Leuchten im Einmachglaslook

Niemand muss im Dunkeln sitzen: Du kannst das Licht einschalten, es gemütlich hell machen – und trotzdem Energie sparen. Wirklich. Wir zeigen, wie’s geht. Und auch, auf was du beim Leuchtmittelkauf und der Platzierung von Lampen zu Hause achten kannst.

von Michael

Es ist ein großes Missverständnis, dass man sich fürs Strom sparen irgendwie bestrafen müsste. Da begeben sich die Leute dann für einen Abend ganz motiviert in Dunkelhaft, bevor's ihnen doch wieder zu blöd wird. Zu Recht. Denn das muss überhaupt nicht sein. Zum Energie sparen reichen schon ein paar einfache Umstellungen. Wirklich.

1. Was LEDs wirklich bringen

80 % effizienter. 

Der Einsatz von LEDs ist dafür das beste Beispiel. Wenn du alte Glühbirnen gegen LEDs tauschst, kannst du laut Öko-Institut bis zu 80 % deines Stromverbrauchs für die Beleuchtung sparen. Angenommen du würdest heute eine 60-Watt-Glühbirne gegen eine LED austauschen, hättest du nach einem Jahr etwa 16 Euro gespart; bei einer 45-Watt-Halogenlampe 11 Euro im Jahr.

Gemeinsam sparen wir mehr. Dank Effizienz ist bundesweit der Anteil des Strombedarfs für die Beleuchtung laut Statistischem Bundesamt zwischen 2010 und 2017 um 21 % gesunken. 

Lang leben LEDs. 

Die Ersparnis wird noch größer, wenn man ein Blick auf die Lebensdauer der Leuchtmittel wirft. Laut Energieberatung co2online halten LEDs durchschnittlich 20.000 und maximal 50.000 Stunden. Energiesparlampen brennen dagegen nur rund 10.000 Stunden. Und bei der Glühbirne ist schon nach rund 1.000 Stunden Schluss. So gesehen sind LEDs auch nicht teurer, auch wenn der Preis viele Haushalte von der Umstellung abhält. LEDs gibt es schon ab einem Euro, der Austausch von etwa 10 Leuchtmitteln kann einem Haushalt laut co2online aber schon bis zu 165 Euro und 245 kg CO2 im Jahr sparen – wenn vorher Glühbirnen genutzt wurden.

Tabelle: Was hält wie lange?

LED Ca. 25.000 Stunden
Leuchtstofflampe Ca. 18.000 Stunden
Entladungslampe Ca. 7.500 Stunden
Halogen-Glühlampen Ca. 2.000 Stunden
Glühlampen Ca. 1.000 Stunden

Quelle: Öko-Institut.

Die gute, alte Glühbirne?

Aber sind die alten Birnen nicht eh Schnee von gestern? Ja, schon. Aber viele Menschen bunkern die Dinger im Keller oder bestellen die Restbestände online nach. Es gibt Online-Shops, die immer noch mit der "guten, alten Glühbirne" werben und den 10er-Pack für 5,50 Euro anbieten. Aber wenn man auf die Lebensdauer von rund 1.000 Stunden blickt, sind Glühbirnen definitiv nicht günstiger als LED-Leuchten. Die besten LEDs kannst du theoretisch sechs Jahre konstant brennen lassen, eine Glühbirne aber nur 41 Tage.

Zeichen setzen.

Jedes Jahr im März schaltet die Welt gemeinsam und zur gleichen Uhrzeit das Licht aus, um gemeinsam ein Zeichen für mehr Klimaschutz zu setzen. Menschen treffen sich zu Hause oder auf öffentlichen Plätzen, um für eine Stunde das Licht zu löschen und Kerzen anzuzünden. Auch die Städte machen die Beleuchtung ihrer Wahrzeichen, Sehenswürdigkeiten und Gebäude aus. Es ist ein wichtiger Protest und schöner noch dazu. Wir feiern die Earth Hour mit einem Konzert der KYTES. Im Live-Stream aus dem Polarstern-Büro.

2. Achte aufs Energie-Label und unsere Einkaufstipps.

Energie sparen beginnt schon beim Kauf der Leuchtmittel. Wirf beim LED-Kauf daher als Erstes einen Blick auf das EU-Energielabel. Es teilt Leuchten in die Energieeffizienzklassen von A bis G ein. In der A-Klasse sind Leuchtmittel mit mehr als 210 Lumen (lm) pro Watt (W). Leuchten mit weniger als 85 lm/W liegen in der Klasse G. Jede Klasse entspricht immer 25 lm/W. Je höher die Effizienzklasse ist, desto mehr Strom kannst du sparen, logisch.

Aus A++ wird B. 

Das Energielabel für Leuchtmittel ist erst im September 2021 reformiert worden. Die vormals beste Klasse A++ hat jetzt die Effizienzklasse B. Die meisten LEDs, die es im Handel zu kaufen gibt, fallen aktuell in die Klasse D und E. Das sollte dich nicht verunsichern. Es bedeutet nicht, dass diese Lampen besonders ineffizient sind. Es bedeutet, dass der Markt noch effizientere LEDs hervorbringen wird. Die A-Klasse wird sogar schon angeboten. Etwa acht Euro muss man dafür hinlegen, wohingegen es die Klassen D und E schon für einen Euro gibt. Die unteren Effizienzklassen sind für den privaten Gebrauch aktuell auch okay. Die beste Effizienzklasse lohnt sich vor allem im Gewerbe, wo rund um die Uhr Licht benötigt wird.

Checkliste für den LED-Kauf.

1. Fang mit den Lieblingslampen an.

Ersetze alte Leuchtmittel durch LEDs zuerst bei den Lampen, die du am häufigsten nutzt. Dadurch erzielst du den größten Einspareffekt. Die ungenutzte Flohmarktlampe im Gästezimmer kann erst mal warten.

2. Notiere Sockeltyp und Form deiner LED-Lampe.

Notiere dir den Sockeltyp, bevor du in den Laden gehst. Sie heißen so ähnlich wie die Farbstoffe vom Wassereis, das du als Kind gegessen hast: E27, E14, GU10 und so weiter. Schreib dir unbedingt auf, welchen Typ deine Lampe braucht. 

3. Nimm für jeden Raum die passende LED.

Jeder Raum ist anders. In der Küche möchtest du ein anderes Licht als im Schlafzimmer, im Arbeitszimmer ein anderes als im Wohnzimmer. Wie du individuell deine Beleuchtung mit LED-Lampen gestaltest, kannst du an den folgenden Kürzeln lesen.

  • Lumen (lm) gibt den Lichtstrom und so die Helligkeit an. Je höher die Lumenzahl, desto heller ist das Licht.
  • Kelvin (K) ist der Wert für die Farbtemperatur. Je höher die Kelvinzahl, desto kühler wirkt das Licht.
  • Der Farbwiedergabeindex (CRI) sagt etwas über den Farbreiz und den Farbeindruck des Lichtes aus. Je höher der CRI, desto natürlicher sind die Farben. 

4. Achte auf Lebensdauer und Effizienz der LED-Lampe.

Eine LED-Lampe sollte eine Lebensdauer von mindestens 20.000 Stunden haben. Eine LED der Klasse B ging vor der Reform des Energielabels als A++ durch – sie ist also sehr gut. Auch An- und Ausschaltungen sind eine wichtige Kennzahl. Nimm 50.000 und mehr.

5. Entsorge die alten Leuchtmittel richtig.

Alte Glühbirnen oder Halogenlampen dürfen in den Restmüll, denn sie enthalten keine umweltrelevanten Stoffe. Energiesparlampen enthalten giftiges Quecksilber und LEDs elektronischen Teile und LED-Chips. Beides gehört auf den Wertstoffhof oder eine andere dafür vorgesehene Sammelstelle. Diese gibt es mittlerweile in vielen Bau- und Supermärkten.

3. Mach die richtige Festbeleuchtung.

Lichterketten kommen zwar nur in der Weihnachts- oder Gartensaison zum Einsatz, dafür brennen sie oft nächtelang. Der LED-Umstieg lohnt sich deshalb auch hier. Laut Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) verbrauchen LED-Lichterketten bis zu 90 % weniger Strom als Lichterketten mit Glühlämpchen. Am schlechtesten schneiden Lichterketten mit Batterie ab. Laut eines Berichts des SWR kosten sie im Betrieb dreihundertmal so viel Geld wie strombetriebene Lichterketten. Generell gilt: Nachts sehen die Lichterkette höchstens Katzen und Eulen. Eine Zeitschaltuhr hilft dir, die Lichterkette vor dem Schlafengehen auszumachen und erst am nächsten Tag zur Dämmerung wieder einzuschalten. Zeitschaltuhren zu nutzen, ist keine große Sache. Es handelt sich dabei um einfache Zwischenstecker mit Timer-Funktion.

Wie der Stromverbrauch einer Stadt.

Dauerbeleuchtung und die Nutzung von falschen Leuchtmitteln sind beim Lichtschmuck ein Problem. Laut BUND ist der Stromverbrauch der Weihnachtsbeleuchtung in Deutschland so hoch wie der Jahresstromverbrauch einer mittelgroßen Stadt. 

4. Nutze Solarlampen.

Mit Solar-Lampen kannst du komplett auf Strom, Stecker und Kabel verzichten. Solar-Lampen sind mit kleinen PV-Modulen ausgestattet, die Sonnenenergie in elektrischen Strom umwandeln und autark leuchten. Sie eignen sich wunderbar als Leuchte für den Balkon oder die Terrasse und geben auch ein gemütliches Licht zum Lesen ab. Wer einmal in eine Solarleuchte investiert hat, spart Strom oder die Kosten für Teelichter und Kerzen.

Strom fällt nicht vom Himmel? Doch!

Wenn wir doch nur aus Sonne Energie machen könnten! Moment, das geht ja. Mit der Energie, die die Sonne in nur 20 Minuten auf die Erde schickt, könnte sich die ganze Menschheit ein Jahr lang mit Strom versorgen. Allein eine Solarleuchte wie das Sonnenglas kann ganze 24 Stunden leuchten, wenn es vollständig geladen ist.

5. Mach Lichter wirklich aus, nicht nur ein bisschen.

Energie sparen mit Licht funktioniert nach einem ganz einfachen Prinzip: Mach das Licht an, wo es gebraucht wird und aus, wo es nicht gebraucht wird. Eigentlich einfach. Nur klappt es nicht immer, weil man zwischen Räumen hin- und herwechselt und es einem vielleicht doch wieder egal ist. Die richtige Technik hilft: Mit Steckdosenleisten lassen sich mehrere Lampen auf einmal an- und ausknipsen. Ebenso hilfreich sind Standleuchten mit Fußpedal, auf das man nur drauftreten muss. Zeitschaltuhren sorgen dafür, dass das Licht zu einer bestimmten Uhrzeit garantiert gelöscht wird. Wird eine Lampe über ein Netzteil mit Strom versorgt, sollte der Stecker gezogen oder per über eine Steckerleiste abgeschaltet werden. Denn die Netzteile ziehen häufig noch Strom, wenn das Licht längst gelöscht ist.

6. Probiere Smart-Home-Lösungen aus.

Smart-Home-Lösungen regulieren das Licht automatisch anhand der An- und Abwesenheit von Personen. Das ist vor allem in Räumen praktisch, die nur kurz benutzt werden – etwa im Flur oder in der Vorratskammer. Über Apps lassen sich die Lichter auch von unterwegs regulieren. Das kann vor Einbrüchen schützen. Der Nachteil von Smart-Home-Systemen: Durch die Vernetzung mit dem Internet und den ständigen Bereitschaftsdienst der smarten Lampen kann der Stromverbrauch erst recht steigen. Setz die smarte Technik sinnvoll ein, indem du zum Beispiel energiesparende Lichtstimmungen vorprogrammierst.

7. Pflege Lampen und nimm helle Wandfarben.

Je dicker die Staubschicht auf den Lampen ist, desto weniger Helligkeit kommt durch. Staube Lampen und Leuchtmittel deshalb regelmäßig mit einem Staubtuch ab. Siehst du was? Ja, mehr Licht. Auch die Einrichtung hat einen Effekt auf die Helligkeit eines Raums. Dunkle Wände und Lampen schlucken viel Licht, während helle Farben das Licht reflektieren. Räume, die wenig Tageslicht abbekommen, solltest du daher in hellen Farben streichen.

8. Pass das Licht an die Situation an.

Für das menschliche Auge ist normales Tageslicht optimal; daran ist es angepasst. Der Körper reagiert auf kaltweißes Tageslicht mit der Ausschüttung des Hormons Cortisol, das uns aktiv und wach macht. Im Gegenzug reagiert er auf warmweißes Licht (das er mit Abendstimmung assoziiert) mit der Melatonin-Produktion. Dieses “Schlaf-Hormon” macht uns träge, müde und entspannt. Die sogenannte “biologische Lichtplanung” setzt sich genau damit auseinander – also wann wir Menschen welches Licht brauchen.

In deiner Lichtplanung bedeutet das: Entscheide dich je nach Raum und Funktion für das passende Licht. Möchtest du konzentriert arbeiten, ist vielleicht ein kühleres, helleres Licht das richtige. Im Schlafzimmer wäre dieses Licht aber fehl am Platz. Bei der Wahl hilft dir unsere Checkliste

Aus dem Rhythmus.

Laut BUND nimmt die Lichtverschmutzung, also die künstliche Erhellung der Nacht, in Deutschland jedes Jahr um 6 % zu. Von dem Licht hat niemand etwas. Im Gegenteil. Es bringt die Ruhe und Orientierung der Tiere total durcheinander. Vögel zum Beispiel singen mancherorts zu unmöglichen Uhrzeiten, fliegen gegen Hochhäuser oder legen zu früh ihre Eier ab.

9. Versorge deine Lampen mit Ökostrom.

Der Wechsel zu Ökostrom ist so leicht wie der Tausch einer Glühbirne – aber eine riesige Veränderung. Zum Guten! Du bist du mit einem Schlag dein CO2 für deinen Stromverbrauch los. Ein Dreipersonen-Haushalt verhindert mit dieser Maßnahme bereits über 1.000 kg Kohlendioxid im Jahr. Wie nebenbei unterstützt du den Ausbau der erneuerbaren Energien. Weltweit!

Für jede Kilowattstunde Wirklich Ökostrom, die du verbrauchst, investieren wir 1 Cent in den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland, vor allem in die Photovoltaik auf Mehrparteiengebäuden. Außerdem investieren wir jedes Jahr für dich 20 Euro in die  Energiewende in Kamodscha und Madagaskar. In Kambodscha fördern wir den Bau von Biogasanlagen für Familien, in Madagaskar bauen wir gemeinsam mit unserem Partner Africa Greentec eine solare Stromversorgung für Dörfer auf. Jedes Mal wenn du ein Licht anmachst, weißt du, dass du etwas veränderst. Was, kannst du bei Polarstern sogar noch vor deinem Wechsel berechnen.

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Michael | Team Wirklich

E-Mail: [email protected]

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