Lampen

Jede Ursache hat bekanntlich ihre Wirkung. Ein Stück Kuchen zu viel, und die Waage sagt es dir frech ins Gesicht. Die Stromrechnung kommt dagegen nur einmal im Jahr. Und dann wundert man sich, wo plötzlich die ganzen Strompfunde herkommen. Oft gibt es dafür ganz einfache Gründe. Hier zeigen wir dir typische Fehler im Umgang mit Geräten – und was sie für deine Stromrechnung bedeuten können.

von Michael

 

Fehler 1: Den falschen Knopf gedrückt. 

Stromsparen ist Knopfsache. Wirklich. Ein gutes Beispiel ist der Eco-Modus bei Waschmaschinen. Man ziert sich draufzudrücken, weil die Ungeduld siegt. Jede:r weiß, dass der Eco-Modus schon mal drei bis fünf Stunden dauern kann. Wer wartet, bekommt gewohnt saubere Wäsche zurück – und Geld dazu. Denn im Schnitt verbraucht ein Eco-Programm halb so viel Strom wie ein normaler Waschgang bei 30, 40 oder 60 °C. Der Eco-Modus arbeitet mit geringeren Temperaturen, und das hat es in sich. Im Vergleich zu einer Wäsche bei 60 °C spart das Eco-Programm laut co2online im Schnitt 33 Euro Stromkosten, 5.400 Liter Wasser und 48 Kilogramm CO2 im Jahr. Wer wirklich keine Zeit für den Eco-Modus hat: Niedrige Temperaturen tun’s genauso. Schon ein Waschgang von 40 °C verbraucht nur halb so viel Strom wie 60 °C. 30 °C verbrauchen sogar zwei Drittel weniger Strom. Man sollte sich die richtigen Knöpfe vorknöpfen. Schließlich macht Waschen rund 13 % des Stromverbrauchs eines Haushalts aus. Was man allerdings gerade in Corona-Zeiten immer dazusagen muss: Ist jemand im Haushalt krank, sollte die Temperatur nach oben drehen. Dann geht’s wirklich ums Keime killen. 

 

Fehler 2: Falsch dosiert.

Wer Wasser erhitzt, kann mit der richtigen Dosierung Strom sparen. Der Wasserkocher ist ein gutes Beispiel dafür. Wenn das Gerät im Betrieb 2.000 Watt (w) verbraucht, kostet eine Tasse heißes Wasser etwa 1 Cent. Denn der Kocher braucht rund 1 Minute, um das Wasser zu erhitzen. Das Problem ist, dass wir Wasserkocher gerne unnötig vollmachen. Vielleicht weil man gleich noch eine Tasse möchte, vielleicht weil man den Mitbewohner:innen auch noch was übriglassen möchte. Aber meistens sieht‘s so aus: Eine Tasse wird getrunken, der Rest weggeschüttet. So hat man für eine Tasse 4 Cent statt einem bezahlt. Denn ein voller Wasserkocher braucht zum Erhitzen des Wassers schon rund vier Minuten. Nicht so schlimm. Aber jeden Tag die gleiche Chose kostet am Ende des Jahres 10 Euro mehr als nötig. Wenn nun viele Mitbewohner:innen zusammenkommen, und der Wasserkocher jedes Mal neu vollgemacht wird, kommt am Ende ganz schön was zusammen. 

Besonders wichtig ist die Dosierung von Warmwasser in Haushalten, wo das Wasser mit Strom erhitzt wird. Mit einem Sparduschkopf sparst du bei siebenmal duschen pro Woche laut co2online schon 526 Kilowattstunden Strom, 159 Euro und 282 Kilogramm CO2 im Jahr. Hammer, oder?

8 Tipps, wie du Warmwasser sparst

 

Fehler 3: Falsch am Rädchen gedreht.  

Um Strom zu sparen, muss man oft nicht mehr tun, als ein Rädchen richtig zu drehen. Der Kühlschrank ist dafür ein gutes Beispiel. Idealerweise sollte er auf 7 °C eingestellt sein, das Gefrierfach auf -18 °C. Aber gerade Getränke will man manchmal gleich kalt haben, nicht erst in ein paar Stunden. Und so dreht man das Temperaturrädchen um ein, zwei Grad runter und vergisst es natürlich wieder. Der Stromverbrauch eines Kühlschranks erhöht sich aber mit jedem Grad nach unten um ca. 10 %. Bei einem alten Kühlschrank mit einem Volumen von 150 Litern haben wir mit einem Energiekostenmessgerät getestet, was das konkret ausmachen kann. Mit 7 °C fallen nach 24 Stunden 14 Cent Stromkosten an. Mit 5 °C sind es 16 Cent. Aufs Jahr gerechnet also 7 Euro mehr.

Stromverbrauch messen – so geht's

 

Fehler 4: Falsche Gerätegröße gewählt.

Oft verschätzen wir uns schon bei der Gerätegröße. Wenn man schon Geld ausgibt, will man auch was Gutes. Zu oft wird gut mit groß gleichgesetzt. Dann legt sich ein 2-Personen-Haushalt zum Beispiel einen viel zu großen Kühlschrank zu, nur damit da am Ende ein paar Flaschen rumrollen oder das Take-Away-Food von gestern zwischengelagert wird, bis es endlich in den Müll fliegt. Zwischen einem großen und einem kleinen Kühlschrank gibt es aber markante Unterschiede. Da verbraucht ein Gerät der höchsten Effizienzklasse mit einem Volumen von 300 Litern an die 140 Kilowattstunden im Jahr. Ein Gerät mit der Hälfte an Volumen aber nur 95 kWh. Jährlich ist das ein Unterschied von rund 14 Euro. Die Größe des Kühlschranks sollte also immer zur Haushaltsgröße passen. Ein Single kommt mit einem Volumen von bis zu 140 Litern aus. Nach einer Faustformel kalkuliert man für jede weitere Person 50 Liter ein.

So senkst du CO2 im Umgang mit Geräten

 

Fehler 5: Die Effizienz überschätzt.

Übrigens: Geräte mit einer hohen Effizienzklasse sparen nicht automatisch Strom. Man muss sich die Effizienz schon holen. Denn die Herstellerangaben beschreiben Laborbedingungen. Die wichtigste Variable ist da aber noch nicht eingeordnet: Du. Wenn du etwa einen Kühlschrank einer hohen Effizienzklasse zu kalt einstellst, nie putzt und das Gefrierfach zufrieren lässt, wirst du wesentlich mehr Kilowattstunden im Jahr verbrauchen, als vom Hersteller angegeben. Bei einer Eisschicht von fünf Millimetern kann sich der Stromverbrauch schon um 30 % erhöhen. Ein Kühlschrank, der pro Tag vielleicht Stromkosten von 14 Cent verursacht, kostet plötzlich 18 Cent pro Tag. Aufs Jahr gerechnet, fallen unnötig 14 Euro mehr an.

 

Fehler 6: Häkchen beim Energiesparmodus vergessen. 

Noch so eine Sache, die häufig vergessen wird: Energiesparmodi bei der Informations- und Unterhaltungselektronik. Man muss nicht mehr machen, als in den Systemeinstellungen ein Häkchen setzen. Die richtigen Energiesparmaßnahmen für den Fernseher oder Laptop sind in der Regel schon vorkonfiguriert: zum Beispiel die Bildschirmhelligkeit oder die Zeit bis zum nächsten Ruhemodus. Was bringt das? Angenommen ein Laptop geht nie in den Schlafmodus und nutzt die volle Helligkeit, dann verbraucht er laut Strommessgerät bei Nichtbenutzung 11 Watt. Mit der Energieeinsparung sinkt der Verbrauch auf 1 Watt. Als ob man ihn zuklappen würde. Wenn du jetzt jeden Tag eine Stunde Mittagspause machst und den Laptop nicht schließt, kostet dich das ohne Energiesparmodus bei 223 Arbeitstagen im Jahr 78 Cent. Im Energiesparmodus sind es nur 7. Klar, das ist Centfuchserei. Aber wenn man sich überlegt, wie viele von den Dingern im eigenen Haushalt oder Büro genutzt werden und wie oft man mal kleine Päuschen macht oder am Telefon hängt oder abgelenkt wird, auch wieder nicht. Einen extremen Unterschied macht dagegen die Einstellung etwa der Bildschirmauflösung aus. So ist das Streamen in 4K wesentlich energieintensiver als in HD-Qualität. 

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Fehler 7: Geräte nicht ausgeschaltet. Mal wieder.

Laut co2online macht der Standbybetrieb eines durchschnittlichen 3-Personen-Haushalts rund 8 % des Stromverbrauchs aus. Das sind etwa 115 Euro Stromkosten im Jahr, die sich der Haushalt sparen könnte. Glaubt man gar nicht. Mit einem Strommessgerät kann man der Sache nachgehen. Interessant sind vor allem die Geräte, die immer am Netz hängen. Dieser ganze Kleinkram, dem man nicht viel Beachtung schenkt, zum Beispiel die elektrische Zahnbürste. Laut Strommessgerät zieht sie im Standby 1 Watt. Im Jahr sind das ca. 2,80 Euro. Verkraftbar. Das Problem ist, dass im Haushalt eine Vielzahl an Zwei-Euro-Achtzig zusammenkommt. Der Receiver, der elektrische Rasierer oder der effiziente Fernseher – alles Geräte, die im Standby 1 Watt verbrauchen – zumindest, wenn sie recht neu sind. Je älter, umso mehr verbrauchen sie im Standby. Und plötzlich versteht man, wo die 115 Euro im 3-Personen-Haushalt herkommen. Also: Ausschalten. Wirklich. Am besten über Steckerleisten mit einem Schalter, über den man im Halbschlaf nur noch drüber laufen muss.

 

Fehler 8: Festbeleuchtung, wo keine Party ist.

Laut einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact sparen die Deutschen gerne am Licht. Jede:r Fünfte gibt an, häufig das Licht auszuschalten. Dass man das Licht in Räumen ausschaltet, die nicht genutzt werden, ist klar. Aber auch in beleuchteten Räumen kann man was machen. Durch dimmen. Eine Faustformel besagt, dass die Energiekosten im Verhältnis der Leuchtkraft sinken. Das heißt: 10 % an Leuchtkraft weniger sind auch 10 % Stromkosten weniger. Wer dimmt, beschert zudem den Leuchtmitteln ein längeres Leben, schließlich verlangt man ihnen nicht ständig die volle Leistung ab. Am besten sind Dimmer mit Sofortstartfunktion. Dann regeln die Lampen automatisch auf eine nutzerdefinierte Leuchtkraft.

Nutz deinen Joker!

Wie viel Strom du sparst, hast du immer selbst in der Hand. Selbst mit älteren Geräten kannst du noch ein paar Euro rausholen. Stromkosten sparen braucht ein bisschen Übung, CO2 verhindern nicht. Einen großen Joker hast du aber immer: den Wechsel zu Ökostrom.

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Allein ein 3-Personen-Haushalt verhindert mit seinem Wechsel zu Wirklich Ökostrom von Polarstern bereits mehr als 1.000 Kilogramm CO2. In Kombination mit Wirklich Ökogas kannst du deinen CO2-Fußabdruck sogar im bis zu einem Viertel senken. Wie sieht’s bei dir aus? Mit unserem Tarifrechner kannst du deinen monatlichen Preis für Wirklich Ökostrom berechnen, ebenso die CO2-Ersparnis, die dabei rausspringt. Mit einem Klick auf den nächsten Button erfährst du welchen Klimaschutzbeitrag du insgesamt leistest. Sogar weltweit! 

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Stromspartipps auf die Schnelle.

  1. Waschmaschine: Nutz den Eco-Modus– er verbraucht ca. nur halb so viel Strom wie ein normaler Waschgang. 
  2. Erhitz nur so viel Wasser, wie du wirklich brauchst und nutz zum Duschen einen Sparduschkopf.
  3. Kühlschrank: Stell ihn auf 7 °C und das Gefrierfach auf – 18 °C. Jedes Grad tiefer zieht ca. 10 % mehr Strom. Halte den Kühlschrank sauber und tau ihn regelmäßig ab. Eis erhöht den Stromverbrauch. Füll den Kühlschrank, das speichert Kälte, und lass die Tür nicht so lange offen. 
  4. Wähle eine Gerätegröße, die zu dir passt. Egal ob Kühlschrank, Waschmaschine oder Fernseher. 
  5. Computer und Fernseher: Nutze Energiesparmodi, reduziere die Bildschirmhelligkeit, spiel datenintensive Online-Games auf kleineren Geräten und streame nicht nur in HD. 
  6. Verbrauch bei effizienten Geräten nicht mehr Strom als vorher. Die Effizienz kann’s dann auch nicht mehr richten. 
  7. Versuch bei allen Geräten Standby zu vermeiden. Jedes Gerät für sich zieht im Standby nicht viel Strom. Im Schwarm schon. 
  8. Setz LEDs ein, sie halten länger als Energiesparlampen und verbrauchen auch weniger Strom. 
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Michael | Team Wirklich

E-Mail: [email protected]

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