Polarstern-Mitarbeiter:in hält das Grüner Strom Label in die Kamera

Ökostrom ist kein geschützter Begriff. Die Folge: Die meisten Tarife fördern nicht den Ausbau der erneuerbaren Energien. Und dann gibt es sogar Anbieter, die verkaufen dir grauen Strom als grünen Strom – ganz legal. Wir zeigen dir, wann Ökostrom fake ist, was echter Ökostrom bewirken sollte – und wie du diesen findest.

von Michael

Vorsicht vor Ökostrom-Fakes.

Fake-Produkte erkennt man normalerweise sofort. Wer sich Sneakers von Nixe, eine Tasche von Prala oder ein T-Shirt von Dolce & Banana kauft, weiß (hoffentlich), dass es nicht das Original ist und ahnt (hoffentlich), dass das Ding Schrott ist. Fakes gibt es auch beim Ökostrom, nur steht eben nicht Äko- oder Ükostrom drauf, sondern: Ökostrom. Und hier beginnt das Drama: Ökostrom ist per Definition Strom aus erneuerbaren Energien, aber leider kein geschützter Begriff wie etwa Bio, wo ganz klare Kriterien erfüllt sein müssen, damit man sich das Präfix aufs Produkt heften darf. Beim Ökostrom gibt es Tarife, die sind praktisch frei von erneuerbarer Energie. Wie ist das möglich? 

Täuschend echt: Kohlestrom mit Ökostrom-Zertifikat.

Möglich machen es Herkunftsnachweise für Ökostrom. Stromanbieter können diese Nachweise erwerben, zum Beispiel von Wasserkraftwerken in Norwegen und dürfen sie dazu nutzen, um eine bestimmte Menge Kohlestrom als Ökostrom zu vermarkten. Und das ganz legal. Das Hauptproblem ist, dass der Handel mit Herkunftsnachweisen den zusätzlichen Ausbau der erneuerbaren Energien nicht fördert. Denn beim Zertifikatehandel ist ja kein neuer Ökostrom entstanden. Kurz: Dolce & Banana. Aber woher weißt du nun, ob du echten Ökostrom bestellt hast? Anhand dieser Kriterien:

An diesen Kriterien erkennst du echten Ökostrom.

1. Echter Ökostrom ist zu 100 % aus erneuerbaren Energien.

Das Mindeste, das Ökostrom leisten muss, ist, dass er aus erneuerbaren Energien erzeugt wird und nicht mithilfe eines Herkunftsnachweises grün vermarktet wird. Dein Ökostromversorger muss deine nachgefragte Menge Ökostrom auch produzieren und ins Netz einspeisen. Das ist der ganze Sinn der Ökostrombestellung. Nur so wird der Strommix im Stromnetz insgesamt grüner. Damit du dieses Kriterium abhaken kannst, muss dein Stromanbieter auf seiner Website transparent machen, in welchen Ökokraftwerken er deinen Ökostrom erzeugen lässt.

Hier wird Wirklich Ökostrom erzeugt

2. Echter Ökostrom fördert den zusätzlichen Energiewende-Ausbau.

Bei der Energiewende-Förderung gab es oft ein Missverständnis. Wenn ein Stromanbieter in der Stromkennzeichnung die geförderte Menge Ökostrom nach EEG auswies, war dies nicht der Betrag, den er freiwillig in die Energiewende investierte, sondern der Betrag, den die Kund:innen über die EEG-Umlage bezahlten. Die EEG-Umlage bezahlten aber alle Verbraucher:innen, unabhängig davon, ob sie Kohlestrom oder eben Ökostrom bezogen.

In der Stromkennzeichnung sah es für viele Kund:innen trotzdem so aus, als wir die EEG-Ausbau-Förderung die Eigenleistung des Anbieters. Zum 1. Juli 2022 wurde die EEG-Umlage abgeschafft und sehr viele Anbieter sehen jetzt noch grauer aus. Vor allem ist es mit der Abschaffung der EEG-Umlage noch wichtiger, dass dein Stromanbieter von sich aus in den Ausbau der erneuerbaren Energien investiert. Nur dann bewirkst du mehr für die Energiewende.

Die freiwillige Förderung erkennst du an Tarifbeschreibungen wie “zusätzlicher Ausbau der erneuerbaren Energien”. Der Ausbau ist für die Klimaschutzziele entscheidend. Denn Ökostrom wird in allen Sektoren gebraucht: in der Wärmeversorgung, im Verkehr und für andere Energiewende-Technologien wie Wasserstoff. Und die aktuelle Ökostromerzeugung reicht bei weitem einfach nicht.

So investiert Polarstern in die Energiewende.

Wie viel investiert dein Stromanbieter zusätzlich in die Energiewende? Bei Polarstern investieren wir für jede Kilowattstunde, die du verbrauchst, 1 Cent in den zusätzlichen Ausbau der erneuerbaren Energien, vor allem in die Solarkraft. Weil es keinen Sinn macht, die Energiewende nur innerhalb unseres Staatsgrenzen-Mikrokosmos zu denken, investieren wir jedes Jahr pro Kund:in 20 für die Energiewende in Kambodscha und Madagaskar. In Kambodscha investieren wir in den Bau von Biogasanlagen für Familien, in Madagaskar bauen wir mit unserem Partner Africa GreenTec kleine Solarparks für Dörfer auf. 

3. Richtige Ökostromanbieter sind unabhängig und bieten nur erneuerbare Energie.

Such dir einen Anbieter, der nur Tarife im Portfolio hat, die die angeführten Kriterien erfüllen. Das Portfolio sollte frei von Mischtarifen oder Kohlestromtarifen sein. Einem Stromanbieter, der einerseits eine Öko-Zielgruppe abspeist und gleichzeitig eine Kund:innenschaft mit Kohlestrom bedient, wird freiwillig nicht die Finger von fossilen Energieträgern lassen. Deswegen bieten wir bei Polarstern nur 100 % erneuerbare Energie und keine Kompromisse.

Der Ökostromanbieter sollte unabhängig sein.

Im besten Fall hat der Stromanbieter nicht nur ein fossilfreies Angebot, sondern ist auch selbst nicht mit einem Kohleunternehmen verflochten. Auch Stromdiscounter und große Energiekonzerne bieten grüne Marken. Das Problem dabei: Money goes up. Über eine Tochtergesellschaft landet Geld vielleicht bei einem Konzern, dessen Kerngeschäft die fossile Energie ist.

Diese Vernetzungen kann man als Verbraucher:in kaum durchblicken In unserer Grafik zeigen wir ein paar bekannte Ökostrommarken und zu wem sie gehören. Der Ökostromtarif ist oftmals nur die Spitze des Eisbergs, der Konzern dahinter bleibt Kund:innen meist verborgen. Wirklich unabhängige Ökostromversorger gibt es dagegen nur wenige.

Wirklich Ökostrom.

Dass unser Wirklich Ökostrom so heißt, wie er heißt, hängt mit der Schwammigkeit des Ökostrom-Begriffs zusammen. Bei uns soll klar sein: Hier gibt's wirklich Ökostrom. Zu 100 % in Bayern aus Wasserkraft erzeugt und mit echter Energiewende-Förderung. Für jede Kilowattstunde, die du verbrauchst, investieren wir 1 Cent in den zusätzlichen Ausbau der erneuerbaren Energien, vor allem in die Solarkraft. Als Social Business investieren zusätzlich jedes Jahr pro Kund:in 20 Euro für die Energiewende in Kambodscha und Madagaskar. Beide Länder haben wenig zum Klimawandel beigetragen, bekommen die Folgen aber jetzt schon extrem zu spüren. Wir müssen Verantwortung übernehmen! Mit lokalen Partnern vor Ort beteiligen wir uns am Aufbau einer dezentralen und ökologische Energieversorgung. Denn Energie ist der Schlüssel. Für Bildung, Gesundheit und wirtschaftlichen Aufschwung.

Preis für Wirklich Ökostrom berechnen

4. Richtiger Ökostrom hat meistens ein Siegel.

Gut, und wie weiß man jetzt, dass die beschriebenen Kriterien eingehalten werden? Zum Beispiel an Qualitätssiegeln. Siegel wie man sie von anderen Produkten kennt, gibt es auch bei Energie. Gütesiegel für Ökostromprodukte verraten, ob es ein Ökostromanbieter ernst meint mit der Energiewende. Denn die Siegel zertifizieren nicht nur Ökostrom aus 100 % erneuerbaren Quellen. Sie garantieren ebenso, dass der Stromanbieter auch wirklich die Energiewende fördert. Für Ökostrom empfiehlt das Umweltbundesamt zwei Qualitätssiegel: das Grüner Strom-Label und das ok-power-Gütesiegel. Zudem gibt es noch das Siegel Geprüfter Ökostrom von TÜV Nord.

Grüner Strom-Label.

Die wichtigsten Kriterien:

  • Der Ökostrom muss aus 100 % Erneuerbare Energien stammen – Herkunftsnachweise reichen nicht. 
  • Pro verkaufter Kilowattstunde muss ein fester Betrag in den Ausbau der erneuerbaren Energien oder in Energiewendeprojekte investiert werden. 
  • Der Anbieter darf nicht an Atomkraftwerken oder zum 1.1.2027 an Kohlekraftwerken beteiligt sein. 

ok power.

Die wichtigsten Kriterien.

  • Der Ökostrom muss aus 100 % erneuerbaren Energien erzeugt sein.
  • Die Anlagen müssen bestimmte Umwelt-Standards erfüllen. So darf der Ökostrom zum Beispiel nicht aus Windkraftanlagen in Naturschutzgebieten stammen. 
  • Der Anbieter darf nicht "wesentlich" an Atomkraftwerken oder "erheblich" mit Kohlerkraftwerken verflochten sein. 
  • Die Vertragskonditionen müssen transparent und fair sein. 
  • Der Tarif muss neue Energiewendeprojekte und Neuanlagen fördern.

TÜV Nord: Geprüfter Ökostrom

Ein TÜV-Nord-Zertifikat ist bei deiner Ökostrom-Wahl ebenso von Bedeutung. Der TÜV Nord prüft die zentralen Qualitätskriterien. Unter anderem wie viel CO2 verhindert wurde, ob der Ökostrom zu 100 % aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde und wie viel Geld in den Energiewende-Ausbau fließt. 

Ökostrom mit Siegel ist rar. 

Bei der Suche nach einem Tarif mit einem Qualitätssiegel, kannst du die meisten Ökostromtarife aussieben. 2022 haben nur 7 % der Stromanbieter in Deutschland Ökostromtarife mit einem Qualitätssiegel wie dem Grüner Strom-Label oder dem ok-power-Siegel. 

Vergleichsportale, Bewertungen und Tests.

Für Ökostrom gibt es Produkttests, wie man es von anderen Produkten kennt. Zwar sind alle immer bei irgendwas Testsieger; wenn du aber einen guten Tarif suchst, sollte dich am meisten interessieren, wie der Tarif bei seinem Nutzen für die Energiewende abschneidet. Und das verraten dir renommiertere Tests wie etwa der Ökostrom-Test des Verbrauchermagazins Öko-Test und der Ökostrom-Report von der Umweltschutz-Organisation Robin Wood.

Öko-Test. 

Das Verbrauchermagazin Öko-Test prüft regelmäßig, welche Ökostrom-Tarife nachweislich den Energiewende-Ausbau fördern. Unter den Ökostrom-Tarifen, die Öko-Test empfiehlt, ist auch Wirklich Ökostrom von Polarstern.

Robin Wood. 

Die Umweltschutzorganisation Robin Wood vergleicht Ökostrom nach sehr strengen Kriterien. Für eine Empfehlung müssen Ökostromanbieter unabhängig sein, den Ausbau der erneuerbaren Energien weit über die Standards hinaus fördern und Ökostrom auch wirklich nachhaltig erzeugen. Im Ökostrom-Report von Robin Wood werden von nur 10 Ökostromanbieter empfohlen. Darunter auch: Wirklich Ökostrom von Polarstern.

Utopia. 

Auch Utopia, das Portal für nachhaltigen Lebensstil vergleicht Ökostromprodukte. In ihrer Bestenliste tauchen nur Anbieter auf, bei dem deine Ökostrom-Bestellung auch wirklich für mehr erneuerbare Energie im Mark sorgt.

EcoTopTen.

Merken solltest du dir auch EcoTopTen. Die Plattform gehört zum Öko-Institut und bewertet ökologische Produkte nach strengen Mindestkriterien. Wenn du auf der Suche nach einem guten Ökostromanbieter bist – hier wirst du gut beraten. Über die effizientesten Haushaltsgeräte kannst du dich in einem Aufwasch informieren.

Vergleichsportale bieten nicht immer das Beste. 

Dass man beim Ökostromvergleich schnell auf einem der großen Vergleichsportale landet, ist nachvollziehbar – die Suchmaschine bringt dich dorthin. Bei den Vergleichskriterien setzen diese Portale jedoch klare Prioritäten: Oben auf der Liste stehen besonders günstige Ökostromtarife oder solche mit Wechselprämien. Oft bezahlen Anbieter auch für ihren Platz auf dem Vergleichsportal. Der tatsächliche Energiewendenutzen ist oft Nebensache – und auf den ersten Blick gar nicht ersichtlich. Nachhaltigkeitsportale wie Utopia ranken Ökostromangebote dagegen wirklich nach ökologischen und sozialen Kriterien.

5. Guter Ökostrom bedeutet auch: guter Service.

Service und Nachhaltigkeit haben auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun. Und dann doch. Wenn sich Mitarbeiter:innen Zeit für Fragen nehmen, ist das ein Zeichen für ein nachhaltiges Wirtschaftsverständnis, bei dem Kund:innen keine Vertragsnummern sind, sondern Menschen, mit denen man etwas erreichen will. Schau dich um, was User:innen bei Utopia, Google oder unabhängigen Bewertungsportalen wie eKomi über den Ökostromanbieter sagen. Kundenbewertungen sind beim Vergleich von Ökostrom super hilfreich. Achte auf Empfehlungen und Kritik etwa zum Service und zum Wechselprozess von Kunden, die bereits Strom bei dem Anbieter beziehen.

Was Kund:innen über Polarstern sagen

6. Guter Ökostrom bedeutet auch: fairer Vertrag.

Das Nächste: Wenn dich ein Anbieter mit einem Neukundenbonus oder einem großen Sachgeschenk wie einem Fahrrad, iPad oder Mixer lockt, solltest du skeptisch sein. Oft zahlt man das Geschenk über eine lange Vertragslaufzeit einfach über den Grundpreis ab. Deals wie Paketpreise oder Vorauskasse kommen mit einem sehr günstigen Einstiegspreis bei Vertragsabschluss, aber sie haben alle ein Problem. Sie sind meist an sehr lange Verträge geknüpft, die den Wechsel erschweren. In Zeiten von explodierenden Energiepreisen ist das viel zu riskant. Überprüfe immer den Strompreis für das zweite Jahr, die Vertragslaufzeit und die Kündigungsfrist. 

So sollte ein Vertrag sein. 

Statt sich auf irgendwelche Deals einzulassen, ist es immer besser, einen monatlichen Abschlag zu bezahlen, der sich einzig an deinem Verbrauch orientiert. Außerdem solltest du aus deinem Stromvertrag leicht rauskommen. Man muss sich einfach fragen: Was will ich eigentlich von dem Ökostromanbieter: eine Prämie– oder Ökostrom, der auch was bewirkt.

7. Dein Ökostromanbieter sollte gemeinwohlorientiert wirtschaften.

Die Einstellung des Ökostromanbieters zur Wirtschaft ist zentral. Die meisten Energieversorger bieten Ökostrom, ja. Oftmals steht aber kein ehrlicher Wunsch nach Veränderung dahinter, sondern die Erschließung neuer Zielgruppen. Und mittlerweile werden sie schlicht von Politik und Gesellschaft praktisch dazu verdonnert. Doch bis das Verbrennen von fossiler Energie endlich eingeschränkt wird, treibt sie der Wunsch nach Gewinn immer in die entlegensten Ecken der Welt, um noch schnell Öl und Gas aus dem Boden zu pressen. Gerade deshalb wird die Gesamtbetrachtung eines Anbieters immer wichtiger.

Unternehmenssiegel wie B Corp oder die Gemeinwohl-Ökonomie zeichnen Unternehmen aus, die nicht nur nachhaltige Produkte anbieten, sondern die insgesamt die Wirtschaft zu mehr Nachhaltigkeit und Fairness antreiben. Sie stehen für eine wertebasierte Wirtschaft, in der nicht der finanzielle Gewinn der wichtigste Treiber ist, sondern der Schutz von Klima, Natur und Mensch.

Auch ein genauer Blick auf die Website eines Ökostromanbieters ist oftmals lehrreich. Im Impressum erfährt man, wer eigentlich hinter der Marke steht, und auf der Über-uns-Seite sollte man ein paar echte Gesichter zu sehen bekommen, nicht nur lizensierte Bilder von Menschen, die dort gar nicht arbeiten. Menschen, die sich zeigen, stehen auch hinter ihrer Sache.

Warum echter Ökostrom nicht teurer ist falscher.

Anders als beim "Dolce & Banana"-Shirt ist der Ökostrom-Fake nur auf den ersten Blick günstiger als der echte Ökostrom. Oft haben günstigere Angebote sogar einen hohen Preis. Sie verschleppen die Energiewende, weil der Anbieter des billigen Stromtarifs selten in den Ausbau der Energiewende investiert. Und je länger fossile Energien genutzt werden, desto länger wird unnötig CO2 emittiert. Und dann wird es immer teurer, Klima- und Umweltschäden zu bezahlen. Berechne, was wirklich bessere Energie kostet – und wie viel CO2 du sparst. Einfach PLZ und ungefähren Stromverbrauch eingeben. Los geht's.

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Michael | Team Wirklich

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