Wohnsiedlung von oben

In der Klimaschutzdebatte sind Flugreisen derzeit ein Riesending. Doch sollten wir neben der Ausnahme die Regel nicht aus den Augen verlieren: den Pendelverkehr im Alltag. Was es für das Klima heißt, wenn wir den Pendelverkehr einerseits reduzieren – und andererseits auf andere Verkehrsmittel springen.

von Michael

Wie Corona den Pendelverkehr verändert. 

Wer sich morgens in den Berufsverkehr stürzt, ist schon fertig mit den Nerven, bevor die Arbeit losgeht. Pendler:innen dürfte das noch mal besonders betreffen. Sie stehen früher auf, fahren länger und verlassen die eigene Gemeinde, um in einer anderen zu arbeiten. Nach einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung waren das 2018 rund 19,3 Millionen Menschen. Innerhalb von nur 18 Jahren kamen damit 4,4 Millionen Menschen zum täglichen Pendelwahnsinn dazu. Durchschnittlich legten die Deutschen 2018 für ihren Arbeitsweg 16,9 Kilometer zurück, wobei Menschen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommerns und Sachsen-Anhalt besonders häufig mehr als 30 Kilometer am Tag fuhren.

2018 war Corona allerdings noch zwei Jahre und damit eine halbe Ewigkeit weit weg. Denn natürlich hat die Pandemie auch den Pendelverkehr verändert. Nach einer repräsentativen Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) legten im Winter 2020 nur ein Drittel der Deutschen genauso viele Kilometer zurück wie vor der Krise. 23 % der Deutschen arbeiteten teilweise von zu Hause, 20 % ausschließlich.

Umweltschutz in Corona-Zeiten

 

Jeder Homeoffice-Tag schützt das Klima.

Gut dass sich laut DLR-Studie 66 % der Arbeitnehmer:innen im Homeoffice wohlfühlen. Denn ein eingeschränkter Pendelverkehr entlastet auch das Klima. Das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) hat das im Auftrag von Greenpeace einmal ausgerechnet. Im besten Szenario könnte man 5,4 Millionen Tonnen CO2 und 18,4 Milliarden Personenkilometer pro Jahr sparen, wenn 40 % der Beschäftigten in Deutschland an zwei Tagen die Woche im Homeoffice blieben. Das ist viel. Aber nicht unrealistisch, sofern man die Selbsteinschätzung der Arbeitnehmer:innen ernst nimmt. Laut DLR konnten sich noch im Winter 2020 noch 64 % der Befragten vorstellen, auch künftig vermehrt zu Hause aus zu arbeiten. Besser ist das. Denn aktuell ist das Auto klarer "Gewinner" der Pandemie. 

Anteil der Beschäftigten   25 % sind im Homeoffice                               40 % sind im Homeoffice                               
Homeoffice pro Woche1 Tag2 Tage1 Tag2 Tage
CO2-Ersparnis/Jahr     1,6 Mio. t3,2 Mio. t2,8 Mio. t5,4 Mio. t
Gesparte Personenkilometer10,9 Mrd.20,9 Mrd. t18,4 Mrd.35,9 Mrd. t

Quelle: IZT-Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung i. A. v. Greenpeace.

 

So pendeln wir künftig – und das bedeutet es für die CO2-Emissionen.

Laut DLR fahren inzwischen 61 % der Bevölkerung ausschließlich mit dem Auto. Dabei waren es schon vor der Pandemie zu viel: 50 %. Der Zuwachs unter den Vollzeit-Autofahrer:innen ging vor allem auf Kosten der öffentlichen Verkehrsmittel. Die gute Neuigkeit ist, dass seit Corona auch die Gruppe der Alltagsradler:innen gewachsen ist. Um die Hälfte sogar. In Berlin zum Beispiel nahm der komplette Radverkehr im Sommer 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum laut Eco-Counter um 23 % zu.

Präferenzen könnten bestehen bleiben. 

Die neuen Fortbewegungspräferenzen könnten auch nach der Pandemie bestehen bleiben. In der DLR-Studie sollten die Befragten ihre künftige Mobilität einschätzen. 6 % wollten künftig häufiger mit dem Rad zur Arbeit fahren, 9 % aber lieber mehr mit dem Auto fahren. 18 % wollen mehr zu Fuß gehen, und 19 % eher auf die öffentlichen Verkehrsmittel verzichten. Dass die Öffentlichen möglicherweise noch postpandemisch verschmäht werden könnten, ist für den Klimaschutz keine gute Nachricht. Erstens nehmen sie bei den Pariser Klimazielen eine wichtige Rolle ein. Zweitens bleibt fraglich, ob wirklich so viele Menschen mehr zu Fuß gehen wollen – oder sich am Ende nicht doch lieber hinters Lenkrad klemmen. 

Klimabewusste Mobilität: So machst du's besser

 

Was die Fahrpräferenzen für die CO2-Emissionen bedeuten. 

Welchen Unterschied es fürs Klima macht, ob man nun mit dem Auto, der Bahn, dem Bus oder dem Fahrrad pendelt, kann jede:r grob für sich überschlagen. Laut Umweltbundesamt verursacht derzeit ein Pkw in Deutschland pro Kilometer 143 Gramm CO2, die Schienenfahrzeuge im Nahverkehr 55 Gramm und Linienbusse 80 Gramm CO2 pro Kilometer. Für die typische Arbeitsstrecke von 16,9 Kilometer pro Tag ergibt sich damit Folgendes:

VerkehrsmittelCO2-Emissionen auf 16,9 kmAn 232 Arbeitstagen
Auto2,41 kg CO2559 kg CO2
Schiene0,92 kg CO2213,44 kg CO2
Bus1,35 kg CO2313,2 kg CO2

Quelle: Umweltbundesamt. 

CO2-Fußabdruck der Verkehrsmittel im Vergleich.

 

Pendel-Chance E-Bike: Auf was du achten solltest.

Klimatechnisch sind Fahrräder natürlich nicht zu toppen. Abgesehen von der Herstellung und der Entsorgung emittieren sie keine direkten Emissionen. Für die täglichen 16,9 Kilometer sind vor allem E-Bikes eine große Chance. Der Stromverbrauch ist gering – laut Umweltbundesamt braucht ein E-Bike für 10 Kilometer etwa so viel Energie, wie man benötigen würde, um 0,7 Liter Wasser zum Kochen zu bringen. Außerdem sind die Treibhausgase, die bei der Herstellung und der Entsorgung eines E-Bike-Akkus anfallen, laut Umweltbundesamt im Schnitt nach 165 Kilometern ausgeglichen. 

E-Bike muss Autofahrten ersetzen.

Großes Aber: Das E-Bike kann die  CO2-Emissionen nur ausgleichen, wenn es Autofahrten ersetzt. Ein E-Bike, das nur in der Garage steht, während sich das Auto draußen vergnügt, bringt dem Klima absolut gar nichts. Außerdem beginnt der Klimaschutz schon beim Kauf. Der Akku und das Rad sollten etwas aushalten können, Reparaturen einfach durchzuführen – und Ersatzteile leicht zu beschaffen sein. Und natürlich muss es nicht immer was Eigenes oder das Neueste sein, das spart nämlich CO2 und Ressourcen.

E-Bikes: mieten und gebraucht Kaufen.

Wer das auch so sieht, findet zum Beispiel mit ebike-abo.de eine wundere Anlaufstelle. Bei dem Angebot, das zu unserem Partner Rebike gehört, gibt es für alle Bedürfnisse E-Bikes zum Mieten, vom City- bis zum Fully-Mountainbike. Versicherung, Reparatur- und Wartungskosten sowie ein Fahrradschloss sind im Mietpreis inklusive. Bei Rebike selbst findest du beste gebrauchte E-Bikes der Top-Marken zu kaufen. Gebraucht heißt in diesem Fall: praktisch neu. Preislich liegen die Räder bis zu 30 % unter dem Neupreis, sind frisch gewartet, und die Garantie auf den Akku und Motor gilt zwei Jahre.

Du willst ein E-Bike mieten?

Mit dem Code POLARSTERN6 bekommst du bei ebike-abo.de einen Rabatt von 50 % auf die Servicegebühr. Das Angebot ist noch bis zum 31.12.2021 gültig. Probier's!

Zum Angebot

 

Die Städte sind noch nicht auf E-Bikes eingestellt.

Damit mehr Menschen auf das Rad steigen, bedarf es aber mehr als gute Bike-Angebote. Die Gemeinden müssen mehr Platz für die Zweirad-Pendler:innen schaffen. Berlin zum Beispiel hat gezeigt, was man erreichen kann, wenn man die Rad-Infrastruktur provisorisch ausbaut. Der Pop-up-Radweg entlang der U1, der in der Pandemie errichtet wurde, reduzierte den Autoverkehr an dieser Strecke laut eines SPIEGEL-Berichts um 40 %. Klar definierte Fahrradspuren können den Autoverkehr sogar entlasten, ihn fließender machen, weil nicht alle in verschiedenen Geschwindigkeitsklassen hintereinander her eiern. Und sicherer für die Radfahrer:innen ist es auch. Bei diesem Thema gibt nämlich noch richtig was zu tun. Denn während die Zahl der Verkehrstoten insgesamt zurückgeht, steigt sie bei den Radlern. Unter den E-Bikern stieg die Zahl der tödlich verunglückten Personen von 2019 bis 2020 sogar um 19,1 % – auf 137 Opfer. Immerhin hat der Bund versprochen, bis 2023 rund 1,46 Milliarden Euro in den Radverkehr zu investieren. Es sollen mehr Fahrradschnellwege und Fahrradparkhäuser entstehen, vor allem soll die Zahl der getöteten Radfahrer:innen bis 2030 um 40 % sinken.

 

Warum E-Autos für den Pendelverkehr sinnvoller sind. 

Nicht alle Pendler:innen können aufs Auto verzichten. Aber gerade für die typischen Alltagsfahrten von Gemeinde zu Gemeinde sind Elektroautos eine Chance. Ein E-Auto entlastet zwar auch nicht die Verkehrsdichte, dafür aber Luft und Klima. Während ein Verbrenner auf den klassischen 16,9 Pendelkilometern 2,41 Kilogramm CO2 ausstößt, emittiert ein E-Auto im Betrieb praktisch keine direkten Emissionen. In der Produktion verursacht ein Elektroauto wie der e-Golf zwar knapp doppelt so viel CO2 wie sein Verbrenner-Kollege, der Golf 1.6 TDI. Da der e-Golf jedoch beim Fahren praktisch emissionsfrei unterwegs ist, ist seine Klimabilanz schon nach wenigen Jahren positiv. Ein Zustand, den der Verbrenner nie erreichen wird.

Sogar mit dem aktuellen, herkömmlichen Strommix ist ein e-Golf laut CO2-Rechner des Magazins EFAHRER nach fünf Jahren klimaneutral. Mit Ökostrom ist dieser CO2-Break-Even noch schneller erreicht. Nach einer Berechnung des Fraunhofer-Instituts ist die CO2-Bilanz eines Mittelklasse-Pkws mit einer 40 kWh-Batterie, die konsequent mit Ökostrom geladen wird, gegenüber einem Mittelklasse-Verbrenner schon nach 20.000 Kilometern positiv. Viele Pendler:innen dürften das schon innerhalb eines Jahres schaffen.

 

Pendler:innen mit Eigenheim fahren besser. 

Pendler:innen mit Eigenheim haben noch mal einen Vorteil. Sie können mit einer PV-Anlage ihren eigenen Ökostrom erzeugen und mit diesem auch ihr E-Auto laden. Der Mobilitätswende würde es einen wichtigen Schub verpassen. Denn auf die Frage, wo der ganze Ökostrom eigentlich herkommen soll, um damit unsere Haushalte und E-Autos zu versorgen, könntest du sagen: Na, von mir! Wenn du dein Elektroauto mit selbst gemachtem Strom versorgst, steigert dies den Eigenverbrauch, senkt aber gleichzeitig deine Energiekosten zu Hause. Eine selbst gemachte Kilowattstunde Strom ist bis zu 60 % günstiger als eine aus dem Netz.

E-Auto zu Hause laden: So viel kostet es

Die passenden Autostromtarife. 

Für alle, die noch keine eigene Anlage besitzen, gibt es Ökostromtarife, die für Haushalte mit Elektroauto konzipiert sind. Bei Polarstern gibt es Wirklich Autostrom für Alltagsfahrten, Wirklich Autostrom Plus für echte Vielfahrer:innen, die für ihre eigene Ladestation einen separaten, unterbrechbaren Zähler nutzen. Mit beiden Tarifen fährst du CO2-frei, förderst die Energiewende weltweit und erhältst von uns als Dankeschön, dass du die Mobilitätswende unterstützt, eine Ladekarte plus einen Gutschein für Ladezubehör. Die Energie- und Mobilitätswende ist eine Entscheidung. Wirklich. 

Jetzt Autostrom-Tarif berechnen

Mehr Artikel zu den Themen

Ökostrom ist viel günstiger als du denkst!

Wirklich besserer Strom ist keine Rolex. Und sogar meist günstiger als die Grundversorgung.

Weiterempfehlen vervielfacht deine Wirkung!

Und wir bedanken uns mit 20 Euro. Schnapp dir jemanden, der auch zu wirklich besserer Energie wechseln möchte – und ihr bekommt beide 20 Euro auf eure nächste Stromrechnung gutgeschrieben. Gemeinsam verändern wir mehr!

Polarstern weiterempfehlen