Smartphone App

Der Begriff „Smart Home“ liefert bei Google über 3 Milliarden Ergebnisse. An smarten Angeboten mangelt es also nicht. Und am Willen, damit Energie zu sparen, auch nicht. Zumindest sagen das Studien des Digitalverbands Bitkom zu den Gründen für den Einsatz smarter Geräte. Aber hilft Smart Home tatsächlich beim Energiesparen oder ist es eher eine nette Spielerei? Wir haben uns angeschaut, welche Smart-Home-Geräte es für die verschiedenen Räume gibt und wie viel Energie sich mit Smart-Home-Geräten wirklich sparen lässt.

von Tabatha

 

Die große Frage: Spart Smart Home automatisch Energie?

Wenn dir ein Freund sein neues smartes Gerät zeigt, was erwartest du? Insgeheim bestimmt ein kleines Spektakel mit überraschenden und coolen Funktionen, die ein bisschen „Zurück in die Zukunft 2“-Feeling wecken.

Smarte Geräte, die automatisiert Dinge regeln, auf deine Stimme reagieren oder sogar auf deine Bewegung oder Mimik – das ist schon spooky und eindrucksvoll zugleich. Oft nehmen sie über Sensoren Dinge wahr, die du gar nicht merkst. In der Cloud kombinieren sie diese mit jeder Menge Daten aus verschiedenen Quellen – mehr als du überblicken kannst –, um so Aufgaben noch besser zu lösen. Auch wenn sie schneller Dinge erfassen und Informationen kombinieren können als du es vermagst, bedeutet das nicht automatisch, dass sie auch besser Energie sparen.

>>> In drei Schritten sinnvoll ins Smart Home starten.

Wir sehen das so: Ein WIRKLICH smartes Gerät ist eines, das uns durch digitale Technik dabei unterstützt, möglichst effizient zu leben. Sprich möglichst wenig Ressourcen und Energie zu verbrauchen und auch Handlungen komfortabler zu machen. Gemäß dieser Definition ist vieles im Smart Home am Ende wenig smart.

Macht smarte Geräte auch grün: Wirklich Ökostrom von Polarstern.

Im Smart Home ist Vorsicht geboten: Oft sind smarte Geräte eine richtige Energiesparfalle. Denn durch den ständigen vernetzten Bereitschaftsbetrieb ziehen sie häufig im ausgeschalteten Zustand Strom – die ganze Zeit!

Eine Studie des Digitalverbands Bitkom zeigt, welche Ansprüche wir an ein Smart Home haben. Unter den Top drei: Energie sparen. Vor allem bei der Lichtsteuerung setzen immer mehr Menschen auf smarte Lösungen. Doch gerade in diesem Bereich kommt durch smarte Geräte sogar ein höherer Verbrauch zustande.

Also was ist wirklich die beste Methode, um mit Smart Home Energie zu sparen? Wir haben dir die Recherche abgenommen, uns für jeden Raum im Haus die smarten Optionen angesehen und geschaut, welche davon WIRKLICH Energie sparen können.

 

Von Küche bis Wohnzimmer: Welche smarten Geräte wirklich was bringen.

Smart-Home-Geräte gibt es heute für jeden Haushaltsbereich. Unsere Erfahrung ist nur leider: Wirklich smarte Geräte sind die Stecknadel im Heuhaufen.

 

1. Smart Home in der Küche.

Keine Frage: Die Küche ist zweifellos der Raum, für den es potenziell die meisten smarten Geräte gibt. Bei der smarten Kaffeemaschine bestellst du zum Beispiel schon vom Bett aus deinen morgendlichen Latte Macchiato per App. Die Einstellungen für den Lieblingskaffee können für verschiedene Nutzer individuell gespeichert werden, sodass jeder seine liebste Kaffeespezialität bekommt. Nett. Aber eben nicht energiesparend.

Eine smarte Spülmaschine, die man auch per App anschalten kann, wird maximal ferngesteuert und erspart vielleicht das Aufstehen vom Sofa – befüllen musst du sie natürlich nach wie vor. Wirklich Energie sparen tust du vor allem in Verbindung mit einer PV-Anlage. Manch eine smarte Spülmaschine kann sich automatisch einschalten, sobald genug Solarstrom verfügbar ist und diesen dann für den Spülvorgang nutzen. Andere Features, wie etwa die Auswahl der Lichtfarbe, sind hingegen eine Spielerei, die dir wohl kaum beim Reduzieren deines Energieverbrauchs hilft.

Auch dein Kühlschrank kann intelligent sein: Ein smarter Kühlschrank zeigt dir beispielsweise per Foto, was du noch vorrätig hast und kann sogar Rezepte vorschlagen. Vielleicht ganz praktisch, doch eben keine große Hilfe beim Energiesparen. Auch, dass ein smarter Kühlschrank dich wissen lässt, wenn die Tür offensteht, bringt in der Praxis wenig. Denn seien wir mal ehrlich: Wie oft lässt du die Kühlschranktür unbemerkt offen? Und piepst das Ding dann nicht sowieso?

Das Rezept direkt an den smarten Backofen schicken, der die Einstellungen entsprechend regelt oder ihn per Sprachsteuerung bedienen? Witzig und bequem. Ihn im Zweifel von unterwegs ausschalten zu können? Praktisch, geht aber auch mit einem Timer. Ein smarter Backofen spart dir also vielleicht Zeit fürs richtige Einstellen, aber keine Energie.

>>> Was hilft denn dann beim Energiesparen? Hier geht´s zu unseren Stromspartipps für die Küche.

 

2. Smart Home im Waschraum.

Smarte Waschmaschinen werden aktuell viel beworben. Sie können automatisch den Waschgang starten und ermitteln beispielsweise mit Sensoren die richtige Menge Waschmittel und Wasser. Das ist auf alle Fälle ressourcenschonend. Energiesparend können sie sein, wenn du sonst eher zu heiß gewaschen hast und die smarte Waschmaschine den Verschmutzungsgrad erkennt und im Zweifel auch mal kühler wäscht, wenn’s weniger dreckig ist.

Eine super Kombi für Eigenheimbesitzer ist – wie schon bei Spülmaschinen – die Verbindung mit einer Photovoltaikanlage. So kann die smarte Waschmaschine beispielsweise automatisch angeschaltet werden, wenn genug kostengünstiger PV-Strom verfügbar ist.

>>> Mehr über die Kombination von Photovoltaik und Smart Home.

Auch smarte Trockner gibt es inzwischen. Die können nicht nur automatisch gesteuert werden, sondern “bügeln” teilweise sogar die Wäsche, indem Wasser auf die Kleidung gesprüht wird, welches durch die Trocknungsluft erwärmt wird. Der entstandene Dampf glättet die Kleidung. Damit sparst du dir in Zukunft vielleicht sogar das Bügeleisen. Das kann im Zweifel dann schon Energie sparen.

Ein smarter Staubsaugerroboter macht seinen Job ganz allein. Er scannt seine Umgebung und kann so auf bestimmte Räume oder Zonen begrenzt werden. Kostet das viel Strom? Nein. Im Vergleich zum herkömmlichen Staubsauger kannst du mit einem Staubsaugerroboter sogar Energie sparen. Obwohl er deutlich länger in Betrieb ist (etwa 2 Stunden pro Tag), kommt ein Saugroboter mit 45 Watt pro Jahr auf einen Stromverbrauch von knapp 16 Kilowattstunden. Bei einer Stunde Staubsaugen pro Woche mit einem herkömmlichen Hand-Staubsauger mit 1.500 Watt sind es hingegen ca. 78 Kilowattstunden jährlich. Das ist beinahe 5-Mal so viel!

>>> Wie können Mieter ihre Wohnung smarter machen? Die Antwort gibt´s hier.

 

3. Smart Home im Wohnzimmer.

Im Wohnzimmer spielt vor allem smarte Unterhaltungselektronik eine Rolle. Beispielsweise können smarte Lautsprecher integriert werden, die über das WLAN mit dem Smartphone verbunden werden und eine kabellose Steuerung ermöglichen. Bequem, aber keine Stromspar-Maßnahme.

>>> Tipps zum Strom sparen findest du hier.

Super beliebt: Smart TVs. Sie haben den Vorteil, dass du von Netflix bis YouTube alles auf deinem Fernseher gucken kannst. Auch die Übertragung deines Smartphone-Bildschirms geht so ganz leicht. Energie sparen solche intelligenten Fernseher allerdings nicht – zumal auch der Bildschirm deutlich größer ist als der deines iPads oder Laptops.

Ähnlich sieht es auch mit smarten Fernbedienungen aus. Sie haben den Vorteil, dass sie sämtliche Geräte steuern können, was den Griff zu gefühlt zehn verschiedenen Fernbedienungen erübrigt. Auch der Abstand zum TV ist durch die Steuerung per WLAN nicht mehr begrenzt. Der Strombedarf einer Fernbedienung ist jedoch gering. Vermutlich kannst du dich gar nicht erinnern, wann du das letzte Mal die Batterien der Fernbedienung ausgetauscht hast.

>>> Mehr über den Stromverbrauch von Unterhaltungselektronik erfahren.

Die Beleuchtung ist laut Umfragen für viele der beliebteste Bereich für erste Investitionen ins Smart Home. Bei einer Smart-Home-Lichtsteuerung reagieren Lampen etwa auf Helligkeit und auf Bewegungen im Raum. Ist niemand zuhause, schaltet sich eine smarte Lampe von alleine aus. Aber während eine normale LED-Leuchte lediglich 7 Watt verbraucht, kommt die smarte Philips Hue im angeschalteten Zustand beispielsweise auf 8,5 Wattstunden und weitere 0,4 Wattstunden im ausgeschalteten „Bereitschaftsdienst“ – und in dem verweilt sie quasi immer, wenn sie nicht an ist. Sie zieht also andauernd Strom. Bei einer einzelnen Lampe macht das nicht viel aus. Es beläuft sich jährlich nur auf etwa einen Euro mehr. Je mehr solche smarten Lampen du allerdings nutzt, desto mehr fällt der zusätzliche Verbrauch ins Gewicht. Energiesparend ist das nicht gerade.

>>> Energieeffizienz als Stromfresser? Vorsicht vor dem Rebound-Effekt.

Smarte Stecker können dir helfen, Energie zu sparen. Sie zeigen dir Stromspar-Potenziale im Haushalt, wenn sie den Energieverbrauch erfassen und ihn dir ausgeben, etwa in einer App. Vor allem aber machen sie ganz einfach alte Geräte “smarter” und verhindern so oftmals den Kauf eines komplett neuen Gerätes. Schließlich werden sie über den smarten Stecker steuerbar. Mehr als ein- und ausschalten über eine App oder vernetzte Szenen ist allerdings nicht möglich. Bei letzterem kann man manchmal Ereignisse voneinander abhängig machen. So kann man einstellen: Wenn ich das digitale Türschloss öffne, erhält die alte Stehlampe – ein Erbstück meiner Oma – über ihren smarten Stecker das Signal, anzugehen.

>>> Mehr über smarte Stecker erfahren.

 

4. Smart Home im Garten.

Eine smarte Beleuchtung gibt es auch für draußen – meistens basierend auf energiesparenden LEDs, die mit Bewegungssensoren ausgestattet sind. Klassische Bewegungsmelder gibt es schon länger. Auch Lampen mit Helligkeitssensoren sind etabliert und nicht im engeren Sinne smart. Wenn du sie mit dem Handy steuern kannst, ist das schon smarter. Das kann bequem sein, aber nicht unbedingt energiesparend.

Rasenmähen gehört für viele zu den lästigen Pflichten, wenn sie einen eigenen Garten haben. Da ist ein smarter Mähroboter ein willkommener Helfer. Verglichen mit herkömmlichen Benzin-Rasenmähern spart er sogar CO2. Und auch der zusätzliche Stromverbrauch hält sich zum Glück in Grenzen: Ein sparsamer Mähroboter liegt bei ca. 24 Kilowattstunden im Jahr; das sind rund 7 Euro.

Mithilfe einer smarten Bewässerung kannst du deine Pflanzen vor deiner eigenen Nachlässigkeit oder deinem Übermut schützen. Abhängig von den gemessenen Werten für Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Co. wird eine optimale und wassersparende Bewässerung eingestellt. Das kostet natürlich mehr Strom, als wenn du einfach selbst zur Gießkanne greifst. Im Zweifel musst du aber auch weniger Pflanzen nachkaufen.

>>> Weitere Infos zu Smart Home Geräte im Garten.

 

5. Zwei Smart-Home-Lösungen, die in fast jedem Raum Energie sparen.

Smarte Rollläden funktionieren mit Zeitschaltuhren, per Funk und dank Temperatursensoren. Einmal richtig eingestellt fahren sie automatisch hoch und runter, um die ideale Temperatur im Raum zu halten. Das kann nicht nur bedeuten, dass du morgens mit angenehmen Sonnenstrahlen aufwachst, sondern auch Energiekosten reduzieren. Schließlich trägt eine intelligente Steuerung der Rollläden so zu einer besseren Dämmung bei, was deinen Heiz- und Kühlenergiebedarf reduziert. Zudem unterstützen smarte Rollläden dich bei Unwetter- und Brandschutz.

Zur smarten Heizungssteuerung gibt es ganze Artikel – auch bei uns –, deshalb fassen wir uns kurz: Smarte Thermostate können ein fantastisches Werkzeug zum Energie sparen sein. Laut der Verbraucherzentrale sparst du dir durch „die automatische Absenkung der Raumtemperaturen bei Abwesenheit kombiniert mit dem Wiederaufheizen rechtzeitig vor der Heimkehr“ ganze 2 bis 8 % der Heizkosten. Kommt natürlich auch darauf an, wie sparsam du davor geheizt hast.

>>> Mit diesen Tipps sparst du im Smart Home Energie.

 

Checkliste: Diese 5 Geräte helfen beim Energiesparen.

Du hast gesehen: Nicht alle als „smart“ deklarierten Geräte, sparen auch wirklich Energie. Das hier sind unsere Favoriten:

  1. Smarte Thermostate: Smart Home macht im Bereich Heizen besonders Sinn und kann zu einer Heizkosten-Einsparung von bis zu 8 % führen.
  2. Smarte Rollläden: Sie gleichen hohe und niedrige Außentemperaturen aus, halten also die Zimmertemperatur auf dem gewünschten Niveau und unterstützen so einen bewussten Umgang mit Energie.
  3. Smarte Waschmaschine: In Kombination mit einer PV-Anlage kann sich eine smarte Waschmaschine lohnen. Sie nutzt nämlich automatisch den grünen und günstigen Strom vom Dach.
  4. Smarte Spülmaschine: Auch hier ist der entscheidende Punkt die Kombination mit einer PV-Anlage.
  5. Smarte Saugroboter: Verglichen mit einem herkömmlichen Staubsauger können Saugroboter Energie sparen – und nehmen dir dabei noch echt Arbeit ab. Super Sache!

„Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, mit einem Smart Home Energie zu sparen. Wie hoch die Einsparung ausfällt, lässt sich nicht pauschal beziffern. Dies hängt unter anderem vom individuellen Nutzungsverhalten, der Bausubstanz, der Größe des Gebäudes und der gewählten Smart Home-Ausstattung ab.“ – Verbraucherzentrale

Aber Achtung! Auch bei super energiesparenden Smart-Home-Geräten, lohnt sich der Kauf nicht immer. Mehr Geräte sorgen schnell für einen entsprechend höheren Energieverbrauch. Und wer energiesparende Geräte besitzt, achtet oft nicht mehr so genau auf den Umgang damit. Du solltest dich vor der Anschaffung smarter Geräte zum Energiesparen daher fragen, wie nachhaltig du sie einsetzt.

>>> Alles rund um den „Rebound-Effekt“.

In einer Studie (2018) des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) gemeinsam mit dem Borderstep Institut heißt es: „Allein für die kontinuierliche Vernetzung und Bereitschaft kann auf Ebene der EU ein jährlicher Mehrverbrauch von 70 TWh Strom entstehen; das entspricht etwa der produzierten elektrischen Energie in den deutschen Atomkraftwerken im Jahr 2017. Hierzulande (Anm.: also allein für Deutschland) können sich diese Mehrverbräuche auf 15 TWh summieren.“

Außerdem muss natürlich jedes Gerät erst einmal hergestellt werden und verbraucht dabei auch nochmal eine Menge Ressourcen. Das solltest du dir vor Augen führen, bevor du aus Effizienzgründen etwas Neues anschaffst. Wir haben das Thema genauer unter die Lupe genommen:

>>> Effizienz: Wann sich bei Elektrogeräten der Neukauf lohnt.

 

Ökostrom fürs Smart Home: So wird die Technik nachhaltig.

Zu guter Letzt ist es natürlich entscheidend, mit welchem Strom dein Smart Home betrieben wird. Im Eigenheim setzen immer mehr auf Solarenergie, die direkt auf dem eigenen Dach erzeugt wird. Die Kombination von PV-Stromerzeugung und smarten Geräten kann sogar deinen Autarkiegrad verbessern. Solange du für den Restbedarf Ökostrom benutzt, ist das eine super Sache:

Mehr über Wirklich Eigenstrom von Polarstern erfahren.

Auch in der Mietwohnung kannst du deine energieeffizienten Geräte mit dem richtigen Strom betreiben – zum Beispiel mit Wirklich Ökostrom von Polarstern. Der kommt zu 100 % aus deutscher Wasserkraft und sorgt für den Ausbau erneuerbarer Energien – in Deutschland und in Entwicklungsländern. Finde mehr heraus:

Wirklich Ökostrom kennenlernen.

Ähnliche Beiträge

Mehr Artikel zu den Themen

Ökostrom ist viel günstiger als du denkst!

Wirklich besserer Strom ist keine Rolex. Und sogar meist günstiger als die Grundversorgung.

Weiterempfehlen vervielfacht deine Wirkung!

Und wir bedanken uns mit 20 Euro. Schnapp dir jemanden, der auch zu wirklich besserer Energie wechseln möchte – und ihr bekommt beide 20 Euro auf eure nächste Stromrechnung gutgeschrieben. Gemeinsam verändern wir mehr!

Polarstern weiterempfehlen