Viele Deutsche fahren mit ihrem Auto in den Urlaub, durch Corona sogar noch mehr. Muss sich das ändern, nur weil man ein Elektroauto fährt? Nein. Es erfordert je nach Reiseziel nur ein wenig mehr Planung. Wie du Lademöglichkeiten unterwegs und am Urlaubsort findest und woran du vor der Abreise denken solltest – wir haben alle wichtigen Infos für dich gesammelt.

von Tabatha

 

So planst du den Urlaub mit dem Elektroauto.

Mit dem Elektroauto in den Urlaub zu fahren, ist viel einfacher als du vielleicht denkst. Solange du vorher ein paar Dinge im Blick hast, kannst du auf deiner Fahrt nicht nur CO2, sondern auch Kosten sparen. Und wer mit dem Elektroauto fährt, kommt auch noch entspannter am Zielort an. Wir zeigen dir wie das geht.

Die Reichweite deines Elektroautos kennen.

Wenn du ein Elektroauto fährst, kennst du sicher die Reichweite deines Autos. Wenn nicht, dann kannst du es zum Beispiel hier nachrechnen. Während du beim Fahren in der Stadt wahrscheinlich selten unterwegs nachladen musst, sieht das bei langen Fahrten in den Urlaub anders aus.

>>> Welche neuen Elektroautos es gibt und welches Modell zu dir passen könnte, zeigen wir dir hier.

Wichtig: Die Reichweite deines Elektroautos ist nicht nur vom Modell abhängig. Mit entspannten 120 km/h hält deine Batterie länger, als wenn du superschnell über die Autobahn heizt. Auch häufiges Abbremsen und wieder Gas geben sorgt dafür, dass deine Batterie schneller leer ist. Wer also vorausschauend und ruhig fährt, der fährt am längsten.

>>> 6 Tipps für effizientes Laden.

Je nach Fahrstil und Reichweite deines Elektroautos musst du also mehr oder weniger Lade-Stopps auf der Strecke planen – und das lieber früher als später. Unterwegs zeigt dir auch der Bordcomputer deine restliche Reichweite an. Zudem kannst du oft im Navigationssystem mögliche Ladestationen an der Strecke finden. Falls dein Elektroauto das nicht kann, gibt’s dafür auch eigene Apps, etwa von Plugsurfing.

Routenplanung mit dem Elektroauto.

In Ländern mit einem hohen Anteil an Elektroautos ist das spontane Wegfahren kein Thema mehr. Bestes Beispiel dafür sind viele skandinavische Länder. Anders ist es in Regionen, in denen bisher noch wenig Elektroautos unterwegs sind. Hier ist die Ladeinfrastruktur weniger ausgebaut – zumindest abseits europäischer Hauptrouten. Hier solltest du deine Strecke deshalb vor Abreise etwas genauer anschauen. Inzwischen gibt es auch in den Städten tolle Lademöglichkeiten, so dass du das Laden mit Sightseeing oder einem Cafébesuch verbinden kannst. Außerdem kannst du immer häufiger dein Elektroauto bei Übernachtungs-Stopps im Hotel oder während des Essen in einem Restaurant laden.

Unser Tipp: Mach den Weg zum Ziel! Statt 10 Stunden mit nur kurzen Tankpausen durchzufahren, kannst du deine Reise in mehrere Etappen aufteilen. So entdeckst du ganz neue Reiseziele, die sonst buchstäblich an dir vorbeigezogen wären. Pausenloses Fahren ist im Übrigen auch schlecht für deine Konzentration und dein Wohlbefinden. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) rät zu einer 15-minütigen Pause alle zwei Stunden. Danach ist nämlich nicht nur dein Elektroauto, sondern auch dein Körper wieder bereit fürs Weiterfahren.

Oder: Du wohnst in deinem E-Fahrzeug.

Inzwischen gibt es auch E-Wohnmobile und E-Campervans mit elektrischem Antrieb. Das bedeutet noch weniger Stress beim Laden. Denn du stehst damit ohnehin für längere Zeit an einem Ort. Da geht das Laden ganz nebenbei. Wenn du ein E-Wohnmobil oder einen E-Campervan kaufen möchtest, solltest du natürlich besonders auf die Reichweite achten. Denn vermutlich planst du damit ja längere Strecken als mit einem elektrischen Pkw. Übrigens: Genau wie mit einem herkömmlichen Wohnmobil darfst du nicht überall stehen und übernachten. Hier gibt es mehr Infos dazu. Ob ein Campingplatz Ladestationen anbietet, findest du am besten auf deren Webseite heraus. Natürlich ist auch Leihen eines E-Wohnmobile und E-Campervans eine Option – und super nachhaltig.

>>> Welche Modelle das Portal EFAHRER empfiehlt.

Ladestationen, Ladekarten und Bezahlsysteme.

Besonders weil die Mehrheit der Deutschen ihr Elektroauto zuhause lädt, kennt sich nicht jeder mit den verschiedenen Ladesäulen, Ladekarten und Bezahlmodellen aus. Wenn du mehr Infos dazu möchtest, wie du unterwegs in Deutschland laden kannst, haben wir hier alle wichtigen Punkte für dich gesammelt.

>>> Für das Laden zuhause haben wir auch spannende Tipps.

Denk bei deiner Planung auch daran, dass du dich im Ausland möglicherweise bei anderen Anbietern von Ladestationen anmelden musst als in Deutschland. Ob das nötig ist, hängt ganz von deiner Route, deiner Ladekarte und dem Land ab, in dem du Urlaub machst. Unsere Tipps für Fahrten ins europäische Ausland haben wir im Folgenden zusammengetragen.

Urlaub mit dem Elektroauto
Urlaub mit dem Elektroauto: Ladestationen auf deiner Route solltest du kennen.

 

Lademöglichkeiten für dein Elektroauto unterwegs und im Urlaub.

Wir nehmen das mal vorneweg: Natürlich eignet sich nicht jedes Land gleich gut für einen Urlaub mit Elektroauto. Verreist du innerhalb von Deutschland (wie es laut ADAC viele Deutsche tun), kannst du dich über ein recht gutes und immer besseres Ladenetz freuen. Aktuell gibt es in der Bundesrepublik etwa 28.835 öffentliche Ladepunkte. (Quelle: BDEW, Stand: Q3, 2020)

Wer aber zum Beispiel in Griechenland nach Ladestationen sucht, hat es – wenn man Erfahrungsberichte liest – schwerer. Hier kannst du natürlich trotzdem jederzeit an normalen Steckdosen laden. Mit einer mobilen Ladestation geht das Laden sogar besonders flexibel und sicher. Länder wie Norwegen machen das Reisen im Elektroauto besonders unkompliziert und entspannt.

Je nachdem, wo du also Urlaub machst, ist die Fahrt mit dem Elektroauto mit mehr oder weniger Aufwand verbunden. Allgemein gilt: Das Ladenetz in Nord- und Mitteleuropa ist schon heute recht gut ausgebaut. Je weiter du in den Süden oder Osten fährst, desto schwieriger wird es meist, Ladestationen zu finden.

Eines der liebsten Urlaubsziele deutscher Touristen ist Mallorca – ob Party- oder Familienurlaub. Ab 2050 sollen auf den Balearen gar keine Verbrenner mehr erlaubt sein. Die bekannten Mietwagen-Anbieter bieten heute schon Elektroautos an.

Für Reisen im Elektroauto ist auch die Schweiz spannend: Dort wurden bereits 2017 entlang der „Grand Tour of Switzerland“ 200 Ladestationen aufgestellt. Das macht den Tourismus mit Elektroauto dort viel einfacher. Heute sind es in dem vergleichsweise kleinem Land übrigens über 2.500 Standorte mit Ladestation.

Ein Verzeichnis der Ladestationen in Europa gibt es in verschiedenen Apps wie Plugsurfing. Hier ein paar Beispiele* (Quelle: Going Electric, Stand September 2020):

  • Österreich: ca. 5.000 Standorte, ca. 15.000 Ladepunkte
  • Schweiz: ca. 2.500 Standorte, ca. 8.000 Ladepunkte
  • Frankreich: ca. 3.300 Standorte, ca. 13.000 Ladepunkte
  • Großbritannien: ca. 1.200 Standorte, ca. 3.800 Ladepunkte
  • Italien: ca. 2.000 Standorte, ca. 5.600 Ladepunkte
  • Spanien: ca. 800 Standorte, ca. 2.400 Ladepunkte

*Natürlich hast du immer auch noch die Möglichkeit, an normalen Steckdosen oder bei privaten Ladestationen etwa im Hotel oder im Restaurant zu laden. Deine Lademöglichkeiten sind also nicht nur auf öffentliche Ladepunkte begrenzt.

Für zuhause gibt´s Ökostrom
Karte Plugsurfing
Damit du auf der Stecke nicht unter Druck gerätst, gibt es Apps wie Plugsurfing.

Mit diesen Services und Apps findest du Ladestationen auf dem Weg in den Urlaub.

Wer die Route vorab genau planen will, kann das wie gesagt zum Beispiel über die Website oder App von Plugsurfing tun. Multi-Stopp-Fahrten kannst du auch mit „A Better Routeplanner“ sehr gut planen. Beliebt bei Elektroauto-Urlaubern ist die App Chargemap. Sie wird von der Community gepflegt, die Ladestationen einträgt und ihre Erfahrungen vor Ort kundtut. Auch ein Routenplaner ist in der App integriert.

Viele Elektroautofahrer haben uns bei der Recherche für diesen Artikel berichtet, dass du deine Route genauso einfach über Google Maps checken und entlang dieser Strecke Ladestationen suchen kannst. Und beim Routenplaner des ADAC kannst du über die Routenoptionen nach Ladestationen suchen.

Praktisch ist es, wenn du in der App beispielsweise nach Steckertyp, Abrechnungssystem und Ladegeschwindigkeit filtern und schon erkennen kannst, ob die Ladestation verfügbar oder besetzt ist.

Egal, welche Option du wählst: Mach dich vor der Abreise mit den Lademöglichkeiten auf dem Weg vertraut. 

Die besten Ladeorte im Urlaub und für Autoreisen.In Deutschland ist das Ladenetz bereits sehr gut ausgebaut. Eine umfassende Liste der kostenlosen (!) Lademöglichkeiten hat Utopia hier erstellt.

>>> So easy funktioniert das Laden in Deutschland.

Entlang europäischer Hauptverkehrsachsen baut Polarstern-Partner IONITY ein Schnellladenetz auf. Das Ziel sind 400 Ladeparks in Europa, davon 100 in Deutschland. 278 davon sind bereits in Betrieb (Stand September 2020). Deutschlandweit sogar mit 100 % Wirklich Ökostrom von Polarstern.

>>> Laden unterwegs: Mehr zu Ladekarten, Kosten und Bezahlsystemen.

Mit den Superchargern von Tesla bekommst du weltweit – als Tesla-Fahrer – in nur 30 Minuten eine fast vollgeladene Batterie. Auf der Website von Tesla findest du ein Verzeichnis der Ladestationen – und natürlich werden sie jedem Tesla-Fahrer im Bord-Computer angezeigt.

Weltweit bieten außerdem viele Hotels (besondere größere Hotels und Ketten) ihren Besuchern Ladestationen für’s Elektroauto. Tesla hat auch hier ein eigenes Netzwerk: Über 3.000 Destination-Charger gibt es in Europa. Die Automarke kooperiert mit Hotels, Restaurants und Einkaufszentren und kann so an vielen Orten Ladestationen anbieten. Während geladen wird, schläft der Fahrer im Hotel, isst im Restaurant oder shoppt im Einkaufszentrum nebendran. Wie praktisch!

 

 

Supercharger von Tesla
Die Supercharger von Tesla gibt es in vielen Ländern weltweit.

Kosten beim Laden im Ausland.

Bezahlmodelle und Kosten von Ladestationen sind schon innerhalb von Deutschlands nicht unbedingt leicht zu verstehen. Im Urlaub kommen noch weitere Anbieter und Abrechnungsmodelle dazu. Plane also am besten mehrere Stopps an bekannten Ladestationen. Und vergiss nicht: Viele Supermärkte, Raststätten und Tankstellen in Europa bieten kostenlose Ladestationen an. Wenn du auf deiner Reise also viele davon ansteuerst, kommt dich der Urlaub im Elektroauto um einiges günstiger. Manchmal musst du dafür von der Autobahn runter, sparst aber trotzdem Geld und Zeit.

Ladepausen sinnvoll nutzen.

Deine Ladestopps mit Unternehmungen oder sogar einem Urlaubsabschnitt zu verbinden ist die eine Möglichkeit. Wenn du lieber schnell am finalen Urlaubsort sein möchtest und unterwegs laden musst, solltest du trotzdem nicht nur zum Laden stoppen. So ein Lade-Stopp lässt sich nicht nur mit Mittagessen und Toilettenpause verbinden. Polarstern-Gründer Flo checkt zum Beispiel bei längeren Geschäftsreisen gerne seine Mails in der Ladepause. Du kannst dir auch vorher deine Lieblingsserie auf Netflix herunterladen und so das Meiste aus der Ladezeit machen. Langweilen musst du dich auf jeden Fall nicht. Mit regelmäßigen Pausen tust du deinem Körper gerade auf Langstrecken einen Gefallen und fährst danach wieder konzentriert und sicher weiter.

Mit dem E-Auto in Norwegen.

War irgendwie klar, dass das beste Ladenetz in einem skandinavischen Land zu finden ist, oder? Norwegen liegt in Sachen Ladestationen pro Einwohnerzahl vorn. Dort existieren mehr als 232 Ladestationen pro 100.000 Einwohner. Klingt immer noch nicht viel? In Deutschland sind es zum Vergleich etwa 40 Ladestationen auf 100.000 Einwohner. (Quelle: Edison Media, Stand 11/2019)

Da Norwegen das Fahren von Elektroautos staatlich stark unterstützt, kannst du mit dem Elektroauto beispielsweise Fähren kostenlos nutzen und an vielen Orten günstiger parken. Kein Wunder also, dass in Norwegen Stand März 2020 etwa 56 % der Neuzulassungen Autos mit Elektroantrieb waren. Inzwischen werden sogar umweltfreundliche Norwegen-Reisen im Elektroauto angeboten.

 

Checkliste für den Urlaub im Elektroauto.

An die folgenden Dinge solltest du denken, bevor du deinen Roadtrip mit dem Elektroauto startest. Dann steht einem entspannten Urlaub nichts mehr im Wege.

  1. Recherchiere, Ladesituation auf der Strecke und am Urlaubsziel.
  2. Routenplanung: Fülle deine Ladepausen mit Übernachtungen oder Freizeitbeschäftigungen.
  3. Lade Apps für die Suche von Ladestationen herunter.
  4. Check, ob deine Ladekarte europaweit Stationen beinhaltet und suche dir ggf. eine weitere Ladekarte für’s Ausland.
  5. Packe ein Ladekabel oder eine mobile Ladestation ein.
  6. Los geht´s. Viel Spaß! 
Und für zuhause gibt es die Autostrom-Tarife von Polarstern.

Ökostrom ist viel günstiger als du denkst!

Wirklich besserer Strom ist keine Rolex. Und sogar meist günstiger als die Grundversorgung.

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