Bergsee

Nachhaltig reisen: So wird dein Urlaub wirklich klimafreundlich.

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Viele wollen es, nur wenige tun es: einen nachhaltigen Urlaub machen. Wir fliegen mit dem Flugzeug in den Urlaub oder buchen das nächstbeste Hotel. Dabei geht es besser und klimafreundlicher – bei Fernreisen, mit und ohne Kinder, in Deutschland und im Ausland. Man muss nur die richtigen Tipps kennen. Warum herkömmliches Reisen oft ein Klimakiller ist und mit welchen Tipps es das nicht sein muss – wir haben die Checkliste für deinen Urlaub.

von Ludwig. - Lesezeit: 9 Minuten

8 schnelle Tipps für einen nachhaltigen Urlaub.

  1. Länger statt kürzer Urlaub machen.
  2. Näher statt weiter weg verreisen.
  3. Zug statt Flug nehmen.
  4. Eine Unterkunft wählen, die auf nachhaltige Aspekte achtet und dafür zertifiziert ist.
  5. Kreuzfahrten vermeiden.
  6. Lokal essen und regionale Lebensmittel kaufen.
  7. Emissionen kompensieren, wenn möglich.
  8. Auf die Natur am Urlaubsort achten, Müll vermeiden, Wasser sparen etc.

Urlaub ist den Deutschen heilig. Krisen und Inflation ändern daran überraschend wenig. Allerdings gibt es ein paar Trends wie Urlaub in heimischen Gefilden zwischen Nordsee und Alpen. Das unterstreicht die 2023 veröffentlichte Tourismusstudie des ADAC. So geben 45 % der Befragten an, Urlaub in Deutschland zu machen – das sind rund 10 Prozentpunkte mehr als noch vor der Corona-Pandemie.

Genauso wächst laut Umfragen der Wunsch vieler Menschen nach einem nachhaltigen Urlaub, der Umwelt und Klima schont. Doch hier klaffen Wunsch und Wirklichkeit oft auseinander. Wie also geht nachhaltiges Reisen noch besser?

Spoiler: Sehr gut, wenn du ein paar wenige Tipps beachtest. Bei der Anreise und Buchung deiner Unterkunft kannst du viel Wert auf Nachhaltigkeit legen und hast damit die zwei größten potenziellen Klimakiller ausgeschaltet. Wer dann noch in Deutschland oder Europa verreist, tut für seine Klimabilanz eine Menge.

Nachhaltig Urlaub machen – was ist das und auf was muss man achten?

Wie geht das eigentlich, nachhaltig zu verreisen? Die Weltorganisation für Tourismus (UNWTO) definiert den nachhaltigen Tourismus als "eine Tourismusart, die ihre gegenwärtigen und künftigen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen voll berücksichtigt, um den Bedürfnissen der Besucher, der Industrie, der Umwelt und der gastgebenden Gemeinschaften gerecht zu werden". Die Leitlinien der Vereinten Nationen beruhen auf drei Säulen: Reiseveranstalter und Touristen sollen demnach im Urlaub 1) die Umweltressourcen schonen, 2) die Kultur vor Ort achten und 3) die lokale Wirtschaft fördern. Oft ist auch die Rede von umwelt- und sozialverträglichem oder sanftem Tourismus, der im Gegensatz zum Massentourismus steht.

Strand an der Ostsee in Graal-Müritz.

Wie du die Urlaubsplanung nachhaltig angehst.

Um nachhaltig Urlaub zu machen, gibt es gerade schon bei der Planung deiner Reise einige Punkte zu beachten; also noch vor der Wahl des Urlaubsorts, vor der Buchung eines Hotels oder Flugs. Ein guter Tipp: Mach einen Bogen um die klassischen, großen Reiseportale und Veranstalter, die wir alle kennen. Zwar tun auch diese Unternehmen inzwischen mehr für Nachhaltigkeit und Klimaschutz, aber die wirklich guten Reisetipps und Unterkünfte gibt's auf speziellen auf den Ökotourismus ausgerichteten Reiseportalen.

Achte bei der nachhaltigen Urlaubsplanung auf diese Punkte:

  • Mach eine individuelle Reise, keine Pauschalreise in Tourismus-Hochburgen.
  • Wähle ein umweltfreundliches Verkehrsmittel für die An- und Abreise (mehr dazu im nächsten Kapitel).
  • Wähle als Unterkunft lieber ein Agriturismo oder eine kleine Pension statt den "Bettenbunker".
  • Überlege dir, ob vielleicht eine mehrtägige Berg- oder Radtour eine Option für deinen Urlaub ist.
  • Recherchiere und buche deine Reisen und Unterkünfte über nachhaltige Plattformen wie Fairweg, Bookitgreen oder Good Travel. So gehst du auf Nummer sicher, die wirklich nachhaltigen Hotels zu finden.

Du brauchst noch ein bisschen Inspiration? Da haben wir auch hier was für dich. Im Netz gibt es viele tolle Blogs, die sich mit nachhaltigem Reisen beschäftigen, vom Vanlife und Roadtrip bis zum Familienurlaub. Eine kleine Auswahl:

Klimafreundlich anreisen mit dem richtigen Verkehrsmittel.

Richtig viel Einfluss auf das nachhaltige Reisen hast du mit deiner Anreise in den Urlaub oder Kurztrip. Auto, Flugzeug, Bahn, Fernbus oder Schiff – du hast die Qual der Wahl. Trotzdem zeigen Studien, dass die meisten Deutschen am häufigsten ihr Auto oder das Flugzeug nutzen, um in den Urlaub zu verreisen. Das hat mehrere Gründe, etwa, dass eine Fahrt mit dem Auto nach Spanien quälend lang wäre; und man beim Reisen mit dem Zug das ganze Gepäck mitschleppen und häufig umsteigen muss (auch wenn es bei der Deutschen Bahn einen Gepäckservice für Reisen innerhalb Deutschlands gibt). Klar ist: In Sachen Umweltfreundlichkeit ist die Bahn das beste Verkehrsmittel. Gefolgt vom Fernbus und dem Auto, wenn es voll besetzt ist.

Fliegen ist dagegen ein echter Klimakiller. Wie klimaschädlich Flugreisen sind, hat unter anderem das Umweltbundesamt (UBA) ausgerechnet.

Auch Kreuzfahrten sind eine ziemliche Belastung für Klima und Umwelt. Leider gibt es für solche Fernreisen keine umweltfreundlichen Alternativen. Am besten verzichtet man auf Kreuzfahrten, die nicht nur viele Emissionen verursachen, sondern auch eine wenig nachhaltige Form des Reisens sind (Stichwort Eintagestourist:innen). Die Kreuzfahrtbranche habe sich zwar in Sachen Klimaschutz verbessert, tue aber nach wie vor zu wenig, so das Urteil des Naturschutzbund (NABU). "Es wirkt aus der Zeit gefallen, dass die Mehrzahl der großen Schiffe weiterhin mit dem besonders giftigen, aber billigen Schweröl unterwegs ist", sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Tabelle: Wie viele Treibhausgase verursachen die Verkehrsmittel?

VerkehrsmittelTreibhausgase*Auslastung**
Flugzeug (Inland)214 g/Pkm70 %
Auto (Verbrenner)143 g/Pkm1,5 Personen
Linienbus (Fernverkehr)29 g/Pkm55 %
Bahn (Fernverkehr)29 g/Pkm56 %

*g/Pkm = Gramm pro Personenkilometer ** die zur Berechnung zugrunde gelegt wurde

Quelle: Umweltbundesamt

Tipps zum nachhaltigen Reisen mit Zug.

Wer nicht in sehr abgelegenen Regionen Urlaub macht, wo die nächste Großstadt weit weg ist, kann zum Beispiel mit dem Zug verreisen und sich vor Ort dann ein Elektroauto mieten. Kleinkinder fahren mit dem Zug sogar oft kostenlos. Das ist nachhaltig und flexibel.

Wenn du den Zug früh genug buchst, sparst du zusätzlich Geld, etwa mit Sparpreisangeboten. Außerdem sind Zugreisen gerade in anderen EU-Ländern oft schneller und komfortabler, weil Länder wie Österreich, Frankreich, Spanien oder die Schweiz eine super Bahninfrastruktur haben. Auf Portalen wie Raileurope und Trainline kannst du zudem europaweit nach Bahnverbindungen suchen und Tickets buchen. Und schließlich ist auch das Interrail-Ticket eine super klimafreundilche Form des Reisens. Stand Mai 2023 kannst du mit dem Interrail-Pass 33 Länder in Europa mit dem Zug erkunden. Richtig viel, richtig gut!

Unser Einsteiger-Tipp ins nachhaltige Reisen: Wie weit man mit der Bahn von jedem Bahnhof in Europa kommt, zeigt dir Chronotrains. Dieses coole Tool visualisiert, von wo aus man in fünf Stunden jeweils mit dem Zug überall hinkommt. Eine super Inspiration für deinen nächsten Urlaub oder Städtetrip. Auch Direkt Bahn Guru ist ein lässiges Tool für die Planung des nächsten Städtetrips oder Urlaubs.

Tipps zum Reisen mit dem Flugzeug – was nachhaltigere Ansatzpunkte sind.

Fliegen ist besonders klimaschädlich. Innerhalb Europas mit einer Distanz zum Urlaubsort von bis zu 1000 oder 1500 Kilometer sind mit dem Zug oder Auto machbar. Bei Fernreisen geht’s kaum ohne Langstreckenflüge. Wie der Schaden fürs Klima reduziert werden kann, dazu haben wir folgende Tipps:

  • Reduziere die Anzahl solcher Reisen und bleibe länger vor Ort, damit sich der Flug auch lohnt.
  • Buche möglichst Direktverbindungen und vermeide Flugverbindungen mit mehrmaligem Umsteigen.
  • Bei Portalen wie Skyscanner und Co. kannst du auf Markierungen achten, die dir Flüge mit weniger CO2-Ausstoß anzeigen.
  • Wenn möglich, kompensiere deine Emissionen über Atmosfair oder andere Anbieter.

Im Grunde ist es wie beim Sonntagsbraten: Schätze Flugreisen mehr und mache sie zu einem seltenen, besonderen Erlebnis. In Zukunft könnte Reisen mit dem Flugzeug immerhin klimafreundlicher werden. Denn die Airlines tüfteln an grünen Treibstoffen, das Stichwort lautet Sustainable Airline Fuel (SAF). 2025 soll es erste Kurzstreckenflüge in Europa mit Hybridantrieben geben. Bis 2050 könne die Luftfahrt sogar ohne fossile Brennstoffe wie schmutziges Kerosin auskommen, so die Pläne. Ob das alles so klappt, steht aber auf einem anderen Blatt Papier.

Tipps zum nachhaltigen Reisen mit Elektroauto.

Auch bei der Anreise mit dem Auto gibt es nachhaltige Tipps wie die Anreise mit dem E-Auto. Wer Urlaub in Italien macht und in Süddeutschland wohnt, ist mit dem E-Auto vergleichsweise schnell am Ziel und hat unterwegs noch was von der schönen Landschaft. Dasselbe gilt, wenn du im Westen oder Norden wohnst, und zum Beispiel Urlaub in Frankreich oder der Niederlande machen willst. Hier ist das Elektroauto mit echtem Ökostrom im Vorteil und nachhaltiger als die meisten Verkehrsmittel.

Unser Einsteiger-Tipp ins nachhaltige Reisen mit E-Auto: Wenn du mit dem E-Auto in den Urlaub düst, solltest du dich ein bisschen vorbereiten. Prüfe, wo du unterwegs möglichst günstig laden kannst und wie es mit Ladestationen am Urlaubsort aussieht. Eine Empfehlung ist die Ladekarte des ADAC und von Going Electric.

So findest du nachhaltige Unterkünfte und Hotels für deinen Urlaub.

Bist du erstmal im wohlverdienten Urlaub angekommen, hast du hoffentlich eine nachhaltige Unterkunft gefunden. Das wird – zum Glück – immer einfacher, denn auch die Hotelbranche, Pensionen, Airbnbs und Ferienwohnungen springen auf den Trend zum nachhaltigen Urlaub auf. Daher gilt aber auch hier: Augen auf, um Greenwashing-Fallen zu vermeiden. Wie bei Lebensmitteln gibt es auch bei Hotels Siegel für Umweltstandards, die dir dabei helfen.

Ökologische Reiseveranstalter und Plattformen.

Unser Einsteiger-Tipp für nachhaltige Unterkünfte: Am besten findest du sie über eigene Buchungsplattformen wie etwa FairwegBookitgreen oder Good Travel.

Dazu gibt es diese nachhaltigen Reiseanbieter, über die du Unterkünfte und zum Teil sogar ganze Reisen buchen kannst:

  • wikinger-reisen.de
  • renatour.de
  • forumandersreisen.de
  • wildganz.com
  • reisenmitsinnen.de
  • neuewege.com

Diese Umwelt-Zertifizierungen für Hotels gibt‘s.

Umweltfreundliche Unterkünfte achten auf grundlegende Dinge wie Ressourcenschutz, Müllvermeidung, Ökoenergie, reduzierten Energieverbrauch und Bio-Lebensmittel. Für dich als Gast gibt es Siegel und Zertifizierungen, an denen du nachhaltige Hotels, Ferienwohnungen und Unterkünfte erkennst. Mehr oder weniger bekannte Beispiele sind:

  • DEHOGA-Umweltcheck
  • BIO HOTELS
  • Blaue Schwalbe
  • Greensign
  • Green Key
  • Green Globe Zertifikat
  • TourCert
  • Viabono
  • und das EU-Ecolabel

Teils unterscheiden sich die Zertifizierungen in ihren Schwerpunkten und Richtlinien. Eine gute Orientierungshilfe beim Buchen sind sie aber auf jeden Fall. Alle Hotel-Zertifikate im Vergleich – samt Stärken und Schwächen – findest du beim Reiseportal Fairweg.

Unsere Tipps für die Buchung nachhaltiger Unterkünfte und Hotels.

Vor der Buchung einer Unterkunft kannst du dir diese Fragen stellen:

  • Achtet die Unterkunft auf Müllvermeidung und entsorgt Müll umweltgerecht?
  • Wird echter Ökostrom genutzt?
  • Wird mit Ökoenergie geheizt oder nicht?
  • Was tut die Unterkunft, um Wasser zu sparen und Ressourcen zu schonen?
  • Was wird zur Reduzierung des Energiebedarfs getan?
  • Gibt’s in der Unterkunft regionale und biologische Produkte?
  • Werden Handtücher nur gewaschen, wenn der Gast es wünscht?

Solltest du nicht alle Antworten auf diese Fragen finden, scheue dich nicht und lass dir die wichtigsten Fragen vom Hotelpersonal vor deiner Reise beantworten. Ein Hotel oder eine Pension, die es mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz wirklich ernst meint, wird dir gerne Auskunft geben.

Nachhaltiger Urlaub mit Kindern: Tipps für Familien.

Als Familie ist Urlaub nochmal eine besondere Herausforderung, gibt es doch einiges zu beachten. Das fängt schon beim Packen an, geht über die Buchung der Unterkunft und so weiter. Natürlich gelten alle genannten Tipps für einen nachhaltigen Urlaub genauso auch fürs Reisen mit Kindern:

  • Schau dir die Unterkunft, ihre Standards plus eventuelle Zertifizierungen genau an.
  • Überlege dir, welches das richtige und klimafreundlichste Verkehrsmittel für euren Familienurlaub ist.
  • Und zu guter Letzt achte auf die Natur vor Ort und geht sparsam mit Ressourcen um.

Ein paar Tipps zum nachhaltigen Reisen mit Kindern.

  • Planen: Neben den grundsätzlichen Tipps solltest du den Urlaub mit Kindern gut planen. Leichter gesagt als getan, oder? Wir wissen, wovon wir reden. Aber wer zuhause schon alles picobello plant, erspart sich im Urlaub spontane Zweitkäufe.
  • An- und Abreise: Die Bahn ist natürlich umweltfreundlicher als Fliegen. Aber: Unter Umständen kann das Auto als Familie klimafreundlicher sein, wenn es mit mindestens vier Personen besetzt ist. Stichwort Auslastung! Für eine 4-köpfige Familie ist das Auto nämlich plötzlich eine relativ umweltfreundliche Alternative und kommt sogar besser weg als der öffentliche Nahverkehr in Sachen CO2, wie Quarks vorrechnet. Wenn ihr die Bahn nehmt, bucht für die Reise Familienabteile und nutzt zum Beispiel den Koffer-/Gepäckservice der Deutschen Bahn (das reduziert das Gepäck). Im Ausland solltest du checken, ob es den Service bei der jeweiligen Bahngesellschaft gibt.
  • Vor Ort: Auch wenn ein Cluburlaub für manche Familien toll klingt – ein Urlaub auf einem Bauernhof oder ein Hotel irgendwo abgeschieden in der Natur bietet häufig so viel Unterhaltung für die Kinder, dass ein Kinderclub oder Babysitter überflüssig wird, rät der Familienblog Luna.
  • Tolle Inspiration und viele Tipps finden Familien außerdem bei Bambino Tours und Little Travel Society.

Naturwunder vor der Haustür: Wo Deutschland aussieht wie...

  1. Königssee in Bayern wie Norwegens Fjorde
  2. Externsteine im Teutoburger Wald wie Stonehenge
  3. Sächsische Schweiz/Elbsandsteingebirge wie Südchinesisches Bergland
  4. Kniepsand bei Amrum wie Sandstrände in Holland
  5. Schweizer Rheinfall wie Niagarafälle
  6. Fränkischer und Oberpfälzer Jura wie Toskana
  7. Donaudurchbruch bei Weltenburg wie Verdonschlucht in Frankreich
  8. Teufelsmauer im Harz wie Grand Canyon
  9. Mecklenburgische Seenplatte wie Schweden
  10. Schrecksee im Allgäu wie Neuseeland
  11. Mystische Blautopf-Quelle in Schwaben wie Island
  12. Teufelstisch im Pfälzerwald wie Arizona
  13. Märchenhafter Reinhardswald in Hessen wie Nebelwald auf La Gomera
  14. Spreewald in Brandenburg wie Mangroven in Florida
  15. Steilküste auf Rügen wie Falaises d'Étretat in Frankreich

Tipps für sanften Tourismus: Camping, Radurlaub & Bergsteigerdörfer.

Wer nachhaltigen Tourismus will, kann auch einen Rad- oder Wanderurlaub machen oder an Orte reisen, die sanften Tourismus leben. Egal ob Pilgerweg, mehrtägige Hüttentour, Bergsteigerdorf, Radtour oder eine Alpenüberquerung, bei allem urlaubst du quasi fast emissionslos.

Es gibt Aktivitäten wie Fahrradurlaub, Orte und Urlaubsregionen, die schon deswegen für nachhaltiges Reisen stehen, weil dort der Massentourismus noch nicht Einzug gehalten hat. Gute Beispiele für sanften Tourismus sind mehrtägige Radurlaube, die Bergsteigerdörfer in den Alpen und Camping, das sich ohnehin steigender Beliebtheit erfreut.

Bergsteigerdörfer - sanfter Alpentourismus.

Die Bergsteigerdörfer sind eine Initiative der Alpenvereine und gehen auf ein Projekt des Österreichischen Alpenvereins zurück. Die sorgfältig ausgewählten Orte sollen für sanften Alpentourismus und alternative Urlaubskonzepte stehen. In Österreich gibt es fast in jedem Bundesland Bergsteigerdörfer, auch in Italien und Slowenien tragen Orte das Prädikat. In Deutschland sind die Orte Kreuth, Ramsau bei Berchtesgaden, Sachrang und Schleching Bergsteigerdörfer (Stand: Mai 2023).

Karte der offiziellen Bergsteigerdörfer in den Alpen.

Camping & Wildcamping – die Natur als Unterkunft.

Camping ist schon aufgrund seiner einfachen Form eine nachhaltige Angelegenheit, sofern man es im Einklang mit der Natur macht. Eh klar. Ein immer beliebterer Trend ist Wildcamping. In Ländern wie Norwegen und Schweden ist Wildcamping quasi Jedermannsrecht, in Deutschland hingegen können Geldstrafen drohen. Wer eine legale Alternative zu übervollen Campingplätzen sucht, ein Stück Freiheit mitten in der Natur, der wird auch in Deutschland fündig. Es gibt einige Wildcamping-Plattformen, mit denen du legale Standorte findest.

Im Wohnmobil verreisen.

Immer beliebter und trendiger wird das Reisen mit dem Wohnmobil. So stieg die Zahl der Neuzulassungen 2020 auf 78.055 und damit um 44,8 %. Laut Tourismusstudie des ADAC gewinnen Campingreisen in den kommenden Jahren weiter an Beliebtheit.

Mit Solarpanels auf dem Dach kann das echt klimafreundlich sein. Du erzeugst deinen benötigten Strom selbst. Natürlich gilt hier wie beim Auto: Elektrisch betrieben ist klimabewusster als mit dem Verbrenner. Spannende Infos zu den Modellen gibt es bei EFAHRER. Wohnmobile für den Urlaub kannst du auch bei CamperBoys mieten. Und wenn du Tipps für einen nachhaltigen Urlaub im Wohnmobil brauchst, bist du auf dem Blog trustandbreathe richtig.

Nachhaltig Urlaub mit dem Fahrrad machen.

Richtig cool: Mit dem Fahrrad oder Elektro-Bike die schönsten Urlaubsorte erkunden. Gerade für die Sport-Muffel, Kinder und ältere Menschen wird eine Radreise dank E-Bike erst möglich. Für die Rennrad-Fans sind mehrtägige Touren eine super Urlaubsoption.

Beim Radurlaub kommst du klimafreundlich voran und erlebst die Natur viel näher als mit Auto, Bus oder Zug. Tagsüber in der Sonne radeln und die Landschaft an sich vorbeiziehen lassen und abends in gemütlichen Herbergen einkehren – klingt nicht nur richtig idyllisch. Das ist es auch!

Unser Tipp: In dem Buch "Deutschlands schönste Radfernwege" von Thorsten Brönner gibt es mehr als 50 traumhafte Radwege zwischen Nordsee und Alpen. Das sollte für die nächsten Jahre Radurlaub ausreichen.

Checkliste: Das kannst du vor Ort für einen nachhaltigen Urlaub tun.

  • Achte die Natur im Urlaub.

    Es sind Selbstverständlichkeiten: Füge ihr keinen Schaden zu und verursache keinen Dreck. Wenn du am Strand liegst, nimm deinen Müll danach wieder mit und lasse nichts zurück. Betrete kein Naturschutzgebiet, wenn es nicht gestattet ist.

  • Informiere dich vor Ort über die Effekte des Klimawandels.

    Was verursachen Emissionen und Naturkatastrophen an deinem Urlaubsort? Wie geht es den Menschen damit und was kannst du als Tourist:in tun, damit es besser statt schlechter wird?

  • Werde vor Ort aktiv.

    Frage die Menschen in deinem Urlaubsland, was du als Tourist:in tun kannst. Vielleicht sammelst du am nächsten Strandtag herumliegenden Müll auf, um das Meer zu schützen oder spendest an eine lokale Organisation, die sich dem Tierschutz widmet. Oft kannst du mit Kleinigkeiten wirklich viel Gutes bewirken.

  • Achte bei deinen Aktivitäten auf Tier- und Umweltschutz.

    In Südafrika gibt es jede Menge Tierfarmen. In vielen Fällen werden hier aber die Tiere ausgenutzt und allein zur Unterhaltung der Touristen (und dem damit verbundenen Geld) zur Schau gestellt. Mach dich vorher schlau, damit du keine solche Einrichtung unterstützt. Das gleiche gilt für Elefanten in Thailand. Hier ist Vorsicht geboten: Viele werben sogar mit dem Tierwohl, doch am Ende geht es nur um den Profit. Frag die „Locals“ oder recherchiere im Internet, um mehr über die Anbieter zu erfahren.

  • Konsumiere bewusst.

    Dass du diesen Artikel bis zum Ende gelesen hast, zeigt, dass du dir wirklich Gedanken machst, wie du den Planeten beim Reisen schützen kannst. Und das ist ja schon mal der wichtigste erste Schritt. Toll auf jeden Fall, dass du deinen Teil beiträgst – Hut ab!

    Wenn du auch zuhause ganz ohne Stress noch jede Menge CO2 sparen möchtest, kannst du das ganz leicht mit dem Wechsel zu echtem Ökostrom tun. Bei Polarstern sorgst du als Kund:in dafür, dass die Energiewende vorankommt. Und zwar nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt.

Mehr über Wirklich Ökostrom
Portrait von Ludwig.

Ludwig. | Team Wirklich

E‑Mail: ludwig.o@polarstern-energie.de

Ludwig ist ausgebildeter Journalist und hat viele Jahre bei einem großen Medienhaus in München gearbeitet. Bei Polarstern ist er Redakteur im Marketing-Team und schreibt Artikel für das Polarstern-Magazin und Neuigkeiten für unsere Newsletter. Außerdem kümmert er sich um Events wie die Earth Hour und den Isar Cleanup.