Fernbedienung

Mythen sind wie Chipskrümel im Sofa: Sind sie erst mal drin, kriegst du sie nicht mehr so schnell raus. Auch beim Energieverbrauch gibt es ein paar Mythen. Für die Energiewende und den Klimaschutz ist es wichtig, sie aus dem Weg zu räumen. Machen wir.

von Michael

 

Mythos 1: Die wichtigste Sparmaßnahme ist die Beleuchtung.

Stromsparen wird häufig mit Licht sparen gleichgesetzt. Ist auch irgendwie klar. Licht ist etwas Nachvollziehbares, das Symbol für Strom schlechthin. Tatsächlich macht aber die Beleuchtung im Schnitt „nur“ rund 9 % des Stromverbrauchs aus. Okay, das ist nicht wenig. Aber andere Bereiche sind wesentlich bedeutender. So verbrauchen wir die meiste Energie bei der Prozesswärme und Prozesskälte, also beim Kochen, Kühlen, Spülen oder Trocknen. Hier fällt sogar über 50 % unseres Stromverbrauchs an. Leider verbrauchen wir auch sehr viel Strom dort, wo es am meisten Spaß macht: Fernseher, Laptops, Spielekonsolen und andere Lockdown-Buddys verursachen zusammen 17 % des Stromverbrauchs.

 

Mythos 2: Singles verbrauchen am wenigsten Strom.

Wer alleine lebt, hat einen geringen Stromverbrauch? Es ist genau andersrum. Von allen Haushaltsgrößen haben Single-Haushalte im Schnitt sogar den höchsten Stromverbrauch pro Kopf. Zwar steigt der gesamte Stromverbrauch mit steigender Personenzahl im Haushalt an, doch sinkt gleichzeitig der Pro-Kopf-Verbrauch, weil die Bewohner:innen die meisten Geräte zusammen nutzen. Auch die Art des Wohnens spielt eine Rolle. In Wohnungen verbraucht die gleiche Personenzahl fast ein Drittel weniger Strom als in einem Einfamilienhaus. Denn dort gibt es viele zusätzliche Verbrauchsquellen, zum Beispiel in der Garage oder im Garten

 

Mythos 3: Effiziente Gebäude haben einen niedrigen Stromverbrauch. 

Der Stromverbrauch sinkt, je effizienter das Gebäude ist? Nein, das ist beim Wärmeverbrauch so. Denn gut gedämmte Gebäude kommen ohnehin schon mit weniger Heizenergie aus. Außerdem kommen statt Heiztechniken, die mit Öl und Gas betrieben werden, verstärkt strombetriebene Wärmepumpen zum Einsatz. Damit entfällt fast der komplette Energiebedarf auf den Stromverbrauch. Wärme muss man Gebäuden mit einer hohen Effizienzklasse dagegen wenig zuführen.

 

Mythos 4: Die meiste Energie verbrauchen deine Elektrogeräte.

In den meisten Gebäuden mit einer niedrigen Effizienzklasse ist es allerdings genau andersrum. Wer dort Energie sparen möchte, hat mit dem Heiz- und Warmwasserverbrauch den viel größeren Hebel. In den meisten Bestandsgebäuden werden zwischen 70 und 85 % der Energie für die Heizung, fürs Duschen, Baden und Händewaschen verbraucht. In typischen Haushalten liegt der Anteil des Stromverbrauchs am gesamten Energieverbrauch dagegen bei nur 15 bis 30 %. Und trotzdem bekommt der Stromverbrauch in der Regel die größere Aufmerksamkeit. Das macht sich auch bei der Energiewende bemerkbar, hier sind die Anstrengungen ungleich verteilt. So lag der Anteil der erneuerbaren Energien im Wärmemarkt laut Bundesnetzagentur in 2020 bei gerade mal 20 %. Im Strommarkt sind es dagegen schon an die 50 %.

 

Mythos 5: Computer verbrauchen wenig Strom. 

Auf den ersten Blick sind Computer, Laptops und Tablets harmlose Stromverbraucher. Aber es kommt darauf an: Ein dicker PC mit hoher Rechenleistung und gutem Prozessor kann dagegen einen prominenten Platz auf der Stromrechnung einnehmen. Ein Gaming-PC ist dafür ein gutes Beispiel. Laut Bundeswirtschaftsministerium geben Spieler:innen, die täglich vier Stunden mit einem Gaming-PC spielen, zwischen 135 und 170 Euro im Jahr für Strom aus. Mit einem Gaming-Laptop sind es 100 und 127 Euro. 

Auch herkömmliche Computer können sich auf der Stromrechnung bemerkbar machen. Sie sind im Dauereinsatz und werden ungern ausgeschaltet. Wahrscheinlich hängt kein anderes Gerät so gern im Schlafmodus an der Steckdose wie der Computer. Dabei sorgen gerade ältere Modelle im Standby-Betrieb für hohe Stromkosten. Da Computer meistens mit einer Gang aus anderen Geräten wie Netzteil, Drucker oder Router vernetzt sind, lohnen sich schaltbare Steckerleisten oder Master-Slave-Steckdosen. Dann ist mit einem Klick wirklich alles aus. Ob ein Computer zu viel Strom zieht, lässt sich übrigens sehr schnell mit einem Strommessgerät oder einem smarten Stecker herausfinden. Ansonsten lässt sich der Stromverbrauch eines Computers mit einer einfachen Rechenformel grob einschätzen: Multipliziere dazu die Leistung des Computers in kW mit deiner Nutzungsdauer und deinem Strompreis pro Kilowattstunde. 

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Mythos 6: Den meisten Strom verbrauch ich zu Hause.

Tatsächlich verursachen wir immer mehr Strom außerhalb der eigenen vier Wände, und zwar in den Rechenzentren. Laut Fachmagazin Science fällt hier bereits 1 % des weltweiten Energieverbrauchs an. In Deutschland benötigten die Rechenzentren 2020 laut Borderstep-Institut 16 Milliarden kWh Strom. Das ist richtig viel. Andererseits hat die Digitalisierung auch Chancen. Allein durch die Verlagerung der Arbeit ins Homeoffice und dem damit verbundenen Verzicht auf Geschäftsreisen sollen laut Borderstep-Institut im ersten Lockdown von März bis Mai 2020 bis zu 760.000 Tonnen CO2 eingespart worden sein. Man sollte sich trotzdem nicht einreden, man bewirke mit einem höheren Stromverbrauch zu Hause etwa Gutes. Handy- und Computer-Detox bleibt wichtig. Für unsere eigene Wellness – und für den Klimaschutz. Es gibt viele Wege, verantwortungsbewusster zu surfen.

 

Zuwachs bei Online-Games und -Videos.

Ein Großteil unseres Außer-Haus-Stromverbrauchs fällt übrigens bei Online-Games, Online-Videos und Videokonferenzen an. Die Corona-Pandemie hat die Entwicklung noch verstärkt. So verzeichnete etwa DE-CIX, der größte Netzknoten der Welt, schon zu Beginn der Corona-Krise eine Zunahme in der Nutzung von Online-Games von 30 %, Videokonferenzen stiegen um 120 %.

 

Mythos 7: Der Stromverbrauch sinkt.

Da die Haushaltsgeräte immer effizienter werden, verbreitet sich der Mythos, die Stromverbräuche würden damit automatisch sinken. Das mag für einzelne Wohnbereiche zutreffen, insgesamt nimmt der Stromverbrauch in unserem Alltag aber zu. Das liegt zum Beispiel an wichtigen Energiewende-Techniken wie Wärmepumpen und Elektroautos, die sehr stromintensiv sind. So kann der Betrieb einer Wärmepumpe den Stromverbrauch eines Haushalts schon mal um 6.000 Kilowattstunden im Jahr steigern. Das Gleiche passiert, wenn jetzt jeden Abend ein Elektroauto am Haus geladen wird. 

 

Der Stromverbrauch explodiert. 

Weltweit wird der Stromverbrauch vermutlich explodieren. Laut Internationaler Energie Agentur (IEA) könnte die weltweite Stromerzeugung bis 2040 sogar um bis zu 49 % ansteigen, vorausgesetzt die Weltwirtschaft erholt sich zügig von Corona. Vor allem in Asien, dem Mittleren Osten, Afrika und Südamerika wird der Primärenergieverbrauch steigen. Die Weltbevölkerung wächst, jede:r hat einen Anspruch auf ein gutes Leben und Energie ist nun mal die Basis dafür. Dem wachsenden Energiebedarf können wir deshalb nur mit mehr Energieeffizienz und erneuerbarer Energie begegnen. Denn wenn man jetzt zum Beispiel Wärmepumpen und Elektroautos mit konventionellem Strom betreibt, werden die Techniken zu denselben CO2-Schleudern wir Verbrennerautos oder Öl- und Gasheizungen. Erst mit Ökostrom werden die Techniken auch wirklich zu einer klimafreundlichen Sache.

 

Mythos 8. Ökostrom bringt nichts.

Was soll es denn bringen, wenn ich zu Ökostrom wechsle? Antwort: wirklich viel. Der CO2-Fußabdruck der Deutschen liegt laut Umweltbundesamt im Schnitt bei 11,17 Tonnen CO2 im Jahr. Davon fallen 2,74 Tonnen auf die Energie. Und diesen Posten kann jeder sofort loswerden. Insgesamt reduziert der Wechsel zu echtem Ökostrom und echtem Ökogas den CO2-Fußabdruck um bis zu einem Viertel. Keine andere private Klimaschutzmaßnahme ist so einfach und effektiv zugleich.  

 

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