Heizung mit erneuerbaren Energien betrieben

Ein Heizungstausch ist die Chance, eine Menge Kosten und CO2 zu sparen. Wir verraten, welche Heizsysteme in Frage kommen, wie sie gefördert werden und wie du auch ohne neue Heizung mit erneuerbarer Energie heizen kannst.

von Undine

Mit neuer Heiztechnik bis zu 30 % Kosten sparen. 

In vielen Häusern dürfte die Heizung zu den ältesten Mitbewohner:innen gehören. Von vintage kann da keine Rede mehr sein. Das sieht auch der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie so. Demnach ist jede zweite Heizung in Deutschland, und damit rund 12 Millionen Stück, älter als 20 Jahre. Normalerweise ist es am nachhaltigsten, Geräte und Maschinen solange zu nutzen, bis sie nicht mehr zu retten sind. Eine Heizung, die sich aber nur noch bei Stufe 5 dazu erbarmt, etwas Wärme abzugeben, muss raus. Sie verursacht nur unnötige Kosten und Energie. Generell solltest du deine Heizung nach etwa 15 Jahren durchchecken lassen. Es lohnt sich: Wer eine alte Heizung gegen eine moderne Heiztechnik eintauscht, kann laut Verbraucherzentrale seine Heizkosten um bis zu 30 % senken. 

Heizungsprobleme: unsere Erste-Hilfe-Tipps.

So viel CO2 spart klimafreundliches Heizen.

Ein Heizungstausch ist auch aus einem anderen Grund zwingend. Unser Heizen heizt auch die Erde auf. Im Schnitt entstehen laut Energieberatung co2online 33 % der CO2-Emissionen einer Person durch Heizen und der Nutzung von Warmwasser. Beides macht zwischen 70 und 90 % des Energieverbrauchs eines Haushalts aus, erst dann kommt der Stromverbrauch. Ein Heizungstausch ist daher eine dringende Klimaschutzmaßnahme. Eine Chance, sauber mit erneuerbarer Energie zu heizen. 

 

So viel CO2 verursacht dein Energieträger. 

Wie groß die CO2-Ersparnis ist, hängt davon ab, mit welchem Energieträger bislang geheizt wurde. Die meisten Haushalte in Deutschland heizen mit Öl oder Gas. Laut BDEW sind in 48 % der Haushalte Gasheizungen eingebaut, 25 % nutzen Ölheizungen. Laut co2online verursacht eine Heizung, die mit Heizöl betrieben wird, in einer 70-m2-Wohnung bereits 3,5 Tonnen CO2 im Jahr. Mit Erdgas liegt der CO2-Ausstoß bei 2,5 Tonnen, mit Fernwärme bei 1,7 Tonnen. In der Grafik siehst du, wie stark die Treibhausgasemissionen bei einer größeren Wohnfläche steigen. 

Grafik: Treibhausgase deutscher Haushalte

Kommen erneuerbare Energien zum Einsatz – sei es echtes Ökogas aus erneuerbaren Energien für die Gasheizung oder echter Ökostrom für strombetriebene Heizungen wie Wärmepumpen oder Nachtspeicheröfen, kann man die CO2-Beträge praktisch auf 0 reduzieren. Wurde im Haushalt vorher mit Öl geheizt, kann sich dieser also schon mal 3,5 Tonnen seines CO2-Fußabdrucks abziehen. Das größte Klimaschutzpotenzial haben Haushalte, die Ökogas zum Heizen und Ökostrom für den Haushalt bestellen. Laut CO2-Rechner des Umweltbundesamts können sie ihren CO2-Fußabdruck um bis zu einem Viertel senken. 

Heizen mit erneuerbarer Energie: Diese Systeme gibt es. 

Öl fällt flach. 

Bei der Anschaffung einer neuen Heiztechnik fällt eins flach: eine Öl-Heizung. Öko-Öl gibt es nicht. Damit können ein Viertel der Haushalte in Deutschland, die laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mit Öl heizen, keinen Klimaschutz aus ihrer Heizung holen. Erdöl gilt laut Quellen wie dem Global Carbon Project als zweitgrößte Quelle für fossile CO2-Emissionen nach Kohle. Immerhin gibt es eine Austauschprämie für Ölheizungen von 10 % aufs neue Heizsystem.

>>> Mehr über das Erdöl-Problem erfahren.

 

Gasheizung: nur mit echtem Ökogas. 

Im Wohnungsbestand wird laut BDEW zu 48 % mit Gas geheizt. Und selbst im Neubau entscheiden sich immer noch rund 37 % der Immobilienbesitzer:innen für den Einbau einer Gasheizung. Entscheidend ist ein möglichst effizienter Brennstoffverbrauch. So sparen Haushalte mit einer neuen Gasbrennwertheizungen CO2 und Heizkosten. In direkter Gegenüberstellung mit alten Modellen, die 30 Jahre und mehr auf dem Buckel haben, ist die Brennwertgastherme um 11 bis 30 % ** effizienter. Warum? Weil Gasbrennwertheizungen auch den im Abgas enthaltenen heißen Wasserdampf zu warmem Wasser kondensieren und diesen zum Heizen nutzen. Aber selbst eine neue Gasbrennwertheizung verursacht viele Tonnen CO2, wenn sie mit Erdgas versorgt wird. Dabei ist der Wechsel von einem Erdgastarif zu Ökogas in wenigen Minuten online erledigt. 

Preis für Wirklich Ökogas berechnen

Wärmepumpen: klimafreundliche Heizung.

Wärmepumpen erzeugen Wärme aus ihrer Umgebung. Genauer gesagt ziehen sie Wärme aus dem Boden, dem Grundwasser oder der Luft und leiten diese dann an das Heizsystem weiter. Wärmepumpen sind echte Effizienzbestien. Mit einer Kilowattstunde Strom können bis zu 4 kWh Heizenergie erzeugt werden. 

Wie effizient eine Wärmepumpe arbeitet, kannst du an der sogenannten Jahresarbeitszahl erkennen. Grob gesagt: Je höher die Jahresarbeitszahl ist, desto effizienter ist sie. Aber, und das darfst du nicht unterschätzen: Mit Wärmepumpen brauchst du zwar kein Heizöl und Erdgas, aber Strom. Und das nicht zu knapp. Eine Wärmepumpe kann den Stromverbrauch eines Haushalts durchaus verdoppeln. Aber: Dein CO2-Fußabdruck fürs Heizen lässt sich gegen Null senken, wenn du deine Wärmepumpe mit Ökostrom betreibst.

Tarif für die Wärmepumpe berechnen

Solarthermieanlagen. 

Solarthermieanlagen ermöglichen es, Sonnenenergie zur Wärmeerzeugung zu nutzen. Das Prinzip dahinter ist ganz einfach: Solarthermieanlagen erwärmen Wasser mit Sonne. Dieses wird dann zum Heizsystem transportiert und wärmt deine vier Wände oder auch dein Warmwasser. Sonnenenergie ist natürlich nicht gleichmäßig übers Jahr verteilt verfügbar. Deshalb macht es Sinn, Solarthermieanlagen beispielsweise mit einer Wärmepumpe oder Gasheizung zu kombinieren. Wie effizient deine solarthermische Anlage arbeitet, hängt unter anderem von der Fläche, Ausrichtung und Neigung der Sonnenkollektoren ab. Aber so ganz grob: Nutzt du deine Solarthermie als Heizungsunterstützung, dann kann diese ca. 20 – 25 % * deines Energiebedarfs decken.

*Schätzung der Verbraucherzentrale.

 

Holzpelletheizung. 

Beim Heizen mit Pellets fütterst du einen Holzpelletkessel mit kleinen Stäbchen aus gepressten Holzresten. Die Kessel werden meist im Keller installiert und müssen jährlich befüllt werden. Danach heizen sie vollautomatisch. Heizen mit Pellets ist vergleichsweise preiswert. Auch um ihre Klimabilanz steht es nicht schlecht, da bei der Verbrennung der Pellets nur so viel CO2 freigesetzt wird, wie die verarbeiteten Bäume zuvor aufgenommen haben. Das Holz zur Pelletherstellung in Deutschland stammt zudem mehrheitlich aus Holzspänen, die in Sägewerken bei der Produktion von Schnittholz anfallen. Allerdings benötigen Holzpelletkessel viel Platz, ebenso wie die Pellets selbst und die Investitionskosten sind vergleichsweise hoch.

 

Hybridheizungen. 

Hybridheizungen sind Kombinationen von zwei unabhängigen Wärmeerzeugern. In den meisten Fällen ist das ein Gasbrennwertkessel mit einer strombetriebenen Wärmepumpe. Hier kannst du je nach Modell bis zu 40 % * der Heizkosten sparen. Eine Kombination aus Gasbrennwertkessel und Solarkollektoren (also eine Gas-Hybridheizung mit Solarthermieanlage) ist genauso möglich. Dies kann eine Heizkostenersparnis zwischen 10 und 30 % ** bringen. Hybridheizungen sind in der Anschaffung zwar teurer, da zwei Anlagen gekauft werden. Im Betrieb können sie aber besonders effizient und klimafreundlich genutzt werden. Wird der Gas-Brennwertkessel mit Ökogas betrieben, und die Wärmepumpe mit Ökostrom, dann hast du zuhause ein super umweltfreundliches Heizsystem. 

*Zahlen Beispiel: Viessman  **Zahlen Beispiel: Schätzung von energie-experten.org

Vergleich der Heizsysteme: Vor- und Nachteile.

HeizsystemBedingungVorteilNachteilNachhaltigkeit
GasheizungGasanschluss oder Gastank

hohe Effizienz, niedrige Heizkosten durch Brennwert-nutzung, geringe Investitionskosten

Gas-Anschluss muss vorhanden/ möglich seinsind nur klimafreundlich, wenn sie mit Öko-/Biogas-Tarifen versorgt werden
Wärmepumpe

effizientes, gut gedämmtes Haus, je nach Art der Wärmepumpe besondere Voraussetzungen an den Boden

geringer Wartungsbedarf, benötigen wenig Platz, hohe Effizienz, unabhängig von fossilen Brennstoffen

höhere Investitionskosten, vergleichsweise hoher Planungsaufwand wg. Berücksichtigung verschiedener Umweltfaktoren

Nutzung erneuerbarer Energien
Solarthermiefreie Dachfläche, möglichst nach Süden ausgerichtet Wärme ohne Betriebskosten

Effizienz abhängig von Sonnenstrahlung

Nutzung erneuerbarer Energien
Heizen mit PelletsLagerplatz für Pellets und großen Holzpelletkesselautomatischer Betrieb regelmäßiges Austragen der Asche erforderlichNutzung nachwachsender Rohstoffe
Hybridheizungabhängig von Kombination der Heizsysteme, Platz für die Installation zweier Heizungen reduziert Heizkosten deutlich 

höhere Investitionskosten, ausreichend Planung nötig

Nutzung erneuerbarer Energien



 

Austausch des Heizsystems im Zuge einer Sanierung. 

Am Ende muss ein neues Heizsystem natürlich zum Haus passen. Dass in vielen Bestandsgebäuden alte Gasheizungen oftmals einfach nur durch neue ersetzt werden, liegt oft daran, dass die Gebäude noch nicht energetisch saniert wurden. Eine Wärmepumpe etwa kann aber in einem schlecht gedämmten Gebäude nicht effizient arbeiten. Sie muss zu viel Energie aufbringen, um die Temperaturen aus der Umgebung auf ein höheres Level zu bringen. 

Deshalb ist es sinnvoll, den Austausch des Heizsystems im Zuge einer energetischen Sanierung durchzuführen. Laut Energieberatung co2online kommen vollsanierte Häuser, die vor 1978 gebaut wurden, im Schnitt mit 52 % weniger aus, wenn auch Solarthermie genutzt wird. Die Aussage beruht auf einer Auswertung von 22.000 Gebäude- und Verbrauchsdaten der co2online-Gebäudedatenbank. Die Daten lassen auch Aussagen über die Ersparnis einzelner Maßnahmen zu. Die Untersuchung geht dabei von einem typischen Einfamilienhaus aus, das 1983 gebaut wurde, 125 Quadratmeter groß ist, Erdgas nutzt und etwa 18.125 kWh Heizenergie pro Jahr verbraucht.

 

Förderungen für Dämmmaßnahmen. 

Für Dämmmaßnahmen gibt es Förderungen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Welche Dämmung bei deinem Haus Sinn macht, kannst du mit dem Sanierungskonfigurator ermitteln. Er sagt dir, welche Sanierungsschritte für dein Gebäude zu welchen Energieeinsparungen führen, welche Kosten dafür anfallen und welche Finanzhilfen du bekommst.

 

Diese Förderungen gibt es fürs Heizen mit erneuerbaren Energien. 

Das Geld für eine neue Heizung blättert man nicht eben mal so hin. Je nachdem, ob man im Ein- oder Mehrfamilienhaus lebt, liegt der Preis zwischen 3.000 und 35.000 Euro und mehr. Auch hier lohnt sich das Heizen mit erneuerbarer Energie. Denn dann beteiligt sich der Staat an den Kosten. Im Idealfall übernimmt er sogar die Hälfte. Die Förderzuschüsse kommen vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und richten sich an Privatpersonen, Wohnungseigentümergemeinschaften, Kommunen und Unternehmen. Welche Heizsysteme 2021 im Detail gefördert werden, haben wir in einem kurzen Überblick für dich zusammengestellt. 

35 % der förderfähigen Kosten. 

Einen Zuschuss von 35 % der Kosten bekommst du für ein neues Heizsystem, das vollständig auf erneuerbare Energien setzt. Dazu zählen Wärmepumpen, Pellet-, Scheitholz und Holzschnitzelanlagen. Auch Hybridheizungen, die Erneuerbare-Energien-Techniken miteinander kombinieren, erhalten die Fördersumme. Zum Beispiel eine Wärmeversorgung mit einer PV-Anlage, Wärmepumpe und einer Biomasseanlage. Wenn du vorher eine Ölheizung genutzt hast, gibt es die Austauschprämie obendrauf. 

30 % der förderfähigen Kosten.

Einen Zuschuss von 30 % der Kosten bekommst du für eine Gas-Hybridheizung. Darunter versteht man Gasheizungen, die mit Solar-, Biomasse- oder Wärmepumpenanlagen kombiniert werden. Kurz zur Veranschaulichung: Bei einer Investition von beispielsweise 20.000 Euro beträgt der Zuschuss 6.000 Euro. Und den 10-%-Ölheizungsaustauschbonus gibt’s auch hier noch oben drauf.

20 % der förderfähigen Kosten. 

Für eine neue Gasbrennwertheizung wirst du mit 20 % Zuschuss unterstützt. Vorausgesetzt, du fügst nach spätestens zwei Jahren eine Komponente mit erneuerbaren Energien zu deinem Heizsystem hinzu. Denkbar ist zum Beispiel eine Wärmepumpe, für die du dann ebenfalls Zuschüsse erhältst. 

10 % für deine alte Ölheizung. 

Reine Gas – oder Ölheizungen werden gar nicht mehr gefördert. Ab 2026 sollen sie nur noch eingeschränkt genehmigt werden. Eine Austauschprämie von 10 % gibt es dazu, wenn du dich für eine Erneuerbare-Energien-Heiztechnik oder eine Gashybrid-Heizung entscheidest. 

BAFA: Zahl der Förderanträge Heizen mit erneuerbaren Energien
BAFA: Zahl der Förderanträge Heizen mit erneuerbaren Energien 2016 - 2020

Was die CO2-Bepreisung für die Heizkosten bedeutet. 

Nicht nur die neuen Fördermaßnahmen, sondern auch die CO2-Bepreisung machen klimafreundliche Heizungen attraktiver. Ab Januar 2021 wird eine Tonne CO2 mit 25 Euro bepreist. Dies gilt für fossile Brennstoffe in der Wärmeversorgung und auch in der Mobilität. Bis 2023 soll der Preis weiter auf 55 Euro steigen. Insgesamt werden damit Heizöl und Erdgas deutlich teurer.

>>> Wie sich die CO2-Bepreisung auf deine Heizkosten niederschlägt. 

Spätestens jetzt sollte jedem klar sein: Beim Thema Heizungen lohnt es sich, den Retro-Trend unbeachtet an sich vorbei ziehen zu lassen. Es lohnt sich für deine Heizkostenbilanz, für die Umwelt und für dein freudestrahlendes Gesicht, wenn du realisierst, dass ein warmes zu Hause und eine grüne Welt so gut sind. 

 

Klimafreundlich Heizen mit Wirklich Ökostrom und Wirklich Ökogas von Polarstern. 

Die richtige erneuerbare Energie gibt es bei uns, Polarstern. Wirklich Ökostrom gibt es als Spezialtarif für Wärmepumpen, Nachtspeicherheizungen und als HT/NT-Tarif. Und mit Wirklich Ökogas wird sogar deine Gasheizung zur CO2-freien Sache. Wirklich Ökogas wird zu 100 % aus Reststoffen, Abfallstoffen und erneuerbaren Energien erzeugt und ist für alle Bedürfnisse erhältlich. Für preisbewusste Haushalte, für den veganen Lebensstil und für Immobilienbesitzer:innen, die so die Kriterien des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) erfüllen. 

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