Smartes Gerät gekauft und trotzdem nicht gespart? Passiert. Denn ob du Energie sparst oder verschleuderst, hängt davon ab, wie du mit dem Gerät umgehst. Mit unseren Tipps wirst du auf alle Fälle bequem Energie sparen, Kosten senken und CO2 verhindern.

von Michael

 

Energiesparen mit cleverer Technik? Nutzerbedingt. 

Dass die Deutschen besonders technikfeindlich wären, kann man so nicht sagen. Sie haben eben hohe Ansprüche an die Technik und bewahren sich eine kritische Distanz. So fand die Uni Stuttgart heraus, dass die Menschen hierzulande neuer Technik gegenüber aufgeschlossen sind, wenn diese mit gesellschaftlichen Werten wie Umweltschutz im Einklang steht.

Eigentlich eine super Basis für Smart-Home-Technik und digitale Geräte im Haushalt, schließlich können sie wirklich beim Energiesparen helfen. Aber viel zu oft pfuschen wir den Geräten mit unserem eigenen Verhalten in ihre Mission. Ob die gewünschte Energieeinsparung also wirklich eintritt, hängt stark von der Nutzung ab. Das zeigt das Beispiel Smart Home: Laut einer Studie der Technischen Hochschule Köln können Smart-Home-Nutzer bis zu 30 % Energie im Jahr sparen – sie können aber genauso 27 % mehr Energie verbrauchen. Es ist die große Krux am Smart Home, dass du A, Energie investieren musst, um Energie zu sparen. Und dass B, am Ende doch vieles von deinem eigenen Verhalten abhängt. Wir verraten, wie du mit der richtigen Nutzung der neuen digitalen Technik clever Energie sparst – auch ohne Smart Home. 

 

Tipp 1: Clever Energie sparen mit einem Smart Meter. 

Mit einem Smart Meter lässt sich überprüfen, wo und wann du im Haus viel Energie verbrauchst. Die intelligenten Stromzähler messen den Stromverbrauch sekundengenau und zeigen ihn visualisiert an. Man bekommt förmlich vor die Nase gehalten, wann und wie Strom im Haushalt verbraucht wird. Dies lässt wiederum Rückschlüsse auf die eigene Gerätenutzung zu. Vielleicht ist der Kühlschrank doch effizienter als gedacht, dafür sorgen Laptops und Ladekabel für eine steile Verbrauchskurve. Wie die Kurve ausschlägt, kannst du in Echtzeit sehen, wenn du bestimmte Geräte ein- oder ausschaltest. Weil man sich den Stromverbrauch im Zeitverlauf ansehen kann, hat man immer im Blick, wie sich etwa Stromspartipps in der Praxis auszahlen oder ob zum Beispiel ein Corona-Lockdown stromkostentechnisch doch mehr reinknallt als gedacht.

>>> Artikel: So steigt der Stromverbrauch im Homeoffice.

 

So viel Energie spart ein Smart Meter. 

Laut Energieberatung co2online kann eine vierköpfige Familie in einem Einfamilienhaus nach Einbau eines Smart Meters Strom im Wert von 60 bis 150 Euro pro Jahr sparen. In Häusern, die Photovoltaik nutzen und Elektroautos laden, sind Smart Meter jetzt schon weit verbreitet. Für Haushalte mit Stromverbräuchen über 6.000 kWh sind sie seit 1. Januar 2020 sogar Pflicht. Ab 2023 sollen Haushalte flächendeckend mindestens mit digitalen Zählern ausgerüstet werden.

 

Smart Meter machen variable Stromtarife möglich. 

Bei Smart Metern geht es aber um mehr. Sie machen theoretisch  flexible Stromtarife möglich. Hintergrund: Die Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien ist abhängig von den Launen der Natur. Je nach Tagesform von Sonne und Wind fällt die Stromausbeute kleiner oder größer aus – und davon könntest du in Zukunft sogar profitieren. Du würdest für deinen Strom wenig zahlen, wenn gerade viel erneuerbare Energie im Netz ist – und wenig, wenn es kein guter Tag für die Erneuerbaren war. Deine Stromrechnung wäre viel genauer und hohe Nachzahlungen unwahrscheinlich. 

 

Tipp 2: Energie sparen mit Automatikprogrammen. 

Die meisten von uns nutzen im Alltag bereits clevere Technik, es fällt uns nur nicht so auf. Ein typisches Beispiel sind neuere Waschmaschinen, die die Dosierung des Waschmittels übernehmen oder von alleine erkennen, wie schmutzig die Wäsche ist. Die Sensoren in den Geräten sind hier das clevere Element. Sie erfassen Dinge wie die Verschmutzung viel besser als wir es sehen oder riechen können. Und basierend auf den gemessenen Werten, dosieren sie Wasser und Temperatur. Sensoren von cleveren Lampen und Heizungen helfen ebenso beim Energie sparen, indem sie zum Beispiel auf die An- und Abwesenheit von Personen reagieren. Das ist mehr als ein nettes Gadget. Beispiel Heizung: Laut Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie sind durch Sensorentechnik – etwa bei smarten Thermostaten – Einsparungen von bis zu 15 % im Jahr drin. Hersteller wie tado° berichten sogar von Einsparungen bis zu 30 %.  

 

Tipp 3: Energie sparen dank besserer Vernetzung. 

Smart Home: Nutz All-In-One-Apps.

Wer Smart-Home-Geräte besitzt, sollte unbedingt auch darauf achten, dass sie miteinander kommunizieren können. Indem du sie sinnvoll vernetzt, kannst du die Geräte oft auch effizienter nutzen. Eine große Herausforderung bei der Vernetzung smarter Geräte ist: Es gibt keine einheitlichen Kommunikationsstandards. Nicht jedes x-beliebige Geräte lässt sich mit einem anderen x-beliebigen Gerät verknüpfen. Als Nutzer merkt man dies erst, wenn man zum Beispiel verzweifelt versucht, den Rauchmelder mit den Lampen zu verknüpfen. Abhilfe schaffen Komplettpakete oder All-in-one-Apps, in die sich eine Menge Geräte integrieren lassen, und auch nötig sind. Müsste man jedes Mal zig Apps öffnen, um bestimmte Szenarien auszulösen, könnte Effizienz kaum noch die Rede sein und von Komfort schon gar nicht. 

 

Solarstrom: Optimaler Nutzung mit einem Energiemanager.

Wo man die Arbeit auch sehr schön an die Technik abgeben kann, ist bei einer eigenen Stromversorgung mit einer Photovoltaikanlage. Ein Energiemanagementsystem, kurz Energiemanager verteilt den Solarstrom intuitiv immer so im Haus, dass möglichst wenig Strom aus dem Netz benötigt wird. Dazu sind die damit Geräte über eine zentrale Steuereinheit so vernetzt, dass sie immer dann in Betrieb gehen, wenn ausreichend Solarstrom erzeugt wird. Gedanken musst du dir über diese Prozesse keine machen. Der Energiemanager hilft dir automatisch, deinen Eigenverbrauch zu erhöhen. So speist du Solarstrom nur dann ins öffentliche Stromnetz, wenn alle Geräte in deinem Haus versorgt sind und der Stromspeicher möglicherweise auch schon voll ist.

>>> Artikel: Wie du deinen PV-Strom optimal nutzt. 

 

Smart-Home: Nutze das Wesentliche.

Im smarten Hausbau wird oft gleich alles an smarter Technik verpulvert, was der Markt so hergibt: Smarte Brandmelder, Bewässerungssensoren, gespeicherte Lichtszenarien, smarte Heizsysteme, Sicherheitskameras mit Bewegungsmelder, steuerbare Rollläden, Smart-Home-Türkontakte und Smart Locks. Mehr effiziente Geräte bringen aber nicht noch mehr Effizienz. Und: Ob wirklich Energie gespart wird, kommt immer auf den Anwendungsbereich an, wie das Öko-Institut ermitteln konnte. In Komfort- und Sicherheitsszenarien werden so gut wie keine Energieeinsparungen erzielt. In einem Energieszenario aber durchaus. Das Öko-Institut stellte in Wohnungen Energieeinsparungen von bis zu 9 % fest, in Häusern sogar bis zu 14 %. In einem Haus hingegen, das smarte Geräte neben dem Energie-, auch im Komfort- und Sicherheitsbereich nutzte, lag der Stromverbrauch sogar 19 % über dem Verbrauch eines Referenzhauses ohne smarte Technik. Es kommt eben ganz darauf an, was für Anwendungen genutzt werden. Echte Energieeinsparungen lassen sich vor allem im Wärmebereich mit smarten Thermostaten erzielen. Laut co2online sparen sie in einer 70-Quadratmeter-Wohnung mit fünf Heizkörpern schon 65 bis 210 Euro im Jahr. 

 

Verliere beim Energiesparen nie das wichtigste Ziel aus den Augen.

Jetzt haben wir viel über Stromkosten geredet, die Hauptmotivation der Energieeffizienz muss natürlich der Klimaschutz bleiben. Es drängt: Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) rechnet in den nächsten fünf Jahren mit einem Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur von 1,5 °C. Dieses Szenario wurde bis vor Kurzem noch auf das Jahr 2040 angesetzt. Leider haben sich die Menschen aber immer noch nicht gebessert, auch wenn sie sich das aufgrund eines weltweiten Corona-Lockdowns einreden. Auch deshalb muss die Haltung zu den Geräten stimmen. Denn alles was wir an Energie sparen, muss auch nicht erzeugt werden. Wir kommen mit weniger Erzeugungsanlagen aus und sparen uns so das CO2 in den Lieferketten. Smarte Geräte sind so gesehen immer ein Hebel. Aber: Man muss sich nur entscheiden, in welche Richtung man ihn umlegen möchte: Für mehr – oder weniger Energie? Zu Hause kann man sich das CO2 des Energieverbrauchs natürlich sowieso komplett sparen. Mit einem einfachen Wechsel zu wirklich besserer Energie. 

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