Öko-Test Siegel 2021 für Wirklich Ökostrom von Polarstern

Ökostrom ist kein geschützter Begriff. Die Folge: Die meisten Tarife fördern nicht den Ausbau der erneuerbaren Energien. Und dann gibt es sogar Anbieter, die verkaufen dir Graustrom als Grünstrom, weil sie noch ein Zertifikat dazumischen. Ganz legal. An der Quelle dahinter ändert das aber nix. Wir zeigen dir, wann Ökostrom Fake ist, was echten Ökostrom ausmacht – und wie du ihn findest.

von Michael

Vorsicht vor Ökostrom-Fakes.

Fake-Produkte erkennt man normalerweise sofort. Wer sich Sneakers von Nixe, eine Tasche von Prala oder ein T-Shirt von Dolce & Banana kauft, weiß (hoffentlich), dass es nicht das Original ist und ahnt (hoffentlich), dass das Ding Schrott ist. Fakes gibt es auch beim Ökostrom, nur steht eben nicht Äko- der Ükostrom drauf, sondern ganz normal Ökostrom. Und hier beginnt das Drama: Ökostrom ist kein geschützter Begriff wie etwa Bio, wo ganz klare Kriterien erfüllt sein müssen, damit man sich das Präfix aufs Produkt heften darf. Beim Ökostrom gibt es Tarife, die sind praktisch frei von erneuerbarer Energie.

Täuschend echt: Kohlestrom mit Öko-Zertifikat.

Möglich machen es Herkunftsnachweise, die Stromanbieter an der Strombörse kaufen können und somit eine festgelegte Menge Graustrom als Grünstrom verkaufen dürfen. Das Hauptproblem ist, dass der Handel mit Herkunftsnachweisen den zusätzlichen Ausbau der erneuerbaren Energien nicht fördert.

Ökostrom ohne Mehrwert.

Um das zu erklären, muss man ein bisschen ausholen: In Deutschland werden kaum Herkunftsnachweise für Ökostrom ausgestellt, denn Ökostrom-Anlagen werden hier so gut wie immer über das Erneuerbare-Energien-Gesetz gefördert. Wir alle unterstützen diesen Ausbau mit der EEG-Umlage – sie ist fester Bestandteil unseres Strompreises ist, egal ob wir selbst Ökostrom beziehen oder nicht. 

Für den EEG-geförderten Ökostrom bekommen Anlagenbetreiber aber keinen Herkunftsnachweis. Warum? Weil sie sonst zweimal kassieren könnten: Erst die EEG-Förderung einstreichen, dann den Herkunftsnachweis verkaufen. Weil fast alle Anlagenbetreiber in Deutschland lieber die EEG-Förderung nehmen, gibt es in Deutschland kaum Herkunftsnachweise. Aber deutsche Stromanbieter können natürlich an der Strombörse Herkunftsnachweise aus anderen Ländern erwerben – und somit ihren Kohlestrom als Ökostrom vermarkten. Anders als bei der EEG-Förderung ist bei dieser Umetikettierung aber kein neuer Ökostrom entstanden. Kurz: Dolce & Banana.

Was Ökostrom leisten muss.

Aber woher weißt du nun, ob du echten Ökostrom bestellt hat? Das kann man an folgenden Kriterien festmachen:

1. Echter Ökostrom ist zu 100 % aus erneuerbaren Energien.

Das Mindeste, das Ökostrom leisten muss, ist, dass er aus erneuerbaren Energien erzeugt wird und nicht mithilfe eines Herkunftsnachweises grün vermarktet wird. Dein Ökostromversorger muss deine nachgefragte Menge Ökostrom auch produzieren und ins Netz einspeisen, nur so wird der Strommix im Stromnetz insgesamt grüner. Damit du dieses Kriterium abhaken kannst, muss dein Stromanbieter auf seiner Website transparent machen, in welchen Ökokraftwerken er deinen Ökostrom erzeugen lässt. 

Weißt du, wo dein Strom herkommt? Bei Polarstern kannst du's nachlesen.

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2. Echter Ökostrom fördert den zusätzlichen Ausbau.

Echter Ökostrom fördert den Ausbau erneuerbarer Energien über das EEG hinaus.

Bei der Förderung gibt es oft ein Missverständnis. Wenn ein Stromanbieter die geförderte Menge Ökostrom nach EEG ausweist, ist dies nicht der Betrag, den er freiwillig in die Energiewende investiert. Es ist der Betrag, den die Kund:innen über die EEG-Umlage bezahlen. Die EEG-Umlage bezahlen alle Verbraucher:innen, unabhängig davon, ob sie Kohlestrom oder eben Ökostrom bestellen.

Dein Anbieter sollte hingegen die Energiewende freiwillig fördern.

Du erkennst dies an Tarifbeschreibungen wie “zusätzlicher Ausbau der erneuerbaren Energien”. Nur dann bewirkst du mehr als dein Kohlestrom-liebender Nachbar. Der Ausbau ist für die Klimaschutzziele entscheidend. Denn Ökostrom wird in allen Sektoren gebraucht: in der Wärmeversorgung, im Verkehr und für andere Energiewende-Technologien wie Wasserstoff. Und die aktuelle Ökostromerzeugung reicht bei weitem einfach nicht. 

Wie viel investiert dein Stromanbieter zusätzlich in die Energiewende? Bei Polarstern investieren wir für jede Kilowattstunde, die du verbrauchst, 1 Cent in den zusätzlichen Ausbau der erneuerbaren Energien, vor allem in die Solarkraft. Als Social Business investieren zusätzlich jedes Jahr pro Kund:in 20 Euro für die Energiewende in Kambodscha und Madagaskar.

3. Auch der Anbieter muss echt sein.

Such dir einen Anbieter, der nur Tarife im Portfolio hat, die die angeführten Kriterien erfüllen. Das Portfolio sollte frei von Mischtarifen oder Kohlestromtarifen sein. Einem Stromanbieter, der einerseits eine Öko-Zielgruppe abspeist und gleichzeitig eine Kund:innenschaft mit Kohlestrom bedient, wird freiwillig nicht die Finger von fossilen Energieträgern lassen. Deswegen bieten wir bei Polarstern auch nur einen Ökostrom Tarif: Wirklich Ökostrom – das heißt 100% Ökostrom, keine Kompromisse.

Unabhängiger Ökostromanbieter. 

Im besten Fall hat der Stromanbieter nicht nur ein fossilfreies Angebot, sondern ist auch selbst nicht mit einem Kohleunternehmen verflochten. Auch Stromdiscounter und große Energiekonzerne bieten grüne Marken. Das Problem dabei: Money goes up. Über eine Tochtergesellschaft landet Geld vielleicht bei einem Konzern, dessen Kerngeschäft die fossile Energie ist. Diese Vernetzungen kann man als Verbraucher:in kaum durchblicken. In unserer Grafik zeigen wir ein paar bekannte Ökostrommarken und zu wem sie gehören. Der Ökostromtarif ist oftmals nur die Spitze des Eisbergs, der Konzern dahinter bleibt Kund:innen meist verborgen. Wirklich unabhängige Ökostromversorger gibt es dagegen nur wenige.

Wirklich Ökostrom.

Dass unser Wirklich Ökostrom so heißt, wie er heißt, hängt mit der Schwammigkeit des Ökostrom-Begriffs zusammen. Bei uns soll klar sein: Hier gibt's wirklich Ökostrom. Zu 100 % in Bayern aus Wasserkraft erzeugt und mit echter Energiewende-Förderung. Für jede Kilowattstunde, die du verbrauchst, investieren wir 1 Cent in den zusätzlichen Ausbau der erneuerbaren Energien, vor allem in die Solarkraft. Als Social Business investieren zusätzlich jedes Jahr pro Kund:in 20 Euro für die Energiewende in Kambodscha und Madagaskar. Beide Länder haben wenig zum Klimawandel beigetragen, baden ihn aber stark aus. Wir müssen Verantwortung übernehmen. Mit lokalen Partnern vor Ort beteiligen wir uns am Aufbau einer dezentralen und ökologische Energieversorgung. Denn Energie ist der Schlüssel. Für Bildung, Gesundheit, wirtschaftlichen Aufschwung.

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Die besten Ökostrom-Tarife finden.

Gut, und wie weiß man jetzt, dass die beschriebenen Kriterien eingehalten werden? Mit diesen Orientierungshilfen.

1. Ökostrom-Siegel.

Qualitätssiegel, wie man sie von anderen Produkten kennt, gibt es auch bei Energie. Beim Ökostrom empfiehlt die Verbraucherzentrale zwei Qualitätssiegel: das Grüner Strom-Label und ok power. Zudem gibt es noch das Siegel Geprüfter Ökostrom von TÜV Nord.

Grüner Strom-Label.

Die wichtigsten Kriterien:

  • Der Ökostrom muss aus 100 % Erneuerbare Energien stammen – Herkunftsnachweise reichen nicht. 
  • Pro verkaufter Kilowattstunde muss ein fester Betrag in den Ausbau der erneuerbaren Energien oder in Energiewendeprojekte investiert werden. 
  • Der Anbieter darf nicht an Atomkraftwerken oder zum 1.1.2027 an Kohlekraftwerken beteiligt sein. 

ok power.

Die wichtigsten Kriterien.

  • Der Ökostrom muss aus 100 % erneuerbaren Energien erzeugt sein.
  • Die Anlagen müssen bestimmte Umwelt-Standards erfüllen. So darf der Ökostrom zum Beispiel nicht aus Windkraftanlagen in Naturschutzgebieten stammen. 
  • Der Anbieter darf nicht "wesentlich" an Atomkraftwerken oder "erheblich" mit Kohlerkraftwerken verflochten sein. 
  • Die Vertragskonditionen müssen transparent und fair sein. 
  • Der Tarif muss neue Energiewendeprojekte und Neuanlagen fördern.

Bei der Suche nach einem Tarif mit einem Qualitätssiegel, kannst du die meisten Ökostromtarife aussieben: 2020 waren 57 % der Stromtarife Ökostromtarife, aber nur 14 % hatten ein Gütesiegel. 

Grafik: So rar ist echter Ökostrom.
Grafik: Polarstern.

2. Unabhängige Tests.

Auch Ökostrom wird geprüft und getestet, so wie man es von anderen Produkten kennt. Zwar sind alle immer bei irgendwas Testsieger; wenn du aber einen guten Tarif suchst, sollte es dich nicht beeindrucken, ob er die Auszeichnung für den billigsten Preis bekommen hat. Entscheidend ist, wie der Tarif in seinem Nutzen für die Energiewende abschneidet. Und das verraten dir renommiertere Tests wie etwa der Ökostrom-Test des Verbrauchermagazins Öko-Test und der Ökostrom-Report von der Umweltschutz-Organisation Robin Wood.

Beide Einrichtungen prüfen Ökostrom-Produkte auf die Kriterien Zusätzlichkeit, Unabhängigkeit und Stromquellen. Also genau die Punkte, die wirklich etwas zum Klimaschutz beitragen. Tarife, die diese Kriterien erfüllen, gibt es nicht viele und so kannst du die Auswahl von über 1.000 Angeboten schnell auf zwei, drei Handvoll reduzieren. Auch Vergleichsportale helfen bei der Suche. Bei den großen Portalen wird die Qualität eines Ökostromtarifs häufig auf den Preis reduziert, à la: günstig ist gut. Nach dem zusätzlichen Ausbau der erneuerbaren Energien wird dagegen nicht gefiltert. Nachhaltigkeitsportale wie Utopia ranken Ökostromangebote dagegen wirklich nach ökologischen und sozialen Kriterien.

By the way: Wirklich Ökostrom von Polarstern wurde schon 7 Mal in Folge von Öko-Test mit "sehr gut" benotet. 

Wechsel zum 7-maligen Testsieger

3. Service und Konditionen.

Service und Nachhaltigkeit haben auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun. Und dann doch. Wenn sich Mitarbeiter:innen Zeit für Fragen nehmen, ist das ein Zeichen für ein nachhaltiges Wirtschaftsverständnis, bei dem Kund:innen keine Vertragsnummern sind, sondern Menschen, mit denen man etwas erreichen will. Schau dich um, was User:innen bei Utopia, Google oder unabhängigen Bewertungsportalen wie eKomi über den Anbieter sagen. Auch das hilft bei der Wahl des richtigen Ökostromanbieters. 

Was Kund:innen über Polarstern sagen

Qualität ist weder Discount noch Luxus.

Das Nächste: Wenn dich ein Anbieter mit einem Neukundenbonus oder einem großen Sachgeschenk wie einem Fahrrad, iPad oder Mixer lockt, solltest du skeptisch sein. Oft zahlt man das Geschenk über eine lange Vertragslaufzeit einfach über den Grundpreis ab. Deals wie Paketpreise oder Vorauskasse kommen mit einem sehr günstigen Einstiegspreis bei Vertragsabschluss, aber sie haben alle ein Problem. Sie sind meist an sehr lange Verträge geknüpft, die es dir unmöglich machen, zu wechseln. In Zeiten von explodierenden Energiepreisen ist das viel zu riskant. 

Seriöser ist ein monatlicher Abschlag, der sich einzig an deinem Verbrauch orientiert. Und ein Stromvertrag, aus dem du rauskommst, wann es dir passt. Man muss sich einfach fragen: Was will ich eigentlich von dem Ökostromanbieter: ein Sachgeschenk – oder Ökostrom, der auch was bewirkt.

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4. Gemeinwohlorientierung.

Die Einstellung des Ökostromanbieters zur Wirtschaft ist zentral. Die meisten Energieversorger bieten Ökostrom, ja. Oftmals steht aber kein ehrlicher Wunsch nach Veränderung dahinter, sondern die Erschließung neuer Zielgruppen. Und mittlerweile werden sie schlicht von Politik und Gesellschaft praktisch dazu verdonnert. Doch bis das Verbrennen von fossiler Energie endlich eingeschränkt wird, treibt sie der Wunsch nach Gewinn immer in die entlegensten Ecken der Welt, um noch schnell Öl und Gas aus dem Boden zu pressen. Gerade deshalb wird die Gesamtbetrachtung eines Anbieters immer wichtiger. Unternehmenssiegel wie B Corp oder die Gemeinwohl-Ökonomie zeichnen Unternehmen aus, die nicht nur nachhaltige Produkte anbieten, sondern die insgesamt die Wirtschaft zu mehr Nachhaltigkeit und Fairness antreiben. Sie stehen für eine wertebasierte Wirtschaft, in der nicht der finanzielle Gewinn der wichtigste Treiber ist, sondern der Schutz von Klima, Natur und Mensch.

Auch ein genauer Blick auf die Website eines Ökostromanbieters ist oftmals lehrreich. Im Impressum erfährt man, wer eigentlich hinter der Marke steht, und auf der Über-uns-Seite sollte man ein paar echte Gesichter zu sehen bekommen, nicht nur lizensierte Bilder von Menschen, die dort gar nicht arbeiten. Menschen, die sich zeigen, stehen auch hinter ihrer Sache.

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Warum echter Ökostrom nicht teurer ist als das Fake.

Anders als beim "Dolce & Banana"-Shirt ist der Ökostrom-Fake nicht unbedingt günstiger als der echte Ökostrom. Echte Qualität kann nicht den kleinsten Preis haben, im Fall von Energie ist sie aber auch kein Luxus. Die ein paar zerquetschten Cent pro Kilowattstunde weniger, die man vielleicht beim günstigeren Angebot spart, haben in Wahrheit einen hohen Preis: Sie verschleppen die Energiewende, weil der Anbieter des billigen Stromtarifs selten in den Ausbau der Energiewende investiert. Und je länger fossile Energien genutzt werden, desto länger wird unnötig CO2 emittiert und desto teurer wird es, die Klima- und Umweltschäden zu bezahlen.

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Michael | Team Wirklich

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