Hilfe, ich heize mit Gas. Das denkt jeder zweite Haushalt in Deutschland wohl derzeit. Denn er heizt mit einer Gasheizung und genau das ist gerade echt teuer geworden. Sie wird nicht nur zu einem „Geldproblem“, sie ist auch vor allem schon lange ein Klimaproblem. Zum Glück gibt es Möglichkeiten, Geld und CO2 zu sparen. Wir zeigen dir, wie’s geht.

von Michael

Gasheizungen: CO2- und Kostenfalle.

Rund die Hälfte der Deutschen heizt mit Gas. Jetzt könnte man die Füße auf die Heizung legen und über diesen Fun Fact die Achseln zucken. Doch es ergeben sich im Zusammenhang mit den Gasheizungen leider zwei Probleme:

1. Erdgas ist klimaschädlich.

Erdgas gehört zu den großen Drei der fossilen Energieträger, mit denen wir den Klimawandel beschleunigen. Laut Global Carbon Project geht rund ein Fünftel der weltweiten CO2-Emissionen auf die Verbrennung von Erdgas zurück. Schon auf einer Wohnfläche von 120 qm verursacht eine mit Erdgas betrieben Heizung rund 3,6 Tonnen CO2 im Jahr.

2. Erdgas wird immer teurer. 

Außerdem wird Erdgas immer teurer. Da ist zum Beispiel die CO2-Bepreisung, die als Instrument dringend nötig ist, aber einem Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden schon 100 bis 200 Euro Mehrkosten im Jahr bescheren kann. Vor allem die Energiepreiskrise lässt die Kosten für Erdgas derzeit explodieren. Seit Herbst 2021 haben sich die Preise teilweise verdreifacht und im Vergleich zum Januar 2020 nahezu verzehnfacht, was vor allem am Energiehunger der Wirtschaft in der Corona-Krise liegt und durch die politischen Gasspiele Russlands getrieben wurde. Da stellt sich die Frage:

Wie lange gibt’s Gasheizungen noch?

Trotz dieser Entwicklungen werden uns Gasheizungen wohl noch eine Weile begleiten. Laut Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie gab es 2021 rund 13,9 Millionen Gasheizungen in Deutschland. Selbst im Neubau wird die Gastechnologie installiert. Bei einer Lebensdauer von rund 20 Jahren, ist der effiziente Umgang mit Gasheizungen also wichtiger denn je: Das Gute: Du spart so Geld und CO2 zugleich.

 

Tipps: So sparst du mit einer Gasheizung Kosten und Emissionen.

1. Nutze diese Heiztipps. 

Der erste Schritt, um seinen Gasverbrauch zu senken, ist immer der bewusste Umgang mit der Heizung. Meistens sind es Kleinigkeiten. 

  • Dreh die Heizung ein Grad runter, das spart rund 6 % Energie. 
  • Entlüfte deine Heizung mit einem Entlüftungsschlüssel, wenn sie gluckert und rauscht.  
  • Halte die Heizkörper von Möbeln, Gegenständen und Vorhängen frei, damit sich die Wärme besser verteilen kann. 
  • Besorg dir aus dem Baumarkt eine Alu-Dämmmatte und befestige sie hinter der Heizung. Das Alumaterial strahlt die Wärme zurück in den Raum.
  • Nutze ein smartes Thermostat – sie schaffen Energieeinsparungen von bis zu 30 %. 
  • Dichte deine Fensterspalten mit Schaumdichtungsband und Gummidichtungen ab, wenn es zieht. 
  • Halte Räume geschlossen, wenn sie gerade schön warm sind. 
  • Stell die Fenster beim Lüften nicht auf Kipp, sondern mach sie richtig auf. 
  • Leg einen Zugluftstopper unter die Tür, falls es durch den Türspalt zieht. 
Mehr Heiztipps!

So findest du heraus, wie viel du sparen kannst. 

Dein eigenes Sparpotenzial identifizierst du, indem du deinen eigenen Gasverbrauch (steht auf deiner letzten Gasrechnung) mit dem Heizspiegel vergleichst. Die Tabelle gibt an, was ein Haushalt deiner Größe typischerweise verbrauchen sollte – und ob du bereits zu viel Heizenergie benötigst. Zum Vergleich: 2021 verbrauchten Haushalte mit einer Gasheizung in Mehrfamilienhäusern durchschnittlich 133 Kilowattstunden (kWh) Erdgas pro Quadratmeter und zahlten dafür 9,30 Euro. Haushalte in Einfamilienhäusern verbrauchten durchschnittlich 152 kWh pro Quadratmeter und gaben dafür bis zu 11,60 Euro aus. Das Sparpotenzial ist allgemein ziemlich groß. Laut Heizspiegel kann ein Haushalt in Deutschland durchschnittlich 500 € Heizkosten im Jahr sparen. 

2. Mach kleinere Reparaturen.

Wenn dein bewusstes Verhalten nicht die erhoffte Ersparnis liefert, ist es vermutlich an der Zeit für eine Wartung. Ein Austausch der Heizungspumpe oder ein hydraulischer Abgleich sind effektive Maßnahmen. Den Heizungspumpentausch gibt es ab 300 Euro und spült in einem typischen Einfamilienhaus 100 Euro pro Jahr rein. Die Aktion hat sich also schon nach rund drei Jahren gelohnt. Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass alle Heizkörper wieder gleich viel Heizwasser abbekommen. Laut co2online spart diese Optimierung bis zu 15 % Energie im Jahr.

3. Tausch den Heizkessel aus.   

Eine Heizungsoptimierung ist eine wichtige erste Hilfe, aber auch keine Dauerlösung. Dass man im Sinne der Nachhaltigkeit einen Gegenstand solange nutzt, bis er endgültig den Geist aufgibt, funktioniert allerdings bei Heizungen nicht. Dass man im Sinne der Nachhaltigkeit einen Gegenstand solange nutzt, bis endgültig den Geist aufgibt, funktioniert bei Heizungen nicht. Sie werden mit zunehmendem Alter ineffizient und damit zum Geld- und Klimaproblem. Ein Problem, das die meisten Deutschen übrigens miteinander teilen. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ist jede zweite Gasheizung in Deutschland älter als 15 Jahre, jede Vierte hat sogar mehr als 25 Jahre auf dem Buckel. Bei dem Alter muss man schon am Herzen operieren: dem Heizkessel. Gerade alte Modelle arbeiten häufig noch mit ineffizienten Niedertemperaturkesseln, dabei sind neue Gasbrenntwertkessel viel effizienter. Bei einem Austausch spart ein 150-qm-Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 41.967 kWh Erdgas laut BDEW schon 640 Euro und 2.271 Kilogramm CO2 im Jahr.

4. Kombiniere deine Gasheizung mit Erneuerbarer-Energie-Technik.

Nach wie vor werden in Deutschland pro Jahr mehrere hunderrtausend neue Gasheizungen installiert, obwohl wir eigentlich unabhängig vom Gas werden wollen. Wenn schon eine neue Gasheizung hermuss, sollte sie daher mit Erneuerbare-Energien-Technik kombiniert werden.

  • Bei Gas-Hybridheizungen werden die Gaskessel um eine Wärmepumpe, Pelletheizung oder Solarthermie-Anlage ergänzt. Diese Kombinationen machen das Heizen klimafreundlicher und günstiger. So deckt etwa eine Solarthermieanlage im Sommer den Energiebedarf für die Warmwasseraufbereitung mehr oder weniger komplett ab. 
  • „Renewable-Ready“ nennt man Gasheizungen, die jederzeit und nachträglich mit Erneuerbarer-Energie-Technik kombiniert werden können. Die entsprechende Steuerungs- und Regelungstechnik sowie der passende Warmwasserspeicher sind bereits integriert.

5. Hol dir eine Förderung für neue Heiztechnik.

Neue Heiztechnik ist teuer. Weil sie für die Klimaschutzziele so wichtig ist, gibt es aber zum Glück Förderungen. Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gibt es vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zum Beispiel diese: 

  1. Gashybridheizungen werden mit 30 % der Kosten gefördert, wenn die Erneuerbare-Energien-Technik mindestens ein Viertel des Heizbedarfs deckt. Es gibt keine Förderung, wenn der Heizkessel älter als 30 Jahre ist. Denn dann ist der Austausch laut Energiesparverordnung (EnEV) sowieso Pflicht.
  2. Renewable-Ready-Gasheizungen werden mit 20 % der förderfähigen Kosten gefördert, wenn sie innerhalb einer Frist von zwei Jahren mit einer Erneuerbaren-Energien-Technik kombiniert werden. 
  3. Wenn eine Ölheizung gegen eine Gashybridheizung getauscht wird, gibt es eine Austauschprämie von 10 % der förderfähigen Kosten. Insgesamt wird also die Umrüstung einer Öl-Heizung auf eine Hybridheizung mit 40 % gefördert.
  4. Auch Heizungsoptimierungen werden gefördert. Das BAFA fördert den hydraulischen Abgleich und den Austausch einer Heizungspumpe mit 30 % der Kosten. Die KfW fördert die gleichen Maßnahmen mit 20 %. Der KfW-Deal sieht auf den ersten Blick schlechter aus, ist er aber nicht. Die Kreditanstalt fördert nämlich noch weitere Maßnahmen, wie etwa das Dämmen von Rohrleitungen oder den Austausch von Heizkörpern. 
  5. Damit sich niemand etwas Falsches anschafft, wird auch die fachkundige Energieberatung gefördert. Das BAFA übernimmt sogar bis zu 80 % der Beratungskosten. Welche Förderungen in deinem persönlichen Fall in Frage kommen, kannst du mit dem Fördercheck von co2online herausfinden.
Mehr über die BEG-Förderungen erfahren

Der Zeitpunkt für den Austausch. 

Woher weiß man, ob eine neue Gasheizung oder eine Optimierung nötig ist? Zum Beispiel wenn du volles Rohr heizt, das Haus aber trotzdem nicht warm wird. Dann sollte sich jemand die Sache ansehen. Das Alter der Heizung spielt natürlich auch eine Rolle, außerdem gibt es ganz plakative Hinweise wie das Energielabel für Heizkessel. Es kennzeichnet die Energieeffizienzklasse des Kessels von A+++ bis D, so wie man es von elektronischen Geräten kennt. Der Anfang des Alphabets steht logischerweise für einen besonders effizienten Heizkessel; danach geht’s bergab. Die Noten vergeben übrigens die Schornsteinfeger:innen. Der Austausch von Heizkesseln ist Pflicht, wenn sie älter als 30 Jahre sind.

Mehr über das EU-Energielabel erfahren

6. Bestelle Ökogas – das richtige.

Kommen wir zum Brennstoff für die Gasheizung. Und da ist es ganz egal, ob es sich um ein neues oder altes Modell handelt. Ökogas ist ein Muss. Erdgas wird in der Klimaschutzdebatte immer wieder schöngeredet. Als 2-in-1-Energieträger, aus dem man Wärme und Strom zaubern kann. So soll die Stromlücke geschlossen werden, die der Atom- und Kohleausstieg hinterlässt. Erdgas aber nach Kohle und Öl der drittgröße Klimakiller.  Laut Umweltbundesamt liegt der CO2-Ausstoß von Erdgas derzeit bei 242,65 Gramm pro Kilowattstunde. Mit echtem Ökogas sinkt der CO2-Fußabdruck fürs Heizen dagegen fast auf netto Null. Ein 120-qm-Haushalt mit einem Jahresgasverbrauch von 15.000 Kilowattstunden verhindet mit der Umstellung bereits 3,6 Tonnen CO2.

Erdgas: noch klimaschädlicher als gedacht.

Erdgas hat ein zusätzliches Problem: Bei der Förderung und dem Transport von Erdgas wird jede Menge Methan freigesetzt. Die Energy Watch Group (EWG) berichtet, dass Methan auf 100 Jahre gerechnet 28-mal klimaschädlicher ist als CO2. Deshalb bringt es auch nichts Kohle und Öl einfach nur durch Erdgas zu ersetzen. Der Treibhauseffekt des Energiesektors würde sich laut EWG sogar um 40 % erhöhen. Gasheizungen, bestehende wie neue, müssen daher mit Ökogas betrieben werden. 

Jetzt wechseln


Ökogas lohnt sich langfristig auch aus Kostengründen. 

Weil die CO2-Bepreisung auf Erdgas immer höher ausfallen wird, lohnt sich die Umstellung auf Ökogas auch aus Kostengründen. 2022 kostet der Ausstoß einer Tonne CO2 im Wärmesektor 30 Euro, runtergebrochen auf eine Kilowattstunde Erdgas 0,55 Cent. Für einen Erdgasverbrauch von 20.000 kWh fallen so 100 bis 200 Euro im Jahr an. Und mit den steigenden CO2-Preisen wird’s immer teurer.

Mehr über Wirklich Ökogas erfahren

Worauf du bei Ökogas achten solltest.

Bei deiner Ökogas-Bestellung für deine Gasheizung solltest du wie gesagt darauf achten, dass es wirklich nur aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Das ist leider keine Selbstverständlichkeit. Ökogastarife aus 100 % erneuerbaren Energien machen im Markt gerade mal einen Anteil von 1 % aus. Bei den meisten Angeboten handelt es sich um sogenannte Klimatarife. Was das ist? Einfach nur fossiles Erdgas. Also genau das, was du nicht willst.

Grafik: Echtes Ökogas ist rar

Ökogasanbieter dürfen ihre Gastarife nämlich als Ökogas vermarkten, wenn sie zum Beispiel die durch die Erdgasproduktion entstandenen CO2-Emissionen durch Klimaschutzprojekte kompensieren. Typisch sind Aufforstungsprojekte. Neue Bäume sind schön und gut, mit der Energiewende im Wärmemarkt haben sie trotzdem nichts zu tun. Die fördert man nur mit der echtem Ökogas. Zum Beispiel mit Wirklich Ökogas von Polarstern. Für jede Kilowattstunde, die du verbrauchst, investieren wir 0,21 Cent in den Ausbau der erneuerbaren Energien. Aber deine Förderung geht weiter. Mit einem Klick auf den nächsten Button, siehst du, was dein Wechsel zu Wirklich Ökogas alles bewirkt. Es ist mehr, als du denkst. Wirklich.

Jetzt Impact mit Polarstern berechnen

Michael | Team Wirklich

E-Mail: [email protected]

Mehr Artikel zu den Themen

Ökostrom ist viel günstiger als du denkst!

Wirklich besserer Strom ist keine Rolex. Und sogar meist günstiger als die Grundversorgung.

Weiterempfehlen vervielfacht deine Wirkung!

Und wir bedanken uns mit 20 Euro. Schnapp dir jemanden, der auch zu wirklich besserer Energie wechseln möchte – und ihr bekommt beide 20 Euro auf eure nächste Stromrechnung gutgeschrieben. Gemeinsam verändern wir mehr!

Polarstern weiterempfehlen