Diese Umwelttipps fürs Büro kriegt jedes Unternehmen hin | Polarstern Magazin

Sind wir im Büro verschwenderischer? Papier, Strom, Wärme, Wasser – ist ja in der Arbeit nicht mein Bier, oder? Natürlich schon. Und gerade ein Büro kann im Teamwork wirklich etwas erreichen. Hier sind 10 Tipps für ein wirklich umweltfreundliches Büro.

von Michael

Wann immer es nicht klappt mit dem Umweltmanagement, sei es im Privaten oder im Büro, liegt es meistens an dieser übergeordneten Macht, die dazu verführt, Lichter anzulassen, sich warm die Hände zu waschen oder halbe Romane auszudrucken: die Macht der Gewohnheit. Sie zu überwinden und umweltbewusster zu handeln, ist nicht schwer. Man muss sich lediglich eine neue, bessere Macht der Gewohnheit antrainieren. Der beste Weg dorthin ist ein Umweltmanagement, das so klar ist, dass es in eine Liste passt.

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Die Top 10 für mehr Umweltschutz im Büro. Zum Nachmachen.

 

1. Glasmehrwegboxen einführen.

Aus den Styropor- und Alucontainern, die in manchen Büros mittags fürs Take-away-Essen anfallen, könntest du ganze Häuser bauen. Glasmehrwegboxen sind eine der effektivsten Maßnahmen, den Müllberg auf so gut wie gar nichts zu reduzieren, und das Essen schmeckt auch besser: weder nach Pappe noch nach Alu. Jedes Büro, das Mehrwegboxen einführt, wird anfangs in der einen oder anderen Imbissbude eine hochgezogene Augenbraue kassieren. Aber mittlerweile rollt bei uns niemand mehr die Augen, wenn wir mit unseren Essensboxen ankommen. Denn Lokal- und Imbissbesitzer sind auch froh, wenn sie den Müll to go nicht mehr ordern müssen.

 

2. Aufs Firmenfahrrad steigen. 

Wer beruflich nicht gerade etwas liefern muss, braucht auch kein Auto. Jedenfalls nicht in der Stadt. Denn dort ist das Rad oder E-Rad sowieso das schnellste Fortbewegungsmittel – sagt nicht nur das Umweltbundesamt, sondern auch unser Selbsttest. Wer auf seine mobile Außenwerbung trotzdem nicht verzichten will, branded einfach das Firmenrad. Das hat den Vorteil, dass du es abstellen kannst, wo du willst und deine Werbung quasi neben deiner Zielgruppe herfahren kannst. Und hundertmal sympathischer als die protzige Firmenkarre ist so ein Rad auch.

Unser Selbsttest: am schnellsten kommen Polarstern-Mitarbeiter mit dem Rad oder E-Bike in die Arbeit.

3. Gebrauchte Laptops nutzen.

Wahnsinn: Etwa 1,7 Millionen Tonnen Elektroschrott fallen pro Jahr in Deutschland an. Der umweltfreundlichste Laptop oder Computer ist daher immer noch der, den man so lange nutzt, bis er wirklich seinen Geist aufgibt. Wir nutzen bei Polarstern Second-Hand-Modelle, und sie funktionieren super. Allen Behauptungen zur geplanten Obsoleszenz zum Trotz. 

 

4. Kalt die Hände waschen.

Kalt Hände waschen, das schaffen sogar Warmduscher. Mit Seife killt kaltes Wasser Bakterien genauso wie warmes, aber es spart richtig viel Energie. Das Klimaschutzportal CO2-Online hat einmal vorgerechnet, dass 870 Millionen Kilowattstunden Heizenergie und 60 Millionen Euro Heizkosten im Jahr gespart werden könnten, wenn sich alle Angestellten in Deutschland konsequent kalt die Hände waschen würden. Also, Zähne zusammenbeißen – und im Büro testen!

 

5. Mülleimer kennzeichnen.

Müll trennen ist eigentlich nicht schwer. Und trotzdem landet im Büro der Apfelbutzen im Papierkorb oder das Plastik im Biomüll. Warum, weiß kein Mensch. Vielleicht ist man am Arbeitsplatz einfach zu sehr in Gedanken. Dagegen helfen Mülleimer, die mit den gleichen Farben gekennzeichnet sind, wie die Tonnen zu Hause: blau für Papier, braun für bio, gelb für Verpackungen. 

 

6. Buchhaltung digitalisieren. 

Think before you print – so steht es in vielen E-Mail-Signaturen. Nur, über was man thinken soll, ist vielen nicht ganz klar. Und dann wird doch gedruckt. Klar, ausgedruckt lassen sich Tippfehler besser erkennen. Aber es geht auch anders. Zum Beispiel das Dokument auf dem Handy lesen. Komplizierte Satzkonstruktionen lassen sich auf diese Weise schnell erkennen – und korrigieren. Wer gleich das große Ganze anpacken will: Die Buchhaltung zu digitalisieren, ist Arbeit, aber sie lohnt sich. Unseren Papierverbrauch bei Polarstern konnten wir so schon um mindestens 10 % reduzieren! 

 

7. Bio und fair einkaufen.

Für jedes konventionelle Produkt gibt es gute, nachhaltige Alternativen. Ökologische Spülmaschinentabs, Spüli oder Putzmittel machen einen prima Job, ebenso ein nachhaltiger Bürobedarf. Fairtrade-Kaffee und Bio-Snacks sollten sowieso zu jeder Bürogrundausstattung gehören. Auch das Bio-Bier um vier!

>>> Tipp: Die richtigen Snacks fürs Büro.  

 

8. Einen Smart Meter installieren. 

Ein Smart Meter ist perfekt fürs Büro. Privathaushalte sparen nach Einbau im Schnitt ca. 15 % Strom, und es gibt keinen Grund, warum Büros das nicht auch schaffen sollten. Denn ein Smart Meter visualisiert den Stromverbrauch sekundengenau. So erkennt man, wo der Strom eigentlich hinfließt: nämlich viel zu oft dorthin, wo du ihn nicht brauchst. Zum Beispiel nachts für den Standby-Betrieb. Was du dagegen tun kannst, verrät Tipp 9. 

 

9. Zeitschaltuhren für die Stromversorgung nutzen. 

Strom braucht nachts höchstens der arme Tropf, der gegen die Deadline kämpft. Ansonsten kann sich jeder den Stromverbrauch, den Geräte im Standby ziehen, wirklich schenken. Zeitschaltuhren kappen ab einer vorgegebenen Uhrzeit den Saft. Unseren eigenen Stromverbrauch haben wir dadurch um 10 % gesenkt. Hi five!

 

10. Ökostrom bestellen.

Ökostrom bestellen – klar, dass wir das sagen. Aber es ist so ziemlich die beste Umweltmaßnahme. Jede Firma fährt seinen CO2-Fußabdruck mit wirklich nachhaltig erzeugtem Ökostrom Richtung 0. Und Kohle- oder Atomstrom passt sowieso zu keiner Firmenphilosophie. Der Wechsel ist in 5 Minuten durch, und alles, was du dafür brauchst, ist die letzte Stromrechnung. Findest du in der Buchhaltung.  

>>> Das kostet Wirklich Ökostrom zu Hause.

 

Zertifizierungen helfen beim Umweltschutz.

Die große Frage ist, wer sich im Büro darum kümmert, die neue Macht der Gewohnheit einzuführen. Klare Antwort: alle. Weil das in der Realität selten klappt, ist es besser, das Umweltmanagement von externen Auditoren zertifizieren zu lassen. So wird die Rolle des Prüfers ausgelagert, intern ist keiner alleine der Depp, und Mitarbeiter fallen nicht in alte Muster zurück. Denn eine Prüfung durch Externe verpflichtet nun mal alle, auf die Umweltmaßnahmen zu achten.

 

Polarstern ist zertifiziert vom Qualitätsverbund umweltbewusster Betriebe.

Polarstern zum Beispiel ist zertifiziert vom Qualitätsverbund umweltbewusster Betriebe (QuB). Um die Zertifizierung zu erhalten, wird das Umweltmanagement nicht nur dokumentiert und geprüft – man verpflichtet sich, neue Ziele zu setzen. Das hat dazu geführt, dass wir unseren Strom- und Papierverbrauch um 10 % senken konnten und wirklich noch für den letzten Gefahrenstoff eine ökologische Alternative eingeführt haben. Das Beste aber ist, dass man als Mitarbeiter Dinge mit nach Hause nimmt, die man im Büro gelernt hat. Sei es, sich kalt die Hände zu waschen, Geräte nicht auf Standby zu lassen oder das Auto für immer stehen zu lassen.

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