Für ein Ereignis, das Fest der Liebe heißt, ist Weihnachten ganz schön brutal. Von der geschmorten Gans, über erschlagene Tannen bis zum zerfetzten Geschenkpapier sind die Feiertage eine Materialschlacht, die viel Ressourcen verbraucht. Machen wir’s uns lieber schön! Mit unseren Tipps wird dein Weihnachten nachhaltiger und liebevoller. 

von Michael

Zeit für neue Weihnachtstraditionen. 

Weihnachten ist das Fest der Traditionen und Rituale. Und genau das ist ein bisschen das Problem daran. Vieles, was wir ritualisiert haben, verschwendet Ressourcen und CO2, obwohl man es längst nachhaltiger haben könnte. Aber der Großmutter kommen halt die Tränen, wenn die Enkelin den Braten hasst, für den sie, die Oma, Stunden in der Küche stand, gewürfelt, gehackt, gerührt, gemacht und getan hat. Heben wir uns die Tränen für Sissi auf. Man kann wirklich alle happy machen. Wir müssen einfach ein paar neue Traditionen starten.

1. Backen, Beleuchten, Beschallen. 

Ein Weihnachtsritual, von dem die Deutschen gar nicht wissen, dass sie es zusammen feiern, ist die Gänsebratenspitze. Schon mal gehört? So wird die steile Stromverbrauchskurve an Heiligabend und dem 1. Weihnachtsfeiertag genannt, wenn alle gleichzeitig ihre Öfen, Lichter, Fernseher und Lautsprecher anschmeißen. Festlich ist der Stromverbrauch aber auch schon in der Vorweihnachtszeit. Da wollen Plätzchendosen gefüllt, Glühweine erhitzt und Nachbarn mit spektakulären Lichterketten beeindruckt werden, und das kostet Strom. Wer auf ein paar Tipps achtet, reduziert seinen Stromverbrauch ziemlich leicht – auch über Weihnachten hinaus. Klick aufs Plus, um unsere Tipps auszuklappen.

Backe mit der richtigen Stromdosis.

Die richtige Stromdosis gehört zum Backen dazu wie Mengenangaben für die Zutaten. Die wichtigsten Regeln lauten: 

  • Lass die Ofentür zu, wenn die Plätzchen noch nicht fertig sind. Jedes Mal wenn du die Tür öffnest, muss der Ofen noch mehr Energie aufbringen, um wieder aufs richtige Hitzelevel zu kommen. Okay, irgendwann muss man mal das Werk prüfen. Aber bis es so weit ist, schau lieber durchs Ofenfenster. 
  • Nutze Restwärme. Bei vielen Rezepten kannst du den Ofen schon 5 bis 10 Minuten vor der angegebenen Backzeit ausschalten. Die Restwärme kannst du auch für "Nebenprodukte" nutzen. Zum Beispiel für Croutons.
  • Verzichte aufs Vorheizen, außer ein Rezept schreibt es ausdrücklich vor. Nimm beim Vorheizen die Bleche raus. Unbelegt ziehen sie unnötig Energie. 
  • Nutze Umluft, wenn es mit dem Rezept zusammengeht. Sie verbraucht rund 20 % weniger Energie als Ober- und Unterhitze.
  • Backe mehrere Bleche auf einmal, nicht erst jetzt eins und das nächste dann in fünf Stunden. Wenn du den Ofen immer wieder von Neuem anschmeißt, ist der Energieaufwand höher.

Geh nachhaltiger mit Licht um.

Der Sinn an Lichterketten ist, dass sie die Nacht verzieren, etwas Warmes in die Kälte bringen. Aber ab einer bestimmten Uhrzeit haben sie einfach keine Zuschauer:innen mehr, mal abgesehen von einem einsamen Lieferauto vielleicht. Mit einer Zeitschaltuhr müssen die Lichterketten keinen Allnighter schieben – und du nicht noch mal aufstehen, um sie auszumachen. Benutze außerdem LED-Lichter, also generell. Das ist die energiesparendste Licht-Lösung.

Nachhaltiger Fernsehmarathon.

Auch Fernseher, Tablets, Beamer machen zu Weihnachten eine Extraschicht, allein schon weil man die Familienmitglieder mit irgendwas ruhigstellen muss, bis es wieder Essen gibt. Natürlich geht auch Streamen und Fernsehen nachhaltig. Wähle zum Beispiel bei der Bildqualität HD statt Ultra HD oder 4 K. Das senkt deinen Stromverbrauch – und den im Rechenzentrum. Reduziere in den Geräteeinstellungen die Helligkeit und den Kontrast und lass den Fernseher nicht im Standby-Betrieb, wenn längst alle eingeschlafen sind. Wenn Weihnachten der Anlass ist, um ein neues Gerät anzuschaffen, wähle die beste Effizienzklasse und achte auf das Umweltsiegel Blauer Engel. Es steht für einen geringeren Stromverbrauch und bessere Umweltstandards in der Herstellung. 

Nutze Ökostrom

Klar, dass wir das sagen: Nutz Ökostrom. Auch über Weihnachten hinaus. Denn CO2-Emissionen sind eine noch größere Last als Stromkosten. Mit echtem Ökostrom verursachst du beim Backen, Beleuchten, Beschallen, Streamen und Beamen garantiert kein CO2. Der CO2-Fußabdruck eines typischen 3-Personen-Haushalts wird mindestens um eine Tonne leichter. Bei Polarstern sorgt dein Wechsel dafür, dass Familien in Kambodscha und Madagaskar ebenfalls auf erneuerbare Energie umsteigen können. Wie wir das machen, erfährst du hier. Der Wechsel dauert nicht länger als eine Werbepause bei Love Actually. Wirklich.

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2. Schöner verpacken. Wirklich.

Die Deutschen, ganz in der Tradition der Dichter:innen und Denker:innen, lieben Papierkram. Muss so sein, denn der Papierverbrauch ist hierzulande besonders hoch. 2019 lag er laut Naturschutzbund NABU bei 227 kg Papier und Pappe pro Kopf. Wie viel davon auf Geschenkpapier geht, gibt keine Statistik her. Doch ist Geschenkpapier sehr aufwändig produziert und hat eine besonders kurze Lebensdauer. In einem Moment stehen da wunderschöne Geschenke mit Schleife, im nächsten Moment liegen sie zerfetzt unterm Baum. Für den kurzen Spaß gehen viele Ressourcen drauf. Denn um Papier herzustellen, braucht man Holz, Wasser, Energie und Chemie. Riesige Mengen davon. Das Krasse ist, dass der Pro-Kopf-Papier-Verbrauch seit 20 Jahren in Deutschland mehr oder weniger konstant bleibt, obwohl Nachhaltigkeit doch in viele Lebensbereiche vorgedrungen ist.

So geht Verpacken.

Zerreiß das Geschenkpapier nicht komplett, auch wenn die Begeisterung kaum zu zügeln ist. Verwende das Papier lieber öfters. Wenn neues Papier hermuss, wähle recyceltes. Das Siegel Blauer Engel kennzeichnet Papier, das zu 100 % aus Altpapier gewonnen wurde. Weil auch das Recycling viel Energie benötigt, ist es immer am besten, so wenig Papier zu verbrauchen wie möglich. Auch Packpapier, alte Notenblätter oder sogar Zeitungs- oder Magazinseiten sehen super aus, wenn etwas Liebe beim Verpacken dabei ist. Und natürlich kann man auch komplett auf Papier verzichten. Für Geschenke wie Plätzchen, Wein oder Kosmetik eignen sich kleine Körbe. Auch schöne Tücher oder Stofftüten machen was her. Allerdings sind die alternativen Verpackungen nur nachhaltiger, wenn sie danach auch weiter benutzt werden. Echte Tannenzapfen oder getrocknete Orangen- oder Apfelscheiben als zusätzliche Deko runden die Geschenkverpackung ab. Einmal benutzt wundert man sich, warum man so oft Plastikdeko benutzt hat, wo es die Sachen ganz natürlich gibt. 

Überhaupt, Deko.

In der Weihnachtszeit kehrt der alte Basteldrang zurück. Das Netz ist voll mit den schönsten DIY-Ideen, doch sind nicht alle wirklich nachhaltig. Auch bei der Deko sollten die Materialien umwelt- und ressourcenschonend sein, vor allem aber: zeitlos. Dann kann man die Deko nämlich noch viele Jahre nutzen. Als Tisch- und Wanddeko eignen sich natürliche, saisonale Materialien. Nutze einen Spaziergang, um Tannenzweige und Tannanzapfen zu sammeln. Bei Nachhaltigkeitsportalen wie Utopia findest du viele Ideen, wie du schönen Weihnachtsschmuck aus den Materialien machen kannst.

3. Adventskalender ohne böse Überraschung.

 

Die Schokoladenindustrie ist gar nicht mal so süß. Weihnachten ist die Gelegenheit, sich noch mal bewusst zu machen, dass viele Menschen unter den härtesten Bedingungen und für kaum Lohn schuften müssen, damit die Produkte für uns günstig zu haben sind. Auch bei vielen Supermarkt-Adventskalendern ist die eigentliche Überraschung hinter jedem Türchen unfaire Schokolade oder irgendein Plastikteil.

So werden Überraschungen besser.

Kauf am besten Schokoladenkalender, die ein Bio- und ein Fairhandelssiegel tragen. Starke Siegel bei fairer Schokolade sind zum Beispiel Gepa, El Peuente, Hand in Hand von Rapunzel, Naturland Fair und natürlich Fairtrade. Inzwischen gibt es auch jede Menge Kalender mit veganem Inhalt.

Der größte Liebesbeweis.

Der größte Liebesbeweis ist natürlich ein selbst gemachter Adventskalender. Es ist vor allem die Gelegenheit, auf den Upcycling-Geschmack zu kommen. Stoff- oder Wollreste oder übriggebliebene Schachteln eignen sich bestens, um 24 kleine Geschenke zu verpacken. Befüll den Kalender zum Beispiel mit selbst gemachten Plätzchen, mit Fairtrade-Schokolade oder Gutscheinen für gemeinsame Aktivitäten. Wenn es schnell gehen muss, kannst du 24 kleine Geschenke auch an einer schönen Leine im Zimmer aufhängen. Für reine Gutscheinkalender eignet sich ein schöner Tannen-Ast. Bohr 24 Löcher hinein und stell eingerollte Gutscheinzettelchen mit kleinen Schleifen hinein.

4. (Uh-) Oh, Tannenbaum. 

Der 23.12. muss ein Tag sein, indem besonders viel geflucht wird. Denn dann stellen Millionen von Haushalten ihre Weihnachtsbäume auf (oder versuchen es). Laut Umweltschutzorganisation Robin Wood werden jedes Jahr in Deutschland rund 28 Millionen Weihnachtsbäume verkauft. Doch nicht mal ein Prozent davon sind Öko-Tannen. Was also in deutschen Wohnzimmern rumsteht, hat meistens einen langen Transportweg hinter sich und wurde unter dem Einsatz von chemischen Mitteln schöngezüchtet. Dabei gibt es doch ökologische Alternativen. 

Nachhaltige Weihnachtsbäume und Alternativen.

Weihnachtsbäume aus kontrolliert ökologischem Anbau gibt es zum Beispiel von Biokreis, Bioland, Demeter und Naturland. Die Siegel garantieren unter anderem, dass die Wälder nicht kahlgeschlagen wurden oder Pestizide zum Einsatz kamen. Die Bäume dürfen ihre natürlichen Unregelmäßigkeiten haben und haben so oftmals mehr Charakter als die überzüchteten Bäume. Ein spannendes Siegel ist übrigens auch Fair Trees, das sich für bessere Arbeitsbedingungen von Zapfenpflücker:innen in Georgien einsetzt. Alternativ gibt es Weihnachtsbäume zum Mieten. Dann kommt der Weihnachtsbaum im Topf mit intakten Wurzeln. Wer einen eigenen Garten hat, kann sich einen Baum im Topf kaufen und diesen nach Weihnachten auspflanzen. 

5. Essen: Abwechslung schützt Tiere und das Klima.

Kochen an Weihnachten
Das Polarstern-Team kocht an Weihnachten immer gemeinsam.

Vor allem für Gänse ist Weihnachten eine schlechte Zeit. 570.831 mussten 
laut Statistischem Bundesamt 2020 dran glauben. Im gleichen Jahr wurden insgesamt über 759 Millionen Tiere in Deutschland geschlachtet. Wahnsinn. Vor allem schneiden wir uns ins eigene Fleisch. Denn der Konsum von tierischen Lebensmitteln ist einer der größten Treiber der Erderwärmung. Dabei könnten laut Weltklimarat jährlich 9 Milliarden Tonnen CO2 – rund ein Viertel des aktuellen Gesamtausstoßes – eingespart werden, wenn sich die Menschheit pflanzlich ernähren würde. 

Es ist nur richtig, dass immer mehr Menschen nicht nur ihren Konsum an Fleisch, sondern insgesamt an tierischen Produkten runterschrauben oder komplett darauf verzichten. Manche machen eine Ausnahme an Weihnachten und freuen sich, andere nicht. Sensibles Thema an Weihnachten. Laut Fleischatlas verzichten derzeit 13 % der 15- bis 29-Jährigen Fleischatlas (2021) auf Fleisch. Da fragt sich dann die ältere Generation, ob die jüngere noch genügend auf die Rippen bekommt, undankbar ist oder doch nicht etwa unter die Polarsterne gegangen ist.

Polarstern beim Klimastreik.
Polarstern beim Klimastreik. #wirklich #fff

Starte eine vegetarische Weihnachtstradition.

Vegane Plätzchen.

Dabei fällt die Abwesenheit tierischer Produkte bei vielen Gelegenheiten noch nicht mal auf. Ein gutes Beispiel sind vegane Plätzchen. Bei vielen Keks-Klassikern ist das keine große Umstellung. In Mürbeteig ist sowieso nur Butter, Zucker und Mehl drin. Und statt Butter nimmst du eben eine pflanzliche Alternative. Wunderbar sind auch Kekse, die mit Olivenöl oder anderen pflanzlichen Ölen gebacken werden. Auch Früchtebrote sind in der Regel vegan. Genieß, wie deine Verwandten ihre traditionellen lästigen Fragen zu deiner Ernährung stellen, während sie sich deine veganen Vanillekipferl einverleiben. Schmeckt’s? Schick ihnen zur endgültigen Demütigung das Rezept von peta aufs Handy. In anderen Rezepten wird Kuhmilch mit pflanzlicher Milch aus Soja, Mandeln oder Hafer ersetzt, und statt Eier zum Beispiel Sojamehl, Apfelmus oder Bananen verwendet. 

Vegetarisches bis veganes Weihnachtsessen.

Für viele gehört der Braten zu Weihnachten einfach dazu. Auch Leute, die unterm Jahr eher auf Fleisch verzichten, machen eine Ausnahme. Selbst wenn es in der Familie viele Fleischesser:innen gibt, man muss sich nicht drei Tage am Stück von Tieren ernähren. Wie wär’s, wenn an einem Abend mal die Veganer-und Vegetarier:innen das Menü übernehmen und sich anderen Köche dafür entspannen? Hat doch auch Vorteile. Ideen für vegane Weihnachtsessen gibt es im Netz noch und nöcher. Nur eines sollte man nicht unterschätzen: auch ein veganes Menü benötigt jede Menge Vorbereitung.

Nutz die Feiertage, um zu Ökoenergie zu wechseln. 

Komischerweise sind die ruhigen Tage oft die, an denen man nicht zur Ruhe kommt. Wer Luft hat und sowieso gerade aufs Handy schaut, ist hiermit eingeladen, unseren Tarif- und Impactrechner auszuprobieren. Mit unserem Impactrechner berechnest du, was dein Wechsel zu Polarstern zum Guten verändert. Dein Stromverbrauch verursacht kein CO2 mehr und sorgt dafür, dass immer mehr erneuerbare Energien entstehen. Mit Polarstern förderst du die Energiewende wie mit kaum einen anderen Anbieter, nämlich in Europa und sogar in Kambodscha und Madagaskar.

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Michael | Team Wirklich

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