Wer nicht da ist, verbraucht keinen Strom. Aber nur, wenn man an alles gedacht hat. Wir helfen dir beim Abschalten– verraten, wie viel du in deiner Abwesenheit sparst und wie du auch nach dem Urlaub deine Stromkosten dauerhaft senkst. 

von Michael

 

Mindestens eine wiederkehrende Sorge gehört zum Urlaub dazu. Ein typischer Moodkiller ist die Frage, ob der Herd wirklich aus ist. Und schon geht das Kopfkino los: Bestimmt, sonst hätte jemand angerufen. Und jetzt kann man eh nichts mehr machen, jetzt ist das Haus schon abgebrannt. Wenn man zurückkommt, sitzt der Herd jedes Mal so unschuldig auf seinem Platz, als hätte er nach zwei Wochen sturmfrei noch bis eben geputzt. Mit einer kleinen Checkliste kann man sich die Aufregung sparen – und Stromkosten gleich dazu. 

 

Checkliste für echtes Abschalten. So klappt’s. 

 

1. Sind alle Geräte aus? Auch nicht mehr im Standby?

Standby-Betrieb erhöht den Stromverbrauch.

Geräte ausschalten ist nicht schwer. Aber irgendwas blinkt dann doch noch. Im Standby sind Geräte aber nicht ausgeschaltet, sondern wie es der englische Name schon sagt, in Bereitschaft und damit weiterhin unter Strom. Der Standby-Betrieb ist unnötig und verpulvert Strom. Laut co2online macht der Leerlaufbetrieb in einem durchschnittlichen 3-Personen-Haushalt im Schnitt 10 bis 20 % der Stromrechnung aus. Wie hoch der "Schaden" ausfällt, hängt immer davon ab, über wie viele Geräte wir uns unterhalten, wie alt und welche es sind. Eine Spielekonsole zum Beispiel zieht auch im Ruhezustand richtig viel Strom. 

>>> Mehr über den Stromverbrauch von Computerspielen.

 

2. Ist die Kühlschranktür offen? Du hast ihn doch abgetaut, oder? 

Nicht alle Geräte lassen sich spontan vom Netz trennen, wie der Kühlschrank zum Beispiel. Das Wochenende vorm Urlaub eignet sich bestens dazu, den Inhalt zu verbraten und das Gefrierfach abzutauen – unter Beobachtung. Denn je nachdem wie dick die Eisschicht schon war, muss man einen Eimer unter die Kühlschrank-Stalaktiten stellen und gelegentlich einen Lappen zur Hand nehmen. Am besten, man lässt es erst gar nicht so weit kommen. Bereits eine Eisschicht von einem Zentimeter erhöht den Stromverbrauch des Kühlschranks um 10 % bis 15 %. Und nicht vergessen, die Kühlschranktür während der Abwesenheit offen zu lassen, sonst schimmelt’s. 

>>> Mehr Stromspartipps für den Kühlschrank. 

 

3. Hast du an den Router ausgeschaltet? 

Der Router bleibt viel zu oft an. Die Sorge, nicht mit dem Internet verbunden zu sein, ist eine komische Krankheit unserer Zeit. Der Urlaub ist eine gute Gelegenheit für Genesung. Der Router braucht zwar nicht so viel Strom, dafür nimmt er ihn sich in den meisten Haushalten rund um die Uhr – 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche 365 Tage im Jahr. Wie hoch der Stromverbrauch von Routern ist, hängt immer davon ab, wie stark er gerade durch deine Internetaktivitäten belastet wird. Im Standby verbraucht er etwa 7 Watt, was bei einem Kilowattstundenpreis von derzeit rund 0,31 Cent etwa 19 Euro im Jahr ausmacht. Ein weiterer Posten, bei dem man sich denken mag: nicht die Welt. Wie bei so vielen Geräten... Und plötzlich sind’s zusammen doch über hundert Euro Stromkosten im Jahr. 

 

4. Ist das Festnetztelefon wirklich so wichtig? Schalt die Station aus. 

Die Ladestation fürs Festnetztelefon ist auch so eine Sache. Wer wissen will, wer in Abwesenheit angerufen oder auf den AB gesprochen hat, sollte sich das Stecker ziehen natürlich überlegen. Allerdings ist der Urlaub ja gerade dafür da, dass man mal nicht erreichbar ist. Also kapp sie, die Leitung! Und ganz ehrlich. Menschen, die dich dringend erreichen müssen, erreichen dich auch – auf deinem Handy. 

 

5. Hast du an die elektronischen Kleingeräte gedacht? 

Und dann gibt es noch den elektronischen Kleinkram, den man gerne mal übersieht. Elektrische Zahnbürsten, die chronisch an der Steckdose hängen, Haarschneidemaschine, die an ihrem Platz festgewachsen sind, diese Dinge. Gib ihnen frei!

 

6. Mach die Heizung aus. Ja, wirklich. 

Warum sollte die Heizung im Urlaub an sein? Und allgemein den Sommer hindurch? Umgekehrt solltest du in der kälteren Jahreszeit Heizungen natürlich nicht ganz runterdrehen. In Häusern mit geringfügigerer Dämmung ist eine Prise Wärme während der Abwesenheit gar nicht mal so schlecht. Dann kühlen die Räume nicht aus und es entsteht kein Schimmel.

 

7. Ist der Boiler aus? 

Wird bei dir zu Hause Wasser mit einem Boiler erhitzt? Dann solltest du auch diesen ausschalten, der wird nämlich gerne vergessen. Dreh ihn bei deiner Rückkehr aber einmal volle Pulle auf. Falls sich Erreger eingenistet haben, tötest du sie mit Hitze vorsorglich ab.

 

8. Der letzte Rundgang: Ofen, Fenster, Schlüssel

Bevor man die Wohnung verlässt, ist ein letzter Rundgang eine gute Gelegenheit, ein Foto von Herd und Ofen zu schießen. Als Beweis, dass das Haus nicht abgebrannt ist. Bei der Gelegenheit kannst du auch überprüfen, dass wirklich alle Fenster zu sind. Gekippte Fenster sind keine gute Idee. Erstens weil easy jemand einsteigen kann, zweitens weil es im Hochsommer immer mal wieder hagelt. Drittens, weil dauerhaft gekippte Fenster die Schimmelgefahr erhöhen. Es ist immer gut, wenn eine Person des Vertrauens zur Not in die Wohnung springen kann, falls dich im Urlaub wegen irgendeiner Sache zu Hause die Panik packt wie runterfallende Kokosnüsse. Deponier einen Schlüssel bei deiner Nachbarin oder deinem Nachbarn. 

 

Urlaub und alles ist aus: So viel Stromkosten sparst du.

Wenn du wirklich 14 Tage lang gar keinen Strom verbrauchst, würdest du alleine in einem Single-Haushalt, der standardmäßig ca. 1.300 kWh im Jahr verbraucht, bei einem durchschnittlichen Kilowattstundenpreis von aktuell ca. 0,31 Cent etwa 15,62 Euro sparen. Und andere Haushaltsgrößen? In etwa so viel: 

Tabelle: Stromkostenersparnis nach Haushaltsgröße.

Haushaltsgröße Jahresverbrauch Tagesverbrauch Ersparnis 14 Tage Urlaub
1 Person ca. 1.300 kWhca. 3,6 kWhca. 15,62 Euro
2 Personen ca. 2.400 kWh ca. 6,6 kWh ca. 28,64 Euro
3 Personen ca. 3.000 kWh ca. 8,2 kWhca. 35,58 Euro
4 Personen ca. 3.500 kWhca. 9,6 kWhca. 41,66 Euro
5 Personen ca. 4.000 kWh ca. 10,9 kWca. 47,30 Euro

Quelle: Tarifrechner von Polarstern. 

 

 

Haushalte mit großen Stromverbrauchen wie Elektroautos und Wärmepumpe. 

Die Ersparnisse sind natürlich Richtwerte, die Einsparung kann genauso kleiner oder größer ausfallen. Größer vor allem dann, wenn der Haushalt energieliebende Stromverbraucher wie Elektroautos oder Wärmepumpen nutzt. Wenn der Haushalt in einem Eigenheim zudem noch Strom mit einer PV-Anlage selbst erzeugt, wird nicht nur gespart, sondern auch verdient. Denn natürlich wird der PV-Strom auch in der Abwesenheit ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Eine mittelgroße Photovoltaikanlage speist an einem klaren Juli-/Augusttag etwa 30 Kilowattstunden ein. Angenommen, die Anlage ging im Juli 2016 in Betrieb, gewinnst du 51,70 Euro. Damals gab es für jede eingespeiste Kilowattstunde noch 12,31 Cent. Vier Jahre später, im Juli 2020 sind es nur noch 9,03.   

>>> Mehr über die Einspeisevergütung. 

 

Stromverbrauch: Auch nach dem Urlaub senken.

Spare 290 Euro Stromkosten im Jahr. 

Urlaub ist eine gute Gelegenheit, Abstand zu gewinnen – sich zu überlegen, was man bei der Rückkehr ändern möchte. Wie wär’s mit dem Energieverbrauch? Sparen kann man immer. Laut Stromspiegel der Energieberatung co2online liegt das durchschnittliche Stromsparpotenzial eines Drei-Personen-Haushalts bei rund 1.000 Kilowattstunden und 290 Euro im Jahr. Und in vielen Haushalten geht noch mehr. 

Grafik: So viel Strom könntest du sparen

In Effizienzhäusern ist das Potenzial zum Strom sparen schon deshalb größer, weil Elektrizität eine größere Rolle spielt. Normalerweise fallen in den Haushalten 80 % des Energieverbrauchs beim Heizen an, 20 % bei der Nutzung von Strom. In einem Passivhaus jedoch, kann sich dieses Verhältnis genau umdrehen. Zum Beispiel wenn mit einer Wärmepumpe geheizt wird. Bei einem KfW-Effizienzhaus 55 liegt der Anteil des Stromverbrauchs bei bis zu 60 %. 

 

Wie du dein eigenes Stromsparpotenzial herausfindest.

Bei dem Sparpotenzial sind die 14 Tage Stromabstinenz Peanuts. Du findest dein eigenes Stromsparpotenzial schnell heraus: Sieh auf deiner letzten Stromrechnung nach, wie hoch dein Stromverbrauch im letzten Jahr war und vergleiche mithilfe des Stromspiegels, ob der Wert für deine Haushaltsgröße angemessen ist. Der Weg zu einem geringeren Stromverbrauch ist nicht schwer. So geht’s: 

 

Tipps für einen niedrigen Stromverbrauch.

 
1. Orientiere dich bewusst an den klassischen Stromspartipps. 

Stromspartipps lassen sich so easy umsetzen und sparen wirklich was. Allein im Standby-Betrieb sind für einen 3-Personen-Haushalt laut co2online schon 115 Euro versteckt. 

>>> Zu unseren Stromspartipps. 

 

2. Frag dich, welche Geräte du wirklich brauchst. 

Schau dich im Haushalt um und frag dich, welche Geräte du wirklich brauchst. Oft haben wir viel zu viele Geräte. Statt ein altes Gerät in ein neues zu tauschen, behalten Haushalte oft beide. Und benutzen auch beide. Das bedeutet einen fast doppelt so hohen Strombedarf!

>>> Artikel: Reparieren, weiterverwenden und recyceln – deine Geräte verdienen eine zweite Chance.

 

3. Hol dir Hilfe, zum Beispiel von smarten Anwendungen.

Smarte Stecker machen auch alte Elektrogeräte übers Smartphone steuerbar. Im Urlaub sind smarte Stecker einerseits sinnvoll, weil sich Geräte per WLAN von unterwegs an- und ausschalten lassen – was hilfreich ist, wenn man potenzielle Einbrecher mit etwas Licht verwirren will. Andererseits müssen Geräte, die mit den smarten Steckern gesteuert werden sollen, im Standby-Betrieb sein. Und den wollen wir ja eigentlich verhindern. Eine wirklich gute Anwendung sind übrigens smarte Thermostate. Anders als irgendwelche Gadgets, können sie laut Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie Heizkostenersparnisse von rund 15 % bringen. Hersteller wie tado° messen bei ihren Geräten sogar Ersparnisse von bis zu 30 %.

>>> Artikel: Ein Papa testet ein smartes Thermostat.

 

4. Lerne deinen Stromverbrauch kennen. Es ist interessanter, als du denkst und spart Geld. 

Smart Meter. 

Wer Strom sparen will, muss wissen, wie viel er wirklich verbraucht. Und wo. Durchschnittlich sparen Haushalte, die einen Smart Meter – einen intelligenten Zähler – nutzen, rund 15 % Strom. Warum das? Weil es hilfreich ist, wenn dir mal jemand mal deinen Stromverbrauch visualisiert vor die Nase hält. Auch einige Modelle von smarten Steckern machen den Stromverbrauch der angesteuerten Geräte über die dazugehörige App sichtbar.

 

Energiespar-Apps. 

Auch Apps helfen beim Stromsparen. So lahm wie es klingt, sie machen sogar Spaß. Sehr empfehlenswert ist das Energiesparkonto bei co2online und die dazugehörige App EnergieCheck. Du fütterst die App mit Zählerständen, und siehst, wie sich dein Stromverbrauch, die Stromkosten und dein CO2-Ausstoß im Zeitverlauf entwickeln. Die App hilft dir außerdem, Stromfresser im Haushalt zu identifizieren und gibt Tipps, wie du sie zähmst. Laut co2online sparen Haushalte, die ein Energiesparkonto nutzen, etwa doppelt so viel Energie wie der Bundesdurchschnitt. 

 

Sag mal, wie viel Strom verbrauchst du eigentlich?

Zusätzlich erfährst du, ob dein Stromverbrauch im Vergleich zu ähnlichen Haushalten niedrig, durchschnittlich oder hoch ist. Das ist insofern wichtig, wenn man wissen will, wie hoch das Potenzial eigentlich ist. Vielleicht ist dein Stromverbrauch schon so mickrig, dass du schon gar nichts mehr rausholen kannst. Vielleicht aber auch so hoch, dass du mehrere hundert Euro im Jahr sparst. 

>>> Mehr über Energiespar-Apps. 

 

Energieeffiziente Geräte finden.

Achte beim Kauf neuer Geräte auf ihre Energieeffizienz. Besonders günstige Geräte ziehen oft mehr Strom, auch im Standby-Betrieb. Deshalb kommst du trotz des attraktiven Kaufpreises auf lange Sicht nicht unbedingt günstiger weg. Die App ecoGator – ebenfalls von co2online – hilft beim Kauf. Du kannst noch im Geschäft Geräte scannen und ihre Stromverbräuche und Stromkosten miteinander vergleichen. Leider gibt es die App im Moment nur für iOS. Orientierung bietet auch das EU-Energielabel, das gerade erst überarbeitet wurde. Das EU-Energielabel verrät mit einem Blick, ob du dich auf hohe oder niedrige Stromkosten einstellen musst.

 

Hüte dich vorm Rebound-Effekt. 

So oder so: Wenn du ein effizientes Gerät kaufst, nutze es trotzdem sehr bewusst. Manchmal wird ein energiesparendes Gerät in der Folge öfters und intensiver genutzt. Dann taucht die versprochene Effizienz nicht auf der Stromrechnung auf. 

>>> Artikel: Sind energieeffiziente Geräte Stromfresser? 

 

Noch wichtiger: CO2 senken.

Stromkosten senken ist wichtig – CO reduzieren essenziell. Eine in Scientific Reports veröffentlichte Studie zeigt, dass die CO2-Konzentration in fünf Jahren so hoch ist wie das letzte Mal vor 3,3 Millionen Jahren. Damals im Pliozän, wie die Periode genannt wird, war der Meeresspiegel 15 bis 20 Meter höher als heute. Mit allen Konsequenzen. Jede Kilowattstunde Strom, die eingespart wird, verhindert CO2. Jede Kilowattstunde Strom, die aus erneuerbaren Energien erzeugt wird, ebenso. 

Mit Wirklich Ökostrom von Polarstern zum Beispiel verursachst du beim Betrieb aller Geräte praktisch kein CO2 mehr. Der Wechsel ist sofort erledigt. Geht sogar am Strand. Denn die einzige Info, die du zum Wechseln vielleicht nicht im Kopf hast, ist deine Zählernummer. Und die kannst du auch nach deinem Urlaub noch nachreichen. Probier’s aus!

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Und wir bedanken uns mit 20 Euro. Schnapp dir jemanden, der auch zu wirklich besserer Energie wechseln möchte – und ihr bekommt beide 20 Euro auf eure nächste Stromrechnung gutgeschrieben. Gemeinsam verändern wir mehr!

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