Nach dem Einbau eines Smart Meters sparen Haushalte im Schnitt 15 % ihrer Stromkosten. Wie das funktioniert, was die intelligenten Stromzähler sonst noch so draufhaben und warum das Thema alle Haushalte etwas angeht, erfährst du hier. 

von Michael

 

Wer jetzt einen neuen Zähler bekommt. 

Die wenigsten Menschen werden sich bislang mit ihrem Stromzähler beschäftigt haben. Im Ottonormalfall ist der irgendwo im Keller, wo man sich sowieso nie aufhält, es sei denn man sucht gerade den Weihnachtsschmuck oder einen alten Steuerbescheid. Den Zähler lernt man nur beim Einzug kennen und sieht ihn erst wieder, wenn man den Stromanbieter wechseln möchte (denn dazu benötigt man die Zählernummer), ansonsten ist er vergessen. Doch nun werden Stromzähler für alle ein Thema. Denn die meisten bekommen einen neuen.

Ferraris Stromzähler
Kommen bald raus: herkömmliche Stromzähler.
Smart Meter
Kommen bald rein: Smart Meter.

 

Seit Anfang 2020: Haushalte bekommen digitale oder smarte Zähler.

Seit Februar 2020 haben die Betreiber von Stromzählern (Messstellenbetreiber) bereits die Aufgabe, Haushalte mit neuen Zählern auszustatten. Auch wenn sich der Ausbau Corona-bedingt etwas verzögert, soll jeder mindestens einen digitalen Zähler (moderne Messeinrichtung) bekommen. schrittweise wird für immer mehr Haushalte der Einbau eines Smart Meters – eines intelligenten Stromzählers – Pflicht. Schon heute betrifft das:

  • Haushalte, die mehr als 6.000 Kilowattstunden Strom im Jahr verbrauchen. 
  • Haushalte, die eine PV-Anlage mit einer Leistung von 7-kW-Peak und mehr nutzen.
  • Haushalte, die eine Wärmepumpe, ein Elektroauto oder einen anderen Stromverbraucher als "steuerbare Verbrauchseinrichtung" beim Netzbetreiber angemeldet haben.

Wichtig zu wissen: Eine moderne Messeinrichtung ist kein Smart Meter. Ein Smart Meter besteht aus dem digitalen Stromzähler und einem Kommunikationsmodul, dem Smart-Meter-Gateway. 

 

Einen Smart Meter freiwillig einbauen lassen.

Darüber hinaus darf man den Einbau eines Smart Meters auch freiwillig anzetteln. Denn ähnlich wie man seinen Stromanbieter selbst wählen kann, darf man sich seit 2008 auch den Betreiber des Stromzählers (Messstellenbetreiber) aussuchen, auch als Mieter in einem Mehrparteienhaus. Du kannst also jetzt schon einen Smart Meter nutzen, auch wenn in deinem Fall vielleicht nur ein digitaler Zähler verpflichtend wäre.

Hast du schon Ökostrom? Jetzt Tarif berechnen

 

Warum jetzt alle einen digitalen Stromzähler bekommen. 

Stellt sich nur noch die Frage, warum man sich die Mühe macht sollte, jetzt alle Haushalte mit digitalen Zählern auszurüsten. Nun: Sowohl digitale als auch smarte Stromzähler sind eine wichtige Komponente der Energiewende. Um dies zu erklären, muss man kurz ausholen:

Die Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien ist auf die Kooperation der Natur angewiesen, das heißt die Stromausbeute hängt immer davon ab, wie stark die Sonne scheint oder der Wind weht. Stromnetze benötigen aber eine gute Auslastung. Zu wenig oder zu viel Strom belasten sie. Zudem haben erneuerbare Energien Einspeisevorrang und dürfen ins Netz, bevor konventionelle Energieerzeuger Kohlestrom einspeisen können. In den Netzen muss daher immer ausreichend Platz für die erneuerbaren Energien vorhanden sein. Dadurch müssen nicht nur die Erzeugungsanlagen flexibler agieren, sondern auch die Abnehmer des Stroms. Durch die Smart-Metering-Systeme lässt sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage besser steuern. 

 

Die Ausstattung mit Smart Metern ist vorausschauend.

In Zukunft könnte so die exakte Erfassung des Stromverbrauchs auch dynamische Stromtarife ermöglichen.  Das heißt, du würdest für deinen Strom wenig zahlen, wenn gerade viel erneuerbare Energie im Netz ist – und etwas mehr, wenn es kein guter Tag für die Erneuerbaren war. So könntest du auch große Stromverbraucher wie Wärmepumpen oder Ladesäulen besser und günstiger mit Strom versorgen. Im Moment ist dies noch Zukunftsmusik, aber so weit weg nun auch wieder nicht. Und die Smart Meter machen individualisierte und flexible Stromtarife erst möglich.  

Für den Austausch des Zählers musst du nicht selbst aktiv werden. Dein Messstellenbetreiber meldet sich drei Monate vor der geplanten Installation bei dir. Zwei Wochen vorher erfährst du den Einbautermin. Bevor der alte Zähler abgebaut wird, notierst du dir am besten den Zählerstand.

Zu unseren Spezialtarifen

 

Die Vorteile und Funktionen von Smart Metern.

Ein Smart Meter ist ein Zähler, der prinzipiell Daten senden und empfangen kann. Er besteht dazu wie gesagt aus zwei Komponenten: einem digitalen Stromzähler und einem Kommunikationsmodul, das deine Verbrauchsdaten direkt an deinen Stromanbieter, beziehungsweise Messstellenbetreiber sendet. So muss niemand mehr den Zähler per Hand ablesen. Gleichzeitig kann der Smart Meter über das Modul auch Daten empfangen. Das ist zum Beispiel dann wichtig, wenn du eine PV-Anlage hast. Dann kannst du deinen selbst gemachten Ökostrom direkt zu einem Stromverbraucher wie einer Wärmepumpe oder Ladestation senden, wenn die Photovoltaikanlage gerade viel Ökostrom produziert – und so deinen Eigenverbrauch steigern. 

Mehr über eine eigene Stromversorgung erfahren

 

1. Smart Meter decken Stromsparpotenziale auf.

Der Smart Meter soll dir vor allem beim Strom sparen helfen, indem du einen besseren Einblick in deinen Stromverbrauch bekommst. So kannst du zum Beispiel in Echtzeit dabei zusehen, wie der Stromverbrauch in die Höhe schießt, wenn du die Spülmaschine anstellst oder Wasser aufsetzt. Du erfährst, wo du tatsächlich Strom sparen kannst – und dass wir alle oft an den falschen Stellen ansetzen. So sparen etwa viele Haushalte leidenschaftlich am Licht, obwohl andere Geräte die Problemkinder sind. Ein Smart Meter ist das perfekte Tool, um diese Kinder beim Namen nennen zu können.

 

Kaum Nachzahlungen dank besserer Abrechnung. 

Natürlich werden auch die Abrechnungen genauer. Die Stromrechnung kommt dann nicht mehr jährlich, sondern monatlich. Hohe Nachzahlungen am Jahresende dürften so der Vergangenheit angehören, weil du jederzeit gegensteuern kannst, wenn die Verbrauchskurve zu hoch ist. Was ein hoher, was ein mittlerer und was ein niedriger Verbrauch ist, erfährst du übrigens mithilfe des Stromspiegels der Energieberatung co2online

>>> Artikel: Smarter Energie sparen. 

 

2. Smart Meter visualisieren den Stromverbrauch.

Wie du die Stromsparpotenziale entdeckst? Durch die sekundengenaue Visualisierung des Stromverbrauchs im Zeitverlauf. Es gibt viele Möglichkeiten, den Verbrauch einzusehen, etwa über ein eigenes Display oder per App auf dem Handy. Die Auswertung erlaubt Rückschlüsse auf den Stromverbrauch einzelner Geräte. Denn zu bestimmten Zeiten kann ein Ausschlag in der Verbrauchskurve eigentlich nur der neue Superfernseher oder die Waschmaschine gewesen sein. Manche Geräte erkennen jetzt schon einzelne Geräte, etwa Kühlschränke. 

 

3. Ein Smart Meter zeigt dir die Grundlast.

Mit den Smart Metern lernst du außerdem die Grundlast kennen. Sie macht in der Regel rund 20 % deines Stromverbrauchs aus. Gemeint ist der Verbrauch, der immer anfällt, weil manche Geräte nie ausgeschaltet werden. Zum Beispiel der Kühlschrank oder der Router. Auch der Standy-Betrieb trägt zur Grundlast bei. Ein Smart Meter hält einem bildlich vor die Nase, wie unnötig dieser Bereitschaftsdienst ist – und dass sich echtes Ausschalten lohnt.  

 

4. Smart Meter sparen Strom. Im Schnitt 15 %. 

Mit dem Wissen um den eigenen Stromverbrauch sparen viele Haushalte jetzt schon eine Menge Stromkosten. Nach einer Untersuchung des Herstellers Discovergy sparen Haushalte nach Einbau eines Smart Meters im Schnitt etwa 15 % Stromkosten, bis zu 20 % sind möglich. 

  

5. Smart Meter optimieren den Eigenverbrauch.

Smart Meter sind vor allem für Haushalte besonders sinnvoll, die ihren Strom mit einer Photovoltaikanlage erzeugen. Er hilft dir dabei, immer möglichst wenig Strom aus dem Netz zu ziehen. Der Smart Meter erkennt zusammen mit einem Energie-Management-System, wann genügend Eigenstrom vorhanden ist, um deine Waschmaschine zu starten, eine Wärmepumpe zu betreiben oder ein Elektroauto zu laden.

>>> Artikel: So nutzt du deinen PV-Strom wirklich clever. 

 

6. Smart Meter machen dynamische Stromtarife möglich.

Wie anfangs erwähnt, könnten smarte Messsysteme dynamische Stromtarife ermöglichen. Das heißt, du würdest für deinen Strom wenig zahlen, wenn gerade viel erneuerbare Energie im Netz ist – und wenig, wenn kein guter Tag für die Erneuerbaren war. So könntest du auch große Stromverbraucher wie Wärmepumpen oder Ladesäulen besser und günstiger mit Strom versorgen. 

 

Die Kosten für einen Smart Meter. 

Natürlich kostet ein Smart Meter auch Geld. Wie gewohnt müssen alle Haushalte für die Betriebskosten selbst aufkommen. Bisher wurden die Kosten für den Messstellenbetrieb in der Regel in der Stromrechnung im Rahmen der Netzkosten abgerechnet. Das kann sich mit den neuen Stromzählern ändern. Eine separate Rechnung des Messstellenbetreibers ist also möglich. Wie hoch die Gebühren für den Messstellenbetrieb mit einem Smart Meter ausfallen, hat die Verbraucherzentrale schon einmal ausgerechnet. Die Preise hängen davon ab, wie viel Strom du im Jahr verbrauchst, ob du einen großen Stromverbraucher wie eine Wärmepumpe nutzt, die als steuerbare Verbrauchseinrichtung angemeldet ist oder ob dein Haus mit einer PV-Anlage ausgerüstet ist. 

Für einen digitalen Zähler darf der Messstellenbetreiber dagegen laut Verbraucherzentrale höchstens 20 Euro pro Jahr berechnen. Ein zusätzlicher Kostenpunkt in Einfamilienhäusern kann der Umbau deines Zählerschranks sein, wenn die Kommunikationsinfrastruktur so angepasst werden muss, dass der Smart Meter überhaupt nach draußen funken kann. 

 

Jährliche Betriebskosten eines Smart Meters. 

StromverbrauchPreisobergrenze
Bis 2.000 kWh/Jahr 23 €/Jahr
2.000 bis 3.000 kWh/Jahr30 €/Jahr
3.000 bis 4.000 kWh/Jahr40 €/Jahr
4.000 bis 6.000 kWh/Jahr60 €/Jahr
6.000 bis 10.000 kWh/Jahr100 €/Jahr

 

Betriebskosten für Haushalte mit PV-Anlage oder steuerbare Verbrauchseinrichtung.

PV-Neuanlage von 1 kW bis 7 kW60 €/Jahr
PV-Anlage von 7 kW bis 15 kW100 €/Jahr
Wärmepumpe, Nachtspeicher, Ladesäule100 €/Jahr

Quelle: Verbraucherzentrale

 

Wie sicher sind meine Daten mit einem Smart Meter?

Seit Dezember 2019 sind offiziell drei Smart-Meter-Gateways zugelassen. Das Zertifizierungsverfahren hat lange gedauert, denn die Hersteller müssen sicherstellen, dass deine Daten jederzeit geschützt sind. Wir leben in einer digitalen Welt, und jeder möchte die Hoheit über seine Daten haben, klar. Die Geräte sind mit Firewalls ausgerüstet, die Messstellenbetreiber haben Transparenzregeln einzuhalten, und wer auf die Daten zugreifen darf, ist genauestens geregelt. Auch du selbst kannst deine Verbrauchsdaten immer über die elektronische HAN (Home Area Network)-Schnittstelle am Gerät oder über ein Online-Portal einsehen. 

>>> Mehr über die Datensicherheit von Smart Metern.

 

Klima schützen – mit einem Smart Meter und dem richtigen Stromtarif.

Smart Meter sind Teil der Energiewende: um erneuerbare Energien zu fördern und Energie zu sparen. Und wir können dir beim CO2 sparen helfen. Oder anders: Wir sorgen dafür, dass du bei deinem Stromverbrauch gar nicht erst CO2 anhäufst. Mit Wirklich Ökostrom von Polarstern und all unseren Spezialtarifen – für Wärmepumpen, Elektroautos oder als Reststrom für eine Eigenstromversorgung – kannst du deinen CO2-Fußabdruck für deinen Stromverbrauch jederzeit auf 0 setzen. Was du mit deinem Wechsel sonst noch bewirkst, wie viel CO2 du konkret sparst, können wir dir sogar ausrechnen: mit unserem Impact-Rechner. Probier’s aus!

Jetzt meinen Impact berechnen

Ökostrom ist viel günstiger als du denkst!

Wirklich besserer Strom ist keine Rolex. Und sogar meist günstiger als die Grundversorgung.

Weiterempfehlen vervielfacht deine Wirkung!

Und wir bedanken uns mit 20 Euro. Schnapp dir jemanden, der auch zu wirklich besserer Energie wechseln möchte – und ihr bekommt beide 20 Euro auf eure nächste Stromrechnung gutgeschrieben. Gemeinsam verändern wir mehr!

Polarstern weiterempfehlen