

Gasverbrauch berechnen, senken und Kosten sparen.
Wer eine Gasheizung zu Hause hat – also mehr als die Hälfte der Wohnungen in Deutschland – sollte jetzt die Ohren spitzen: Ein niedriger Gasverbrauch kann mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Wir zeigen, wie du deinen Gasverbrauch berechnest, wie du ihn senkst – und wie viel Gaskosten du dabei sparen kannst.
Warum sollte man seinen Gasverbrauch kennen? Ganz einfach: Um herauszufinden, ob man im Vergleich zu vergleichbaren Haushalten zu viel Gas verbraucht und zu viel zahlt. Laut Heizspiegel gibt es bei rund 90 % der Haushalte grundsätzlich Einsparpotenzial beim Heizen. Manche Haushalte können sogar bis zu 930 Euro im Jahr sparen. Zusätzlich kannst du auch die Kosten für deinen künftigen Gasverbrauch grob veranschlagen.
Externe Faktoren verteuern Gasverbrauch.
Das Wissen rund um den Gasverbrauch wird auch deshalb wichtiger, weil Erdgas im Zuge von geopolitischen Konflikten und gesetzlichen Instrumenten zur Erreichung der Klimaziele wie dem CO2-Preis teurer wird. Aber wie hoch darf der Gasverbrauch sein? Was ist für meine Wohnfläche normal? Das erfährst du, indem du deine Heizrechnung mit dem Heizspiegel vergleichst.
Der durchschnittliche Gasverbrauch im Jahr.
Der Heizspiegel, der einmal im Jahr von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online veröffentlicht wird, zeigt, wie viel Gas im Referenzjahr je nach Gebäudegröße und Wohnfläche pro Quadratmeter verbraucht wurde und wie viel Haushalte dafür zahlten. Der Heizspiegel ordnet die Werte dabei in niedrige bis hohe Verbrauchsklassen ein. Die Werte beziehen sich dabei immer auf die gesamte Wohnfläche eines Gebäudes und berücksichtigen neben der Raumwärme auch die Warmwasserbereitung.
Gasverbrauch nach Wohnfläche des Gebäudes.*
| Wohnfläche des Gebäudes in m² | Niedrig | Mittel | Erhöht | Zu Hoch |
|---|---|---|---|---|
| 80 – 150 | bis 62 kWh bis 6,90 € | bis 121 kWh bis 13,60 € | bis 207kWh bis 23,20 € | ab 208 kWh ab 23,21 € |
| 150 – 250 | bis 64 kWh bis 7,20 € | bis 116 kWh bis 13 € | bis 187 kWh bis 21 € | ab 188 kWh ab 21,01 € |
| 250 – 500 | bis 61 kWh bis 9 € | bis 114 kWh bis 14,70 € | bis 185 kWh bis 22,30 € | ab 186 kWh ab 22,31 € |
| Über 500 | bis 59 kWh bis 8,70 € | bis 115 kWh bis 14,80 € | bis 177 kWh bis 21,50 € | ab 178 kWh ab 21,51 € |
* Verbrauch in kWh pro m²/Jahr und Kosten in € pro m²/Jahr.
Quelle: Heizspiegel 2025.
Der durchschnittliche Gasverbrauch in einer 70-m²-Wohnung lag laut Heizspiegel 2025 im Abrechnungsjahr 2024 bei ca. 7.980 kWh, pro Quadratmeter also bei bei 114 kWh im Jahr.
Gasverbrauch nach Wohnungsgröße und Personenzahl.
Nimmst du diesen Wert – 114 kWh/m² – als Basis, ergeben sich je nach Wohnungsgröße folgende Referenzwerte siehe der nächsten Tabelle, wobei es so gut wie keine Rolle spielt, ob du den durchschnittlichen Gasverbrauch für dich allein oder mehrere Personen schätzt. Die angegebene Personenzahl ist deshalb nur grob zur Verdeutlichung der jeweiligen Wohnungsgröße zugeordnet. Der Wert von 114 kWh/m² basiert auf Durchschnittsdaten für Wohnungen und eignet sich vor allem als Orientierung.
| Wohnungsgröße | Wohnungsgröße | Jahresverbrauch |
|---|---|---|
| 30 m² | 1 Person | ca. 3.420 kWh |
| 50 m² | 1 Person | ca. 5.700 kWh |
| 100 m² | ca. 2 Personen | ca. 11.400 kWh |
| 150 m² | ca. 3 Personen | ca. 17.100 kWh |
| 180 m² | ca. 4 Personen | ca. 20.520 kWh |
Quelle: Eigene Darstellung auf Basis von Durchschnittswerten aus dem Heizspiegel Deutschland 114 kWh pro pro m² und Jahr, inklusive Warmwasser.
Da sich der Referenzwert von 114 pro pro m² auf eine 70-m² -Wohnung bezieht, ist es sinnvoll, auch andere Referenzewerte zu berücksichtigen. Oft werden 140 kWh/ m² bis 150 kWh/ m² als sichere, konservative Richtwerte genutzt, weil sie für Altbauten oder Einfamilienhäuser realistischer sind. Daraus ergeben sich höhere Jahresverbräuche.
| Wohnungsgröße | Personenanzahl | Jahresverbrauch (140–150 kWh/m²) |
|---|---|---|
| 30 m² | 1 Person | ca. 4.200 bis 4.500 kWh |
| 50 m² | 1 Person | ca. 7.000 bis 7.500 kWh |
| 100 m² | ca. 2 Personen | ca. 14.000 bis 15.000 kWh |
| 150 m² | ca. 3 Personen | ca. 21.000 bis 22.500 kWh |
| 180 m² | ca. 4 Personen | ca. 25.200 bis 27.000 kWh |
Gasverbrauch berechnen: So findest du deinen Gasverbrauch heraus.
Warum sollte man seinen Gasverbrauch berechnen, er steht doch auf der Rechnung drauf? Manchmal ist es eben hilfreich, den Gasverbrauch im Voraus grob einschätzen zu können, zum Beispiel wenn man in eine neue Wohnung oder Haus zieht. Beispiel: Ziehst du in eine 70 Quadratmeter große Wohnung, veranschlagst du den Jahresverbrauch, indem du die Quadratmeterzahl mit dem geschätzten Verbrauch pro Quadratmeter multiplizierst, zum Beispiel:
70 m² x 140 kWh = 9.800 kWh.
In der Realität wird der Verbrauch vom ermittelten Verbrauch abweichen, weil Faktoren wie etwa die Anzahl der Personen, die Art der Dämmung, die Lage den echten Wert stark beeinflussen. Ältere Häuser sind oft schlechter gedämmt und schlucken deshalb mehr Gas als moderne Gebäude. Einfamilienhäuser brauchen bei gleicher Wohnfläche meist etwas mehr Energie als Wohnungen im Mehrfamilienhaus. Und: Weniger Personen im Haushalt heißt nicht automatisch, dass auch deutlich weniger verbraucht wird.
Gasverbrauch am Gaszähler ablesen.
Ebenso kannst du im Abrechnungszeitraum besser einschätzen, ob du deinen Gasverbrauch senkst, oder ob er steigt, zum Beispiel indem du deinen Gasverbrauch ein Mal pro Monat selbst am Zähler abliest und immer den letzten Wert (Vormonat) vom aktuellen Wert (aktueller Monat) abziehst: die Differenz sind deine tatsächlich genutzten m³ Gas.
Gasverbrauch: Kubikmeter in kWh umrechnen.
Auf deinem Zähler wird dein Gasverbrauch in Kubikmetern angegeben, auf der Rechnung steht er aber in kWh. Der Gaszähler zeigt den Verbrauch in Kubikmetern (m³) an, weil er nur misst, wie viel Gas durch die Leitung fließt. Für die Abrechnung wird dieser Wert in Kilowattstunden umgerechnet, denn bezahlt wird nicht die Gasmenge, sondern die Energie, die beim Heizen daraus entsteht. So wird berücksichtigt, wie viel Wärme das Gas tatsächlich liefert. Der kWh‑Verbrauch hängt davon ab, wie warm und wie lange du heizt. Je höher die Raumtemperatur und je länger du heizt, desto mehr Energie verbrauchst du – und desto höher ist der kWh‑Wert auf der Rechnung.
- m³ beschreibt, wie viel Gas durch die Leitung durchgeflossen
- kWh beschreibt, wie viel Heizleistung du daraus gemacht hast.
Umrechnungsformel: Kubikmeter in kWh umrechnen.
Du rechnest deinen Gasverbrauch von Kubikmetern (m³) in kWh um, indem du den Verbrauch in Kubikmetern mit der Zustandzahl und dem Brennwert multiplizierst.
Gasverbrauch in Kilowattstunden = Verbrauch in Kubikmetern x Zustandszahl x Brennwert.
Den Verbrauch in Kubikmetern liest du vom Zähler ab, die Zustandszahl und der Brennwert stehen auf deiner letzten Gasrechnung. Hast du die Rechnung gerade nicht parat und kennst daher weder Zustandszahl noch Brennwert, kannst du alternativ als Schätzfaktor den Faktor 10 nehmen: 1 m³ Gas entspricht grob 10 kWh Leistung. Die Formel lautet dann:
Gasverbrauch in m³ x Umrechnungsfaktor = Verbrauchswert in kWh.
So findest du deine Gaszählernummer heraus.
Wenn du zum ersten Mal deinen Gaszähler ablesen willst: Er ist über die Zählernummer deiner Wohneinheit eindeutig zugeordnet. Deine Zählernummer steht auch auf deiner letzten Gasrechnung. Am Zähler steht diese Nummer entweder unter oder über dem Strichcode (siehe Bild). Dein Gaszähler befindet sich typischerweise im Keller, in deiner Wohnung, im Treppenhaus oder im Zählerraum.
Warum ist mein Gasverbrauch gestiegen – oder gesunken?
Ist dein Gasverbrauch gestiegen, gibt es meistens nicht den einen Grund. Natürlich hat deinen persönliches Heizverhalten einen hohen Einfluss auf deinen Gasverbrauch, und doch muss ein hoher Gasverbrauch nicht unbedingt deine "Schuld" sein. Häufig spielen äußere und bauliche Faktoren eine Rolle:
- Kältere Witterung: War der Winter länger oder kälter als im Vorjahr, wird automatisch mehr geheizt – selbst bei gleichem Verhalten.
- Gebäudeform und Lage: Wohnungen mit vielen Außenflächen, etwa Dach oder Eckwohnungen, verlieren mehr Wärme. Gleiches gilt für freistehende Häuser.
- Veränderte Nutzung: Mehr Zeit zu Hause, zusätzliche beheizte Räume oder eine höhere Raumtemperatur schlagen sich direkt im Verbrauch nieder.
- Möblierung: Stehen Möbel vor Heizkörpern, verteilt sich die Wärme schlechter – die Heizung läuft länger, obwohl es nicht richtig warm wird.
- Abrechnungseffekte: Auch ein geänderter Brennwert oder eine andere Zustandszahl können dazu führen, dass aus der gleichen Gasmenge mehr Kilowattstunden berechnet werden.
- Zustand des Gebäudes: Schlechte Dämmung, ältere Fenster oder eine veraltete Heizungsanlage erhöhen den Wärmebedarf. Wie stark der Einfluss der Baustandads auf die Heizkosten ist, zeigt die nächste Tabelle. Heizen in einem Gebäude aus dem Jahr 2002 kostet fast die Hälfte weniger als in einem Gebäude, das vor 50 Jahren gebaut wurde.
Heizkosten für eine 70-m²-Wohnung je Baualter.
| Baujahr | Kosten pro Jahr |
|---|---|
| bis 1977 | ca. 1.115 Euro |
| 1978 bis 1983 | ca. 1.055 Euro |
| 1984 bis 1994 | ca. 975 Euro |
| 1995 bis 2001 | ca. 810 Euro |
| ab 2002 | ca. 665 Euro |
* Quelle: Heizspiegel 2025.
Wie kann ich meinen Gasverbrauch senken?
Ist der Gasverbrauch im letzten Abrechnungszeitraum gestiegen, gibt es viele Wege, um gegenzusteuern.
1. Raumtemperatur bewusst senken.
Die Raumtemperatur hat den größten Einfluss auf den Gasverbrauch. Schon ein Grad weniger macht einen spürbaren Unterschied. In Wohnräumen reichen meist 19 bis 20 Grad, im Schlafzimmer oft sogar 17 bis 18 Grad. Alles darüber erhöht den Heizbedarf deutlich – oft, ohne den Komfort wirklich zu steigern.
2. Gleichmäßig heizen statt ständig aufdrehen.
Die Heizung ständig hoch- und wieder runterzudrehen kostet mehr Energie, als viele denken. Effizienter ist es, die Räume gleichmäßig auf einem moderaten Niveau zu halten. Bei längerer Abwesenheit oder nachts sollte die Heizung heruntergeregelt, aber nicht komplett ausgeschaltet werden.
3. Richtig lüften spart Energie.
Frische Luft ist wichtig, sollte aber gezielt hereingelassen werden. Ideal ist mehrmals täglich kurzes Stoßlüften mit weit geöffneten Fenstern. Dauerhaft gekippte Fenster lassen viel Wärme entweichen, ohne ausreichend zu lüften – das treibt den Gasverbrauch unnötig in die Höhe.
4. Heizkörper nicht zustellen.
Heizkörper brauchen Platz, um ihre Wärme gut im Raum zu verteilen. Werden sie durch Möbel, Vorhänge oder Verkleidungen verdeckt, staut sich die Wärme. Die Heizung läuft dann länger, um die gewünschte Temperatur zu erreichen – und verbraucht mehr Gas.
5. Heizkörper regelmäßig entlüften.
Gluckernde Heizkörper sind ein Zeichen für Luft im System. Diese verhindert, dass sich der Heizkörper gleichmäßig erwärmt. Durch einfaches Entlüften arbeitet die Heizung wieder effizienter, wird schneller warm und verbraucht weniger Gas.
6. Undichte Fenster und Türen abdichten.
Kalte Zugluft erhöht den Heizbedarf deutlich. Schon kleine Spalten an Fenstern oder Türen können dafür sorgen, dass ständig neue kalte Luft nachströmt. Dichtungsleisten oder Zugluftstopper sind günstig, schnell angebracht und können den Wärmeverlust deutlich reduzieren.
7. Warmwasser sparsam nutzen.
Auch Warmwasser wird häufig mit Gas erzeugt – und macht einen nicht zu unterschätzenden Teil des Verbrauchs aus. Kürzeres Duschen, eine niedrigere Warmwassertemperatur oder ein Sparduschkopf helfen, ohne Komfortverlust Gas zu sparen.
8. Heizzeiten an den Alltag anpassen.
Moderne Thermostate oder Heizungssteuerungen erlauben es, Heizzeiten genau einzustellen. Wer tagsüber außer Haus ist oder nachts schläft, kann die Heizung automatisch absenken lassen. So wird nur dann geheizt, wenn die Wärme tatsächlich gebraucht wird.
9. Heizungsanlage warten lassen.
Eine regelmäßig gewartete Heizung arbeitet effizienter und verbraucht weniger Gas. Kleine Einstellungen oder technische Probleme können sonst dafür sorgen, dass unnötig viel Energie verloren geht. Eine Wartung zahlt sich oft schon im nächsten Winter aus.
Mit Ökogas CO2 senken.
Denk bei deinem Gasverbrauch ans Klima. Fossiles Erdgas verursacht sehr viel CO2. Laut Heizspiegel verursacht eine 70-m²-Wohnung im Jahr durchschnittlich 2 Tonnen CO2. Mit der Umstellung auf echtes Ökogas lässt sich der CO2-Ausstoß deutlich reduzieren. Gleichzeitig unterstützt du mit Ökogas die Energiewende Wärmemarkt. Wirklich nachhaltig erzeugtes Ökogas gibt's bei uns, Polarstern. Unser Wirklich Ökogas wird ausschließlich aus Rest- und Abfallstoffen oder pflanzliche Ressourcen erzeugt. Jede Kilowattstunde unterstützt den Ausbau der erneuerbaren Energien und senkt Emissionen, und jede:r Kund:in unterstützt auch die Energiewende in Kambodscha und Madagaskar. In Kombination mit Ökostrom kannst du deinen CO2-Fußbadruck sogar um rund ein Viertel reduzieren. Und das Beste: Wirklich Ökogas kostet oft nicht mehr als gewöhnliches Erdgas.











