Straße von oben

Unsere Mobilität ist schlecht fürs Klima und kostet einen Haufen Geld. Nichts neues. Wir wollen uns auch weiterhin frei bewegen – nur eben besser. Wir zeigen, wie deine CO2-Emissionen und Kosten mit der Wahl des Verkehrsmittels oder des Antriebs sinken – und was du sonst noch tun kannst, um beim Fahren CO2 und Kosten zu sparen.

von Michael

Mobilität ist ein wichtiger Teil unserer Freiheit. Es ist die Freiheit, einen Job anzunehmen, der außerhalb des eigenen Radius liegt. Die Freiheit, Freunde und Verwandte zu besuchen oder die Freiheit im Urlaub mal einen anderen Horizont zu sehen. Auch unser Wohlstand basiert zu einem großen Teil auf dieser Bewegungsfreiheit. Doch hat sie einen hohen Preis. Wir bezahlen die Mobilität mit Klimawandel, Luftverschmutzung, Umweltzerstörung, Unfalltoten und Geld. 

So viel Geld gibst du für die Mobilität aus.

Laut Statistischem Bundesamt geben Haushalte durchschnittlich 233 Euro im Monat für die Nutzung und den Unterhalt von Autos und anderen Kraftfahrzeugen aus. Für die öffentlichen Verkehrsmittel zahlen sie durchschnittlich 33 Euro im Monat. Allerdings ist das Bezugsjahr dieser Meldung 2018. Inzwischen ist die Welt noch stärker von Krieg und Krisen und steigenden Energiepreisen gebeutelt. Dadurch sollten sich Autofahrer:innen laut Greenpeace darauf einstellen, 500 bis 1.000 Euro mehr für Sprit im Jahr zu zahlen. Gleichzeitig nimmt der Klimawandel seinen menschengemachten Lauf, wodurch wir unsere Mobilität stärker überdenken und verändern müssen. 

So viel CO2 verursachst du im Verkehr. 

Der Verkehr ist einer der größten Klimasünder. Allein in Deutschland verursacht er laut Umweltbundesamt ein Fünftel der Treibhausgase. Pro Kopf entfallen darauf 2,16 Tonnen CO2 im Jahr. Das sind schon mal ein Fünftel des gesamten durchschnittlichen CO2-Fußabdrucks von 10,78 Tonnen CO2. Das muss runter. Wenn wir die Erderwärmung auf 1,5-Grad begrenzen wollen, dürfen wir pro Kopf insgesamt nur noch 2 Tonnen CO2 pro Jahr ausstoßen. 

Mit Ökoenergie CO2 senken

So sparst du CO2 und Geld im Verkehr. 

Auf viele Dinge des Weltgeschehens haben wir keinen Einfluss. Doch wie viel wir für unsere Mobilität ausgeben wollen und wie viel CO2 wir dabei verursachen, können wir als Privatpersonen stark beeinflussen. Wirklich. Dass das Fahrrad umwelt- und kostentechnisch die Nase vorne hat, dürfte klar sein. Flugzeuge, Busse, Züge und Autos werden uns trotzdem noch eine Weile begleiten. Und auch hier gibt es Möglichkeiten CO2-ärmer unterwegs zu sein. Der Nebeneffekt: Je klimafreundlicher wir fahren, desto günstiger wird es meistens auch für uns persönlich.

Urlaub in Europa: Zug, Flug oder Straße? Ein CO2-Vergleich.

Im Fernverkehr hat das Flugzeug erwartungsgemäß die schlechteste Klimabilanz. So verursacht eine Person mit einem Flug von Berlin nach Nizza bereits 307 kg CO2. Damit hat man in nur zwei Stunden schon knapp 3 % des jährlichen CO2-Fußabdrucks verplempert. Das Auto ist da auch nur latent besser. Im Schnitt emittiert ein:e Autofahrer:in für die Strecke von Berlin nach Nizza schon 205 kg CO2. Mit dem E-Auto sind es schon wesentlich weniger Emissionen. Da liegt der CO2-Ausstoß pro Person bei 89 kg. Nur Busfahren ist besser. Da die CO2-Emissionen der Busfahrt auf viele Köpfe verteilt werden, verursacht man selbst nur 36 Kilogramm CO2. Die Bahn ist ebenso klimafreundlich. Hier verursachst du für die Strecke nur 47 kg CO2.

2. Alltag: Welches Gefährt ist am klimafreundlichsten?

Gerade die Alltagsrouten bieten sich dazu an, klimafreundlich zu fahren. In der Stadt ist man bei kurzen Wegen mit dem Rad sowieso am schnellsten, ohne dabei Abgase zu verursachen. Wie viel CO2 du sparst, hängt vom jeweiligen Gefährt ab, das du durch das Rad ersetzt.

Bist du deinen Arbeitsweg von 10 Kilometern bislang an 232 Tagen täglich mit dem Auto gefahren und fährst jetzt komplett mit dem Rad, sparst du in einem Arbeitsjahr von 232 Tagen schon mehr als 350 kg CO2. Ersetzt das Rad den Bus sparst du rund 257 kg CO2. Hast du sonst immer die S-Bahn genommen, verhinderst du 174 kg CO2. Die beste Klimabilanz unter den Fortbewegungsmitteln in der Stadt haben Straßen-, Stadt- und U-Bahn. Hier spart das Fahrrad 174 Kilogramm CO2 im Jahr.

Der letzte Meter. 

Wer öffentlich unterwegs ist, hat meistens noch einen kleinen Restweg vor sich, um von der Haltestelle ins Büro oder zur Uni zu kommen. E-Roller können in diesen Fällen nützlich sein. Dass viele aus dem Umkreis statt der S-Bahn doch das Auto nehmen, hat häufig auch damit zu tun, dass es für den letzten Meter keine vernünftige Verbindung gibt. Mit einem Sharing-Angebot wie einem E-Roller oder öffentlichem Fahrrad kommst du ans Ziel, ohne ein zusätzliches Auto ins tägliche Innenstadt-Tetris zu schieben. Auch E-Bikes sind eine gute Wahl, um sich das Auto abzugewöhnen und funktionieren auch für kleinere Pendlerstrecken.

CO2-Unterschied: Elektro vs. Verbrenner.

Jetzt können nicht alle Menschen einfach so aufs Auto verzichten. Aber auch hier lässt sich richtig viel CO2 sparen – zum Beispiel mit der Wahl des Antriebs. Laut einer Studie der NGO ICCT stießen 2021 E-Autos der Kompaktklasse in Europa 66 bis 69 % weniger Treibhausgase aus als Benziner – und zwar auf den kompletten Lebenszyklus gerechnet. 

Vergleiche die CO2-Bilanz von Elektro, Hybrid und Verbrenner. 

Wer direkt die Klimabilanz von konkreten Modellen miteinander vergleichen möchte, findet im Netz jede Menge CO2-Rechner – zum Beispiel bei EFAHRER.

Nur mal ein Beispiel: Ein e-Golf verursacht zwar in der Produktion mit 11,4 Tonnen fast doppelt so viel CO2 wie ein Diesel-Golf (1.6 TDI). Da das E-Modell aber im Betrieb selbst mit dem herkömmlichen Strommix wesentlich emissionsärmer fährt, erreicht das E-Auto schon nach fünf Jahren eine positive Klimabilanz. Der Diesel-Golf stößt dagegen bis an sein Lebensende 110,9 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Er schneidet so nicht nur in seiner Gesamtbilanz schlechter ab, er wird auch niemals klimaneutral sein. Plug-In-Hybride viel schlechter fürs Klima als oft gedacht. Schließlich müssen zwei Motoren hergestellt und bei jeder Strecke transportiert werden. Am Ende kommt es in der Klimabilanz auch darauf an, wie oft der Elektroantrieb genutzt – und ob dabei Ökostrom geladen wird.

  E-Auto Plug-In-Hybrid Verbrenner
Laufender Verbrauch in t CO2/Jahr –  1,1 t/Jahr 1,1 t/Jahr
Verbrauch nach WLTP 15,8 kWh / 100km 3,6 l / 100km 3,9 l / 100km
CO² Gramm pro Kilometer –  108,2 g / km 110,9 g / km
Produktion in t CO² 11,4 t* 7,5 t** 5,8 t
Recycling in t CO² 0,3 t 0,3 t 0,2 t
Gesamtbilanz in t CO² 11,7 t 16,5 t 14,9 t
Pro Jahr CO² 1,5 t 2,1 t 1,9 t
Pro Kilometer CO² 146,3 g 205,7 g 185,9 g
Break Even 5,1 Jahre 64 Jahre

Quelle: CO2-Rechner von EFAHRER. 
* EFAHRER rechnet mit den Werten: 485 g CO2/kWh deutscher Strommix, 2650 g CO2/l Diesel und 2370 g CO2/l Benzin.
** Davon 4,9 Tonnen CO2 für die Batterie. 

So günstig ist klimafreundliche Mobilität.

Das Beste an der Sache: Je klimafreundlicher du fährst, desto günstiger wird es. Greenpeace hat berechnet, dass 

  • ein Single, der sich kein neues Auto mehr kauft und stattdessen nur noch Rad und Bahn fährt, bis zu 680 Euro monatlich spart.
  • ein 2-Personen-Haushalt spart mit der gleichen Aktion knapp 500 Euro.
  • auch Familien mit zwei kleinen Kindern können mit Fahrrad und Bahn jede Menge Geld sparen, weil Kinder bis 6 Jahre in den meisten Öffentlichen umsonst fahren und Kinder bis 14 Jahre immerhin ermäßigt.

Überraschung: E-Auto lohnt sich für Familien. Wirklich. 

Sind die Kinder älter als 14 Jahre, wird das E-Auto für Familien im Vergleich zur Bahn und dem ÖPNV die günstigere Option. Der Kauf eines Verbrenners lohnt sich dagegen nicht mehr. Obwohl die Kraftstoffpreise durch Entlastungsmaßnahmen der Regierung künstlich gesenkt werden, wird der Verbrenner zunehmend zur Kostenfalle. Eine Familie, die sich jetzt für ein Dieselauto wie den VW Tiguan entscheidet, zahlt laut Greenpeace gegenüber dem E-Auto ID.3. monatlich 288 Euro mehr. 

E-Autos: So wichtig ist Ökostrom. Wirklich.

Wenn du konsequent Ökostrom lädst, wird dein E-Auto auch schneller klimaneutral. Laut Fraunhofer-Institut ist die CO2-Bilanz eines Mittelklasse-Pkws mit einer 40-kWh-Batterie, das nur Ökostrom lädt, gegenüber einem Verbrenner schon nach 20.000 Kilometern positiv. Das schaffen Vielfahrer:innen gut in einem Jahr – normale Auto-Besitzer:innen erreichen das zumindest in zwei Jahren. Bei einem Oberklasse-E-Auto mit einer 120-kWh-Batterie sind die Treibhausgase etwa nach 100.000 Kilometern ausgeglichen.

Wirklich nachhaltige Autostrom-Tarife von Polarstern.

Wenn du dein E-Auto vor allem zu Hause mit Ökostrom lädst, verursachst du beim Fahren selbst kein CO2 mehr. Wir bieten dir dazu zwei Tarife: Wirklich Autostrom ist perfekt für Alltagsfahrten, Wirklich Autostrom Plus für echte Vielfahrer:innen oder Haushalte mit zwei E-Autos, die für ihre eigene Ladestation einen separaten, unterbrechbaren Zähler nutzen. Mit beiden Tarifen lädst du wirklich nachhaltig erzeugten Ökostrom, förderst die Energiewende weltweit und erhältst von uns ein Dankeschön, dass du die Verkehrswende unterstützt: eine Ladekarte plus einen Gutschein für Ladezubehör.

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CO2 reduzierter Fahrstil – so geht's.

Im Alltag werden uns Verbrennermotoren noch eine Weile begleiten. Umso wichtiger ist es, dass wir alle Möglichkeiten nutzen, klimabewusster zu fahren. Das geht und es tut nicht mal im Ansatz weh.

1. Bilde Fahrgemeinschaften.

Erstens: Bilde eine Fahrgemeinschaft. Wenn du nur eine Person mitnimmst, teilst du den CO2-Fußabdruck deines Arbeitswegs mit dem Auto durch zwei. Wenn du konsequent jemanden mitnimmst, verursacht nach unserer Grafik jede:r nur 176,32 kg CO2. Säße jede:r in seinem eigenen Auto wäre es für beide das Doppelte. Außerdem entlastet ihr zu zweit den Verkehr. Schau dir nur mal einen Feierabendstau an: Da sitzen wirklich alle alleine im Auto. Hat niemand deiner Kolleg:innen den gleichen Weg? Schau bei Mitfahrbörsen vorbei. Vielleicht findest du hier einen neuen Auto-Buddy.

2. Fahr die richtigen Reifen.

Inzwischen gibt es für alles eine Energiesparvariante, so auch für Autoreifen. Laut co2online kannst du mit Energiesparreifen rund 5 % an Diesel oder Benzin sparen und auf 40.000 Kilometer damit rund 280 kg CO2. Montiere dir außerdem rechtzeitig Sommerreifen. Mit Winterreifen verbraucht ein Auto nach einer Faustformel etwa 3 % mehr Kraftstoff. Und wenn wir schon beim Thema Reifen sind: Der Reifendruck spielt auch eine prominente Rolle beim energiesparenden Fahren. Je geringer der Reifendruck ist, desto höher wird der Rollwiderstand und desto schneller ist der Tank wieder leer. Nach einer Faustformel steigt der Benzin- und Dieselverbrauch um 5 % mit jedem halben Bar zu wenig.

3. Entrümple dein Auto.

Wie oft fahren wir irgendwelches Gerümpel spazieren, weil wir "noch nicht dazu gekommen" sind, Tennistaschen, Biertragerl und Kinderwagen auszuladen? Ein Klassiker sind auch Dachgepäckträger, die einmal montiert, nie mehr abgenommen werden. Doch je schwerer das Auto beladen ist, desto mehr Energie verbraucht es. co2online rechnet damit, dass 50 Kilo Mehrgewicht auf 15.000 Kilometer 50 Liter zusätzlichen Sprit verbraucht und 120 Kilogramm CO2 verursacht. In Euro: 70. Also, raus mit dem Zeug.

4. Trainiere deinen Fahrstil.

Wer gerne prollig fährt, stößt auch mehr CO2 aus. Denn der Fahrstil hat einen großen Einfluss auf den Spritverbrauch. Je schneller du fährst, desto größer wird der Luftwiderstand, wodurch dein Auto mehr Sprit schluckt. Wer moderate Geschwindigkeiten mag, wird dagegen belohnt. Auch ist es besser, die Geschwindigkeit zu halten, als auf der Autobahn jede Gelegenheit zu nutzen, Vollgas zu geben. Wenn du den dritten Gang ab 30 km/h nutzt, den vierten ab 40 und den fünften ab 50 km/h, schaltest du am energieeffizientesten.

5. Nutze bessere Öle.

Lass dir beim nächsten Ölwechsel ein synthetisches Leichtlauföl geben. Die schonen die Umwelt, den Motor und den Kraftstoffverbrauch laut co2online um 4 %. Die Mehrkosten des neuen Öls haben sich schnell amortisiert, so dass du aufs Jahr gerechnet trotz des höheren Preises für das hochwertige Öl immer noch Geld sparst.

6. Mach den Motor aus.

Menschen steigen ins Auto, schalten den Motor an und entdecken kurz vorm Losfahren doch noch was auf dem Handy. Und schon sind schon 5 Minuten vergangen. Lassen wir das! Es nervt die ganze Straße und verbraucht Sprit und CO2, ohne dass wirklich niemand etwa davon hat.

Stoß jetzt dein CO2 ab – auch daheim.

Ein Viertel deines CO2-Fußabdrucks fällt auf deinen Energieverbrauch zu Hause. Weißt du, wie lange es dauert, dieses CO2 einfach verschwinden zu lassen? Ein paar Minuten. Wirklich. Der Wechsel zu Ökoenergie ist die einfachste Klimaschutzmaßnahme. Im Idealfall senkt sie deinen CO2-Fußabdruck um ein Viertel. Nutz unseren Tarifrechner! Du erfährst deinen Preis für wirklich bessere Energie und deine  persönliche CO2-Ersparnis gleich dazu. 

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Michael | Team Wirklich

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