Elektroauto wird geladen

Zu Hause, unterwegs, bei der Arbeit – wie wir "tanken" wird mit der Elektromobilität flexibler. So auch die Preise fürs Laden. Welcher Tarif zu dir passt, hängt immer von deinem Fahr- und Ladeverhalten ab. Wir zeigen, was du brauchst, um Kosten zu sparen.

von Michael

Mit der Elektromobilität müssen wir zwar nicht das Autofahren neu lernen, aber wie man so ein Auto lädt, das schon. Nicht weil es schwer wäre. Sondern, weil es viel mehr Situationen gibt, sein Auto mit Energie zu versorgen. Du kannst zu Hause laden, du kannst unterwegs laden, du kannst beim Supermarkt laden, in der Tiefgarage, beim Parken oder beim Arbeitgeber. Überall gibt es unterschiedliche Tarife – von kostenlos bis echt teuer. Sofern es kein spezielles kostenloses Angebot ist, lädst du zuhause in der Regel am günstigsten. Vieles hängt von deinen Fahrgewohnheiten ab. Und dafür gibt es die passenden Tarife. 

 

Kann man sich bei einem Elektroauto "verladen"?

Ein großes Plus beim Laden ist schon mal, dass sich bei einem geliehenen Auto nie wieder die Frage stellt, ob Diesel oder Benzin in den Tank gehört (eine Frage, die schon mal Obamas Limousine lahmgelegt hat). Ein E-Fahrzeug braucht nur Strom. „Verladen“ kann man sich trotzdem – dann, wenn man Kohlestrom lädt. Der schrottet zwar nicht den Motor wie Diesel den Benziner. Und doch ist der Sinn der Elektromobilität – nämlich die Energiewende auf die Straße zu bringen – dahin. Ziel ist ja, die CO2-Emissionen des Straßenverkehrs runterzufahren, nicht rauf. Nur mit Strom aus erneuerbarer Energie haben E-Autos viel früher eine bessere Klimabilanz als Autos mit Verbrennermotoren.

 

Warum es günstiger ist, mit Strom zu fahren. 

Mit Ökostrom zu fahren, ist aber nicht nur eine Klima-, sondern auch eine Preisentscheidung. Ökostrom zu laden ist heute meist schon günstiger und wird auf Dauer nochmals viel attraktiver sein als Diesel und Benzin. Schon ab 2021 wird eine Tonne CO2 zehn Euro kosten. Ab 2025 35 Euro. Das schlägt sich spürbar auf die Preise an der Tankstelle nieder.

Wie viel günstiger das Laden heute schon ist, zeigt dir das Beispiel eines VW Golfs. Der Golf 7 1.0 TSI BlueMotion mit 3 Zylindern verbraucht auf 100 Kilometern nach Werksangaben zwischen 4,3 und 4,9 Litern Superbenzin. Der echte Verbrauch wird von den Fahrern dieses Modells im Schnitt mit 5,4 Litern angegeben. Bei 4,9 Litern und einem Benzinpreis von 1,24 Euro pro Liter würde das 6,10 Euro machen. Beim realen Verbrauch von 5,4 Litern wäre man bei 6,70 Euro. Ein E-Golf dagegen mit einem Verbrauch von 15,8 kWh auf 100 Kilometer kostet bei einem Kilowattstundenpreis von 31,37 Cent, wie ihn der Bundesverband für Energie- und Wasserwirtschaft BDEW angibt, nur 4,95 Euro. 

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Welcher Ladetarif zu deinem Fahr- und Ladeverhalten passt. 

Mit Autostromtarifen kann die Sache noch mal günstiger werden. Wie viel du herausholen kannst und welchen Tarif du brauchst, hängt dabei von deinem Fahr- und Ladeverhalten ab.

 

Ladetarif für Vielfahrer, die meist zu Hause laden. 

Wer mindestens seine 10.000 Kilometer im Jahr runterreißt, aber vorwiegend zu Hause lädt, kann den Strom für sein E-Auto über einen separaten, unterbrechbaren Zähler abrechnen. Dafür gibt es spezielle Tarife, wie Wirklich Autostrom Plus von Polarstern. Im Idealfall liegen deine Stromkosten zum Laden rund ein Fünftel unter dem klassischen Haushaltsstrom. Um dort hinzukommen, müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein. 

 

Zähler muss als steuerbare Verbrauchseinrichtung angemeldet sein. 

Die Voraussetzung ist, dass der Zähler für die Ladestation beim Netzbetreiber als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG angemeldet ist. Als solche erweist sie dem öffentlichen Stromnetz einen Dienst. Denn im Stromnetz muss immer die Stromauslastung stimmen. Stromeinspeisung und Stromentnahme müssen sich stets die Waage halten. Ist der Zähler für deine Ladestation als steuerbare Verbrauchseinrichtung angemeldet, hilfst du dem Netzbetreiber, die richtige Balance fürs Netz zu finden. Dazu unterbricht der Netzbetreiber bei Bedarf den Zähler, der den Strom für die Ladestation misst. Die Unterbrechung wirst du vermutlich nicht mitbekommen, den Preisnachlass schon. Denn den gewährt dir der Netzbetreiber bei zwei wichtigen Komponenten des Strompreises – bei der Konzessionsabgabe und dem Netzentgelt. Diesen Nachlass solltest du im Stromtarif des Energieversorgers wiederfinden, so wie bei Wirklich Autostrom Plus von Polarstern. Außerdem erhältst du eine Ladekarte mit Startguthaben sowie einen Gutschein für Ladezubehör.

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Ladetarif für Vielfahrer, die nachts laden.

Ist ein HT/NT-Zähler im Haushalt vorhanden, lohnt es sich auch, den Ladestrom über diesen Zähler abzurechnen. Nutzer von Nachtspeicherheizungen kennen den Unterschied zwischen Hauptzeit und Nebenzeit, und dem Haupttarif- und Niedertarif, für die das Kürzel HT/NT steht. Im Niedertarif, also zur Nebenzeit ist Strom aufgrund eines Preisnachlasses aufs Netzentgelt und der Konzessionsabgabe durch den Netzbetreiber etwas günstiger. Damit sich ein HT/NT-Tarif lohnt, müssen nach einer Faustformal rund 60 % des gesamten Strombedarfs zu dieser Nebenzeit anfallen. Wann Haupt-, wann Nebenzeit ist, bestimmt jeder Netzbetreiber individuell. Dass die meisten Haushalte vermutlich noch nie etwas von HT/NT gehört haben, liegt daran, dass ihr Stromverbrauch ohnehin zum Großteil in der Hauptzeit anfällt. 

Ein HT/NT-Tarif fürs Elektroauto rechnet sich für dich, wenn du immer nachts lädst. Denn die Nebenzeit liegt meist zwischen 22 Uhr und 7 Uhr.  Ein Fahrzeug mit einer großen Batterie, das an einer Schuko-Steckdose lädt, wird hier nicht unbedingt vollgeladen sein. Mit einem Starkstrom-Anschluss und mindestens 11 Kilowatt Ladeleistung, sieht das schon anders aus. Im Mittel kann verglichen zu klassischem Haushaltsstrom eine Preisersparnis im Jahr von über 100 Euro erzielt werden. 

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Ladetarif fürs klassische Stadt- und Pendlerauto.

Wenn du vorwiegend zu Hause lädst, aber dein E-Auto vor allem für die Stadt oder zum Pendeln brauchst, ist ein klassischer Autostromtarif sinnvoll. Um so einen Tarif zu bestellen, ist kein separater Stromzähler nötig. Haushaltsstrom und Strom fürs E-Auto werden über einen Zähler gemessen. Bei Polarstern gibt es zum Tarif Wirklich Autostrom eine Ladekarte mit Startguthaben und einen Gutschein für Ladezubehör dazu. Den Tarif kannst du hier berechnen.

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Lade-Tarife für PV-Anlagenbesitzer.

Wer sich schon vor längerer Zeit eine PV-Anlage aufs Dach gestellt hat, kann jetzt den Moment genießen, wo die Zukunft da ist, für die man in der Vergangenheit vorausschauend investiert hat. Zur Stromversorgung des Elektroautos macht der eigene Ökostrom besonders Sinn. So ein E-Auto kann den Strombedarf eines Haushalts nämlich durchaus verdoppeln. Da die Einspeisevergütung für den eigenen PV-Strom weiter sinkt, liegt die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage im Eigenverbrauch. Anders gesagt: Wer möglichst viel des eigenen Solarstroms nutzt, spart. Eine selbst erzeugte Kilowattstunde Strom ist heute schon rund 60 % günstiger als eine Kilowattstunde aus dem Netz. Was wäre also besser, als damit das Elektroauto zu laden?

Mit dem eigenen Solarstrom lassen sich nicht nur die Stromkosten senken. Es fallen auch keine CO2-Emissionen an. Inzwischen gibt es eigene Strom-Messkonzepte, um sowohl PV-Strom, als auch einen vergünstigten Autostromtarif zu laden. Voraussetzung ist, dass die beiden Stromzähler "hintereinander" geschaltet – sogenannte Kaskadenmessung. Der Stromzähler am Hausanschluss muss dazu ein Zwei-Richtungszähler sein, um die Strommenge zu unterscheiden, die aus dem öffentlichen –Stromnetz bezogen bzw. die dort eingespeist wird – sofern weder Haushalt noch das Elektroauto den erzeugten PV-Strom nutzen.

Mehr zum Laden von Solarstrom plus Spezialtarif

 

Laden im Mehrparteiengebäude.

Gerade für die Stadt, wo Mehrparteiengebäude eher Regel sind, machen Elektroautos besonders Sinn. Sie reduzieren Abgase und Lärm – zwei Belastungen, mit denen Städte besonders zu kämpfen haben. Bislang war nicht so sehr die Installation der Ladetechnik in Mehrfamilienhäusern eine Hürde, sondern eine Gesetzgebung zur Elektromobilität im Miet- und Wohneigentumsrecht, das noch nicht so recht wusste, was es will. Im September 2020 haben sich aber SPD und Union auf eine Reform des Wohneigentumsrechts geeinigt. Geht das Gesetz durch, kann ein Wohnungseigentümer den Einbau einer Ladestation am Gebäude einfordern. Die anderen Eigentümer haben ein Mitspracherecht bei den Baumaßnahmen, ablehnen können sie die Ladestation aber nicht. Auch sollen Mieter gestärkt werden, ihr Recht auf eine Ladestation am Gebäude einzufordern. Unser Partner The Mobility House hat dafür Muster-Anschreiben für Mieter entworfen.

>>> Zum Download.

Für die Abrechnung des Stroms identifizieren sich die Hausbewohner dann typischerweise per RFID-Karte, abgerechnet wird meist nach Kilowattstunden. Auch für Gäste ist das Laden prinzipiell möglich. Vor allem für Besitzer, die einen Neubau planen, ist es sinnvoll die Elektromobilität mitzudenken. Gleich mitplanen ist einfacher als rückwirkend eine bestehende, funktionierende Infrastruktur zu ändern. Wer die Sache vorausschauend angeht, installiert eine PV-Anlage aufs Dach, die den Mietern die Möglichkeit eröffnet, lokal erzeugten Strom für den Haushalt und zum Laden des Elektroautos zu nutzen. Das macht das Laden für die Mieter besonders günstig.  

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Wichtig fürs Laden: Stromzählerwissen.

Welcher Tarif am Ende wirklich zu dir passt, hängt von vielen Faktoren ab. Einer der wichtigsten ist die Strommessung in deinem Zuhause. Deshalb gibt es abschließend noch eine kurze Stromzählerkunde.

 

Eintarifzähler.

Die meisten Haushalte rechnen ihren Strom über einen Eintarifzähler ab, der nur mit einem Zählwerk ausgerüstet ist. Hier wird zu jeder Tages- und Nachtzeit derselbe Preis für eine Kilowattstunde Strom aus dem Netz berechnet. Für dein E-Auto zahlst du den gleichen Kilowattstundenpreis wie für den übrigen Haushaltsstrom.

 

HT/NT-Zähler. 

Ein HT/NT-Zähler – auch Doppeltarifzähler oder Zweitarifzähler genannt – hat zwei Zählwerke. Haupt- und Nebenzeiten (HT/NT) können so separat als Hoch- und Niedertarif gemessen werden. Diese Zähler sind zum Beispiel in Haushalten zu finden, die eine Nachtspeicherheizung nutzen. Diese Heizungen brauchen eine Menge Strom. Zu Nebenzeiten, zum Beispiel nachts, kann der Strom jedoch etwas günstiger „gezogen“ werden. Und dafür benötigt man ein zweites Zählwerk.  

 

Separate, "unterbrechbare" Zähler. 

Einen zweiten Zähler findet man vor allem in Haushalten mit großen Stromverbrauchern wie Wärmepumpen oder Elektroautos, damit der Strom für diese Verbraucher separat vom übrigen Haushaltsstrom gemessen werden kann. Dieser Extra-Zähler kann ein Eintarifzähler sein. In der Regel ist dieser zweite Zähler jedoch eingebaut, damit man auch etwas davon hat. Zum Beispiel, damit der Strom auch zu Nebenzeiten abgerechnet werden kann. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, dass der Zähler „unterbrechbar“ ist. In diesem Fall hat der Netzbetreiber die Möglichkeit, die Stromzufuhr für diesen Verbraucher kurzzeitig auszusetzen. Er tut dies, um für eine bessere Auslastung des öffentlichen Stromnetzes zu sorgen. Als Gegenleistung bietet der Netzbetreiber einen Preisnachlass auf zwei wesentliche Komponenten des Strompreises an: auf das Netzentgelt und auf die Konzessionsabgabe. Diese Prozedur ist noch längst kein Standard. Wir bieten sie aber schon mit Wirklich Autostrom Plus als Tarif an. 

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