Das EU-Energielabel ist für Verbraucher:innen der beste Hinweis, ob ein neues Gerät im Betrieb viel oder wenig Energie verbraucht. Wir zeigen, wie du das Label richtig liest – und warum Geräte nur mit deiner Hilfe effizient sein können.

von Michael

Wer sich ein neues Gerät kauft, scrollt sich so lange durch Kundenmeinungen, Preisvergleiche und technische Tests, bis er am Ende völlig überfordert "das Blaue" nimmt. Too much information macht eben nicht immer schlauer. Deshalb ist das EU-Energielabel so wichtig. Mit einem Blick sollen Verbraucher:innen erkennen können, ob ein Gerät viel oder wenig Strom (und Wasser) verbraucht. Denn die wahren Kosten eines neuen Geräts ergeben sich immer erst aus dem Kaufpreis und den Stromkosten im laufenden Betrieb. 

Das EU-Energielabel ordnet deshalb jedes Gerät einer Effizienzklasse zu. Die Skala reicht von A bis G und grün bis rot. A liegt im grünen Bereich und steht für einen besonders geringen Energieverbrauch, G liegt im roten Bereich und steht für einen besonders hohen Energieverbrauch. Eigentlich ganz einfach.

Wirklich einfach: Zu Ökostrom wechseln

Warum das Energielabel für Verwirrung gesorgt hat.

In den 25 Jahren seit der Einführung des Labels sind die Geräte immer effizienter geworden. Allein zwischen 2005 und 2010 konnten die Hersteller den durchschnittlichen Energieverbrauch der gekennzeichneten Geräte laut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) um 9 % senken. Mit dem Ergebnis, dass irgendwann alle Geräte im grünen Bereich lagen. Um die Vergleichbarkeit wieder herzustellen, musste man der A-Klasse noch ein Plus dazugeben. Dann noch eins. Und noch eins.

Für die Verbraucher:innen war das total verwirrend. Wer sich nicht auskannte, durfte zurecht davon ausgehen, dass er sich mit einem Gerät der Klasse A etwas Stromsparendes zugelegt hatte. Dabei war ein Kühlschrank mit A+ praktisch schon nicht mehr effizient. Alles, was unter A war, konnte man sowieso vergessen. Die Klassen E bis G mussten sogar gestrichen werden. 

So liest du das neu EU-Energielabel.

1. Die Effizienzklassen. 

2021 flogen die Pluszeichen raus und die Skala von A bis G wurde wieder hergestellt. Die Umstellung gilt bereits für Fernseher und Monitore, Kühlschränke und Gefriergeräte, Spül- und Waschmaschinen sowie Lampen. Ab 2024 bekommen Trockner, Staubsauger und Backöfen das neue Label, ab 2026 Heizungen und Klimageräte.

Auch wenn das Label wieder stimmt, gibt es doch eine neue Herausforderung: Eins zu eins lassen sich die alten Effizienzklassen nicht in die neuen übersetzen. Denn mit der Überarbeitung hat sich auch die Berechnungsgrundlage geändert. Aus A+++ wird also nicht einfach A. Je nach Gerätegruppe kann die ehemals A+++-Klasse jetzt die Note B, C oder D bekommen. Eine C-Klasse bedeutet daher nicht, dass das Gerät ineffizient ist, sondern dass man dem Markt zutraut, noch effizientere Geräte hervorzubringen. Man hat sich auf der neuen Skala also bewusst viel Raum nach oben gelassen, damit die A-Klasse nicht gleich wieder mit Plus-Zeichen verziert werden muss. Denn mit ein paar Ausnahmen, beispielsweise bei LEDs, gibt es die Effizienzklasse A praktisch noch nicht. 

2. QR-Code.

Eine weitere Neuerung ist die Einführung eines QR-Codes. Wer mehr Infos über ein Gerät haben möchte, kann sie sich direkt aufs Handy laden. Alle Hersteller sind inzwischen verpflichtet, gerätespezifische Informationen wie Fassungsvermögen, Wasserverbrauch oder Laustärke in der EU-Datenbank EPREL zu speichern.

3. Piktogramme. 

Auch soll das neue Label mithilfe von Piktogrammen den Stromverbrauch im Alltag besser abbilden. Das alte Label gab den Energieverbrauch eher unter Laborbedingungen an. Unter diesen sind die Geräte meist effizienter als im Alltag. Mit dem neuen Energielabel erfährst du zum Beispiel den Stromverbrauch pro Betriebsstunden bei Fernsehern, die Dauer von Waschprogrammen im Eco-Modus oder die Geräuschemissionen von Kühlschränken.

Vergleiche diese Infos bei Geräten.

Fernseher.

Vergleiche bei Fernsehern den Stromverbrauch in kWh pro 1.000 Stunden im Standardmodus SDR sowie im Modus mit hohem Kontrast (HDR). Für diesen Modus wird ebenso die Energieeffizienzklasse angegeben. Wichtig ist auch die Bildschirmdiagonale. Nach einer Faustformel sollte sie nur ein Drittel so groß sein wie der Abstand zwischen dir und dem Gerät.

Kühl- und Gefriergeräte.

Wirf bei Kühl- und Gefriergeräten einen Blick auf den Jahresenergieverbrauch in kWh. Dieser ist als kWh/annum bzw. kWh/Jahr angegeben. Auf dem Energielabel findest du außerdem das Gesamtvolumen der Gefrier- und Kühlfächer in Liter sowie die Geräuschemissionen in Dezibel (db). Die Lautstärke wird einer Geräuschemissionsklasse auf einer Skala von A bis D zugeordnet.

Geschirrspüler.

Vergleiche bei Geschirrspülern den Stromverbrauch in kWh des Eco-Programms pro 100 x Waschen und wie viele Standard-Maßgedecke in den Spüler passen. Auf dem Energielabel findest du außerdem die Dauer des Eco-Programms, den Wasserverbrauch in Litern pro Spülvorgang und die Geräuschemissionen in Dezibel (db), die einer Geräuschemissionsklasse auf einer Skala von A bis D zugeordnet werden. 

Waschmaschinen.

Vergleiche bei Waschmaschinen den Stromverbrauch in kWh des Eco-Programms pro 100 x Waschen und wie viel Kilogramm Wäsche reinpasst. Wichtige Infos sind außerdem die Dauer des Eco-Programms, die Effizienzklasse fürs Schleudern und der Wasserverbrauch in Litern pro Waschvorgang im Eco-Modus. Auch bei Waschmaschinen werden die Geräuschemissionen einer Skala von A bis D zugeordnet.

Trockner.

Bei Trocknern solltest du den Stromverbrauch in kWh pro 100 Waschvorgänge sowie die Energeieffizienz der Trockenvorgänge vergleichen. Wichtige Infos sind außerdem die Kapazität für Wäsche in Kilogramm, die Dauer des Eco-Programms sowie die Geräuschemissionsklasse.

Lampen.

Die Effizienz von Lampen vergleichst du mit dem Stromverbrauch in kWh pro 1.000 Stunden. 

Effizienzklassen im Vergleich. 

Wenn mit der Überarbeitung des EU-Energielabels auch eine C-Klasse effizient sein kann: Wie groß sind dann die Unterschiede zwischen den Klassen wirklich? Dies lässt sich etwa anhand der Effizienzklassen von Kühlschränken zeigen. Dabei solltest du beachten, dass die Angaben nur Richtwerte sind. In der Praxis ist der Stromverbrauch von vielen Faktoren abhängig. Zum Beispiel von der eingestellten Temperatur, der Hygiene oder dem Füllstand.

Stromverbrauch von Kühlschränken nach Effizienzklasse.

Volumen B C D
120 bis 190 Liter k.A. 137 kWh/Jahr 155 kWh/Jahr
200 is 300 Liter 116 kWh/Jahr 140 kWh/Jahr 168 kWh/Jahr

Quelle: ecotopten, co2online.

Beispiel LEDs. 

Bei LEDs gibt es die Effizienzklasse A schon. Sie erreicht eine Energieeffizienz von 210 lm/W und benötigt für die gleiche Lichtleistung 60 % weniger Strom als die Standard-LEDs. Lampen mit weniger als 85 lm/W liegen übrigens in der Klasse G. 

Darum sparst du nicht immer mit effizienten Geräten. 

Ob du mit einem neuen effizienten Gerät auch wirklich Strom sparst, hängt davon ab, wie du mit diesem umgehst. Im Alltag führt eine hohe Effizienzklasse manchmal dazu, dass ein Gerät plötzlich intensiver genutzt wird. In der Folge senken Haushalte ihre Stromkosten nicht oder verbrauchen sogar mehr Strom. Man spricht dann von Rebound-Effekten. Um Strom zu sparen, solltest du deshalb auf diese Punkte achten. 

  1. Wähle die passende Gerätegröße: Je größer ein Gerät ist, umso mehr Energie verbraucht es.
  2. Nutze Eco-Programme: Die Effizienzangaben auf dem Energielabel beziehen sich auf diese Energiespar-Einstellungen. Nutzt du sie nicht, wirst du auch den angegebenen Energiebedarf nicht erreichen.
  3. Nutze die Energiespar-Einstellungen bei Fernsehern und anderen Display-Geräten: Dann passt sich die etwa Helligkeit automatisch an die Lichtverhältnisse an. 
  4. Vermeide stromintensive Features. Beispiel: Wenn du mit einer Bildauflösung von 4K happy bist, brauchst du keine 8K. Ein weiteres Beispiel ist die Abtau-Automatik bei Kühlschränken. Wenn du deinen Kühlschrank sowieso zweimal im Jahr abtaust, brauchst du sie nicht. 
  5. Nutze klassische Energiespartipps. In der Summe sparen sie wirklich Geld. Laut co2online können die Haushalte in Deutschland im Schnitt 320 Euro sparen.
Zu unseren 99 Energiespartipps

Wann ist es Zeit für ein neues Gerät?

Die erste Frage, die du dir beim Kauf eines neuen Geräts immer stellen solltest, lautet: Braucht’s das wirklich – oder lohnt es sich, das alte Gerät reparieren zu lassen?

Das Öko-Institut empfiehlt, Laptops, Smartphones und Waschmaschinen sowie Küchengeräte mit hoher Energieeffizienz möglichst lange zu nutzen. Bei veralteten Kühlschranken, Staubsaugern und Spülmaschinen mit niedrigen Effizienzklassen kann sich der Austausch früher lohnen. Im Netz gibt es eine Reihe hilfreicher Tools, die den Verbrauch deines jetzigen Geräts mit einem neuen vergleichen und berechnen, ob der Neukauf gerechtfertigt ist. Hier findest du zum Beispiel ein Berechnungstool für Waschmaschinen.

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Michael | Team Wirklich

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