Ab 2024 müssen neu eingebaute Heizungen mit mindestens 65 % erneuerbaren Energien betrieben werden. Den Fossilen muss man wirklich keine Träne nachweinen. Das Heizen mit erneuerbaren Energien ist klimafreundlich, effizient und oftmals günstiger. Wir zeigen, wie du effizient und sauber mit erneuerbaren Energien heizt und welche Förderungen es gibt.

von Michael

Wahl des Heizsystems: Weitreichende Entscheidung.

Mit der Wahl des Heizsystems triffst du eine Entscheidung für oder gegen den Klimaschutz. Für oder gegen die Abhängigkeit von Energieimporten. Ja, man kann es so drastisch sagen: für oder gegen die Zukunft. Denn Energiekrise, Krieg und Klimawandel sind nun mal größtenteils eine Folge von der Nutzung fossiler Energieträger.

Die Fossilen machen einem aber auch ganz konkret einen Strich durch die eigene Energierechnung. Die Öl- und Gaspreise sind unberechenbar. Mit dem Ergebnis, dass Heizen 2022 doppelt so teuer war als zwei Jahre zuvor und es 2023 nur deshalb etwas besser wird, weil der Staat die Preise deckelt. Neue saubere Heizungen braucht das Land. Welche effizienten Möglichkeiten gibt es da?

Heizen mit erneuerbaren Energien: Heizsysteme im Vergleich.

Der Schnellcheck.

Heizsystem

Bedingung

Vorteil

Nachteil

Nachhaltigkeit

 

 

 

 

 

Wärmepumpe

Gute Dämmung

Wartungsarm
Platzsparend
Effizient
Klimafreundlich

Hoher
Stromverbrauch
Teils hoher Planungsaufwand

Nutzung erneuerbarer Energien

Solarthermie

Freie Dachfläche, möglichst nach Süden 

Wärme ohne Betriebskosten

Effizienz abhängig von Sonnenstrahlung

Nutzung erneuerbarer Energien

Heizen mit Pellets

Lagerplatz für Pellets und großen Holzpelletkessel

Automatischer Betrieb Geringe Betriebkosten

Hohe Investition

Nutzung nachwachsender Rohstoffe

Hybridheizung

Platz und Budget für die Installation zweier Heizungen 

Reduziert Heizkosten 

Hohe Kosten, Ausreichend Planung nötig

Nutzung erneuerbarer Energien

Gasheizung Gasanschluss oder Gastank Effizienz durch Brennwertnutzung, Geringe Investitionskosten

Mit Erdgas klimaschädlich

Hohe Gaspreise

Nur klimafreundlich, mit Ökogas

Wärmepumpen: effizient und klimafreundlich – unter einer Bedingung. 

Leistung von Wärmepumpen.

Besonders effizient sind Wärmepumpen. Sie nutzen die vorhandene Wärme aus dem Boden, dem Grundwasser oder der Luft und leiten diese dann an das Heizsystem weiter. Im Ergebnis können Wärmepumpen mit nur einer Kilowattstunde (kWh) Strom schon bis zu 4 kWh Heizenergie erzeugen. Wie du eine besonders effiziente Wärmepumpe erkennst, erfährst du hier

CO2-Ausstoß von Wärmepumpen.

Weil Wärmepumpen Haushalte unabhängig von Öl und Erdgas machen, sind sie dabei wesentlich klimafreundlicher. Laut co2online stößt ein Haushalt mit einer Wärmepumpe nur noch 0,5 Tonnen CO2 im Jahr aus. 

Betriebskosten von Wärmepumpen: Günstiger als Gas.

Auch bei den Betriebskosten ist die Wärmepumpe eine gute Wahl. Mit einer Wärmepumpe im Haus zieht der Stromverbrauch zwar heftig an, trotzdem ist ihr Betrieb oft günstiger als der einer Gasheizung. Das ergab etwa eine Recherche der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die FAZ hat die jährlichen Betriebskosten einer Gasheizung mit einer effizienten und einer eher ineffizienten Wärmepumpe in einem Beispielhaus verglichen. Als Basis dienten die durchschnittlichen Strom- und Gaspreise, die Verivox für den Dezember 2022 angab. 

Ergebnis: Im Beispielhaus sind die jährlichen Betriebskosten der effizienten Wärmepumpe mit 1.993 Euro am niedrigsten. Auch die ineffiziente Wärmepumpe, die repräsentativ für eine Wärmepumpe im Altbau steht, ist mit jährlichen Stromkosten von 2.938 Euro immer noch günstiger als die Gasheizung, die 3.565 Euro im Jahr verursacht. Selbst mit der Gaspreisbremse ist zumindest die effiziente Wärmepumpe im Betrieb noch günstiger als die Gasheizung. Und man sollte beachten, dass die Energiepreisbremsen nicht für die Ewigkeit gelten. 

Berechne deinen Wärmepumpen-Tarif

Wärmepumpen arbeiten bei guter Dämmung am besten. 

Wärmepumpen arbeiten am effizientesten, wenn das Sanierungslevel des Gebäudes hoch ist. Doch gerade in Bestandsgebäuden müssen oftmals erst Dämmmaßnahmen durchgeführt werden, bevor eine Wärmepumpe Sinn macht. Dieser Aspekt dürfte einer der Gründe sein, warum sogar noch 2021 jede Menge neue Gasheizungen in Bestandsgebäuden eingebaut wurden. Dabei zeigen neue Daten, etwa eine Studie von Öko-Institut und Fraunhofer ISE, dass sich Wärmepumpen inzwischen auch schon nach kleineren Sanierungsmaßnahmen lohnen – etwa dem Tausch von Fenstern – da die Wärmepumpen-Technik immer effizienter wird. Eine Herausforderung beim Wärmepumpen-Ausbau: Aufgrund der hohen Nachfrage kommt es zu langen Lieferzeiten und vielerorts fehlen Handwerker:innen, um die Wärmepumpen zu installieren und zu warten.

Förderungen für Wärmepumpen.

Die Regierung will bis 2030 etwa 6 Millionen Wärmepumpen in Deutschland eingebaut sehen. Der Plan wird über Förderungen für Wärmepumpen unterstützt. Wie hoch die Förderung ausfällt, hängt davon ab, für welche Art von Wärmepumpe du dich entscheidest – und gegen welches alte Heizsystem du sie eintauscht.

2023 kannst du deine Wärmepumpe über das BAFA standardmäßig zu 25 % fördern lassen. Handelt es sich um eine erdgekoppelte Wärmepumpe oder eine Modell, das natürliche Kältemittel nutzt, steigt der Fördersatz auf 30 %. Höhere Fördersätze von 35 bis 40 % bekommst du, wenn du die Wärmepumpe gegen eine noch funktionierende Öl-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung, eine Gasetagenheizung oder eine über 20 Jahre alten Gaszentralheizung eintauschst.

Maximale Effizienz: Neue Heiztechnik und PV-Anlage.

Wer sich Sonnenenergie zunutze macht, heizt effizienter. Wärmepumpen und andere effiziente Heiztechniken sind besonders in Häusern sinnvoll, wo sie mit PV-Anlagen kombiniert werden. Nicht selten steigt der Stromverbrauch eines Haushaltes um das Doppelte, sobald er eine Wärmepumpe nutzt. Wird die Wärmepumpe mit einer PV-Anlage betrieben, gibt der Haushalt jedoch weniger Geld für den Stromverbrauch aus. Laut Fraunhofer ISE kostet eine selbst erzeugte Kilowattstunde Ökostrom einer PV-Anlage bis 10 kWp nur 6 bis 11,5 Cent. Bis 2040 sollen die Kosten auf mindestens 3,58 Cent und maximal 6,77 Cent pro Kilowattstunde sinken. ZUm Vergleich: Eine Kilowattstunde aus dem Netz kostet 2023 40 Cent – aber nur mit Strompreisbremse. Die wahren Kosten sind viel höher.

Solarthermieanlagen: Erneuerbare Energie zum Wärmen – auch im Winter?

Vorteil. 

Eine weitere Möglichkeit, mit Solarenergie zu heizen, ist die Solarthermie. Das Prinzip dahinter ist einfach: In der Anlage wird Wasser mit Hilfe der Sonne erwärmt. Dieses wird dann zum Heizsystem transportiert und lässt sich von dort sowohl für die Heizung, als auch für die Warmwasseraufbereitung nutzen. Laut einer Schätzung der Verbraucherzentrale kann Solarthermie als Heizungsunterstützung etwa 20 bis 25 % deines Wärmebedarfs decken. Nach einer Faustregel kann sie sogar bis zu 60 % des Warmwasserbedarfs bereitstellen, wobei die tatsächliche Ausbeute einer solarthermischen Anlage immer von vielen Faktoren abhängt. Zum Beispiel von der Fläche, der Ausrichtung, der Neigung der Sonnenkollektoren und natürlich vom energetischen Stand des Gebäudes.

Nachteil. 

Der Nachteil der Solarthermie ist, dass der Bedarf nach Wärme am höchsten ist, wenn sich die Sonne am seltensten blicken lässt: im Herbst und Winter. Zusätzlich verringert die Kälte den Wirkungsgrad der Kollektoren. Deshalb ist es sinnvoll, eine Solarthermieanlage mit einer anderen Heiztechnik, etwa einer Wärmepumpe zu kombinieren. Und man sollte einen großen Speicher wählen, um die Wärme auch abrufen zu können, wenn die Sonne nicht scheint. Dadurch kann eine Solarthermieanlage auch die Wintersonne nutzen, um das Heizsystem zu unterstützen. 

Förderungen. 

2023 gibt es für Solarthermieanlagen vom BAFA einen Zuschuss von 25 % der förderfähigen Kosten, wenn die Anlage mit einer anderen Erneuerbaren-Energien-Technik – etwa einer Wärmepumpe – kombiniert wird. Zusätzlich erhältst du einen Heizungstausch-Bonus, wenn du eine funktionstüchtige Ölheizung oder eine über 20 Jahre alte Gasheizung aufgibst. Die Förderung steigt dann auf 35 %. Für die Kombination aus einer neuen Gasbrennwertheizung mit Solarthermie gibt es keine Förderung mehr.

Wie du auch im Winter mit Sonnenenergie heizt

Heizen mit Holz: Kamin- und Kachelöfen.

Vor- und Nachteile. 

Gerade in der Energiekrise schmeißen jetzt einige Haushalte ihre alten Holzöfen an. Wer sich das ab und zu gönnt – dem sei es gegönnt. Doch als echte Heizoption für den Alltag sind Kamin- und Kachelöfen ungeeignet. Ein Baum muss lange wachsen, um den vielen Kohlenstoff zu speichern, der dann während des Verbrennungsvorgangs in kürzester Zeit wieder freigesetzt wird. Wälder sind wertvolle CO2-Speicher, die mit größter Behutsamkeit genutzt werden müssen. Achte also darauf, ob dein Holz wirklich aus einer nachhaltigen Forstwirtschaft stammt. Wenn Holz verbrennt, werden neben Kohlendioxid auch Feinstaub, Methan, Lachgas und weitere Stoffe freigesetzt. 

Alte Holzöfen und Heizkamine – mit einer Typprüfung zwischen 1. Januar 1985 bis einschließlich 21. März 2010 – müssen bis Ende 2024 stillgelegt, nachgerüstet oder ausgetauscht werden, wenn sie die Grenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid nicht erfüllen. Doch ob alt oder neu: In jedem Fall solltest du solche Holzöfen nur als gelegentliche Zusatzheizung verwenden. Als Hauptheizung sind diese „Einzelraumfeuerungsanlagen“ viel zu teuer und umweltbelastend.

Heizen mit Holz: Holzpelletheizungen.

Vor- und Nachteile. 

Etwas anders liegt die Sache bei Pelletheizungen. Das Holz zur Pelletherstellung stammt in Deutschland hauptsächlich aus Holzspänen, die in Sägewerken bei der Produktion von Schnittholz anfallen. Diese werden zu kleinen Stäbchen gepresst, mit denen dann einmal im Jahr der Holzpelletkessel befüllt wird. Danach läuft die Heizung vollautomatisch. Heizen mit Pellets ist vergleichsweise preiswert. Allerdings benötigen sowohl der Kessel, als auch die Pellets selbst viel Platz – und die Investitionskosten sind hoch. 

Und wie steht es hier um die Klimafreundlichkeit? Laut Heizspiegel verursacht ein 70-Quadratmeter großer Haushalt mit einer Holzpelletheizung nur 0,3 Tonnen CO2 im Jahr. Doch auch bei Pellets gilt leider: Die Aussage, Heizen mit Holz sei klimaneutral, stimmt nicht. Schließlich entstehen durch Holzeinschlag, Transportwege oder die Trocknung der Hölzer Emissionen. Und wenn der Holzbedarf dazu beiträgt, dass die Waldflächen kleiner werden, ist das auch nicht besonders klimagerecht. Was du hier jedoch tun kannst: Achte auf die Qualität der Pellets. Je größer diese ist, desto effizienter verläuft die Verbrennung. Die Pelletqualität ist in der Norm EN 14961-2 geregelt und Pellets mit der Qualitätsstufe A1 verbrennen am effizientesten.

Förderungen. 

Biomasseheizungen, zu denen auch die Holzpelletheizung gehört, erhalten 2023 einen Zuschuss von 10 % und zusätzlich einen Austausch-Bonus von 10 %, wenn sie gegen eine alte Gas- oder Ölheizung ausgetauscht werden. 

Heizen mit Ökogas.

Die meisten von uns dürften immer noch mit einer Gasheizung festsitzen – fast die Hälfte der Deutschen heizt mit Gas. Selbst 2021 wurden noch in rund 27 % der Neubauten Gasheizungen installiert, als ob es keine Klima- oder Energiepreiskrise gäbe. Dabei ist die Gastechnik ein Treiber beider Krisen. Laut co2online liegt der CO2-Ausstoß von Erdgas in einer 70-qm-Wohnung bei 2,6 Tonnen CO2 im Jahr.

Der Vorteil von Gasheizungen ist, dass sie sich mit echtem Ökogas betreiben lassen. Wenn du in naher Zukunft deine Gasheizung nicht loswirst und deinen Anbieter frei wählen darfst, kannst du also trotzdem nahezu CO2-frei heizen. Entscheidend ist, dass du ein Produkt aus 100 % Biogas wählst. Denn auf dem Markt finden sich viele Biogas-Beimischprodukte – mit einem sehr hohen Anteil an fossilem Erdas. 

Leider ist echtes Ökogas rar. Es fehlen die Kapazitäten, um wirklich viele, geschweige denn alle Gas-Haushalte mit Biogas zu versorgen. Das heißt: Eine Gasheizung sollte nur die letzte Option sein, wenn du heute deine Heizung austauscht. Heizsysteme, die direkt erneuerbare Energien nutzen, wie Wärmepumpen, sind daher vorzuziehen. Wenigstens sind neue Gasbrennwertheizungen schon um 11 bis 30 % effizienter als Modelle, die 30 Jahre und mehr auf dem Buckel haben. 

Förderungen.

Neue Gasheizungen werden seit Mitte August 2022 nicht mehr staatlich gefördert. Das gilt für alle fossilen Heizungstypen.

Wirklich Ökogas: Tarif berechnen.

Öko-Öl gibt’s nicht. 

Noch ein kleiner Nachtrag zu Ölheizungen. Man braucht gar nicht erst anfangen, Vorteile von Ölheizungen zu suchen. Öko-Öl gibt's nicht, und ab 2026 dürfen sowieso keine neuen Ölkessel mehr eingebaut werden. Der Grund: Ölheizungen führen das Ranking von CO2-Schleudern an. Laut Energieberatung co2online fallen in einer 70-m2-Wohnung schon 3,6 Tonnen CO2 im Jahr an. Das ist ein Drittel des durchschnittlichen CO2-Fußabdrucks eines Deutschen von 10,78 Tonnen. Erdöl gilt laut Global Carbon Project als zweitgrößte Quelle für fossile CO2-Emissionen nach Kohle.

Der einzige Vorteil: Heizungstausch-Bonus. 

Einen Vorteil gibt es dann im Zusammenhang mit Ölheizungen doch: Wenn du jetzt deine noch funktionierende Ölheizung gegen ein neues Heizsystem eintauschst, das mit erneuerbarer Energie läuft, bekommst du 2023 einen staatlichen Heizungstausch-Bonus von 10 % der Investitionskosten. 

Öko-Heizung effizient bedienen.

Häuser und Heizungen können noch so effizient sein, wenn wir nicht bewusst mit Energie umgehen, können wir auch keine Kosten senken. Verantwortungsvoll mit Wärme umzugehen, ist das Aund O – und zum Glück nicht schwer. Die meisten Haushalte können sogar sehr viel Energie einsparen. Laut Heizspiegel verbrauchen aktuell rund 90 % der deutschen Haushalte zu viel Heizenergie und könnten im besten Fall bis zu 640 Euro im Jahr sparen. Wie das geht? 

So! Mit unseren Heiztipps

Michael | Team Wirklich

E-Mail: [email protected]

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