Elektroauto wird aufgeladen

Bei Elektroautos gibt es viel Drumherum. Kabel, Ladestationen und selbst der Stromzähler ist nicht ganz unwichtig. Die Komponenten zu verstehen, ist nicht schwer. Nur neu. Wir zeigen, auf was du achten musst. 

von Michael

Schon hundert Mal erlebt: Man kauft sich was, aber mit dem Gerät alleine kann man nichts ausrichten. Man braucht Zubehör. Diesen Adapter, jenes Kabel, sonstige Sperenzchen. Ein Elektroauto kommt auch nicht ohne Drumherum aus. Da gibt es Kabel, Stecker, Ladestationen und selbst der Stromzähler ist nicht ganz unwichtig. Das ist alles nicht schwer. Nur neu. Für die meisten zumindest. Wir zeigen, was du über das Zubehör von Elektroautos wissen musst, um bequem, günstig und sauber fahren zu können.

 

Das richtige Ladekabel.

Mode 2- und Mode 3-Ladekabel.

Für dein Elektroauto brauchst du Ladekabel. Denn anders als bei der guten alten Tanke musst du den „Schlauch“ oft selbst mitbringen. Bei Schnellladesäulen sind die Kabel in der Regel fest installiert, bei anderen öffentlichen Ladestationen eher nicht. Für Elektroautos sind vor allem zwei Kabel relevant: das Mode-2-Kabel und das Mode-3-Kabel. Wo ist der Unterschied? Vereinfacht kann man sagen: Mode 2 ist das Notfallkabel für die Steckdose. Das Mode 3-Kabel brauchst du für die Ladestation. 

E-Auto an der Wallbox
Auch für zu Hause gibt es eine Auswahl an Elektromobilitätstarifen.

 

Die richtigen Stecker – Schnittstelle.

Gut, zwei Kabel kann man gerade noch auseinanderhalten. Bei den Steckern wird es latent komplizierter. Dort unterscheidet man zwischen Steckertypen. Bei den Kabeln gibt es immer eine Steckerseite für die Fahrzeugseite und eine für die Ladestation. Wer zum Beispiel Wechselstrom an einer Standard-Ladestation zu Hause laden möchte (Haushaltssteckdosen liefern üblicherweise immer Wechselstrom auch AC-Strom genannt), braucht einen Typ-1- oder einen Typ-2-Stecker. 

 

Typ 1-Stecker.

Der einphasige Typ 1 packt nur Ladeleistungen bis 7,4 kW. Die meisten öffentlichen Ladestationen in Deutschland unterstützen die Typ-2-Schnittstelle, die sich in Europa als Standard durchgesetzt hat. Wer ein E-Auto mit Typ-1-Schnittstelle fährt, sollte also ein Kabel mit sich führen, dass einen Typ-1-Stecker auf Fahrzeugseite und einen Typ-2-Eingang auf der Seite der Ladestation hat. Die richtigen Kabel bekommst du in der Regel vom Hersteller mit deinem E-Auto dazu.

 

Typ 2-Stecker.

Typ 2 wird auch als Mennekes-Stecker bezeichnet. Er ist für größere Leistungen ausgerichtet als Typ 1 und wurde deshalb in Europa als Standard definiert. Mit einem Typ-2-Stecker kannst du problemlos eine Leistung von 22 kW laden, sie packen aber auf größere Leistungen bis 43 kW. Der Standard hat sich außerdem durchgesetzt, weil er mit einem CCS-Stecker für Schnellladesäulen kombiniert werden kann. 

 

Combo-Stecker (CCS).

Der CSS-Combo-Stecker (Combined Charging System) hat sich in Europa als Standard für Schnellladesäulen durchgesetzt. Mit dem CCS-Stecker kannst du hohe Leistungen laden – 50 kW und mehr. An den Schnellladesäulen lädst du mit den CCS-Steckern Gleichstrom (DC-Strom), du kannst aber auch Wechselstrom (AC-Strom) damit laden.

 

CHAdeMO-Stecker.

Der CHAdeMO-Stecker ist ein weiterer Schnellladestandard und der Konkurrent zum CCS-Stecker. CHAdeMO steht für Charge de Move ist vor allem in Japan weit verbreitet. Der CHAdeMO-Standard eignet sich ebenso für Ladeleistungen von 50 kW und aufwärts. 

 

Tesla Supercharger.

Tesla macht noch mal sein eigenes Ding. Der Supercharger von Tesla erlaubt das schnelle Laden mit Leistungen bis zu 120 kW, neue V3-Supercharger sogar bis 250 kW. Wer seinem Model S den schnellen Shot verpasst, hat es in einer halben Stunde zu 80 % aufgeladen. Andere Autos sind dagegen mit dem System nicht kompatibel. Andersrum kannst du einen Tesla an einer normalen Ladestation mit Typ-2-Stecker laden.

 

CCE-Stecker. 

Auch CCE-Stecker sind mit Elektroautos kompatibel. Das wird interessant, wenn du mal auf einen Campingplatz fährst. Mit den CCE-Steckern connecten sich üblicherweise Wohnwägen, Anhänger und Vans mit dem Stromnetz auf dem Camping-Platz.  

Wirklich einfach: Zu Polarstern wechseln

 

Die richtige Ladestation.

Wie sieht’s mit der Steckdose aus?

Eine Ladestation für Elektroautos ist eigentlich nichts anderes als eine Steckdose mit hoher Leistung. An der Steckdose selbst können E-Autos natürlich auch geladen werden, sie schaffen Ladeleistungen bis 3,7  kW. Aber nicht auf Dauer. Lade lieber mit einer Leistung von 2,3 kW, das kann man am Elektroauto einstellen. Die Schukosteckdosen (oder richtig: Schutzkontaktsteckdosen) sind einfach nicht für hohe Ladeleistungen ausgerichtet, schon gar nicht auf Dauer. Sprich dich in jedem Fall mit einem Techniker ab. Denn die Leitungen können erhitzen, wenn du der Steckdose über Stunden ihre maximale Power abverlangst. Welches Kabel du für die Steckdose brauchst, weißt du noch, oder? 

 

Ladestation für Eigenheime.

Wenn du zu Hause lädst, kommst du nicht um eine Ladestation herum. Der Begriff Wallbox meint übrigens das gleiche. Es handelt sich eben um eine Ladestation, die an der Wand montiert wird. Privat sind Ladestationen mit 11 kW bis 22 kW üblich. Eine Ladestation kommt mit einem fest installierten Ladekabel, es sollte also mit deinem Elektroauto kompatibel sein. Wenn du eine Ladestation mit einer Typ-2-Schnittstelle hast, kannst du das Mode-3-Ladekabel anschließen. 

 

Kosten für Ladestationen. 

Was die Hardware kostet, hängt zu einem großen Teil davon ab, mit welcher Leistung du dein Elektroauto laden möchtest. Ladestationen mit Leistungen von 11 kW und drunter bewegen sich meist im 600- bis 800-Euro-Bereich. Wallboxen mit 22 kW Leistung kosten an die 2.000 Euro.

900 Euro staatliche Förderung für Ladestationen. 

Ab dem 24.11.2020 fördert die Regierung private Ladestationen mit 900 Euro pro Ladepunkt, um die flächendeckende Stromversorgung für E-Autos anzukurbeln. Das heißt, Eigentümer und Wohnungs­eigentümer­gemeinschaften, Mieter und Vermieter können die Förderung hier beantragen. Und unter diesem Link wirst du dann auch eine Liste mit allen förderfähigen Ladestationen finden. Vielleicht suchst du dir schon mal eine aus. Die Namen der Hersteller sind noch nicht so geläufig wie Automarken, aber das dürfte sich mit zunehmender Verbreitung der Elektromobilität ändern. Beliebte Marken heißen zum Beispiel ABL, Alfen, Amtron, Juice Technology, KEBA, NRGKick oder Webasto. Die Leistung gibt übrigens an, wie schnell du dein Elektroauto vollladen kannst. Und ob dein Auto überhaupt so schnell laden kann. Wie schnell du lädst, hängt nicht nur von der Ladeleistung der Ladestation ab, sondern auch vom E-Auto. Das heißt, ob es die hohe Leistung überhaupt aufnehmen kann. Wie lange das je nach E-Automodell dauert und kostet, erfährst du in unserem Artikel: >>> E-Auto laden zu Hause – Kosten und Dauer einer Aufladung.

 

Ladestationen für Mieter. 

Mieter haben gegenüber Eigenheimbesitzern immer noch den Nachteil, dass sie sich nicht mir nichts dir nichts eine Ladestation vors Gebäude stellen können. Immerhin wurde das Miet- und Wohneigentumsrecht im September 2020 so angepasst, dass Mieter eine Ladestation leichter einfordern können. Unser Partner The Mobility House hat sogar Musteranschreiben vorformuliert. Wer eine Wohnung besitzt, kann einfach eine Ladestation auf eigene Kosten am Gebäude errichten lassen. Die Miteigentümer des Gebäudes dürfen ihren Senf für das Wie abgeben, aber nicht für das Ob – sie haben kein Veto gegen eine Ladestation. 

Mehr über das Laden zu Hause erfahren

 

Das richtige Energiemanagement. 

PV-Strom macht das Fahren wirklich günstig.

Manche Ladestationen kommen schon im Bundle mit dem passenden Energiemanagementsystem. Das ist für Haushalte interessant, die ihren eigenen Strom mit einer PV-Anlage erzeugen. Und die ist für das Elektroauto das perfekte Match. Denn Strom aus der eigenen PV-Anlage ist der wahrscheinlich günstigste Treibstoff der Welt. Im Schnitt ist eine selbst erzeugte Kilowattstunde Ökostrom rund 60 % günstiger als eine kWh aus dem öffentlichen Stromnetz. Diese kostet 2020 laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW durchschnittlich 31,37 Cent. Was das für einen Unterschied macht? Beispiel: Bei einem Renault Zoe Z.E.50 von 2020 mit einem Verbrauch von 17,4 kWh/100 km zahlst du an der öffentlichen Ladestation etwa 5,45 Euro. Mit eigenem PV-Strom kostet dich die Sache dann nur noch rund 3,30 Euro. Wie hoch die Ersparnis ausfällt, ist natürlich immer abhängig von der Größe und Leistung deiner PV-Anlage. 

>>> Mehr über PV-Anlagen erfahren.

So lädst du möglichst viel PV-Strom. 

Klar, dass man möglichst viel eigenen Solarstrom ins Auto laden möchte. Ein Energiemanagementsystem – auch Energiemanager genannt – ist eine gutes Hardware-Extra, um dein E-Auto mit eigenem PV-Strom zuhause zu laden. Er sorgt dafür, dass dein Auto automatisch geladen wird, wenn gerade ausreichend Solarstrom da ist. Du kannst natürlich auch selbst definieren, wann der Energiemanager den Solarstrom zur Ladestation schicken soll. In einem Szenario startet der Ladevorgang schon bei geringer Stromerzeugung, wenn du dein E-Auto vor allem für kurze Strecken benötigst. In einem anderen Szenario unterbricht der Energiemanager das Laden, wenn die PV-Leistung unter einen von dir definierten Wert fällt. So kannst du dafür sorgen, dass zuerst der Solarstrom im Haushalt genutzt wird und nur was übrig ist, noch das E-Auto lädt.

Und ist dein Auto voll, aber noch PV-Strom da, ”geht“ er ins Netz – oder in einen Stromspeicher, falls du einen nutzt. Ein Energiemanager kann ebenso schnell laden. Dann muss die Ladestation jedoch jede Menge zusätzlichen Strom aus dem Netz ziehen, weil die PV-Anlage auf die Schnelle gar nicht so viel erzeugen kann. Das heißt: weniger Sonne im Auto. Übrigens können auch andere Verbraucher an das Energiemanagementsystem angeschlossen werden, zum Beispiel eine Wärmepumpe. Dann verteilt das System den  Solarstrom immer so, dass der Eigenverbrauch hoch ist. 

So lädst du möglichst viel eigenen Solarstrom

 

Der richtige Stromzähler.

Die Stromzähler spielen bei der Elektromobilität eine erhebliche Rolle. Sie sind entscheidend, welchen Autostromtarif du wählen kannst. Oder du legst dir einen speziellen Stromzähler zu – geht natürlich auch. Gewöhnliche Eintarifzählern, wie sie (noch – bald kommen die Smart Meter) in den meisten Haushalten eingebaut sind, haben nur ein Zählwerk. Zu jeder Tages- und Nachtzeit wird derselbe Preis für eine Kilowattstunde Strom berechnet. Du zahlst für dein E-Auto also denselben Kilowattstundenpreis wie für den übrigen Haushaltsstrom auch. Interessant wird es, wenn es im Haushalt einen separaten Zähler gibt, der ausschließlich den Strom für das Elektroauto misst. Zwei Zählervarianten können das Laden für dich günstiger werden lassen. 

 

Separater, unterbrechbarer Zähler. 

Einen separaten, ”unterbrechbaren Zähler“ findet man häufig in Haushalten, die ohnehin schon mit einem großen Stromverbraucher ausgerüstet sind, zum Beispiel mit einer Wärmepumpe. Bei einem “unterbrechbaren Zähler“ in Verbindung mit einer "steuerbaren Verbrauchseinrichtung" wie eben einem E-Auto hat der Netzbetreiber die Möglichkeit die die Stromversorgung über diesen Zähler kurzzeitig zu unterbrechen. Der Netzbetreiber nutzt das, um für eine bessere Auslastung der Netze zu sorgen. Im Gegenzug bietet der Netzbetreiber auf diesem separaten Zähler einen Preisnachlass auf zwei wesentliche Komponenten des Strompreises: auf das Netzentgelt und auf die Konzessionsabgabe. Das E-Auto über diesen Zähler zu messen, ist also günstiger als über den Zähler, der für den übrigen Haushaltsstrom gemessen wird. Im Idealfall kann das Laden rund ein Fünftel günstiger werden als herkömmliche Autostromtarife. Das lohnt sich allerdings nur für Fahrer, die mindestens 10.000 Kilometer pro Jahr fahren. Ob sich der Einbau eines separaten, unterbrechbaren Zählers lohnt, hängt nicht nur davon ab, wie viel du fährst, sondern auch wie aufwändig sich der Einbau eines Zählers in deiner individuellen Situation gestaltet, falls dieser Zähler noch nicht existiert. Wenn du einen Zähler als steuerbare Verbrauchseinrichtung anmelden willst, musst du dich an deinen Netzbetreiber wenden.

 

HT/NT-Zähler. 

Wer zu Hause seinen Strom über einen HT/NT-Zähler misst, sollte auch sein E-Auto nachts laden. Mit einem speziellen HT/NT-Tarif kann das Laden günstiger werden. Die meisten Nutzer von Nachtspeicherheizungen kennen den Unterschied von Haupt- und Nebenzeiten, die separat im Haupttarif (HT) und Niedertarif (NT) gemessen werden. Im Niedertarif ist der Strom in der Regel etwas günstiger. Deshalb kommen HT/NT-Zähler in der Regel bei Haushalten zum Einsatz, die eine Nachtspeicherheizung nutzen, denn diese brauchen besonders viel Strom. Ist ein HT/NT-Zähler in einem Haus verfügbar, ist es sinnvoll, auch das Elektroauto nachts zu laden. Mit einem entsprechenden HT/NT-Tarif kann das Laden eines Elektroautos so günstiger werden.

>>> Mehr über HT/NT erfahren.

 

Auch Wallboxen können den Strom messen. 

Übrigens können auch manche Wallboxen, den Strom fürs E-Auto messen. Das kann zum Beispiel interessant sein, wenn du den Strom fürs Fahren bei deinem Arbeitgeber geltend machen kannst – und das nicht pauschal möglich ist.

 

Die richtigen Autostrom-Tarife

Ladetarife sind keine Hardware und trotzdem das zentrale „Zubehör“ für dein Elektroauto. Denn wie schnell Elektroautos eine bessere Klimabilanz haben, hängt davon ab, was sie laden. Man muss noch nicht mal drüber nachdenken. Wer keinen Ökostrom lädt, lässt den Klimaschutz auf halber Strecke zurück. Nur mit erneuerbaren Energien reduzieren wir die Emissionen des Straßenverkehrs. 

Die richtigen Tarife für dein Elektroauto gibt’s bei uns, Polarstern. Richtig deshalb, weil unser Ökostrom aus einem der nachhaltigsten Laufwasserkraftwerke des Landes kommt. So kostest du voll aus, für was die Elektromobilität gedacht ist: Die Treibhausgase der Pkw auf 0 runterfahren. Mit Polarstern veränderst du aber mehr: Mit deinem Verbrauch entstehen neue Erneuerbare-Energien-Anlagen, nicht nur in Europa, sondern auch in Kambodscha

Was du mit Polarstern veränderst

 

Wirklich Autostrom und Wirklich Autostrom Plus.

Für Alltagsfahrer, die ihr E-Auto für die Stadt oder zum Pendeln brauchen, bieten wir Wirklich Autostrom. Zusätzlich bekommst du auch eine Ladekarte inklusive Startguthaben und einen Gutschein für Ladezubehör. Unser zweiter Tarif Wirklich Autostrom Plus ist für alle E-Fahrer, die ihr Elektroauto über einen separaten, unterbrechbaren Zähler messen, wie im Abschnitt dargestellt, und mindestens 10.000 Kilometer pro Jahr fahren. Das Laden wird im besten Fall rund 20 % günstiger. Und 100 % sauber. Sowieso. Auch hier sind Ladekarte und Gutschein mit dabei.

Übrigens: Wer eine PV-Anlage zuhause hat, kann damit auch sein Elektroauto versorgen und zugleich den vergünstigten Tarif Wirklich Autostrom Plus beziehen. Möglich macht das ein besonderes Strommesskonzept (Stichwort Kaskadenmessung).

>>> PV-Strom und Spezialtarif laden.

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