Mit einem nachhaltigen Garten schützt du die Natur, schonst Ressourcen und förderst die Artenvielfalt. Wenn Bienen zu deiner Gartenparty kommen, hast du alles richtig gemacht. Mit diesen Tipps gelingt‘s – auch auf dem Balkon.

von Michael

Der Mensch steht nicht so auf die Launen der Natur. Und deshalb treibt er ihr die Laune aus, wo er’s nur kann. Man sieht’s an den ganzen Rasen und Hecken, die oftmals so akkurat geschoren sind, als müssten sie zur Bundeswehr. Dabei haben die Menschen selbst nichts davon, die Natur in Uniformen zu pressen. Wir sind selbst Teil von Ökosystemen. Ohne das Bunte, Wilde und Vielfältige können wir gar nicht existieren. Exemplarisch dafür steht das Insektensterben. Laut Naturschutzbund (NABU) ist die Biomasse der Fluginsekten in den letzten 30 Jahren um mehr als 75 % gesunken. Und wo Wildbienen und andere Bestäuber vor lauter menschlicher Einfalt keine Nahrung finden, ist es um unsere eigene ebenso schlecht bestellt. Schließlich hängt rund ein Drittel unserer Nahrung von der Bestäubungsleistung von Bienen und anderen Insekten ab. Mit deinem nachhaltigen Garten oder bunt bepflanzten Balkon bietest du den Arten ein kleines Refugium. Und dir natürlich auch. Aber wie steigt man ein?

1. Die richtige Einstellung. 

Das Wichtigste am Anfang: Geduld. Die Natur nimmt sich die Zeit, die sie braucht – und du solltest sie dir auch nehmen. Oftmals werden Bäume, Rollrasen und Pflanzen erwachsen gekauft. In einem nachhaltigen Garten kennt die Natur aber keine Abkürzung. Vor allem Nutzbeete brauchen viel Liebe und Pflege. Dein Garten ist zur Erholung da – und deshalb sollte auch die Gartenarbeit Erholung bieten. Außerdem braucht das Gärtnern Übung und Erfahrung. Bis man Pflanzen besser versteht, ziehen erst ein paar Saisons ins Land.

2. Die richtigen (Nutz-)Pflanzen. 

Von Monokulturen haben die Tiere nichts, da macht dein Garten oder dein Balkon keine Ausnahme. Setz bei den Pflanzen auf Vielfalt, selbst wenn du am liebsten ein Meer aus Traubenkirschen im Garten hättest. Wähle dabei vor allem heimische Pflanzen. Sie sind unserem Klima angepasst und daher pflegeleichter. Als Teil des natürlichen Ökosystems bieten sie auch die bessere Nahrungsgrundlage für die Tiere.

Fruchtfolgen planen.

Vielfalt ist auf Dauer auch für deine Pflanz-Erfolge zentral. Wenn du ein Beet für die immer gleiche Pflanze nutzt, ist der Boden bald ausgelaugt und aus den Pflanzen wird nichts. Eine Mischkultur sorgt dagegen für eine ausgeglichene Nährstoffnutzung und damit einen gesunden Boden, der zudem mit weniger Wasser auskommt.

Wichtig für die Garten-Planung: Stark-, Mittel und Schwachzehrer kennen.

 

Das ist eine Gründüngung. 

Unter Gründüngung versteht man die Aussäung von Pflanzen, die deinem Boden wieder Nährstoffe zuführen und ihm so neues Leben mit fruchtbarem Humus einhauchen. Zur Gründüngung eignen sich etwa der Buchweizen oder die Phacelia. Wenn du freie Stellen zur Gründüngung nutzt, schützt du den Boden zusätzlich vor Erosion und Unkraut. Schöner Nebeneffekt: Pflanzen wie die Phacelia ziehen Insekten an. Welche beliebten Pflanzen Stark-, Mittel- und Schwachzehrer sind, erfährst du in dieser Liste. 

Starkzehrer.

  • Artischocke
  • Auberginen
  • Gurke
  • Kartoffeln
  • Kohl
  • Melonen
  • Paprika
  • Porree
  • Rhabarber
  • Sellerie
  • Spargel
  • Tomaten
  • Zuckermais

Mittelzehrer.

  • Feldsalat
  • Fenchel
  • Kohlrabi
  • Mangold
  • Möhren
  • Rote Bete
  • Salat
  • Spinat
  • Zwiebeln

Schwachzehrer.

  • Ackerbohnen*
  • Bohnen*
  • Erbsen*
  • Feldsalat
  • Knoblauch
  • Kräuter
  • Portulak
  • Radieschen
  • Rukola

Gut platziert, ist halb gewonnen. 

Wenn du verschiedene Sorten nebeneinander pflanzt, solltest du vorher recherchieren, ob sie sich vertragen. Manche Pflanzen sind dominanter als andere und futtern ihren Nachbarn die Nährstoffe weg. Auch lohnt es sich nicht, besonders wasserintensive Pflanzen neben genügsame zu setzen. Mit einer guten Platzierung kannst du sogar Schädlinge austricksen. Beispiel: Die Zwiebelfliege kann den Geruch von Möhren nicht ausstehen, der Möhrenfliege ist die Zwiebel zuwider. Pflanze Möhren und Zwiebeln nebeneinander, und die Fliegen legen ihre Eier woanders ab. Auch Balkonpflanzen profitieren von guter Nachbarschaft. Tomaten und Basilikum sind nicht nur auf dem Teller eine gute Kombi, sondern verstehen sich auch im Beet.

3. Die richtige Erde. 

Für die Blumenerde solltest du immer torffreie Erde mit RAL-Gütesiegel verwenden – ntorfreduziert reicht nicht. Die Verwendung von Torf ist zwar beliebt, weil er den pH-Wert des Bodens senkt, ihn feucht hält und lockert. Allerdings wird Torf aus Mooren gewonnen, die für diesen Zweck trockengelegt werden müssen – mit dramatischen Folgen. Denn wo Moore vertrocknen, verlieren Tiere und Pflanzen Lebensraum und die Welt einen der wichtigsten Kohlenstoffspeicher. Laut Bundesamt für Naturschutz binden Moore rund ein Drittel des terrestrischen Kohlenstoffs. Doch wenn sie trockengelegt werden, verbindet sich der Kohlenstoff mit Sauerstoff zu CO2. Außerdem entweicht das besonders klimaschädliche Lachgas N20. 

So steht es um die Moore.

Laut Naturschutzbund NABU sind bereits 60 % der europäischen Moore zerstört, 95 % der deutschen Moore nicht mehr intakt. Der Torfabbau spielt dabei eine entscheidende Rolle. Allein in Niedersachsen soll laut NABU schon ein Viertel der Hochmoorflächen dem Torfabbau zum Opfer gefallen sein. Laut eines Berichts von Quarks verbrauchen allein die Hobbygärtner:innen in Deutschland täglich rund zwei Millionen Kubikmeter Torf. Deshalb: Finger weg von dem Zeug.

4. Der richtige Dünger. 

Gute Pflanzen brauchen einen guten Boden. Verzichte auf chemische 
Dünger. Sie ruinieren die Bodenqualität und belasten das Grundwasser. Kompost ist besser. Er fügt dem Boden die nötigen Nährstoffe auf natürliche Weise zu und besteht aus organischen Abfällen, die sowieso wegmüssen und so sinnvoll weiterwendet werden können. Eine Studie der Hochschule Weihenstephan-Triesdort ergab sogar, dass effizientes Kompostieren den Hausmüll um bis zu einem Drittel senkt. 

Was gehört in den Kompost?

Zum Kompostieren eignen sich Küchenabfälle wie Zwiebel- und Apfelschalen genauso wie Rasenschnitt, Laub oder kleine Äste. Wenn du keinen Garten hast: Für Balkone gibt es kleine Kompostierer. Gerade auf engem Raum sind sie ansprechender als irgendwelche Kompost-Eimer. 

Kompost sollte nicht nass werden. 

Komposthaufen sind außerdem wie Gremlins. Sie sollten nicht nass werden, sonst faulen sie und fangen an zu stinken. Falls es doch mal passiert: Mit etwas Kalk, Steinmehl, Sand oder Spänen entziehst du dem Kompost wieder Feuchtigkeit. Aber was gehört eigentlich rein, in den Kompost?

Liste: Das kommt in den Kompost.

  • Zerkleinerter Baumschnitt 
  • Verbrauchte Blumenerde
  • Kaffeesatz
  • Laub
  • Vorgetrockneter Rasenschnitt 
  • Pflanzenreste vom Balkon oder Beet
  • Obst- und Gemüsereste – mit Ausnahme von Zitrusfrüchten und Bananenschalen.
  • Sägemehl und Häcksel, wenn das Holz unbehandelt ist.

Unsere Unterstützung für die Moore.

Bei Polarstern unterstützen wir ein Projekt zur Wiedervernässung von Mooren: MoorFutures. Hintergrund: Als Öko-Energieversorger verhindern wir jedes Jahr mit unseren Kund:innen richtig viel CO2. Und natürlich achten wir auch bei unserer Beschaffung darauf, unseren CO2-Fußabdruck immer weiter zu verkleinern. Aber es bleibt ein CO2-Kontingent übrig, das wir mit Klimaschutz allein nicht wegkriegen. Unseren CO2-Restbetrag von 20,5 Tonnen kompensieren wir mit Klimaschutz-Zertifikaten von MoorFutures. Konkret unterstützen wir die Wiedervernässung einer 68 Hektar großen Teilfläche des Königsmoores in Schleswig-Holstein. Das komplette Projekt soll in den nächsten 50 Jahren 39.520 Tonnen CO2-Äquivalente einsparen. Klar ist auch: Kompensierung sollte immer nur der letzte Ausweg sein. Man muss immer an sich arbeiten, seinen CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Der schnellste Weg? Zu Ökostrom wechseln. Wirklich.

Berechne gleich deinen Preis.

5. Richtig bewässern. 

Durch die Erderwärmung wird es immer trockener. Und wenn es regnet, dann gleich so stark und punktuell, dass zu wenig Regenwasser ins Grundwasser fließt. Für die Pflanzen bedeutet dies längere Durststrecken oder Zerstörung durch Starkregen. Als Hobbygärtner:innen müssen wir besonders effizient mit Wasser umgehen. 

Weniger, aber mehr. 

Generell ist es besser, Pflanzen nicht an zu viel Wasser zu gewöhnen, sonst bilden sie kürzere Wurzeln. Pflanzen, die sich das Wasser tiefer aus der Erde holen, sind robuster. Deshalb ist es besser seltener zu gießen und dafür ausgiebig. So gewöhnst du die Pflanze nicht an zu viel Wasser, sorgst aber dafür, dass das Gießwasser auch in die unteren Bodenschichten kommt. Ein Blick unter die Erde verrät, ob es Zeit zum Gießen ist. Ist die Erde dunkel und feucht, kannst du noch mit dem Gießen warten. Ist die obere Schicht schon trocken, braucht die Pflanze Wasser. Hack die Erde auch regelmäßig auf, sie kann so mehr Wasser speichern.

Mulchen zur Unterstützung. 

Durch Mulchen hältst du den Boden zusätzlich feucht. Dazu bedeckst du den Boden rund um die Pflanzen mit organischem Material wie Rasenschnitt, Gartenabfällen oder Stroh. Fun Fact: Die englische Strawberry leitet sich vom Mulchen mit Stroh ab. Wenn das Material verrottet, gibst du den Pflanzen zusätzlich Nährstoffe. Wenn du einen kleinen Wall um Pflanzen gräbst, baust du den Pflanzen einen effektiven Wasserspeicher. 

Der beste Zeitpunkt zum Gießen. 

Der beste Zeitpunkt zum Gießen ist immer morgens. In der Mittagssonne sollte man eher nicht gießen. Wassertropfen können den Pflanzen im Sonnenlicht heiß werden und ihr schaden. Abends ist die Verdunstung zwar am geringsten, doch zieht das Wasser zu dieser Uhrzeit Tiere wie Schnecken an. Tipp: Für größere Gärten sind automatische Gartenbewässerungen sinnvoll. Man selbst muss nicht so früh aufstehen, stattdessen übernehmen Regner und Sprüher den Job. Entweder zu definierten Uhrzeiten oder wenn der Boden zu trocken ist. Smarte Bewässerungssysteme berücksichtigen auch Wetterdaten. Wenn es in den nächsten Stunden sowieso regnet, fließt auch kein Wasser.

Öffentliche Gärten nutzen. 

Du hast keinen Balkon oder Garten? Es gibt auch öffentliche Gemeinschaftsgärten. Viele Städte bieten kleine Parzellen an, damit auch Städter:innen eigene Kräuter und Gemüseseorten anpflanzen können. Und bei Unternehmen wie den Ackerhelden kannst du gleich eine ganze Ackerfläche mieten. 

6. Der richtige Umgang mit Tieren. 

Es gibt süßere Tiere als Regenwürmer, Milben oder Springschwänze. Aber erstens: Wer sind wir um das zu beurteilen? Zweitens haben die kleinen Tiere eine wichtige Funktion. Sie machen deinen Boden luftig und locker. Sie fressen faulende Pflanzen und Pilze und bilden Humus, der deine Pflanzen mit Nährstoffen versorgt. Vor dem Gewürm solltest du dich also weder ekeln noch fürchten. Die Tiere werden erst zum Problem, wenn sie sich zu stark vermehren. Dann reicht das Nahrungsangebot nicht mehr für alle und sie greifen die Wurzeln und Keimlinge deiner Pflanzen an. 

Tiere sorgen fürs ökologische Gleichgewicht. 

Maulwürfe, Vögel, Igel und andere Tiere sorgen in deinem Garten für ein natürliches, ökologisches Gleichgewicht. Sie ernähren sich auch von Schädlingen, die es auf deine Pflanzen abgesehen haben. In Naturgärten fühlen sich diese Tiere wohler, weil sie Unterschlupf und Nahrung finden. Wer einen Igel sehen will, kann in einer Gartenecke einen Unterschlupf aus Laub, Totholz und Reisig anlegen. Ein altes Gefäß wie auf dem Bild tut's manchmal auch.

Die Mauer muss weg.

Auch wenn für manche Menschen ihr Zaun oder die Grundstücksmauer das Wichtigste am ganzen Garten ist: Den Tieren ist es egal, ob das Grundstück den Meiers oder Müllers gehört. Was sie interessiert, ist ihre Bewegungsfreiheit. Achte also bei der Grundstückbegrenzung darauf, dass die Tiere easy auf angrenzende Grundstücke kommen. Als Sichtschutz sind Hecken und Bäume daher besser, auch optisch. 

7. Die richtige Energie. 

Auch nachhaltige Gärten brauchen künstliche Energie. Zum Beispiel fürs Mähen. Benzin-Rasenmäher sind jedoch so over wie fossile Energieträger an sich. Wähle elektrisch betriebene Gartengeräte, wenn du künstliche Unterstützung beim Gärtnern brauchst. Prüfe, welche Geräte du wirklich brauchst. Wenn man nicht gerade Gärtner:in in irgendeinem Schlossgarten ist, kann man vermutlich auf Spirenzchen wie elektrische Heckenscheren verzichten. Du kannst die Gartenpflege genauso als Work-Out sehen – oder zum Abschalten.

Brauchst du Strom im Garten oder auf dem Balkon, gilt hier wie auch innerhalb deiner vier Wände: Setz auf Ökostrom. Entweder selbst erzeugte Solarenergie – sprich Solarlichterketten, Sonnengläser oder eine eigene PV-Anlage – und Wirklich Ökostrom, wenn die Sonne mal nicht reicht.

Wirklich Ökostrom für deinen Garten.

Den richtigen Strom findest du bei uns, Polarstern. Unser Wirklich Ökostrom hinterlässt kein CO2, wird wirklich nachhaltig in Öko-Kraftwerken erzeugt, die für ihren Tierschutz bekannt sind. Das Beste ist aber, dass du mit jeder Kilowattstunde, die du verbrauchst, den Ausbau der erneuerbaren Energien mit 1 Cent förderst. Außerdem investieren wir für dich auch in die Energiewende in Kambodscha und Madagaskar. Auch das schützt die Pflanzen und Bäume. Erfahre, warum

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Michael | Team Wirklich

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