

Nachhaltig gärtnern: 7 Tipps für Garten und Balkon.
Nachhaltig gärtnern ist gut für die Umwelt – und gar nicht so kompliziert. Wer im Garten oder auf dem Balkon ökologisch arbeitet, schützt die Artenvielfalt, spart Ressourcen und schafft sich selbst einen Ort zum Durchatmen. Mit diesen 7 Tipps gelingt nachhaltiges Gärtnern auch ohne Vorkenntnisse.
Der Mensch steht nicht so auf die Launen der Natur. Und deshalb treibt er ihr die Laune aus, wo er’s nur kann. Man sieht’s an den ganzen Rasen und Hecken, die oftmals so akkurat geschoren sind, als müssten sie zur Bundeswehr. Dabei haben die Menschen selbst nichts davon, die Natur in Uniformen zu pressen. Ohne das Bunte, Wilde und Vielfältige können wir gar nicht existieren. Wo etwa Wildbienen und andere Bestäuber vor lauter menschlicher Einfalt keine Nahrung finden, ist es um unsere eigene ebenso schlecht bestellt. Schließlich hängt rund ein Drittel unserer Nahrung von der Bestäubungsleistung von Bienen und anderen Insekten ab. Mit deinem nachhaltigen Garten oder bunt bepflanzten Balkon bietest du den Arten ein kleines Refugium. Und dir natürlich auch. Aber wie gelingt ein ökologischer Garten?
1. Nachhaltig gärtnern beginnt im Kopf.

Das Wichtigste am Anfang: Geduld. Die Natur nimmt sich die Zeit, die sie braucht – und du solltest sie dir auch nehmen. Oftmals werden Bäume, Rollrasen und Pflanzen erwachsen gekauft. In einem nachhaltigen Garten kennt die Natur aber keine Abkürzung. Pflanzen wachsen langsam, Böden entwickeln sich, Kreisläufe entstehen. Vor allem Nutzbeete brauchen viel Liebe und Pflege. Dein Garten ist zur Erholung da – und deshalb sollte auch die Gartenarbeit Erholung bieten. Außerdem braucht das Gärtnern Übung und Erfahrung. Bis man Pflanzen besser versteht, ziehen erst ein paar Saisons ins Land.
2. Die richtigen Pflanzen für den Naturgarten anlegen.

Nachhaltig gärtnern heißt vor allem: Vielfalt fördern. Setz bei den Pflanzen auf Vielfalt, selbst wenn du am liebsten ein Meer aus Traubenkirschen im Garten hättest. Von Monokulturen haben die Tiere nichts, da macht dein Garten oder dein Balkon keine Ausnahme. Wer immer dieselben Pflanzen anbaut, laugt den Boden aus. Eine Mischkultur:
- sorgt für ausgeglichene Nährstoffe
- spart Wasser
- macht Pflanzen widerstandsfähiger.
Wähle bei der Mischkultur dabei vor allem heimische Pflanzen. Sie sind unserem Klima angepasst und daher pflegeleichter. Als Teil des natürlichen Ökosystems bieten sie auch die bessere Nahrungsgrundlage für die Tiere.
Fruchtfolgen und Bodenpflege.
Vielfalt ist auf Dauer auch für deine Pflanz-Erfolge zentral. Nutzt du ein Beet immer für die gleiche Pflanze, ist der Boden bald ausgelaugt und aus den Pflanzen wird nichts. Eine Mischkultur sorgt dagegen für eine ausgeglichene Nährstoffnutzung und damit einen gesunden Boden, der zudem mit weniger Wasser auskommt.
Kombiniere Stark-, Mittel- und Schwachzehrer.
Kombiniere bei deinen Pflanzen Stark-, Mittel- und Schwachzehrer. Sie unterscheiden sich darin, wie viele Nährstoffe sie dem Boden entziehen.
- Starkzehrer wie Tomaten oder Kohl holen sich viele Nährstoffe aus der Erde.
- Mittelzehrer nutzen, was noch übrig ist.
- Schwachzehrer kommen mit den Resten klar – und geben dem Boden Zeit, sich zu erholen.
Liste: Diese Pflanzen sind Stark-, Mittel- und Schwachzehrer.
Wer Stark-, Mittel- und Schwachzehrer richtig kombiniert, sorgt für gesunde, nährstoffreiche Böden und bessere Ernten. Du kannst sie entweder als Fruchtfolge oder als Kombination im Beet einsetzen.
Den Boden mitdenken.
Wichtig ist, dass nicht nur Pflanzen zusammenpassen müssen, sondern auch der Boden. Starkzehrer brauchen gute Vorbereitung mit Kompost und nährstoffreicher Erde. Schwachzehrer passen besser zu „mageren“ Beeten – also Böden, die eher nährstoffarm sind und nicht frisch gedüngt wurden. Und die Gründüngung hilft, den Kreislauf zu schließen.
Was ist eine Gründüngung?
Unter Gründüngung versteht man die Aussaat von Pflanzen, die deinem Boden wieder Nährstoffe zuführen und ihm so neues Leben mit fruchtbarem Humus einhauchen. Zur Gründüngung eignen sich etwa der Buchweizen oder die Phacelia. Wenn du freie Stellen zur Gründüngung nutzt, schützt du den Boden zusätzlich vor Erosion und Unkraut. Schöner Nebeneffekt: Pflanzen wie die Phacelia ziehen Insekten an. Welche beliebten Pflanzen Stark-, Mittel- und Schwachzehrer sind, erfährst du in dieser Liste.
Gute Nachbarschaft im Beet.
Wenn du verschiedene Sorten nebeneinander pflanzt, solltest du vorher recherchieren, ob sie sich vertragen. Manche Pflanzen sind dominanter als andere und futtern ihren Nachbarn die Nährstoffe weg, siehe Schwach- und Mittelzehrer. Auch lohnt es sich nicht, besonders wasserintensive Pflanzen neben genügsame zu setzen. Mit einer guten Platzierung kannst du sogar Schädlinge austricksen. Beispiel: Die Zwiebelfliege kann den Geruch von Möhren nicht ausstehen, der Möhrenfliege ist die Zwiebel zuwider. Pflanze Möhren und Zwiebeln nebeneinander, und die Fliegen legen ihre Eier woanders ab. Auch Balkonpflanzen profitieren von guter Nachbarschaft. Tomaten und Basilikum sind nicht nur auf dem Teller eine gute Kombi, sondern verstehen sich auch im Beet.
3. Torffreie Erde: gut für Naturgarten und Klima.

Für die Blumenerde solltest du immer torffreie Erde mit RAL-Gütesiegel verwenden – torfreduziert reicht nicht. Die Verwendung von Torf ist zwar beliebt, weil er den pH-Wert des Bodens senkt, ihn feucht hält und lockert. Allerdings wird Torf aus Mooren gewonnen, die für diesen Zweck trockengelegt werden müssen – mit dramatischen Folgen. Denn wo Moore vertrocknen, verlieren Tiere und Pflanzen Lebensraum und die Welt einen der wichtigsten Kohlenstoffspeicher. Laut Bundesamt für Naturschutz binden Moore rund ein Drittel des terrestrischen Kohlenstoffs. Doch wenn sie trockengelegt werden, verbindet sich der Kohlenstoff mit Sauerstoff zu CO2. Außerdem entweicht klimaschädliches Lachgas.
So steht es um die Moore.
Laut Naturschutzbund NABU sind mehr als die Hälfte der Moore stark beinträchtigt; 95 % der deutschen Moore nicht mehr intakt. Auch der Torfabbau trägt zur Zerstörung bei – vor allem in Niedersachsen, dem Zentrum der deutschen Torfwirtschaft. Auch für Hobbygärtner:innen ist das relevant: Laut Quarks werden jedes Jahr in Deutschland Millionen Kubikmeter Torf für Blumenerde verbraucht. Deshalb gilt im nachhaltigen Garten ganz klar: Finger weg von torfhaltiger Erde.

4. Natürlich düngen: Kompost anlegen.
Gute Pflanzen brauchen einen guten Boden. Verzichte auf chemische Dünger. Sie ruinieren die Bodenqualität und belasten das Grundwasser. Kompost ist besser. Er fügt dem Boden die nötigen Nährstoffe auf natürliche Weise zu und besteht aus organischen Abfällen, die sowieso wegmüssen und so sinnvoll weiterwendet werden können. Effizientes Kompostieren kann gleichzeitig den Hausmüll reduzieren.
Was gehört in den Kompost?
Zum Kompostieren eignen sich Küchenabfälle wie Zwiebel- und Apfelschalen genauso wie Rasenschnitt, Laub oder kleine Äste. Wenn du keinen Garten hast: Für Balkone gibt es kleine Kompostierer. Gerade auf engem Raum sind sie ansprechender als irgendwelche Kompost-Eimer.

Liste: Das kommt in den Kompost.
- Zerkleinerter Baumschnitt
- Verbrauchte Blumenerde
- Kaffeesatz
- Laub
- Vorgetrockneter Rasenschnitt
- Pflanzenreste vom Balkon oder Beet
- Obst- und Gemüsereste – Zitrusfrüchte und Bananenschalen eher sparsam.
- Sägemehl und Häcksel, wenn das Holz unbehandelt ist.
Kompost sollte nicht nass werden.
Komposthaufen sind außerdem wie Gremlins. Sie sollten nicht nass werden, sonst faulen sie und fangen an zu stinken. Falls es doch mal passiert: Mit etwas Kalk, Steinmehl, Sand oder Spänen entziehst du dem Kompost wieder Feuchtigkeit. Aber was gehört eigentlich rein, in den Kompost?
5. Garten richtig bewässern und Wasser sparen.

Durch die Erderwärmung wird es immer trockener. Und wenn es regnet, dann gleich so stark und punktuell, dass zu wenig Regenwasser ins Grundwasser fließt. Für die Pflanzen bedeutet dies längere Durststrecken oder Zerstörung durch Starkregen. Als Hobbygärtner:innen müssen wir besonders effizient mit Wasser umgehen. Du Gute ist: Es fällt vom Himmel. Hast du einen Garten, kannst du Regenwasser in einer Regentonne sammeln.
Weniger Wasser, dafür gezielt.
- Lieber seltener und gründlich gießen.
- Fördert tiefe Wurzeln.
- Macht Pflanzen robuster.
Generell ist es besser, Pflanzen nicht an zu viel Wasser zu gewöhnen, sonst bilden sie kürzere Wurzeln. Pflanzen, die sich das Wasser tiefer aus der Erde holen, sind robuster. Deshalb ist es besser seltener zu gießen und dafür ausgiebig. So gewöhnst du die Pflanze nicht an zu viel Wasser, sorgst aber dafür, dass das Gießwasser auch in die unteren Bodenschichten kommt. Ein Blick unter die Erde verrät, ob es Zeit zum Gießen ist. Ist die Erde dunkel und feucht, kannst du noch mit dem Gießen warten. Ist die obere Schicht schon trocken, braucht die Pflanze Wasser. Hack die Erde auch regelmäßig auf, sie kann so mehr Wasser speichern.
Mulchen zur Unterstützung.
Durch Mulchen hältst du den Boden zusätzlich feucht. Dazu bedeckst du den Boden rund um die Pflanzen mit organischem Material wie Rasenschnitt, Gartenabfällen oder Stroh. Fun Fact: Die englische Strawberry leitet sich vom Mulchen mit Stroh ab. Wenn das Material verrottet, gibst du den Pflanzen zusätzlich Nährstoffe. Wenn du einen kleinen Wall um Pflanzen gräbst, baust du den Pflanzen einen effektiven Wasserspeicher.
Der beste Zeitpunkt zum Gießen.
Der beste Zeitpunkt zum Gießen ist immer morgens. In der Mittagssonne sollte man eher nicht gießen, weil Wasser schneller verdunstet. Abends ist die Verdunstung zwar am geringsten, doch zieht das Wasser zu dieser Uhrzeit Tiere wie Schnecken an. Tipp: Für größere Gärten sind automatische Gartenbewässerungen sinnvoll. Man selbst muss nicht so früh aufstehen, stattdessen übernehmen Regner und Sprüher den Job. Entweder zu definierten Uhrzeiten oder wenn der Boden zu trocken ist. Smarte Bewässerungssysteme berücksichtigen auch Wetterdaten. Wenn es in den nächsten Stunden sowieso regnet, fließt auch kein Wasser.
Gärtnern ohne eigenen Garten.
Du hast keinen Balkon oder Garten? Es gibt auch öffentliche Gemeinschaftsgärten. Viele Städte bieten kleine Parzellen an, damit auch Städter:innen eigene Kräuter und Gemüseseorten anpflanzen können. Und bei Unternehmen wie den Ackerhelden kannst du gleich eine ganze Ackerfläche mieten.
6. Tiere im Garten: Nützlinge statt Störenfriede.

Es gibt süßere Tiere als Regenwürmer, Milben oder Springschwänze. Aber erstens: Wer sind wir um das zu beurteilen? Zweitens haben die kleinen Tiere eine wichtige Funktion. Sie machen deinen Boden luftig und locker. Sie fressen faulende Pflanzen und Pilze und bilden Humus, der deine Pflanzen mit Nährstoffen versorgt. Vor dem Gewürm solltest du dich also weder ekeln noch fürchten. Die Tiere werden erst zum Problem, wenn sie sich zu stark vermehren. Dann reicht das Nahrungsangebot nicht mehr für alle und sie greifen die Wurzeln und Keimlinge deiner Pflanzen an.

Tiere fördern das ökologische Gleichgewicht.
Maulwürfe, Vögel, Igel und andere Tiere sorgen in deinem Garten für ein natürliches, ökologisches Gleichgewicht. Sie ernähren sich auch von Schädlingen, die es auf deine Pflanzen abgesehen haben. Im Naturgarten fühlen sich diese Tiere wohler, weil sie Unterschlupf und Nahrung finden. Wer einen Igel sehen will, kann in einer Gartenecke einen Unterschlupf aus Laub, Totholz und Reisig anlegen. Ein altes Gefäß wie auf dem Bild tut's manchmal auch.
Die Mauer muss weg.
Auch wenn für manche Menschen ihr Zaun oder die Grundstücksmauer das Wichtigste am ganzen Garten ist: Den Tieren ist es egal, ob das Grundstück den Meiers oder Müllers gehört. Was sie interessiert, ist ihre Bewegungsfreiheit. Achte also bei der Grundstückbegrenzung darauf, dass die Tiere easy auf angrenzende Grundstücke kommen. Als Sichtschutz sind Hecken und Bäume daher besser, auch optisch.
7. Nachhaltige Energie im Garten nutzen.
- Elektrische statt benzinbetriebener Geräte.
- Geräte bewusst auswählen.
- Gartenarbeit auch mal als Workout sehen.

Auch nachhaltige Gärten brauchen künstliche Energie. Zum Beispiel fürs Mähen. Benzin-Rasenmäher sind jedoch so over wie fossile Energieträger an sich. Wähle elektrisch betriebene Gartengeräte, wenn du künstliche Unterstützung beim Gärtnern brauchst. Prüfe, welche Geräte du wirklich brauchst. Wenn man nicht gerade Gärtner:in in irgendeinem Schlossgarten ist, kann man vermutlich auf Spirenzchen wie elektrische Heckenscheren verzichten. Du kannst die Gartenpflege genauso als Work-Out sehen – oder zum Abschalten.
Brauchst du Strom im Garten oder auf dem Balkon, gilt hier wie auch innerhalb deiner vier Wände: Setz auf Ökostrom. Entweder selbst erzeugte Solarenergie – sprich Solarlichterketten, Sonnengläser oder eine eigene PV-Anlage – und Wirklich Ökostrom, wenn die Sonne mal nicht reicht.
Wirklich Ökostrom für deinen Garten.
Den richtigen Strom findest du bei uns, Polarstern. Unser Wirklich Ökostrom hinterlässt kein CO2, wird wirklich nachhaltig in Öko-Kraftwerken erzeugt, die für ihren Tierschutz bekannt sind. Das Beste ist aber, dass du mit jeder Kilowattstunde, die du verbrauchst, den Ausbau der erneuerbaren Energien mit 1 Cent förderst. Außerdem investieren wir für dich auch in die Energiewende in Kambodscha und Madagaskar. Auch das schützt die Pflanzen und Bäume. Erfahre, warum.








