Auch in der Krise machen die Energieversorger, Netzdienstleister, Kraftwerksbetreiber und Co. zuverlässig ihren Job. Spezielle Herausforderungen hat ihnen die Corona-Pandemie natürlich gebracht – genauso wie dir. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu deiner Stromversorgung.

von Michael

 

Meine Stromversorgung: trotz Corona gesichert?

Deine Strom- und Wärmeversorgung ist natürlich gesichert. Das sagt auch der Bundesverband für Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Denn die Energieversorgung hat grundsätzliche Krisenpläne – auch für Pandemien. Vieles ist ohnehin automatisiert und ferngesteuert. Trotzdem arbeiten hinter den Kulissen die Energiemacher jetzt mit Extra-Einsatz. So haben sich etwa bei den Netzbetreibern Mitarbeiter am Arbeitsplatz einkaserniert, um sich vor Außenkontakten zu schützen und so die Energieversorgung zu gewährleisten.

>>> Fragen? Wir sind am Platz!

 

Mein Strompreis: von Corona beeinflusst?

Industrie, Gewerbe und Handel arbeiten auf Halbmast. Daher ist auch die Stromnachfrage zurückgegangen. Laut BDEW sind die Großhandelspreise für den Monat April an der Strombörse schon zu Anfang des Lockdowns um 30 % gesunken. Für Endverbraucher wird der Strom vorerst nicht günstiger. Denn Stromanbieter schließen langfristige Energielieferverträge ab, um Planungssicherheit zu haben und stabile Preise anbieten zu können. Das bewahrt dich im Übrigen auch vor plötzlichen Preissprüngen nach oben, wäre die Situation jetzt umgekehrt. Daher haben die meisten Strom- und Gasanbieter eine Preisgarantie. Bei Polarstern gilt sie immer bis zum letzten Tag des Jahres, sprich dieses Jahr bis zum 31.12.2020.

Jetzt Preis für Wirklich Ökostrom brechnen

 

Meine Stromrechnung: jetzt anpassen? 

Ja, das geht. Gerade wenn du zuhause jetzt viel mehr Geräte nutzt und viele Personen im Haushalt leben, kann es Sinn machen, deine monatlichen Abschläge anzupassen. Private Haushalte und Kleinstunternehmer, die finanziell sehr stark von der Corona-Pandemie betroffen sind, dürfen die Zahlung ihrer Stromrechnung bis zum 31. Juni 2020 aufschieben. Nachzuweisen ist etwa, dass der Lebensunterhalt nicht mehr bestritten werden kann – auch nicht von Haushaltsmitgliedern – oder/und gegebenenfalls bereits Schwierigkeiten bestehen, die Miete zu begleichen. Die Abmachung ist Teil eines 156 Milliarden schweren Rettungspakets, das den wirtschaftlichen Schaden durch Corona abfedern soll. Die Nachzahlung wird auch nicht auf einen Schlag fällig. Aber, sie verschwindet auch nicht. Schließlich zahlen die Energieversorger in der Zwischenzeit die Kosten weiter, die auch für deinen Strombedarf anfallen wie zum Beispiel Umlagen und Steuern.  

>>> Ökostromanbieter: Warum Unabhängigkeit so wichtig ist. 

 

Verbrauch und Kosten: durchs Daheimbleiben höher?

Stromverbrauch.

Normalerweise dürften die meisten Wohnungen tagsüber verlassen sein, und höchstens der Kühlschrank surrt in die Leere. Jetzt, wo Arbeit, Schule und Freizeit in die eigenen vier Wände verlegt sind, wird auch der Stromverbrauch ins Haus verlagert. Die Folge ist eine intensivere Gerätenutzung und ein erhöhter Verbrauch. 

 

Internetnutzung um 40 % gestiegen.

So ist die Internetnutzung laut der Mediaagentur Havas Media Solution seit dem Lockdown um 40 % gestiegen, der Fernsehkonsum um 36 %, Streaming um 28 % und die Nutzung von Mediatheken um 23 %. DeCix in Frankfurt, der größte Netzknoten der Welt, verzeichnet einen Anstieg des Datenverkehrs um 10 %. Der Datenverkehr durch Videokonferenzen ist um bei 50 % gestiegen, der von Online-Games um 25 %.. 

 

Stromkosten.

Runtergebrochen auf den einzelnen Haushalt muss der erhöhte Verbrauch in den nächsten Wochen noch keine nennenswerte Delle in die Stromrechnung schlagen, auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt noch keiner weiß, wie lange das Grottengeolme noch weitergehen soll. Behalte aber deinen Stromverbrauch lieber im Auge, gerade wenn du gerne Online-Games spielst, viel auf großen Bildschirmen streamst oder regelmäßig Videokonferenzen abhältst. Schon in Normalzeiten macht dieser Bereich laut co2online 27 % deines Stromverbrauchs aus.  

>>> Wie du jetzt Strom sparen kannst. 

 

Wie du den Stromverbrauch im Blick behältst. 

Mit anderen Haushalten vergleichen. 

Deinen Stromverbrauch einschätzen kannst du am schnellsten durch einen Vergleich mit anderen Haushalten. Dazu musst du nicht mit den Nachbarn gegenüber fensterln, sondern kannst ganz einfach Tools wie den StromCheck von co2online zurate ziehen. Gib deinen Jahresstromverbrauch ein, wie er auf der letzten Stromrechnung steht, und das Tool sagt dir, ob der Verbrauch niedrig, durchschnittlich oder zu hoch ist. Es sagt dir auch, wie viel Strom du im Jahr sparen könntest. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 230 Euro. Stromrechnung schon in der Hand? Dann kannst du auch gleich ... 

Deinen Preis für Wirklich Ökostrom berechnen

 

Apps und smarte Stecker analysieren deinen Stromverbrauch. 

Zur Kontrolle des Stromverbrauchs eignen sich smarte Steckdosen. Sie analysieren den Stromverbrauch in Echtzeit und zeigen ihn als monatliche Verbrauchsstatistik an. Empfehlenswert ist auch die kostenlose App EnergieCheck, mit der du Zählerstände direkt einscannen kannst. Machst du das regelmäßig, kannst du sehen, wie sich dein Verbrauch entwickelt – nach unten, nach oben oder gar nicht. Wenn du deinen Stromverbrauch kennst, kannst du auch gleich deinen Tarif für Wirklich Ökostrom berechnen. Dann liegt schon mal dein CO2-Fußabdruck für Strom bei praktisch 0.


Zählerstand übermitteln. 

Bei Bedarf kannst du deinem Stromversorger auch einen Zählerstand übermitteln. Er kann abschätzen, ob es sinnvoll ist, deinen monatlichen Abschlag anzupassen. 

Wie viel Strom einzelne Geräte jetzt zusätzlich verbrauchen und wie du den Stromverbrauch insgesamt senken kannst, haben wir für dich in dem folgenden Artikel zusammengefasst. Und die klassischen Stromspartipps klappen sowieso immer. 

Homeoffice: Steigt jetzt der Stromverbrauch?

 

Homeoffice: wer zahlt den Strom?

Diese Frage wurde neulich auch in einem Podcast bei spiegel.de gestellt. Dort sagt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht und Sozialrecht, dass Strom zu den Kosten gehört, die der Arbeitnehmer zunächst einmal selbst übernehmen muss. Schließlich werden Strom und Internet nicht gesondert nur fürs Büro genutzt. Was man jedoch immer machen kann: mit seinem Arbeitgeber über die Sache sprechen und versuchen, mit ihm eine Vereinbarung zu treffen.

 

Energiewende und Klimaschutz: Kommt Corona in die Quere?

Energiewende. 

Prio 1: Im Mittelpunkt steht aktuell die Frage, wohin die Gelder zur Eindämmung der Corona-Pandemie und ihrer wirtschaftlichen Folgen fließen sollen. Was das für das Energiewende-Budget und die Förderung von Energieeffizienz bedeutet, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt schwer abschätzen. Wichtig ist jedoch: dranzubleiben! Die Corona-Pandemie mag aktuell die dringendste Aufgabe sein, Energiewende und Klimaschutz sind es mit Blick auf unsere Zukunft. Aus wirtschaftlicher Sicht sind die Erneuerbaren Energien übrigens zunehmend auch für Investoren attraktiver. In einer Marktwirtschaft ist das ein nicht zu unterschätzender Treiber der Energiewende.

Ein Vorteil erneuerbarer Energien liegt auch in ihrer dezentralen Organisation: Statt weniger zentraler Kraftwerke gibt es viele Anlagen über das Land verteilt. Fällt ein Windrad aus, weil Techniker dort im Moment keine Wartung durchführen können, kann der Anlagenschwarm den Ausfall gut kompensieren. Auch entfallen verglichen zu fossilen Brennstoffen oftmals komplexe Lieferketten. 

 

Klimaschutz.

Wenn die Welt zu Hause bleibt, bleibt es das CO2 auch. Der Think Tank Agora Energiewende rechnet allein für die Industrie in Deutschland mit einer CO2-Einsparung von 25 Millionen Tonnen. Rechnet man die übrigen Sektoren dazu, könnten es 120 Millionen Tonnen sein. Vielerorts kann die Natur tatsächlich kurz Luft holen. So hat der Shutdown in China zu einem starken Rückgang der der Luftverschmutzung geführt: Zeigten Satellitenbilder der NASA im Januar 2020 noch eine starke Belastung durch Stickstoffdioxid, war diese im Februar größtenteils weg. Nach einem Bericht der Neuen Zürcher Zeitung lag der CO2-Ausstoß hier mit 600 Millionen Tonnen CO2 ein Viertel unter dem Vorjahresniveau von 800 Millionen Tonnen. 

 

Kurze Verschnaufpause? 

Natürlich haben die Menschen von dem klimaschützenden Effekt wenig bis gar nichts, wenn der Preis dafür Quarantäne, Arbeitsverlust und Krankheit ist. Und es ist ohnehin nur eine kurze Verschnaufpause. Bald werden die Schornsteine wieder ausgeklappt, und dann muss man damit rechnen, dass den Staaten erst mal Geld für die Energiewende fehlt. Laut Internationaler Energie Agentur IEA sind 70 % der Energiewende-Investitionen staatlich.

 

Veränderung ohne Schmerz.

Dabei wäre es gut, alles für den Klimaschutz zusammenzukratzen, was da ist. Denn die Erderwärmung ist noch schwieriger in den Griff zu bekommen als eine Krankheit. Und Corona zeigt uns jetzt schon, wie fragil die Welt ist. Dass die Staaten flexibel sind, wenn es darum geht, Menschen zu schützen, ist für den Klimaschutz eine wichtige Erkenntnis und ein ermutigendes Signal. Genauso, dass sich Menschen für einander einsetzen und sich unterstützen, wenn es darauf ankommt, dass nur gemeinsam ein Ziel zu erreicht werden kann. 

Für einen gesunden Planeten sind Energiewende und Klimaschutz entscheidend. Ohne sie werden wir unsere Bewegungsfreiheit in Zukunft auf Dauer einschränken müssen. 

Du kannst etwas dagegen tun: Energiesparen und auch zu wirklich erneuerbaren Energien wechseln. Das senkt deinen CO2-Fußabdruck im Schnitt um rund ein Fünftel – und dauert nur ein paar Minuten. Wirklich.

Jetzt Tarif berechnen

Ähnliche Beiträge

Ökostrom ist viel günstiger als du denkst!

Wirklich besserer Strom ist keine Rolex. Und sogar meist günstiger als die Grundversorgung.

Weiterempfehlen vervielfacht deine Wirkung!

Und wir bedanken uns mit 20 Euro. Schnapp dir jemanden, der auch zu wirklich besserer Energie wechseln möchte – und ihr bekommt beide 20 Euro auf eure nächste Stromrechnung gutgeschrieben. Gemeinsam verändern wir mehr!

Polarstern weiterempfehlen