Straße von oben

Der Verkehr nimmt einen prominenten Platz in unserem persönlichen CO2-Fußabdruck ein. Doch es gibt viele Stellschrauben, ihn kleiner zu machen und viele weitere Luftschadstoffe zu vermeiden. Wir zeigen, wie deine CO2-Emissionen mit der Wahl des Verkehrsmittels oder mit der Art des Antriebs sinken.

von Michael

Corona hat gezeigt, wie sich der Verkehr auf den Klimaschutz auswirkt.

Am schlimmsten sind Erfolge, die mehr Zufall sind als Leistung. Ein gutes Beispiel ist der Rückgang der weltweiten CO2-Emissionen durch fossile Energieträger in 2020. Laut Global Carbon Project waren es rund 34 Milliarden Tonnen – und damit 4 Milliarden weniger als noch 2019. Doch leider steckten keine Klimaschutzbemühungen dahinter. Es war einfach nur Corona. Es gingen weniger Waren um den Globus, und die meisten Menschen saßen in ihren eigenen 15 Kilometern fest. 

Es wird nicht beim jetzigen CO2-Stand bleiben. 

Wenn die Welt an Emissionen abspeckt, hat es natürlich trotzdem etwas Gutes. Nur sieht es nicht danach aus, dass die CO2-Waage auf den 34 Milliarden stehen bleibt. Erfahrungsgemäß sinken die CO2-Emissionen in jeder Krise, nur um danach zwei Sätze nach oben zu springen, sobald sich die Weltwirtschaft erholt. Das war zum Beispiel nach der Pfund-Krise von 1992 so, das war nach der Finanzkrise von 2008 so. Und jetzt deuten alle Zeichen wieder auf diesen Jojo-Effekt hin. Wie das Global Carbon Project berichtet, emittierte der weltweite Verkehr noch im Dezember 2020 rund 40 % weniger Emissionen als im Vorjahresmonat, der Straßenverkehr rund 10 % weniger. Und trotzdem lagen die weltweiten CO2-Emissionen laut Internationaler Energie Agentur IEA im Dezember 2020 ganze 60 Millionen Tonnen über dem Vorjahreswert. In ihrer Global Energy Review rechnet die IEA 2021 mit einem globalen CO2-Ausstoß von 33 Milliarden Tonnen. 

CO2 senken: 6 einfache Tipps

Über 2 Tonnen pro Jahr: So viel CO2 verbrauchst du im Verkehr.

Den Aufwärtstrend müssen wir brechen. Wenn wir die Erderwärmung auf 1,5 °C bis 2 °C gegenüber der vorindustriellen Zeit begrenzen wollen, müssen die weltweiten CO2-Emissionen laut Global Carbon Project bis 2030 jedes Jahr um 1 bis 2 Milliarden Tonnen CO2 zurückgehen. Im Bereich Mobilität lässt sich richtig viel CO2 sparen, das hat die Corona-Pandemie gezeigt. Aber es muss eben ohne Pandemie gehen. Denn die Mobilität und das Reisen gehören zur Freiheit dazu. Die Freiheit, einen Job anzunehmen, der außerhalb des eigenen Radius liegt. Die Freiheit, Freunde und Verwandte zu besuchen oder die Freiheit mal einen anderen Horizont zu sehen.

Im Schnitt verursacht diese Freiheit in Deutschland laut Umweltbundesamt 2,09 Tonnen CO2 pro Kopf. Also nicht ganz ein Fünftel des gesamten CO2-Fußabdrucks von 11,17 Tonnen CO2. Diesen CO2-Fußabdruck der Mobilität kannst du verringern. Gerade beim Verkehr gibt es viele Möglichkeiten. 

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CO2-Vergleich: Wahl des Verkehrsmittels bei einer Fernreise. 

Keine große Überraschung: Den größten Einfluss auf deinen Mobilitäts-CO2-Fußabdruck hat die Wahl des Verkehrsmittels. Denn was emittiert man schon mit einem Rad? Nix. Und dass Flugzeug fliegen vermutlich auch mehr CO2 verursacht als Auto fahren, dürfte auch klar sein. Aber wie groß sind die Unterschiede bei den CO2-Emissionen wirklich?

München-Berlin: So viel CO2 fällt an.

Das Umweltbundesamt liefert dazu Zahlen. So verursacht eine Person mit einem Flug von München nach Berlin und zurück bereits 206 Kilogramm CO2. Ein Auto schneidet jedoch nicht so viel besser ab. Natürlich kommt es immer aufs Auto und den Antrieb an; aber im Schnitt emittiert ein:e Autofahrer:in für die Strecke von 584 Kilometer von München nach Berlin immerhin 84 Kilogramm CO2. Inklusive Rückweg sind das 168 Kilogramm. Anders sieht es aus, wenn du dich in den Linienbus setzt. Da das CO2-Kontingent auf viele Köpfe verteilt wird, verursacht der:die Einzelne am Ende nur noch 17 Kilogramm CO2. Die Bahn kommt fast genauso gut weg. Hier kostet dich eine einfache  Fahrt 18 Kilogramm CO2, Hin- und Zurück also 36 Kilogramm. Und das obwohl die Bahn mit 623 Kilometern die längste Route nach Berlin einschlägt. 

 

CO2-Vergleich: Wahl des Verkehrsmittels im Stadtverkehr.

Gerade wenn man bei einer längeren Strecke auf den Zug verzichtet, sollte man zumindest im Alltag darauf achten, sich klimafreundlich zu bewegen. Jede:r kann seinen eigenen Radius dazu nutzen, etwas zu verändern. 

Fahr Fahrrad, wenn du in der Stadt wohnst, nutz die S-Bahn oder ein E-Bike, wenn du pendelst. Das reduziert wirklich deinen CO2-Fußabdruck. Laut Umweltbundesamt emittiert hierzulande ein Auto im Schnitt 143 Gramm CO2 pro Personenkilometer. Bei einer täglichen Strecke von 10 Kilometern in der Stadt fallen so bereits 1,43 Kilogramm CO2 an. Mach das 365 Tage im Jahr und du bist mit 521,96 Kilogramm CO2 nur für die Stadt-Mobilität dabei. Realistischer sind vermutlich 232 Arbeitstage. Dann emittierst du in der Summe 331,76 Kilogramm CO2. Die Schienenfahrzeuge, also Trambahn, U-Bahn, Stadtbahn liegen in ihren CO2-Werten praktisch gleichauf – bei 0,55 Kilogramm CO2 auf 10 Kilometern. Aufs ganze Jahr kosten dich 10 Kilometer Schienenverkehr in der Stadt 200,75 Kilogramm CO2. Auf 232 Arbeitstage bezogen sind es 127,6 Kilogramm CO2. Bei der Umstellung vom Auto aufs Schienenfahrzeug reduzierst du deinen CO2-Fußabdruck für die Mobilität somit um mehr als die Hälfte. Der Linienbus liegt knapp in der Mitte. Mit 80 Gramm CO2 auf einen Personenkilometer kommst du auf eine Gesamtrechnung von 292 Kilogramm CO2 im Jahr, bei 232 Arbeitstagen auf 185,6 Kilogramm CO2. Wie viele Kilometer legst du täglich zurück? Mit den Zahlen des Umweltbundesamtes kannst du`s ausrechnen. 

VerkehrsmittelCO2 pro km  Auf 10 km10 km an 365 Tagen10 km an 232 Arbeitstagen
Pkw143 g 1,43 kg     521,95 kg331,76 kg
Eisenbahn (Nahverkehr)55 g 0,55 kg200,75 kg127,6 kg
Linienbus (Nahverkehr) 80 g  0,8 kg292 kg 185,6 kg 
Straßen-, U-Bahn etc.55 g 0,55 kg200,75 kg127,6 kg

Quelle: Umweltbundesamt 11/2020.

 

 

Warum man nicht nur aufs CO2 schauen sollte.

CO2 ist längst nicht alles. Verkehrsmittel, insbesondere Autos emittieren neben Kohlendioxid noch jede Menge andere Schadstoffe, etwa Kohlenmonoxid und Stickoxide. Diese Emissionen bekommt man im Alltag sehr direkt ab. Laut der Europäischen Umweltagentur (EUA) gibt es jedes Jahr europaweit rund 400.000 vorzeitige Todesfälle aufgrund von Luftschadstoffen wie Feinstaub, Stickstoffdioxid (NO2) oder bodennahem Ozon (O3). Ein weiteres Problem ist der Reifenabrieb, der zu einem größten Verursacher für Mikroplastikmüll zählt. Wenn man bedenkt, dass allein 2020 in Deutschland nach Schätzungen des Branchenverbands Reifenhandel rund 48,5 Millionen Pkw-Reifen abgesetzt wurden, kann man sich ausmalen, wie viel da zusammenkommt. Laut den Bundesanstalten für Gewässerkunde (BfG) und Straßenwesen (BASt) geht ein großer Teil des Reifenabriebs in den Boden, rund 12 bis 20 % landet in  Oberflächengewässern und ein Anteil von 5 bis 10 % gelangt in die Luft.

Tabelle: Diese Luftschadstoffe emittieren Fahrzeuge.

VerkehrsmittelKohlenmonoxid*Stickoxide*Partikel*
Pkw0,950,390,006
Inlandsflug0,300,980,011
Fernzüge0,020,030,001
Fernbus0,010,050,001
Reisebus0,040,120,002
Eisenbahn (Nahverkehr)0,040,190,004
Linienbus (Nahverkerh)0,060,290,005
Straßen-, U-Bahn etc.0,030,050,005

Quelle: Umweltbundesamt 11/2020.

* Gramm pro Personenkilometer. 

 

Elektro, Hybrid, Verbrenner: CO2-Vergleich von Antriebsarten.

Nicht alle Menschen wollen aufs Auto verzichten – und viele können es auch gar nicht. Steht der Kauf eines neuen Modells an, haben Autofahrer:innen zumindest mit der Wahl des Antriebs – Elektro, Plug-In-Hybrid oder Verbrenner – einen Einfluss auf das CO2-Budget. Und was für einen: Laut einer Studie der Nichtregierungsorganisation ICCT stoßen Elektroautos der Kompaktklasse in Europa 2021 66 bis 69 % weniger Treibhausgase aus als Benziner. Und zwar auf den kompletten Lebenszyklus gerechnet. Wer direkt die Klimabilanz von konkreten Modellen miteinander vergleichen möchte, kann CO2-Rechner nutzen. Das Magazin EFAHRER bietet zum Beispiel einen sehr anschaulichen an. 

Wie ein e-Golf im Vergleich zum Diesel-Golf abschneidet.

Lassen wir zum Beispiel einen VW e-Golf gegen einen VW Golf GTE hybrid und einen Diesel, den VW Golf 1.6 TDI, antreten, sieht man Folgendes: Der e-Golf verursacht in der Produktion mit 11,4 Tonnen CO2 fast doppelt so viel CO2 wie ein Verbrenner, was zu einem Großteil an der aufwändigen Herstellung der Batterie liegt. Da das Elektroauto jedoch im Betrieb selbst mit dem herkömmlichen Strommix wesentlich emissionsärmer ist, gleicht das Auto die Emissionen aus der Produktion schon nach fünf Jahren aus. Der Diesel-Golf stößt dagegen bis an sein Lebensende 110,9 Gramm CO2 pro Kilometer aus – und schneidet so in seiner Gesamtbilanz schlechter ab. Auf den ersten Blick sind Plug-In-Hybride noch schlechter fürs Klima. Aber hier kommt es darauf an, wie oft der Elektroantrieb genutzt – und ob dabei Ökostrom geladen wird. 

E-AutoPlug-In-HybridVerbrenner
Laufender Verbrauch in t CO2/Jahr– 1,1 t/Jahr1,1 t/Jahr
Verbrauch nach WLTP15,8 kWh / 100km3,6 l / 100km3,9 l / 100km
CO² Gramm pro Kilometer– 108,2 g / km110,9 g / km
Produktion in t CO²11,4 t*7,5 t**5,8 t
Recycling in t CO²0,3 t0,3 t0,2 t
Gesamtbilanz in t CO²11,7 t16,5 t14,9 t
Pro Jahr CO²1,5 t2,1 t1,9 t
Pro Kilometer CO²146,3 g205,7 g185,9 g
Break Even5,1 Jahre64 Jahre

Quelle: CO2-Rechner von EFAHRER. 

* EFAHRER rechnet mit den Werten: 485 g CO2/kWh deutscher Strommix, 2650 g CO2/l Diesel und 2370 g CO2/l Benzin.

** Davon 4,9 Tonnen CO2 für die Batterie. 

*** Davon 1,8 Tonnen CO2 für die Batterie. 

 

Stromerzeugung entscheidend für die CO2-Emissionen.

Wie schnell der Break-Even eintritt, hängt davon ab, wie konsequent Ökostrom geladen wird. Das Fraunhofer-Institut liefert dafür ein Beispiel. So ist die CO2-Bilanz eines Mittelklasse-Pkws mit einer 40-kWh-Batterie gegenüber einem Verbrenner mit Ökostrom schon nach 20.000 Kilometern positiv. Das fahren manche Menschen locker in einem Jahr. Bei einem Oberklasse-E-Auto mit einer 120-kWh-Batterie sind die Treibhausgase etwa nach 100.000 Kilometern ausgeglichen. Auf die Fahrtnutzungsdauer gerechnet liegt die Treibhausgaseinsparung gegenüber einem Verbrenner beim Mittelklasse-Pkw bei 68 %, bei der Oberklasse bei 66 %.

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