Solar-Gadgets: Ein Tag nur mit Sonnenenergie – geht das? | Polarstern Magazin

Unterwegs im Alltag stillst du mit Sonnenenergie viele Bedürfnisse: Fahren, Feiern, Kochen und vieles mehr. Wirklich. 

von Michael

Sommer ist die ideale Zeit zum Strom sparen. Es ist lange hell, und wer nicht gerade der totale Grottenolm ist, ist draußen. Umso wichtiger ist es, den Energieverbrauch nicht nach draußen zu verlagern. Denn Handys und Laptops, die man im Café einstöpselt, verbrauchen natürlich auch Energie. Dabei kann man sich die Sonnenenergie immer und überall zunutze machen. 

Für viele Eigenheimbesitzer ist es längst Alltag, eigenen Ökostrom mit Photovoltaikanlagen zu erzeugen. Auch wer kein eigenes Dach besitzt oder nicht gleich ganz so groß mit der Solarenergie starten will, hat eine immer größere Auswahl an heißen Gadgets. Wir stellen unsere Lieblinge vor.  

 

Solares Ladegerät hält dich erreichbar.

Wenn der Akku nur noch 2 % hat, und die Verabredung noch nicht da ist, wird jeder nervös. Gut, dass Solarladegeräte keine Nischenprodukte mehr sind. Das zeigt sich schon bei den Designs. Schick ist zum Beispiel ein Gerät aus Kork der Marke Sonnenrepublik. Die Wing6 eBag, wie das Gerät nerdgerecht heißt, wiegt keine 200 Gramm, passt in die Hosentasche und lädt ein Handy bei gutem Licht innerhalb von drei bis vier Stunden komplett auf. Perfekt für Nomophobiker, wie man Menschen mit chronischer Angst vor der Unerreichbarkeit nennt.

  

Solarleuchten: Die Sonne sorgt auch nachts für Licht.

Im Sommer ist es lange hell – und oft doch viel zu schnell dunkel. Da sind Solarleuchten besonders praktisch. Tagsüber tanken sie Sonne, abends geben sie diese in Form von Licht ab. Zum Beispiel für ein spätes Picknick oder für nächtliche Ratsch-Sessions auf dem Balkon. Eine schöne Leuchte ist eine im Einmachglas-Look. Das Design spiegelt genau den Gedanken wider, um was es bei Photovoltaik geht: um Selbstgemachtes. Nur dass in dem Glas eben keine Marmelade oder eingelegtes Gemüse ist, sondern Energie. Licht. Möglich macht's ein kleines PV-Modul im Deckel des Glases. Wer zum Licht noch die passende Musik möchte, muss nicht zwei Solargeräte anschleppen: Die Falcon LED-Leuchte etwa ist auch gleichzeitig ein Radio. Und wenn auf dem Campingplatz Land unter ist, lässt sich das Gerät alternativ auch durch Kurbeln laden. 

 

 

Prototyp des Sion von Sono Motors.

 

Mobilität mit PV: Die Sonne fährt dich heim.

Das Elektroauto mit eigenem PV-Strom laden ist für viele Eigenheimbesitzer längst üblich. Auch beim Fahren lässt sich die Sonnenenergie nutzen. Der Sion von Sono Motors ist ein gutes Beispiel. Das Elektroauto, das unweit von unserem eigenen Büro entwickelt wurde, ist mit Sonnenkollektoren ausgerüstet. Neben der normalen Batterieleistung kann der Sion damit täglich bis zu 34 Kilometer zusätzlich zurücklegen. Irgendwie ist das auch eine Form des autonomen Fahrens: Zumindest Städter sind so kaum noch auf Ladestationen angewiesen.  

 

Sonnengrill: Die Sonne kocht dein Essen.

Sonne macht durstig, aber sie stillt auch den Hunger: Mit einem professionellen Sonnengrill lassen sich Speisen genauso auf den Punkt grillen wie mit konventionellen Grills. Mit dem Unterschied, dass man keine Ressourcen benötigt: Der Sonnengrill läuft komplett ohne Kohle, Strom und Gas. Das ist schon deshalb wichtig, weil die Deutschen sehr viel Grillkohle verbraten. Laut statistischem Bundesamt werden etwa 200.000 Tonnen davon importiert. Und oft handelt es sich um Kohle, die bei der Abholzung gewonnen wurde, wo die Wälder Viehweiden oder Monokulturen weichen mussten. Um den Sonnengrill anzuwerfen, muss man lediglich den Parabolspiegel in die Richtung der Sonne drehen. In Miniaturform kann man einen Sonnengrill sogar selbst bauen. Mit etwas Geduld und Geschicklichkeit wird das Grillgut gar.

>>> Anleitung: So baust du einen Solargrill.

 

 

Das Soundsystem Pikip ist mobil und versorgt sich mit Sonnenenergie.

 

Solare Speaker: Die Sonne sorgt für Sound.

Die Sonne sorgt auch für Sound. Das Burning-Man-Festival ist ein gutes Beispiel. Einen Teil seines Strombedarfs bezieht die Veranstaltung aus einer 30-kW-Solaranlage. Auch bei uns wird vieles ausprobiert. Das mobile Soundsystem Pikip etwa versorgt sich komplett mit eigenem Sonnenstrom aus einer Photovoltaikanlage. Dank eines zusätzlichen Stromspeichers geht auch nachts der Saft nicht aus. Man tanzt, wie sich’s gehört: Bis die Sonne aufgeht – dann wird wieder geladen. Erneuerbare Energie eben. Und das Prinzip funktioniert auch für den eigenen Sound. Bei solaren Speakern dockt man einfach sein Handy an, schon hat man auch in freier Natur seinen Sound. Die Frage ist nur noch, ob man nicht lieber mal die Ruhe der Natur genießen möchte. 

 

Solare Geräte sind mehr als Gadgets.

In unserem Alltag mögen solarbetriebene Geräte nette Gadgets sein. Für über eine Milliarde Menschen weltweit, die ohne Elektrizitätsversorgung leben, stellen sie wirklich eine Verbesserung des Lebensstandards dar. Viele ländliche Regionen sind komplett abhängig von teuren und fossilen Energieträgern, wo die Menschen Handys mit Diesel-Generatoren aufladen, Petroleumlampen nutzen oder mit Holz kochen. Diese Provisorien sind an viele gesundheitliche Risiken und gesellschaftliche Probleme geknüpft. Erneuerbare Energie sorgt dagegen für mehr Gesundheit und mehr Geld in der Haushaltskasse. 

In Afrika ersetzen etwa Solarleuchten vielerorts Petroleumlampen. Das spart Geld, macht die Nächte heller und sind ein guter Einstieg in die solare Energieversorgung: Selbst Handys lassen sich an den Leuchten laden. 

 

Die Power der Erneuerbaren. 

Auch wer hierzulande ein solares Gerät nutzt, versteht den Sinn von Erneuerbaren noch mehr. Es gibt keine Abhängigkeiten, sondern höchstens eine kleine Wartezeit – bis die Sonne wieder da ist. Aber da muss man sich keine Sorgen machen. 2018 war das sonnenreichste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Und auch 2019 sah bis jetzt sehr sonnig aus.

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