Heizen ist der Bereich, wo Smart-Home-Anwendungen wirklich Energie sparen. Von bis zu 30 % ist die Rede. Das sind schnell mehrere hundert Euro im Jahr. Wir verraten dir, welche Geräte dazu notwendig und besonders sinnvoll sind und warum du trotzdem immer deinen Energieverbrauch im Blick haben musst.

von Michael

 

80 % der Energiekosten gehen beim Heizen drauf. 

Warum sollte man im Sommer etwas übers Heizen lesen? Weil man sich eben jetzt schon mal Gedanken machen sollte, was man im nächsten Winter alles richtig machen wird. Heizen braucht nun mal etwas mehr Kompetenz als das Betätigen eines Lichtschalters. Ein, aus, bringt hier nicht viel. Dafür sollte man ein paar Dinge draufhaben: Zum Beispiel wie man Möbel richtig aufstellt, welche Temperaturen für die Räume empfohlen werden und für welche Temperaturen die Ziffern auf den Thermostaten eigentlich stehen. Und dann sind da natürlich noch die persönlichen Wohlfühltemperaturen. Manche mögen’s heiß, andere eher kühl.

Die besten Heiztipps

 

So unterschiedlich die Wohlfühl-Temperatur ist, so ähnlich sind doch die Probleme beim Heizenergie sparen: Private Haushalte geben rund 80 % ihrer Energiekosten beim Heizen aus. Vor allem mit Smart-Home-Anwendungen können diese Kosten um einige, wenn nicht viele Prozentpunkte gesenkt werden.

Die Vorteile einer smarten Heizungssteuerung.

Die Vorteile smarter Heizungssteuerungen liegen auf der Hand. Sie sorgen für mehr Komfort und Energieeffizienz. Du kannst zum Beispiel das Haus verlassen oder die Räume lüften, ohne eigenhändig die Heizung zu bedienen; auch wenn dir ein Eingreifen natürlich jederzeit offensteht. Sogenanntes Geofencing bietet hier den entscheidenden Vorteil einer smarten Heizungssteuerung gegenüber programmierbaren Thermostaten. Angenommen du kommst doch später von deinem Ausflug zurück, dann würde ein programmierbares Thermostat schon einheizen, obwohl niemand zu Hause ist. Eine smarte Heizungssteuerung berücksichtigt hingegen immer den Echtzeitbedarf, weil sie über dein Smartphone weiß, dass es noch dauert. So verschwendet sie keine Energie.

Die Hardware regelt die Heizung nicht nur auf Basis deiner Konfiguration, sondern jederzeit per App oder Sprachbefehl, sofern die smarte Heiztechnik mit Alexa, Google Assistant oder Apple Home verknüpft ist. Selbst aus weiter Ferne, etwa im Urlaub, kannst du die Heizungen steuern.

 


Vorteile von smarten Heizungssteuerungen auf einen Blick.

  • Sie erkennen die An- oder Abwesenheit von Bewohnern automatisch über sogenanntes Geofencing.
  • Sie nehmen offene Fenster und offene Türen zum Beispiel während des Lüftens wahr.  
  • Sie berücksichtigen Internetdienste mit ihren Wetterprognosen.
  • Sie erstellen dir eine Verbrauchsanalyse deines Heizverhaltens..
  • Sie merken sich die Heiz-Präferenzen der Bewohner. 
  • Sie informieren über die Luftqualität im Raum und erinnern ans Lüften.  

Hinweis: Nicht jede smarte Heizungssteuerung kann das alles. Schau beim Kauf genau drauf, was dir wichtig ist.

Ein Papa testet ein smartes Thermostat

 

Smarte Heizungssteuerung: So viel Kosten sparst du wirklich.

Im Gegensatz zu vielen anderen Bereichen, wo Smart-Home-Anwendungen gar nicht erst die Aufgabe haben, Energie zu sparen, etwa im Bereich Sicherheit, ist die smarte Heiztechnik nachweisbar energieeffizient. Zwar sind smarte Heizungen noch keine Garantie fürs Energiesparen, aber mit etwas Feingefühl hast du eine faire Chance. Inzwischen gibt es sogar wissenschaftliche Erkenntnisse darüber. 

 

Smarte Heiztechnologie spart bis zu 30 % Energie. 

So konnte zum Beispiel das Forschungsprojekt „Smart Home Rösrath“ an der Technischen Hochschule Köln nachweisen, dass Haushalte ihren Gasverbrauch mit smarten Heizsystemen um bis zu 30 % senken können. Damit bestätigt die Studie praktisch, was Anbieter von smarten Thermostaten wie tado° versprechen. Auch das Öko-Institut konnte in einer Studie den Nutzen von smarten Heizsystemen nachweisen. Hier konnten Haushalte 142 Euro bei der Heizenergie sparen. 172 Euro sparten sie, 30 Euro gaben sie für den Stromverbrauch der smarten Heiztechnik aus. Dagegen kam Stiftung Warentest bei einem Vergleich von smarten Heizanwendungen nur auf Ersparnisse zwischen 5 % und 8 %. Der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) hat generelle Einsparmöglichkeiten von 15 % für alle Heizungen ermittelt, die sich mit dem Internet verbinden können. Laut BDH kann dies heutzutage praktisch jede neu verkaufte Heizung.

 

Nachteile smarter Heizungssteuerungen. 

Der größte Nachteil smarter Technik ist, dass sie selbst Strom benötigen, um dir dann beim Energiesparen zu helfen. Wer ohnehin schon sehr bewusst heizt, wird vermutlich mit einer smarten Anwendung nicht so viel mehr sparen können. Leider verbrauchen Bewohner oft mehr Energie, gerade weil sie sich energieeffiziente Geräte zugelegt haben.

>>> Artikel: Wenn Energieeffizienz zum Stromfresser wird. 

 

In der bereits genannten „Rösrath-Studie“ gab es Haushalte, die nach Einbau der smarten Technik 27 % mehr Heizenergie verbrauchten. Allerdings sollte man jenen Studienteilnehmern nicht vorschnell Achtlosigkeit unterstellen. Viele Nutzer kamen einfach nicht mit der smarten Heiztechnik klar. Als Nutzer kommt man also nicht darum herum, sich mit der Technik auseinanderzusetzen. Auf der anderen Seite sind die Hersteller gefragt, die Benutzerfreundlichkeit kontinuierlich zu optimieren.  

Smart Home: So vermeidest du typische Anfängerfehler

 

Die besten smarten Heiztechniken. 

Guter Einstieg: Smarte Heizkörperthermostate.

Smarte Heizkörperthermostate sind ein guter Einstieg in die Welt des Smart Homes. Die intelligenten Heizkörperthermostate kosten nicht die Welt, lassen sich aber so gut wie auf jeden Heizkörper montieren. Das erlaubt dir die Technik in einem Raum einfach mal auszuprobieren.  Auch Mieter können die intelligenten Heizkörperthermostate sorgenfrei nutzen, denn sie schaden weder dem Heizkörper noch verändern sie etwas an der Bausubstanz in der Wohnung. Man schraubt lediglich die alten Heizkörperthermostate ab (gut aufheben!) und dreht die neuen auf. Zusätzliche wird eine Internet-Bridge mit dem Router verknüpft, um die smarten Thermostate mit dem Internet zu verbinden.  

 

Smarte Thermostate.

Smarte Thermostate steuern dagegen eine Zentralheizung und können gleichzeitig einzelne Heizkörperthermostate regulieren. Gerade in Einfamilienhäusern wird man eher eine zentrale Heizungsanlage finden. Im Gegensatz zu smarten Heizungskörperthermostaten, die sich so gut wie an jeden Heizkörper anschrauben lassen, sollte man sich vor dem Kauf eines smarten Raumthermostats nach der Kompatibilität mit den übrigen Heizelementen im Haus erkundigen. So kann etwa ein Wandthermostat für die Fußbodenheizung mit den vorhandenen Kabeln durch ein smartes Thermostat ersetzt werden, es kann aber nicht unbedingt ein bestehendes funkbasiertes Thermostat ersetzen. Laut Herstellern wie tado° können Haushalte mit der effizienten Heiztechnik bis zu 31 % ihrer Heizkosten sparen.

 

Smarte Jalousien.

Das Schöne an einem Smart Home ist, dass du so viele Geräte einbinden kannst, wie du möchtest. So sorgen auch andere Elemente im Haus für eine Senkung deines Heizenergieverbrauchs. Bestes Beispiel: Jalousien. Sie sorgen nicht nur für Sichtschutz, sondern haben ebenso eine Dämmfunktion. Smarte Jalousien, die mit Helligkeits- und Temperatursensoren ausgerüstet sind, sorgen dafür, dass im Winter keine Wärme verlorengeht und im Sommer keine Kühle. Im Winter fahren die Rollläden bei starker Sonne hoch, um die Wärme zu nutzen, im Sommer passiert genau das Gegenteil: Die Rollläden verdunkeln automatisch den Raum, damit sich dieser nicht aufheizt. Auch eine "Random-Funktion" ist möglich. Dann werden die Jalousien zu zufälligen Zeiten aktiv, um deine Anwesenheit zu simulieren und dich so vor Einbrüchen zu schützen.

 

Smart Heizen mit einer PV-Anlage und einer Wärmepumpe. 

Richtig effizient wird es, wenn du eine Photovoltaikanlage und eine Wärmepumpe nutzt und beide Komponenten clever verknüpfst. Die Wärmepumpe heizt auf diese Weise immer dann ihren Wärmespeicher, wenn die PV-Anlage gerade genügend Leistung erbringt. So kann sie die Solarenergie speichern und zeitverzögert später bei Wärmebedarf wieder abgeben.

Als Schnittstelle zwischen PV-Anlage und Wärmepumpe dient ein Energie-Management-System, auch Energiemanager genannt. Dieser schickt deinen selbst gemachten Ökostrom immer dorthin, wo er gerade am meisten im Haushalt gebraucht wird. Die Idee ist, dass du immer möglichst viel Eigenstrom und möglichst wenig Strom aus dem Netz beziehen musst, schließlich ist dein eigener Strom gratis. 

Leider wird eine Heizung immer dann am wenigsten gebraucht, wenn die Sonne am stärksten ist: im Frühling und Sommer. Wie praktisch, dass es auch Wärmepumpen gibt, die kühlen können. Außerdem kannst du mit Wärmepumpen auch dein Brauchwasser im Haus erhitzen. Warm geduscht wird schließlich auch im Sommer. Du sparst so eine Menge Energie, denn laut Energieberatung co2online fallen in einem durchschnittlichen Haushalt immerhin 14 % des Energieverbrauchs bei der Nutzung von Warmwasser an.

Noch mehr Energie sparst du, wenn du im Haus zusätzlich zu PV-Anlage und Wärmepumpe noch einen Stromspeicher hast. Das steigert deine Autarkie vom öffentlichen Stromnetz enorm.

Wirklich Eigenstrom für deine PV-Anlage

 

Smarte Heiztechnik visualisiert deinen Heizenergieverbrauch. 

Egal ob du "nur" smarte Heizkörperthermostate nutzt oder die Energie fürs Heizen mit einer Photovoltaikanlage selbst erzeugst – die digitalen Techniken haben meist einen Vorteil gemeinsam: Sie visualisieren deinen Heizenergieverbrauch. Die sekundengenauen Verbrauchskurven zeigen dir, wo die Wärme hingeht und ob die smarte Technik und dein Heizverhalten zu einem Verbrauchsrückgang geführt haben. Dieses Wissen ist viel wert: Von intelligenten Stromzählern, sogenannten Smart Metern, weiß man, dass Haushalte nach Einbau eines solchen Geräts durchschnittlich 15 % Strom sparen. 

Die Daten sind auch hilfreich, wenn du das Gefühl hast, dass deine Heizung eine Modernisierung nötig hat. Ein Fachmann kann sich die Daten ansehen und schnell ableiten, ob die Heizung noch effizient arbeitet. Selbst aus der Ferne lassen sich so wichtige Fragen klären, etwa welche Ersatzteile gebraucht werden. Für dich lohnt sich das insofern, weil es so vermutlich bei einem Handwerkertermin bleibt.

Mehr über Smart Meter erfahren

 

Auf was du beim Kauf von smarter Heiztechnik achten solltest. 

Smart Home: Nicht immer passt alles zusammen. 

Wer sich smarte Heiztechnik zulegt, sollte immer darauf achten, dass die einzelnen Komponenten zusammenpassen. Geräte unterschiedlicher Hersteller funken mitunter auf verschiedenen Frequenzen. Wenn die Geräte miteinander kommunizieren sollen, müssen die Funkstandards also übereinstimmen. Das kann zum Beispiel ein herkömmliches WLAN sein oder Funkstandards wie ZigBee. Der Vorteil bei ZigBee ist, dass die Frequenz dein WLAN nicht überlastet. Smart-Home-Cracks empfehlen, dass WLAN in ein Mesh-Netzwerk mithilfe von AccessPoints, Repeatern oder Powerline-Adapter umzuwandeln. Die Komponenten sorgen dafür, dass der Empfang für alle smarten Geräte gleich gut ist, auch wenn etwa dicke Wände im Weg stehen. 

Wenn du dich einfach nur für smarte Heiztechnik interessierst und keine langfristigen Pläne hast, dein Smart-Home immer weiter auszubauen, bist du mit einem Starter Kit, wie sie die Hersteller anbieten, bestens bedient. Die Komponenten passen zusammen, funken auf der gleichen Frequenz und unterstützen in der Regel auch die üblichen Sprachassistenten. Außerdem kosten die Komponenten im Paket etwas weniger als der Einzelkauf.

 

Smarte Heizkörperthermostate fördern lassen – geht.

Im Rahmen von energetischen Sanierungen fördert die Bundesregierung auch smarte Thermostate. Bedingung ist, dass du ein Haus besitzt und darin wohnst. Mieter können die Förderung also nicht beantragen. Außerdem darf nur ein Fachbetrieb die Installation der smarten Heiztechnik vornehmen. Den Förderpunkt findest du übrigens im Einkommensteuergesetz (§ 35c) (1). Dort sind die vernetzten Thermostate als "digitale Systeme zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung" gelistet. 

Mehr über energetische Sanierungen

 

Smarte Heiztechnologie ist auch Klimaschutz.

Auch wenn die eigenen Kosten für viele der wichtigste Mehrwert eines smarten Heizsystems sind, solltest du immer den höheren Sinn des smarten Heizens im Hinterkopf behalten: Wo Heizenergie gespart wird, bleiben Ressourcen verschont. CO2-freies Heizen ist natürlich mit oder ohne smarte Technik jederzeit möglich. Der Wechsel zu Wirklich Ökostrom und Wirklich Ökogas oder einem Heizstrom-Spezialtarif senkt deinen CO2-Fußabdruck im besten Fall um ein Fünftel, sorgt für mehr erneuerbare Energien im Markt und bei Polarstern treibst du die Energiewende sogar weltweit voran. Im nächsten Link erfährst du, wie groß dein Impact mit wirklich besserer Energie tatsächlich ist. 

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