Geräte müssen heute mehrere Aufgaben auf einmal lösen. Gut so. Das All-In-One-Prinzip kann retten: Familienausflüge retten, die Umweltbilanz und manchmal sogar Kopf und Kragen. Vier Beispiele. 

von Michael

Bevor es Handys gab, war das Schweizer Taschenmesser der ganze Stolz eines jeden Heranwachsenden. Erwachsene ließen einen mit einem Messer herumlaufen, und das hieß, dass man selbst einer war. Interessanter als die Klinge war sowieso der Rest: Flaschenöffner, Pinzette, Lupe, Schere, Zahnstocher. Der Begeisterung folgte doch stets die ernüchternde Erkenntnis, dass man die Utensilien so gut wie nie braucht. Ein bisschen haftet der Ruf allen Geräten mit dem Etikett Multifunktion an. Als ob sie mit ihren Features um besonders viel Aufmerksamkeit kämpften, sich aber am Ende nicht ganz entscheiden können, was sie eigentlich sein möchten – Toaster, Grill oder Radio? Dabei haben viele All-In-One-Anwendungen einen höheren Sinn. Denn wo viele Funktionen vereint sind, werden nicht nur mehrere Bedürfnisse gestillt, sondern auch viele Ressourcen gespart.

 

Beispiel 1: Ressourcen sparen mit multifunktionalen Solargadgets.

Sonnenkraftwerk und Gerät in einem. 

Ein gutes Beispiel sind solarbetriebene Geräte oder Solargadgets. Gehören sie längst zur Ausstattung eines jeden Outdoor-Fans, fragt man sich, warum nicht längst jedes technische Gerät grundsätzlich mit Solarzellen ausgestattet ist. PV-Module im Hosentaschenformat schaden keinem Design, sind dafür praktisch und ressourcenschonend. Man muss weniger schleppen und statt der Steckdose versorgen Solarzellen das Gerät mit Strom. Gleichzeitig dienen sie als Powerbank, um andere Geräte wie Handys oder Tablets zu laden. Jetzt mag vielleicht das Laden eines Handys übers Jahr verteilt nicht viel Strom kosten – etwa zwischen einem und fünf Euro. Aber wir müssen hier den größeren Screen sehen: Es gibt sehr, sehr viele Handys auf der Welt. Normale Handys nicht mitgerechnet nutzten laut statista 81,7 % der Deutschen 2019 ein Smartphone. Bei einer Bevölkerungszahl von 83 Millionen laden also 67.811.000 Menschen täglich ihr Handy. So gesehen ist die Nutzung eines solarbetriebenen Gerätes ein kleiner Energiewende-Unterstützer.

>>> Mehr über Solargadgets erfahren.

 

Solarrucksäcke und Solartaschen.

Gerade für Ausflügler und Backpacker sind Rucksäcke oder Taschen mit integrierten Solarzellen echte Volltreffer. Den Geräten, die man für eine Reise nun mal dringend braucht – Handy, Kamera, vielleicht ein Lautsprecher – geht nie die Power aus: Man produziert Ökostrom wie nebenbei. Klar, ein Schwarm an Solargeräten macht vielleicht noch keine Energiewende, ist aber zumindest eine gute Unterstützung, wie etwa der Taschenhersteller Sunnybag zeigt. Auf seiner Website darf man zuschauen, wie viel Ökostrom die Kunden unterwegs erzeugt haben. Beim letzten Mal Nachsehen waren es 171.841 Kilowattstunden. Das ist genug, um etwa 49 Haushalte mit vier Personen ein Jahr lang mit Strom zu versorgen. In Zeiten, in denen sich alle Fragen, woher unsere Energie künftig kommen soll, ist es wichtig, sich immer wieder daran zu erinnern, dass man auch mit vermeintlich kleinen Mitteln der Energiewende helfen kann.

Wirklich Eigenstrom für deine PV-Anlage

 

Solar betriebene Bluetooth-Lautsprecher.

Und auf den meisten Geräten, die wir im Alltag nutzen, wäre wirklich noch viel Platz für Photovoltaik. Gerade bei solchen, die verstärkt außer Haus zum Einsatz kommen. So ist die Auswahl von Bluetooth-Lautsprechern, die mit Solarzellen ausgestattet sind und ebenso als Powerbank dienen könnten, nicht gerade üppig. Die großen Hersteller verfolgen die Idee zumindest nicht. Viele solarbetriebene Ghettoblaster oder Lautsprecher sind in Online-Shops „derzeit nicht verfügbar“. Nach wie vor ist es eher der Outdoor-Bereich, wo Geräte, die mit erneuerbarer Energie betrieben werden, noch am ehesten zum Einsatz kommen. Nett ist zum Beispiel eine Lampe mit integriertem Radio, die sowohl mit Solarzellen als auch mit einem Dynamo ausgestattet ist. Wenn die Sonnenenergie nachts in der Lampe erschöpft ist, lässt sich das Licht auch ankurbeln. Praktisch sind auch Solarduschen, die Wasser mittels Photovoltaik erhitzen. Beliebt sind auch Solargläser. Sie laden tagsüber Sonnenenergie und spenden abends wirklich schönes Licht. Wer noch etwas auf dem Balkon telefonieren will, kann nebenbei am Solarglas sein Handy laden. Das kann es nämlich auch. Außerdem ist die Leuchte wirklich hübsch.

Das Sonnenglas: Solaranlage, Powerbank und stylische Leuchte in einem.

 

Multifunktionsgeräte: nachhaltigere Lieferkette.

Wer mehr von diesen Vielkönner-Geräten online sucht, wird schnell lernen, dass es die Drucker sind, die die Begriffe Multifunktion und All-In-One für sich gepachtet haben. Gut, für die meisten ist es eine Selbstverständlichkeit, dass ein Drucker auch kopieren, scannen und faxen kann (faxt irgendjemand?). In vielen Unternehmen ist es jedoch teilweise immer noch Usus, für einzelne Anwendungen wie Drucken und Scannen jeweils separate Geräte zu nutzen. Allroundgeräte sind wichtig. Sie sorgen dafür, dass nicht immer wieder neue Lieferketten angestoßen werden müssen, die Ressourcen verbrauchen und CO2 verursachen. Deshalb wird die Nutzung von All-In-One-Geräten wie Multifunktionsdruckern für Unternehmen zunehmend zu einem zentralen Element ihrer nachhaltigen Beschaffung. Außerdem werden die Geräte immer cleverer. Sie greifen intuitiv in Arbeitsprozesse ein, um die Verwaltung und IT nachhaltiger (und barrierefrei) zu organisieren. 

>>> So druckst du wirklich umweltfreundlich. 

 

Handys, Tablets oder Laptop: ein Gerät für alles.

Wenn man ehrlich ist: Mehr Multifunktion als Handys, Tablets, Laptops – geht eigentlich nicht. Die kleinen Geräte vereinen vom Fotoapparat bis zum Fernseher alles unter einem Gehäuse. Man sollte sich die Zentralisierung der Anwendungen zunutze machen, indem man sich bei anderen Geräten fragt, ob man sie wirklich braucht. Oder auch, ob immer wieder neue angeschafft werden müssen.

Was bringt der neue Superfernseher, wenn trotzdem alle nur ins Handy schauen. Laut einer Studie von Deloitte nutzen 75 % der Deutschen ihr Smartphone auch während des Fernsehens. Die Frage ist insofern wichtig, weil der Gerätekonsum völlig gaga ist. Nach einer Studie des Think Tanks The Shift Project steigt der Stromverbrauch für die Informations- und Kommunikationstechnik, wie unsere Entertainmentgeräte fachgerecht heißen, jedes Jahr um 9 %. Warum sollten wir es beim Fernsehen, Telefonieren und Spielen nicht einfach mal bei einem Gerät lassen? Das spart wie gesagt Stromkosten – und Multitasking ist sowieso eine Mär.

>>> Artikel: So senkst du CO2 im Umgang mit Elektrogeräten.

Was du mit deinem Wechsel zu Polarstern bewirkst

 

Smart Home und das Internet der Dinge.

Andere Geräte, die sich nun mal nicht ins Smartphone stopfen lassen – Lampen, Heizung, Rauchmelder, Küchen- und Waschgeräte – können dafür über eine zentrale App auch energieeffizient miteinander verknüpft werden. Das Internet der Dinge oder Internet of Thing (IoL) bezeichnet Gegenstände, die mit dem Internet verbunden sind und auf diese Weise mit Webdiensten, anderen Geräten und letztlich mit den Hausbewohnern kommunizieren können. Mehr All-In-One geht eigentlich nicht. Denn über eine zentrale App lassen sich beliebig viele Geräte auf eine sinnvolle Art miteinander vernetzen, als hätten sie ein gemeinsames Hirn. Gäbe es diese zentrale All-In-One-App nicht, müsste man wieder jedes Gerät einzeln ansteuern. Eine All-in-One-App ist also ganz schön praktisch.

Die Herausforderung bei diesen Smart-Home-Lösungen ist jedoch nach wie vor, dass sich nicht alle Geräte unterschiedlicher Hersteller mir nichts dir nichts verknüpfen lassen, weil sie über unterschiedliche Kommunikationsstandards funken. Abhilfe schaffen Smart-Home-Kits, die den Nutzern ein Paket mit bereits aufeinander abgestimmten Techniken schnüren,  ebenso All-In-One-Apps, die wirklich viele Geräte von vielen Herstellern unterstützen. 

 

Die Kommunikation muss stimmen.

Erst wenn die Kommunikation stimmt, können die Geräte gemeinsam für eine höhere Sache arbeiten. Sei es für mehr Sicherheit im Haus, mehr Komfort oder Energieeffizienz. So ein All-In-One-Gedanke kann dir sogar den Kragen retten. Man stelle sich einen Ofen mit einem vergessenen Braten vor. Bei einer smarten Vernetzung würde der Ofen mit dem Rauchmelder kommunizieren, und dieser auf allen Geräten Alarm schlagen, auf denen du wahrscheinlich gerade zu erreichen bist – deinem Handy zum Beispiel. Auch die Lampen reagieren auf den Rauch und würden dir den Weg zur Tür weisen. Vor allem im Licht- und Heizbereich sorgen die automatischen Prozesse für echte Energieeffizienz. Bei einer Untersuchung des Öko-Instituts gab es Haushalte, die ihren Stromverbrauch mit einer Smart-Home-Lösung bis zu 30 % senken konnten. Andere verbrauchten jedoch 27 % mehr. Wie geht das? Nun, für manche Haushalte ist Smart Home eine Einladung für einen bewussteren Verbrauch. Für andere eine Einladung, mehr Strom zu verbrauchen. Sie tun es nicht aus böser Absicht, sie überschätzen nur die Möglichkeiten der Technik und werden im Umgang mit Strom nachlässiger.

 

Mehr Multifunktion als dein Hirn geht nicht.

Dies ist eine wichtige Erkenntnis in einer zunehmend vernetzten und automatisierten Welt. Das Mitdenken können dir die Geräte nie abnehmen, egal wie viele Features sie vereinen, egal wie viel Effizienzpotenzial in ihnen steckt. Deine Verantwortung bleibt. Und du kannst sie noch heute umsetzen. CO2 senken beim Energieverbrauch muss man noch nicht mal erlenen. Es geht sofort. Etwa mit deinem Wechsel zu wirklich besserer Energie.  

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