Der eine isst kein Fleisch, aber reist gerne. Der nächste macht’s genau andersrum. Was ist denn jetzt eigentlich wirklich nachhaltig? Wir stellen die wichtigsten Stellschrauben für einen ganzheitlich nachhaltigen Ansatz vor. 

von Michael

 

Jeder macht was richtig und was falsch. Normal.

Der eine isst kein Fleisch, fliegt aber gerne in den Urlaub. Der nächste gönnt sich ab und zu ein gutes Steak, war aber dafür seit Jahren nicht am Meer. Noch ein anderer schimpft den Gemüsehändler, dass er Avocados verkauft und dampft mit seinem Range Rover davon. Wer macht’s denn jetzt richtig? Die Antwort ist: Wem Nachhaltigkeit wichtig ist, macht bewusst schon vieles richtig – und eher unbewusst so manches falsch. Deshalb ist es so wichtig, sich immer wieder mal anzuschauen, was noch so geht. Wo man selbst noch bewusster leben kann. Die Ideen gehen nicht aus und das ist auch gut so. 

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Was ist eigentlich Nachhaltigkeit? 

Im Alltag jedoch scheiden sich die Geister, Sinus-Milieus und Lebensrealitäten über die Frage, was nun nachhaltig ist. Ursprünglich kommt der Nachhaltigkeitsbegriff ja aus der Forstwirtschaft und besagt, dass nicht mehr Holz geschlagen werden darf, als nachwachsen kann. Wenn wir heute von Nachhaltigkeit sprechen, meinen wir alle Bereiche, in denen Ressourcen geschont werden müssen, damit sie sich natürlich regenerieren können. Denn sie müssen für alle reichen. Auch für künftige Generationen. Was wir jetzt abgrasen, wird unseren Kindern fehlen. 

 

Maß für weltweite Ressourcenverschwendung: Der Earth Overshoot Day. 

Dass sich die Menschheit, allen voran die Industrienationen, in dieser Hinsicht ziemlich lausig verhält, zeigt der jährliche Earth Overshoot Day. So bezeichnet man den Tag, an dem die Menschen bereits alle Ressourcen verbraucht haben, die die Erde in einem Jahr natürlich wiederherstellen kann. 2019 war dieser Tag bereits am 29. Juli und er rückt jedes Jahr immer weiter nach vorne. Ein Trend, den wir dringend umdrehen müssen und bei dem jeder mit einem bewussteren Lebensstil mithelfen kann.

 

Wie du deine eigene Nachhaltigkeit messen kannst.

Wo fängt man an? Am besten, indem man für sich herausfindet, wo man selbst steht. Mithilfe des eigenen CO2-Fußabdrucks ist das eigene nachhaltige Verhalten tatsächlich messbar. Pro Kopf liegt er in Deutschland  laut  Umweltbundesamt (UB) derzeit  bei 11,6 Tonnen liegt. Wir müssen es eben alle schaffen, so weit unter diesen Wert zu kommen, wie's geht. Das Umweltbundesamt bietet dazu einen CO2-Rechner, der es jedem ermöglicht, seinen eigenen CO2-Ausstoß in allen Konsumbereichen kennenzulernen. Wir stellen diese Bereiche vor – und zeigen, worauf es ankommt.

 

Nachhaltigkeit: Worauf es im Alltag ankommt. 

 

1. Nachhaltigkeit beim Energieverbrauch.

Bei ihrem Energieverbrauch verursachen die Deutschen durchschnittlich 2,4 Tonnen CO2 im Jahr. 0,76 Tonnen fallen beim Stromverbrauch an – und noch mal 1,64 Tonnen beim Heizen. Beides zusammen macht ein Fünftel des CO2-Fußabdrucks aus, das aber jeder mit dem Wechsel zu Ökostrom und Ökogas  auf einen Schlag loswird. Da der Wechsel nur wenige Minuten dauert und ohne sonstigem Anpassungshandeln einhergeht, ist er so etwas wie der Joker nachhaltigen Handelns. Neben der Reduktion des CO2s werden auch Ressourcen geschont und Lieferketten kurzgehalten. Denn sind Ökokraftwerke erst einmal gebaut, kommen die Energieträger Sonne, Wind und Wasser ja wie von selbst. Wie viel CO2 du mit deinem Wechsel zu Ökostrom und Ökogas sparst und wie viel du insgesamt veränderst, kannst du direkt mit unserem Impact-Rechner berechnen.

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Auf was es wirklich ankommt: Der Energieversorger sollte unabhängig sein. 

Wichtig ist, dass du dich für einen unabhängigen Ökostromanbieter wie Polarstern entscheidest. So gehst du sicher, dass du nicht bei einem Ökoenergieversorger landest, der eigentlich zu einem Konzern gehört. Ihr Kerngeschäft liegt immer noch in der fossilen Energie, damit sind sie nicht nachhaltig. 

 

2. Nachhaltigkeit in der Mobilität.

Der Rechner des Umweltbundesamts berechnet auch, wie hoch die CO2-Belastung durch die eigene Mobilität ist. Was im Bereich Mobilität zu tun ist, um Ressourcen zu schonen und CO2 senken, muss wahrscheinlich nicht groß erklärt werden. Wenn es geht, Fahrrad fahren, die öffentlichen Verkehrsmittel dem eigenen Wagen vorziehen und Fahrgemeinschaften gründen. Steht die Anschaffung eines neuen Autos an, ist der Umstieg zur Elektromobilität sinnvoll. Schließlich hat man hier die Chance, die Nutzung fossiler Ressourcen beim Fahren hinter sich zu lassen. Bye, bye, Benzin.

 

Auf was es wirklich ankommt.

Wer auf Elektromobilität umsteigt, muss darauf achten, dass er nur Ökostrom lädt, sonst bringt die Umstellung auch dem Klima nicht viel. Bei Polarstern findest du Elektromobilitätstarife für alle Bedürfnisse. Für Vielfahrer, Alltagsfahrer und Haushalte, die ihren eigenen Strom mit einer PV-Anlage erzeugen – aber noch wirklich nachhaltig erzeugten Reststrom benötigen.

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3. Nachhaltigkeit in der Ernährung. 

Bei der Ernährung verursachen die Deutschen pro Kopf 1,74 Tonnen CO2 im Jahr. Beim Essen nachhaltiger zu werden, ist schon etwas komplizierter als der Wechsel zu Ökostrom oder der Umstieg aufs Fahrrad. Hier geht es um Gewohnheiten, die man seit der Kindheit intus hat und um Geschmack, den man verteidigen möchte wie die Kuh das Kalb. 

 

Nachhaltigkeit in der Ernährung: Auf was es wirklich ankommt.

Wer sich nachhaltiger ernähren will, sollte Lebensmittel aus biologischem Anbau kaufen und auf fair gehandelte Zutaten achten. Zudem müssen wir dringend den Fleischkonsum einschränken (wenn nicht sogar aufgeben) und auf eine umweltschonende Tierhaltung achten. Laut Fleischatlas der Heinrich-Böll-Stiftung frisst allein die Fleisch- und Milchproduktion 77 % des weltweiten Agrarlands, obwohl Fleisch und Milch nur 17 % des Kalorienbedarfs der Menschheit decken.

Wirklich tierfreundliche Energie

 

Lebensmittel der Saison – und aus der Region.

Apropos CO2: Obst und Gemüse werden ständig um den Globus geflogen, obwohl wir eigentlich das Meiste vor der Tür haben. Wer regionale Produkte kauft, spart Transportwege, CO2 und meistens auch eine Menge Verpackungsmaterial. Und natürlich unterstützt man mit dem Kauf von regionalen Produkten auch die eigene Wirtschaft. 

 

Verbraucherzentrale warnt vor falschen Ortsangaben.

Die Verbraucherzentrale weist allerdings darauf hin, dass der Regional-Begriff nicht ausreichend gesetzlich geschützt ist. „Aus der Region“ kann theoretisch jede Region auf der Welt sein. Ebenso sagen Marken, die einen Ortsnamen tragen, noch nicht aus, dass sie auch von diesem Ort stammen. 

 

Regionalfenster, Ursprungsbezeichnung und Regionalinitiativen. 

Das Etikett sollte die Adresse des tatsächlichen Produktionsorts preisgeben. Daneben gibt es eine Reihe von weiteren Hinweisen, die Regionalität garantieren, etwa das Regionalfenster. Dieses Etikett macht transparent, wo das Produkt gefertigt wurde und wie hoch der Anteil an regionalen Zutaten ist. Ein guter Hinweis ist außerdem die Kennzeichnung "geschützte Ursprungsbezeichnung", kurz g.U., bei der die genaue Herkunft des Produktes angegeben wird. 

Außerdem gibt es eine Menge kleinere Erzeuger, die sich zu Regionalinitiativen zusammenschließen, um die eigene Region wirtschaftlich zu stärken. Die Anforderungen an Qualität und Kontrolle legen die Initiativen selbst fest und oft liegen diese weit über der markttypischen Norm. Regionalinitiativen in deiner Nähe findest du zum Beispiel in der Datenbank RegioPortal des Bundesverbands der Regionalbewegung (BRB). 

Andererseits kann auch regionale Produktion umweltbelastend sein. Zum Beispiel wenn Gemüse auch außerhalb ihrer eigentlichen Saison in Treibhäusern angebaut werden. Da ist es besser, Obst und Gemüse zu kaufen, das gerade natürlich verfügbar ist. Laut Verbraucherzentrale verursacht Freilandgemüse beim Anbau bis zu 30-mal weniger klimaschädliche Gas als Produkte aus beheizten Gewächshäusern. Wer wissen möchte, was es wann natürlich zu kaufen gibt: Im Internet findet man eine Reihe an Saisonkalendern.

 

4. Nachhaltigkeit im Bereich "Sonstiger Konsum"

Alles, was sich nicht den Bereichen Energie, Mobilität und Ernährung zuordnen lässt, gilt als sonstiger Konsum – vom Panini-Bild, über Kleidung bis zu elektronischen Geräten. Weil hierunter eine Menge Einkäufe im Jahr fallen, macht dieses Sammelsurium im Schnitt rund 4,56 Tonnen unseres CO2-Fußabdrucks aus. Dabei lässt sich auch hier für jedes Produkt eine nachhaltige Entscheidung treffen. So gibt es etwa bei elektronischen Geräten Effizienzlabels, bei der Mode Siegel, die eine ökologische und faire Produktion fördern, und bei Möbeln Stücke aus der nachhaltigen Forstwirtschaft. 

 

Darauf kommt es an: 

• Sich fragen, ob ich ein neues Produkt wirklich brauche. 

• Mehr Second Hand kaufen.

• Mehr auf Klasse statt Masse setzen. Billiges geht oft auch schneller kaputt. Einmal mehr ausgeben, tut an der Kasse kurz weh, spart aber langfristig Geld.

• Produkte lange nutzen und auch mal reparieren

• Produkte ausleihen, bevor man eine endgültige Kaufentscheidung trifft.  

• Auf Produktsiegel achten, die eine ökologische und faire Produktion kennzeichnen. Labels dazu findest du zum Beispiel unter Label-online. Dort kannst du dich durch virtuelle  Einkaufsregale klicken und so erfahren, welche  Siegel Nachhaltigkeit für bestimmte Produktgruppen garantieren. 

 

5. Nachhaltigkeit in der Wirtschaft. 

Ohne eine Veränderung in der Wirtschaft wird es auch keinen echten Klima- und Umweltschutz geben. Es ist ja gerade das Prinzip der Gewinnmaximierung, dass Ressourcen verschwendet, Emissionen ausgestoßen und Flächen vernichtet werden. Deshalb sollte man beim nachhaltigen Einkauf nicht nur aufs Produkt schauen, sondern auch den Anbieter unter die Lupe nehmen. 

 

Darauf kommt es in der Wirtschaft an. 

Es gibt immer mehr Unternehmen, die die Gewinnmaximierung ablehnen und wertebasiert wirtschaften. Für diese Firmen muss auch immer ein Gewinn für die Umwelt und die Gesellschaft rausspringen. Oft handelt es sich um Social Businesses, die mit ihrem Produkt auch immer eine gesellschaftliche Herausforderung wie Armut, Überalterung oder eben den Klimawandel lösen wollen. Man findet sie zum Beispiel in Netzwerken wie der Gemeinwohl-Ökonomie, dem Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland (SEND) oder auf der ersten Landkarte der Social Businesses in Deutschland, die wir entwickelt haben. Klick auf die Karte, zoom in deine Region und finde Unternehmen, die wirklich ganzheitlich nachhaltig wirtschaften und nicht nur ein nettes Ökoprodukt anbieten. 

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Seid lieb zueinander.

Wichtig für ein nachhaltiges Miteinander ist auch eine andere Regel: Seid lieb zueinander. Selbst Angela Merkel mahnte im September 2019, dass wir beim Klimaschutz etwa eine Arroganz der Städter gegenüber den Menschen auf dem Land verhindern müssen. So ist es zum Beispiel für den Großstädter einfach, aufs Auto zu verzichten – die Wege sind kurz, die Öffentlichen in der Nähe und Radfahren sowieso am schnellsten. Ein Landbewohner oder Pendler braucht aber das Auto. Dafür hat er als Eigenheimbesitzer die Möglichkeit, seine eigene Stromversorgung mit einer PV-Anlage und einem Speicher aufzubauen. Ergänzen und helfen wir uns lieber in unserem nachhaltigen Handeln, statt uns anzukäsen. Denn es ist wie bei der Ersten Hilfe. Nur Nichtstun ist wirklich schlimm. Und am Ende zahlen wir alle gemeinsam auf ein gemeinsames Ziel ein: Wirklich Veränderung. Also, packen wir’s an!

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