förderungen für dich infrage kommen.

4. Bewusster heizen.

Heizkosten senken geht immer. Dass bereits 1 °C weniger am Thermostat rund 6 % Heizenergie spart und dass man die Heizung nicht mit Möbeln zustellt oder richtig lüftet, sind Standards, die du vermutlich schon kennst – und trotzdem wirklich gute Heiztipps. Wer sie konsequent umsetzt, spart wirklich Energie. Und wer für die Heizung wirklich bessere Energie braucht, kommt natürlich auf uns zu.

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Portrait von Michael.

Michael. | Team Wirklich

E‑Mail: michael@polarstern-energie.de

Michael ist ein alter Hase im Marketing-Team und schon seit 2012 dabei. Als Online-Redakteur stammen viele Texte auf unserer Seite und im Polarstern Magazin aus seiner unverwechselbaren Feder.