Türkiser Kühlschrank

Es ist soweit: Das EU-Energielabel für Haushaltsgeräte wird ab März 2021 eingeführt. Dann gibt es schrittweise für immer mehr Produktgruppen keine verwirrenden +-Zeichen mehr beim Energielabel. Das soll es einfacher machen, die Geräte zu vergleichen und ihre Energieeffizienz zu bewerten. Was noch alles hinter dem neuen Energielabel steckt und weshalb Geräte trotzdem nur mit deiner Hilfe wirklich effizient sein können, erfährst du hier.

von Tabatha

 

EU-Energielabel: Zeit für ein Update.

Der Kauf eines technischen Geräts kann wirklich überfordern. Was du da alles beachten musst! Da ist das Preis-Leistungsverhältnis (ein Wort, das es bestimmt so nur im Deutschen gibt). Da sind die ganzen Features, die du nie nutzen wirst, und technische Angaben, die du auch erst mal verstehen musst.

Zumindest den groben Energieverbrauch erkennst du auf einen Blick. Dafür gibt es seit 1994 das EU-Energielabel, das ein Gerät in Effizienzklassen einordnet. Jetzt kommt ein Update. Weil die Geräte über die Jahre immer effizienter wurden, gab es nämlich ein Pluszeichen nach dem anderen, mit denen das ausgedrückt wurde. Schließlich sind wir bei A+++ angekommen. 2017 waren bereits 90 % der verkauften Geräte in den Klassen A+, A++ oder A+++, angesiedelt. Also alles gut? Na ja, die Pluszeichen verschleiern die Effizienz-Unterschiede. Dabei ist ein A+ Gerät schon deutlich weniger effizient als eines mit der Effizienzklasse A+++ oder ein A++. Und deshalb wurden die Pluszeichen nun gestrichen. Das bedeutet: Ein ehemaliges A++-Gerät fällt künftig voraussichtlich in die Energieeffizienzklasse C. Hups!

>>> Weiter unten zeigen wir dir die neuen Kategorien.

Innerhalb einer kurzen Übergangszeit von knapp 2 Wochen müssen Händler auf die neue Kennzeichnung umstellen. Allerdings gilt das Label nicht direkt gleich für alle Bereiche. Hier eine Übersicht, ab wann welche Geräte auf das neue Energielabel umgestellt werden müssen und wie lange die Übergangszeit gilt, in der du sowohl das alte als auch das neue Energielabel sehen wirst:

Phase 1: Ab März 2021 (Übergangsphase bis 18. März).

  • Fernseher und Monitore.
  • Kühlschränke und Gefriergeräte.
  • Spülmaschinen. 
  • Waschmaschinen und kombinierte Wäschetrockner. 

Phase 2: Ab September 2021 (1,5 Jahre Übergangsphase).

  • Lampen. 

Phase 3: Ab 2024.

  • Trockner.
  • Staubsauger.
  • Backöfen.  

Phase 4: Ab 2026.

  • Heizungen & Klimageräte.
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Wie das neue Energielabel die Energieeffizienz realistischer misst.

Das Energielabel wurde auch überarbeitet, um den tatsächlichen Stromverbrauch eines Gerätes im Alltag besser abzubilden. Denn Geräte sind unter Laborbedingungen meist energieeffizienter als in der Realität. Das liegt daran, dass in Tests das typische Nutzerverhalten oft ignoriert wird, wie eine Gruppe von Umweltschutz-NGOs 2017 in einer Studie  herausfand. Deshalb wurden nun die Berechnungsmethoden für die Energieeffizienz in den jeweiligen Produktgruppen neu festgelegt, die Effizienz-Anforderungen also verschärft.

Mit diesen verschärften Messmethoden ändern sich auch die Angaben zum jährlichen Stromverbrauch eines Gerätes. Wichtig deshalb: Die Kilowattstunden-Angaben auf dem neuen Label können nicht 1:1 mit denen auf alten Labels verglichen werden. Zum Beispiel werden Spülmaschinen laut Verbraucherzentrale eher einen niedrigeren und Kühlschränke eher einen höheren Stromverbrauch aufweisen als bisher.

„Mit der Umstellung auf die neue Skala steigen auch die Anforderungen an die Sparsamkeit der Geräte. Deshalb werden sich die aktuellen Modelle künftig in deutlich schlechteren Klassen wiederfinden. So liegt zum Beispiel ein Großteil der heutigen „A+++“-Kühlschränke beim neuen Label in der Klasse D. Nur manche der bisherigen Bestplatzierten erreichen die Klasse C, andere sogar nur Klasse E.“ –Verbraucherzentrale

Und wie groß ist der Unterschied zwischen den Kategorien? Das kommt auf die Gerätekategorie an. Denn Kühlschränke werden natürlich nur mit anderen Kühlschränken bzw. deren Effizienz verglichen und entsprechend in eine Kategorie von A bis G eingeordnet.

 

EU-Energielabel: das sind die wichtigsten Neuerungen.

Insgesamt soll das neue Energielabel für mehr Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit sorgen. So werden die Energieeffizienzklassen nun konkret angepasst:

Das neue EU-Energielabel
Das ändert sich ab 1. März 2021 beim EU-Energielabel.

1. Das + kommt weg, aus A wird E – und A gibt‘s noch nicht.

Die Pluszeichen werden gestrichen, die Benotung geht von A bis G. Geräte, die aktuell in der besten Energieeffizienzklasse A+++ landeten, sind nun eher in der Effizienzklasse B zu finden. Und was ist das neue A? Geräte dieser Effizienzklasse wird es bei der Einführung der neuen Energieverbrauchskennzeichnung noch nicht geben. Diese Klasse ist künftigen Geräten vorbehalten. 

Krass: Geräte, die bisher ein „A“ hatten (was ja eigentlich top klingt), rutschen demnächst sogar in die Kategorie „E“.

Warum so streng? Die Hersteller sollen angespornt werden, noch effizientere Geräte zu entwickeln. Die naheliegende Vermutung ist, dass jeder der Erste sein möchte, der ein Gerät der Klasse A auf den Markt bringt, um sich so ein Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Ein super Anreiz für mehr Energieeffizienz also!

2. QR-Code.

Eine weitere Neuerung ist die Einführung eines QR-Codes. Wer mehr Infos über ein Gerät haben möchte, kann sie sich direkt aufs Handy laden. Alle Hersteller sind inzwischen verpflichtet, gerätespezifische Informationen wie Fassungsvermögen, Wasserverbrauch oder Laustärke in der EU-Datenbank EPREL zu speichern.

3. Zusätzliche Informationen.

Bei einigen Geräten kommen weitere Angaben auf dem Energielabel hinzu. So wird etwa bei Waschmaschinen angegeben, wie lange das Energiesparprogramm dauert, das dem angezeigten Stromverbrauch zugrunde liegt. Das macht auch Sinn, schließlich macht es einen großen Unterschied, ob du im Eco-Programm, bei 40 oder bei 60 Grad wäscht.

Neues EU-Energielabel
Aus alt mach neu: So sieht das neue Energielabel aus; Quelle: co2online.

 

Was das EU-Energielabel bislang gebracht hat.

Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) berücksichtigen ca. 80 % der Verbraucher:innen das EU-Energielabel beim Kauf. Neben Transparenz und Wettbewerbsförderung hat das EU-Energielabel dazu beigetragen, den Stromverbrauch deutschlandweit zu senken:

“Der Stromverbrauch aller Haushalte sank 2018 gegenüber 2008 um 7,2 Prozent. Vor allem durch die Standards der Energieeffizienz, festgelegt in der Ökodesign-Richtlinie, konnte eine Trendwende eingeleitet werden. Dabei helfen EU-Energielabel und der „Blaue Engel“ den Verbraucherinnen und Verbrauchern, effiziente Geräte zu erkennen.” – Umweltbundesamt

Ein Blick auf die Effizienz einzelner Haushaltsgeräte zeigt die Wirkung noch deutlicher: Das Umweltbundesamt gibt an, dass effiziente Geschirrspülmaschinen heute nur noch um die 176 kWh pro Jahr benötigen, während es in den 90-er Jahren noch durchschnittlich 490 kWh pro Jahr waren. Das ist eine Einsparung von rund 74 %.

 

Erst ein bewusster Umgang macht ein Gerät wirklich effizient.

Ein kritischer Punkt ist die Mehrfach- und Intensivnutzung von Geräten. Häufig ist sie ein Grund, warum viele Haushalte die Stromkosten nicht senken können, sondern manchmal sogar immer mehr verbrauchen. Dieses Phänomen wird Rebound-Effekt genannt und wird besonders in Haushalten mit neuen Geräten beobachtet: Das Wissen, ein effizientes Gerät zu haben und weniger Energie zu verbrauchen führt oft zu einem fahrlässigeren Umgang damit. In der Folge sind die Energieersparnisse also schnell wieder aufgebraucht.

>>> Mehr zum sogenannten Rebound-Effekt.

Der verantwortungsvolle Umgang mit der Technik bleibt ein Muss. Dazu gibt es klassische und moderne Energiespartipps. Wer nicht einfach ins Blaue sparen will, holt sich am besten eine Energiespar-App, etwa den EnergieCheck von co2online. Die App deckt die echten Energiesparpotenziale im Haushalt auf, hilft beim Sparen, dokumentiert die Erfolge und ist kostenlos.

>>> Hier haben wir kostenlose Energiespar-Apps für dich getestet.

Um wirklich Energie zu sparen ist dein energiebewusstes Verhalten der wichtigste Hebel, den kein Energielabel dieser Welt ersetzt. Wie viel Strom du etwa mit deiner Wasch­maschine und Geschirr­spüler verbrauchst, hängt vom Programm ab, das du nutzt. Auch eine effiziente Waschmaschine braucht im Turbo- oder das Pflegeleicht-Programm viel mehr Energie als im Sparprogramm, das auf dem Energielabel steht. Mit smarten Steckern etwa kannst du ganz genau herausfinden, wann du wo wieviel Strom verbrauchst. Weitere Tipps, wie du deinen Energieverbrauch reduzieren kannst, haben wir hier für dich gesammelt:

>>> Zu unseren Energiespartipps.

 

Wann man Geräte ersetzen sollte.

Mit dem neuen EU-Energielabel kannst du Geräte beim Neukauf besser vergleichen. Sollst du also deine alten – ggf. ineffizienteren – Geräte gegen neue mit einer besseren Effizienzklasse tauschen? Das kommt aufs Produkt an. Das Öko-Institut empfiehlt, Laptops, Smartphones und Waschmaschinen sowie Küchengeräte mit hoher Energieeffizienz möglichst lange zu nutzen. Bei veralteten Kühlschranken, Staubsaugern und Spülmaschine mit niedrigen Effizienzklassen kann sich der Austausch durchaus lohnen. Grundsätzlich ist es meist nachhaltiger, das zu nutzen, was du schon hast. Wann es Zeit für einen Neukauf ist, zeigen wir dir hier:

>>> Wann du ein neues Gerät kaufen solltest.

Auch darf man nicht vergessen, dass die Produktion eines neuen Geräts mit hohen Stromverbräuchen und CO2-Emissionen verbunden ist. Außerdem sind viele Haushalte mit manchen Geräten jetzt schon doppelt und dreifach ausgestattet. Geräte lange zu nutzen und sie auch mal reparieren, lohnt sich. 

>>> Mehr zum Reparieren und Recyceln von Geräten.

 

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