In jedem Smart Home steht auch immer ein Elefant im Raum, der fragt: Spart die smarte Technik wirklich Energie? Oder hast du dir einfach nur ein nettes Spielzeug gekauft? Tja, kommt ganz darauf an. Wir verraten, wo Smart Home Energie spart, wo nicht und wie hoch die Einsparung ausfällt –  wenn du typische Anfängerfehler vermeidest. 

von Michael

 

Warum wir uns über das Smart-Home-Thema unterhalten müssen. 

Jeder Dritte nutzt eine Smart-Home-Anwendung.

Wie schnell das immer geht, mit den neuen Geräten. In einem Moment würde einem eine Alexa oder Siri nie ins Haus kommen, im nächsten so: „Alexa, erzähl den Kindern einen Witz (ich will meine Ruhe)!“

Genau so machen sich derartige Geräte zunehmend in der Wohnung breit. Solche, die sich mit dem Internet verbinden und uns intuitiv im Haushalt unterstützen. 2019 hatten laut Bitkom schon 31 % der Deutschen mindestens ein smartes Gerät im Haus – schon 5 % mehr als im Vorjahr. Smarte Lösungen kommen vor allem bei der Beleuchtung (18 %) und der Heizung (14 %) zum Einsatz. 10 % der Bevölkerung nutzt Funk- und WLAN-Steckdosen, 7 % nutzen intelligente Strom-, Gas- und Wasserzähler.

 

Das ist ein Smart Home. 

Ein cleveres Gerät allein macht aber noch längst das Home nicht smart. Von einem Smart-Home spricht man erst dann, wenn mehrere Geräte miteinander kommunizieren und gemeinsam für eine Sache arbeiten. Zum Beispiel um das Haus vor Einbrechern zu schützen, um es barrierefreier zu machen, und ganz wichtig, um Energie zu sparen. In einem Smart Home weiß das eine Gerät, was zu tun ist, wenn ein anderes ein bestimmtes Signal gibt. Sie sind dazu mit dem Internet verbunden und über eine zentrale Steuerung, die über ein Smartphone, Tablet oder Computer bedient werden kann, miteinander verknüpft. 

 

Smart-Home-Geräte sprechen miteinander.

Eine Gute-Morgen-Szene kann etwa so aussehen, dass die Jalousien auf den Weckerschlag hochgehen, die Kaffeemaschine anspringt, und das Bad schon mal vorwärmt. Gut, dies ließe sich auch mit Zeitschaltuhren durchsetzen. Was die cleveren Geräte letztlich smart macht, ist ihre Intuition. Eine smarte Heizung würde es mit dem Vorwärmen bleiben lassen, falls plötzlich der Sommer ausbräche. Die Jalousien würden die Fenster wieder verdecken, um den Raum zu kühlen, sobald du das Schlafzimmer verließest. Sie könnten auf deine Konfiguration hin, sogar der Kaffeemaschine mitteilen, dass du bei diesen Temperaturen deinen Kaffee lieber kalt willst. Denn smarte Technik nimmt die Anwesenheit von Personen war, bezieht Internetdienste ein, etwa Wetterprognosen bei smarten Thermostaten, und sie weiß, was zu tun ist, wenn ein anderes Gerät eine bestimmte Handlung vorgibt. Deshalb wird alternativ zu Smart Home auch von Smart Living, Hausautomation oder eHome gesprochen. 


Smart-Home-Kunden wollen mit dem Kauf vor allem Kosten sparen. 

Meistens kaufen Menschen Smart-Home-Anwendungen oder Smart-Home-Systeme, um die Sicherheit im Haushalt zu erhöhen, um Zeit zu sparen, indem sie die Technik bestimmte Haushaltsaufgaben wie Rasenmähen überlassen. Am häufigsten wollen die Haushalte jedoch Energie sparen. Dies spiegelt sich zumindest in den Daten von Bitkom zur Ausstattung der Haushalte mit Smart-Home-Geräten wider.  

 

Ist ein Smart Home wirklich energieeffizient?

Doch in jedem Smart Home steht immer der Elefant im Raum, der fragt: Spart das wirklich Energie? Oder hast du dir einfach nur ein nettes Spielzeug gekauft? Die Frage ist deshalb so wichtig, weil dir die Anbieter nur das Versprechen auf ein Energiesparpotenzial geben können. Nicht aber, ob es auch ausgeschöpft wird. Deshalb machen Hersteller auch lieber qualitative Angaben. Nun ist die Smart-Home-Technik aber schon ein paar Jahre auf dem Markt, und inzwischen lässt sich die Frage nach der echten Energieeinsparungen schon besser einschätzen. Dank der wissenschaftlichen Ergebnisse von Institutionen wie dem Öko-Institut können Verbraucher inzwischen besser eingrenzen, unter welchen Bedingungen sich die Technik positiv auf die die Energie- und Klimabilanz niederschlägt, und in welchen Beispielen negativ. 

Artikel: Wie deine Energie das Klima schützt

 

So viel Energie kann ein Smart Home sparen. 

Smart Homes sparen bis zu 14 % Energie …

So stellte das Öko-Institut fest, dass Haushalte dann Energie sparen, wenn die Geräte auch zu diesem Zweck angeschafft wurden. In Wohnungen, die smarte Geräte zur Energieeinsparung nutzten, stellte das Institut eine Senkung des Energieverbrauchs von bis zu 9 % fest, in Häusern sogar um bis zu 14 %.


… oder verbrauchen bis zu 19 % mehr. 

Nutzten die Haushalte Smart-Home-Technik zusätzlich oder ausschließlich, um die Sicherheit und den Komfort zu erhöhen, konnte das Forscherteam keine Einsparung feststellen. Im Gegenteil: Die Haushalte verbrauchten teilweise bis zu 19 % mehr Energie als Referenzhaushalte ohne smarte Technik. 


Smart Home kann 142 Euro sparen. 

In der Untersuchung des Öko-Instituts bezahlten die Bewohner eines Hauses im besten Fall 30 Euro für den Stromverbrauch der smarten Geräte, erzielten dafür aber eine Einsparung beim Heizen von 172 Euro. Sie sparten also insgesamt 142 Euro. In Wohnungen zahlten Haushalte im schlechtesten Fall 12 Euro mehr im Jahr, weil die Verknüpfung der Zielvorhaben Energieeffizienz, Komfort und Sicherheit Stromkosten im Wert von 68 Euro verursachte. Im besten Fall wäre in der Wohnung eine Einsparung von 39 Euro im Jahr drin gewesen.

Wie du garantiert immer Strom sparst

 

Die häufigsten Anfängerfehler bei Smart-Home-Anwendungen – und wie du sie verhinderst.

Niemand will mit seiner Smart-Home-Technik mehr Energie verbrauchen als vorher. Wenn du gerade dein Smart-Home aufbaust, solltest du bestimmte Anfängerfehler vermeiden. 

 

Tipp 1: Die richtige Zielsetzung. 

Setz dir die richtigen Ziele. Wer Smart-Home lediglich aus Komfort- oder Sicherheitsgründen anschafft, sollte eher mit einem Verbrauchsanstieg rechnen, wie auch das Öko-Institut feststellt. Es kann ja auch miteinkalkuliert sein. Man denke an eine intelligente Bewässerungsanlage, die im Gegensatz zum Gartenschlauch eine Menge Zeit spart. Ist auch wertvoll. Aber Strom wirst du vermutlich nicht sparen. 

 

Tipp 2: Mehr Geräte bedeutet nicht: mehr Effizienz. 

Wenn du dir immer mehr Geräte zulegst, bedeutet das nicht, dass du auch mehr Energie sparst. Das Dilemma am Smart Home ist, dass du Energie investieren musst, um Energie zu sparen. Mit zunehmender Geräteausstattung steigt aber auch der Energieverbrauch. Die Effizienz kann diesen Mehrverbrauch dann kaum noch abfedern. Damit eine Automatisierung erfolgen kann, müssen die Geräte immer in Bereitschaft, das heißt, unter Strom sein. Sie sind nie also nie ganz aus, sondern immer in Standby. Sie warten auf Steuersignale, und die Verbindung mit dem Internet zieht zusätzlich Strom. Dadurch verbrauchten die vollausgestattete Smart Homes in der Öko-Institut-Studie bis zu 19 % mehr Energie. 

 

Tipp 3: Beschäftige dich mit der Technik.  

Ja, es nervt sich mit der Technik auseinanderzusetzen. Da unser Leben nun mal sehr technisch ist, kommen wir nicht drum herum. Und für den Klimaschutz wird die Beschäftigung mit effizienter Technik unausweichlich. Aber nicht nur wir als Nutzer sind gefragt, sondern auch die Hersteller: Im Forschungsprojekt "Smart Home Rösrath" konnten Haushalte ihren Heizenergieverbrauch dank smarter Technik um bis zu 30 % senken. Andere Haushalte heizten dafür um bis zu 27 % mehr. Laut den Forschern lag dies auch an der Nutzerfreundlichkeit der Technik. Nur die Technikaffinen, die sich mit den Geräten intensiv beschäftigten, konnten Energie sparen. Andere Haushalte waren mit der Technik aber komplett überfordert. 

 

Tipp 4. Plane dein Smart Home überlegt. 

Triff deine Kaufentscheidungen nicht zu schnell. Manchmal will man etwas sofort haben, kennt jeder. Aber der Aufbau eines Smart-Homes braucht etwas Zeit. Wer eine Anwendung im Visier hat, sollte sich zumindest insgeheim schon mal überlegen, welches Gerät als nächstes sinnvoll wäre. Der ganze Sinn des Smart-Homes ist die Verknüpfung. Und die geht nicht mit allen Geräten. Es gibt eine Vielzahl an Anwendungen unterschiedlicher Hersteller, die abweichende Funkstandards und Steuereinheiten nutzen. 

 

Zwischen deinen Geräten muss es funken.   

Und so machen Verbraucher immer wieder die Erfahrung, dass sie zwei Geräte miteinander vernetzen wollen und das geht dann nicht. Denn leider nutzen die Hersteller nach wie vor keine einheitlichen Kommunikationsstandards. Wer die Geräte einzeln kauft, muss also immer darauf achten, dass sie miteinander „können“. Gängige Funkstandards im Smart Home Bereich heißen Z-Wave, Zigbee und natürlich WLAN. Wenn du dein Smart Home Stück für Stück aufbaust, achte also darauf, dass Geräte auf deiner Wunschliste die Funkstandards unterstützen, die deine alten brauchen. 

 

Viele Apps, kaum Automation. 

Außerdem ist es wichtig, dass sich Geräte mit der gleichen App ansteuern lassen. Stell dir vor, dein smartes Thermostat braucht eine andere App als das Licht. Und der Rauchmelder hat auch wieder eine eigene. Von Automation könnte kaum noch die Rede sein. Wer auf Nummer Sicher gehen will, besorgt sich ein Smart-Home-Kit, bei dem die Geräte garantiert kompatibel sind. Die All-In-One-App unseres Kooperationspartners iHaus unterstützt richtig viele Hersteller. Außerdem sollte die Technik mit deinem Sprachassistenten, zum Beispiel Siri, Google Assistant oder Alexa, kompatibel sein. Sonst sind deine Sprachbefehle einfach nur Selbstgepräche. 

 

Tipp 5. Fang mit dem sinnvollsten Smart-Home-Gerät an.

Bis jetzt haben wir gelernt, dass Smart Home vor allem im Bereich Heizen besonders erfolgsversprechend ist. Wenn dein Ziel wirklich das Energiesparen ist, steig am besten mit diesen Anwendungen an, ihr Energiesparpotenzial ist sogar wissenschaftlich bestätig – und manchmal deckungsgleich mit Herstellerversprechen. Das bereits angesprochene Forschungsprojekt „Smart Home Rösrath“ konnte für den Heizbereich Energieeinsparungen von 30 % feststellen, was auch zum Beispiel der Hersteller tado° für seine smarten Thermostate verspricht. Such dir beim Einstieg in dein Smart-Home in Foren Tipps von Leuten, deren Wohnsituation vergleichbar mit deiner ist. Geteilte Kundenerfahrungen sind oft am wertvollsten. Tipp: Smarte Steckdosen kosten nicht die Welt, helfen beim Energiesparen und sind ein guter Weg, Smart Home für sich vorsichtig zu testen.

 

Tipp 6. Kaufe Qualität. 

Es ist wie mit jedem anderen Produkt auch: Kaufe lieber gleich etwas Gescheites als eine Enttäuschung. Geräte, die vielleicht einen günstigen Kaufpreis haben, aber schnell kaputtgehen oder nichts draufhaben, bringen niemandem was. Du nutzt sie nicht, und das Gerät wurde umsonst produziert. Verschwendete Energie. Denn rund zwei Fünftel des CO2-Fußabdrucks eines technischen Gerätes fallen schon in der Produktion an. 

 

Tipp 7. Hirn anschalten.  

Automatisierung ist gut, Kontrolle durch den Menschen ist besser. Und dies bedeutet, dass man sich selbst auch im Griff haben muss. Eine Technik kann noch so schlau sein, wenn wir selbst nicht smart mit ihr umgehen, treten  Rebound-Effekte  ein, und es wird teuer und klimaschädlich. 

Unter einem Rebound-Effekt versteht man einen Mehrverbrauch an Energie aufgrund einer Fehleinschätzung der Energieeffizienz. Zum Beispiel wenn Geräte plötzlich länger und intensiver genutzt werden. Das eigene Verhalten bleibt also zentral. Klassische Heiz- und Stromspartipps helfen, das volle Effizienzpotenzial der smarten Technik auszuschöpfen, und im Umgang mit der Technik gibt es auch noch mal Extra-Tipps. 

Und eins solltest du natürlich sowieso immer auf dem Screen haben: den Klimaschutz. Achte darauf, dass du alle Geräte immer klimaneutral betreibst, dann verändern wir gemeinsam richtig viel. Berechne, wie viel CO2 du im Jahr mit wirklich besserer Energie sparst.

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Und wir bedanken uns mit 20 Euro. Schnapp dir jemanden, der auch zu wirklich besserer Energie wechseln möchte – und ihr bekommt beide 20 Euro auf eure nächste Stromrechnung gutgeschrieben. Gemeinsam verändern wir mehr!

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