

Stromverbrauch messen: 5 einfache Wege - und hab ich einen zu hohen Stromverbrauch?
Wie viel Strom zieht der Kühlschrank? Und ist der Stromverbrauch insgesamt zu hoch? Berechtigte Fragen. Um sie zu beantworten, musst du kein:e Expert:in sein – jede:r kann seinen Stromverbrauch messen und verstehen. Mit diesen einfachen Mitteln.
Wenn der Kühlschrank röhrt, die Spülmaschine jault und die Kaffeemaschine zischt, poppt sie manchmal auf die Frage, ob die Geräte zu viel Strom ziehen; ob sie die Stromkosten in die Höhe treiben oder ausgetauscht werden müssen. Zum Glück hast du mehrere Möglichkeiten, das herauszufinden.
1. Stromverbrauch von Geräten mit smarten Steckern testen.
Smarte Stecker oder WLAN-Steckdosen bieten eine einfache Möglichkeit, Geräte mit hohem Stromverbrauch zu identifizieren. Sie lassen sich per App oder Sprachsteuerung ein- und ausschalten – oft auch unabhängig von einem kompletten Smart-Home-System. Viele Modelle zeigen zusätzlich den Stromverbrauch von Geräten in Echtzeit und über längere Zeiträume an. Wer erst einmal weiß, wie viel Strom einzelne Geräte wirklich verbrauchen, wird automatisch bewusster mit ihnen umgehen – und auf lange Sicht Strom sparen.
Preis und Qualität von smarten Steckern.
Smarte Stecker gibt es schon ab 10 Euro, wirklich gute kosten um die 60. Wenn du dir einen Stecker zulegst, solltest du auf ein paar Dinge achten:
Darauf musst du bei smarten Steckern achten.
- Kompatibilität: Der smarte Stecker sollte mit deinem Smartphone (Android/iOS) und gegebenenfalls mit deinem Smart-Home-System kompatibel sein. Viele moderne Modelle unterstützen auch Standards wie Zigbee, Z-Wave oder Matter.
- Maximalleistung: Die Maximalleistung des Steckers (in Ampere) muss für die elektronischen Geräte reichen. Je leistungsstärker das Gerät ist, desto höher muss auch die Maximalleistung des smarten Steckers sein.
- Plug & Play: Der smarte Stecker sollte auch ohne Smart-Home-System auskommen, wenn du keins nutzt. Dass er "solo" funktioniert, erkennst du zum Beispiel am Etikett Plug & Play auf der Packung.
- Gerätebetrieb: Smarte Steckdosen können fast alle Geräte steuern, auch wenn sie im Standby-Modus sind. Einige Geräte benötigen allerdings Strom, um Signale zu empfangen.
- Zusatzfunktionen: Viele Stecker bieten Timer, Zeitpläne, automatische Abschaltung oder die Integration in Automatisierungen wie IFTTT – das erhöht den Komfort und spart zusätzlich Strom.

2. Stromverbrauch mit einem Strommessgerät testen.
Wer's genau wissen will, wie viel Strom zum Beispiel ein alter Kühlschrank, eine Spülmaschine, ein Herd oder ein Gaming-PC wirklich an Strom zieht, kann dies auch mit einem Strommessgerät herausfinden. Wobei man da unterscheiden muss: Es gibt Strommessgeräte, die die Stromstärke messen und solche, die den Verbrauch und die Kosten ermitteln. Man spricht deshalb auch von einem Energiekostenmessgerät. Um so ein Gerät geht es hier.
Um ein Strommessgerät zu nutzen, muss man kein:e Expert:in sein: Es wird als Zwischenstecker zwischen Steckdose und Gerät gesteckt – ähnlich wie ein smarter Stecker. Typischerweise erfährst du mit einem Strommessgerät
- den Stromverbrauch in kWh
- die Stromkosten (nach Eingabe des eigenen kWh-Preises)
- die Leistungsaufnahme in Watt – sowohl augenblicklich als auch maximal
- die Spannung (Volt), den CO2-Ausstoß oder die Temperatur (je nach Modell).
So ermittelst du die Stromkosten von Geräten.
Die Stromkosten von Kühlschränken, Öfen und anderen Geräten ermittelst du, indem du (d)einen Strompreis in das Strommessgerät eingibst. Deinen Strompreis in kWh findest du auf deiner letzten Stromrechnung. Die Ergebnisse deiner Messungen mit einem Strommessgerät findest du in der Regel in einer dazugehörigen App. Manche Strommessgeräte speichern die Daten auch auf einer SD-Karte.
Strommessgerät ausleihen.
So einen Stromverbrauchsmesser kann man sich übrigens auch ausleihen, zum Beispiel bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale. Manche Landesregierungen wie Bayern geben auch Listen mit Ausleihmöglichkeiten für Strommessgeräte heraus. Und zur Not: Energiekostenmessgeräte kosten nicht die Welt. Manche gibt es schon um die 15 Euro, smarte Geräte mit App und WLAN kosten in der Regel zwischen 30 und 60 Euro.
Senk nicht nur deine Stromkosten, sondern auch dein CO2. Mit einem Wechsel zu echter Ökoenergie geht das ganz leicht.
3. Stromverbrauch mit einem Smart Meter prüfen.
Smart Meter sind intelligente Stromzähler, die mit dem Internet verbunden sind und in Echtzeit exakte Stromverbrauchswerte an den Energieversorger übermitteln. Das erlaubt eine viel genauere Abrechnung des Stromverbrauchs und macht dynamische Stromtarife möglich. Smart Meter messen den Stromverbrauch des gesamten Haushalts, lassen aber durch zusätzliche Analysen auch Rückschlüsse auf den Stromverbrauch einzelner Geräte zu.
Über Apps oder Webportale siehst du etwa, wie die Verbrauchskurve nach oben schnellt, wenn du die Waschmaschine startest oder den Backofen anmachst. Eine gleichmäßige hohe Linie kann auf einen übermäßigen Standby-Betrieb hinweisen. Smart Meter helfen so, unnötige Verbräuche sichtbar zu machen, weshalb die Installation eines Smart Meters oftmals der Beginn eines bewussteren Strombetriebs ist.
Sparen Haushalte mit einem Smart Meter Stromkosten?
Mit dem Wissen über den Stromverbrauch sparen typische 4-Personen-Haushalte nach Einbau eines Smart Meters laut co2online 60 bis 150 Euro im Jahr. Die tatsächliche Ersparnis hängt jedoch von vielen Faktoren ab, etwa vom Stromtarif, dem Umgang mit Strom und ob ein neuer Zählerschrank eingebaut werden muss.
Smart Meter sind teilweise schon Pflicht.
Und zwar für Haushalte, die:
- mehr als 6.000 Kilowattstunden Strom im Jahr verbrauchen.
- eine PV-Anlage mit einer Leistung ab 7-kW-Peak nutzen.
- einen großen Verbraucher wie etwa eine Wärmepumpe als "steuerbare Verbrauchseinrichtung" nutzen.
Seit Anfang 2025 können alle andere Haushalte Smart Meter nutzen – müssen aber nicht. Wie hoch die Ersparnis ist, hängt von mehreren Kostenfaktoren ab. Zum Beispiel, ob ein neuer Zählerschrank eingebaut werden muss. Haushalte, die ihren Strom mit einer PV-Anlage selbst erzeugen, erhalten von den Wechselrichterherstellern in der Regel ebenso Komponenten zur Datenvisualisierung. Der Gesamtstromverbrauch ist so immer sichtbar, aber nicht unbedingt der Verbrauch von einzelnen Geräten.
Mehr über Smart Meter4. Stromverbrauch mit Apps testen.
Eine meist kostenlose Alternative für die Strommessung sind Stromspar-Apps. Sie helfen, den Stromverbrauch dauerhaft zu überblicken und zu senken. Indem man die Apps mit Wattzahlen und Betriebszeiten füttert, lassen sich Stromverbräuche und Stromkosten von Einzelgeräten und Wohnbereichen ermitteln. Wer regelmäßig Zählerstände in die App einträgt, sieht bald im Zeitverlauf, ob der Stromverbrauch sinkt, stagniert oder steigt. Die meisten Apps gibt es für iOS und Android. Diese hier haben wir selbst getestet:
- EnergieCheck.
- Energy Tracker.
- Energieverbrauchs-Analysator.
- Energiekosten-Rechner.
- Stromkosten-Rechner.
Eine der hilfreichsten Apps ist unserer Ansicht nach der EnergieCheck von co2online. Bei der App kannst du dein eigenes Energiesparkonto anlegen und auch den Energieverbrauch anderer Lebensbereiche, zum Beispiel den Wärmeverbrauch oder die Mobilität erfassen. Der Energieverbrauch wird im Zeitverlauf per Diagramm, Tabelle oder Kurve angezeigt, ebenso die Strom- und CO2-Ersparnis. Bei erstmaliger Nutzung fragt dich die App nach deiner Wohnsituation. So kann sie deinen Energieverbrauch mit ähnlichen Haushalten vergleichen, und du weißt, ob du schon Klimaschutzprofi bist oder noch was zu tun hast. Laut co2online sparen Besitzer eines Energiesparkontos mehr als doppelt so viel Energie wie der Bundesdurchschnitt – wobei hier besonders motivierte Haushalte berücksichtigt wurden.
Zu unserem App-TestWieso du mit Stromsparen allen hilfst.
Nur wenn du deinen eigenen Stromverbrauch kennst, weißt du, wie viel Strom du sparen kannst. Neben der Kostenersparnis darfst du den noch viel größeren Gewinn nicht vergessen: Energieeffizienz ist ein ganz wichtiger Pfeiler der Energiewende. Unser Ziel ist ja, unseren Strombedarf mit Ökostrom zu decken. Den kann man aber nicht einfach so herzaubern. Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien ist es daher wichtig, dass wir mit weniger Strom auskommen. Dahinter steht kein Verzicht, sondern das Lernen, dass es auch mit weniger geht. Dafür gibt es viele Wege. Zum Beispiel unsere Tipps zum Strom sparen, Heizenergie sparen und Warmwasser sparen.
Und natürlich bleibt der Bezug von wirklich nachhaltig erzeugtem Ökostrom essenziell. So verursachst du mit deinem Stromverbrauch kein CO2 und reduzierst deinen CO2-Fußabdruck um ein richtig großes Stück.
Ökostrom-Tarife anzeigen.
5. Die Kombination macht's.
Am effektivsten ist oft die Kombination verschiedener Messmethoden: Ein Smart Meter liefert den Überblick über den Gesamtstromverbrauch des Haushalts, während smarte Steckdosen gezielt einzelne Geräte überwachen und so Verbrauchsspitzen sichtbar machen. Apps ergänzen das Bild, indem sie die Daten aufbereiten, Kosten und CO2-Emissionen anzeigen und Vergleiche mit ähnlichen Haushalten ermöglichen. Zusammen geben diese Tools ein vollständiges Bild des Stromverbrauchs, machen ineffiziente Geräte und unnötige Verbräuche sichtbar und helfen, Stromkosten und CO2-Emissionen zu senken.
Wie viel Strom ist zu viel?
Den Stromverbrauch kennenlernen ist das eine. Das andere ist, einzuschätzen, ob das jetzt nun viel oder wenig ist. Ob dein Stromverbrauch zu hoch ist, kannst du mithilfe deiner Jahresstromrechnung und dem Stromspiegel überprüfen. Dazu musst du einfach nur deinen Stromverbrauch von deiner Jahresstromrechnung ablesen und mit den Werten des Stromspiegels vergleichen. Im Stromspiegel sind die Verbrauchsdaten aller Haushaltsgrößen nach Verbrauchsklassen zusammengefasst. Die Tabelle zeigt, wie viel Kilowattstunden Haushalte mit 1 bis 5 Personen im Haushalt bestenfalls verbrauchen sollten.
Tabelle: Stromverbrauch nach Haushhaltsgrößen.
Liegt dein Stromverbrauch im grünen Bereich? Dann gehst du schon sehr bewusst mit Strom um. Mit gelb liegst du im Durchschnitt, kannst aber jede Menge Strom sparen. Rot heißt: Tu was! Laut Energieberatung co2online können beispielsweise 2-Personen-Haushalte im Schnitt 280 Euro pro Jahr sparen. Wie? Zum Beispiel mit gezielten Stromspartipps.
Hier sind 99 Energiespartipps!Auch mit der Wahl deines Stromtarifs kannst du deine Stromkosten senken. Mit einem Komforttarif etwa profitierst du von einer Preisgarantie. Probier' unseren Tarifrechner.