Die Energieverbrauchskennzeichnung für Haushaltsgeräte wird überarbeitet. Ab 2021 gibt es Effizienzklassen wie A+++ nicht mehr. Was sich jetzt ändert – und warum Geräte trotzdem nur mit deiner Hilfe effizient sein können.

von Michael

 

EU-Energielabel: Was die Buchstaben bedeuten.

Der Kauf eines technischen Geräts kann wirklich überfordern. Was man da alles beachten muss! Da ist das Preis-Leistungsverhältnis (ein Wort, das es bestimmt so nur im Deutschen gibt), da sind die ganzen Features, die du nie nutzen wirst, und technische Angaben, die man auch erst mal verstehen muss.

Zumindest den groben Energieverbrauch erkennt man auf einen Blick. Dafür gibt es das EU-Energielabel, das ein Gerät in eine Effizienzklasse von A bis G einordnet. Es gibt Auskunft über den jährlichen Stromverbrauch und je nach Gerätetyp weitere Informationen wie Fassungsvermögen bei Kühlschränken oder Wasserverbrauch bei Waschmaschinen. Je weiter man sich im Alphabet befindet, desto mehr Strom zieht das Gerät, desto mehr Stromkosten fallen an. Und natürlich CO2 – falls kein Ökostrom genutzt wird.

Wechselformular ansehen

 

Warum das EU-Energielabel jetzt geändert wird.

Das EU-Energielabel wurde bereits 1995 eingeführt. Seitdem hat es bei Verbrauchern zu nachhaltigeren Kaufentscheidungen geführt und unter den Herstellern für mehr Wettbewerb gesorgt. In der Folge erfüllten immer mehr Geräte die Kriterien für die Effizienzklasse A. Manche nur knapp, andere schossen weit übers Ziel hinaus. Bessere Geräte mussten deshalb mit einem + gekennzeichnet werden. Dann mit noch einem. Und noch einem. Das erschwert jedoch die Vergleichbarkeit des Stromverbrauchs von Gerätetypen. Zum Beispiel verbrauchen laut Öko-Institut Kühlschränke der Effizienzklasse A+++ heutzutage bis zu 47 % weniger Energie als Geräte der Klasse A+. Deshalb werden letztere EU-weit schon gar nicht mehr für eine Markteinführung zugelassen. 

Ein weiterer Grund für die Überarbeitung des Labels ist, dass Geräte unter Laborbedingungen energieeffizienter sind als in der Realität. Im Test wurde das typische Nutzerverhalten oft ignoriert, wie eine Gruppe von Umweltschutz-NGOs 2017  in einer Studie herausfanden. Um die Vergleichbarkeit wiederherzustellen, hat die EU die Effizienzklassen neu definiert. Ab dem 1. März 2021 werden sie eingeführt. 

 

EU-Energielabel: das sind die wichtigsten Neuerungen.

Das neue EU-Energielabel
Das ändert sich ab 1. März 2021 beim EU-Energielabel.

 

1. + kommt weg, aus A wird B – und A gibt‘s noch nicht.

Die Pluszeichen werden gestrichen, die Benotung von A bis G bleibt aber bestehen. Geräte, die aktuell unter der Energieeffizienzklasse A mit allen Pluszeichen zusammengefasst sind, werden zur Effizienzklasse B. Und was ist mit A? Geräte dieser Effizienzklasse wird es bei der Einführung der neuen Energieverbrauchskennzeichnung noch nicht geben. Diese Klasse ist künftigen Geräten vorbehalten. 

Denn wie bei der damaligen Einführung des Labels sollen die Hersteller auch jetzt angespornt werden, noch effizientere Geräte zu entwickeln. Die naheliegende Vermutung ist, dass jeder der erster sein möchte, der ein Gerät der Klasse A auf den Markt bringt, um sich so ein Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. 

 

2. QR-Code. 

Eine weitere Neuerung ist die Einführung eines QR-Codes. Wer mehr Infos über ein Gerät haben möchte, kann sie sich direkt aufs Handy laden. Alle Hersteller sind inzwischen verpflichtet, gerätespezifische Informationen wie Fassungsvermögen, Wasserverbrauch oder Laustärke in der EU-Datenbank EPREL zu speichern. In den nächsten Monaten will die EU die Datenbank für alle Konsumenten freischalten.

 

Für diese Geräte gilt die neue Energieverbrauchskennzeichnung

Die neuen Effizienzklassen gelten ab März 2021 erst mal für alle Standardgeräte in den Haushalten, also: 

• Fernseher und andere Display-Geräte.

• Kühlschränke.

• Lampen. 

• Spülmaschinen. 

• Waschmaschinen und Wäschetrockner. 

 Bis 2030 sollen die Effizienzklassen auch für andere Produkte überarbeitet werden. 

Warum Wirklich Ökostrom Testsieger ist

 

Was das EU-Energielabel bislang gebracht hat.

Neben Transparenz und Wettbewerbsförderung hat das EU-Energielabel dazu beigetragen, den Stromverbrauch deutschlandweit zu senken. Laut Umweltbundesamt hat sich allein zwischen 2005 und 2010 der Energieverbrauch von den Haushalts- und Elektrogeräten um 9 % reduziert. Nach einer gemeinsamen Studie von Prognos AG, Fraunhofer ISI und der TU München im Auftrag des Umweltbundesamts ist der Gesamtstromverbrauch von Haushaltsgroßgeräten von 38,9 Terrawattstunden in 2005 auf 32,8 Terrawattstunden in 2014 gesunken. Nur mal so: In einer Terrawattstunde stecken eine Milliarde Kilowattstunden. Vor allem bei Kühlschränken hat sich viel getan. Haben die Kühlschränke in Deutschland 2005 noch 9,4 Terrawattstunden verbraucht, waren es 2014 nur noch 7,1 Terrawattstunde. Wenig passiert, ist dagegen bei Wäschetrocknern. Im gleichen Zeitraum ist der Stromverbrauch nur von 1,1 auf 1 Terrawattstunde gesunken.

 

Ohne dich ist kein Gerät wirklich effizient.

Ein kritischer Punkt ist die Mehrfach- und Intensivnutzung von Geräten. Häufig ist sie ein Grund, warum viele Haushalte die Stromkosten trotz energieeffizienterer Geräte nicht senken können, sondern manchmal mehr verbrauchen als vorher. Dieses Phänomen wird Rebound-Effekt genannt und wird auch in energetisch sanierten Häusern beobachtet: Fehlt die Motivation zum Energie sparen, wird auch mehr verbraucht. 

Der verantwortungsvolle Umgang mit der Technik bleibt daher ein Muss. Dazu gibt es klassische und moderne Energiespartipps. Wer nicht einfach ins Blaue sparen will, holt sich am besten die App EnergieCheck von co2online. Die App deckt die echten Energiesparpotenziale im Haushalt auf, hilft beim Sparen, dokumentiert die Erfolge und ist kostenlos. 

 

Wann man Geräte ersetzen sollte.

Soll man ein altes Gerät gegen ein neues mit einer besseren Effizienzklasse tauschen? Kommt aufs Produkt an. Das Öko-Institut empfiehlt, Laptops, Smartphones und Waschmaschinen sowie Küchengeräte mit hoher Energieeffizienz möglichst lange zu nutzen. Bei veralteten Kühlschranken, Staubsaugern und Spülmaschine mit niedrigen Effizienzklassen kann sich der Austausch durchaus lohnen. 

>>> Mehr erfahren. 

Auch darf man nicht vergessen, dass die Produktion eines neuen Geräts mit hohen Stromverbräuchen und CO2-Emissionen verbunden ist. Außerdem sind viele Haushalte mit manchen Geräten jetzt schon doppelt und dreifach ausgestattet. Geräte lange zu nutzen und sie auch mal reparieren, lohnt sich

 

Wie du wirklich CO2 senkst. 

Wir sorgen dafür, dass der höhere Sinn der Effizienz – der Klimaschutz – auch passiert. Mit Wirklich Ökostrom von Polarstern senkst du deinen CO2-Fußabdruck für Strom auf praktisch 0, förderst neue Erneuerbare-Energien-Anlagen und sorgst dafür, dass die Energiewende auch in Entwicklungsländern  ankommt. Wirklich. 

Preis für Wirklich Ökostrom berechnen

Ähnliche Beiträge

Ökostrom ist viel günstiger als du denkst!

Wirklich besserer Strom ist keine Rolex. Und sogar meist günstiger als die Grundversorgung.

Weiterempfehlen vervielfacht deine Wirkung!

Und wir bedanken uns mit 20 Euro. Schnapp dir jemanden, der auch zu wirklich besserer Energie wechseln möchte – und ihr bekommt beide 20 Euro auf eure nächste Stromrechnung gutgeschrieben. Gemeinsam verändern wir mehr!

Polarstern weiterempfehlen