Grüne Verpackungen, eine Öko-Produktreihe und eine extra Webseite für den Nachhaltigkeitsbericht. Das alles soll beeindrucken. Tut es oft auch. Doch nicht immer geht es hinter den Kulissen wirklich so grün zu, wie es nach außen scheint. Diese bewusste “grüne Täuschung” nennt man Greenwashing. Wir zeigen dir, woran du Greenwashing erkennst und geben Tipps, um echt nachhaltige Unternehmen zu finden.

von Tabatha

 

Grün ist „trendy“: Mehrheit will nachhaltige Produkte.

In unserer Welt, wo Schüler für „Fridays For Future“ demonstrieren, Bürger die Bienen retten wollen und der Klimawandel für immer mehr beunruhigende Schlagzeilen sorgt, ist Nachhaltigkeit für viele Menschen wichtiger denn je.

Laut dem Umweltbundesamt stieg die Zahl der Menschen, die Umwelt- und Klimaschutz als sehr wichtige Herausforderung sehen, zwischen 2016 und 2019 von 53 % auf 68 %. Auch die Corona-Krise wirkt sich auf unser Konsumverhalten aus: Laut einer Erhebung von Accenture will mehr als die Hälfte der 3.000 Befragten ihren Konsum langfristig umstellen.

Wir möchten weniger Ressourcen verbrauchen und zum Klimaschutz beitragen, deshalb kaufen wir immer mehr nachhaltige Produkte. Genau dieses Verhalten wird von einigen Unternehmen ausgenutzt. „Greenwashing“ ist hier das Schlagwort. Damit ist gemeint, dass Unternehmen ein grünes Image präsentieren, hinter dem oft nicht viel steckt. Der Zweck von Greenwashing: Der Verbraucher soll denken, dass das Unternehmen nachhaltig und verantwortungsbewusst handelt und deshalb dort einkaufen. So wird das Image aufpoliert und höhere Preise gerechtfertigt. Doch ehrlich gemeint, ist Nachhaltigkeit kein Ablasshandel.

“Oft blasen Unternehmen einen kleinen oder nicht vorhandenen Umweltvorteil auf, um mit diesem ökologischen Feigenblatt von ihrem umweltschädlichem Kerngeschäft abzulenken. Und ganz klar ausgedrückt: Wer mit einem Umweltvorteil wirbt, der so nicht gegeben ist, betreibt Greenwashing.” – Philipp Sommer von der Deutschen Umwelthilfe.

Gott sei Dank wird der Druck durch die Kunden immer größer.Die Menschen fragen mehr nach – zum Beispiel auf Social Media. Dort müssen sich Unternehmen zunehmend Fragen stellen zu Produktion, Müll, Inhaltsstoffen und Co.. Skeptisch sollte man dann sein, wenn das Unternehmen hier allgemein antwortet oder einzelne „grüne“ Maßnahmen betont, die nur eine Nebenrolle spielen, aber nicht den Kern des Unternehmens betreffen. Beispiel: Ein Modeunternehmen brüstet sich mit der Umstellung auf LED-Lampen.

Aber was ist denn dann „echt“ nachhaltig? Das Wort wird fast schon inflationär an allerlei Stellen genutzt. Oft wird es in einen sehr schwammigen Kontext gebracht. Genau das ist der Nährboden für Greenwashing. Weiter unten haben wir deshalb Tipps gesammelt, mit denen du in vielen Fällen Greenwashing entlarvst.

 

Das ist echte Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit bedeutet nicht, dass Gewinne erwirtschaftet werden, die dann in Umwelt- und Sozialprojekte fließen. Vielmehr sollen Gewinne von vornherein umwelt- und sozialverträglich erwirtschaften werden.

>>> Mehr Tipps rund um einen nachhaltigen Lebensstil gibt´s in unserem Newsletter.

 

5 typische Greenwashing-Fallen.

Welche Taktiken Unternehmen nutzen, um grüner zu wirken als sie sind, haben wir für dich zusammengefasst:

 

1. Formulierungen mit Raum für Interpretation.

Greenwashing wird häufig durch schwammige, nicht klar definierte Begriffe wie „möglichst umweltfreundlich", „mit Liebe zum Planeten“ oder „naturverbunden“ betrieben. Solche Begriffe haben keine allgemeingültige Definition. Sie werden frei verwendet werden – ohne klare Kriterien; zudem unterbleiben oft Argumente, die das Gesagte untermauern.

 

2. Hervorheben und Übertreiben von Einzelmaßnahmen.

Nur weil eine große Modekette wie H&M eine „Conscious“-Linie hat, bedeutet das nicht, dass das gesamte Unternehmen auf Nachhaltigkeit achtet. Oft werden grüne Maßnahmen ins Rampenlicht gestellt und gleichzeitig weniger nachhaltige Aspekte verschwiegen. Das bedeutet nicht, dass daran gar nichts nachhaltig ist. Es zeigt aber ein bewusst verzerrtes Bild der nachhaltigen Bemühungen. Ein weiteres Beispiel von H&M: Die Recycle Week. Kunden können ihre alte Kleidung hier zurückgeben und bekommen so das Gefühl, dass die Modekette super nachhaltig denkt. In der Realität werden aber nur etwa 1 % der Textilien wirklich recycelt.

Auch Unternehmen wie Nespresso, die versprechen, in Zukunft mehr zu recyceln, werden dadurch nicht plötzlich nachhaltig. Kaffeekapseln bleiben eine Umweltsünde. Und nachhaltiger bedeutet eben nicht nachhaltig.

 

3. Fragwürdige Siegel.

Nicht jedes nachhaltig wirkende Siegel ist verlässlich, das gilt bei Lebensmitteln genauso wie bei Mode. Nicht selten entwickeln Unternehmen sogar ihre eigenen Siegel oder sind mit Siegeln ausgezeichnet, die nicht unabhängig kontrolliert werden. Manche Siegel beinhalten Kriterien, die kaum über den gesetzlich festgelegten Standard hinausgehen. Auf der Seite Siegelklarheit der Bundesregierung kannst du dir einen guten Überblick verschaffen.

>>> Wir zeigen dir, welchen Siegeln du vertrauen kannst.

 

4. Tricks bei der Verpackung.

Tatsache ist, dass die Verpackung eines Produktes unsere Kaufentscheidung stark beeinflusst. Ist es im „Natur-Look“ mit grünen, weißen und brauen Tönen verpackt, gehen wir oft automatisch davon aus, dass hier auch mehr Natur drin steckt. Nicht immer ist das eine richtige Schlussfolgerung! Zum Beispiel kritisierte die Deutsche Umwelthilfe die Ökobilanz von Getränkekartons. Die angeblich umweltfreundlichen Plastikkartons sind in der Realität eine richtige Umweltsünde.

 

5. Werbung mit Selbstverständlichkeiten.

Eine weitere Form von Greenwashing ist das Werben mit Produkteigenschaften, die ohnehin gesetzlich verpflichtend sind. Dazu gehört zum Beispiel die Werbung mit der Information „FCKW-frei“. Der Stoff ist schon seit den 90-er Jahren verboten. Auch werben Kosmetikhersteller mit “natürlichen Inhaltsstoffen”, zu denen sie sogar Wasser zählen dürfen.

Gleiches gilt beim Service, wenn es etwa „24 Monate Gewährleistung“ heißt, Das oftmals gesetzlich sowieso gegeben. Auf diese Weise vermitteln Unternehmen jedoch den Eindruck, dass ihr Service oder Produkt einen (grünen) Vorteil gegenüber anderen aufweist, den es gar nicht wirklich gibt.

 

3 Tipps, um nachhaltige Unternehmen zu erkennen.

Ganz schön schwierig den Überblick zu behalten, was wirklich nachhaltig ist? Achtest du auf ein paar Dinge, tappst du weniger in die Greenwashing-Falle.

 

1. Genauer hinschauen und nachfragen.

Wenn du dir bei einem Produkt oder Unternehmen nicht sicher bist, informiere dich genauer. Das kannst du zum Beispiel auf Webseiten wie Utopia und auf den sozialen Netzwerken des Unternehmens tun. Wenn dort beispielsweise Kritik zu Kinderarbeit zu finden ist, solltest du direkt nachfragen und weiter recherchieren.

>>> Mehr zum Thema Fairtrade & Siegel.

 

2. Verlässliche Siegel checken.

Viele “nachhaltige” Produkte und Unternehmen tragen Siegel. Wichtig: Hinterfrage unbekannte Siegel und informiere dich über die verlässlichsten und gängigsten, wie etwa „Fairtrade“, „BDIH“ (Kosmetik) und „GOTS“ (Kleidung). Wenn du es noch genauer wissen willst, kannst du einen Blick darauf werfen, welches Siegel welche Aspekte untersucht und ob die Zertifizierung von unabhängiger Stelle geprüft wird.

 

3. Inhaltsstoffe nachschlagen.

Wenn es dir darum geht, Inhaltsstoffe wie Palmöl zu vermeiden, reicht schon ein Blick auf die Verpackung. Bei Kosmetik und vielen anderen Produkten in deinem Haushalt hilft dir dabei zum Beispiel die App „Codecheck“. Mit ihr kannst du ganz einfach ein Produkt einscannen und viel über bedenkliche Inhaltsstoffe erfahren. Allgemein empfehlen wir Inhaltsstoffe, die seltsam klingen, einfach mal zu googeln. Und was in der Zutatenliste zuerst steht, ist am meisten enthalten. Das sagt bei vielen Produkten schon einiges aus...

 

So sieht echter Impact aus: Ganzheitlich.

Keine Kampagne, keine CSR-Maßnahme, keine Spezialserie. Echter Impact bedeutet, dass Unternehmen auf ganzer Linie immer strengere Ansprüche an ihr nachhaltiges Handeln stellen. Nachhaltiges Handeln darf nämlich kein Spezialfall, sondern muss Standard sein.

Bei Polarstern ist das Teil der Unternehmens-DNA. Polarstern wurde als Social Business gegründet und jeder Mitarbeiter ist quasi ein “Nachhaltigkeitsbeauftragter”. Florian und Simon, unsere Geschäftsführer, haben Polarstern gegründet, um mit Energie die Welt zu verändern. Das Engagement wächst mit jedem Kunden und jedem Jahr. Sie erstellen regelmäßig eine Gemeinwohlbilanz, um die Bereiche zu erkennen, in denen das Unternehmen noch nachhaltiger werden kann. Denn: Besser geht immer.

>>> Mehr über Polarstern als Social Business erfahren.

Wenn du wissen möchtest, was du alles mit deinem Umstieg zu wirklich besserer Energie bewirkst, dann teste doch mal unseren Impact-Rechner:

 

 

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