Du baust? Gut. Klimaschutz wird ja zumeist im Zusammenhang mit der Energie- und Verkehrswende diskutiert. Dabei ist das Bauwesen eine ebenso große, tja, Baustelle. Allein die Baustoffherstellung ist für 11 % der weltweiten Emissionen verantwortlich. Dabei gibt es viele Optionen, klima- und ressourcenbewusst zu bauen und zu sanieren.

von Michael

1. Klimaschutzpotenzial des Bau und Gebäudesektors erkennen. 

In jedem Gemäuer, jedem Gebäude schlummert nicht nur eine Geschichte, sondern auch eine große Chance Ressourcen zu schonen und das Klima zu schützen. Bislang wird das Potenzial aber kaum geborgen, obwohl es so zwingend wäre. Es wird nun mal nicht leerer auf dem Planeten. Bis 2050 könnten laut Vereinte Nationen (UN) 9,6 Milliarden Menschen auf der Erde leben, und ein Zuhause brauchen wir alle. Bis Mitte des Jahrhunderts könnte sich der weltweite Gebäudebestand laut Verein Bauwende-Bündnis noch einmal verdoppeln. 

38 % der CO2-Emissionen. 

Dabei macht der Bau- und Gebäudesektor laut UN jetzt schon 38 % der globalen CO2-Emissionen aus. Mit 9,95 Gigatonnen erreichten die CO2-Emissionen dieses Sektors 2020 sogar Rekordniveau. Allein die Zementindustrie ist laut WWF für 8 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Unser Wohnen muss daher künftig mit weniger Ressourcen auskommen und klimafreundlicher werden. Energieeffizienz und die Umstellung auf Ökoenergie sind essenziell, aber längst nicht alles. Der Klimaschutz muss noch vor dem ersten Spatenstich greifen: bei der Beschaffung, der Herstellung und der Verwendung von Baumaterialien.

2. Nachwachsende Materialien nutzen.

Holzbauquote bei über 20 %.

Wenn du dich für Baumaterial entscheiden musst. Auch im Bauwesen gibt es ein Zurück zu den Wurzeln: Holz. 2020 kletterte die Holzbauquote laut Bund Deutscher Zimmermeister trotz Pandemie auf über 20 %. Was schon unsere Urahnen schätzten, macht mit Blick auf den Klimawandel und unseren Ressourcenverbrauch eben mehr Sinn. Laut Umweltbundesamt bindet ein Kubikmeter Bauholz bereits bis zu 766 Kilogramm CO2. Dagegen verursacht die Produktion eines Kubikmeters Mauerziegel schon 138 Kilogramm CO2. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) gibt an, dass in einem fünfstöckigen Wohngebäude aus Brettschichtholz bis zu 180 Kilogramm Kohlenstoff pro Quadratmeter gespeichert werden.

Wie geht das mit der Abholzung zusammen?

Ob Holz aber wirklich nachhaltig ist, hängt davon ab, wo es herkommt und welchen Transportweg es hinter sich hat. Am nachhaltigsten ist es, wenn das Holz aus der eigenen Region und einer nachhaltigen Forstwirtschaft stammt. Das FSC-Siegel kennzeichnet Holz, bei dem ökologische und soziale Standards eingehalten wurden. Auch das PIK betont, dass der Einsatz von Holz zum Bauen nur mit einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung vereinbar ist. 

Reicht das Holz?

Ein Forschungsteam des PIK um die Wissenschaftlerin Galina Churkina hat sich genau mit dieser Frage beschäftigt: Wie viel Holz hat die Menschheit für den Hausbau nachhaltig zur Verfügung hat und welcher Klimanutzen springt dabei raus? Im Fachmagazin Nature Sustainability hat das Team vier Szenarien vorgestellt. Auf Basis offizieller Zahlen zu Holzernten und Situationsmodellen geht das Team davon aus, dass weltweit genügend Material vorhanden ist, um den Holzeinsatz im Gebäudebau bis 2050 um 10 % zu steigern. Er könnte um 50 % gesteigert werden, wenn weltweit die Bodenfläche pro Person nicht mehr steigen würde. Und sogar um 90 %, wenn auch weniger industrialisierte Staaten Ihre Bauweise umstellen würden. In diesem Szenario würde sich die Welt 700 Millionen Tonnen Kohlenstoff pro Jahr sparen. Laut den Autoren senkt der Bau von Holzgebäuden außerdem die Treibhausgase aus der Stahl- und Zementherstellung um mindestens 50 %. 

In der Realität leidet die Forstwirtschaft aber jetzt schon massiv unter dem Klimawandel. Schädlinge wie der Borkenkäfer, Sturmschäden und eine zunehmende Trockenheit machen den Wäldern schwer zu schaffen.

Wie dein Ökostrom (auch) den Wald schützt

Tabelle: Ökobilanz von Mauersteinen im Vergleich.

Wenn Holz keine Option ist. Aber auch unter anderen Baumaterialien gibt es Unterschiede in der Klimabilanz. So schneiden sie in ihrer CO2-Wirkung ab:

Mauerstein CO2 in kg/Baustoff in kg  
Backstein 0,258  
Kalksandstein 0,138  
Leichtlehmstein 0,170  
Leichtzementstein, Blähton 0,417  
Leichtzementstein, Naturbims 0,223  
Porenbetonstein 0,417  
Zementstein 0,129  

Quelle: Gesundes Haus.

3. Materialien recyceln statt immer neue zu beschaffen.

Eine weitere Möglichkeit, nachhaltiger zu Bauen ist die Verwendung von Recyclingmaterialien. Bauwerke schlucken nämlich besonders viele Ressourcen. Laut Bauwende-Bündnis gehen rund 50 % der Rohstoffentnahme aus der Natur und den Abfallmassen auf den Gebäudebau zurück. Alleine in Deutschland werden laut VDI Zentrum Ressourcenschutz jedes Jahr rund 5,5 Tonnen Baustahl und ca. 26,6 Millionen Tonnen Zement verbaut. Bei Verpackungen ist Recycling Usus, bei Textilien auf dem Vormarsch, und natürlich lassen sich auch Häuser aus recyceltem Material bauen.

Reste verwerten bringt's. 

Reste weiterverwerten bringt’s auf mehreren Ebenen. Die Natur wird geschützt, der Flächenverbrauch sinkt und ebenso der Gesamtenergieverbrauch. So benötigt etwa die Herstellung von Recyclingbeton weniger Energie als die von Primärbaustoffen. Außerdem können Recyclingmaterialien besser regional beschafft werden. So spart man sich auch die Transporte, samt Emissionen und Kraftstoffverbräuche. Bislang werden die Baustoffe aus dem Abbruch laut einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschlands im Straßenbau weiterverwendet, aber so gut wie gar nicht im Hochbau. Dort liegt der Anteil von mineralischen Second-Hand-Baustoffen bei einem Prozent. Eine Herausforderung liegt vor allem in der Trennung der Baustoffe. 

Umbau: 500 Tonnen CO2 durch Recycling gespart.

Dass man auch aus anderen Reststoffen Häuser bauen kann, haben bereits viele Architekt:innen bewiesen. Ein gutes Beispiel ist das Projekt K118 in Winterthur. Bei dem Umbau einer Werkshalle sollen durch die Verwendung recycelter Materialien rund 500 Tonnen CO2 gespart worden sein, wie das Baublatt berichtet. Das Bauprojekt hat dabei nicht mehr gekostet als ein Neubau. Weltweit gibt es außerdem bereits Häuser, die unter anderem aus Scherben, Flugasche, PET-Flaschen oder Bierdosen gebaut sind. So werden die Gebäude nicht nur ressourcenschonender, sondern auch individueller. Und das wäre auch ein Wunsch für die Zukunft: Dass nicht alles immer und immer wieder gleich aussieht.

Pionier im ökologischen Hausbau. 

Ökologisches Haus von Baufritz

Ein gutes Beispiel für den Einsatz von Recycling und Holz ist auch die Marke Baufritz. Das Unternehmen gibt es schon seit 125 Jahren und ist damit ein echter Pionier im ökologischen Hausbau. Baufritz baut nach der Holzrahmenbauweise; Altholz kommt zur Weiterverarbeitung in die Spanplattenindustrie und für das Konstruktionssystem werden zur Bio-Dämmung Hobelspäne genutzt. Das ist 10 bis 20 % ressourcenschonenender und emissionsärmer als alternative Ausführungen in Beton - und Mauerwerksbauweisen, wie eine Analyse der ETH Zürich ergab. Das ganze Konstruktionssystem – Wand, Dach, Decke – ist nach dem Siegel "natureplus zertifiziert. Außerdem zeigt das Unternehmen, wie Nachhaltigkeit schon vor dem Bau beginnt. In den Produktionshallen kommt nur LED-Lichttechnik zum Einsatz, es gibt ein smartes Energiemanagement und ein Großteil des Stroms stellt das Unternehmen selbst her. Insgesamt sind dafür 570 kW Photovoltaikleistung auf den Firmendächern installiert. Den restlichen Bedarf bezieht Baufritz von uns, Polarstern. Mit Wirklich Ökostrom.

Jetzt Preis für Wirklich Ökostrom berechnen

4. Sanieren ist besser als immer neu bauen.

Materialbedarf einer Sanierung um zwei Drittel geringer.

Das Beste ist eben immer, Dinge lange zu nutzen. Das ist bei Gebäuden natürlich auch so. Eine Sanierung von Gebäuden lässt sich mit der Verwendung von ressourcenschonenden Materialien verbinden. Die CO2-Emissionen können dann bereits in der Herstellung der Dämmstoffe gesenkt werden. Laut VDI Zentrum Ressourceneffizienz ist der Materialbedarf einer Sanierung um zwei Drittel geringer als der eines Neubaus. Bei einer Sanierung wird die Materialeffizienz mit der Energieeffizienz verknüpft – einem der wichtigsten Pfeiler für unsere Klimaziele. Bis 2050 will sich Deutschland zu 100 % mit erneuerbaren Energien versorgen. Die Kapazitäten lassen sich nicht einfach so herzaubern, weshalb es wichtiger wird, dass wir künftig mit weniger Energie auskommen. Gebäude spielen dabei eine wesentliche Rolle. Laut Bundeswirtschaftsministeriums fallen rund 40 % des gesamten Energieverbrauchs für Strom und Wärme im Gebäudebereich an. Der Anteil könnte wesentlich geringer ausfallen. 

>>> Mehr über Energieeffizienz erfahren. 

Denn von den rund 18 Millionen Wohngebäuden und etwa 1,5 Millionen Nichtwohngebäuden in Deutschland, die vor 1977* gebaut wurden, sind laut Umweltbundesamt rund 70 % bislang noch gar nicht oder nur teilweise modernisiert worden. Nur bei 20 % der Gebäude wurde nachträglich die Fassade gedämmt. Dabei würden wirklich alle von den Maßnahmen profitieren. Dank einer Auswertung von Gebäude- und Verbrauchsdaten der co2online-Gebäudedatenbank weiß man, wie sehr: Wenn im Zuge der Modernisierung von Gebäuden auch Solarthermie genutzt wurde, verbrauchten vollsanierte Häuser, die vor 1978 gebaut wurden, im Schnitt knapp 52 % Heizenergie weniger Energie als unsanierte Gebäude gleichen Alters. Davon profitieren alle. Das Klima sowieso, die Bewohner:innen aber auch, denn sie geben weniger Geld für ihre Energiekosten aus. Und: Je höher der Effizienzstandard, desto höher fällt auch die Förderung durch die KfW-Bank aus.

Mehr über Dämmungen erfahren

5. Die richtige Energie nutzen.

Am Ende lebt man in einem Gebäude, und wir können alle etwas tun. Als Bewohner:in hat man mit seinem Energiebezug den größten Einfluss aufs Klima. Allein der Wechsel zu wirklich besserer Energie – zum Beispiel Wirklich Ökostrom und Wirklich Ökogas von Polarstern spart schon mehrere Tonnen CO2 im Jahr. Jeder kann seinen CO2-Fußabdruck mit Ökoenergie um bis zu einem Viertel reduzieren. Es kostet keine Anstrengung und auch nicht mehr als konventionelle Energie. Probier unseren Tarifrechner aus – und erfahre mit dem nächsten Button, was dein Wechsel alles verändert. Zum Guten!

Berechne deinen Impact mit Polarstern

Und wer mit Mehrparteien-Immobilien zu tun hat: Mit Wirklich Mieterstrom bringen wir die Wende im Energiemarkt, der Baubranche und Verkehr in die Städte. So können auch Bewohner:innen von größeren Gebäuden Energie aus lokaler Erzeugung im Gebäude nutzen. Dank Photovoltaikanlagen und Blockheizkraftwerken vor Ort nutzen die Bewohner:innen ihren eigenen Ökostrom. Immer öko und viel preiswerter als der Strom aus dem Netz.

Mehr über Wirklich Mieterstrom erfahren

Mehr Artikel zu den Themen

Ökostrom ist viel günstiger als du denkst!

Wirklich besserer Strom ist keine Rolex. Und sogar meist günstiger als die Grundversorgung.

Weiterempfehlen vervielfacht deine Wirkung!

Und wir bedanken uns mit 20 Euro. Schnapp dir jemanden, der auch zu wirklich besserer Energie wechseln möchte – und ihr bekommt beide 20 Euro auf eure nächste Stromrechnung gutgeschrieben. Gemeinsam verändern wir mehr!

Polarstern weiterempfehlen