Fragen und Antworten.
Energiekrise-Hilfen.

Zur Übersicht
  • Warum gibt es die Soforthilfe für Gas-Kund:innen ab Dezember?

    Seit Spätsommer 2021 spüren die Verbraucher deutlich steigende Energiepreise. Mit Beginn des Ukraine-Krieges hat diese Entwicklung stark an Fahrt gewonnen und private Verbraucher:innen und Unternehmen müssen ein Vielfaches bisheriger Gaspreise zahlen. Mit der Dezember-Soforthilfe soll ein Teil der erheblichen Mehrbelastungen abgefedert und finanziell die Zeit überbrückt werden bis die Gas- und Wärmepreisbremse im Frühjahr 2023 kommt.

  • Wer bekommt die Soforthilfe im Dezember?

    Die Soforthilfe entlastet einmalig:

    • Letztverbraucher wie private Haushalte, die über Standardlastprofile (SLP) abgerechnet werden.

    • Letztverbraucher, die über eine registrierende Leistungsmessung (RLM) abgerechnet werden und deren Jahresverbrauch 1,5 Mio. kWh Gas nicht überschreitet, soweit sie das Erdgas nicht für den kommerziellen Betrieb von Strom- oder Wärmeerzeugungsanlagen nutzen.

    • Letztverbraucher, die im Gesetz ausdrücklich genannt sind.

    In Bezug auf Wärme sind dies alle Kund:innen, die mit einem Wärmeversorgungsunternehmen einen Wärmeliefervertrag abgeschlossen haben und deren Jahresverbrauch 1,5 Mio. kWh Wärme nicht überschreitet. Unabhängig vom Jahresverbrauch sind zudem Kund:innen erfasst, die die bezogene Wärme im Zusammenhang mit der Vermietung von Wohnraum an ihre Mieter:innen weitergeben sowie staatliche, staatlich anerkannte oder gemeinnützige Einrichtungen des Bildungs- Wissenschafts- und Forschungsbereichs.

    Außerdem werden Kindertagesstätten und andere Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Leistungserbringer der Eingliederungshilfe, sowie bestimmte weitere Bildungseinrichtungen (z.B. der Kammern) in den Kreis der Einrichtungen aufgenommen, die die Soforthilfe unabhängig von ihrem Verbrauch erhalten.

  • Wie erhalte ich die Soforthilfe im Dezember?

    Du musst dafür nichts weiter tun. Die Soforthilfe erhalten Gas-Kund:innen automatisch über ihren Energieversorger.

    • Wenn du eine Einzugsermächtigung erteilt hast, setzen wir bei Polarstern die Abbuchung des Dezember-Abschlags aus.
    • Wenn du einen Dauerauftrag erteilt hast, musst du diesen für Dezember selbst ändern. Vergisst du es, dann verrechnen wir den zu viel überwiesenen Betrag mit deiner nächsten Jahresrechnung.
  • Ich habe versehentlich doch meinen monatlichen Abschlag überwiesen. Was nun?

    Wenn du deinen Dauerauftrag für Dezember nicht ausgesetzt hast, werden wir das in der nächsten Jahresrechnung berücksichtigen.

  • Wie sieht die Soforthilfe bei Wärme-Contractingverträgen mit Polarstern aus?

    Im Bereich Wärme erfolgt aufgrund anderer Vertragsstrukturen als bei der Gasversorgung die Entlastung für den Dezember durch eine pauschale Zahlung. Ihre Höhe bemisst sich an der Höhe des im September 2022 gezahlten Abschlags zuzüglich eines Anpassungsfaktors in Höhe von 20 Prozent. Die Verrechnung erfolgt bei Polarstern und seinen Wärmevertrags-Kund:innen im Zuge der nächsten Jahresrechnung. Die Immobilienbesitzer:innen selbst haben laut Gesetz die Pflicht, die Entlastung im Rahmen ihrer Jahresabrechnung an die Wohnungseigentümer:innen bzw. Mieter:innen weiterzugeben.

  • Wie erhalten Mieter:innen die Soforthilfe?

    Viele Mieter:innen haben keinen eigenen Gaszähler zu ihrer Mietwohnung. In diesem Fall gibt es kein direktes Vertragsverhältnis zwischen Gaslieferant und Mieter:in. Die Abrechnungen erfolgen hier zwischen Gaslieferant und Vermieter:in und dann über die Heizkostenabrechnung im Verhältnis zwischen Vermietenden und Mietenden. Folglich gelten in diesen Mietverhältnissen auch Besonderheiten für die Soforthilfe im Dezember.

    Viele Vermietende haben die monatliche Vorauszahlung noch nicht an die gestiegenen Energiepreise angepasst. In diesem Fall kommen die höheren Preise im Rahmen der Betriebskostenabrechnung für das Jahr 2022 auf die Mieter:innen zu, die aber erst im Jahr 2023 erstellt wird. Der Vorschlag der Bundesregierung sieht deshalb vor, dass Vermietende die Entlastung mit der nächsten jährlichen Betriebskostenabrechnung an die Mieter:innen weitergeben, wenn die monatlichen Vorauszahlungen noch nicht angepasst worden sind.

    Weitere Besonderheiten gelten für Mieterinnen und Mieter, bei denen die Betriebskostenvorauszahlung wegen gestiegener Gas- oder Wärmekosten in den letzten neun Monaten vor Inkrafttreten des Gesetzes bereits erhöht wurde. Diese Mieterinnen und Mieter müssen den Erhöhungsbetrag im Dezember nicht bezahlen. In Gebäuden mit Gaszentralheizung muss ein Viertel der im Dezember 2022 anfallenden Betriebskosten nicht bezahlt werden, wenn der Mietvertrag in den letzten neun Monaten neu geschlossen wurde. Denn bei Neuverträgen ist davon auszugehen, dass die Höhe der Betriebskostenvorauszahlung dem aktuellen Preisniveau entspricht.

    Für Wohnungseigentümergemeinschaften gilt Vergleichbares wie für Vermietende/Mietende. Die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer hat die Entlastung im Rahmen der Jahresabrechnung an die Wohnungseigentümer:innen weiterzugeben. Die Höhe der Entlastung der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer:innen ist in der Jahresabrechnung auszuweisen. Ist eine Eigentumswohnung vermietet, informiert der Vermieter, nachdem er die Informationen von der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer erhalten hat, unverzüglich den Mieter.

  • Erhalte ich die Soforthilfe, wenn ich erst im Oktober oder November 2022 eingezogen bin?

    Ja, auch dann erhältst du die Soforthilfe für Dezember. Die Entlastung berechnet sich dann anhand der Jahresverbrauchsprognose des vorherigen Gaskunden für diese Wohnung. Diese Jahresverbrauchsprognose kennt der neue Lieferant auch. Der Gaskunde bekommt also auch in diesem Fall eine Entlastung.

  • Wie hoch ist die Entlastung?

    Die Berechnung bei Standardlastprofil-Kund:innen (SLP) sieht wie folgt aus: Angesetzt wird ein Zwölftel des Jahresverbrauchs, den der Versorger im September 2022 prognostiziert hatte. Dieser Verbrauch wird multipliziert mit dem im Dezember 2022 gültigen, vertraglich vereinbarten Arbeitspreis. Und dann noch ergänzt um ein Zwölftel des Grundpreises.

    Im Rahmen der turnusmäßigen Jahresrechnung erfolgt später ein Abgleich zwischen der nicht geleisteten Voraus- oder Abschlagszahlung für Dezember und dem endgültigen Betrag der einmaligen Entlastung. Nach diesem Abgleichung sind sowohl Nachzahlungen als auch zusätzliche Rückerstattungen möglich.

  • Wie wird die Entlastung besteuert?

    Die Besteuerung ist für das Veranlagungsjahr 2023 vorgesehen. Nähere Details werden im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens zur Gas- und Wärmepreisbremse geregelt.

  • Welche Mehrwertsteuer zahlen Wirklich Ökogas-Kund:innen?

    Die Bundesregierung hat im Zuge der Energiekrise-Hilfen beschlossen, die hohen Gaspreise für Privathaushalte auch durch eine Reduzierung der Mehrwertsteuer abzufedern. Bis März 2024 liegt die Mehrwertsteuer bei Gasverträgen auch von Polarsterns Wirklich Ökogas bei 7 % anstelle von 19 %.

  • Wann kommen die Strom- und die Gaspreisbremse?

    Als Energiekrise-Hilfen sind neben der Soforthilfe für Gas- und Fernwärmekund:innen auch Preisbremsen geplant. Sie sollen die Kosten deckeln. Noch ringen Politik, Energieversorger und Expert:innen um die Ausgestaltung und den genauen Zeitpunkt, wann der Deckel greifen kann. Nach aktuellem Stand sollen die Preisdeckelungen durch Abschöpfung der „Zufallsgewinne“ von Stromerzeugern gegenfinanziert werden. Sobald Details feststehen, werden wir hier die Informationen ergänzen.

    Update vom 22.11.2022: Wirtschaftsminister Robert Habeck hat einen Gesetzentwurf für die Gas- und Strompreisbremse zur Ressortabstimmung gegeben. Darin heißt es, dass die Reduzierung der Gas- und Wärmepreise zwar erst am 1. März greifen soll, aber die Kund:innen sollen rückwirkend in gleichem Umfang auch für die Monate Januar und Februar entlastet werden. Gelten sollen die Entlastungen für Gas-, Fernwärme- und Stromkunden zunächst bis April 2024. 

  • Wie hoch sind der Strom- und der Gaspreisdeckel?

    Aktuell diskutiert wird ein Strompreisdeckel von 40 Cent pro Kilowattstunde. Dieser gilt jedoch "nur" für ein Grundkontingent von 80 % des Jahresverbrauchs. Dadurch ist weiterhin ein dringend nötiger Sparanreiz gegeben. Beim Gas ist ein Deckel von 12 Cent pro Kilowattstunde ebenfalls auf ein Grundkontingent von 80 % des Jahresverbrauchs. Beide Angaben gelten für Privathaushalte. Für Industrieunternehmen werden andere Werte zugrunde gelegt.

    Wann die beiden Deckel eingeführt werden, ist noch nicht entschieden. Auch die Höhe der Entlastung muss noch final verabschiedet werden. (Stand: 21.November 2022)

  • Profitieren auch Wärmepumpen-Haushalte von der Strompreisbremse?

    Nach Angaben des Bundesverbands Wärmepumpe (Stand 30.11.22) hat sich das Bundeskabinett im Umlaufverfahren auf einen Gesetzentwurf zur Strompreisbremse verständigt. Dieser sieht nun auch vor, dass der Stromverbrauch für Wärmepumpen ebenfalls über die Deckelung von 80% der Jahresverbrauchsprognose eines Netzanschlusspunkts vom Strompreisdeckel erfasst wird. Das gilt wohl auch laut aktuellem Gesetzentwurf für neu installierte Wärmepumpen. Sie sollen nach spätestens drei Monaten Betriebszeit vom Strompreisdeckel profitieren. Das ist ein positives Signal für Wärmepumpen-Haushalte, wenngleich der Bundesverband Wärmepumpe noch an mehreren Stellen Handlungserfordernisse bei der Umsetzung der Strompreisbremse sieht. Sie werden im laufenden Gesetzgebungsverfahren adressiert.

Energiekrise-Hilfen
Wechsel / Umzug
Ökostrom
Ökogas
Elektromobilität
Mieterstrom
Rechnung
Vertrag
Zähler
Störungen
Energiespartipps
Energiewende
Marktinfos
Awards & Zertifikate

Du hast noch Fragen?
Her damit!

Du erreichst uns telefonisch montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr.
Aus dem Festnetz zum Ortstarif unter 089 309 042 911 oder schreibe uns eine E-Mail an [email protected].

Kontakt aufnehmen