Heizkörper

Fast jeder zweite Haushalt in Deutschland nutzt eine Gasheizung. Viele davon werden zum Klima- und Geldproblem. Du kannst es beheben. Mit einer Sanierung deiner Gasheizung – und mit dem Wechsel zu Ökogas. Wir zeigen, wie’s geht, was es bewirkt und welche Förderungen es gibt. 

von Michael

 

Der CO2-Ausstoß von Gasheizungen.

Gasheizungen: weit verbreitet, oft veraltet.

Rund die Hälfte der Deutschen heizt mit Gas. Jetzt könnte man die Füße auf die Heizung legen und über diesen Fun Fact die Achseln zucken. Doch es ergeben sich im Zusammenhang mit den Gasheizungen leider zwei Probleme:

1. Erstens gehört Erdgas zu den großen Drei der fossilen Energieträger, mit denen wir den Klimawandel beschleunigen.

2. Zweitens sind die meisten der Gasheizungen zu alt. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW ist die Hälfte der Gasheizungen in Deutschland älter als 15 Jahre alt, jede Vierte hat sogar mehr als 25 Jahre auf dem Buckel. Und je älter die Heizung ist, umso ineffizienter werden die Brennstoffe verbrannt – sprich unnötig viel Brennstoff zum Heizen benötigt.

Dass man im Sinne der Nachhaltigkeit einen Gegenstand solange nutzt, bis er sich nicht mehr wiederbeleben lässt, funktioniert bei Heizungen nicht unbedingt. Sie werden mit zunehmendem Alter ineffizient und damit zum Geld- und Klimaproblem. So verursacht eine mit Erdgas betriebene Heizung laut Energieberatung co2online auf einer Wohnfläche von 70 m2 bereits an die 2,5 Tonnen CO2 im Jahr. Das Problem lässt sich mit zwei Maßnahmen beheben. Mit dem Wechsel von fossilem Erdgas zu echtem Ökogas. Und mit dem Austausch oder der Optimierung von Gasheizungen. Fangen wir mit der Hardware an.

 

Gasheizung: Welche kommt in Frage?

Bei der Frage nach einer neuen Gasheiztechnik kommt aktuell eigentlich nur ein Gasbrennwertkessel in Frage. Konstanttemperaturkessel sind praktisch aus dem Verkehr gezogen und Niedertemperaturkessel kann man zwar noch kaufen, werden aber nicht mehr hergestellt. Ab und an kommen sie zum Beispiel in Mehrparteiengebäuden zum Einsatz, weil sie erschwinglich und robust sind, mit niedrigen Temperaturen um die 30 bis 40 °C arbeiten und mit einem Wärmefühler ausgestattet sind, der die Leistung je nach Außentemperatur anpasst. Trotzdem ziehen sie mehr Energie als Gasbrennwertkessel, denn an deren Wirkungsgrad kommen sie nicht heran. Hier steht es 85 zu 100 % und mehr. 

 

Neuer Gasbrennwertkessel: So viel CO2 und Geld spart’s.

Der BDEW liefert Zahlen, wie viel Geld und CO2 man mit einem neuen Gasbrennwertkessel im Vergleich zu einem alten Niedertemperaturkessel spart. Demnach kann ein 150-m2-Einfamilienhaus, das jährlich 41.967 kWh Erdgas verbraucht, mit der Umstellung jährlich 640 Euro und 2.271 Kilo CO2 sparen.

Beim Tausch einer alten Ölheizung gegen eine neue Gasbrennwertheizung spart das 150-m2 große Beispielhaus bei einem jährlichen Heizölverbrauch von 3.770 Litern sogar 790 Euro und 4.987 Kilo CO2 im Jahr. Laut BDEW könnten derzeit 2,2 Millionen von 5,8 Millionen ölbeheizten Gebäuden auf eine klimafreundliche, energiesparende Gasheizung umstellen, weil sie in Gebieten mit einer Gasleitung stehen. Das Klimaschutzpotenzial wird dabei auf 12 Millionen Tonnen CO2 geschätzt. 

 

CO2-Bepreisung wird die Sache verteuern. 

Mit so einer Heizungssanierung lässt sich auch die CO2-Bepreisung abfedern. 2021 kostet der Ausstoß einer Tonne CO2 im Wärme- und Verkehrssektor 25 Euro, runtergebrochen auf eine Kilowattstunde Erdgas 0,6 Cent. Die CO2 Kosten muss dein Energieversorger bezahlen, wenn er mit fossilem Erdgas handelt. In der Regel schlägt er es jedoch früher oder später auf deinen Gaspreis drauf, so dass du es am Ende zahlst. Für eine Wohnfläche von 150 m2 und einem Erdgasverbrauch von 18.750 kWh würden damit zusätzlich 112,50 Euro pro Jahr anfallen.

Mit deinem Wechsel zu echtem Ökogas, wird’s im Laufe der Jahre immer günstiger und direkt klimafreundlicher. Worauf warten?

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Gasheizungen mit erneuerbaren Energien kombinieren.

Am sinnvollsten ist es, eine neue Gasheizung mit Erneuerbare-Energien-Anlagen zu kombinieren. Das ist klimafreundlicher und: förderfähig. Dafür gibt es zwei Systeme: 

  • Gas-Hybridheizungen sind neue Gasheizungen, die mit erneuerbaren Energien kombiniert werden, können zum Beispiel mit Solarthermie, mit einer Wärmepumpe oder Pelletheizung. 
  • „Renewable-Ready“ meint Gasheizungen, in denen bereits eine hybridfähige Steuerungs- und Regelungstechnik für den erneuerbaren Teil des Heizsystems integriert haben sowie bei denen ein geeigneter Warmwasserspeicher vorhanden ist. Innerhalb einer Frist von zwei Jahren muss eine umweltfreundliche Wärmeerzeugung ergänzt werden – sonst gibt es keine Förderung. 
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Förderungen für neue Gasheizungen.

Förderungen für Gasheizungen, die mit Erneuerbare-Energien-Anlagen kombinierbar sind, gibt es vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). 2021 fördert das BAFA

  • Gashybridheizungen mit 30 % der Kosten, vorausgesetzt die Erneuerbare-Energien-Technik deckt mindestens ein Viertel des Heizbedarfs. 
  • Renewable-Ready Gas-Brennwertheizungen werden mit 20 % der förderfähigen Kosten bezuschusst, wenn sie innerhalb einer Frist von zwei Jahren mit einer Erneuerbaren-Energien-Technik kombiniert werden 
  • Wird eine Ölheizung gegen eine Gashybridheizung getauscht gibt es zusätzlich eine Austauschprämie von 10 % der förderfähigen Kosten. Insgesamt wird also die Umrüstung einer Öl-Heizung auf eine Hybridheizung mit 40 % gefördert.
  • Keine Förderung gibt es, wenn dein Heizkessel älter als 30 Jahre ist. Denn dann ist der Austausch laut Energiesparverordnung (EnEV) sowieso Pflicht.

Insgesamt sind die förderfähigen Kosten bei energetischen Sanierungsmaßnahmen auf maximal 60.000 Euro pro Wohneinheit gedeckelt.

 

Förderungen für Optimierungen.

Wenn das Geld für eine neue Gashybrid- oder Renewable-Ready-Heizung einfach nicht drin ist: Auch Heizungsoptimierungen werden gefördert. Vom BAFA und ebenso von der KfW, der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Zu den typischen förderfähigen Maßnahmen gehört etwa der Austausch der Heizungspumpe oder ein hydraulischer Abgleich. Die Aktion sorgt dafür, dass alle Heizkörper gleich viel Heizwasser abbekommen und kann laut co2online etwa 15 % der Energie sparen. Den Heizungspumpentausch gibt es ab 300 Euro, spült in einem typischen Einfamilienhaus pro Jahr wieder 100 Euro an Ersparnis rein. Das lohnt sich also nach rund drei Jahren. 

Das BAFA fördert den hydraulischen Abgleich und eine neue Heizungspumpe mit 30 % der Kosten. Die KfW fördert die gleichen Maßnahmen mit 20 %. Der KfW-Deal sieht auf den ersten Blick schlechter aus. Ist er aber nicht, wenn du noch mehr unternehmen willst. Die Kreditanstalt fördert nämlich noch weitere Maßnahmen, wie etwa das Dämmen von Rohrleitungen oder den Austausch von Heizkörpern.

>>> Welche Förderungen in deinem persönlichen Fall in Frage kommen, kannst du mit dem Fördercheck von co2online herausfinden.

 

Förderung für die Energieberatung.

Niemand dürfte sich eine neue Gasheizung reinstellen lassen, ohne sich vorher Beratung ins Haus zu holen. Glücklicherweise wird auch die fachkundige Beratung bezuschusst. Das BAFA übernimmt sogar bis zu 80 % der Beratungskosten. Für diese gibt es aber Grenzen. Besitzer:innen von Ein- und Zweifamilienhäusern bekommen im besten Fall 1.300 zurückerstattet, bei Mehrparteienhäusern mit mehr als drei Wohneinheiten sind höchstens 1.700 Euro vorgesehen. Eine gute Anlaufstelle für die Energieberatung allgemein ist auch die Verbraucherzentrale

 

Der Zeitpunkt für den Austausch. 

CO2 verhindern hier, Geld sparen dort – klingt gut. Aber wann weiß man überhaupt, ob eine neue Gasheizung oder zumindest eine Optimierung nötig ist? Wenn du volles Rohr heizt, das Haus aber trotzdem nicht warm wird, muss sich sowieso jemand die Sache ansehen. Das Alter der Heizung ist natürlich ein Hinweis, ebenso ganz plakative Hinweise wie das Energielabel für Heizkessel. Wie man es von elektronischen Geräten kennt, gibt das Label die Energieeffizienz des Kessels von A+++ bis D an. Der Anfang des Alphabets steht logischerweise für einen besonders effizienten Heizkessel; danach geht’s bergab. Die Noten vergeben übrigens die Schornsteinfeger:innen. Der Austausch von Heizkesseln ist Pflicht, wenn diese älter als 30 Jahre sind.

 

Vergleiche deinen Verbrauch mit anderen Haushalten. 

Ein Hinweis ist auch der Vergleich mit anderen Haushalten. Schau dir auf deiner Jahresrechnung deinen eigenen Gasverbrauch an und vergleiche ihn mit den Daten des Heizspiegels. Dieser veröffentlicht jedes Jahr die realen Gasheizverbrauchswerte typischer Haushalte. 2020 verbrauchten Haushalte mit einer Gasheizung in Mehrfamilienhäusern durchschnittlich 143 Kilowattstunden Erdgas pro m2 und zahlten dafür 10,30 Euro. In Einfamilienhäusern wurden 157 kWh pro m2 verbraucht und etwa 12 Euro gezahlt. Wenn dein Verbrauch wesentlich darüber liegt, obwohl sich alle im Haus an die Heizregeln halten, könnte auch dies ein Hinweis sein, dass es Zeit für eine neue Heiztechnik ist. 

 

So nutzt du deine Gasheizung richtig.

Erdgas ist nicht klimafreundlich.

Kommen wir zum Brennstoff für die Gasheizung. Und da ist es ganz egal, ob es sich um ein neues oder altes Modell handelt. Ökogas ist ein Muss. Erdgas wird in der Klimaschutzdebatte immer wieder schöngeredet. Als 2-in-1-Energieträger, aus dem man Wärme und Strom zaubern, und dadurch die Stromlücke schließen kann, die der Atom- und Kohleausstieg hinterlässt. Der CO2-Ausstoß von Erdgas liegt mit 250 Gramm pro Kilowattstunde* zwar unter dem Niveau von Heizöl (319 g CO2/kWh*), das macht den Brennstoff nicht klimafreundlicher. Bei der Förderung und dem Transport von Erdgas wird jede Menge Methan freigesetzt. Der Treibhauseffekt von Methan soll sogar 25 Mal höher sein als der von CO2.

Als Brückenbrennstoff richtet Erdgas damit mehr Schaden an als gedacht. Eine Studie der Energy Watch Group von 2019 ergab, dass der Treibhauseffekt des Energiesektors um bis zu 40 % steigen wird, sollte der Strom- und Wärmesektor von Kohle und Öl lediglich auf Erdgas umgestellt werden. Leider war in der vergangenen Dekade Erdgas bereits der boomende fossile Energieträger. Die Nutzung von erneuerbaren Energien ist ein Weg, um gegenzusteuern. Gasheizungen, bestehende wie neue, müssen daher mit Ökogas betrieben werden. Das gilt für Mieter:innen, die ihren Gasanbieter frei wählen können. Und für Vermieter:innen, die Gas für das gesamte Gebäude bestellen. 

Wirklich Ökogas: Alle Infos

 

Nur Ökogas aus 100 % erneuerbarer Energie ist echt. 

Bei deiner Ökogas-Bestellung für deine Gasheizung solltest du darauf achten, dass es wirklich nur aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Das ist leider keine Selbstverständlichkeit. Ökogastarife aus 100 % erneuerbaren Energien machen im Markt gerade mal einen Anteil von 1 % aus. 7 % sind Beimischprodukte mit einem Erdgasanteil und einem meist geringen Ökogasanteil. Der Großteil der Biogasangebote sind sogenannte Klimatarife (31 %). Was das ist? Einfach nur fossiles Erdgas. Also genau das, was du nicht willst.

>>> So erkennst du echtes Biogas.

Grafik: Echtes Ökogas ist rar
Echtes Ökogas ist rar.

Ökogasanbieter dürfen ihre Gastarife mit einem Öko versehen, wenn sie zum Beispiel die durch die Erdgasproduktion entstandenen CO2-Emissionen durch Klimaschutzprojekte kompensieren. Typisch sind Aufforstungsprojekte. Neue Bäume sind schön und gut, mit der Energiewende im Wärmemarkt haben sie trotzdem nichts zu tun. Die fördert man nur mit der echtem Ökogas. Zum Beispiel mit Wirklich Ökogas von Polarstern. Für jede Kilowattstunde, die du verbrauchst, investieren wir 0,21 Cent in den Ausbau der erneuerbaren Energien. Dein CO2-Fußdruck fürs Heizen sinkt drastisch.

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Kleine Heiztipps, große Wirkung.

Wie effizient deine Gasheizung arbeitet, kommt natürlich auch auf dein Heizverhalten an. Es gibt viele Möglichkeiten, den Heizverbrauch zu senken. Und sie lohnen sich. Laut Heizspiegel können die Verbraucher:innen in Deutschland in 90 % der Gebäude durchschnittlich 500 € Heizkosten im Jahr sparen. Und das nicht nur mit einem Heizungstausch oder eine Heizungsoptimierung. Das eigene Verhalten liefert den entscheidenden Beitrag. Und meistens sind es Kleinigkeiten. Zum Beispiel 

  • die Heizung ein Grad runterdrehen, das spart rund 6 % Energie. 
  • die Heizung entlüften 
  • Heizkörper von Möbeln, Gegenständen und Vorhängen freihalten.
  • ein smartes Thermostat nutzen – das kann wirklich Geld in die Kasse spülen.
  • Räume geschlossen halten, stoßlüften
  • und vieles mehr. Mehr erfährst du zum Beispiel in unseren Artikeln

>>> 10 Heiztipps, die wirklich was bringen. 

>>> So heizt du im Homeoffice.

>>> Wie du Thermostate richtig einstellst.

>>> 5 Tipps, wie du deine Heizung pimpst. 

Und mit einem Klick auf den nächsten Button, siehst du, was dein Wechsel zu Wirklich Ökogas alles bewirkt. Es ist mehr, als du denkst. Wirklich.

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