Für Waschmaschine, Fernseher und Co. gibt es inzwischen neue, effizientere Geräte. Zeit also, alles neu zu kaufen? Nicht unbedingt. Prüfe genau, ob sich der Neukauf bei deinem Gerät lohnt und ob du deinem Geldbeutel und der Umwelt damit wirklich etwas Gutes tust. Wir haben die wichtigsten Infos rund um die Effizienz von Haushaltsgeräten für dich zusammengetragen. 

von Tabatha

 

Entwicklung der Effizienz von Haushaltsgeräten.

Der Stromverbrauch im Haushalt ist extrem hoch.  Insgesamt entfallen mehr als 50 % des Strombedarfs auf Küche und Bad. Effiziente Geräte sollten sich dort also besonders bemerkbar machen.

Doch obwohl zum Beispiel Waschmaschinen in den letzten Jahren um durchschnittlich 9 % effizienter wurden, ist der Strombedarf im gleichen Zeitraum deutlich weniger gesunken. Schuld sind hier vor allem wir selbst und unser oftmals wenig energieeffizientes Verhalten.

>>> Hier geht´s zu unseren Stromspartipps. 

Denn in Sachen Energieeffizienz hat sich in den letzten 30 Jahren doch einiges getan: Benötigte eine Spülmaschine im Jahr 1990 noch etwa 490 kWh jährlich, liegen die effizientesten Geräte heute bei unter 200 kWh (Quelle: Umweltbundesamt). Geht es auch so weiter? Eher nicht. Laut dem Öko-Institut hat die Effizienz inzwischen ein so hohes Niveau erreicht, dass sich der Neukauf nur noch selten lohnt.

Allerdings gibt es auch bei den heute verkauften Geräten starke Unterschiede in ihrer Effizienz: Kühl- und Gefriergeräte mit Effizienzklasse „A+++“ benötigen beispielsweise 47% weniger Energie als die der Klasse „A+“. Wann sich im Einzelfall der Neukauf lohnt, haben wir weiter unten für verschiedene Haushaltsgeräte zusammengefasst.

So findest du heraus, wie effizient ein Gerät ist.

Die Energieeffizienzklassen von Geräten reichen von D (schlechte Energieeffizienz) bis A+++ (hohe Energieeffizienz). Sie sind auf dem verpflichtenden EU-Energielabel zu finden. Übrigens werden die Energieeffizienzklassen Stand 2020 gerade wieder angepasst und reichen dann von A bis G, um Verwirrungen entgegenzuwirken, ohne diese ganzen +-Zeichen.  

Darüber hinaus hilft der blaue Engel (ein freiwilliges Umweltzeichen der Bundesregierung) Verbrauchern, wirklich nachhaltige Geräte zu finden. Auch das EU-Ecolabel gibt Auskunft über den Produktlebenszyklus. Das Umweltbundesamt ist an der Prüfung und Vergabe dieses Labels beteiligt.

 

Wie du selbst die Effizienz deiner Geräte beeinflussen kannst.

Vorsicht: Vermeintlich energiesparende Geräte können auch einen gegenteiligen Effekt haben. Der Stromverbrauch kann durch einen sorglosen Umgang oder durch den „Bereitschaftsdienst“ smarter Geräte erst recht in die Höhe klettern. Zudem steigt die Nachfrage nach Großgeräten, die auch bei hoher Energieeffizienz mehr Strom verbrauchen. Das heißt ein großer XXL-Kühlschrank verbraucht mehr Energie als ein kleiner. Logo.

Dieses Phänomen nennt man den „Rebound-Effekt“. Und der kann echt schwere Folgen für deinen Energieverbrauch haben und dadurch sowohl die Kosten, als auch die Umweltbelastung steigern.  

>>> Mehr über den Rebound-Effekt erfahren.

Denk es dir so: Wer sich eine Waschmaschine mit Eco-Funktion anschafft, diese aber nie benutzt, hat der Umwelt damit keinen Gefallen getan. Achte also darauf, dass du Geräte sinnvoll und effizient einsetzt. Dazu gehört bei Spül- und Waschmaschine zum Beispiel, dass du sie nicht nur halb befüllt anwirfst. Beim Kühlschrank kannst du darauf achten, ihn nicht zu lange offen stehen zu lassen. Weitere Tipps, die dir beim effizienten Umgang mit Strom helfen, findest du hier.

Am Ende musst du also die goldene Mitte zwischen ineffizienten alten und effizienten neuen Geräten finden. Die Faustregel: Je länger dein Gerät genutzt wird, desto umweltfreundlicher ist es meist.

Du siehst schon: Effiziente Geräte sind nicht alles. Ein energieeffizientes Gerät ist erst der Anfang. Denn auch die Frage, wie sorgsam du mit der Energie umgehst und vor allem welchen Strom du beziehst, wirken sich auf die Kosten und den Nutzen für die Umwelt aus. Bei Ökostrom solltest du dich für einen Anbieter entscheiden, der den Ausbau erneuerbarer Energien verstärkt fördert.

 

Wann sich ein neues Gerät aus Effizienzgründen lohnt.

Gibt man bei Google den Suchbegriff „Kaufen“ ein, erscheinen 1.050.000.000 Ergebnisse; bei „Reparieren“ sind es nur 15.400.000. Ein Indiz dafür, wie schnell wir alte Geräte wegwerfen. Dabei ist eine Reparatur aus ökologischer Sicht fast immer die bessere Option.

>>> Lies mehr zum Thema Reparieren und Recyceln. 

Doch am meisten wird die Umwelt entlastet, wenn du dein bestehendes Gerät möglichst lange nutzt. Aber was heißt "möglichst lange"?

Das Öko-Institut gibt für unterschiedliche Produkte verschiedene Handlungsempfehlungen: Laptops, Smartphones und Waschmaschinen sowie Küchengeräte mit hoher Effizienz sollten möglichst lange genutzt werden. Bei Kühlschrank, Staubsauger und Spülmaschine mit niedriger Energieeffizienz kann sich ein Ersatz durch ein Neugerät der höchsten Effizienzklasse lohnen.

Diese  Grafik des Öko-Instituts gibt dir Auskunft, ab welcher Effizienzklasse du  bei bestimmten Geräten  einen Neukauf in Betracht ziehen solltest:

 

 

Infografik: Bei diesen Geräten lohnt sich der Neukauf
Wann sich der Austausch von Haushaltsgeräten für die Umwelt lohnt; Quelle: Öko-Institut 

 

Vor dem Kauf solltest du dir bewusst machen, dass ein Großteil des Energiebedarfs für ein Gerät bei seiner Herstellung anfällt. Ein Smartphone verursacht beispielsweise 5-10 Mal mehr CO2 während der Produktion wie in der Nutzung. Deshalb ist es umso wichtiger, vor dem Neukauf Reparatur- und Recycling-Möglichkeiten in Betracht zu ziehen.

So kannst du berechnen, wann sich der Neukauf finanziell für dich lohnt.

Wenn du dich fragst, ob du mit einem neuen Gerät Kosten sparen kannst, schau dir folgende Schritte an:

  1. Messe den Verbrauch des „alten“ Gerätes für einen Tag oder eine Woche. Strommessgeräte gibt´s dafür zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale.
  2. Rechne dann den jährlichen Stromverbrauch des Gerätes aus, also entsprechend der Nutzung.
  3. Sieh dir an, wie der Verbrauch des neuen Gerätes aussieht.
  4. Berechne dein Sparpotential in Euro. Dazu multiplizierst du einfach die Differenz im Stromverbrauch mit dem aktuellen Strompreis pro Kilowattstunde.
  5. Teile nun den Anschaffungspreis des neuen Gerätes durch die jährliche Ersparnis, um herauszufinden, nach wie vielen Jahren sich das Gerät amortisiert hat.

 

Waschmaschine, Kühlschrank, Staubsauger: Welche Geräte du wann austauschen solltest. 

Waschmaschine und Wäschetrockner.

Die Herstellung von Waschmaschinen belastet die Umwelt stark. Hier solltest du deshalb auf ein langlebiges Gerät setzen, dass sich im Zweifel reparieren lässt. Eine kurzlebige Waschmaschine hält nur etwa fünf Jahre, während robustere Geräte bis zu 20 Jahre schaffen. Die Kosten, um alle fünf Jahre eine neue Waschmaschine zu kaufen, decken sich in der Regel mit der Anschaffung eines langlebigen Gerätes. 

Das Öko-Institut schreibt dazu: „Die größte Einsparung können Sie beim Waschen selbst erreichen, indem Sie beispielsweise mit niedrigen Temperaturen waschen, energiesparende Waschprogramme nutzen und die Waschmaschine nur voll beladen anschalten.“

Einen Wäschetrockner zu ersetzen, macht Sinn, wenn er vor dem Jahr 2000 gekauft wurde oder ohne Wärmepumpe (Energieeffizienzklasse B und schlechter) funktioniert. Ansonsten ist eine Reparatur dem Neukauf vorzuziehen.

Kühlschrank und Co. 

Bei Kühl- und Gefriergeräten kommt es auf das Alter und die Energieeffizienzklasse an. Hier rät das Öko-Institut zu einem Austausch, wenn das Gerät bis zum Jahr 2000 gekauft wurde oder die Energieeffizienzklasse B und schlechter hat. Bei A oder A+ kann es ebenfalls Sinn machen, ein neues Gerät zu kaufen, wenn das Gerät kaputt geht.

Spülmaschine.

Bei Spülmaschinen ist es ähnlich wie bei den Kühlgeräten. Geräte, die vor dem Jahr  2000 gekauft wurden oder die Energieeffizienzklasse A und schlechter haben, sind mit einem Gerät der höchsten Energieeffizienzklasse zu ersetzen. Ansonsten heißt es auch bei der Spülmaschine: Reparieren ist die bessere Option. 

Staubsauger. 

Beim Staubsauger entscheidet die Energieeffizienzklasse: Ein defektes Gerät mit Energieeffizienzklasse C oder D sollte besser durch ein Neugerät der höchsten Effizienzklasse ersetzt werden. Reparaturen können außerdem oft selbst durchgeführt werden.

Auch sind Staubsauger aufwendig in der Herstellung und werden meist nur etwa fünf Jahre genutzt, obwohl sie im Schnitt acht Jahre halten würden. Laut Stiftung Warentest sind die Kosten für zwei Reparaturen innerhalb dieser acht Jahre allerdings höher, als die Neuanschaffung bei einem Defekt. Umso wichtiger ist es also, sich für ein qualitativ hochwertiges Modell zu entscheiden.

 

Checkliste:  Was du beim Neukauf beachten solltest.

Bevor du aus Impuls den neuen Flachbildfernseher bestellst, kann dir unsere Checkliste helfen, eine durchdachte Entscheidung zu treffen:

  1.  Achte auf eine lange Garantiezeit, sowie auf Reparaturangebote und weitere Serviceleistungen des Herstellers.
  2. Hoher Preis, längere Lebensdauer: Langlebige Produkte sind in der Regel auch etwas teurer. Natürlich ist der Kaufpreis keine Garantie für Qualität, doch bei vielen Geräten gibt es einen Zusammenhang. Denn Herstellung und Entwicklung sind bei langlebigen Geräten meist aufwendiger und dadurch teurer.
  3. Wirf einen Blick auf Vergleichsportale etwa von Stiftung Warentest.
  4. Ehrliche Vergleiche ziehen: Ein großer Fernseher braucht trotz gleicher Energieeffizienzklasse in der Regel mehr Energie als ein kleinerer, vergleichbarer Fernseher.
  5. Achte auf Siegel: Neben den Energieeffizienzklassen gibt es noch den blauen Engel für eine ressourceneffiziente Produktion oder das EU-Ecolabel.
  6. Hinterfrage deine Nutzung: Generell gilt, dass Geräte, die nur selten zum Einsatz kommen, sich erst nach langer Zeit amortisieren.
  7. Hast du noch ein altes Gerät, dass laut Öko-Institut noch effizient ist? Dann ist es auf Umweltsicht besser, dieses weiterhin zu nutzen. Im Zweifel können Fernseher, iPhone und Co. auch in Second-Hand-Läden verkauft oder umfunktioniert werden.   

Wichtig: Egal wie effizient dein altes oder neues Gerät ist, es braucht immer noch Energie. Und zum Teil eine ganze Menge davon. Mit Wirklich Ökostrom aus einem deutschen Laufwasserkraftwerk bist du bei der Nutzung der Geräte auf alle Fälle umwelt- und klimafreundlich. Zudem investieren wir in den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland und weltweit. Mehr Infos findest du hier: 

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