Windräder und Berge

Wie geht’s der Energiewende? Ein guter Indikator ist immer der Strommix. Mit deiner Ökostrombestellung kannst du diesen sogar beeinflussen. Wir verraten, wie das funktioniert und welchen Ökostromtarif du dazu brauchst. 

von Michael

So viele Haushalte beziehen Ökostrom.

Veränderung ist irgendwie immer mit Mühe und Schmerz verbunden. Aber es gibt eine Ausnahme: der Wechsel zu Ökostrom. Wer’s macht, kann fernsehen, staubsaugen oder sonst was tun und gleichzeitig tonnenweise CO2 verhindern und den Ausbau der erneuerbaren Energien fördern. Bei der gegenwärtigen Klimalage würde man meinen, die Leute rissen einem so etwas aus der Hand. Doch obwohl die CO2-Emissionen viel zu hoch sind und die Wissenschaft warnt, dass das Klima vermutlich noch schneller kippen wird als gedacht, lässt die Mehrheit Ökostrom immer noch links liegen. 2019 bezogen laut Meinungsforschungsinstitut YouGov gerade mal 21 % der Deutschen Ökostrom.

Artikel: Kippt das Klima noch schneller als gedacht?

 

Nichtwechseln basiert häufig auf einem Missverständnis.

Der große Mehrheit, die immer noch in der Grundversorgung steckt oder einen Billigstromtarif nutzt, meint es bestimmt nicht böse. Die Frage nach der richtigen Energie dürfte im Alltag bei den meisten einfach untergehen. Vielleicht beziehen sie auch konventionellen Strom, weil der Name des Energieversorgers vertraut klang oder weil es eine Wechselprämie gab.

Aber es gibt auch einen Grund – eher ein Missverständnis – bei dem der Energiewende so mancher Unterstützer flöten geht. Der Vorwurf lautet:

"Wechseln bringt nichts, weil sowieso überall der gleiche Strom rauskommt."

Physikalisch gesehen stimmt das sogar: Alle Haushalte nutzen das, was aus dem Stromnetz kommt, unabhängig davon, ob sie nun Ökostrom bestellt haben oder nicht. Es ist ein Strommix, der sich aus allen Energiequellen zusammensetzt, die ins Netz eingespeist werden. Aber jeder kann diesen Strommix mit seiner Ökostrombestellung beeinflussen. Und deshalb ist sie so wichtig.

 

Das ist der Strommix.  

Der Strommix besteht sowohl aus Erneuerbare Energien wie Wind-, Solar- oder Wasserkraft auf der einen Seite, als auch aus Strom aus fossilen Energieträgern wie etwa Kohle oder Erdgas auf der anderen Seite. Die Energiewende ist geschafft, wenn die erneuerbaren Energien einen Anteil von 100 % am Strommix erreichen. Und zwar dauerhaft. Denn dieser Anteil ändert sich praktisch im Sekundentakt. Je nachdem wie stark die Sonne gerade scheint oder Wind weht, ist die Stromausbeute mit Erneuerbaren höher oder niedriger. Den meisten Strom liefert die Windkraft. 2019 produzierte sie laut Fraunhofer-Institut ISE sogar schon mehr Strom als Braunkohle. Auch die Solarkraft war stark. Von März bis September 2019 produzierten die PV-Anlagen in Deutschland bereits mehr Strom als die Steinkohlekraftwerke. Zudem sind neue PV- und Windkraftanlagen an Land laut einem Bericht der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) jetzt schon günstiger als der Betrieb vieler bestehender Kohlekraftwerke. 

 

 

 

 

Strommix: So hoch ist der Anteil der Erneuerbaren. 

Nimmt man den Strommix als Indikator für den Stand der Energiewende, ist etwa die Hälfte des Ziels erreicht. Laut Fraunhofer-Institut ISE kletterte der Anteil der erneuerbaren Energien an der Nettostromerzeugung, das heißt dem Strommix, in der ersten Jahreshälfte 2020 auf 55,8 %. Im Februar lag der Anteil dank der Windkraft kurzzeitig sogar bei 61,8 %. Der Erfolg hat einen kleinen bitteren Beigeschmack. Denn aufgrund der Corona-Pandemie wurde viel weniger Strom benötigt, dadurch konnte der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch steigen. 

 

Grafik: Strommix in Deutschland 2020. 

Haushalt/Verbrauch im JahrCO2-Ausstoß StrommixCO2-Ausstoß Ökostrom
1 Person / 1.300 kWh0,66 t/Jahr0,04 t/Jahr
2 Personen / 2.400 kWh1,21 t/Jahr0,08 t/Jahr
3  Personen / 3.000 kWh1,51 t/Jahr0,1 t/Jahr
4 Personen / 3.500 kWh1,77 t/Jahr0,12 t/Jahr
5 Personen / 4.000 kWh2,02 t/Jahr0,14 t/Jahr

Quelle: CO2-Rechner Umweltbundesamt.

Quelle: Fraunhofer-Institut ISE.

Vergleich: CO2-Bilanz von Ökostrom und Strommix. 

Dass Ökostrom und der Strommix eben nicht das Gleiche ist, zeigt der Unterschied in der Klimabilanz. So verursacht etwa ein 3-Personen-Haushalt, der 3.000 kWh Strom im Jahr verbraucht, mit dem aktuellen Strommix 1,51 Tonnen CO2 im Jahr, mit der Nutzung von Ökostrom geht der CO2-Ausstoß dagegen Richtung Null. In der Tabelle siehst du, wie viel CO2 du durch den Wechsel zu Ökostrom bei deiner eigenen Haushaltsgröße vermeidest. Die Daten kommen vom CO2-Rechner des Umweltbundesamts, mit dem du deinen CO2-Fußabdruck durch alle Lebensbereiche berechnen kannst.

 

Ökostrom: Dein Mittel, den Strommix zu beeinflussen. 

Ökostrom verbessert nicht nur deine persönliche Klimabilanz. Er ist ebenso ein Mittel, den Strommix zu beeinflussen und damit aktiv an der Energiewende mitzuwirken. Wenn du zum Beispiel Wirklich Ökostrom von Polarstern bestellst, wird dieser in der Höhe deines Verbrauchs erzeugt und ins Netz eingespeist. Weil erneuerbare Energien Einspeisevorrang haben, sorgst du dafür, dass konventionelle Stromerzeugungsarten nicht zum Zug kommen. Und dies schmälert ihren Anteil am Strommix. Allerdings gibt es Unterschiede in der Wirkung von Ökostromtarifen. Mit manchen kannst du den Strommix mehr beeinflussen, mit anderen weniger – oder gar nicht.

Berechne, was du bei Polarstern bewirkst

 

Strommix grüner machen – darauf musst du achten.

1. Dein Ökostrom muss zu 100 % aus Erneuerbaren sein. 

Ökostrom sollte immer zu 100 % aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, tatsächlich steckt in manchen Ökostromtarifen so viel erneuerbare Energie wie Frucht in Fruchtjoghurts: wenig bis gar nichts. Möglich macht es der Handel mit Ökostrom-Zertifikaten. Zum Beispiel beim Renewable Energy Certificates System (RECS), kann etwa ein Stromanbieter in Deutschland einem Ökostromproduzenten in Norwegen ein Zertifikat für eine bestimmte Menge Ökostrom abkaufen. Mit dem Zertifikat in der Hand darf jetzt der konventionelle Stromanbieter seinen Kohlestrom als Ökostrom vermarkten. Der deutsche Anbieter hat aber selbst keinen Ökostrom produziert und somit auch den Strommix nicht grüner gemacht. Entscheidend ist, dass dein Energieversorger deine nachgefragte Menge an Ökostrom auch produzieren lässt. Erst so kommt mehr erneuerbare Energie in den Strommix. Kauft der Versorger einem Ökostromanbieter lediglich einen Herkunftsnachweis ab, ist kein neuer Ökostrom entstanden.

 

Stromkennzeichnung: Strommix sieht oft grüner aus, als er ist. 

Auch über die gesetzlich vorgeschriebene Stromkennzeichnung sehen Tarife oft grüner aus, als sie sind. Denn jeder Stromanbieter muss auch den Anteil des über die EEG-Umlage geförderten Ökostroms kennzeichnen, obwohl er diesen gar nicht für seine Kunden beschafft hat. So wird die Energiewende auch nicht gefördert, das kann nur Strom aus 100 % erneuerbaren Energien. Schau deshalb auf der Website eines Ökostromanbieters immer nach, in welchem Kraftwerk er seinen Ökostrom produzieren lässt.

Checkliste: So findest du den richtigen Stromanbieter

 

2. Zusätzlicher Ausbau der erneuerbaren Energien. 

Die EEG-Umlage ist nur der verpflichtende Mindestbeitrag, mit dem die Energiewende gefördert wird. Sie liegt laut Bundesnetzagentur derzeit bei 6,756 Cent pro Kilowattstunde und wird ab Januar 2021 durch einen Zuschuss vom Bund auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde abgesenkt. „Mindestens“ reicht aber nicht für einen grüneren Strommix. Denn weltweit wächst der Energiebedarf, und es droht eine Lücke zwischen Ökostrombedarf und Verfügbarkeit. Deshalb engagieren sich echte Ökostromanbieter freiwillig etwas mehr. Bei Polarstern etwa investieren wir mit jeder Kilowattstunde Wirklich Ökostrom, die du verbrauchst, 1 Cent in die Förderung von neuen Energiewende-Projekten. Außerdem stößt jeder Wechsel den Ausbau von erneuerbaren Energien für Familien in Entwicklungsländern an.

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3. Gütesiegel: Echten Ökostrom mit einem Blick erkennen. 

Einen Ökostromtarif zu finden, der zu 100 % aus erneuerbaren Energien erzeugt wird und die Energiewende wirklich fördert, ist bei rund 1.500 Ökostromprodukten, die es laut einer Marktanalyse des Umweltbundesamts gibt, keine leichte Aufgabe. Abhilfe schaffen Ökostrom-Gütesiegel. Davon gibt es ein paar, die Verbraucherzentrale empfiehlt jedoch nur zwei: ok-power und Grüner Strom-Label. Die beiden Siegel kennzeichnen hundertprozentige Ökostromprodukte, die den Ausbau der erneuerbaren Energien über die EEG-Umlage hinaus fördern. Das Grüner Strom-Label sowie das Siegel ok power plus erhalten außerdem nur Anbieter, die nicht finanziell an Atom- oder Kohlekraftwerken beteiligt sind. Und damit sind wir bei einer weiteren Sache, die bei deiner Anbieterwahl wirklich wichtig ist: Unabhängigkeit.

 

4. Dein Ökostromanbieter sollte unabhängig sein. 

Im Energiemarkt gibt es nur wenige wirklich unabhängige Ökostromanbieter. Diese Unabhängigkeit garantiert dir als Verbraucher, dass du nicht bei einem Ökostromanbieter landest, der nur eine grüne Marke eines Großkonzerns ist. Bei so einer Verflechtung ist nicht auszuschließen, dass du mit deiner Ökostromrechnung indirekt auch die fossile Energie förderst. Für die großen Unternehmen ist sie immer noch ein riesiges Geschäft. Und selbst wenn der Kohleausstieg in Deutschland beschlossene Sache ist, wird sie in anderen Ländern immer noch ausgebaut. Eine aktuelle Studie an der Oxford-Universität ergab sogar: Nur 300 von 3.000 weltweit agierenden Energieversorgern bauen erneuerbare Energien schneller aus als fossile Stromerzeugungskapazitäten. Energiewende und Klimaschutz sind aber weltweite Aufgaben. Wir müssen einem Strang ziehen – und den Strommix weltweit grüner machen.

So förderst du bei Polarstern die Energiewende weltweit

 

Klimaschutz ist einfach. Wirklich.

Die Rolle des einzelnen Privathaushalts in der Energiewende und die Beeinflussung auf den Strommix wird gerne runtergeredet. Natürlich: Die großen Weichen stellen Wirtschaft und Politik. Klar ist auch: Sie orientieren sich an Stimmungsbildern und am Markt sowieso. Wäre die Klimaschutzpolitik schneller vorangekommen, wenn es der Bevölkerung egal wäre? Darauf sollte man sich nicht verlassen. Und deshalb bleibt die Entscheidung für echten Ökostrom wesentlich. Er ist das zentrale Signal an den Markt. Und dein persönlicher Erfolg. Denn mit keiner anderen privaten Maßnahme setzt du dem Klimawandel so effektiv etwas entgegen wie mit dem Wechsel zu Ökoenergie. Allein der CO2-Fußabdruck kann sich in der Kombination mit dem Bezug Ökogas um ein Viertel reduzieren. Hol dir jetzt kleine Füße!

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