Ist mein Stromverbrauch normal oder zu hoch? Wo kann ich sparen? Und welches Elektrogerät verbraucht wie viel? Es gibt verschiedene Wege, den Energieverbrauch exakt zu messen. Zum Beispiel mit einem Strommessgerät. Wir haben eins getestet. Erfahre, was es kann.

von Gisela

Inhalt


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Ist mein Stromverbrauch noch angemessen?

Wenn Fernseher laufen, die Computer rechnen und die Lichter leuchten, schwingt sie immer ein bisschen mit, diese Frage, ob man jetzt schon Strom verprasst oder alles noch im Rahmen ist. Sonst sind wir eigentlich ganz gut im Schätzen – wissen, was viel, was wenig ist. Aber beim Strom? Strom ist unsichtbar, nicht greifbar, das macht seine richtige Dosierung schwieriger. Um herauszufinden, ob der Stromverbrauch zu hoch ist oder ob man vielleicht recht stromsparend lebt, ohne es zu wissen, gibt es viele Wege. Hier lernst du sie kennen.

 

1. Stromverbrauch mit Referenzwerten vergleichen.

Ein erster Blick auf die Richtwerte für den Stromverbrauch helfen. Dort wird der durchschnittliche Stromverbrauch in kWh je nach Haushaltsgröße angezeigt. Man muss diese Richtwerte nur mit seinem Stromverbrauch vergleichen. Den findest du auf deiner letzten Jahresabrechnung, falls du sie parat hast.

Richtwerte für den Stromverbrauch
Richtwerte für den Stromverbrauch je nach Anzahl der Personen im Haushalt.

>>> Hier kannst du nachrechnen, was dein Stromverbrauch im Monat bei uns kostet. 

 

2. Stromverbrauch online checken.

Genauer ist ein Vergleich mit dem StromCheck, den die Klimaschutzberatung co2online anbietet. Ein einfaches Tool, bei dem du ein paar wenige Felder zu deiner Wohnsituation anklickst und einträgst, wie viel Geld du im Monat für Strom ausgibst. Genauer wird die Auswertung, wenn du deinen Jahresstromverbrauch einträgst, den du auf deiner letzten Stromrechnung findest. Das Tool vergleicht deinen Stromverbrauch mit den Daten ähnlicher Haushalte. Im Ergebnis erfährst du, ob dein Stromverbrauch niedrieg, mittel oder hoch ist und wie viel Geld und CO2 du sparen könntest. Das richtige Maßnahmenpaket kannst du direkt online anfordert. Hilfreich sind auch unsere Basic-Stromspartipps. Sie senken Stromkosten und verhindern CO2, ohne dass du Abstriche beim Komfort machen musst.

>>> Lies die besten Stromspartipps.

 

3. Stromverbrauch mit smarten Steckern testen.

Eine sehr bequeme Art, seinen Stromverbrauch kennenzulernen, sind smarte Stecker. Jedes noch so alte elektrische Gerät lässt sich mit smarten Steckern per App oder Sprachsteuerung an- und ausschalten. Als zusätzliches Feature zeigen viele Modelle den Stromverbrauch von Elektrogeräten in Echtzeit und im Zeitverlauf an. Wer erst einmal weiß, wie viel Strom einzelne Geräte ziehen, wird verantwortungsvoller mit ihnen umgehen – und auf lange Sicht Strom sparen. 

>>> Mehr über smarte Stecker erfahren. 

 

4. Stromverbrauch mit einem Smart Meter prüfen.

Alle Technikaffine und App-Fans werden sich freuen: Ein Smart Meter ist ein intelligenter Stromzähler. Verbrauchsmenge und –zeiten werden angezeigt, automatisch in kurzen Abständen abgespeichert und an den Messdienstleister gesendet. Du möchtest selbst den Überblick behalten? Nicht umsonst heißt es Smart Meter. Denn die gesammelten Daten kannst du dir ganz einfach auf deinen Computer oder dein Smartphone übertragen lassen. Dafür haben einige Anbieter eine App entwickelt. So hast du einen Überblick, wann du am meisten Strom verbrauchst, wie viel deine elektronischen Geräte wie Fernseher und Radio nachts im Stand-by-Modus verbrauchen oder ob es sonstige auffällige Entwicklungen gibt. Smart Meter sind also richtig smart. Datenschützer befürchten allerdings, dass durch statistische Vergleiche genau herausgefunden werden kann, wie viele Menschen sich wann in einer Wohnung aufhalten und was sie tun. Wie du an einen Smart Meter kommst? In der Regel werden solche in Neubauten automatisch eingebaut. Bis 2020 sollen 80 % aller deutschen Haushalte mit einem Smart Meter ausgestattet sein. Ansonsten haben auch Energieversorger diese Geräte zum Stromverbrauch messen.

>>> Vom Experten erklärt: die Vorteile von Smart Metern. 

 

5. Stromverbrauch mit einem Strommessgerät testen.

Die Steckdose ist die Stromquelle, ein beliebiges Gerät wie Fernseher, Kühlschrank oder Waschmaschine ist der Stromabnehmer. Zu Hause kannst du deinen Stromverbrauch mit einem Strommessgerät, auch Amperemeter genannt, herausfinden. In der Regel werden dafür digitale Geräte verwendet, die die Spannung eines Gerätes messen. Selbst der Energiebedarf im Stand-by-Modus kann so ermittelt werden. Das Messgerät wird dafür zwischen Steckdose und Verbraucher gesteckt. Das Amperemeter zeigt den momentanen Stromverbrauch in Watt an. Der Stromverbrauch berechnet sich aus der Dauer des Betriebs und der Dauer der Messung. Bei manchen Messgeräten kann man den Strompreis eingeben, das heißt, du siehst direkt wie hoch die Stromkosten für das jeweilige Gerät sind. Übrigens gibt es Strommessgeräte häufig kostenlos in Baumärkten, Verbraucherzentralen und vom Stromversorger zum Ausleihen.

 

6. Der richtige Umgang mit einem Strommessgerät.

Strommessgerät anschalten und warten.

Damit der Messwert wirklich verlässlich ist, solltest du das Messgerät schon einige Minuten bevor du es benutzen möchtest, einschalten. Viele der Strommessgeräte verbrauchen nämlich direkt nach dem Anschalten etwas mehr Strom.

Strompreis speichern.

Wenn du den Strompreis im Messgerät speicherst, dann zeigt es dir zusätzlich zum Stromverbrauch die Stromkosten an. Den Strompreis findest du auf deiner Stromrechnung.

Öfter messen.

Fernseher, Waschmaschine, Geschirrspüler, Computer und Co. verbrauchen unterschiedlich viel Strom. Das hängt beispielsweise von der Intensität der Nutzung oder der Tages- bzw. Nachtzeit ab. Um einen verlässlichen Durchschnittswert zu ermitteln, empfiehlt es sich etwa 1 bis 2 Wochen regelmäßig den Stromverbrauch der verschiedenen Geräte zu messen.

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7. Im Test: Das Strommessgerät TechnoLine Cost Control .

Morgens mache ich eigentlich immer das Gleiche. Aufstehen, ins Badezimmer gehen, frühstücken und zur S-bahn radeln. Unspektakulär. Spektakulär wird so ein Morgen aber, wenn du mal testest, wie viel Strom du verbrauchst und was das kostet. In der kleinen Pappschachtel, die ich auspacke, sind das Strommessgerät und eine kurze Bedienungsanleitung enthalten. Auf der Packung steht „Stromverbrauchs-Überwachung“ und was das Strommessgerät alles kann:

 

  • Kostenvorhersage (Euro)
  • Augenblicklicher Leistungsverbrauch (Watt)
  • Maximaler Leistungsverbrauch (Watt)
  • Gesamtleistungsverbrauch (Kilowattsunden).

 

Das Gerät kostet circa 15 Euro und wird mit einer Batterie betrieben, die selbstständig ausgewechselt werden kann. Das Gerät ist handlich und leicht. Im oberen Teil sind ein kleines, schmales Display und drei Knöpfe: Tarif, Power und Cost. Darunter ist eine Steckdose. Auf der Rückseite des Geräts ist die Batterie verbaut und im unteren Teil der Stecker.

Strommessgerät Verpackung, Vorder- und Rückseite
Packung, Vorder- und Rückseite des Strommessgeräts

 

Das Strommessgerät in der Anwendung.

Gebrauchsanweisungen gehören nicht unbedingt zu meiner Lieblingslektüre. Deshalb habe ich einfach mal versucht, das Strommessgerät rein intuitiv zu bedienen. Das funktioniert ganz gut. Die einzelnen Schritte der Reihe nach:

 

A. Strompreis bestimmen.

Zuallererst habe ich den Strompreis pro Kilowattstunde (kWh) eingegeben. Der steht auf jeder Stromrechnung. Alternativ kannst du einfach den Stromrechner deines Stromanbieters nutzen, um den aktuellen Strompreis herauszufinden. Ich habe den Rechner von Polarstern genutzt und dort den aktuellen Preis pro Kilowattstunde Wirklich Ökostrom herausgefunden:

>>> Du willst es wissen? Berechne hier deinen Ökostrom Tarif.

Um den Preis einzugeben, musst du einfach den Tarif-Knopf ein paar Sekunden gedrückt halten und kann dann den Tarif eingeben. Dort, wo ich wohne, kostet der Ökostrom von Polarstern 27,56 Cent pro Kilowattstunde. In das Strommessgerät eingegeben habe ich 27, da der Tarif nur auf bis zwei Nachkommastellen eingegeben werden kann.

 

B. Installation des Strommessgeräts.

Das Messgerät wird in eine Steckdose gesteckt und der Stecker des Geräts, von dem du den Stromverbrauch messen möchtest, in die Steckdose des Messgeräts.

Strommessgerät
Die Installation des Strommessgeräts.

C. Messung von Stromverbrauch und Stromkosten am Morgen.

Wecker klingelt, aufstehen, ins Badezimmer wanken, Radio an. Das erste Elektrogerät, das ich am Morgen benutze. Während der 20 Minuten im Badezimmer verbraucht der Radio 0,001 Kilowattstunden und kostet damit 0,027 Euro. Wöchentlich sind das demnach 0,189 Euro, die ich für Schallwellen ausgebe. Wohlgemerkt nur für die Musik-Zeit am Morgen.

 


Stromkosten Radio.

So viel kostet das morgendliche Radio hören pro Tag, Woche, Monat, Jahr:

1 Tag0,027 Euro
1 Woche0,189 Euro
1 Monat0,81 Euro
1 Jahr9,855 Euro 

 

 

Nach dem Duschen steht Haare föhnen an. Das dauert knapp 10 Minuten. Was die heiße Luft kostet? Das hängt davon ab, welcher Luftstrom (schwarzer Schalter) und welche Temperatur (roter Schalter) eingestellt sind. In diesem Fall gibt es jeweils zwei Einstellungsmöglichkeiten und zusätzlich einen blauen Schalter, mit dem die Temperatur noch mal etwas heruntergekühlt werden kann. Der Energieverbrauch unterscheidet sich deutlich:

 

  • 1. Niedrigster Verbrauch (blauer Schalter gedrückt, Rot auf I, Schwarz auf I): 345 – 349 Watt.
  • 2. Mittlerer Verbrauch (Rot auf I, Schwarz auf I): 631 – 635 Watt.
  • 3. Höchster Verbrauch (Rot auf II, Schwarz auf II): 1245 – 1247 Watt.

 

Insgesamt habe ich beim Föhnen 0,158 Kilowattstunden Strom verbraucht. Das sind 0,04 Euro für circa 10 Minuten Haare föhnen. Würde ich den Föhn jeden Tag für diese Zeit benutzen, dann wären das im Monat 1,20 Euro.

 


Stromkosten Föhn.

So viel würde tägliches Föhnen kosten: pro Tag, Woche, Monat, Jahr:

1 Tag0,04 Euro
1 Woche0,28 Euro
1 Monat1,20 Euro
1 Jahr14,60 Euro 

 

Als Nächstes steht Zähne putzen auf dem Plan. Ich habe eine elektrische Zahnbürste, die ich in der Regel über Nacht an der Steckdose auflade. 1 Watt verbraucht das Ladegerät maximal, das sind 0,001 Kilowattstunden. Der Stromverbrauch und die Stromkosten für die elektrische Zahnbürste und Radio sind demnach gleich.

 


Stromkosten elektrische Zahnbürste.

So viel würde das tägliche Aufladen der Zahnbürste kosten: pro Tag, Woche, Monat, Jahr:

1 Tag0,027 Euro
1 Woche0,189 Euro
1 Monat0,81 Euro
1 Jahr9,855 Euro 

 

So, in der Küche brauche ich den Wasserkocher. Um Wasser für 2 Tassen Tee am Morgen heiß zu machen, verbraucht der Wasserkocher 0,060 Kilowattstunden, das kostet 0,01 Euro.

Wasserkocher im Stromverbrauchstest
Wasserkocher im Stromverbrauchstest.

Stromkosten Wasserkocher.

So viel kostet das Erhitzen von zwei Tassen Wasser pro Tag, Woche, Monat und Jahr.

1 Tag0,01 Euro
1 Woche0,07 Euro
1 Monat0,30 Euro
1 Jahr3,65 Euro 

 

Einmal Toasten verbraucht 0,040 Kilowattstunden, das sind 0,01 Cent. Angenommen der Toaster wird jeden Morgen zweimal eingesetzt, dann wären das 0,02 Cent.

 


Stromkosten Toaster.

Soviel würde es kosten, täglich zweimal zu toasten: pro tag, Woche, Monat, Jahr:

1 Tag0,02 Euro
1 Woche0,14 Euro
1 Monat0,60 Euro
1 Jahr7,30 Euro 

 

Radio, Föhn, Zahnbürste, Wasserkocher und Toaster kosten an meinem typischen Morgen insgesamt 1,48 Euro. Das ergibt über einen Monat (mit 30 Tagen) 44,40 Euro und im Jahr sind das etwa 540,20 Euro. Gut, dass jetzt Sommer ist. Da kann ich immerhin die Haare an der warmen Luft trocknen lassen und mir das Föhnen sparen.

 

8. Fazit.

Das Strommessgerät zu bedienen ist wirklich einfach. Zu wissen, welche Haushaltsgeräte Stromfresser sind und wie viel welches Gerät kostet ist spannend. Aber auch beim Stromsparen gilt: Es geht nicht nur ums Stromkosten sparen. Du hilfst mit Stromsparen bei einer noch viel größeren Sache: Strom, den wir nicht verbrauchen, muss auch nicht erzeugt werden. Und das bringt uns schneller ans Ziel, fossile Energie durch wirklich nachhaltig erzeugten Ökostrom zu ersetzen. Zu Hause kannst du schon mal damit anfangen. Das gilt übrigens auch für Ökogas und deinen Gasverbrauch.

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