Unseren Energieverbrauch schätzen wir oft total falsch ein. Fakt ist: 70 bis 90 %, der Energie, die wir zu Hause verbrauchen, wird durch Heizen und Warmwasser verursacht. Und dabei lassen sich die Heizkosten mit einigen Maßnahmen spürbar senken. Hier sind die effektivsten Basic-Tipps.

von Michael

Die Heizkostenabrechnung ist so was wie der Nikolausabend für Erwachsene, ein kleiner Judgement Day für Zwischendurch. Wo man als Kind völlig fertig mit den Nerven vor Nikolaus und Krampus treten musste, schleicht man als Erwachsener nervös um den Briefkasten, in der Hoffnung dort ein kleines Weihnachtswunder bei der Heizkostenabrechnung zu finden. Mit diesen Heiztipps senkst du deine Heizkosten und kannst ganz gelassen den Brief aufmachen.


 

Heizkosten sparen für die Umwelt - warum effiziente Energieversorgung so wichtig ist. 

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat im World Energy Outlook 2019 untersucht, wie es um die globale Energieversorgung steht. Das Ergebnis: Unser Energiebedarf steigt bis 2040 jährlich um 1,3 %, wenn wir nichts an unserem Energiekonsum ändern. Und entsprechend steigen auch die energiebedingten Emissionen. Sie stellen heute schon den Großteil der Emissionen. Genau deshalb ist es so wichtig, dass wir unseren Energiebedarf hinterfragen und ihn vor allem durch erneuerbare Energien decken. Der Wechsel zu Ökostrom ist da der erste Schritt. Nur so können wir verhindern, dass auf unserem Planeten bald dicke Luft herrscht.

>>> So treibst du die Energiewende sofort voran.

 


Heizkosten Spartipp 1: Heizung nie ganz ausschalten.

Heizung abstellen oder durchlaufen lassen? Die Antwort ist einfach. Im Winter solltest du deine Heizung nie ganz ausschalten. Denn die Energie, die benötigt wird, um eine ausgekühlte Wohnung wieder zu beheizen, ist höher als konstant auf niedriger Stufe zu heizen. Und neben dem Kostenvorteil gibt es noch einen weiteren Grund deine Heizung nicht ganz auszuschalten: Durch konstantes Heizen verhinderst du, dass Schimmel entsteht.  

>>> Du heizt mit Strom? Ließ hier die wichtigsten Tipps zum Heizkosten sparen bei Stromheizungen.

 

Heizkosten Spartipp 2: Dreh ein Grad runter. 

Ob es jetzt 20 °C oder 21 °C ist, merkst du nicht. Aber jedes Grad weniger spart schon 6 % Energie und das macht sich direkt an den Heizkosten bemerkbar. Kennst du die empfohlenen Raumtemperaturen? 20 °C im Wohnzimmer, in der Küche 18 °C, im Bad 22 - 24 °C und im Schlafzimmer ca. 18 °C. 

 

So stellst du dein Thermostat richtig ein.

Für alle, bei denen nur die Zahlen 1 bis 5 auf den Thermostaten stehen: Stufe 1 entspricht etwa 12 °C, Stufe 2 etwa 16 °C etc. Mit jeder Stufe erhöhst du die Temperatur ungefähr um 4 °C. Wichtig zu wissen: Stufe 5 heizt nicht schneller dein Wohnzimmer auf als Stufe 1. Mit den einzelnen Stufen veränderst du nur die Endtemperatur. 

>>> Noch mehr Infos zum richtigen Einstellen deines Thermostats hier:

 

 

Erklärung_Thermostat_Heizung

          Thermostate richtig einstellen: Jede Stufe erhöht die Temperatur um 4 °C.

 

Heizkosten Spartipp 3: Entlüfte die Heizung.

Du träumst in letzter Zeit von rauschenden Bächen? Vielleicht liegt es an deiner gluckernden Heizung. Wenn sie außerdem auch bei voll aufgedrehtem Thermostat nicht warm wird, musst du sie entlüften. Hol dir im Baumarkt einen Entlüftungsschlüssel und dreh vorsichtig das Ventil an der Seite auf, um die Luft rauszulassen. Du kannst das Ventil wieder zudrehen, wenn statt Luft Heizwasser rauskommt. Halte unbedingt ein Gefäß unters Ventil. Das spart den Weg in die Küche, um einen Lappen zu holen.

 

Heizkosten Spartipp 4: Stopp den Wärmeverlust hinter der Heizung.

Hinter der Heizung geht viel Wärme verloren, die eigentlich für dich gedacht ist. Hol dir aus dem Baumarkt eine mit Alu beschichtete Dämmmatte und befestige sie hinter der Heizung. Das Alumaterial strahlt die Wärme dann zurück in den Raum. Denke auch bei dieser Maßnahme daran, regelmäßig zu lüften, um Schimmel vorzubeugen.

>>> Du willst noch effizienter heizen? Dann informiere dich hier über das Heizkosten sparen mit Wärmepumpen.

 

Heizkosten Spartipp 5: Halte die Heizkörper frei.

Wenn die Heizung an ist, sollte sie frei von Stühlen, Sesseln oder Regalen sein, damit sich die Wärme nicht hinter der Heizung staut. Sie soll ja den Raum wärmen und sich nicht in der hintersten Ecke verkriechen. Möbel können bis zu 15 % der Wärme „vernichten“. Auch die Wäsche lieber nicht auf der Heizung trocknen.

 

Heizkosten Spartipp 6: Smart heizen.

Eine smarte Heizung funktioniert folgendermaßen: Eine App auf deinem Smartphone erkennt, ob du zu Hause bist oder nicht, reagiert auf die aktuelle Wetterlage und stellt die Raumtemperatur entsprechend ein. Laut Hersteller tadoº kannst du mit smarten Thermostaten bis zu 31 % deiner Heizkosten sparen. Für eine 100 qm Wohnung mit 1-2 Personen bedeutet das eine Kosteneinsparung von mehreren hundert Euro im Jahr.

>>> Test: So funktionieren smarte Thermostate.

 

Heizkosten Spartipp 7: Isoliere deine Fenster.

Zieht’s? Hol dir beim Baumarkt Schaumdichtungsband oder Gummidichtungen und fülle damit die Fensterspalten. Klingt aufwendig, ist aber tatsächlich nur ein Handgriff. Da die Luft nach dem Abdichten allerdings nicht mehr automatisch ausgetauscht wird, musst du öfter lüften.

 

Heizkosten Spartipp 8: Zieh die Vorhänge zu.

Wenn du den Rollo runterlässt oder die Vorhänge zuziehst, sieht dich keiner, und: Du sparst Wärme, die sonst über die Fenster nach draußen verloren geht. 

 

Heizkosten Spartipp 9: Stoßlüften ist besser als kippen.

Dauerhaft gekippte Fenster kühlen die Wände aus und bringen Schimmel, vor allem im Bad. Lieber drei bis vier Mal am Tag stoßlüften. Das spart Energie. Aber achte darauf: Je wärmer es draußen ist, desto länger solltest du lüften.

 

Heizkosten Spartipp 10: Mach die Tür zu.

Wenn ein Raum schon schön beheizt ist, lass einfach die Tür zu. So geht keine Energie verloren. Sollte aber durch den Schlitz unter der Tür immer noch die Kälte angekrochen kommen, lässt sich dieses Problem auch schnell lösen. Einfach einen Zugluftstopper vor den Türschlitz am Boden legen.

 >>> Gasverbrauch senken und effizient gestalten: Ließ mehr dazu hier.

 

Heizkostenvergleich nach Heizsystem und Wohnungsfläche.

Wie viel Heizkosten sind eigentlich normal? Das frage ich mich jedes Jahr aufs Neue. Für solche ratlosen Momente lohnt sich der Blick in den Heizspiegel Deutschland enorm. Dort kannst du deine Heizkosten mit den durchschnittlichen Heizkosten abgleichen. Wohnst du in einer Wohnung ist es wichtig, dass du nicht nach deiner eigenen Wohnfläche schaust, bzw. diese angibst, sondern nach der beheizten Fläche des gesamten Wohngebäudes gehst. Alle nötigen Informationen für deinen Heizkostenvergleich, findest du für gewöhnlich auf deiner Heizkostenabrechnung.

 

Beispiel Heizkostenvergleich in €: Wohnfläche des Gebäudes 100 - 250 qm2 

  

Energieträger  NiedrigMittelErhöht
Erdgasbis 7,40bis 11,30ab 16,40
Heizölbis 9,30bis 13,20ab 18,20
Fernwärmebis 9,10bis 13,60ab 21,30
Wärmepumpe bis 7,80bis 10,90

ab 21,20  

*Quelle: Heizspiegel für Deutschland 2019

 

Mehr Tipps rund ums Energie sparen und den Einsatz von erneuerbaren Energien findest du auch bei der Verbraucherzentrale. Du kannst sogar einen Beratungstermin vereinbaren!

 

 

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