Du möchtest ein Elektroauto kaufen? Dank staatlicher Förderungen werden E-Autos immer erschwinglicher. Zusätzlich gibt es weitere Förderungen für Elektroautos von Ländern und Gemeinden, Steuervorteile und vieles mehr. Wir haben die wichtigsten Infos zusammengefasst. 

von Michael

Eine Million Elektroautos. So viele wollte die Regierung bis 2020 eigentlich auf Deutschlands Straßen sehen. Zum ersten 1. Januar 2020 lag der Bestand von E-Autos laut Kraftfahrtbundesamt jedoch erst bei 136.617 Stück, der von Plug-in-Hybriden bei 102.175. Nachdem entsprechend lange Zeit auch die Förderungen nur zaghaft angenommen wurden, schießt die Nachfrage jetzt durch die Decke. Und das hat einen Grund ...

 

Kaufprämien für Elektroautos: Umweltbonus wird zur Innovationsprämie.  

Bund verdoppelt seinen Förderanteil für E-Autos. 

Im Juni 2020 hat die Regierung nämlich beschlossen, seinen Anteil der Förderung zu verdoppeln. Bislang wurde die Umweltprämie fifty-fifty von den Autoherstellern und der Regierung über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bezahlt. Bis Mitte 2020 stellten die Parteien jeweils 3.000 Euro bereit, insgesamt also 6.000 Euro. Um einerseits die Elektromobilität anzukurbeln und andererseits der Corona-gebeutelten Wirtschaft zu helfen, verdoppelt der Bund jetzt seinen Förderanteil. 


Bis zu 9.000 Euro Förderung für neue E-Autos. 

Das heißt: Bis zum 31.12.2021 kann man sich nun den Kauf eines Elektroautos mit insgesamt 9.000 Euro bezuschussen lassen, sofern der Nettolistenpreis des E-Autos nicht höher ist als 40.000 Euro. Der hohe Bonus wird rückwirkend auch für Elektroautos ausgezahlt, die seit dem 4. Juni gekauft wurden. Ausgeschlossen von der Förderung sind Basismodelle, deren Nettopreis über 65.000 Euro liegt. 


Bis zu 7.500 Euro Förderung für E-Autos, die mehr als 40.000 Euro kosten.

Elektroautos, die mehr als 40.000 Euro kosten, werden mit bis zu 7.500 Euro gefördert. Auch hier hat der Bund seinen Förderanteil von vormals 2.500 Euro auf 5.000 Euro aufgestockt. Die Förderung in dieser Höhe soll noch bis Ende 2021 fortbestehen, insgesamt soll das Förderprogramm noch bis 2025 laufen. 

 

Bis zu 6.750 Euro Förderung für Plug-in-Hybride.

Käufer von Plug-in-Hybriden profitieren ebenso. Hier lag die Förderung bislang bei 4.500 Euro, Bund und Autoindustrie teilten sich auch diesen Betrag. Da die Regierung seinen Anteil verdoppelt hat, können sich Käufer eines Plug-in-Hybrid-Autos bis zu einem Nettopreis bis 40.000 Euro auf eine Förderung von insgesamt 6.750 Euro freuen. Übersteigt der Netto-Preis die 40.000-Euro-Marke gibt es jetzt 5.625 Euro statt 3.750 Euro.

 

Bis zu 5.000 Euro für junge Gebrauchtwagen.

Der Kauf von gebrauchten Elektroautos wird ebenso unterstützt, wenn diese nach dem 4. November 2019 zugelassen wurden, nicht mehr als 15.000 Kilometer auf dem Buckel haben und nicht schon mal durch die BAFA gefördert wurden. Sind diese Kriterien jedoch erfüllt, gibt es 5.000 Euro für Second-Hand-Elektroautos und bis zu 3.750 für gebrauchte Plug-in-Hybride. 

Autostromtarif mit Bonus: hier lang

 

Tabelle: Die Innovationsprämie auf einen Blick.

FahrzeugtypNettopreisAnteil BundAnteil HerstellerGesamt
E-Autobis 40.000 €6.000 €3.000 €9.000 €
E-Autoüber 40.000 € bis 65.000 €5.000 €2.500 €7.500 €
Plug-in-Hybrid

bis 40.000 €
4.500 €2.250 €6.750 €
Plug-in-Hybridüber 40.000 € bis 65.000 €3.750 €1.875 €5.625 €

Quelle: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA.

 

Hier stellst du deinen Förderantrag. 

Den Antrag für den Umweltbonus kannst du direkt über das Online-Portal des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle stellen. Und wenn du dir nicht sicher bist, ob das Auto deiner Wahl förderfähig ist, kannst du direkt bei der BAFA nachsehen. Dort sind insgesamt 322 reine förderfähige Elektroautos gelistet – und noch mal mal 252 Plug-in-Hybride. Außerdem hat die BAFA ein Merkblatt erstellt, welche Voraussetzungen für die Förderung gegeben sein müssen. 

 

Förderungen der Länder und Kommunen.

Förderdatenbank vom Bund. 

Neben dem Umweltbonus durch die BAFA und Autoindustrie haben die Länder und Kommunen eigene Programme. Förderungen gibt es für Elektrofahrzeuge aller Art, ebenso für die Ladeinfrastruktur. Das Angebot ist sehr umfangreich, sie an dieser Stelle zu listen, würde den Rahmen eines Artikels sprengen. Deshalb gibt es die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Energie und Wirtschaft. Wer nach regionalen Förderungen für sein Elektrofahrzeug oder seiner Ladeinfrastruktur sucht, gibt dort den Begriff Elektromobilität und seine Postleitzahl in die Suchmaske ein, und die Maschine zeigt dir Förderprogramme in deiner Region an. Wenn auch nicht auf den ersten Blick erkennbar, sind die schwarzen Überschriften der Programme verlinkt und führen zu einer ausführlichen Beschreibung.  

 

Datenbank Elektromobilitätsförderung von The Mobility House. 

Wem die Sache zu unübersichtlich ist, kann auch andere Suchmaschinen nutzen. Etwa von unserem Kooperationspartner The Mobility House. Bei dieser Datenbank wird man am Ende ebenso auf Regierungsseiten und die entsprechenden Förderanträge verlinkt – als erste Anlaufstelle ist das Angebot von The Mobility House trotzdem übersichtlicher, weil man den Förderbereich Elektromobilität gar nicht erst filtern muss. Man gibt lediglich seine Postleitzahl ein und wird umgehend zu den Fördermöglichkeiten an seinem persönlichen Standort weitergeleitet. Bei den Programmen sollte man immer im Auge behalten, wer förderberechtigt ist. Nicht alle sind für Privatpersonen bestimmt, sondern nur für Unternehmen, Kommunen, Verbänden oder öffentlichen Einrichtungen. 

 

Sind Förderungen für Elektroautos noch kombinierbar? 

Uneinigkeit herrscht derzeit über die Frage, ob der Umweltbonus mit anderen staatlichen Förderungen kombiniert werden darf. Im Merkblatt des BAFA heißt es: „Der Erwerb oder das Leasing eines nach dieser Richtlinie geförderten Fahrzeugs darf nicht zugleich mit anderen öffentlichen Mitteln gefördert werden.“ Eigentlich eine klare Aussage. Liest man aber die Erfahrungsberichte einiger E-Auto-Besitzer sind sich derzeit einige Ämter ebenso nicht ganz sicher.

 

 

Förderung für Wallboxen und Ladestationen. 

900 Euro staatliche Förderung für private Ladestationen. 

Bald wird es endlich auch eine staatliche Förderung für private Ladestationen geben. Bislang gab es nur regionale und kommunale Förderprogramme. Ab dem 24.11.2020 können E-Auto-Fahrer unter diesem Link bis zu 900 Euro Zuschuss für ihre eigene Ladestation beantragen. Und hier wirst du dann auch eine Liste mit allen förderfähigen Ladestationen finden. Die Voraussetzung für den Zuschuss ist der Bezug von Ökostrom aus 100 % erneuerbaren Energien (gibt's bei uns). 

Ökostrom für deine Ladestation – Tarif berechnen

 

 
NRW: Förderung von öffentlichen und privaten Ladestationen.

Bundesländer und Kommunen fahren teilweise noch ihre eigenen Förderprogramme für Ladestationen. So fördert etwa Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Programms progres.nrw auch private, nicht-öffentliche Ladepunkte, sofern diese eine Leistung von 11 bis 22 kW haben. Laut ADAC werden private Ladestationen mit bis zu 2.500 Euro bezuschusst, Unternehmen können sogar auf 6.000 Euro Fördergeld hoffen. Konsequenterweise knüpft das Bundesland NRW die Förderung an eine Bedingung: es darf nur mit Ökostrom geladen werden. 

 

Förderung privater Ladestationen durch Kommunen.

Einzelne Kommunen in Bayern unterstützen ebenso den Einbau von privaten Ladestationen. Zum Beispiel die Stadt München: Mit ihrem Förderprogramm für Ladeinfrastruktur übernimmt die Stadt bis zu 40 % der Nettogesamtkosten von der Anschaffung bis hin zur Montage von privaten Ladesäulen und Wallboxen. Die Installation der Wallbox oder Ladestation darf erst in Auftrag gegeben werden, wenn der Antrag durchgewunken ist. Und der Betrieb mit Ökostrom ist ebenso ein Muss.  

 

Bayern: Förderung von öffentlichen Ladestationen.

Das bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie stellt zwischen dem 1. September 2017 und dem 31. Dezember 2020 Fördermittel für die Errichtung von Ladestationen sowie deren Netzanschluss und Montage zu Verfügung. Wichtig ist dabei, dass die Ladesäulen für jedermann öffentlich zugänglich sind und mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden. Auch als Privatperson kannst du die Fördermittel für öffentlich zugängliche Ladestationen beantragen. 

 

Steuervorteile für Elektroautos.

Kfz-Steuer fällt für E-Autos für 10 Jahre weg. 

Neben konkreten Förderungen genießen Fahrer von Elektroautos auch Steuervorteile. So entfällt die Kfz-Steuer für zehn Jahre komplett. Bis vor kurzem galt die Steuervergünstigung für alle E-Autos, die zwischen dem 18. Mai 2011 und dem 31. Dezember 2020 erstmals zugelassen wurden. Jetzt wurde die Regelung bis Ende 2025 verlängert. Wird ein Elektroauto in diesem Zeitraum verkauft, muss der neue Halter bis zum Ablauf der Zehnjahresfrist ebenso keine Kfz-Steuer zahlen. Weiter entfällt die Kfz-Steuer für Pkws, die zwischen dem 18. Mai 2016 und dem 31. Dezember 2020 zum reinen Elektroauto umgerüstet wurden. Hybridfahrzeuge, die auch von einem Verbrennungsmotor angetrieben werden, profitieren hingegen nicht von diesem Steuervorteil. 

 

Preisentwicklung von Elektroautos.

Was die Entscheidung für ein Elektroauto außerdem leichter machen dürfte, ist die Preisentwicklung: In den letzten Jahren sind Elektroautos immer erschwinglicher geworden. Das gilt vor allem für die Akkus, die einen erheblichen Einfluss auf den Preis eine E-Autos haben. Allein zwischen 2010 und 2016 fielen die Preise um rund 80 %: von 898 Euro/kWh auf 204 Euro/kWh. Das Beratungsunternehmen Aurora Energy Research rechnet damit, dass der Akku-Anteil an den Gesamtkosten eines E-Autos bis 2030 auf 17 % von derzeit 29 % sinken wird. Dies führt zu kontinuierlich sinkenden Kaufpreisen von Elektroautos. Schon heute gibt es gute Kleinwagen, die weniger als 20.000 Euro kosten – auch ohne Prämie. Vergleicht man zusätzlich die Betriebs- und Wartungskosten von E-Autos mit Verbrennern, kommen Erstere meist günstiger weg, wie der ADAC in einem Vollkostenvergleich herausgefunden hat. 

Artikel: Unterhaltskosten von Elektroautos und Verbrennern im Vergleich

 

Öko-Bonus vom Ökostromanbieter.

Alle Förderungen für Elektroautos haben ein übergeordnetes Ziel: Mit Elektromobilität die Emissionen des Verkehrs drastisch runterzufahren. Das heißt, alle Anstrengungen sind verpufft, wenn Strom aus fossilen Quellen geladen wird. Nutzt du wirklich nachhaltig erzeugten Strom – wie Wirklich Autostrom von Polarstern – setzt du deinen CO2-Fußabdruck fürs Fahren auf praktisch 0. Einen kleinen Bonus gibt es auch: Wer mit unseren Aufklebern fährt, bekommt bis zu 150 Euro auf seine Ökostromrechnung gutgeschrieben. Und wer das Auto auch mal stehenlässt, ist unser Held. Denn auch das ist richtig: Wir brauchen eigentlich weniger von den Vehikeln. Aber wenn es sein muss, dann öko. 

Hinweis: Dieser Artikel wird laufend aktualisiert. Das letzte Mal am 27. August 2020. 

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