Rettet die Bienen! Warum wir das Volksbegehren unterstützen müssen

Das "Volksbegehren Artenvielfalt“ fordert umfassenden Schutz für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. 1 Millionen Unterschriften sind für die Reform des Naturschutzgesetzes nötig. Alle Wahlberechtigten in Bayern können sich vom 31. Januar bis 13. Februar 2019 im Rathaus eintragen. Wir tun es auch! Denn es geht um nichts weniger als die Sicherung unserer eigenen Nahrung. Wirklich. Hier sind die wichtigsten Infos auf einen Blick.


Inhalt:


Wenn uns die Insekten mal wieder das Frühstück vom Teller klauen – lassen wir sie! Ohne die Tiere stünde da erst gar nichts auf dem Tisch. Oder sagen wir: nicht viel. Ein Drittel unserer Nahrung hängt von der Bestäubungsleistung der kleinen Tiere ab, schätzen Experten. Dieses Drittel ist bedroht, denn die Insekten sind bedroht. Die Biene kriegt es noch mal besonders ab: Etwa 20 % der Bienenpopulationen sterben laut Greenpeace jährlich in Europa. In Deutschland liegt die Quote je nach Region bereits bei ca. 30 %, und in China müssen vielerorts Obstbäume von Menschenhand bestäubt werden – so schlimm steht es dort um die Bienen.

 

Ursachen und Folgen des Bienensterbens.

Für das Bienen- und Insektensterben gibt es viele Ursachen und Vermutungen. Als gesichert gilt, dass der Monokulturelle Anbau, der Einsatz von giftigen Insektiziden in der Landwirtschaft und ein aus Asien eingeschleppter Parasit, die Varroamilbe, den Insekten stark zusetzen. Verschwinden die Tiere weiter, sieht es mager aus in den Regalen. Erst letztes Jahr hat eine Supermarktkette mit einer Aktion darauf aufmerksam gemacht: Alle Waren, die von der Bestäubung durch Bienen und Co. abhängig sind, wurden aussortiert – etwa die Hälfte des Sortiments. Nicht nur das meiste Obst war verschwunden, auch Kakao, Kaffee, Senf, Pflanzenöl, Süßigkeiten wie Schokolade und Gummibärchen. Sogar Hygieneartikel, die Pflanzenextrakte enthalten, waren weg. 

 

Was bereits zum Schutz der Bienen passiert.

Das Bienen-SOS wird inzwischen erhört: Immer mehr Bau- und Gartenmärkte nehmen giftige Pflanzenschutzmittel aus dem Sortiment, große Supermarktketten kennzeichnen bienenfreundliche Produkte oder investieren in Blühflächen, und letztes Jahr hat die EU den Einsatz von drei kritischen Insektiziden aus der Familie der Neonikotinoide für den Landbau verboten. Allerdings: nur auf massiven Druck durch die Bevölkerung! Und: Das Verbot gilt nur zwei Jahre. Das heißt, dass man jetzt nicht nachlassen darf und den Druck aufrecht erhalten muss.

 

Die konkreten Ziele des Volksbegehrens.

Der Gesetzentwurf, über den jetzt abgestimmt wird, sieht vor, Biotope zu vernetzen und den Lebensraum der Insekten zu sichern. Denn das Verbot bestimmter Stoffe ist immer nur ein Teilerfolg – es gibt immer eine Vielzahl anderer giftiger Stoffe, die genutzt werden können. Wirkungsvoller ist da eine strukturelle Veränderung, die eine Rückbesinnung auf natürliche Biodiversität in der Landwirtschaft zum Ziel hat. Das sind die konkreten Forderungen der ÖDP, den Grünen in Bayern und dem Landesbund Vogelschutz, die das Volksbegehren auf die Beine gestellt haben:

 

  • Der Ausbau ökologisch bewirtschafteter Flächen von 10 % auf mindestens 20 % in 2025.
  • Umstellung staatlicher Agrar- und Forstflächen auf eine ökologische Bewirtschaftung.
  • Umwandlung von mindestens 10 % der Naturflächen in Blühwiesen.
  • Mehr Wissensvermittlung über die Artenvielfalt für Schüler und angehende Bauern. 
  • Regelmäßige Statusberichte des Landtags zur Artenvielfalt. 
  • Umfangreiches Investitionsprogramm für eine ökologische Landwirtschaft. 

 

Du kannst helfen, dass das alles passiert. Vom 31. Januar bis zum 13. Februar 2019 kannst du dich für das Volksbegehren Artenvielfalt – Rettet die Bienen" in deinem Rathaus eintragen, wenn du seit mindestens drei Monaten in Bayern gemeldet bist.  

>>> Zur Website des Volksbegehrens.

 

Wir unterstützen das Volksbegehren.

Hilf uns, das Gesetz zum Schutz der Bienen auf den Weg zu bringen! Eine Zukunft, in der wir wie in China mit der Pipette über Felder und Wiesen laufen müssen, um die Bestäubung selbst zu übernehmen, will man sich nicht ausmalen. Unterstützen wir lieber den natürlichen Lauf der Dinge! 

Beim Imker: Wenn das Wetter umschwenkt, lieber etwas Abstand halten. Bienen sind friedlich – aber wetterfühlig.

 

So kannst du Bienen helfen.

Wer den Bienenschutz nicht nur der Politik überlassen will, kann privat viel unternehmen:

  • Pflanze, was Bienen lieben! Zum Beispiel Sonnenblumen, Kornblumen oder Kräuter wie Thymian, Minze und Basilikum.
  • Kaufe Lebensmittel aus dem Biolandbau. Giftige Pflanzenschutzmittel, die den Insekten schaden, werden nicht eingesetzt.
  • Kaufe Obst und Gemüse bei Genossenschaften oder Biolebensmittelherstellern, die auf Vielfalt statt Monokultur setzen.
  • Verzichte auf giftige Pestizide im eigenen Garten.
  • Bau oder Kauf ein Bienenhotel für den Garten, um Wildbienen einen Ort zum Nisten zu geben. Auch große Supermarktketten bieten inzwischen Bienenhotels an.
  • Bestelle Ökostrom! Auch die globale Erwärmung setzt den Insekten stark zu. Dabei geht der Wechsel zu sauberer Energie so schnell wie Blumen gießen. Wirklich.
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