Wäre es früher möglich gewesen, hätte sich doch jeder sofort eine eigene Zapfsäule in die Eigenheimgarage eingebaut: keine Tankstopps im Alltag, kein Warten, bis sich der Vorderfahrer von der Zapfsäule verzupft. Mit dem Kauf des ersten Elektroautos ist dieses Szenario plötzlich Realität. Und wie schnell und wie günstig das Laden daheim ist, kann man sogar beeinflussen.

von Michael

Inhalt:

Ladetarife für zu Hause

 

Laden an der Steckdose oder Ladestation?

Eine eigene Ladestation fürs Elektroauto – üblicherweise als Wandladestation (Wallbox) oder Ladesäule – ist schon deshalb unverzichtbar, weil das Laden an einer üblichen Haushaltssteckdose zwar geht – aber nicht gut geht. Es dauert ewig, außerdem sind normale Steckdosen auch nicht dafür gemacht, die hohen Ladeleistungen von Elektrofahrzeugen täglich über Stunden auszuhalten. Wenn du Pech hast, fliegt die Sicherung raus. Wenn du richtig Pech hast, schmort sie und verursacht einen Kabelbrand.

Wer die Steckdose zum Laden eines Elektroautos nutzen möchte – wenn auch nur vorübergehend – sollte in jedem Fall einen Techniker holen, der sich die Situation ansieht. Und der wird wahrscheinlich zum Einbau einer Ladestation raten. Denn die Ladestation hat mehrere Vorzüge. Erstens ist sie auf die Ladeleistung des Elektroautos abgestimmt, wodurch das Laden sicher ist. Zweitens geht es schneller. Drittens lohnt es sich preislich, wenn man viel fährt. Dann kann man für die Ladestation noch den passenden Autostromtarif bestellen.

>>> Mehr zu den Vorteilen. 

 

 

Faustformel: So lange dauert das Laden.

Wie lange man sich zu Hause nun gedulden muss, bis das Elektroauto geladen ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Die wichtigsten sind: 

• die Batteriekapazität des Elektroautos und

• die Ladeleistung des Elektroautos.

Mit beiden Infos lässt sich die Ladedauer grob berechnen. Die Faustformel dazu lautet: 

Batteriekapazität (kWh) / Ladeleistung (kW) = Ladezeit.

 

Beispiel: 

Ein Nissan Leaf (ZE1 MY19) mit einer Batteriekapazität von 40 kWh und einer Leistung von 6,6 kW würde an deiner eigenen Ladestation 6 Stunden laden, sofern die Ladesäule diese Leistung abgeben kann. Typischerweise sollte das kein Problem sein, denn am häufigsten werden Ladestationen mit einer Leistung von 11 kW eingebaut. Es gibt aber auch Stationen für den Heimgebrauch mit 3,7 kW und 22 kW. Das Elektroauto kann selbstverständlich an allen geladen werden, nur würde es bei der "3,7er" langsamer – und bei der "22er" nicht schneller gehen. Im ersten Fall würde das Laden knapp 11 Stunden dauern (40 kWh / 3,7 kW = knapp 11 Stunden). Im zweiten Fall stünden zwar 22 kW Power zur Verfügung, das Auto könnte trotzdem nur 6,6 kW aufnehmen. 

Anders ist das bei einer öffentlichen Schnellladesäule. Hier wird statt Wechselstrom (AC) wie zu Hause Gleichstrom (DC) geladen. Über das passende Kabel kann unser Beispielauto maximal 50 kW aufnehmen – und die Ladezeit würde sich dadurch auf etwa 48 Minuten verkürzen. Beim Nissan sowie den meisten asiatischen Elektroautos wird am Schnelllader über den CHAdeMO-Stecker geladen. Bei den europäischen Elektroautos hat sich der CSS-Steckerstandard (Combined Charging System) durchgesetzt. 

>>> Mehr über das Laden unterwegs. 

 

Die meistverkauften E-Autos in 2019 und ihre Ladezeiten.

Model Batteriekapazität Ladeleistung Ladedauer Ladestation Ladedauer Steckdose (2,3 kW)
Renault Zoe 41 kWh 22 kWca. 2 Stundenca. 18 Stunden
BMWi3 27,2 kWh 11 kW ca. 2,5 Stundenca. 12 Stunden
VW e-Golf 35,8 kWh 7,2 kWca. 5 Stundenca. 16 Stunden
Hyundai Kona 64 kWh7,2 kWca. 8 Stundenca. 28 Stunden
Smart Fortwo 17,6 kWh 4,6 kWca. 4 Stundenca. 8 Stunden

Quelle Verkaufszahlen: destatis. 

 

Tipps fürs Laden: Es muss nicht immer voll sein.

Nicht nur am öffentlichen Ladepunkt, auch zu Hause muss es fürs Elektroauto nicht immer die volle Ladung sein. Denn für Elektroautos gilt das Gleiche wie für alle anderen Geräte mit Lithium-Ionen-Akkus: Die Batterie nimmt keinen Schaden, wenn sie nicht komplett entladen und aufgeladen wird. Im Gegenteil. Es strengt die Batterien eher an. Kleine Ladezyklen von 20 % auf  80 % oder 40 % auf 60 % sorgen für eine längere Leistungsfähigkeit der Batterien. Für das Laden an der Wallbox bedeutet dies: Mach dir keine Sorgen, ob das E-Auto vollgeladen ist, wenn die nächste Wegstrecke sowieso eine kurze ist. Außerdem dauert die letzte Ladephase immer am längsten. Bis 80 % geht's recht zügig, aber die letzten Prozent schleppen sich dahin. Kennt man vom Handy. Kurz vor den 100 % gibt es keinen Spannungsanstieg mehr, und die Stromstärke nimmt ab. Diesen Puffer solltest du bei der Einschätzung der Ladezeit mit einplanen. Über den Daumen gepeilt 30 Minuten.

 

 

Was das Laden zu Hause kostet.

Die andere große Frage zum Laden im Eigenheim betreffen die Ladekosten. Während es an den öffentlichen Ladestationen noch ein Sammelsurium an Bezahlmöglichkeiten von Ladekarten, Pauschalen und Roaming-Diensten gibt, und sich der Markt erst noch konsolidieren muss, sind die Ladekosten zu Hause wesentlich klarer. Den Preis fürs Laden deines Wunschautos kannst du praktisch schon im Voraus einschätzen. Wenn auch grob. Dazu brauchst du zwei Infos.   

 

• Den Preis für eine Kilowattstunde Strom. 

• Den Energieverbrauch des Elektroautos pro 100 Kilometer. 

 

Der Preis für eine Kilowattstunde Strom beträgt in Deutschland laut Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft (BDEW) derzeit im Schnitt 30,22 ct/kWh (Stand Januar 2019). Den Energieverbrauch deines Wunschautos auf 100 Kilometer gibt der Hersteller bei den technischen Daten auf der Homepage bekannt. Multipliziere die Werte und du kennst die ungefähren Ladekosten für 100 Kilometer. Zu berücksichtigen ist, dass Autos jeder Art in der Praxis einen höheren Verbrauch haben als unter den "Laborbedingungen", die der Hersteller angibt. 

 

Beliebte Elektroautos und ihre Ladekosten zu Hause.

Model Verbrauch Stromkosten auf 100 km
Hyundai IONIQ Elektro 88 kW 11,5 kWh/100 km ca. 3,70 €
BMWi3 12,6 kWh / 100 km ca. 4 €
VW e-Golf 12,7 kWh/100 km ca. 4,10 €
Smart EQ ForTwo 12,9 kWh / 100 kmca. 4,10 €
Renault Zoe Intens 13,3 kWh/100 km ca. 4,30 €
Kia Soul EV 15,6 kWh / 100 km ca. 5 €
Nissan Leaf ZE1 MY19 19,4 kWh/100km ca. 6,20 €

 

 

Der passende Autostromtarif macht's günstiger.

Bei der groben Kalkulation ist eine Sache noch gar nicht berücksichtigt: Es gibt spezielle Autostromtarife, die auf den Betrieb von Ladestationen zu Hause abgestimmt sind. Bei Polarstern zum Beispiel gibt es Wirklich Autostrom und Wirklich Autostrom Plus. Bei Wirklich Autostrom bekommst du einen Smart Meter dazu. Mit ihm lernst du den Stromverbrauch deines Haushalts wirklich kennen und setzt beim Strom sparen an den richtigen Stellen an. Wirklich Autostrom Plus ist gemacht für Vielfahrer, die den Strom für die Ladestation über einen separaten und unterbrechbaren Stromzähler abrechnen. Unterbrechbar bedeutet, dass der Netzbetreiber die Stromversorgung zu diesem Zähler für eine bessere Netzauslastung aussetzen kann. Er bedankt sich mit einem vergünstigten Arbeitspreis für deinen Strom. Und wir kalkulieren diesen Preis bei unserem Autostrom Plus-Tarif mit ein – und geben ihn an dich weiter. So macht die Heimtanke noch mehr Spaß.

>>> Zu unseren Autostrom-Tarifen. 

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