Bei der Entscheidung für ein Elektroauto spielt die Frage „Wo lade ich das Elektroauto?“ eine zentrale Rolle. Am bequemsten ist es natürlich zuhause, ohne die lästige Suche nach freien Ladestationen, die im blödesten Falle mehrere Minuten entfernt sind. 80 % der Elektroautofahrer geben in Umfragen an, das Auto bevorzugt daheim zu laden. Für Einfamilienhausbesitzer ist das keine große Hürde – anders für Mieter in Mietwohnungen und -häusern sowie Eigentümergemeinschaften. Inzwischen gibt es jedoch immer mehr Mietshäuser, bei denen mittels Mieterstrom Ladestationen sogar mit Solarstrom vom Dach versorgt werden.

von Anna

 

Inhalt:

 

Solarstrom vom Dach laden ist günstig.

Im Schnitt verbraucht ein Elektroauto etwa so viel Strom wie ein Zweipersonenhaushalt, entsprechend hoch ist das Interesse an preiswerten Lademöglichkeiten. Einen Vorteil haben E-Autobesitzer im Eigenheim, die vor Ort erzeugte Solarenergie nutzen. Sie ist derzeit rund 60 bis 70 Prozent günstiger als klassischer Haushaltsstrom. Mit der Verbreitung von Mieterstrom können immer öfter auch Mieter in Mehrfamiliengebäuden vor Ort erzeugten Solarstrom zum Laden ihres Elektroautos nutzen. Allgemein sind die Herausforderungen vor allem rechtlicher und organisatorischer Natur. Technisch ist es im Zuge von Mieterstromlösungen vergleichsweise einfach zu realisieren. 

>>> Beispiele für Mieterstromprojekte von Polarstern.

 

Gesetzesänderungen sollen den Bau von Ladestationen vereinfachen.

Aktuell werden einige Änderungen im „Gesetz zur Förderung von Barrierefreiheit und Elektromobilität“ im Miet- und Wohneigentumsrecht diskutiert. Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe stellte dazu kürzlich ihr Abschlusspapier vor. Darin werden 17 Themenkomplexe behandelt wie zum Beispiel die eine vereinfachte Schaffung von Lademöglichkeit für Elektroautos bei Sanierungen.

So soll künftig ein Einverständnis von zwei Dritteln der Eigentümer (und mehr als 50 % der Miteigentumsanteile) ausreichen, um Ladestationen für Elektroautos einzurichten. Bisher musste dies einstimmig beschlossen werden. Auch der Mieter selbst soll mehr Macht zugesprochen bekommen: In Zukunft sollen Mieter von ihren Vermietern das „Okay“ für Maßnahme wie den Einbau von Ladestationen einfordern können.

 

Installation einer Ladestation für Elektroautos im Mehrfamilienhaus.

Mietern, die sich für eine Mietwohnung im Neubau interessieren, empfehlen wir frühzeitig den Immobilienbesitzer auf Ladestationen für Elektroautos aufmerksam zu machen. Gerade im Neubau, wenn der Hausanschluss noch geplant wird und Leitungen gelegt werden, ist die Umsetzung kein Hexenwerk.

Vorformulierte Anschreiben für Mieter an Wohnungseigentümer bzw. Immobilienbesitzer mit der Bitte zur Errichtung einer Ladestation inklusive der hier am häufigsten auftretenden Fragen und Antworten hat Polarsterns Partner The Mobility House erstellt. 

>>> Zu den Anschreiben und FAQs. 

 

Ladestationen in Bestandsgebäuden.

Etwas komplizierter als im Neubau gestaltet sich die Anlage von Ladestationen in Bestandsgebäuden. Hier muss der Hausanschluss verstärkt werden, da es einer höheren Leistung bedarf, um die Ladestationen ausreichend mit Strom versorgen zu können. Bei der Dimensionierung der Leistung des Hausanschlusses setzt der Verteilnetzbetreiber bislang den Gleichzeitigkeitsfaktor 1 an. Das heißt, es wird davon ausgegangen, dass alle installierten Ladestationen gleichzeitig die volle Leistung beziehen können. Die Folge: Je mehr Ladestationen installiert werden, umso größer ist die benötigte Hausanschlussleistung und umso höher liegen die Investitionskosten. Eine Ausnahme wird gemacht, wenn ein Lastmanagement vorhanden ist, durch das die maximale Leistung begrenzt wird. 

 

Mieterstromprojekte: nur mit Ladestation.

Inzwischen realisieren wir bei Polarstern praktisch keine Mieterstromprojekte ohne Ladestation mehr. Die Nachfrage, diese zumindest bei der Elektroplanung bereits zu berücksichtigen, ist seit Mitte 2018 deutlich gestiegen – sowohl bei neuen Mieterstromprojekten, als auch bei Mehrfamilienhäusern im Bestand.

>>> Weitere Informationen zu Messkonzepten, Hausanschluss und möglichen Abrechnungsmodellen.

 

Ladestellen mit PV-Strom vom Dach versorgen.

Wie viel Solarstrom die Elektroautos in einem Mehrfamilienhaus laden können, hängt nicht nur von der Größe der PV-Anlage und integrierten Stromspeichern ab, sondern auch von der Anzahl Ladestationen und ihrer Vernetzung, Stichwort Lastgangmanagement – und natürlich wann das Auto geladen wird. Prinzipiell passen Photovoltaik und Ladestation sehr gut zusammen, da mit den teilweise hohen Leistungen der Solarerzeugung das Elektroauto tagsüber direkt geladen werden kann. Steht das Elektroauto tagsüber auf dem Parkplatz, kann seine Batterie auch als Speicher genutzt werden und so die Stromautarkie der Bewohner steigern. Dieses sogenannte bidirektionale Laden ist aktuell noch schwer umzusetzen, weil die Messkonzepte und Abrechnungsmethoden noch erprobt werden und erst ein einziger Autohersteller sein Fahrzeug für diese Form des bidirektionalen Ladens freigegeben hat. Sobald es möglich ist, die Batterien der Elektroautos auch als Stromspeicher für Haushaltsstrom zu nutzen, stünde theoretisch in einem Mehrfamilienhaus mit 30 Parkplätzen für Elektroautos inklusive Ladeanschluss eine zusätzliche maximale Speicherkapazität von bis zu rund 1.500 kWh zur Verfügung (Annahme E-Autos mit einer durchschnittlich Batteriegröße von 50 kWh). Ob jedoch die volle Kapazität zum bidirektionalen Laden freigegeben wird, steht in den Sternen.

 

Vorteile BHKW plus Ladestation für Elektroautos.

Ist in einem Mieterstromgebäude ein Blockheizkraftwerk (BHKW) installiert und werden mit dem erzeugten Strom auch Ladestationen versorgt, steigert dies die Flexibilität. Schließlich wird mit dem BHKW vor allem dann Strom erzeugt, wenn die Bewohner zuhause sind – auch abends und nachts, so dass hier die Stromerzeugung des BHKWs und der Strombedarf zum Laden in vielen Fällen noch besser zusammenpassen als bei einer PV-Anlage. Aus unserer Erfahrung sind Blockheizkraftwerke mit einer mittleren elektrischen Leistung (ab 20 kWel) dafür besonders geeignet.

 

Intelligente Vernetzung der Ladestationen.

Ein dynamisches Lastmanagementsystem sorgt dafür, dass sich die verfügbare Ladeleistung, sprich der produzierte Solarstrom aus einer PV-Anlage, optimal auf alle zu ladenden Elektroautos verteilt wird. Das ist besonders fair, wenn mehrere Elektroautos an den Ladestationen stehen. Außerdem können so Lastspitzen beim Netzbezug – die teuer sind – vermieden und die lokal erzeugte Energie optimal genutzt werden.


Du bist Immobilienbesitzer und interessierst dich für Ladestationen im Mieterstrom? Wir freuen uns auf deine Kontaktaufnahme.

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