Checkliste Energieversorger

Wer noch nie den Stromanbieter gewechselt hat, lernt den Ausdruck Qual der Wahl ganz neu kennen. Laut Bundesnetzagentur gibt es in Deutschland 1.200 Stromanbieter, bei der letzten Marktanalyse durch das Umweltbundesamt gab es 1.157 Ökostromprodukte. Wie zum Geier will man sich da für einen Tarif entscheiden? Ganz klar: Indem man die richtigen Fragen stellt. So geht’s.

von Michael

 

1. Wieso den Stromanbieter wechseln?

Die erste Frage musst du dir selbst beantworten. Was möchtest du mit deinem Ökostrom erreichen? Reicht es dir, grünen Strom zu bestellen, weil man das eben so macht – oder möchtest du wirklich das Klima schützen und wirklich etwas verändern? Wenn du dir die Energiewende am Herzen liegt: So ein Wechsel bringt richtig viel. Es spart Geld, schützt das Klima und die Umwelt. So spart ein 3-Personen-Haushalt schon über 1.200 Kilo CO2 im Jahr. Der Ökostrombezug fördert den Ausbau der erneuerbaren Energien und sorgt dafür, dass die Stromerzeugung immer umweltschonender funktioniert. Vorausgesetzt – man landet beim richtigen Tarif. So funktioniert’s garantiert. 

Was du bei Polarstern alles veränderst

 

2. Wie finde ich den passenden Ökostromtarif?

Auf der Suche nach dem passenden Ökostromtarif und der ersten Recherche im Netz landest du garantiert auf einem Vergleichsportal. Sie sind hilfreich, wenn man das günstigste Angebot sucht. Aber das Beste? Vielleicht wenn man Mario Barth witzig findet. Die großen Portale suchen dir vor allem die günstigsten Preise heraus, nicht aber den größten Umweltnutzen. Dafür gibt es andere, bessere Anlaufstellen. 

 

Utopia. 

Utopia ist ein Ratgeber für nachhaltigen Lebensstil, mit dem Ziel Produkte mit sozialem und ökologischem Mehrwert einer breiten Masse zugänglich zu machen. Hier schreibt nicht nur die Redaktion über Themen wie Ökostrom, die User teilen ebenso ihre Erfahrungen mit Produkten und Anbietern. 

 

Öko-Test. 

Vertrauenswürdig ist auch Öko-Test. Das Magazin hat sich dem Verbraucherschutz verschrieben und prüft so gut wie jedes Produkt auf Öko-Herz und Nachhaltigkeitsnieren, immer in Zusammenarbeit mit unabhängigen Laboren. Auch Ökostrom wird jährlich unter die Lupe genommen. 

 

Robin Wood. 

Eine super Orientierung bietet auch der Ökostromreport der Umweltschutzgruppe Robin Wood. Die Organisation will die Energiewende pushen – und sucht dir die besten Ökostromanbieter raus. Robin Woods Fazit: Von über 1.200 Stromanbietern sind nur 10 empfehlenswert.

 

EcoTopTen.

Merken solltest du dir auch EcoTopTen. Die Plattform gehört zum Öko-Institut und bewertet ökologische Produkte nach strengen Mindestkriterien. Wenn du auf der Suche nach einem guten Ökostromanbieter bist – hier wirst du gut beraten. Über die effizientesten Haushaltsgeräte kannst du dich in einem Aufwasch informieren. 

Diese Auszeichnungen hat Wirklich Ökostrom von Polarstern

 

Check 3: Ist der Ökostrom aus erneuerbaren Energien?

Dies ist leider keine rhetorische Frage. Der Begriff Ökostrom ist rechtlich nicht geschützt. Auch Strom, der vorwiegend aus fossilen Quellen und zu einem kleineren Anteil aus erneuerbaren Energien besteht, darf als Öko deklariert werden. 

 

Erneuerbare Energie nach EEG. 

Wenn du etwa auf einen Ökostromtarif mit der Angabe – Erneuerbare Energie nach EEG: xx % – stößt, heißt dies noch nicht, dass dieser Öko-Anteil im Tarif enthalten ist. EEG steht für Erneuerbare-Energien-Gesetz, und die Prozentangabe für die Menge an Strom, die nach dem EEG gefördert wurde. Diese Förderung findet aber durch die Verbraucher statt, die pro Kilowattstunde eine EEG-Umlage von derzeit 6,756 Cent zahlen. Immer. Egal ob sie nun Ökostrom beziehen oder nicht. Die XX %, die der Stromanbieter als Erneuerbare Energie des Stromtarifs ausweist, ist also lediglich der geförderte Anteil, der von den deutschen Verbrauchern bezahlt wurde. Ob der Stromanbieter überhaupt ein Quantum Ökostrom produziert hat, geht aus dieser Angabe nicht hervor.

 

Renewable Energy Certificate System. 

Manche grünen Tarife sind sogar komplett schwarz. Möglich macht’s das Renewable Energy Certificate System, kurz RECS. Das Verfahren erlaubt es zum Beispiel einem deutschen Anbieter Kohlestrom als Ökostrom zu vermarkten, wenn er für diese Menge einem Ökostromerzeuger Herkunftsnachweise abgekauft hat. 

Dieser Herkunftsnachweis darf nur einmal verwendet werden. Die Folge: Ein Ökostromerzeuger verkauft seinen Ökostrom als Kohlestrom, der Kohlestromanbieter Kohlestrom als Ökostrom. Einmal geswappt. Mehr Ökostrom ist dabei natürlich nicht entstanden. Erkundige dich lieber auf der Website, wo der Anbieter seinen Ökostrom produzieren lässt. Stromanbieter sind außerdem dazu verpflichtet, die Quellen ihres Stroms offenzulegen. Sind bei der Stromkennzeichnung noch graue Stücke im Kuchendiagramm? Thank you, next!

>>> So erkennst du Ökostrom-Fakes

 

4. Welche Ökostrom-Zertifikate sind gut? 

Ob du es wirklich mit erneuerbarer Energie und einem Anbieter zu tun hast, der die Energiewende wirklich fördert, kannst du ganz einfach an Siegelzeichen erkennen. Ökostrom-Labels, die vom Umweltbundesamt empfohlen werden, heißen: 

• Grüner Strom-Label

• ok power.

Beide Siegel kennzeichnen Ökostrom, der zu 100 % aus erneuerbaren Quellen – also Wind, Wasser, Sonne oder Biomasse – erzeugt wurde. Vor allem garantieren sie, dass dein Ökostrombezug die Energiewende über die EEG-Umlage hinaus fördert. Bei Polarstern etwa investieren wir für jede Kilowattstunde Wirklich Ökostrom, die du verbrauchst, 1 Cent zusätzlich in den Ausbau von erneuerbaren Energien. Außerdem unterstützt jeder Wechsel den Bau von Biogasanlagen für Familien in Kambodscha. So treibst du die Energiewende sogar weltweit voran. 

>>> Mehr über die Energiewende weltweit erfahren.

 

Test-Labels, Auszeichnungen und Prüfzeichen.

Neben den Produktsiegeln gibt es Testergebnisse mit entsprechenden Auszeichnungen. Ein „sehr gut“ von Öko-Test oder eine Empfehlung durch die Umweltschutzorganisation Robin Wood bedeutet: Der Ökostromanbieter ist wirklich unabhängig von Kohle- und Atomstromkonzernen und fördert die Energiewende über den EEG-Standard hinaus. Ein Zertifikat durch den TÜV Nord ist der Beleg, dass die hohen Standards auch eingehalten werden. 

Mit diesen Siegeln ist Polarstern asugezeichnet

 

5. Wie ehrlich ist der Stromanbieter?

Nicht nur der Ökostrom deiner Wahl sollte zu 100 % aus regenerativen Quellen stammen, der ganze Energieversorger sollte grün hinter den Ohren sein und ausschließlich Ökotarife anbieten. Ein Ökostromtarif eines Energieversorgers, der auch Kohlestrom vertreibt, nützt nicht viel. Eine kleine Auswahl an Ökostromprodukten ist meist ein gutes Zeichen. Wie bei einem Restaurant, wo eine kleine Karte auch eher für Qualität spricht. Die Spezialtarife für Wärmepumpen, Elektroautos oder HT/NT-Zähler sollten ebenso aus 100 % erneuerbarer Energie sein. Ist dieses Kriterium erfüllt? Dann merk dir diesen Anbieter. 

Spezialtarife bei Polarstern

 

6. Wer steckt hinter dem Stromanbieter? 

Besuch die Websites der Stromanbieter! Meist erfährt man auf den Über-uns-Seiten etwas über die Vision und die Ziele eines Unternehmens. Steht hier nichts über Klimaschutz und gesellschaftliches Engagement: Surf weiter! Hilfreich ist es auch zu wissen, mit wem man es dort zu tun hat. Sieht man ein paar echte Gesichter oder sind das alles eingekaufte Bilder von Menschen, die dort gar nicht arbeiten? Entscheidend ist zudem die Einstellung des Energieversorgers zur Wirtschaft.

Viele Energieversorger sind weniger vom Wunsch nach Veränderung getrieben, als vielmehr von Quartalszahlen und Gewinnausschüttungen. Gewinnmaximierung treibt sie in die entlegensten Ecken der Welt, um wirklich noch aus dem letzten Loch Öl und Gas zu pressen.

Mit allen Konsequenzen für die Umwelt und das Klima. In Zeiten, wo es schick ist, ein paar grüne oder faire Produkte ins Portfolio aufzunehmen, wird die Gesamtbetrachtung eines Anbieters daher immer wichtiger. Wichtige Zertifizierungen sind etwa B Corp oder die Gemeinwohl-Ökonomie. Beide Auszeichnungen stehen für eine wertebasierte Wirtschaft, in der nicht der finanzielle Gewinn der wichtigste Treiber ist, sondern der Nutzen für Natur und Mensch. 

 

Auf die Unabhängigkeit kommt’s an. 

Die Unabhängigkeit eines Ökostromanbieters ist wesentlich. Denn bei einem Unternehmen, das zu einem Energieriesen gehört, wird man mit seiner Ökostromrechnung hintenrum immer auch die fossile Energie fördern. Bei einem unabhängigen Ökostromanbieter wie Polarstern weißt du dagegen, dass dein monatlicher Abschlag auch wirklich die Energiewende unterstützt. Wer gehört im Energiemarkt zu wem? Unsere Grafik verrät's dir:

Mehr über die Gemeinwohl-Ökonomie
Grafik Unabhängige Ökostromanbieter.
Nur wenige Ökostromanbieter sind wirklich unabhängig.

 

7. Wie kundenfreundlich sind die Konditionen?

Bei manchen Ökostromtarifen bekommst du einen Bonus, einen Neukundenbonus und vielleicht noch eine Sachgeschenk wie ein Fahrrad, iPad oder Mixer dazu. Gratulation. Aber so wie du keine Süßigkeiten von Fremden annimmst, solltest du auch hier auf der Hut sein. Oft zahlt man sehr günstige Preise mit sehr ungünstigen Konditionen. Zum Beispiel per Vorauskasse, mit Paketpreisen oder Preisstaffelungen. Das Problem bei diesen Deals: Wenn du Strom sparst, zahlst du nicht weniger – dein Umweltengagement wird also nicht belohnt.

Außerdem sind die Boni-Deals meist mit sehr langen Verträgen verknüpft, die es dir unmöglich machen, zu wechseln. Seriöser ist ein monatlicher Abschlag, der sich einzig an deinem Verbrauch orientiert. Und ein Stromvertrag, aus dem du rauskommst, wann es dir passt. Preislich kannst du ebenso gut wegkommen – auch wenn ein satter Neukundenbonus verlockend ist. Man muss sich einfach fragen: Was will ich eigentlich von dem Ökostromanbieter: ein Sachgeschenk – oder Ökostrom, der auch was bringt.

>>> Artikel: Warum Wechsel-Prämien keine Geschenke sind. 

 

8. Was sagen die Kunden?

Als Kunde möchte man nicht in Warteschleifen hängen oder schlecht beraten werden. Der Kundenservice ist zentral und sagt viel über ein Unternehmen aus. Ist es ihm wichtig, deine Fragen zu beantworten? Macht es ihm Spaß? Oder ist es ihm wurscht, weil ein schlechter Service seine Wirtschaftlichkeit nicht bedroht? Am besten rufst du den Energieversorger deiner Wahl einfach mal an oder schreibst ihm eine Nachricht. Ein gute Orientierung sind auch Kundenbewertungen, denn sie können radikal ehrlich sein. Kundenkommentare findest du zum Beispiel beim unabhängigen Bewertungsportal eKomi oder bei Utopia. 

Das sagen Kunden über Polarstern

 

Warum wir über andere Energieversorger sprechen. 

Jetzt kann man fragen, was wir davon haben, von anderen Ökostromanbietern zu sprechen. Ganz einfach: Erstens würden wir nicht Polarstern heißen, wenn wir keine Orientierung bieten wollten. Zweitens: Angenommen du fühlst dich von uns nicht angesprochen, dann ist es uns wichtig, dass du einen Anbieter findest, der nicht von einem Konzern gekauft oder aus der Taufe gehoben wurde. Sondern, dass du einen findest, den es nur aus einem Zweck gibt: Um das Klima zu schützen und sich für das Gemeinwohl einzusetzen. Verändern können wir nur gemeinsam etwas. Bei Polarstern ist dein Impact sogar extragroß. Was du konkret bewirkst, erfährst du im nächsten Link. 

Was du mit Polarstern bewirkst

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