Elektroauto-Vorurteile

Der Verkehr verursacht rund ein Fünftel der deutschen CO2-Emissionen. Elektroautos sind eine Chance, sie runterzufahren. Trotzdem gibt es jede Menge Vorurteile gegen Elektroautos. Wir verraten dir, warum du sie inzwischen vergessen kannst.

von Michael

 

1. Warum die Auswahl an Elektroauto-Modellen steigt.

2018 hatten die Deutschen laut ADAC lediglich 24 Elektroauto-Modelle zur Auswahl. Im Jahr 2020 sind es ca. 70 verschiedene Modelle. Das Marktforschungsunternehmen IHS Markit prognostiziert bis Ende 2021 sogar 175 verschiedene Modelle. Kein Wunder, setzt heute doch quasi jeder große deutsche Automobilkonzern auf die Elektrofahrzeuge. Von kleinem Stadtflitzer bis zum Familienmobil gibt es heute alles auch mit Elektroantrieb. Wenn da nicht für jeden was dabei ist!

>>>> Hier haben wir dir eine Übersicht der beliebtesten Modelle nach Reichweite, Preis und Co. zusammengestellt.

 

2. Warum Lademöglichkeiten kein Problem mehr sind.

Das Elektroauto wird meistens zuhause geladen, denn dort steht es ja die meiste Zeit. Das geht mit einer Ladestation, aber auch an der ganz normalen Schuko-Steckdose. Berücksichtigt man die durchschnittliche Wegstrecke in Deutschland von ca. 11 Kilometern pro Tag, werden viele Fahrer im Alltag ohne öffentliche Lademöglichkeit auskommen.

>>>> Zuhause lädst du am besten mit Ladestation – und echtem Ökostrom.

Auch unterwegs gibt es mehr Möglichkeiten, als du vielleicht zunächst denkst. Und es werden auch immer weitere Ladestationen gebaut. Laut Bundesnetzagentur gab es 2011 nur 2.241 Ladepunkte in Deutschland. Bis 2015 stieg die Zahl auf 5.571 Lademöglichkeiten. Anfang Juli 2020 waren es 28.835 Ladepunkte. Damit hat sich die Anzahl in nur fünf Jahren mehr als verfünffacht. Noch sind sie recht ungleich verteilt – in den Städten gibt es deutlich mehr Ladestationen.

 

 

Entwicklung der Ladepunkte in Deutschland
Die Zahl der Ladepunkte hat sich in den letzten fünf Jahren mehr als verfünffacht.

Aktuell baut unser Kooperationspartner Ionity ein Schnellladenetz entlang wichtiger europäischer Hauptverkehrsachsen mit 400 Schnelllademöglichkeiten. Inzwischen (Stand August 2020) sind bereits 266 davon in Betrieb. 100 Ladepunkte werden von Ionity in Deutschland errichtet. Wir von Polarstern versorgen sie mit Wirklich Ökostrom! Denn erst mit 100 % erneuerbaren Energien wird Elektromobilität zu einer sauberen Sache. 

>>> So lädst du kostengünstig unterwegs.

 

3. Warum Elektroautos dich längst nicht mehr zum Außenseiter machen.

2011 waren in Deutschland gerade mal 2.307 Elektroautos angemeldet. Zu Beginn des Jahres 2020 verzeichnet das Kraftfahrt-Bundesamt schon 136.617 Elektroautos. Hybride erreichten ebenfalls ein neues Hoch – mit 539.383 zugelassenen Fahrzeugen.

Auch haben Elektroautos im Vergleich zu Verbrennern ein viel positiveres Image. Gerade für Unternehmen, die es mit dem Umweltschutz ernst meinen, sind Elektroautos ein Muss. Im privaten Bereich steigt ebenfalls das Interesse deutlich. Inzwischen gehören Elektroautofahrzeuge immer mehr zum Alltag! Die deutsche Automobilindustrie setzt ohnehin auf sie. Herbert Diess, Chef von VW, ist sich sicher: „Die Elektromobilität wird durch Corona eher beschleunigt.“

Elektroauto
Im Alltag werden die meisten Fahrer ihr E-Auto zu Hause laden.

 

4. Warum die Ladezeiten nicht mehr so lang sind.

Die Ladezeit hängt natürlich immer vom Ladesystem, der Ladeleistung und der Batteriekapazität ab. Ein Beispiel: Den Renault Zoe (Batteriekapazität 41 kW), das meistverkaufte Elektroauto Deutschlands, lädst du etwa innerhalb von 2:40 Stunden, wenn deine Ladestation 22 kW schafft (Quelle: The Mobility House).

Eine gute Übersicht zu den Ladezeiten für Elektroauto-Modelle bietet unser Partner The Mobility House. Bei den öffentlichen Schnellladesäulen von Ionity, an denen du Wirklich Ökostrom lädst, geht es richtig schnell: Nach 10 bis 30 Minuten kannst du in der Regel weiterfahren. Und die Forschung weckt sogar die Hoffnung, dass das Laden bald fast so schnell geht wie das Tanken. Amerikanische Forscher haben Akkus mit dünnen Folien aus Nickel versehen und so die Akkus in nur 10 Minuten zu 80 % aufladen können. Klar, das sind noch erste Forschungen, aber sie zeigen: Das Ende der Fahnenstange ist bei der Ladegeschwindigkeit noch lange nicht erreicht.

>>> Mehr zu den Kosten und der Dauer einer Ladung erfährst du hier.

 

5. Warum Elektroautos immer erschwinglicher werden.

Ein neues Elektroauto ist eine Investition – so wie jedes andere Auto auch. Ob sie höher liegt als bei einem Benziner oder Diesel, kommt ganz darauf an, welche Modelle und Eigenschaften miteinander verglichen werden. Spannend ist, dass mehr Modelle aus dem mittleren Preissegment auf den Markt kommen. Längst gibt es zum Beispiel den e.Go Life für ca. 22.700 Euro, den Renault Zoe für rund 21.348 Euro, und wem auch wenig Platz reicht, kann sich für nur 7.000 € den Renault Twizy sichern.

Bei neuen Modellen werden die Batterien leistungsstärker, die Reichweiten größer und die Preise sinken. Ab 2021 soll beispielsweise der Dacia Spring für nur 10.000 Euro zu haben sein. Elektroautos können preislich also immer mehr mit Verbrennern mithalten.

Rechnet man alle anfallenden Kosten eines Autos zusammen (dazu zählt der Kaufpreis, Kosten für Betrieb und Wartung sowie der Wertverlust) liegen Elektroautos immer häufiger vor den Verbrennern. Das ist das Ergebnis einer aktuelle Vollkosten-Berechnung fast aller auf dem deutschen Markt erhältlicher Autos von ADAC. Dabei ist auch der aktuelle Umweltbonus für Elektroautos und Hybride mitberücksichtigt.

 

Förderungen für dein Elektroauto: Umweltbonus bis 2021 verdoppelt!

Es eine gute Zeit, auf Elektromobilität umzusteigen, denn es gibt starken finanziellen Support! Elektroautos werden mit bis zu 9.000 Euro gefördert, Plug-In-Hybride mit bis zu 6.750 Euro. Davon kommen bei einem vollelektrischen Fahrzeug 3.000 Euro vom Autohersteller und 6.000 Euro vom Bund. Das Ganze gilt bis Ende 2021 bei einem Kaufpreis (Nettolistenpreis um genau zu sein) von bis zu 40.000 Euro. Insgesamt kannst du also 9.000 Euro vom Neupreis des E-Autos deiner Wahl abziehen. Käufer von Plug-in-Hybriden dürfen sich auf einen Zuschuss von 6.750 Euro freuen.

Elektroautos, die mehr als 40.000 und weniger als 65.000 Euro kosten, werden mit 5.000 Euro gefördert. Bei Plug-in-Hybriden sind es 3.750 Euro. Wie du den Antrag auf den Umweltbonus stellst, erfährst du auf der Website des BAFA – des Ministeriums für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Ab dem 24.11.2020 werden auch private Ladestationen gefördert. Bis zu 900 Euro stellt der Staat pro Ladestation bereit. 

>>> Förderanträge stellst du direkt beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

 

6. Warum das Laden gar nicht teuer ist.

Auch preislich ist das Laden immer attraktiver. Rechnest du zum Beispiel den Strom fürs Elektroauto über einen unterbrechbaren Zähler separat vom Haushaltsstrom ab, kann der Netzbetreiber nach Absprache mit dir, die Stromversorgung zu deiner E-Ladestelle zeitweise kappen, um das Stromnetz zu stabilisieren. Dafür zahlst du dann einen vergünstigten Tarif, den wir von Polarstern anbieten: Wirklich Autostrom Plus. Das rechnet sich, wenn du viel fährst und hauptsächlich zu Hause lädst. Für City-Fahrer gibt es Wirklich Autostrom mit einem Umweltbonus von bis zu 150 Euro. Übrigens: Durch die ab 2021 kommende CO2-Bepreisung von Diesel und Benzin, wird das Laden von Ökostrom automatisch immer günstiger verglichen zum Tanken eines Verbrenners.

Zum Autostrom-Tarifrechner

 

7. Warum du das Motorgeräusch nicht vermissen musst.

So eine alte Vespa auf der Piazza, der Sound eines alten Sportwagens – ja, ja, das hat schon was. Das war's dann aber auch schon mit Motorromantik. Angesprochen auf Lärmbelästigung fühlen sich die Deutschen laut Umweltbundesamt vor allem vom Straßenverkehr gestört. Mit Elektroautos wird leiser auf den Straßen. Still wird es aber nicht. Seit Sommer 2019 sind die Autohersteller in der Pflicht, ihren Elektroautos ein künstliches Sounddesign zu verpassen, durch das andere Verkehrsteilnehmer Bremsen und Beschleunigen unterscheiden können. Denn so angenehm ein lärmfreier Verkehr ist – Sicherheit geht vor.

 

8. Warum die Hardware keine Hürde ist.

Aber ist das nicht wahnsinnig aufwendig mit der Hardware? Nö, ist es nicht. Du kannst dein Elektroauto sogar an einer Schuko-Steckdose laden, wenn du möchtest. Das dauert etwas länger, aber wenn du nicht komplett vollladen musst und nachts laden kannst, ist das oft ausreichend.

Falls du dich für eine schnellere Ladestation zuhause entscheidest, ist der Aufwand etwas größer. Irgendwelche Extra-Genehmigungen sind nicht nötig. Du solltest jedoch einen Elektriker für die Installation organisieren. Das Schwierigste ist die Auswahl der passenden Wallbox. Übrigens, auch die Installation so einer Ladestation zuhause wird gefördert, u.a. von der KfW und von einigen Ländern und Gemeinden.

>>> So geht das Laden zuhause problemlos.

 

9. Warum Elektroautos umweltfreundlich sind.

Immer wieder wird kritisiert, dass Elektroautos gar nicht so umweltfreundlich sind. Dabei beziehen sich Kritiker meistens auf die Herstellung und die Entsorgung der Batterien. Hier arbeiten Forscher und Autohersteller an immer nachhaltigeren Methoden, um Rohstoffe nachhaltig abzubauen und alte Batterien zu recyceln oder in einem „Second-Life“ erneut zu nutzen. Beispielsweise dienen alte Batterien von Elektroautos in einem Projekt von BMW, Bosch und Vattenfall als Stromspeicher.

Übrigens: Wertvolle Rohstoffe kommen auch in Verbrennern und anderen elektronischen Geräten vor. Es ist also höchste Zeit, dass hier stärker draufgeschaut wird und vielleicht bringen die Elektroautos genau das: Sie rücken die wertvollen Rohstoffe in den Fahrzeugen stärker ins Licht der Öffentlichkeit und sorgen so für alternative Lösungen beim Rohstoffabbau und der Gewinnung – und stärken das Recycling.

>>> Mehr über Recycling- und Second-Life-Ansätze erfahren.

Am Ende des Tages zählt vor allem auch die Öko-Bilanz. Und die ist bei Elektroautos stark vom Strom anhängig. Mit einem Elektroauto verursachst du (über seinen Lebenszyklus hinweg) weniger als die Hälfte CO2 verglichen mit einem ähnlichen Verbrenner. Auf diesen Schluss kommt die europäische Umwelt- und Verkehrs-NGO Transport & Environment (T&E). Wer dann noch Ökostrom lädt, ist umso klimafreundlicher unterwegs.

>>> Mehr über die Öko-Bilanz von Elektroautos erfahren.

Öko-Bilanz Elektroauto
Mit einem Elektroauto sparst du etwa 125-150 Gramm CO2 pro Kilometer. Und das mit dem Strommix. Mit Ökostrom sieht’s noch einmal besser aus.

So richtig umweltfreundlich werden Elektroautos also erst, wenn du sie mit Ökostrom lädst. Bei Polarstern gibt’s 100 % Ökostrom mit unseren Autostrom-Tarifen:

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