Stromverbrauch testen: so geht's. | Polarstern
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Test: Ist dein Stromverbrauch zu hoch?

Ist mein Stromverbrauch normal oder zu hoch? Wo kann ich sparen? Und welches Elektrogerät verbraucht wieviel? Verschiedene Wege, den Energieverbrauch exakt zu bestimmen und ein Messgerät-Test.

Inhalt

Der Aufzug in unserem Haus ist kaputt. Seit zwei Tagen. Ich wohne im sechsten Stock, ganz oben. Blick über die Dächer. Ich war glücklich. Seit der Aufzug kaputt ist, entdecke ich die Nachteile vom Zimmer mit Aussicht. Bis zu mir hoch sind es 244 Treppen. Mein Energieverbrauch schießt in die Höhe, und nach zwei Tagen hört meine Lust zum Treppensteigen bei Stufe 73 auf. Danach habe ich Runner’s High und bekomme Lust auf einen Müsliriegel.

Lust auf Ökostrom? Berechne hier deinen Tarif.

Ist mein Stromverbrauch noch angemessen?

Wenn mein eigener Energieverbrauch in letzter Zeit übers Ziel hinausschießt, schießt der Stromverbrauch bei mir im sechsten Stock durchs Dach. Ich musste aber erst über einen Stromverbrauchsrechner stolpern, um das zu merken. Aber warum? Ist mein Kühlschrank so alt wie unser Aufzug? Habe ich mich in letzter Zeit zu oft am Toaster gewärmt? Für mich wirft das eine Frage auf: Wann weiß man, dass der Stromverbrauch zu hoch wird? Welchen Stromverbrauch dürfen sich Fernseher, Kühlschrank, Waschmaschine und Co. leisten? Was ist angemessen? Sonst sind wir ja auch ganz gut im Schätzen von Mengen, oder? Ein erster Blick auf die Richtwerte für den Stromverbrauch helfen. Dort wird der durchschnittliche Stromverbrauch in kWh je nach Haushaltsgröße angezeigt. Man muss diese Richtwerte nur mit seinem Stromverbrauch vergleichen. Den findest du auf deiner letzten Jahresabrechnung. Weiter ins Detail geht es dann mit dem Stromverbrauchstest.

Richtwerte für den Stromverbrauch
Richtwerte für Stromverbrauch je nach Anzahl der Personen im Haushalt

 

1. Stromverbrauch mit Zähler messen

Einen Überblick, wie viel Strom du über das gesamte Jahr verbrauchst, bekommst du, wenn du auf den Stromzähler schaust.

Meistens handelt es sich dabei um einen Ferraris-Zähler. Nein: hier werden keine vorbeifahrenden Autos der Spitzenklasse gezählt. Stattdessen ist das ein analoger Zähler, der den Energieverbrauch in Kilowattstunden (kWh) anzeigt. Der Nachteil der Stromzähler: sind sie mal nicht richtig geeicht, dann liefern sie ein falsches Ergebnis. Du kannst zusätzlich mit einer der folgenden drei Möglichkeiten deinen Stromverbrauch testen.

 

2. Stromverbrauch am PC testen

Du kannst bei CO2 online den Test machen: passt mein Stromverbrauch? Am besten hältst du dafür deine Stromabrechnung bereit. Darauf findest du deinen Jahresstromverbrauch und die Summe deiner verbrauchten Kilowattstunden, die du angeben musst. Alternativ kannst du auch Anzahl und Höhe deiner jährlichen Abschlagszahlungen angeben. Dein Ergebnis wird dann mit dem Durchschnittsverbrauch vergleichbarer Haushalte verglichen. Du kannst dir die Stromkosten, den Stromverbrauch oder auch die CO2-Emissionen anzeigen lassen.

 

3. Stromverbrauch mit Smart Meter prüfen

Alle technikaffinen und App-Fans werden sich freuen. Ein Smart Meter ist ein intelligenter Stromzähler. Verbrauchsmenge und –zeiten werden angezeigt und automatisch in kurzen Abständen abgespeichert und an den Messdienstleister gesendet. Du möchtest selbst den Überblick behalten? Nicht umsonst heißt es Smart Meter. Denn die gesammelten Daten kannst du dir ganz einfach auf deinen Computer oder dein Smartphone übertragen lassen. Dafür haben einige Anbieter eine App entwickelt. So hast du einen Überblick, wann du am meisten Strom verbrauchst, wie viel deine elektronischen Geräte wie Fernseher und Radio nachts im Stand-by-Modus verbrauchen oder ob es sonstige auffällige Entwicklungen gibt. Smart Meter sind also richtig smart. Datenschützer befürchten allerdings, dass durch statistische Vergleiche genau herausgefunden werden kann, wie viele Menschen sich wann in einer Wohnung aufhalten und was sie tun. Wie du an einen Smart Meter kommst? In der Regel werden solche in Neubauten automatisch eingebaut. Bis 2020 sollen 80% aller deutschen Haushalte mit einem solchen Smart Meter ausgestattet sein. Ansonsten haben auch Energieversorger diese Geräte zum Stromverbrauch messen.

Du möchtest deinen Stromverbrauch verringern? Wir haben die 10 besten Tipps zum Strom sparen für dich zusammengefasst.

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4. Stromverbrauch: Test mit Messgerät

Die Steckdose ist die Stromquelle, ein beliebiges Gerät, dein Fernseher, Kühlschrank oder deine Waschmaschine, ist der Stromabnehmer. Zu Hause kannst du deinen Stromverbrauch mit einem Strommessgerät, auch Amperemeter genannt, herausfinden. In der Regel werden dafür digitale Geräte verwendet, die die Spannung eines Gerätes messen. Selbst der Energiebedarf im Stand-by-Modus kann so ermittelt werden. Das Messgerät wird dafür zwischen Steckdose und Verbraucher gesteckt.

Das Amperemeter zeigt den momentanen Stromverbrauch in Watt an. Der Stromverbrauch berechnet sich aus Dauer des Betriebs und Dauer der Messung. Bei manchen Messgeräten kann man den Strompreis eingeben, das heißt du siehst direkt wie hoch die Stromkosten für das jeweilige Gerät sind.

Übrigens kann man sich solche Strommessgeräte häufig kostenlos in Baumärkten, Verbraucherzentralen und vom Stromversorger leihen.

Noch ein paar Tipps, um den Stromverbrauch mit einem Strommessgerät zu messen:

  • Strommessgerät anschalten und warten:

Damit der Messwert wirklich verlässlich ist, solltest du das Messgerät schon einige Minuten bevor du es benutzen möchtest einschalten. Viele der Strommessgeräte verbrauchen nämlich direkt nach dem Anschalten etwas mehr Strom.

  • Strompreis speichern:

Wenn du den Strompreis im Messgerät speicherst, dann zeigt es dir zusätzlich zum Verbrauch die kosten an. Den Strompreis findest du auf der Stromrechnung.

  • Öfter messen:

Fernseher, Waschmaschine, Geschirrspüler, Computer und Co. verbrauchen unterschiedlich viel Strom. Das hängt beispielsweise von der Intensität der Nutzung oder der Tages- bzw. Nachtzeit ab. Um einen verlässlichen Durchschnittswert zu ermitteln empfiehlt es sich etwa 1-2 Wochen regelmäßig den Stromverbrauch der verschiedenen Geräte zu messen.

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5. Selbstversuch: TechnoLine Cost Control im Test

Morgens mache ich eigentlich immer das gleiche. Aufstehen, ins Badezimmer gehen, frühstücken und zur S-bahn radeln. Klingt wenig spektakulär und ist wahrscheinlich die Routine von ziemlich vielen Leuten. Spannend wird so ein Morgen, wenn du mal testest, wie viel Strom du brauchst. Und was das kostet.

1. Das Strommessgerät Cost Control von Technoline

In einer kleinen Pappschachtel sind das Strommessgerät und eine kurze Bedienungsanleitung enthalten.

Auf der Packung steht „Stromverbrauchs-Überwachung“ und was das Strommessgerät alles kann:

  • Kostenvorhersage (Euro)

  • Augenblicklicher Leistungsverbrauch (Watt)

  • Maximaler Leistungsverbrauch (Watt)

  • Gesamtleistungsverbrauch (Kilowattsunden)

Das Gerät kostet circa 15 Euro und wird mit einer Batterie betrieben, die selbstständig ausgewechselt werden kann.

2. So sieht das Strommessgerät aus

Das Gerät ist handlich und leicht. Im oberen Teil sind ein kleines, schmales Display und 3 Knöpfe: Tarif, Power und Cost. Darunter ist eine Steckdose. Auf der Rückseite des Geräts ist die Batterie verbaut und im unteren Teil der Stecker.

Strommessgerät Verpackung, Vorder- und Rückseite
Packung, Vorder- und Rückseite des Strommessgeräts

3. Das Strommessgerät in der Anwendung

Gebrauchsanweisungen gehören nicht unbedingt zu meiner Lieblingslektüre. Deshalb habe ich einfach mal versucht, das Strommessgerät rein intuitiv zu bedienen. Das funktioniert ganz gut. Die einzelnen Schritte der Reihe nach:

1. Strompreis festlegen

Zuallererst habe ich den Strompreis pro Kilowattstunde (kWh) eingegeben. Der steht auf jeder Stromrechnung. Alternativ kannst du einfach den Stromrechner deines Stromanbieters nutzen, um den aktuellen Strompreis herauszufinden. Ich habe den Rechner von Polarstern genutzt und dort den aktuellen Preis pro Kilowattstunde Wirklich Ökostrom herausgefunden:

Du willst es wissen? Berechne hier deinen Ökostrom Tarif.

Um den Preis einzugeben, musst du einfach den Tarif-Knopf ein paar Sekunden gedrückt halten und kann dann den Tarif eingeben. Dort, wo ich wohne, kostet der Ökostrom von Polarstern 27,56 Cent pro Kilowattstunde. In das Strommessgerät eingegeben habe ich 27, da der Tarif nur auf bis zwei Nachkommastellen eingegeben werden kann.

2. Installation des Strommessgeräts

Das Messgerät wird in eine Steckdose gesteckt und der Stecker des Geräts, von dem du den Stromverbrauch messen möchtest, in die Steckdose des Messgeräts.

Strommessgerät
Die Installation des Strommessgeräts.

3. Los geht’s mit der Messung von Stromverbrauch und Kosten am Morgen

Wecker klingelt, aufstehen, ins Badezimmer wanken, Radio an. Das erste Elektrogerät, das ich am Morgen benutze.

Während der 20 Minuten im Badezimmer verbraucht der Radio 0,001 Kilowattstunden und kostet damit 0,027 Euro. Wöchentlich sind das demnach 0,189 Euro, die ich für Schallwellen ausgebe. Wohlgemerkt nur für die Musik-Zeit am Morgen.

  • Stromkosten Radio

So viel kostet das morgendliche Radio hören pro Tag, Woche, Monat, Jahr:

1 Tag0,027 Euro
1 Woche0,189 Euro
1 Monat0,81 Euro
1 Jahr9,855 Euro 

Nach dem duschen steht das Haare föhnen an. Das dauert knapp 10 Minuten. Was die heiße Luft kostet? Das hängt davon ab, welcher Luftstrom (schwarzer Schalter) und welche Temperatur (roter Schalter) eingestellt sind.

In diesem Fall gibt es jeweils zwei Einstellungsmöglichkeiten und zusätzlich einen blauen Schalter, mit dem die Temperatur nochmal etwas heruntergekühlt werden kann. Der Energieverbrauch unterscheidet sich deutlich:

  • 1. Niedrigster Verbrauch (blauer Schalter gedrückt, Rot auf I, Schwarz auf I): 345 – 349 Watt.
  • 2. Mittlerer Verbrauch (Rot auf I, Schwarz auf I): 631 – 635 Watt.
  • 3. Höchster Verbrauch (Rot auf II, Schwarz auf II): 1245 – 1247 Watt.

 

 

Insgesamt, mit dem Ausprobieren der verschiedenen Stufen, habe ich beim föhnen 0,158 Kilowattstunden Energie verbraucht. Das sind 0,04 Euro für circa 10 Minuten Haare föhnen. Würde ich den Föhn jeden Tag für diese Zeit benutzen, dann wären das im Monat 1,20 Euro.

  • Stromkosten Fön

So viel würde tägliches föhnen kosten: pro Tag, Woche, Monat, Jahr:

1 Tag0,04 Euro
1 Woche0,28 Euro
1 Monat1,20 Euro
1 Jahr14,60 Euro 

Als nächstes steht das Zähne putzen auf dem Plan. Ich habe eine elektrische Zahnbürste, die ich in der Regel über Nacht an der Steckdose auflade. 1 Watt verbraucht das Ladegerät maximal, das sind 0,001 Kilowattstunden. Der Stromverbrauch und die Kosten für elektrische Zahnbürste und Radio sind demnach gleich.

  • Stromkosten elektrische Zahnbürste

So viel würde das tägliche Aufladen der Zahnbürste kosten: pro Tag, Woche, Monat, Jahr:

1 Tag0,027 Euro
1 Woche0,189 Euro
1 Monat0,81 Euro
1 Jahr9,855 Euro 

So, in der Küche brauche ich den Wasserkocher. Um Wasser für 2 Tassen Tee am Morgen heiß zu machen, verbraucht der Wasserkocher 0,060 Kilowattstunden, das kostet 0,01 Euro.

Wasserkocher im Stromverbrauchstest
Wasserkocher im Stromverbrauchstest.
  • Stromkosten Wasserkocher

So viel würde das tägliche Wasser kochen von zwei Tassen kosten pro Tag, Woche, Monat, Jahr:

1 Tag0,01 Euro
1 Woche0,07 Euro
1 Monat0,30 Euro
1 Jahr3,65 Euro 

Mit einmal toasten kommt der Toaster auf 0,040 Kilowattstunden, das sind 0,01 Cent. Angenommen der Toaster wird jeden Morgen zweimal eingesetzt, dann wären das 0,02 Cent.

  • Stromkosten Toaster

Soviel würde es kosten, täglich zweimal zu toasten: pro tag, Woche, Monat, Jahr:

1 Tag0,02 Euro
1 Woche0,14 Euro
1 Monat0,60 Euro
1 Jahr7,30 Euro 

Radio, Fön, Zahnbürste, Wasserkocher und Toaster kosten an meinem „klassischen“ Morgen insgesamt 1,48 Euro. Das ergibt über einen Monat (mit 30 Tagen) 44,40 Euro und im Jahr sind das etwa 540,20 Euro. Gut, dass jetzt Sommer ist. Da kann ich immerhin die Haare an der warmen Luft trocknen lassen und mir das Föhnen sparen.

5. Fazit

Das Strommessgerät zu bedienen ist wirklich einfach. Zu wissen, welche Haushaltsgeräte Stromfresser sind und wie viel welches Gerät kostet ist spannend. Sogar mein Papa, der sich eigentlich weder für Technik interessiert, noch damit umgehen kann, ist ins Strommess-Fieber gekommen.

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Beim Strom sparen geht es nicht nur ums Geld

Auch beim Stromsparen gilt: Es geht nicht nur ums Stromkosten sparen. Du hilfst mit Stromsparen bei einer noch viel größeren Sache: Strom, den wir nicht verbrauchen, muss auch nicht erzeugt werden. Und das bringt uns schneller ans Ziel, fossile Energie durch wirklich nachhaltig erzeugten Ökostrom zu ersetzen. Zu Hause kannst du schon mal damit anfangen. Das gilt übrigens auch für Ökogas und deinen Gasverbrauch.

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