Mann öffnet Kühlschrank

Dein Stromverbrauch ist zu hoch? Wir zeigen dir, wie hoch dein Energieverbrauch eigentlich sein sollte und wo du noch Strom und somit Geld sparen kannst:

von Tabatha

 

Entwicklung von Stromverbrauch und Energieeffizienz deutscher Haushalte.

Alles sah schon so gut aus: In den Haushalten sank der Stromverbrauch und die Energieeffizienz nahm zu. Seit 1991 sogar um 29 %. Doch seit 2018 gibt es wieder  einen kleinen Gegentrend. Nicht groß, aber auffällig. So nahm der Stromverbrauch der privaten Haushalte laut AG Energiebilanzen um 0,8 % zu, der Brennstoffeinsatz um 1,8 %. 

Das klingt nach Erbsenzählerei, ist es aber nicht. Erstens liegt die Effizienzsteigerung der privaten Haushalte mit einem langjährigen Mittel von 1,2 % hinter anderen Sektoren. Zweitens erreichen wir unsere Klimaziele nur dann, wenn die Trends auch eine klare Richtung zeigen: Effizienz rauf, Stromverbrauch runter. Jeder von uns kann und muss energieeffizienter wohnen. Nur so können wir unseren Energiebedarf und damit die Emissionen langfristig senken. 

 

Einflussfaktoren auf den Stromverbrauch eines Haushaltes.

Die Frage, wie viel Strom ein Haushalt nun wirklich benötigt, ist von mehreren Faktoren abhängig. Auf was es ankommt, erfährst du in dieser Checkliste.

 

Diese Faktoren beeinflussen den Stromverbrauch im Haushalt:

• 1. Personenanzahl im Haushalt.

• 2. Geräteanzahl im Haushalt.

• 3. Alter und Effizienz der Geräte im Haushalt.

• 4. Erzeugung von Wärme und Warmwasser mit oder ohne Strom.

• 5. Geräte mit hohem Verbrauch (wie E-Auto und Wärmepumpe).

• 6. Eigene Gewohnheiten.

1. Personenanzahl im Haus.

Laut der Energieberatung co2online verbraucht jeder Deutsche durchschnittlich 1.400 Kilowattstunden Strom im Jahr (425 Euro). Mit steigender Personenzahl im Haushalt steigt auch der Stromverbrauch, gleichzeitig wird der Pro-Kopf-Verbrauch immer geringer, weil Licht, Haushalts- und Unterhaltungsgeräte gemeinschaftlich genutzt werden. So verbraucht ein Ein-Personen-Haushalt 1.300 kWh, ein 2-Personen-Haushalt etwa 2.400 kWh und ein 3-Personen-Haushalt ca. 3.000 kWh.

 

2. Geräteanzahl im Haus.

Je größer die Geräteausstatung ist, desto höher ist auch der Stromverbrauch. Große Geräte wie Kühlschränke oder Waschmaschinen verbrauchen viel Strom. Doch auch der Kaffeevollautomat kann ins Gewicht fallen, wenn er lange und viel genutzt wird. Alte Geräte werden oft nicht weitergegeben oder verschenkt, sondern als Zweitgerät in andere Räume abgeschoben. Im Ergebnis  schauen nicht mehr alle in einen Fernseher, sondern jeder in seinen eigenen. So kann der Strombedarf natürlich nicht sinken. Ein LCD-Fernseher verursacht laut co2online allein im Standby rund 32 Euro im Jahr. Bei zwei Geräten fallen die doppelten Kosten an. 

Effiziente Geräte: So schöpfst du das Potenzial aus

 

3. Alter und Effizienz der Geräte im Haushalt.

Manche Geräte sind richtige Stromfresser, etwa Klimaanlagen oder ältere Fernseher. Neue besonders energiesparende Geräte können die Stromkosten nachhaltig senken.  So spart eine effiziente Waschmaschine bereits rund 70 kWh im Jahr. Das sind immerhin um die 21 Euro im Jahr. Doch Vorsicht: Nur weil Geräte effizient sind, heißt es nicht, dass man sie häufiger und intensiver nutzen sollte. Sonst liegen die Stromkosten mit einem Schlag höher als vorher.

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4. Erzeugung von Wärme und Warmwasser mit oder ohne Strom.

Der Wärmebedarf macht in privaten Haushalten etwa 80 % des Energieverbrauchs aus. Wer da mit Strom heizt, hat einen entsprechend hohen Stromverbrauch. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft liegt der mittlere Stromjahresverbrauch eines Haushalts mit einer strombetriebenen Speicherheizung bei rund 8.200 Kilowattstunden. Zum Vergleich: der typische Stromverbrauch eines 4-Personenhaushalts liegt bei 3.500 Kilowattstunden. Trotzdem lässt sich auch mit einer Wärmepumpe oder Nachtspeicherheizung jede Menge Strom einsparen. So gibt es Stromspartipps, die speziell auf Wärmepumpen und andere strombetriebene Heizungen zugeschnitten sind. Spezialtarife für Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen können die Stromkosten zusätzlich drücken. Auch die Warmwasseraufbereitung mit Strom macht sich beim Verbrauch bemerkbar. Je nach Haushaltsgröße können 200 bis 800 kWh und damit rund 60 bis 240 Euro anfallen. Gerade beim Duschen, Baden, Händewaschen ist es ziemlich einfach, den Energieverbrauch zu senken. 

Warmwasser sparen – so geht's

 

5. Geräte mit hohem Verbrauch.

E-Autos und Wärmepumpen sind wichtige Technologien für die Energiewende. Mit Ökostrom betrieben, senken sie den CO2-Fußbabdruck eines Haushalts um ein riesiges Stück. Allerdings handelt es sich bei diesen Technologien um große Stromverbraucher. 6.000 kWh Jahresverbrauch bei einer Sole-Wasser-Wärmepumpe mit 12 kW Heizleistung sind durchaus üblich. Die Stromkosten lassen sich drosseln, indem du unsere Heiztipps befolgst oder einen Spezialtarif nutzt. Diese gibt es sowohl für Wärmepumpen als auch für Elektroautos.

 

6. Eigene Gewohnheiten.

Geräte und Gebäude können noch so effizient sein – ob du wirklich Energie sparst, hängt am Ende von deinem Umgang mit den Geräten ab. Wenn du gerne mal den Kühlschrank offen oder Lichter im ganzen Haus brennen lässt, wirkt sich das natürlich auch auf deinen Stromverbrauch aus. Wir empfehlen dir deshalb, deinen eigenen Verbrauch mit dem Stromspiegel zu vergleichen. Du erfährst so, ob du mit deinem Verbrauch unter oder über dem Durchschnitt liegst und wie viel du sparen kannst. 

Danach geht es an das Umsetzen von einfachen Sparmaßnahmen, zum Beispiel mit unseren Stromspartipps, die gehen immer. Mit dem Wechsel zu wirklich besserer Energie wirst du nebenbei richtig viel CO2 los. Der Umstieg zu Wirklich Ökostrom und Wirklich Ökogas kann deinen eigenen CO2-Fußabdruck um bis zu einem Viertel senken

 

Wo im Haushalt der meiste Strom verbraucht wird.

Laut der Energieberatung co2online verbrauchen wir den meisten Strom für die Informationstechnik wie Fernseher oder Computer (27 %). Dieser Bereich legt auch nach wie vor zu, was vor allem einer intensiven Nutzung von Streaming-Diensten und Online-Games liegt, insbesondere im Corona-Jahr. Kühlen und Gefrieren (17 %) kommen an zweiter Stelle, Waschen und Trocknen liegen mit 13 % auf dem dritten Platz. Die Grafik zeigt, wie wir den Strom im Haushalt sonst noch nutzen. 

 

Vergleich des Stromverbrauchs verschiedener Haushalte.

Wie der Stromverbrauch je nach Lebenssituation variieren kann und wann der Stromverbrauch hoch, niedrig oder im Rahmen ist, zeigen diese Beispielhaushalte. Vielleicht findest du dich ja wieder.

Stromverbrauch verschiedener Haushalte
So hoch ist der Stromverbrauch verschiedener Haushalte.

 

Haushalt A: Ein 2-Personen-Haushalt in einer Wohnung.*

Etwa 28 Millionen Menschen in Deutschland leben laut Stromspiegel in einem 2-Personen-Haushalt, die Mehrheit davon in Mehrfamiliengebäuden. Durchschnitt ist ein Stromverbrauch von 2.400 kWh. Alles darüber liegt im roten Bereich. Dabei kann es sogar ein 2-Personen-Haushalt schaffen, auf einen Verbrauch von 1.300 kWh zu kommen. 1.000 Kilowattstunden weniger sind bei einem durchschnittlichen Strompreis von 31,47 ct/kWh (Stand 2020) 314,70 gesparte Euro im Jahr. Gerade bei Wohnungen im Altbau gibt es häufig Nachtspeicherheizungen, die viel Strom verbrauchen. Bei Polarstern haben wir deshalb einen eigenen Tarif für Nachtspeicherheizungen

 

 

Haushalt B: Ein 3-Personen-Haushalt im Haus.*

Mit einem Verbrauch unter 3.000 kWh/Jahr liegt ein typischer 3-Personen-Haushalt im Eigenheim im grünen Bereich. Spätestens wenn der Stromverbrauch die 4.300 kWh überschreitet, ist es an der Zeit, Kosten und CO2 zu reduzieren. Wer etwa 1.300 kWh bei einem Strompreis von 30 Cent/kWh spart, hat bei einem Kilowattstundenpreis von 31,47 Cent 409,11 Euro mehr auf dem Konto. 

 

Haushalt C: Ein 3-Personen-Haushalt im Haus* – mit Elektroauto und Wärmepumpe.

Wir gehen wieder von einem 3-Personen-Haushalt aus. Diesmal jedoch im Eigenheim mit zwei großen Stromverbrauchern: einer Wärmepumpe und einem Elektroauto. Der E-Golf war 2020 das beliebteste Elektroauto der Deutschen. Der verbraucht 15,8 kWh auf 100 Kilometer. Bei einer durchschnittlichen Jahresfahrleistung von 13,727 km, wie sie das Kraftfahrt-Bundesamt für das Jahr 2018 angibt, bedeutet das einen Verbrauch von rund 2,169 kWh. Der durchschnittliche Verbrauch einer Wärmepumpe liegt bei einer Wohnfläche von 100 bis 250 m2 laut Heizspiegel bei etwa 42 kWh pro m2 und Jahr. In einem Haus mit 150 m2 Wohnfläche ist das ein zusätzlicher Stromverbrauch von 6.300 kWh im Jahr.  

 

Vierfacher Verbrauch mit E-Auto und Wärmepumpe. 

Insgesamt kommt so ein 3-Personen-Haushalt mit Wärmepumpe und Elektroauto bei einem durchschnittlichen Haushaltsstromverbrauch von 3.800 kWh/Jahr auf insgesamt 12.269 Kilowattstunden im Jahr. Das ist das Vierfache, was dieser Haushalt in einer Wohnung ohne E-Auto und Wärmepumpe verbraucht. Man darf aber nicht vergessen: Hättest du eine Gasheizung und einen Diesel, würdest du an anderer Stelle für den jeweiligen Brennstoff zahlen. Im Schnitt kostet beispielsweise das Laden des Elektroautos weniger als das Tanken des Diesels oder Benziners. Gleichzeitig sind Benzin und Diesel Gift für die Umwelt und das Klima. Deshalb machen nachhaltige Lösungen, wie etwa das Laden des Elektroautos mit PV-Strom oder die Nutzung von speziellen Autostrom-Tarifen und Wärmepumpenstrom-Tarifen wirklich Sinn.

*Warmwasseraufbereitung ohne Strom.

 

Fazit: Ökostrom-Spezialtarife werden wichtiger.

Natürlich gibt es einen „Grundbedarf“ an Strom im Haushalt. Zum Beispiel fürs Kochen, Waschen oder Netflixen. Dabei solltest du die Geräte aber immer bewusst nutzen, auf ihre Effizienz achten und sie natürlich mit Ökostrom betreiben. Besonders im modernen Haushalt fallen aber auch neue „Stromfresser“ ins Gewicht. Sie erhöhen deinen Verbrauch schnell mal um das Drei- bis Vierfache. Damit deine Kosten und dein CO2-Ausstoß nicht in die Höhe schießen, gibt es Ökostrom-Spezialtarife.

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