Lösungen und Trends: Wie wir besser pendeln und den Schweinehund überwinden.

Routinen sind zäh wie Kaugummi. Egal ob man mit dem Rauchen aufhören, sich gesünder ernähren will – oder mit dem Fahrrad statt dem Auto in die Arbeit fahren möchte. Gerade beim Pendeln könnten wir uns viel Stress und Emissionen ersparen, wenn wir das Auto öfter mal stehen lassen. Wie wir endlich besser pendeln, was das für deinen Geldbeutel heißt – und wie wir unseren Auto-Schweinehund überwinden, erfährst du hier.

von Ludwig. - Lesezeit: 9 Minuten

Zum Einstieg eine Quizfrage: Was haben Pendeln und Fußball gemeinsam? Beides geht als „Volkssport“ der Deutschen durch. Ein Fünftel des gesamten Verkehrsaufkommens in Deutschland ist laut Agora Verkehrswende auf Berufspendler:innen zurückzuführen. Ordentliche Zahl. Und die meisten Angestellten pendeln auf dem Weg in die Arbeit allein (was fürs Klima eine fatale Bilanz ist) – im Schnitt rund 63 % der Befragten einer Studie von Agora Verkehrswende aus dem Jahr 2022 gaben an, alleine zu pendeln.

Deutschland ist Pendlerland. Und die Pendlerpauschale quasi das Geschenk an Millionen Deutsche, die Tag für Tag im Stau stehen, die Luft verschmutzen und über eine unausgewogene Work-Life-Balance klagen. Okay, das ist ein bisschen provokant. Aber leider auch irgendwie Realität.

Energiekrise und Inflation haben gezeigt: Viele lassen auch dann ihr Auto nicht stehen und steigen auf öffentliche Verkehrsmittel um, wenn die Spritpreise richtig teuer sind. Es scheint fast so, als wären viele aufs Auto getrimmt – und das Umdenken im Kopf zu schwer.

Geht das nicht besser? Um unsere Klimaziele zu erreichen, müssen wir pendeln neu denken: Weniger Autos und Emissionen, mehr Sharing und ÖPNV. Trends und Forschungsergebnisse sind vorhanden. Machen wir den Pendelverkehr umweltfreundlicher und stressfreier, so dass jede:r Bock drauf hat.

Hohe Mieten und Homeoffice treiben Menschen ins Umland.

Hohe Mieten und Homeoffice-Möglichkeiten sorgen für eine zunehmende Stadtflucht, mehr Menschen ziehen ins Umland von Großstädten. „Weil die Mieten in den Städten so hoch sind und es kaum Platz für neue Wohnungen gibt, ziehen die Menschen in das weite Umland, auch weil sie wegen Homeoffice nicht mehr jeden Tag zur Arbeit fahren müssen“, prognostiziert Verkehrsforscher Joachim Scheiner von der TU Dortmund. Mehr Homeoffice müsse aber nicht immer zu weniger Fahrten führen. Durch hybrides Arbeiten kämen neue Formen des Pendelns auf, so der Forscher.

Pendelstrecken immer länger.

Über die vergangenen Jahrzehnte ist die Zahl der Pendler:innen immer weiter gestiegen. Inzwischen pendeln berufsbedingt hierzulande gut 18 Millionen Menschen täglich. Und deren Wege werden immer länger: Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat sich die mittlere Pendeldistanz seit dem Jahr 2000 um 21 % erhöht.

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Das Verkehrschaos braucht echte Alternativen.

Laut einer Verkehrsstatistik des ADAC gab es 2020 im Durchschnitt etwa 1.400 Staus – jeden Tag. München war 2022 die Stauhauptstadt gefolgt von Berlin. Zeit, dass sich das ändert. Der Thinktank Agora Verkehrswende fordert, dass ein Abbau von Autoprivilegien „unabdingbar“ sei, um das Verkehrschaos zu reduzieren. Das heißt: Bahn- und Radfahren muss attraktiver werden. Das Fahrrad, Sharing-Angebote verschiedenster Arten und E-Bikes müssen eine echte und überzeugende Alternative zum privaten Auto werden.

Laut Verkehrsexpert:innen muss das Auto in Zukunft unattraktiver sein als klimabewusste Alternativen. Sie sehen dazu diese Maßnahmen:

  • Einführung einer City-Maut in Städten.
  • Fokus auf Bus und Bahn inklusive Ausbau des ÖPNV
  • Ein generelles Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde innerorts.
  • Weniger kostenfreie Parkplätze für Autos.
  • Die Pendlerpauschale soll in ein einkommensunabhängiges gezahltes Mobilitätsgeld umgewandelt werden, um pendelnde Erwerbstätige mit niedrigem Verdienst finanziell gegenüber dem Status quo zu entlasten.

Pendeln – aber wie? Die gängigsten Verkehrsmittel für Pendler:innen hinsichtlich Kosten, Umwelt und Zeit im Vergleich.

KostenUmweltfaktorZeit nutzenFahrzeit
Autohoch schlechtschlecht Über Land gut, innerstädtisch oft schlecht
E-Automittel sehr gut (mit Ökostrom) schlecht Über Land gut, innerstädtisch oft schlecht
ÖPNVmittel bis niedrig* sehr gut sehr gut mittel
Fahrrad/E-Bikesehr niedrig sehr gut schlecht In der Stadt oft sehr schnell
Car-Sharing**niedrig mittel***schlecht Über Land gut, innerstädtisch oft schlecht

* mit Monats-/Jahreskarten wie Deutschlandticket günstiger. **klassisches Car-Sharing und nicht Mitfahrgelegenheit. ***Umweltfreundlichkeit abhängig von Auto oder E-Auto.

Was Pendeln für die CO2-Emissionen und die Kosten bedeutet.

Welchen Unterschied es fürs Klima macht, ob man nun mit dem Auto, der Bahn, dem Bus oder dem Fahrrad pendelt, kann jede:r grob für sich überschlagen. Laut Umweltbundesamt verursacht ein Pkw in Deutschland pro Kilometer 143 Gramm CO2, die Schienenfahrzeuge im Nahverkehr 55 Gramm und Linienbusse 80 Gramm CO2 pro Kilometer. Für eine typische Arbeitsstrecke von 16,9 Kilometer pro Tag ergibt sich damit folgendes:

CO2-Emissionen je Verkehrsmittel

Verkehrsmittel CO2-Emissionen auf 16,9 kmAn 232 Arbeitstagen
Auto2,41 kg CO2559 kg CO2
Schiene0,92 kg CO2213,44 kg CO2
Bus1,35 kg CO2313,2 kg CO2

Quelle: Umweltbundesamt.

Ne klare Sache: Bus und Bahn sind in ihrer Klimabilanz dem Auto überlegen. Und Inlandsflüge sind sowieso zu hinterfragen. In den kommenden Jahren wird sich dieser Klimavorteil vergrößern, da der Anteil an Strom aus erneuerbaren Energien schnell steigt, so der Verkehrsclub Deutschland (VCD). Je nach Verkehrsmittel bist du also mehr oder weniger umweltfreundlich, aber auch mehr oder weniger kostengünstig unterwegs. Innerstädtisch kann auch der Faktor Zeit eine große Rolle spielen, etwa wenn man mit dem Auto im Stau nur langsam vorankommt. Dann ist das Rad dem Auto zeitlich locker überlegen.

CO2-Fußabdruck der Verkehrsmittel im Vergleich

https://www.polarstern-energie.de/magazin/artikel/co2-vergleich-verkehrsmittel/

Ein Auto zu haben, ist dank Reparaturen, Steuern und Versicherung eine kostspielige Sache. Dazu kommen noch die Kosten für Sprit bzw. Laden. Wegen der gestiegenen Sprit- und Strompreise liegen die Kosten beim Auto noch höher. Bahn- und Busfahren kann da unter Umständen deutlich günstiger (mit dem Deutschlandticket) und klimafreundlich sein.

Wenn Auto, dann nach Möglichkeit Sharing und mit Elektroantrieb.

Kosten und Emissionen eines Verkehrsmittels hängen auch von der Auslastung ab. Beim Vergleich der Verkehrsmittel ist es wichtig, den Auslastungsgrad zu berücksichtigen, da sich mit der Anzahl an Mitfahrenden die CO2-Bilanz und die Kosten pro Person sinken. Wenn du deine Mobilitätskosten und -emissionen wissen willst, empfehlen wir den Mobilitätscheck des VCD.

So überwindest du den Auto-Schweinehund.

Willenskraft ist ein kostbares Gut, das sich schnell erschöpft. Kennst du vielleicht von deinen jährlichen Neujahrsvorsätzen, oder? Daher gilt beim Überwinden des Schweinehunds, sich nicht zu viel und zu optimistische Ziele vorzunehmen, wie Psycholog:innen raten. Heißt also: Nimm dir nicht sofort vor, ab jetzt fünf Tage die Woche mit dem Rad in die Arbeit zu strampeln, sondern peile zunächst zwei Tage an. Steigern kannst du dich immer noch. Oder steck dir ein positives Ziel: Sag nicht, du willst beim Arbeitsweg auf dein Auto verzichten, sondern sag dir, du willst mehr Geld bei Sprit und CO2-Emissionen einsparen (mit dem Deutschlandticket fährt man als Pendler in der Regel super günstig).

Achte auf diese psychologischen Tricks, um den Schweinehund zu überwinden:

  • Nicht zu optimistisch rangehen, realistisch bleiben.
  • Positive statt negativer Ziele setzen.
  • Nicht zu sehr auf Erreichtes fokussieren, sondern Ziele fest im Blick haben.

Und diese Tipps haben wir, um den Auto-Schweinehund zu überwinden und den Schalter im Kopf umzulegen:

  • Leg dir ein Deutschlandticket oder eine Bahncard zu. Wer ein solches Ticket hat, muss und will es auch nutzen und verzichtet mal aufs Auto.
  • Nimm dir vor, jeden Monat eine gewisse Anzahl an Büchern im Zug zu lesen.
  • Steck dir ein wöchentliches oder monatliches Ziel, wie viele Kilometer du mit dem Rad strampeln willst. Das motiviert dich, öfter mit dem Fahrrad in die Arbeit oder zum Einkaufen zu fahren.
  • Dein Arbeitsweg ist sehr lang? Dann kannst du über ein E-Bike nachdenken, um öfter das Auto gegen das Rad zu tauschen. Gilt natürlich auch für alle andere Fahrten.
  • Steck dir auch ein Ziel, wie viele Stunden pro Woche oder Monat du im Zug arbeiten willst. Das spornt dich an, mehr mit Öffis zu fahren und du kannst sogar früher Feierabend machen, wenn du morgens schon in der S-Bahn in die Tasten haust.
  • Frag dich, welches Verkehrsmittel eigentlich für den jeweiligen Anlass am sinnvollsten/zeitsparendsten ist. Für den kurzen Weg in die Kita, kannst du auch das Fahrrad mit Anhänger verwenden. Bis die Kids ins Auto gebracht und angeschnallt sind und du bei der Kita einen Parkplatz gefunden hast, bist du mit dem Rad vielleicht schneller, sofern der Fahrtweg kurz ist.
  • Zugegeben, eher ein Tipp für Nerds oder Profis: Erstelle dir ein monatliches CO2-Budget für deine (Auto-)Fahrten, das du immer einhalten möchtest. So achtest du auch auf mehr nachhaltige Mobilität zur Arbeit oder in der Freizeit.

Du hast auch einen Tipp? Dann schreib an ludwig.o@polarstern-energie.de.

Jeder Homeoffice-Tag schützt das Klima.

Gut, dass sich viele Arbeitnehmer:innen im Homeoffice wohlfühlen. Und das auch weiter tun: Wie das Münchner Ifo-Institut mitteilt, arbeiteten im April 2023 rund 24 % aller Beschäftigten in Deutschland im Homeoffice. Insgesamt liege die Quote deutlich höher als noch vor der Pandemie, so das Ifo-Institut. 2019 lag die Quote noch bei 10 %, die zumindest gelegentlich zuhause arbeiteten. Dabei schwanken die Zahlen stark zwischen einzelnen Branchen und Berufen, die nicht oder kaum im Homeoffice ausgeübt werden.

Das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) hat im Auftrag von Greenpeace ausgerechnet: Wenn 40 % der Beschäftigten an zwei Tagen pro Woche im Homeoffice blieben, könnte man 5,4 Millionen Tonnen CO2 und 18,4 Milliarden Personenkilometer pro Jahr sparen. Das ist viel. Aber nicht unrealistisch, sofern man die Selbsteinschätzung der Arbeitnehmer:innen ernst nimmt. So will weit mehr als die Hälfte der Beschäftigten gerne im Homeoffice arbeiten.

Beschäftigte im Homeoffice

Anteil der Beschäftigten25 % sind im Homeoffice25 % sind im Homeoffice40 % sind im Homeoffice40 % sind im Homeoffice
Homeoffice pro Woche 1 Tag2 Tage1 Tag2 Tage
CO2-Ersparnis/Jahr 1,6 Mio. t3,2 Mio. t2,8 Mio. t5,4 Mio. t
Gesparte Personenkilometer 10,9 Mrd.20,9 Mrd. t18,4 Mrd.35,9 Mrd. t

Quelle: IZT-Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung i. A. v. Greenpeace.

Erfahr mehr über unsere E-Mobilität-Angebote

Pendeln mit Fahrrad und E-Bike: Auf was du achten solltest.

Klimatechnisch sind Fahrräder natürlich nicht zu toppen. Für die täglichen 16,9 Pendel-Kilometer sind vor allem E-Bikes eine große Chance. Ihr Stromverbrauch ist gering – laut Umweltbundesamt braucht ein E-Bike für 10 Kilometer etwa so viel Energie, wie man benötigen würde, um 0,7 Liter Wasser zum Kochen zu bringen. Außerdem sind die Treibhausgase, die bei der Herstellung und der Entsorgung eines E-Bike-Akkus anfallen, laut Umweltbundesamt im Schnitt nach 165 gestrampelten Kilometern ausgeglichen.

E-Bike muss Autofahrten ersetzen.

Das E-Bike kann die CO2-Emissionen jedoch nur ausgleichen, wenn es Autofahrten ersetzt. Ein E-Bike, das nur in der Garage steht, während sich das Auto draußen vergnügt, bringt dem Klima nichts. Außerdem beginnt der Klimaschutz schon beim Kauf. Der Akku und das Rad sollten etwas aushalten können, Reparaturen einfach durchzuführen und Ersatzteile leicht zu beschaffen sein.

E-Bikes mieten und gebraucht kaufen.

Wer das Radfahren liebt, findet zum Beispiel mit ebike-abo.de eine Anlaufstelle. Bei dem Angebot, das zu unserem Partner Rebike gehört, gibt es für alle Bedürfnisse E-Bikes zum Mieten, vom City- bis zum Fully-Mountainbike. Versicherung, Reparatur- und Wartungskosten sowie ein Fahrradschloss sind im Mietpreis inklusive. Bei Rebike selbst findest du beste gebrauchte E-Bikes der Top-Marken zu kaufen. Gebraucht heißt in diesem Fall: praktisch neu. Preislich liegen die Räder deutlich unter dem Neupreis, sind frisch gewartet, und die Garantie auf den Akku und Motor gilt zwei Jahre.

Fahrrad forever: So wirst du begeisterter Rad-Fan

Damit mehr Menschen auf das Rad steigen, bedarf es aber mehr als gute Bike-Angebote. Die Gemeinden müssen mehr Platz für die Zweirad-Pendler:innen schaffen. Berlin zum Beispiel hat gezeigt, was man erreichen kann, wenn man die Rad-Infrastruktur provisorisch ausbaut. Der Pop-up-Radweg entlang der U1, der in der Pandemie errichtet wurde, reduzierte den Autoverkehr an dieser Strecke laut eines SPIEGEL-Berichts um 40 %. Klar definierte Fahrradspuren können den Autoverkehr sogar entlasten, ihn fließender machen, weil nicht alle in verschiedenen Geschwindigkeitsklassen hintereinander her eiern. Und sicherer für die Radfahrer:innen ist es auch. Bei diesem Thema gibt es noch richtig was zu tun. Während die Zahl der Verkehrstoten insgesamt zurückgeht, steigt sie bei den Radlern. In unseren Städten ist also Handlungsbedarf für eine bessere Radinfrastruktur. Es braucht gesicherte und breitere Radwege sowie mehr Parkplätze für Räder.

Pendeln mit Sharing-Angeboten.

Sharing is caring, sharing ist cool. Wirklich. Auch und gerade in Sachen Mobilität. Wer Sharing-Angebote nutzt, ist günstiger und umweltfreundlicher unterwegs. Erst recht, wenn das Auto oder der Roller mit Ökostrom fahren. Bei den Anbietern kannst du nicht nur aus unzähligen Sharing-Dienstleistern, sondern auch aus Car-, Roller- oder E-Bike-Sharingangeboten wählen. In Kleinstädten unter 100.000 Einwohner:innen ist das Angebot aber oft noch mau.

Der Boom der Sharing-Economy ist ungebrochen. Rund zwei Drittel bis drei Viertel der Deutschen nutzen laut Analyse der Verbraucherzentrale Sharing-Angebote. Car-Sharing ist dabei am bekanntesten, gefolgt von Bike-Sharing. Nachteil für Pendler:innen auf dem Land: Sharing-Dienste gibt’s bislang vor allem in den Großstädten und kaum in Kleinstädten und Dörfern.

Kosten und Emissionen werden aufgeteilt.

Generell lässt sich sagen, dass Kosten und Emissionen beim Sharing geteilt werden und es somit umweltfreundlicher ist, als alleine mit dem eigenen Pkw zur Arbeit zu pendeln. Außerdem sparst du dir beim Auto die laufenden Kosten für Sprit und die Kfz-Versicherung. Sharing bietet für Pendler:innen, gerade wenn man in einem Single-Haushalt lebt, große Chancen, die Mobilitätskosten zu senken. Wer jedoch im ländlichen Raum wohnt, der guckt bei Sharing-Angeboten oft in die Röhre und ist auf Mitfahrgelegenheiten, den ÖPNV oder das private Auto angewiesen.

Eine weitere Möglichkeit, das eigene Auto stehen zu lassen, bietet der Business Pendel Bus, den Unternehmen für ihre Mitarbeiter:innen buchen können. Der Bus holt Mitarbeiter:innen jeweils zu Hause ab, wodurch nicht wieder jede:r für sich im eigenen Auto die mehr oder weniger gleiche Strecke zurücklegt. Das ist klimafreundlich, entlastet den Verkehr, und die Mitarbeiter sparen sich Fahrtkosten, Stress und sogar Zeit.

S-Bahn in Berlin

Pendeln mit der Bahn und ÖPNV-Angeboten.

Es könnte so schön sein, aber der ÖPNV ist leider oft eine Hassliebe. Einerseits ist Bahnfahren sehr populär, was nicht zuletzt das 9-Euro-Ticket im Sommer 2022 bewiesen hat. Andererseits hat der öffentliche Personennahverkehr so gravierende Schwächen im System, dass er uns doch immer in den Wahnsinn treibt: Weichenstörungen, kaputte Oberleitungen, Reparatur am Zug und ausgefallene Züge kennen wir alle. Nichtsdestotrotz gilt der ÖPNV als Top-Alternative zum Auto, wenn man in die Arbeit pendeln muss. Auch wenn sich die Ticketpreise im öffentlichen Nahverkehr laut Statistischem Bundesamt verglichen zu 2015 um 19 % verteuert haben. Immerhin: Mit der Einführung des Deutschlandtickets im Mai 2023 gibt's jetzt eine kostengünstige Möglichkeit zum Bahnfahren.

Das Beratungsunternehmen Civity, das den öffentlichen Nahverkehr in 55 deutschen Großstädten getestet und dafür unter anderem Fahrpreise, Netzdichte und Taktdichte miteinander verglichen hat, kommt zum Ergebnis:

Der Ticketpreis sei eher nebensächlich bei der Entscheidung, ob jemand Bus oder Bahn fährt. Viel wichtiger ist ein gut ausgebautes Verkehrsnetz, um schnell und zuverlässig ans Ziel zu kommen. Und je höher die Zahl der Abfahrten an einer Haltestelle sei, desto häufiger werde ein ÖPNV-Angebot genutzt. Das Gesamtfazit: Eine hohe Taktdichte und ein gut ausgebautes ÖPNV-Verkehrsnetz sorgen laut der Studie dafür, dass Busse und Bahnen häufiger genutzt werden.

So steht es um die ÖPNV-Zufriedenheit in den Bundesländern.

Laut einer Ende 2022 veröffentlichten Studie im Auftrag von Allianz pro Schiene ist jede dritte Person in Deutschland unzufrieden mit der Erreichbarkeit von Bus und Bahn am eigenen Wohnort. Im bundesweiten Ranking stechen Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Bayern als Schlusslichter hervor. An der Spitze sind – neben den drei Stadtstaaten Berlin, Bremen und HamburgThüringen, NRW und Hessen. Demnach gaben die Befragten an, dass sie mehrheitlich nicht die Entfernung zur nächsten Öffi-Haltestelle störe, sondern die als zu selten empfundenen Abfahrten.

Wien als Vorbild bei der ÖPNV-Finanzierung.

Als Positivbeispiel sehen Expert:innen von Civity übrigens die Stadt Wien, die dank einer umfassenden Parkraumbewirtschaftung deutlich mehr Einnahmen als Kommune erwirtschafte als deutsche Großstädte im Vergleich. In Wien werden die Einnahmen durch Parkraumwirtschaft zweckgebunden direkt wieder in den Ausbau des ÖPNV-Netzes und in attraktive Tarife gesteckt. „Die damit erzielten Einnahmen übertreffen die deutscher Städte um ein Vielfaches und tragen ganz wesentlich zur Finanzierung eines attraktiven ÖPNV bei“, so die Autor:innen der Civity-Studie, die ausdrücklich die Parkraumpolitik Wiens loben.

Wien.

Warum E-Autos für den Pendelverkehr so sinnvoll sind.

Nicht alle Pendler:innen können aufs Auto verzichten. Aber gerade für die typischen Alltagsfahrten von Gemeinde zu Gemeinde sind Elektroautos eine Chance. Ein E-Auto entlastet zwar auch nicht die Verkehrsdichte, dafür aber Luft und Klima. Während ein Verbrenner auf den klassischen 16,9 Pendelkilometern 2,41 Kilogramm CO2 ausstößt, emittiert ein E-Auto im Betrieb praktisch keine direkten Emissionen. In der Produktion verursacht ein Elektroauto wie der e-Golf zwar knapp doppelt so viel CO2 wie sein Verbrenner-Kollege, der Golf 1.6 TDI. Da der e-Golf jedoch beim Fahren praktisch emissionsfrei unterwegs ist, ist seine Klimabilanz schon nach wenigen Jahren positiv.

Pendler:innen mit Eigenheim fahren besser.

Menschen mit Eigenheim können mit einer PV-Anlage ihren eigenen Ökostrom erzeugen und mit diesem auch ihr E-Auto laden. Der Mobilitätswende würde es einen wichtigen Schub verpassen. Denn auf die Frage, wo der ganze Ökostrom eigentlich herkommen soll, um damit unsere Haushalte und E-Autos zu versorgen, könntest du sagen: Na, von mir! Wenn du dein Elektroauto mit selbst gemachtem Strom versorgst, steigert dies den Eigenverbrauch, senkt aber gleichzeitig deine Energiekosten zu Hause. Eine selbst gemachte Kilowattstunde Strom kostet dich aktuell rund 10 Cent. Geritzt, oder?

Die passenden Autostromtarife – für dich von uns.

Für alle, die noch keine eigene Anlage besitzen, gibt es Ökostromtarife, die für Haushalte mit Elektroauto konzipiert sind. Bei Polarstern gibt es Wirklich Autostrom für Alltagsfahrten und Wirklich Autostrom Plus für echte Vielfahrer:innen, die für ihre eigene Ladestation einen separaten Zähler nutzen. Mit beiden Tarifen fährst du CO2-frei, förderst die Energiewende weltweit und erhältst von uns als Dankeschön eine Ladekarte plus einen Gutschein für Ladezubehör. Die Energie- und Mobilitätswende ist eine Entscheidung. Wirklich.

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Die Pendel-Tipps der Polarsterne.

So nutzt Anja die Zeit im Zug.

Wenn es irgendwie machbar ist, antizyklisch fahren und ein gutes Buch mitnehmen oder auch ein Fachbuch, das man schon immer einmal durchsehen wollte und für das man abends einfach zu müde ist. Oder auch aus dem Fenster schauen und dabei eine bestimmte Problemstellung daheim, den nächsten Urlaub oder auch ein Konzept, eine Idee für die Arbeit durchdenken und -planen. Das Wichtigste ist, die Zeit bewusst und in Ruhe für was zu nutzen, das man daheim nicht so einfach schafft, statt es als "verlorene" Zeit zu sehen. Mein Handy nutze ich beim Pendeln tatsächlich so gut wie nie, dafür Stift und Papier umso mehr. Oder - mein alltime favourite für zwischendurch - die anderen Leute beobachten und sich wundern.

Polarstern-Mitarbeiterin Anja
Polarstern-Mitarbeiterin Simone

So nutzt Simone die Zeit in der S-Bahn.

Ich lege die größte Strecke in der S-Bahn zurück und find's da sehr wertvoll, ein gutes Buch, eine gute Zeitschrift, einen bereits heruntergeladenen Podcast oder die Blinkist-App dabeizuhaben, um die Zeit in der Bahn gut und erholsam zu nutzen und nicht als Zeitverlust zu empfinden. Am Handy daddeln geht natürlich auch, aber wenn man davor und danach eh am Computer arbeitet, ist mir das manchmal zu viel Bildschirmzeit.

So nutzt Florian die Zeit auf dem Rad.

.Oft telefoniere ich auf dem Rad, wenn ich auf dem Weg zur Arbeit bin. Mein wertvollster Tipp für Heavy-Pendler:innen: Die Kette immer gut ölen! Macht einen echten Unterschied. Läuft wirklich leichter und viel leiser (psychologisch nicht zu unterschätzen). Noch besser, aber auch teurer: Riemenantrieb. Läuft von selbst, fast verschleiss - und wartungssfrei, man hört nichts und es verfängt sich keine Kleidung mehr in den Ritzeln oder wird schmutzig

Polarstern-Gründer Florian
Polarstern-Mitarbeiter Norman

So nutzt Norman die Zeit im Zug.

Ich pendle jede Woche zwischen Köln und München und muss daher früh los. Wer wie ich früh morgens startet, braucht ein Nackenkissen, Schlafmaske, Ohrstöpsel zur Lärmreduzierung – so bekommt man auch im Zug ein Auge zu. Am Bahnsteig lieber ganz bis zum letzten Waggon gehen. Den Aufwand sparen sich viele, daher sind die Waggons am Ende in der Regel leerer. Fast mein wichtigster Tipp: Entspannt bleiben und Ruhe bewahren – auch die Bahnmitarbeiter:innen machen nur ihren Job und auch im Stau ist Warten angesagt.

Die Tipps für die Arbeit im Zug hab' ich noch:

  • Nah an der 1. Klasse sitzen, da dort das WLAN in der Regel besser ist.
  • Sichtschutz für das Notebook, so lässt sich ungestört arbeiten.
  • Kundengespräche und vertrauliche Informationen übers Telefon gehören nicht in die Bahn.
Portrait von Ludwig.

Ludwig. | Team Wirklich

E‑Mail: ludwig.o@polarstern-energie.de

Ludwig ist ausgebildeter Journalist und hat viele Jahre bei einem großen Medienhaus in München gearbeitet. Bei Polarstern ist er Redakteur im Marketing-Team und schreibt Artikel für das Polarstern-Magazin und Neuigkeiten für unsere Newsletter. Außerdem kümmert er sich um Events wie die Earth Hour und den Isar Cleanup.