Fernbedienung

Mythen sind wie Chipskrümel im Sofa: Sind sie erst mal drin, kriegst du sie nicht mehr so schnell raus. Auch beim Energieverbrauch gibt es ein paar Mythen. Wer seine Energiekosten senken und die Energiewende unterstützen will, sollte sie jetzt aus dem Weg räumen. Machen wir.

von Michael

Mythos 1: Energie-Spartipps bringen nichts. 

Seit der Energiekrise ereignet sich etwas Erstaunliches: Energiespartipps werden endlich ernst genommen, von den Medien weitergegeben und von der Politik empfohlen. Sie werden aber auch kleingeredet und kritisiert. Von der Motzerei sollte man sich nicht verunsichern lassen. Klar, wer schon immer sparsam mit seiner Energie umgegangen ist, wird auch jetzt nicht viel mehr rausholen können. Aber für die meisten geht es jetzt um wirklich viel Geld. Laut Heizspiegel 2022 heizen 90 % der deutschen Haushalte zu viel und könnten bis zu 640 Euro im Jahr sparen. Zum Beispiel hat mittlerweile bestimmt jede:r mal gehört, dass ein Grad weniger an der Heizung schon rund 6 % Heizenergie spart. Mythos? Nein, der Fact wird auch so von Energie-Expert:innen bestätigt. Angenommen du wohnst in einer 90-qm-Wohnung mit einem Verbrauch von 11.000 kWh im Jahr und musst jetzt schonen einen Krisen-Gaspreis von 30 Cent pro Kilowattstunde bezahlen, zahlst du ohne Energiespartipp 3.300 Euro im Jahr. Mit Energiespartipp sind’s 198 Euro weniger. Wir reden hier von einem kleinen Dreh nach links. Und uns fallen noch 98 weitere Energiespartipps ein. 

99 Energiespartipps

Mythos 2: Lampe anlassen ist besser als kurzes An-und-Aus.

Soll man das Licht ausmachen, wenn man nur kurz den Raum verlässt? Wegen dieser Frage hat sich schon die eine oder andere WG in die Haare gekriegt. Tatsächlich ist beim Einschalten einer Lampe der Energieaufwand kurzzeitig höher als beim gleichmäßigem Betrieb, kostentechnisch fällt dies aber nicht ins Gewicht. Eine Lampe, die eine Minute brennt, zieht immer noch mehr Strom als das schnelle Ein- und Ausschalten. Modernen Leuchtmitteln schadet auch häufiges Geknipse nicht. Eine LED kann man gewöhnlich an die 50.000 mal ein- und ausschalten, bevor eine neue fällig wird. Man sollte sich das Ausschalten aber aus einem ganz anderen Grund angewöhnen. Denn oft will man ja „nur kurz“ aus dem Raum und vergisst es dann doch. Und so brennt Licht ungenutzt in Küche, Schlafzimmer oder Bad. Wie viel Geld du dabei ausgibst, kannst du zum Beispiel mit diesem Tool von Stromrechner berechnen.

Mehr Tipps fürs Licht

Mythos 3: Die Beleuchtung ist der wichtigste Sparbereich

Und dann gibt es das andere Extrem: Menschen, die Energie sparen wollen und sich dann ins Dunkle setzen. Stromsparen wird häufig mit Licht sparen gleichgesetzt. Ist auch irgendwie klar. Licht ist etwas Nachvollziehbares, das Symbol für Strom schlechthin. Tatsächlich ist die Beleuchtung aber nicht der Bereich, in dem man am meisten Strom sparen kann. Laut AG Energiebilanzen (AGEB) macht er im Schnitt nur rund 7,9 % des Stromverbrauchs aus. Okay, das ist nicht wenig. Und Licht sparen ist natürlich eine gute Sache. Aber andere Bereiche sind wesentlich bedeutender. Fast die Hälfte des Stroms geht für die Prozesswärme drauf,  knapp ein Viertel fürs Kühlen. Leider verbrauchen wir auch sehr viel Strom dort, wo es am meisten Spaß macht: Fernseher, Laptops, Spielekonsolen und andere elektronische Freizeit-Buddys verursachen zusammen 17 % des Stromverbrauchs.

Infografik: So verbrauchen die Deutschen ihren Strom.

Grafik: Stromverbrauch im Haushalt (c) AG Energiebilanzen e.V.
Grafik: (c) AG Energiebilanzen e.V. 2021.

Mythos 4: Es wird schneller warm, wenn die Heizung voll aufgedreht ist.

Wer friert, ist wie bei allen menschlichen Bedürfnissen auch bei der Wärme vor allem eins: sehr ungeduldig. Und dann dreht man die Heizung auf 5, in festem Glauben, dass es ratzfatz warm ist. Tatsächlich stehen die Stufen nur für die anvisierte Endtemperatur, nicht für die Schnelligkeit beim Heizen. Wenn die gewünschte Temperatur erreicht ist, stoppt der Heizkörper außerdem automatisch den Heizprozess. Das Wichtigste: Die Stufe 5 ist mit ca. 28° C viel zu warm, und in der Energiekrise müssen jetzt alle eher ein, zwei Gang runterschalten. Unsere Grafik zeigt, für welche Temperaturen die Stufen eines herkömmlichen Thermostats stehen.

Mythos 5: Singles verbrauchen weniger Strom.

Wer alleine lebt, hat einen geringen Stromverbrauch? Es ist genau andersrum. Von allen Haushaltsgrößen haben Single-Haushalte im Schnitt sogar den höchsten Stromverbrauch pro Kopf. Zwar steigt der gesamte Stromverbrauch mit steigender Personenzahl im Haushalt an, doch sinkt gleichzeitig der Pro-Kopf-Verbrauch, weil die Bewohner:innen die meisten Geräte zusammen nutzen. Auch die Art des Wohnens spielt eine Rolle. In Wohnungen verbraucht die gleiche Personenzahl fast ein Drittel weniger Strom als in einem Einfamilienhaus. Denn dort gibt es viele zusätzliche Verbrauchsquellen, zum Beispiel in der Garage oder im Garten.

Mythos 6: Effiziente Gebäude verbrauchen weniger Strom.

Der Stromverbrauch sinkt, je effizienter das Gebäude ist? Nein, der Wärmeverbrauch sinkt. Denn gut gedämmte Gebäude kommen mit weniger Heizenergie aus. Aber statt Heiztechniken, die mit Öl und Gas betrieben werden, kommen verstärkt strombetriebene Wärmepumpen zum Einsatz. Damit entfällt bei modernen Gebäuden der Energiebedarf zunehmend auf den Stromverbrauch. 

In den meisten Gebäuden mit einer niedrigen Effizienzklasse ist es allerdings genau andersrum. Wer dort Energie sparen möchte, hat mit dem Heiz- und Warmwasserverbrauch den viel größeren Hebel. In den meisten Bestandsgebäuden werden zwischen 70 und 85 % der Energie für die Heizung und fürs Warmwasser verbraucht. In typischen Haushalten liegt der Anteil des Stromverbrauchs am gesamten Energieverbrauch dagegen bei nur 15 bis 30 %. 

Sparpotenziale im Haushalt
So viel Geld kann ein 2-Personen-Haushalt im Mehrfamilienhaus bei der Energie sparen.

Mythos 7: Computer verbrauchen kaum noch Strom.

Auf den ersten Blick sind Computer, Laptops und Tablets harmlose Stromverbraucher, auch weil sie immer energieeffizienter werden. Aber es kommt darauf an: Ein dicker PC mit hoher Rechenleistung und gutem Prozessor kann durchaus einen prominenten Platz auf der Stromrechnung einnehmen. Ein Gaming-PC ist dafür ein gutes Beispiel. Laut der Plattform Energiewechsel des Bundeswirtschaftsministeriums geben Spieler:innen, die täglich vier Stunden mit einem Gaming-PC spielen, zwischen 135 und 170 Euro im Jahr für Strom aus. Mit einem Gaming-Laptop sind es 100 und 127 Euro. Und das sind Werte, die noch aus Vor-Energiepreiskrisen-Zeiten stammen. Mit den gestiegenen Strompreisen wird das Gamen noch teurer.

Am besten ist es, Games auf dem Smartphone zu spielen. Auch wenn Optik und Spieleauswahl etwas beschränkter sind, spart man sich doch einen Haufen Geld. Für das Laden eines Handys gehen lediglich 3 bis 12 Watt drauf.

Auch herkömmliche Computer können sich auf der Stromrechnung bemerkbar machen. Sie sind im Dauereinsatz und werden ungern ausgeschaltet. Wahrscheinlich hängt kein anderes Gerät so gern im Schlafmodus an der Steckdose wie der Computer. Dabei sorgen gerade ältere Modelle im Standby-Betrieb für hohe Stromkosten. Da Computer meistens mit einer Gang aus anderen Geräten wie Netzteil, Drucker oder Router vernetzt sind, lohnen sich schaltbare Steckerleisten oder Master-Slave-Steckdosen. Dann ist mit einem Klick wirklich alles aus. Ob ein Computer zu viel Strom zieht, lässt sich übrigens sehr schnell mit einem Strommessgerät oder einem smarten Stecker herausfinden. Ansonsten lässt sich der Stromverbrauch eines Computers mit einer einfachen Rechenformel grob einschätzen: Multipliziere dazu die Leistung des Computers in kW mit deiner Nutzungsdauer und deinem Strompreis pro Kilowattstunde. 

Mythos 8: Der Energieverbrauch von anderen geht mich nichts an.

Und ob. Wir müssen die Energie, die wir außer Haus verbrauchen noch stärker als unsere eigene betrachten. Jede Kilowattstunde, die wir sparen, egal ob zu Hause oder außer Haus, hilft mit, die Versorgungslage, die Energiepreise und die Energiewende zu stabilisieren. Gemeinsam können wir wirklich etwas reißen. Schon zu Beginn des Ukrainekriegs rechnete die EU-Kommission vor, dass Europa rund 10 Milliarden Kubikmeter Gas einsparen könnten, wenn alle ihre Heizung nur um ein Grad runterdrehen. Die Menge entspricht in etwa 6,4 % des europäischen Gasimports aus Russland im Jahr 2021. Deshalb sollten wir auch außer Haus, zum Beispiel im Büro bewusster mit Energie umgehen.

So sparst du Energie am Arbeitsplatz

Mythos 9: Der Stromverbrauch sinkt insgesamt.

Da sowohl Haushaltsgeräte als auch Gebäude immer effizienter werden, verbreitet sich der Mythos, die Stromverbräuche würden damit automatisch sinken. Das mag für einzelne Wohnbereiche zutreffen, aber insgesamt nimmt der Stromverbrauch eher zu. 2020 wurden in Deutschland laut BDEW 520 Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht. 2021 waren es sogar 16 Milliarden Kilowattstunden mehr. Und im ersten Halbjahr 2022, wo die Energiepreiskrise eskalierte, verbrauchten die Deutschen mit 311 Milliarden kWh nur eine Milliarde Kilowattstunde weniger als im Vorjahreszeitraum. 

Der hohe Verbrauch liegt auch an der zunehmenden Bedeutung von Strom im Alltag. Ein Beispiel ist die Verbreitung von Energiewende-Techniken wie Wärmepumpen und Elektroautos, die sehr stromintensiv sind. So kann der Betrieb einer Wärmepumpe den Stromverbrauch eines Haushalts durchaus um 6.000 Kilowattstunden im Jahr steigern. Das Gleiche passiert, wenn jetzt jeden Abend ein Elektroauto am Haus geladen wird. Allerdings muss man auch sehen, dass der Verbrauch von fossilen Energieträgern wie Gas und Öl wegfällt – und man die Chance hat, komplett auf Ökostrom umzustellen und entscheidend Emissionen zu verhindern. 

Dem wachsenden Energiebedarf können wir nur mit mehr Energieeffizienz und erneuerbarer Energie begegnen. Denn wenn man jetzt zum Beispiel Wärmepumpen und Elektroautos mit konventionellem Strom betreibt, werden die Techniken zu denselben CO2-Schleudern wie Verbrennerautos oder Öl- und Gasheizungen. Erst mit Ökostrom werden die Techniken auch wirklich zu einer klimafreundlichen Sache.

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Mythos 10: Ökostrom bringt nichts.

Was soll es denn bringen, wenn ich zu Ökostrom wechsle? Antwort: wirklich viel. Der CO2-Fußabdruck der Deutschen liegt laut Umweltbundesamt im Schnitt bei 10,78 Tonnen CO2 im Jahr. Davon fallen 2,7 Tonnen auf die Energie. Und diesen CO2-Posten kann jeder sofort mit dem Bezug von echtem Ökostrom und echtem Ökogas loswerden. Keine andere private Klimaschutzmaßnahme ist so einfach und effektiv zugleich. Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Energie auch wirklich zu 100 % aus erneuerbaren Quellen stammen. Im besten Fall bietet dein Energieversorger ausschließlich nur 100%ige Öko-Tarife an, wirtschaftet gemeinwohlorientiert, ist unabhängig und fördert den Ausbau der erneuerbaren Energien zusätzlich.

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Michael | Team Wirklich

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