Ein Handy verbraucht immer zweimal Strom. An der Steckdose und im Rechenzentrum. Wie zeigen dir, wie du an beiden Orten Strom sparst – und so auch deine Akkulaufzeit verlängerst. 

von Michael

 

Inhalt:

 

Wie schwer sich die Menschen von ihrem Smartphone trennen können, zeigt eine Studie der Beratung Deloitte von 2018. Da gaben 85 % der Deutschen an, ihr Handy auch bei der Arbeit zu nutzen, 75 % beim Fernsehen, 55 % beim Essen und 29 % wenn sie eine Straße überqueren. Schlecht, wenn sie auf die treffen, die das Handy auch beim Autofahren nutzen. Das sind 30%. 

 

Handy laden: So viel kostet's.

Wer das Smartphone verantwortungsvoll nutzt, senkt nicht nur das Risiko, andere über den Haufen zu fahren, sondern verbraucht auch weniger Strom. Denn der fällt immer zwei Mal an: Zuerst beim Laden an der Steckdose, dann während der Nutzung im Rechenzentrum. Das Laden eines Handys zu Hause fällt kostentechnisch nicht stark ins Gewicht und dürfte immer unter 5 Euro im Jahr bleiben. Nur: Da kommt noch mehr...

 

So hoch ist der Stromverbrauch von Handys wirklich. 

Stromverbrauch vom Ladegerät.

Etwa 12 Euro sollte man dazu rechnen, wenn man das Ladegerät nicht abzieht. Meistens hat es seinen Stammplatz an der Steckdose, auch wenn gar kein Smartphone dranhängt. Das konsequente Steckerziehen und Ausschalten der Steckerleisten sollte man sich aber angewöhnen, denn der Standby-Betrieb ist einer der größten Stromverbraucher im Haushalt. Teuer und total unnötig. 

 

Stromverbrauch in der Produktion.

Auch wenn Handys laut Energieberatung co2online um die 70 % weniger Strom verbrauchen als PCs, ist der Umweltvorteil in der Gesamtbetrachtung oftmals schnell dahin. Denn Smartphones werden viel schneller ausgetauscht als PCs. Manchmal weil sich mit dem alten Handy keine Software-Aktualisierungen mehr durchführen lassen, manchmal weil man einfach das neueste Smartphone-Modell haben will. Aber den meisten Strom benötigen die Geräte immer noch in ihrer Produktion – wo sie laut co2online auch zwei Fünftel ihres CO2-Fußabdrucks verursachen.

>>> Warum es sich meist lohnt, das Smartphone zu reparieren.

 

Stromverbrauch in den Rechenzentren.

Und dann ist da noch der wachsende Stromverbrauch in den Rechenzentren. Dass Handys immer energieeffizienter werden, ist die eine Sache. Aber sie werden auch immer intensiver genutzt. Das Borderstep-Institut für Innovation und Nachhaltigkeit hat sich den Stromverbrauch in den Rechenzentren genauer angesehen: Er stieg in Deutschland zwischen 2010 und 2017 um rund ein Viertel – Tendenz steigend. Einen großen Teil machen dabei Video-Streaming-Apps wie YouTube aus.

>>> Erfahre mehr über den wachsenden Stromverbrauch durch das Internet.

Der CO2-Ausstoß ist Experten zufolge längst vergleichbar mit dem Flugverkehr. Und Kosten für den Strom fallen bei intensiver Smartphone-Nutzung natürlich auch an. Pro Jahr kostet der Stromverbrauch des durchschnittlichen Facebook- oder Google-Users im Rechenzentrum ein bis zwei Euro. Das summiert sich... Schätzungen zufolge fallen pro Nutzer und Jahr ca. 50 Kilowattstunden Strom an – das sind bei einem Strompreis von 30 Cent schon 15 Euro. Zusammen mit dem Stromverbrauch für WLAN und Mobilfunknetz, an die 30 Euro.  

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Wachsende Nutzung von Smartphones im Alltag.

Eine Studie von Telefonica (2019) zeigt, dass Smartphones für die meisten Menschen inzwischen “Mittelpunkt des persönlichen Entertainments” ist. Ganze 80 % der 18- bis 49-Jährigen bestätigt, dass ihr Smartphone in immer mehr Lebensbereiche Einzug hält:

 

 

Studie zur Smartphonenutzung von Telefonica
Durchschnittlich werden Handys über 2 Stunden am Tag genutzt: Das bedeutet einen hohen Stromverbrauch.

 

11 Tipps wie du den Stromverbrauch vom Handy senkst – und die Akkulaufzeit verlängerst.

Wir haben für dich 11 Tipps, was du selbst tun kannst, damit der Akku deines Smartphones länger hält und weniger Strom für die Handynutzung draufgeht.

1. Apps richtig schließen. Der Home-Button reicht dafür beim Android nicht aus. Nur mit dem Zurück-Knopf oder durchs Klicken aufs X schließt du die App wirklich. Beim iPhone musst du zwei Mal auf den Home-Button tippen, um die App zu schließen. 

2. Kostenlose Apps mit Werbung vermeiden. Die Werbung, genauso wie Push-Nachrichten reißen dein Handy unnötig aus dem Ruhemodus. 

3. Ortungsdienste ausschalten. Die ziehen richtig viel Akku, werden aber eigentlich nur gebraucht, wenn man gerade aktiv etwas sucht.

4. Synchronisations-Apps ausschalten. Es reicht, wenn du daran denkst, deine Nachrichten zu checken. Das spart Akku und Server-Stromverbrauch.

5. Über den Menüpunkt Einstellungen checken, welche Apps im Hintergrund viel Leistung verbrauchen – und entsprechend ausschalten.

6. Energiesparprogramme und Apps nutzen. Die Setups verringern automatisch die Helligkeit, drosseln die Geschwindigkeit oder nutzen die Hintergrundnetznutzung – und sparen so Strom.

7. Nutze datenintensive Apps wie Spiele, Videostreaming oder Clouddienste bewusst.

8. Im Alltag überlegen, ob man wirklich im Internet verbunden sein muss. Wenn man im Zug schon pennt oder mit Kollegen beim Mittagessen ist, darf das Smartphone auch mal Pause machen. 

9. WLAN ausschalten, wenn du unterwegs bist. Ansonsten sucht dein Handy die ganze Zeit nachWLAN-Netzen in der Umgebung – und das zieht unnötig Akku.

10. Nachtmodus einschalten reduziert die Helligkeit. Das ist nicht nur für die Augen und die Personen neben dir angenehmer, es verlängert auch die Akkulaufzeit.

11. Vorsicht bei schnellem Laden. Hohe Spannungen und Temperaturen belasten den Akku und reduzieren am Ende seine Laufzeit.

Mit diesen Tipps kannst du Strom sparen und die Akku-Laufzeit verlängern. Reduziert sich bei deinem Akku schon nach ein paar Monaten deutlich die Laufzeit, fängt das meist die Garantie auf.

 

Handy-Akku laden, Welt verändern.

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