Smart Home Speaker

Smartes Gerät gekauft und trotzdem nicht gespart? Passiert. Denn ob du Energie sparst oder verschleuderst, hängt davon ab, wie du mit dem Gerät umgehst. Mit unseren Tipps wirst du auf alle Fälle bequem Energie sparen, Kosten senken und CO2 verhindern.

von Michael

Smarte Technik hilft, Energie effizient zu nutzen.

Klimaschutz, da denkt man an die Natur, die Meere, die Atmosphäre. Aber ausgetragen wird er vor allem sehr unspektakulär in den Gebäuden. Allein in Deutschland werden laut Umweltbundesamt rund 35 % des Endenergieverbrauchs und circa 30 % der CO2-Emissionen in den Gebäuden verursacht. Zum Glück gibt es viele Wege, diesen Sektor zu dekarbonisieren, zum Beispiel durch energetische Sanierungen oder dem Einsatz von nachhaltigen Baumaterialien. Aber als Bewohner:in muss man ebenso einen Teil dazu beitragen. Denn ob die gewünschte Energieeinsparung eintritt, hängt stark vom Nutzerverhalten ab. Leider, oder zum Glück, sind wir keine Roboter. Wir wissen, dass man eine Heizung runterdrehen sollte, wenn man das Haus verlässt. Manchmal sind wir aber auch schon glücklich, an den Schlüssel gedacht zu haben. Smarte Technik kann uns helfen, Energie effizienter zu nutzen, ohne dass wir uns selbst darüber den Kopf zerbrechen müssen. Egal ob als Bewohner:in einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses – jede:r kann smarte Lösungen nutzen.

Tipp 1: Energie sparen mit einem Smart Meter. 

Ein gutes Beispiel sind Smart Meter. Die intelligenten Stromzähler messen den Stromverbrauch sekundengenau und zeigen ihn visualisiert an. So bekommt man förmlich vor die Nase gehalten, wann und wie Strom im Haushalt verbraucht wird. Aber helfen Smart Meter wirklich beim Energie sparen? Meistens schon. Denn die Datenkurven lassen Rückschlüsse auf die eigene Gerätenutzung zu. Vielleicht ist der Kühlschrank doch effizienter als gedacht, dafür sorgen Laptops und Ladekabel für eine steile Verbrauchskurve. Wie die Kurve ausschlägt, kannst du in Echtzeit sehen, wenn du bestimmte Geräte ein- oder ausschaltest. Weil man sich den Stromverbrauch im Zeitverlauf ansehen kann, hat man immer im Blick, wie sich etwa Stromspartipps in der Praxis auszahlen oder ob zum Beispiel ein Corona-Lockdown stromkostentechnisch doch mehr reinknallt als gedacht.

Artikel: So steigt der Stromverbrauch im Homeoffice

So viel Energie spart ein Smart Meter. 

Laut Energieberatung co2online kann eine vierköpfige Familie in einem Einfamilienhaus nach Einbau eines Smart Meters Strom im Wert von 60 bis 150 Euro pro Jahr sparen. In Häusern, die Photovoltaik nutzen und Elektroautos laden, sind Smart Meter jetzt schon weit verbreitet. Für Haushalte mit Stromverbräuchen über 6.000 kWh sind sie seit 1. Januar 2020 sogar Pflicht. Ebenso für Haushalte, die eine PV-Anlage mit einer Leistung von 7-kW-Peak und mehr nutzen oder für Haushalte, die ihre Wärmepumpe oder ihr Elektroauto als "steuerbare Verbrauchseinrichtung" beim Netzbetreiber angemeldet haben. Ab 2023 sollen Haushalte flächendeckend mindestens mit digitalen Zählern ausgerüstet werden.

Smart Meter machen variable Stromtarife möglich. 

Bei Smart Metern geht es aber um mehr. Sie machen theoretisch flexible Stromtarife möglich. Hintergrund: Die Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien ist abhängig von den Launen der Natur. Je nach Tagesform von Sonne und Wind fällt die Stromausbeute kleiner oder größer aus – und davon könntest du in Zukunft sogar profitieren. Du würdest für deinen Strom wenig zahlen, wenn gerade viel erneuerbare Energie im Netz ist – und wenig, wenn es kein guter Tag für die Erneuerbaren war. Deine Stromrechnung wäre viel genauer und hohe Nachzahlungen unwahrscheinlich. 

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Tipp 2: Energie sparen mit Automatikprogrammen. 

Die meisten von uns nutzen im Alltag bereits clevere Technik, es fällt uns nur nicht so auf. Ein typisches Beispiel sind neuere Waschmaschinen, die die Dosierung des Waschmittels übernehmen oder von alleine erkennen, wie schmutzig die Wäsche ist. Die Sensoren in den Geräten sind hier das clevere Element. Sie erfassen Dinge wie die Verschmutzung viel besser als wir es sehen oder riechen können. Und basierend auf den gemessenen Werten, dosieren sie Wasser und Temperatur. Sensoren von cleveren Lampen und Heizungen helfen ebenso beim Energie sparen, indem sie zum Beispiel auf die An- und Abwesenheit von Personen reagieren. Das ist mehr als ein nettes Gadget. Beispiel Heizung: Laut Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie sind durch Sensorentechnik – etwa bei smarten Thermostaten – Einsparungen von bis zu 15 % im Jahr drin. Hersteller wie tado° berichten sogar von Einsparungen bis zu 30 %.  

Tipp 3: Energie sparen dank besserer Vernetzung. 

Smart Home: Nutz All-In-One-Apps.

Wer Smart-Home-Geräte besitzt, sollte unbedingt auch darauf achten, dass sie miteinander kommunizieren können. Indem du sie sinnvoll vernetzt, kannst du die Geräte oft auch effizienter nutzen. Eine große Herausforderung bei der Vernetzung smarter Geräte ist: Es gibt keine einheitlichen Kommunikationsstandards. Nicht jedes x-beliebige Gerät lässt sich mit einem anderen x-beliebigen Gerät verknüpfen. Als Nutzer:in merkt man dies erst, wenn man zum Beispiel verzweifelt versucht, den Rauchmelder mit den Lampen zu verknüpfen. Abhilfe schaffen Komplettpakete oder All-in-one-Apps, in die sich eine Menge Geräte integrieren lassen. Müsste man jedes Mal zig Apps öffnen, um bestimmte Szenarien auszulösen, könnte Effizienz kaum noch die Rede sein und von Komfort schon gar nicht. 

Solarstrom: Optimale Nutzung mit einem Energiemanager.

Wo man die Arbeit auch sehr schön an die Technik abgeben kann, ist bei einer eigenen Stromversorgung mit einer Photovoltaikanlage. Ein Energiemanagementsystem, kurz Energiemanager verteilt den Solarstrom intuitiv immer so im Haus, dass möglichst wenig Strom aus dem Netz benötigt wird. Dazu sind die Geräte über eine zentrale Steuereinheit so vernetzt, dass sie immer dann in Betrieb gehen, wenn ausreichend Solarstrom erzeugt wird. So musst du dir keine Gedanken über die Prozesse machen. Der Energiemanager hilft dir automatisch, deinen Eigenverbrauch zu erhöhen. So speist du Solarstrom nur dann ins öffentliche Stromnetz, wenn alle Geräte in deinem Haus versorgt sind und der Stromspeicher möglicherweise auch schon voll ist.

Artikel: Wie du deinen PV-Strom optimal nutzt

Tipp 4: Energie sparen mit der richtigen Smart-Home-Auswahl. 

Laut einer Studie der Technischen Hochschule Köln können Smart-Home-Nutzer:innen bis zu 30 % Energie im Jahr sparen – sie können aber genauso 27 % mehr Energie verbrauchen. Es ist eben die große Krux am Smart Home, dass du A, Energie investieren musst, um Energie zu sparen. Und dass B, am Ende doch vieles von deinem eigenen Verhalten abhängt. Du darfst nicht plötzlich anfangen, Geräte länger und intensiver zu nutzen. 

Gespart wird, wenn die Motivation stimmt. 

So wird mit Smart-Home-Anwendungen auch meistens dann Energie gespart, wenn sie auch zu diesem Zweck gekauft wurden. Mit dieser Motivation konnte das Öko-Institut in einer Studie Energieeinsparungen von bis zu 9 % feststellen, in Häusern sogar um bis zu 14 %. 
In Haushalten, die smarte Anwendungen vor allem für die Sicherheit und den Komfort nutzten, konnte das Öko-Institut praktisch keine Energieeinsparungen feststellen. Bei Haushalten, die Smart-Home-Anwendungen für alle Bereiche nutzen – Energieeffizienz, Komfort und Sicherheit – kam es sogar zum Anstieg des Stromverbrauchs. In einem Fall sogar um 19 %. Eine wachsende Geräteausstattung zieht eben auch einen größeren Stromverbrauch nach sich. 
Und Energieeffizienz darf nicht eine intensivere Gerätenutzung nach sich ziehen. Am besten beherzigt man sich die guten alten Energiespartipps.

99 Energiespartipps

Smarte Thermostate sind übrigens besonders effektiv. Laut co2online sparen sie in einer 70-Quadratmeter-Wohnung mit fünf Heizkörpern schon 65 bis 210 Euro im Jahr.

Tipp 5: Smarte Stecker für den Einstieg.

Einen Abstecher in die Smart-Home-Welt kann übrigens jede:r ganz simpel vornehmen. Mit smarten Steckern. Warum? Weil sie teilweise schon so günstig zu haben sind, dass sie einen kaum vor eine gößere Investitionsentscheidung stellen. Mit den kleinen Zwischensteckern lässt sich jedes Elektrogerät smart ansteuern, zum Beispiel per Sprachbefehl oder per App. Ein zusätzliches Feature: die meisten Stecker messen auch den Stromverbrauch von Geräten, sowohl in Echtzeit als auch im Zeitverlauf. Dadurch lassen sich die wahren Stromfresser im Haushalt ziemlich leicht aufspüren. 

Für Pros: Gebäudeautomation anrechnen lassen.

Das andere Extrem ist ein Smart-Building. Hier reagieren Heizungen, Klimaanlagen, Beleuchtungen, Lüftungen und Verschattungen automatisch auf die An- und Abwesenheit von Personen, auf ihr Verhalten sowie auf das Wetter. Die Gebäudeautomation kennt man von Bürogebäuden oder Flughäfen, sie kommt aber immer häufiger im privaten Raum zum Einsatz. Denn allein mit einer smarten Belüftung und Verschattung lassen sich laut Fraunhofer-Institut schon bis zu 10 % der Heiz- und Kühlenergie einsparen. Wenn du selbst ein Wohngebäude besitzt: Seitdem das neue Gebäude-Energie-Gesetz (GEG) in Kraft getreten ist, kannst du dir Gebäudeautomationen wie Lüftungen, Heizungen oder Verschattungen auch für Wohngebäude im Energieausweis anrechnen lassen.

Verliere beim Energiesparen nie das wichtigste Ziel aus den Augen.

Jetzt haben wir viel über Stromkosten geredet, die Hauptmotivation der Energieeffizienz muss natürlich der Klimaschutz bleiben. Es drängt: Die Symptome des Klimawandels waren noch nie so sichtbar wie 2021. Auch Smart-Home-Geräte sind in der richtigen Anwendung ein Hebel, um das Klima zu schützen. Zu Hause kann man sich das CO2 des Energieverbrauchs natürlich sowieso komplett sparen. Mit einem einfachen Wechsel zu wirklich besserer Energie. Probier's aus!

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Michael | Team Wirklich

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