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Mehr als 20 Millionen Deutsche pendeln.

Warum lieben die Deutschen ihr Auto so? Vielleicht weil sie's müssen. Ein Fünftel der Deutschen muss täglich ins Büro pendeln. Das sind laut Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) rund 20,59 Millionen Menschen. Zwei Drittel (65 %) nehmen dabei laut Statistischem Bundesamt das Auto, also rund 13,38 Millionen Menschen.

Autos im Verkehr mit eingeschalteten Bremslichtern.

Pendelstrecken von mehr als 100 Kilometern.

Für viele geht's eben nicht anders. Teils weil die öffentliche Anbindung schlecht ist, teils weil die Strecke zu lang ist: So fahren mehr als vier Millionen Pendler:innen täglich über 50 Kilometer ins Büro, etwa 2,3 Millionen sogar über 100 Kilometer. Wer da nicht ein bisschen seine Work-Life-Balance hinterm Lenkrad findet, hat's schwer – oder sattelt aufs Fahrrad um. Klar, bei 100 Kiliometern pro Tag wird's schwierig, aber bei 10? Kann man's durchaus ausprobieren. Fast die Hälfte der Pendler:innen hat eine einfache Strecke von rund 10 Kilometern. Die durchschnittliche einfache Pendelstrecke liegt laut BBSR bei 17,2 Kilometern.

Von Berufspendlern genutzte Verkehrsmittel.

  1. Pkw: 65 %
  2. Öffentliche Verkehrsmittel: 16 %
  3. Fahrrad: 10 %
  4. Zu Fuß: 7 %
  5. Sonstige Verkehrsmittel: 2 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt, 2024.

Tanken wird immer teurer.

Eine Hand, die eine Zapfpistole in den Tank eines Autos einführt.

Ist die Strecke mit dem Fahrrad machbar, gibt es viele Gründe, umzusteigen. Der wohl attraktivste Grund ist der finanzielle. Denn abgesehen davon, dass Autofahren an der Gesundheit nagt und die Umwelt belastet, kostet Pendeln mit dem Auto immer mehr Geld, weil die Rohölpreise aufgrund geopolitischer Krisen in die Höhe schießen. Man will nicht pessimistisch sein, aber die Weltlage bleibt vermutlich instabil, und die Preise fürs Tanken entsprechend hoch. Und da ist noch der CO2-Preis, der das Tanken zusätzlich verteuert. Ist deine Pendelstrecke mit dem Rad machbar, lohnt sich das Umsatteln vor allem finanziell, wie das nächste Beispiel zeigt.

Kostenvergleich: Pendeln mit Auto vs. Fahrrad.

Gegenlichtszene mit einem Radfahrer und Autos auf einer Stadtstraße, mit leuchtenden Partikeln, die in der Luft sichtbar sind.

Spritkosten fürs Auto.

Liegt dein Pendelweg bei 100 Kilometer in der Woche, zahlst du bei einem Standardverbrauch von 7 Litern und einem Spritpreis von 2,13 Euro pro Liter Super (Stand 16.4.2026) schon rund 60 Euro im Monat.

Vollkosten aller Fahrzeugklassen.

Mit dem Spritpreis allein ist es nicht getan. Der ADAC berechnet tatsächliche Vollkosten pro Kilometer von ca. 40 bis 90 Cent pro Kilometer je nach Fahrzeugklasse – also 160 Euro bis 360 Euro im Monat.

Vollkosten pro Kilometer von Autos, Fahrrädern und E-Bikes.

  1. Kleinwagen: ca. 40 bis 55 ct/km
  2. Mittelklasse: ca. 60 bis 80 ct/km
  3. SUV/Oberklasse: > 90 ct/km
  4. Fahrrad: 5 bis 10 ct/km
  5. E-Bike: 7 bis 15 ct/km.

Fahrrad: Kostet 5 bis 10 Cent pro Kilometer.

Ein Fahrrad hat laut Umweltbundesamt dagegen Vollkosten von 5 bis 10 Cent pro Kilometer, wenn man Wartung, Verschleiß und Anschaffung von Ersatzteilen berücksichtigt. Auf 100 Kilometer kostet das Rad also nur 5 bis 10 Euro. Weniger, wenn besonders lange nichts kaputtgeht. Bei 220 Arbeitstagen und 4.400 Kilometern im Jahr kostet das Fahrrad also 220 bis 440 Euro im Jahr.

E-Bike: Kostet 7 bis 15 Cent pro Kilometer.

Vergleichbare Vollkostenwerte für E-Bikes bietet der ADAC oder das Umweltbundesamt nicht. Quellen aus dem Fachhandel rechnen aber mit Vollkosten von etwa 7 bis 15 Cent pro Kilometer. Bei 220 Arbeitstagen und 4.400 Kilometer im Jahr ergeben sich damit Kosten von 308 bis 660 Euro im Jahr.

Geringe Stromkosten für E-Bikes.

Wie hoch die Stromkosten für's E-Bike dabei ausfallen? Marginal. Je nach Modell, Fahrweise, Gelände, Gewicht und Wetter verbraucht ein E-Bike im Schnitt etwa 0,5 bis 1,2 kWh Strom pro 100 km. Das sind bei einem Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde Kosten von 15 bis 36 Cent pro Woche.

Beispielrechnung: Kostenvergleich zwischen Mittelklassewagen und Fahrrad im Jahr.

Ein Mann auf einem gelben Fahrrad fährt an einem gelben Auto vorbei, im Hintergrund steht ein prunkvolles Gebäude.

Eine einfache Beispielrechnung zeigt, wie groß das finanzielle Potenzial im Alltag sein kann. Angenommen der Arbeitsweg beträgt zehn Kilometer pro einfache Strecke, kommen bei 220 Arbeitstagen im Jahr rund 4.400 Kilometer jährlich zusammen. Daraus ergeben sich je nach Fahrzeugklasse folgende Pendelkosten:

Pendelkosten je Fahrzeugklasse pro Jahr.

  • Kleinwagen: ca. 1.760 Euro bis 2.200 Euro
  • Mittelklasse: ca. 2.640 Euro bis 3.520 Euro
  • SUV/Oberklasse: ca. 3.960 Euro.

Knapp 3.500 Ersparnis mit Fahrrad.

Wer dieselbe Strecke mit dem Fahrrad fährt, ist deutlich günstiger unterwegs. Rechnet man pauschal mit etwa fünf Cent pro Kilometer für Verschleiß und Wartung, ergeben sich jährliche Kosten von rund 220 Euro. Je nach Fahrzeugklasse kann man sich also grob 1.500 bis 3.740 Euro schenken, wenn man seinen Arbeitsweg voll und ganz aufs Rad verlegt. Und da haben wir gerade mal mit einer moderaten einfachen Wegstrecke von 10 Kilometern gerechnet.

Auch mit E-Bike hohe Ersparnis.

Selbst mit E‑Bike liegen die jährlichen Vollkosten um mehrere Tausend Euro unter denen eines Autos. Gegenüber einem Mittelklassewagen spart man auf dem täglichen Arbeitsweg rund 2.000 bis über 3.000 Euro pro Jahr – bei gleicher Strecke.

Kostenvergleich: Pendeln auf 10 km einfache Strecke (Mittelklasse).

Annahme/
Kostenart
Auto
(Mittelklasse)
FahrradE-Bike
Einfache Strecke10 km10 km10 km
Arbeitstage/
Jahr
220220220
Jahres-fahrleistung4.400 km4.400 km4.400 km
Kosten/
Kilometer
60-80 Cent5-10 Cent7-15 Cent
Kosten/
Jahr
2.640-3.520 €220-440 €308-660 €
Ersparnis
vs. Auto
– 2.200-3.300 €1.980-3.200 €

Tipp: Mobilitäts-Kostenrechner.

Tipp: Willst du die Kosten von Fehrzeugen auf die Schnelle vergleichen, kannst du dazu den Mobilitäts-Kostenrechner des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) nutzen. Wähle einfach aus dem Filter aus, welche Verkehrsmittel du miteinander vergleichen möchtest.

Pendeln mit dem Fahrrad: Weitere Vorteile.

Pendlerpauschale gilt auch fürs Rad.

Ein weiterer finanzieller Vorteil ist die Pendlerpauschale. Denn für den täglichen Arbeitsweg gilt die Entfernungspauschale unabhängig vom Verkehrsmittel. Fährst du mit dem Fahrrad oder E‑Bike zur Arbeit, kannst du die Strecke genauso in der Steuererklärung geltend machen wie Autofahrer:innen. Seit 2026 werden dabei 38 Cent pro Entfernungskilometer und Arbeitstag berücksichtigt. Der entscheidende Unterschied liegt nicht in der Förderung, sondern in den tatsächlichen Kosten: Während Autofahren laufende Ausgaben verursacht, bleibt Radfahren deutlich günstiger – der steuerliche Vorteil wirkt hier also besonders.

Weniger Stress.

Silhouette einer Person, die bei Sonnenuntergang mit einem Fahrrad über ein Feld fährt.

Natürlich ist es erst mal bequemer morgens ins Auto zu steigen, um ins Büro zu pendeln. Aber aber so viel Zeit im Auto verbringt, muss irgendwie schauen, wie er ein Teil seiner Work-Life-Balance im Auto findet. Und das ist gar nicht so einfach. Spätestens im Stau oder in der Stadt rutscht bei vielen die Stimmung aus dem Gleichgewicht. Zugegeben: Auch Radfahren kann in Stress ausarten, wenn Fahradwege fehlen oder der Verkehr zu dicht ist. Auf einer guten Strecke bekommt man aber wirklich den Kopf frei, wenn die Wege durch Grünflächen führen.

Radfahren ist gesünder.

Außerdem bringt die Bewegung den Kreislauf in Schwung: Herz und Lunge arbeiten aktiver, und der Körper wird besser mit Sauerstoff versorgt. Das kann die Abwehrkräfte stärken und das Risiko für Stoffwechsel und Herz Kreislauf-Erkrankungen senken. Gerade im Frühling verstärken äußere Reize diesen Effekt – Sonnenlicht fördert die Vitamin D Bildung, frische Luft belebt, und die aufblühende Natur wirkt insgesamt wohltuend. Gegenüber den öffentlichen Verkehrsmitteln ist Radfahren auch gesünder als Bus und Bahn, weil man von (Erkältungs-)Viren verschont bleibt.

Radfahren schützt das Klima.

Dass der Klimaschutz gerade gesellschaftlich nicht die hohe Relevanz hat wie vor wenigen Jahren, kommt zur ungünstigsten Zeit. Ständig werden neue Hitzerekorde gebrochen und Klimakatastrophen verkündet. Die Reduktion von Treibhausgasemissionen sollte eigentlich die Hauptaufgabe der Menschheit sein. Allein in Deutschland verursacht der Verkehr rund ein Fünftel der Traubhausgase. Dabei braucht man für die Energiewende Verkehr manchmal nicht viel mehr als ein Fahrrad.

730 Kilogramm CO2 mit dem Fahrrad sparen.

Wie groß der Effekt ist, zeigt eine einfache Rechnung: Bei einem Arbeitsweg von zehn Kilometern pro Strecke und 220 Arbeitstagen im Jahr kommen rund 4.400 Kilometer zusammen. Mit dem Auto verursacht diese Strecke laut Umweltbundesamt etwa 730 Kilogramm CO₂ pro Jahr. Wer stattdessen regelmäßig mit dem Fahrrad pendelt, spart diese Emissionen nahezu vollständig ein – rund drei Viertel einer Tonne CO₂ pro Person und Jahr.

Tipps fürs Pendeln mit dem Rad.

Radpendeln bringt jedoch auch zahlreiche Herausforderungen mit sich. Leute, die unter der Woche weite Strecken mit dem Rad zur Arbeit pendeln, erzählen, dass sie in der Freizeit weniger Lust haben, Radtouren zu machen – auch wenn das Bike das eigentliche Hobby ist. Das ist zusätzlich blöd, wenn man schöne Wochenendrouten gegen öde Routine-Strecken eintauscht. Radpendeln ist außerdem nicht ungefährlich. Gerade auf der Landstraße, fehlt es oftmals an einer vernünftigen Radweginfrastruktur, und überall lauern unachtsam aufgemachte Türen (Dooring), Falschabbieger, Hunde, E-Scooter, und die eigene Selbstüberschätzung beim Tempo. Wie kann das Pendeln mit dem Rad also besser gelingen?

Gutes Fahrrad leasen.

Wer täglich ins Büro pendelt, sollte das nicht mit irgendeiner Krücke machen. Man braucht schon ein gutes Fahrrad und bei weiten Strecken ein E-Bike. Nur kann ein gutes Bike oder E-Bike mehrere tausend Euro kosten. Fahrradleasing ist ein Weg, die Kosten leichter zu stemmen, indem man sie monatlich abbezahlt. Am Ende der Vertragslaufzeit – meistens drei Jahre – kann man das Rad dann in der Regel für den Restwert erwerben.

Fahrrad über den Arbeitgeber leasen – und 40 % sparen.

Das Beste ist, wenn du dein Rad über deinen Arbeitgeber leasen kannst. Das funktioniert meistens über eine Gehaltsumwandlung. Dein Arbeitgeber least ein Fahrrad oder E-Bike für dich, das du sowohl privat als auch dienstlich nutzt. Die monatliche Rate wird einfach von deinem Bruttogehalt abgezogen. Weil dadurch die Lohnsteuer und die Sozialabgaben für Rente, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung sinken sparst du je nach persönlicher Situation etwa 20 bis 40 % gegenüber dem Kaufpreis.

Such dir ein Rad aus, das zu dir passt.

Das beste Pendel‑Fahrrad ist nicht unbedingt das schnellste oder teuerste – sondern das, das zu deinem Alltag passt. Entscheidend sind vor allem Streckenlänge, Untergrund und dein gewünschtes Fahrgefühl.

    City- oder Trekkingrad.

    Wer kurze, überwiegend flache Wege in der Stadt zurücklegt, ist mit einem City‑ oder Trekkingrad gut beraten: aufrechte Sitzposition, feste Beleuchtung, Schutzbleche und ein Gepäckträger machen den täglichen Weg unkompliziert und stressfrei.

    Gravelbikes und Rennräder.

    Führt dein Arbeitsweg über längere Distanzen oder wechselnde Untergründe, bieten sich sportliche Räder an. Gravel Bikes kommen auch mit Schotterwegen oder schlechten Straßen gut zurecht. Auf glattem Asphalt und bei längeren Strecken wiederum punkten Rennräder – allerdings sitzt man eher unbequem.

    E-Bikes.

    E Bikes sind teurer, aber zahlen sich aus. Sie helfen bei Gegenwind, Müdigkeit, Steigungen und lange Distanzen – und erleichtern so die Umgewöhnung aufs Rad.

Gute Routen finden.

Tempo ist nicht alles. Der schnellste oder kürzeste Weg ist nicht automatisch der angenehmste. Entscheidest du dich für die ruhigere Route, kommst du entspannter an und hast mehr gesehen als gestresste Gesichter auf dem Radschnellweg oder der Straße. Für die Routenplanung eignen sich Apps wie Komoot und Strava. Komoot ist ideal, um für längere oder stadtrandnahe Strecken ruhige Wege zu finden – besonders mit Einstellungen wie Gravel oder Mountainbike. Strava wiederum ist spannend für sportlichere Pendler:innen: Dank Heatmaps lassen sich stark genutzte Rennradstrecken entdecken, die sich gut ins Training integrieren lassen.

Die richtige Kleidung nutzen.

Im Berufsalltag – besonders im Winter – zählt vor allem eins: die richtige Kleidung. Gerade in den Übergangsmonaten stellt das Radpendeln eine besondere Herausforderung dar, weil sich die Temperaturen innerhalb eines Tages stark verändern können. Morgens geht es oft noch frostig los, am Nachmittag fühlt es sich dagegen fast frühlingshaft an. Wer hier klug kombiniert, setzt auf flexible Schichten – so bleibt man auf dem Rad warm, ohne später ins Schwitzen zu geraten.

Rad und Bahn kombinieren.

Ist der vollständige Arbeitsweg mit dem Rad zu lang, kannst du eine Teilstrecke mit der Bahn fahren – und den Rest mit dem Rad. Zum Beispiel den Weg vom Bahnhof zur Arbeit oder nach Hause. Wo das nicht passt, kann das Rad trotzdem eine gute Ergänzung sein: Einige Pendler:innen fahren mit dem Auto bis vor die bekannten Staupunkte oder vor's Stadtzentrum und steigen für den übrigen Weg aufs Rad um.

Flickzeug und weiteres Zubehör nicht vergessen.

Wer so oft Rad fährt, muss gesehen werden. Nutze für deine Sichtbarkeit gutes Licht und Reflektoren. Zu den essenziellen Zubehören gehören vernünftige Schutzbleche, Regenkleidung und Kleidung zum Wechseln. Und dann sollte man dafür sorgen, nicht unvorhergesehen nach Hause latschen zu müssen: Du brauchst ein gutes Schloss und Flickzeug.

Wirklich Ökostrom: sauber laden.

Die Stromkosten fürs E‑Bike sind gering. Umso mehr lohnt es sich, beim Tarif genauer hinzuschauen. Wer sein Rad mit Wirklich Ökostrom lädt, bleibt unabhängig von fossilen Energieträgern und fährt nicht nur günstiger, sondern auch klimafreundlich. Wir haben Tarife für den Haushalt, genauso wie Vorteilstarife für Wärmepumpen und E-Autos – immer zu 100 % aus erneuerbaren Energien. Und das Beste: Jede Kilowattstunde, die du nutzt, fördert den Ausbau der erneuerbaren Energien. Deine Energie ist einer der größten Hebel, um wirklich etwas zu verändern. Nutz ihn!

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Michael. | Team Wirklich

E‑Mail:  michael@polarstern-energie.de

Michael ist ein alter Hase im Marketing-Team und schon seit 2012 dabei. Als Online-Redakteur stammen viele Texte auf unserer Seite und im Polarstern Magazin aus seiner unverwechselbaren Feder.